Posts by Villa1895

    Am 07.10.2019 besuchten wir Bad Muskau und haben dabei einige Villen in der Bahnhofstraße und einer benachbarten Straße entdeckt:



    Gründerzeitvilla, leider hat man den Balkon im 1. Obergeschoss (links) mit einem modernen Geländer aus einfachen Brettern versehen, ansonsten weitgehend im Originalzustand erhalten:



    Hier hat man den Dachvorsprung der südlichen Giebelwand fast vollständig abgesägt. Das reich verzierte Balkongeländer aus Metall wurde aber unlängst Muster gültig restauriert (hier im Schatten aber kaum zu erkennen).



    Eine hervorragend renovierte Villa aus der Zeit um 1900 (Westfassade), bei der sämtliche hölzernen Zierelemente des Dachbereichs, ebenso alle Fenster, nach dem Originalzustand erneuert wurden. Eine großartige Leistung:



    Dieselbe Villa übers Eck aufgenommen, rechts die Südseite, links die Westseite. An den Fenstern zeigt sich schon der beginnende Jugendstil:



    Diese Villa würde ich auf kurz vor dem I. Weltkrieg schätzen:



    Eine weitere Villa des späten Jugendstils:



    Diese große Villa dürfte wohl um 1910 errichtet worden sein:



    Deatailaufnahme eines Gartenzaunpfostens mit Jugendstilblumen verziert:



    Der Bahnhof von Bad Muskau, im sog. Schweizerhausstil erbaut. Da mit Zaun abgesperrt, dürfte das Gebäude wohl verkauft worden sein. Als Bauzeit vermute ich die Zeit von 1870 bis spätestens 1900:

    Die Paulskirche, in der 1848 das erste frei gewählte deutsche Parlament tagte. Vom Inneren war ich enttäuscht, das Gemälde das sich im Erdgeschoss befindet, empfinde ich als böswillige Karikatur. Man sollte den gesamten Innenraum rekonstruieren, so wie er 1848 war. Das äüßere Erscheinungsbild wird durch die fehlende Kuppel sehr beeinträchtigt. Auch hier ist eine Rekonstuktion angezeigt:







    Der Justitia Brunnen auf dem Römerberg. Die Sandsteinsäule und die Sandsteinfigur wurden 1882 durch einen sehr guten Bronzeguss ersetzt:



    Es gibt auf dem Römerberg noch einen zweiten Brunnen:



    In Zuge der neuen Altstadt wurden diese beiden Häuser errichtet. Eines davon trägt den Namen zum Rebstock:



    In der Braubachstraße:






    Ein wieder erstandener Durchgang in der neuen Altstadt:

    Der Torbogen führt aus dem Römerhöfchen hinaus. Die Bauten wurden im Rahmen der Rathauserweiterung um 1900 errichtet. Das Kreuz in der Mitte über dem Dachfirst ist dasjenige des Turms der Paukskirche:




    Im vorigen Bild sahen wir den Torbogen der Ein- bzw. Ausfahrt. Man erkennt nun das Gewölbe, die Verdachung der Tür und das prachtvolle schmiedeiserne Gitter der Türe:



    Außen angekommen überraschte uns das barock gestaltete Portal des Ratskellers:



    Blick zurück. der Durchgang vom Römerhöfchen, rechts die Brüke mit der Verbindung (Beamtenlaufbahn) zu einem anderen Teil des Rathauskomplexes. Im Hintergrund der sog. "lange Franz", dessen im Krieg zerstörter Turmhelm samt Wichhäusern wieder hergestellt werden soll. Es läuft derzeit hierfür eine Spendenaktion.



