Posts by Villa1895

    Hallo Mantikor,


    vielen herzlichen Dank für deine fundierten Darlegungen und aufschlussreichen Nachweise zu dem Erker, der sich an der Ostfassade des Schlosses, zum Schlossgärtchen hin befand. Dass dieser Erker eine Hinzufügung des frühen 19. Jahrhundert war, hat sicherlich nicht nur mich, sondern auch andere Foristen überrascht.

    Da wir gerade bei den Fenstern sind, möchte ich etwas ansprechen, was auch mit Fenstern des Schlosses zumindest indirekt zu tun hat. Auf dem Foto, welches Mantikor oben eingestellt hat, erkennt man im Burg- oder Schlossgärtchen, dass an der Ostfassade rechts hinter dem weißen Marmorbrunnen, den Kaiser Wilhelm II. in Italien erworben hatte, in der im Bereich des Gärtchens ansonsten barocken Fassade einen 2-stöckigen Erker. Dieser Erker gehört zweifellos noch dem alten Renaissanceschloss an. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Bodenerker, auch wenn dies auf dem Foto nicht deutlich hervorgeht. Zwar wurde das Foto zu einer Jahreszeit aufgenommen, als die Bäume und Sträucher nicht belaubt waren, so dass man mehr erkennt, als auf dem Aufnahmen aus dem Sommer mit all den vielen Blättern an den Ästen und Büschen. Doch gibt es auf dem vorliegenden Foto dennoch vielerlei Ast- und Buschwerk, das leider doch so manches verdeckt.


    Dieser Erker besitzt an der Breitseite ein Zwilllingsfenster und an den beiden Schmalseiten vermutlich jeweils ein Fenster. Auf der besagten Aufnahme erkennt man allerdings nur ein Seitenfenster des Erkers, was aber wohl der Perspektive der Fotoaufnahme geschuldet ist. Im I. Obergeschoss des Erkers erkennt man, dass unterhalb der Fensterbüstungen dieses Erkers, jeweils inmitten des Brüstungsbereichs des Erkers, etwas zu sehen ist. Leider kann ich auf der vorliegenden Aufnahme hier nicht genau erkennen, was es konkret ist. Hier meine ich mich aber zu erinnern, einmal ein Foto gesehen zu haben, auf dem an diesen Stellen steinerne Wappen deutlich zu sehen waren. Diese Wappen (vermutlich die der einstigen Bauherrn) mögen vielleicht mit ein Grund gewesen sein, dass man an dieser barocken Außenwand ausgerechnet den alten, noch aus der Renaissacezeit stammenden Erker in die in diesem Bereich ansonsten barocke Fassade übernommen hat.

    Lieber Neußer,


    es freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Ich habe die Hoffnung, dass noch viele Gebäude gerettet werden. Erst neulich, als wir die obigen Fotos am 21.11. 2020 aufgenommen haben, sah ich drei Häuser aus der Zeit um 1900, davon ein besonder schönes, die derzeit renoviert werden. Das macht doch Hoffnung, so finde ich.

    Lieber Heimdall,


    es freut mich, dass dir die Fotos gefallen, es gibt eben in Forst (Lausitz) nicht nur Zerfall, sondern auch viel Schönes.


    Nun zu deiner Frage bezüglich des grünen Hauses. Zunächst muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, ob dieses grüne Haus ein Kriegsschaden ist, oder ab es von Anfang an mit einer Terrasse nebst Pergula errichtet wurde. Allerdings sehe ich Indizien, die für die letztere Annahme sprechen:


    1.)Der sichtbare Klinkersockel wird bei dem grünen Haus genauso hoch weitergeführt, wie links davon, bei dem weiß-gelben
    Haus.

    2.) Die Zwillingsfenster find gleich hoch und gleich breit.
    3.) Die Stockwerkshöhen sind offensichtlich gleich hoch.


    Das große Tor, das ganz rechts zu sehen ist, stellt vermutlich eine Einfahrt zum Innenhof dar. Die Fläche über dem
    Erdgeschoss dieses Gebäudeteils bot sich für eine Terrasse an, vielleicht als Ersatz für einen hinter dem Gebäude
    nicht vorhandenen, aber schmerzlich vermissten Garten.

    Interessant ist dieser reich verzierte Gründerzeitler an den in geschlossener Bebaung links eine Fachwerkscheune anschließt, die wohl noch aus der Zeit vor der Industrialisierung stammen dürfte, als es in Forst nach Ackerbürger gab.