    Wir sind auf dem Römerplatz, vor uns das Konglomerat der drei Häuser, die "den Römer", das alte Rathaus der einstigen Freien Reichsstadt Frankfurt a. M. bilden. Die Fenster über dem Balkon des mittleren Hauses gehören zum Kaisersaal. Die frisch gekrönten Kaiser nahmen auf diesem Balkon die Huldigung des Volkes entgegen. Für das Volk gab es auch was Gutes um zu feiern: gebratener Ochs am Spieß und aus dem Laufbrunnen auf dem Römerplatz floss Wein. Ganz rechts angeschnitten das Salzhaus, vor dem II. Weltkrieg eines der schönsten und mit prachtvollsten Schnitzereinen versehenen Hauses. Der größte Teil der Balken ist zwar gerettet, doch verhindert der Nachkriegsbau, der unter Denkmalschutz gestellt wurde, derzeit die Rekonstruktion.



    Eine nähere Aufnahme des Römers. Man erkennt, dass zwischen den Fenstern des Kaisersaals 4 Statuen von Kaisern stehen.



    Das gotische Maßwerk des Balkons ist überreich gestaltet. Es ist nicht der ursprüngliche Balkon, der abhanden gekommen war. Bei der Renovierung und Rathauserweiterung um 1900 wurde der heutige Balkon angebracht:



    Blick über die Ostzeile der Römerbergbebauung hinüber zum Domturm:






    Ganz limks das Haus zum Engel und links daneben befindet sich im Schatten der Krönungsweg:

    Dieses schöne Renaissancsportal führt zu einer Einfahrt, die ins Römerhöfchen des Frankfurter Rathauses führt:



    Ein Narr von der Erweiterung des Römers um 1900:



    Das Nachgotische Maßwerk des Netzgewölbes der Einfahrt:



    Das sehr hübsche Treppentürmchen des Römerhöfchens:



    Hier wird deutlich, dass es sich um eine sehr malerische Wendeltreppe handelt. Sie führt hinauf zum Vorsaal des Kaisersaales:



    Der bronzene Brunnen des Römerhöfchens. Dargestellt ist Herkules mit den Attributen der Keule und dem Fell des von Herkules erlegten nemäischen Löwen. Dieser Brunnen ist um 1900 entstanden:



    Im Vorsaal des Kaisersaals gibt es zwei identische silberne Blaker aus dem Rokoko, die jeweils zwei Famen aufweisen, die vermutlich den Ruhm des Kaisers verkünden sollten:



    Ein wohl flämischer oder Brüsseler Gobelin im Vorsaal des Kaisersaals:



    An den beiden Längsseiten sind Gemälde aus der Zeit der Romantik (1838 entstanden) abgebracht, die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs darstellen. Insgesamt wurden von 1562 bis 1792 52 Kaiser in Frankfurt gekrönt. Wenn ich mich recht entsinne, sind aber nicht von allen Kaisern Gemälde im Kaisersaal vorhanden. Hier eine Auswahl. Der dritte von links ist Kaiser Karl IV. Der vierte von links (mit dem blauen Gewand) ist der Thüringer Graf Günther von Schwarzburg, dessen Grabplatte im Döm im Chor neben der Türe zur Wahlkammer zu sehen ist. Davon habe ich ein Foto weiter oben eingestellt. Günther von Schwarzburg hat nach nach seiner Kaiserkrönung nur noch zwei Tage gelebt, vermutlich wurde er von der Gegenpartei vergiftet und so "aus dem Wege geräumt".



    Hier noch einige Kaiserbilder. Ganz links Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa (Kaiser Rotbart):

    Lieber Heimdall,


    vielen Dank für deine Richtigstellungen und Ergänzungen. Du kennst dich, schon auf Grund geographischer Nähe, in Frankfurt und seiner Geschichte ungleich besser aus als ich. An den beiden halben Tagen und dem einen ganzen Tag, die wir dort waren, ist unglaublich viel an Informationen auf uns eingeströmt. Wir haben an fünf großen Führungen teilgenommen. Da kann man sich nicht alles merken und vielleicht dadurch auch manches durcheinander bringen. Es sind bei einer der Führungen, der Person, die diese abhielt, offenbar "Schnitzer" unterlaufen. Also ich bin offen gestanden froh, wenn jemand Irrtümer, die mir passiert sind, richtig stellt und fühle mich keineswegs auf den Schlips getreten, wenn ich berichtigt werde. Wir sind doch alle erwachsene Menschen und ich bin überdies in einem Alter, wo einem jede Art von Eitelkeit oder Rechthaberei als Unsinn erscheint.

    Im Chor des Frankfurter Doms führt vorne rechts die kleine Tür zur Wahlkammer/Wahlkapelle, wo die ursprünglich sieben, später acht und schließlich 9 Kurfürsten den Kaiser des Heil. Römischen Reichs wählten. In der "Goldenen Bulle von 1356 (goldene Bulle bedeutet goldenes Siegel), einer Art Grundgesetz des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, hatte Kaiser Karl IV. verfügt, dass die Kaiserwahl in Frankfurt a. M. zu erfolgen habe. Ab 1356 wurden alle Kaiser in Frankfurt gewählt. Die Krönung fand aber in Aachen am Schrein Kaiser Karls des Großen statt. Bei der Kaiserwahl von 1562 war nun einer der geistlichen Kurfürsten schwer erkrankt. Die Neuwahl des neuen Kaisers musste aber nach den Bestimmungen der Goldenen Bulle 20 Tage nach dem Tode des verstorbenen Kaisers stattfinden. Eine Vertretung beim Wahlvorgang für einen der Kurfürsten war nicht möglich. Man kam überein, um dem erkrankten Kurfürsten (ich meine mich zu erinnern, dass man uns sagte, es sei der Kurfürst von Mainz gewesen) die Beschwernis der Reise nach Aachen zu ersparen, sowohl die Kaiserwahl als auch die Kaiserkrönung in Frankfurt a. M. abzuhalten. Alle Kurfürsten fanden diese Lösung für richtig, gut, sinnvoll und zweckmäßig, so dass ab 1562 sowohl alle Kaiserwahlen, als auch sämtliche Kaiserkrönungen am gleichen Ort, nämlich in Frankfurt a. M. stattfanden.


    Leider war diese Wahlkammer, die ebenfalls gewölbt ist und einen schönen gotischen Altar besitzt, als wir dort waren, wegen Renovierung geschlossen.



    Im Schrein des Altars "St. Anna Selbtritt", sind drei Personen der heiligen Sippe: St. Anna, die Großmutter Jesu. Maria, die Mutter des Herrn und das Jesuskind selbst zu dritt und zusammen dargestellt. Ein gotischer Seitenaltar, dessen Flügel allerdings erst aus dem 19. Jh. stammen. Einer der beiden Flügel zeigt den damaligen Stadtpfarrer, der die Altäre gesammelt hatte. Die Predella hat das Abendmahlsgeschehen zum Inhalt. Das Gesprenge über dem Altarschrein ist erst aus dem 19. Jahrhundert und m. E. zu klein und zu spärlich ausgefallen:



    Ein weiterer gotischer Flügelaltar, dessen Predella aber wohl neugotisch sein dürfte.



    Das einzige Fenster des Frankfurter Doms, das im II. Weltkrieg deshalb nicht zerstört wurde, weil es dick eingemauert worden war:





    Der wunderschöne Maria-Schlaf-Altar, der aus Tufstein geschaffen wurde und der nun mal endlich ein richtig prachtvolles, reiches und hohes Gesprenge aufweist. Dargestellt ist der Tod Mariens im Kreise der trauernden Jünger. Oberhalb der Sterbeszene nimmt in einem kleinen Hochrelief Gott Vater die kleine (weiß gekleidete) Seele Mariens in Empfang:



    Ein gotisches Steinhaus mit kleinen Wichhäusern an den Dachecken, das wenig südlich des Domes steht. Die Zinnen verleihen des Haus einen wehrhaften Charakter:








    Die Südseite des Römerberges. Von rechts: die alte Nicolaikirche, links davon das Gasthaus "Zum schwarzen Stern" mit geschweiften Giebeln. Das davon links zu sehende hohe Giebelhaus und das angeschnittene Giebelhaus ganz links gehören schon zur Ostzeile des Römerbergs, der auch Samstagsberg genannt wird:

    Zur Geschichte des Deutschen Ordens nebst Kirche und Kommende siehe unter folgendem Link, wo auch Innenaufnahmen zu sehen sind:


    Deutschordenskirche und Kommende






    Rechts neben der Fassade der Deutschordenskirche das barocke Hauptportal mit Balkon:



    An der Scke des Gebäudes Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind, darunter das Wappen des Hochmeisters des Deutschen (Ritter-) Ordens zur Zeit der Erbauung:



    Der Turm des Frankfurter Doms von Norden gesehen. Die Form des steinernen Turmhelms erinnert an die Kaiserkrone:



    Blick von Süden auf den Dom. Das südliche Seitenschiff wird renoviert und war, als wir dort waren, ganz eingerüstet:



    Das Südportal war wegen Bauaurbeiten gesperrt:



    Das herrliche gotische Maßwerk der nördlichen Vorhalle:



    Wie uns gesagt wurde, der einzige barocke Altar, der den Dombrand von 1868 überdauert haben soll.



    Heute gibt es im Frankfurter Dom eine Vielzahl von gotischen Altären, die in der Zeit nach dem Dombrand und dem Wiederaufbau im 19. Jahrhundert von seinerzeitigen Stadtpfarrer gesammelt und gekauft worden waren. Hier der Hochaltar:




    Im vorherigen Bild war der Komplex des Kunsthistorischen Museums nur angeschnitten, hier ist dessen Mainfront total zu sehen:




    Gleichfalls an der Mainfront, im Vordergrund eine Kirche mit zwei romanischen Türmen und gründerzeitliche Häuser vor den Hochäusern im Hintergrund:



    Beim Kunsthistorischen Museum:



    Ein Teil der salischen Kaiserpfalz, die einstige Pfalzkapelle:



    Links die nach Osten ausgerichtete Chorapsis der salischen Pfalzkapelle. Links angeschnitten erkennt man an dieser Apsis (leider nur angeschnitten) nochmal ein kleines Chörchen, (ganz links, wo die Apsis den "Buckel" hat), das ein kleines Fenster nach Osten hatte. Die Aufnahme entstand durch einen Bauzaum hindurch und war nicht besser möglich:



    Der eiserne Steg, um 1870 errichtet, verbindet noch heute Frankfurt mit dem Stadtteil Sachsenhausen:



    Am Mainkai:









    Im Hintergrund der Turm des Domes:

    Hier nun die Giebelfront des Hauses "Zur Goldenen Waage":









    Der im Rahmen der "neuen Altstadt" wieder erstandene Hühnermarkt, mit dem Brunnen und Denkmal des Frankfurter Mundartdichters Friedrich Stoltze (1816 bis 1891). Das ganz links angeschnittene Haus war das von Goethes Tante Melber:



    Hier sieht man die wunderschöne, belebte Dachlandschaft des Hühnermarkts mit ihren Giebeln und Dachgauben. Das mittlere Gebäude mit der Aufschrift "Struwwelpeter Museum" ist wieder das Haus von Goethes Tante Melber:



    Die Westseite des Hühnermarkts:



    dieses Bild stellt uns die Südseite des Hühnermarkts vor Augen:



    Dieses steinerne gotische Haus am Krönungsweg, unweit des Römerbergs, ist im Wesentlichen, zuindest was die Außenmauern betrifft, im II. Weltkrieg nicht zerstört worden:



    Hier sehen wir die nördliche Giebelwand des Hauses "Zum Engel", gegen den Krönungsweg hin.