    Ein bürgerliches Wohnhaus aus der zeit um 1910., das sowohl Erker als auch Balkone und einen hohen Giebel besitzt:



    Ein Wohnhaus um 1900, mit gelben und roten Kinkern. Eine Kombination, die in der Lausitz sehr beliebt war:



    Hier ein Jugendstilgebäude, das durch Klinkersteine gegliedert und geschmückt wird:



    Ein bürgerliches Wohnhaus, das im Parterre und im I. Stock an den Scheitelsteinen der Fenster Köpfe von hübschen Jünglingen oder jungen Männern aufweist, an denen man offensichtlich den Jugendstil erkennen kann:



    Hier in Nahaufnahme:









    Wieder ein schönes Haus aus dem Jugendstil, leider hat man bei derRenovierung nicht überall Sprossenfenster eingebaut



    Eine einstige Fabrikantenvilla, die vielleicht noch kurz vor dem I. Weltkrieg errichtet wurde, oder aber aus den 1920er Jahren stammen könnte:

    Eine Haustüre aus der Gründerzeit, vielleicht noch aus den 1870er Jahre:



    Das Gebäude, zu welchem die soeben vorgestellte Haustüre gehört. Sie ist hier nur undeztlich zu erkennen, da die Haustüre wegen der Eingangsdifferenz Treppe weit zurück versetzt ist.



    Ein Wohnhaus mit einem Erker, zwar aus dem Jugendstil, aber auch mit barocken Formen:



    Ein sehr repräsentatives Haus, Neobarock, vielleicht um 1910, sogar mit einem Ehrenhof und an diesem eine schmiedeeiserene Einfriedung zur Straße hin:



    Das Kreuz über der Haustüre könnte auf eine kirchliche Einrichtung als Bauherrn verweisen. Das Drillingsfenster über dem Kreuz ist mit einem gesprengten Dreiecksgiebel geziert, in welchem eine Wappenkartusche prangt, mit dem Forster Stadtwappen, den Hirschstangen der Grafen von Bieberstein:



    Quasi als Kapitelle sind an den die Haustüre flankierenden Säulen Köpfchen von Kleinkindern im Jugendstil dargestellt. Das ist sicherlich kein Zufall, doch ist mir die Bedeutung nicht bekannt. Vielleicht war das Haus ja mal nach seiner Errichtung zunächst als Kinderkrankenhaus genutzt worden?



    Bürgerliche Wohn- und Geschäftshäuser. Das linke Haus ist im rechten Giebel mit 1899 bezeichnet:



    Um 1900 waren auch Loggien an bürgerlichen Wohnhäusern beliebt. wo man vor rauhem Wind und Regen besser geschützt war, als auf einem Balkon. Im obersten Giebelabschnitt über den Loggien ist eines der Lieblingsmotive des Jugendstils, eine strahlende Sonne bzw. Sonnenstrahlen dargestellt:



    In unmittelbarer Nachbrschaft das gleichfalls mit deutlichen Einflüssen des Jugendstils versehene Ev. Gemeindehaus, das wohl auch um 1900 errichtet worden sein dürfte:



    Ein Gebäude, das als Turnhalle erbaut worden war, wie an den "vier F" des Turnvaters Jahn (frisch, fromm, fröhlich, frei) im Giebel zu erkennen ist:

    Hier nun die einstige Fabrik Cattien, nahe bei der Villa Cattien gelegen. Heute befindet sich das Landratsamt Spree-Neiße in dem Komplex. Das Innenleben, Raumaufteilung etc. ist alles neu, aber die Fassade befindet sich in einem schön renovierten Zustand. Selbst Fabriken hatten in der Gründerzeit, wie man an diesem Beispiel sieht, eine wohl proportionierte und gegliederte Fassade:



    Ein gut bürgerliches, schön renoviertes Wohnhaus im Jugendstil um 1900 errichtet, unweit des Stadtparks gelegen:






    Die Steinpfosten eines Gartenzauns weisen im oberen Bereich Elemente des Jugendstils auf: Kastanienblätter und Kastanien. Vermutlich gab es dazu auchmal eine Villa. Im Hintergrund ist ein Fabrikgebäude aus rotem Backstein zu erkennen:



    Das nachfolgende Haus ist noch vollständig bewohnt. Wenn es renoviert würde, könnte es ein recht schmuckes Gebäude sein. Hoffen wir, dass die Renovierung möglichst bald angegangen wird:






    Wieder eine der vielen alten Tuchfabriken, die leider ungenutzt zerfallen. Der Eckbereich erinnert mit Zinnen und Türmchen ein wenig an eine Burg:



    Diese Villa mit den dorischen Säulen könnte zumindest partiell klassizistisch sein. Vermutlich wurde aber auch hier der Stuck leider abgeschlagen.