    Lt. Erläuterungen unserer Stadtführerin handelt es sich bei dem Fachwerkgebäude um das "Haus Wertheym". Dieses sei als einziges Fachwerkhaus Frankfurts nicht abgebrannt, weil man es den Krieg über immer "nass gehalten" habe (durch die Feuerwehr). Aus allen Kellern der Altstadt hätten die gegrabenen Fluchtwege zu diesem Haus geführt, das einen Ausgang zum Main gehabt habe.



    Dieser markante und malerische Turm ist der Frankfurter Rententurm aus der Spätgotik. Er steht am Mainufer, unweit des Römerbergs. Dort befand sich einst der Stadthafen. Das Haus rechts beherbergt heute das Kunsthistorische Museum (es gibt allerdings einen modernen Anbau):

    Vom 21.09. bis 23.09.2019 haben wir an einer Kunstfahrt nach Frankfurt a. M. teilgenommen. Dabei haben wir selbstverständlich auch die neue Altstadt angeschaut und waren wirklich begeistert. Aber auch arüber hinaus bietet Frankfurt für den Architekturfreund noch sehr viel Schönes.



    Hier ein Brunnen aus dem späten 18. Jahrundert, der die Zerstörung im II. Weltkrieg weitgehend überstanden hat. Das Haus dahinter ist ein Gebäude der Wiederaufbauzeit, vermutlich 1950 er Jahre. Wenn es noch Sprossenfenster hätte, wäre es m. E. geradezu perfekt. Sehr interessant auch die Spolien aus Mainsandstein aus dem Rokoko. Wir werden diese gleich noch näher betrachten:



    Eine Kartusche mit Blüten und Blättern aus dem Rokoko, vom zerstörten Portal des Hauses



    Das folgende Relief, gleichfalls aus dem Rokoko stammt vom "Haus zum Goldenen Löwen":



    Links der Chor, rechts das linke Seitenschiff des Domes St. Bartolomäus (der allerdings nie Bischofskirche, wohl aber Krönungsort der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation von 1562 bis 1792 war), von Osten gesehen:



    1509 wurde vom Ratsherrn Jakob Heller und seiner Frau Katharina von Melem diese spätgotische Kreuzigungsgruppe aus der "barocken" Phase der Spätgotik gestiftet, die vom Mainzer Bildhauer Hans Backofen gefertigt wurde. Die Kreuzigungsgruppe fand auf dem Domfriedhof Aufstellung. Dort befindet sich heute eine Kopie (siehe Kopie), das Original wurde zum Schutz vor Witternungsschäden in die Kirche versetzt.



    Ein Haus in barocken Formen nördlich des Doms:



    Unsere erste Begegnung mit dem Haus zur goldenen Waage mit reichem Zierfachwerk. Hier die Traufseite mit dem Zwerchgiebel. Den Eindruck des prachtvollen Fachwerkhauses haben wir als überwältigend empfunden. Wir waren ca. 9:30 h dort, noch bevor die Touristenmassen, Straßenmusikanten und Bettler nebst deren Geräuschkullisse auftauchten und konnten so das Haus in Ruhe genießen.


    Die reich geschnitzten Eckpfosten und das Emblem der goldenen Waage:



    Hier die Erdgeschosszone in rotem Buntsandstein/Mainsandstein:



    Das Haus zum Engel, an der Seite des Krönungswegs. Der Eckpfosten im 2. Obergeschoss zeigt über Eck Adam und Eva, darüber den Baum der Erkenntnis. Man erkennt auf dem Foto allerdings nur den Adam. Das Haus wurde bereits mit der Wiedererrichtung der Ostzeile des Römerbergs im Jahre 1980 erbaut:

    Sehr geehrter Cadmus,


    meinen herzlichen Glückwunsch! Ich kann nicht umhin, meine höchste Bewunderung und Anerkennung auszusprechen. Ohne Beherrschung der Handwerkskunst aber auch ohne Liebe zur Sache, ohne Idealismus und Ausdauer kann man so eine großartige Leistung nicht vollbringen. Sie können zurecht stolz darauf sein. Möge Ihr Haus anderen zur Anregung dienen, selbst so etwas zu wagen. Man sieht an Ihrem Beispiel, dass man auch sehr stark gefährtete Gebäude durchaus retten kann, auch dass diese sich dann zu wahren Perlen verwandeln können. Das schöne Bautzen ist noch schöner geworden.

    Hier eine Fotografie eines Zimmers aus dem im II. Weltkrieg zerstörten Schloss Mon Bijou in Berlin. Die Möblierung des Raumes stammte aus der Zeit des zweiten Rokoko/Neorokoko um 1850.



    Andreas Schlüter war vom römischen Barock mit seiner Pracht und seiner reichen Überschwänglichkeit inspiriert und schuf, was die Innendekoration betrifft, wahre Wunderwerke. Dabei waren die Arbeiten in Stuck ganz wesentlich.

    Hallo johann v2,


    über deine sehr schönen Bilder von Stockholm habe ich mich stets gefreut und würde mich über weitere Bilder auch sehr freuen. Dafür sage ich schon jetzt herzlichen Dank.

    Hallo Andreas,


    danke für diese Bilder. Das nun freigelegte Fachwerkhaus Brückengasse 15 steigert nocheinmal die Schönheit der Altstadt von Limburg, zumal das eine Nachbarhaus auch Sichtfachwerk aufweist. Das ergibt ein schönes und wirkungsvolles Ensemble. Sehr gut gelöst ist auch das Erdgeschoss in Sichtfachwerk. Im Giebel des Hauses Brückengasse 15 erkenne ich auf einem deiner Bilder unter dem Relief eines Engels mit Flügeln eine große Brezel. Dies könnte darauf schließen lassen, dass in diesem Haus, als es erbaut wurde, eine Bäckerei betrieben wurde.

    Soweit die Gutsgebäude bzw. Gutsscheunen noch in Fachwerkbauweise errichtet wurden, dürften diese noch aus dem 18. Jh. stammen:



    Die links aus Backstein erstellten Bauten dürften im 19. Jh. erbaut worden sein.

    Reuden (Calau) ist heute ein Ortsteil von Saßleben und gehört damit zu Calau und zum südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald Lausitz. Mit der Markgrafschaft Niederlausitz kam Reuden erst nach dem Wiener Kongress (1815) von Sachsen zu Preußen und damit zur Provinz Brandenburg und zum Landkreis Calau.


    Ein Herr von Brocke, der selbst in Dresden wohnte, hatte das Rittergut Reuden 1690 gegen ein anderes Gut eingetauscht. Er ließ in den 1720er Jahren eine für die Niederlausitz ganz einmalige Gutskapelle errichten. Sie ist von sächsischen Bauten inspiriert und wurde auch von Bauhandwerkern aus Sachsen errichtet. 1729 wurde die Kapelle eingeweiht. In der Zeit der DDR wurde nichts für deren Unterhalt getan. So zerfiel die Kapelle mehr und mehr und verkam fast bis zur Ruine.


    In den Jahren 1997 bis 2003 wurde die einstige Gutskapelle renoviert bzw. gerettet. Allerdings dient sie nun nicht mehr dem Gottesdienst sondern wird für kulturelle Zwecke, wie Ausstellungen (z. B. von Bildern/Gemälden), Lesungen, Konzerten etc. genutzt. Wenn man sich die Bilder vor der Renovierung zu Gemüte führt, so kann man wohl sagen, dass es Rettung in letzter Minute oder zumindest fünf Minuten vor Zwölf war.