    Ein Gründerzeitvilla am Neißedamm/Kegeldamm.



    Diese hübsche Villa von 1907 steht am Stadtpark:

    Wegen der vielen positiven Rückmeldungen, für die ich herzlich danke, habe ich mich entschlossen, noch einige Bilder von Forst einzustellen. Den wenigen aber, welche ihr Missfallen zum Ausdruck gebracht haben, schlage ich vor: einfach weiterklicken und meine Bilder gar nicht erst anschauen.


    Hier nochmals einige Fotos der erst kürzlich fast vollständig renovierten Villa Cattien, erbaut 1875/77:







    Die alten Originalfenster wurden weitgehend erhalten. Auch die Haustüre haben wir letztes Jahr noch gesehen. Vielleicht wird diese derzeit noch aufgearbeitet:



    Die schmiedeeiserne Einfriedung an der Parkstraße:









    Rechts der Anbau von 1895, im dem sich der Musiksaal mit schönem Stuck erhalten hat:



    Detailaufnahmen vom Anbau:





    Hier noch ein Blick zum Mittelrisalit des Barockschlosses (Ostfassade zum Park):




    Im Park steht noch ein zweites klassizistisches Denkmal, vielleicht ist es auch ein Grabmal, das Mitgliedern der Familie von Zeschwitz und von Heynitz gewidmet ist. Die Familie von Heynitz lebte bis zur Flucht und Enteignung auf Schloss Königshain. Der Stein ist auf allen Seiten beschriftet, aber schon stark verwittert;









    Hinter den Seitenflügeln des Rokokoschlosses befinden sich kleine Gärtchen, hier ist eines davon zu sehen:




    Das besagte kleine Gärtchen ist von den gebäuden und von hohen Mauern ugeben. Ein Putto in einem Rosenbogen, links oben blühen im November die letzten Rosen dieses Jahres:



    Nun sind wir beim Renaissanceschloss angelangt. Es war einst ein Wasserschloss, wie man an der Bogenbrücke unschwer erkennen kann. Der Graben wurde teilweise zugeschüttet, er ist trocken gefallen. Die beiden Türme verleihen dem Gebäude ein wehrhaftes Aussehen. Das Schloss wurde im 30-jährigen Krieg stark zerstört, aber später wieder aufgebaut. Das Renaissanceschloss war auch bis unlängst in einem sehr schlechten Zustand, so dass eine Notsicherung durchgeführt werden sollte. Man hat dabei schön bemalte Decken aus der Renaissance entdeckt. Es wurde wohl mehr gemacht, als nur eine Notsicherung, denn äußerlich (z. B. Dach und Fenster) macht es einen wirklich guten und perfekten Eindruck:



    Im Hintergrund ist ein sehr langes Gebäude (nur zur Hälfte) zu sehen. in dessen Erdgeschoss befanden sich , abgesehen von dem ganz rechten Teil, die Stallungen des Rittergutes. Im Stockwerk darüber waren die Gutsarbeiter untergebracht, was im Winter insoweit praktisch war, als die Ställe dann wie eine Fußbodenheizung wirkten.



    Die Hälfte des Stallflügels mehr aus der Nähe gesehen:


    Das Renaissanceschloss wird von den wuchtigen Türmen geprägt, wiewohl der übrige Gebäudekorpus viel größer ist. Auf der Westseite kamen starke Stützmauern hinzu, vielleicht wegen eines feuchten, evtl. auch sumpfigen Untergrunds.




    Auch bei den Gutsscheunen findet man diese starken Stützmauern:

    Die einstigen Gutsscheunen:






    Im Vordergrund die Pferdeschwemme, rechts eine der Remisen für Kutschen, Chaisen und Wagen.



    Beim sog. "Steinstock" soll es sich um das älteste erhaltene Haus der Oberlausitz handeln, das noch aus dem 14. wenn nicht gar noch aus dem 13. Jh. stammen soll. Die heutigen Holzteile sind modern, die drei sichtbaren Fenster erst aus der Renaissance. Das ansonsten erhaltene Mauerwerk des Erdgeschosses soll Teil eines Wohnturms gewesen sein.



    Der Ehrenhof des Schlosses. Das eine Nebengebäude mit dem geschwungenen Dach enthielt die Schlossküche. Ausgelagert aus dem Haupthaus wegen Feuersgefahr (damals wurde auf offenem Feuer gekocht). Das gegenüberliegende Gebäude mit geschwungenem Dach diente als Kavaliershaus (Gästehaus). Ganz im Vordergrund angeschnitten die barocke Pferdeschwemme:



    In der Mitte das Rondell der Kutschenauffahrt. Der Baukörper ist relativ schlicht gehalten, wirkt aber ruhig und vornehm:



    In der Mitte des Rondells eine barocke Steinvase:



    Die Haustüre ist etwas reicher gestaltet als die Fenstergewände:



    Das Museum war wegen Corona geschlossen:










    Schloss Königshain:


    Ein Denkmal im Park:




    Dem letzten der Edlen von Schachmann, einem Menschenfreund und Vater....






    Ein erster Blick auf das unlängst renovierte Renaissance Schloss:



    Eine der Remisen:

    Anfang November 2020 besuchten wir das in der Oberlausitz, unweit von Görlitz gelegene Königshain, das ein Rokokoschloss von 1764 mit Park im Übergang vom Barockgarten zum Landschaftspark besitzt und darüber hinaus noch ein ehemaliges Wasserschloss aus dem 16. Jh., also aus der Renaissance.

    Zunächst hier die Kirche, die im 18. Jh. barockisiert wurde:


    Durch den Schlosspark mit den gestutzten Hecken gehen wir Richtung Rokokoschloss:



    Nun taucht auch dieses Schloss auf:



    Blick auf die Ostseite/Gartenseite des Rokokoschlosses. Die Fontäne des großen Bassins im Vordergrund war leider abgeschaltet:






    Das Hauptgebäude wird von zwei niedrigeren Nebengebäuden mit geschwungenen Dächern flankiert, so dass sie mit dem Hauptgebäude einen Ehrenhof bilden. Hier eines der Nebengebäude von der Rückseite:



    Das Hauptgebäude ist mit den beiden Nebengebäuden jeweils durch einen Gang, bestehend aus einem Viertelskreis verbunden. Auf demfolgenden Bild sieht man einen solchen Gang in Form eines Viertelkreises. Rechts in dem kleinen Gärtchen steht eine Sonnenuhr:



    Der Scheitelstein des Fensterbogens im Stil des Dresdner Rokokos, das stark vom französischen Louis XV. beeinflusst war:

    Anfang November 2020 besuchten wir im Rahmen eines Ausflugs in die Oberlausitz u. a. Schloss Krobnitz, das der kgl. preußische Kriegsminister und Generalfeldmarschall Graf Albrecht von Roon als seinen Alterssitz hatte neu errichten lassen. Albrecht von Roon hatte einen wesentlichen Anteil an den Siegen der deutschen Einigungskriege. Es war eigentlich kein Neubau, sondern ein Umbau, der in den Jahren 1873-1875 aus einem barocken Gutshaus ein spätklassizistischen Schloss formte. Übernommen wurde vom barocken Schloss, die gewölbte Eingangshalle und das Treppenhaus sowie die Raumaufteilung.


    Allerdings hatte Graf von Roon selbst nicht mehr viel von dem Schloss, da er schon bald nach der Fertigstellung verstarb. Es gibt im Schloss neben Räumen für gesellschaftliche Veranstaltungen auch ein Museum zu Graf Albrecht von Roon, das jedoch wegen der derzeitigen Corona Pandemie geschlossen war. Somit war eine Besichtigung leider nicht möglich. Hier einige Außenaufnahmen:













    Ein Gebäudeteil des einstigen Ritterguts:



    Vermutlich das barocke frühere Inspektorenhaus des Gutes:






    Beim folgenden Bild erkennt man, dass der oktogonale Turm im oberen Bereich keine Fenster besitzt. Mit Verlaub, ein wenig erinnert das m. E. an einen hohlen Zahn:

    Hallo Seebastian,


    danke für die Bilder von Teilen des vielleicht schönsten und edelsten Barockservices das jemals geschaffen wurde, des Schwanenservices. Denn dass der Tafelaufsatz ein Teil des berühmten Schwanenservices darstellt, steht wohl außer Zweifel. Vermutlich besitzt die Manufaktur in Meißen noch die originalen Formen des kostbaren Services. Das Original hatte Graf Heinrich von Brühl für sich bzw. für sein Schloss zu Pförten (heute polnisch Brody) anfertigen lassen. Der größte Teil wurde dort 1945 zerstört, doch tauchen immer wieder einzelne Teile bei Auktionen der großen Auktionshäuser auf.

    Lieber Mantikor,


    vielen Dank für die beiden Bilder zu diesem Haus.


    An diesem Beispiel sieht man doch überdeutlich, dass das Haus ohne die prachtvolle Kuppel, ohne die Zwerchgiebel und ohne die Dachgauben geradezu wie amputiert wirkt. Es kann seine Schönheit und Pracht, so wie es jetzt aussieht, leider nicht entfalten. Auf dem Foto des gegenwärtigen Zustands scheint der Dachstock nicht ausgebaut zu sein. Würde man das Dachgeschoss ausbauen, kämen dadurch die Kosten für die Rekonstruktion der Dachaufbauten über die Jahre gesehen durch zusätzliche Mieteinnahmen auch wieder rein. Jedenfalls könnte das Haus durch eine Rekonstruktion der fehlenden Teile m. E. zu einem wahren Schmuckstück werden. Dies wäre unbedingt zu wünschen. Das Haus würde dann auch die gesamte Nachbarschaft massiv aufwerten, davon bin ich überzeugt.

    @ Herr Herrmann,


    nach meinem persönlichen Empfinden gibt es in Forst (Lausitz) viele schöne Gebäude und auch schöne Ecken. Von manchen der leer stehenden Villen oder Ruinen habe ich jeweils mehrere, teils auch viele Aufnahmen eingestellt. Dies mag für mache Betrachter dann zu dem Eindruck geführt haben von "sehr , sehr vielen Ruinen". Ganz so viele sind es also wirklich nicht.


    Die Gründe, welche zu den Ruinen geführt haben, sollten eigentlich jedem leicht ersichtlich sein. Schwere Zerstörungen im II. Weltkrieg und durch die Kampfhandlungen um die Lausitzer Neiße 1945, große Abrisse in der Zeit der DDR, Zusammenbruch der Industrie nach der Wende und starke Abwanderung der damals jüngeren Generation in den Westen. Hinzu kommt noch die abgelegene Grenzlage zu Polen. Überalterung und rückläufige Einwohnerzahl. Trotzdem, ich muss mich wiederholen, es werden auch immer wieder Gebäude renoviert und erhalten.


    Ob die Stadt Forst (Lausitz) keinen Tagestripp wert ist, kann man m. E. nicht pauschal behaupten, solange man nicht selbst dort war. Und selbst dann, würde es wohl manchen gefallen, anderen nicht. Falls jemand mal Forst besuchen möchte, um sich ein eigenes Bild zu machen, würde ich den Monat Juni empfehlen, wenn die Rosen im Ostdeutschen Rosengarten in voller Blüte stehen. Wegen dieser Gartenanlage wird Forst auch "Rosenstadt" genannt. Der Rosengarten wurde 1913 eröffnet und hat aus dem Jugendstil noch schöne Statuen, Brunnen und Gartenarchitekturen aufzuweisen.

    Lieber Heimdall,


    auch mir tut es in der Seele weh, dass so viel Schönes untergegangen ist und leider noch untergehen wird. Da fühle und leide ich mit dir. Hier nahe der polnischen Grenze sind wir doch etwas abgelegen. Es fehlen auch große Betriebe, die gute Löhne zahlen. Deshalb ist es schwer, für die oft großen, alten Villen potente Käufer zu finden, die die Gebäude nicht nur kaufen und instandsetzen, sondern diese auch dauerhaft unterhalten können.

    Dennoch wurden auch hier viele Häuser gerettet. Immer wieder entdecke ich Gebäude, die frisch renoviert worden sind oder gerade die Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dies erfüllt mich dann jedesmal mit großer Freude und das ist es, was ich mit dem "halbvollen Glas" meine.