    Zur Besseren Vorstellung empfehle ich den folgenden Link anzusehen:

    Werdegang der Gutskapelle Reuden (Calau)



    Am Tag des offenen Denkmals, am 08.09.2019, besichtigten wir am späten Nachmittag die Gutskapelle Reuden. Ein markantes Bauwerk:




    Der Eingang:






    Die Rückseite der Gutskapelle mit der Chorapsis:



    Im Innenraum sind umlaufend Emporen angebracht:



    Der Kanzelkorb der einstigen Kanzel. Da die Kirche säkularisiert ist, hat man die Inschrift am Kanzelkorb wohl überstrichen. Die Schrift schimmert allerdings noch etwas durch:



    Der sehr elegante barocke Kanzelaltar:



    Eine gusseiserne Platte in der früheren Patronatsloge:



    Hier das "Schloss" Reuden, welches sich etwa 200 m von der Gutskapelle entfernt befindet. Wir haben die Aufnahme durch ein verschlosse-nes Gittertor gemacht. Am Tor war zwar ein Firmenschild angebracht, doch machte alles den Eindruck, wiewohl es ja Sonntag war, als sei das ganze Anwesen schon längere Zeit verlassen.


    Hier das Schloss etwas näher hergeholt:

    Eine der beiden Sphingen am Eingang zum Park:



    Die Hauptfassade des Schlosses mit den nachträglich hinzugefügten mit Zinnen bekrönten Türmen:



    Die Rückseite mit der nachträglich hinzu gefügten Terrasse. Hier hat das Schloss die schlichte klassizistische Fassade behalten:






    Denkmal für ein 1789 geborenes und auch in diesem Jahre verstorbenes Töchterchen:









    Die Dorfkirche von Steinhöfel stammt in den ältesten Teilen aus dem 13. Jh., die Innenausstattung ist barock. Leider war die Kirche verschlossen, als wir dort waren:



    Interessant auch das Gräberfeld der Familie von Massow, die einst die Kirchenpatrone waren. Als wir vor Jahr und Tag mal dort waren, sah es alles wüst aus, zerbrochene Kreuze und geborstene Grabplatten. Jetzt aber haben wir die Anlage in einem schönen und würdigen Zustand vorgefunden:



    Das von Massowsche Wappen über dem Tor zum Begräbnisplatz:

    Das Dorf Steinhöfel, ist nördlich von Fürstenwalde gelegen. Das Gut war von der Familie von Blumenthal im Jahre 1790 an den Schwiegersohn, Herrn von Massow gekommen. Steinhöfel gehört zu den nur selten erhaltenen Beispielen klassizistischer Landbaukunst in Preußen, die eng mit dem Namen David Gilly verbunden ist. Das in schlichten und ernsten Formen errichtete Guts- und Herrenhaus wurde im 19. Jahrhundert zweimal umgebaut. In den 1840er Jahren erhielt die zum Park gewendete Langseite ihre Zinnen bekrönten Turmaufsätze, was dem Gebäude ein englisches Aussehen verleiht. Um 1880 wurde die Fassade von der Familie von Massow barock überarbeitet. Schloss Steinhöfel wird heute als Hotel genutzt, der Park ist frei zugänglich.


    Die einst Laternen tragenden Sphingen wurden nach Entwürfen von Gottfried Schadow hergestellt:



    Wenn man vom Dorfanger auf das Schloss zugeht, so steht dieses nicht in der Mitte, sondern rechts des Weges, der in den Park führt:






    Blick aus dem Park hinüber zum Schloss, das sich im aufgestauten Teich spiegelt:



    Gegenüber der Hauptfassade befindet sich ein rundes Bassin mit einem Wasserspiel. Das klassizistische Gebäude im Hintergrund besteht zum größten Teil aus Holz errichtet, auch die Säulen. Es handelt sich um den früheren Bibliothekspavillon.









    Rechts die Rückseite des Bibliothekspavillons mit einer Altane mit Pergola:



    Der Park ist einer der wenigen Gärten, die später nicht von Peter Joseph Lenné überformt wurden. Das Gelände des Parks ist wellig und von vielen Wasserläufen durchzogen, die dieses trockene und heiße Jahr 2019 leider meist trocken gefallen waren. Immer wieder gibt es Wege, die über Brücken führen: