Posts by Villa1895

    @ Majorhantines,


    du hast, was das Äußere anbelangt, sicherlich recht.


    Dafür begeistert der prachtvolle Zedernsaal aber umso mehr. Dessen Holzdecke der Renaissance des späten 16. Jh. ist für mich in ihrer reichen Gliederung, deren ebenso großartigen wie phantastischen Ausführung ebenfalls Teil der Architektur, auch wenn sich dies dem Betrachter erst im Innern des Gebäudes offenbart. Diese Decke ist fest mit dem Gebäude verbunden und stellt somit m. E. einen Teil des Bauwerks, der Immobilie dar. Bei einer Fläche von 360 m² und einer Tiefe der Decke von 1,80 m entfaltet diese reich gestaltete Holzdecke eine enorme architektonische Wirkung. Anders verhält es sich freilich bei Mobiliar, das beweglich und eben gerade nicht fest mit dem Haus verbunden ist. Die bei Wikipedia eingestellten Fotos lassen die Schönheit dieses Kunstwerks, dieser Saaldecke, immerhin erahnen. Fazit: Meiner Meinung nach, hat das Schloss Kirchheim in Schwaben alleine schon wegen dieser Holzdecke eine Aufnahme im Schlösservideo verdient.


    Stellt sich die Frage, ob in beschränktem Umfang Innenaufnahmen zu den jeweiligen Schlössern mit aufgenommen werden sollten. Bei bedeutenden bzw. überragenden künstlerischen Leistungen, wie im Falle der Zedernsaaldecke des Schlosses Kirchheim in Schwaben, bin ich der Auffassung, dass zum Schloss eine Aufnahme dieser herrlichen Decke nicht nur vertretbar, sondern berechtigt erscheint. Hinzu kommt im vorliegenden Falle noch die Seltenheit der künstlerischen Arbeit. Durch die verheerenden Zerstörungen des 30-jährigen Krieges sind in Deutschland nämlich nur noch ganz wenige prunkvolle Holzdecken aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg erhalten geblieben. Insoweit stellt diese Kassettendecke auch eine Besonderheit und etwas Seltenes dar.



    Decke des Zedernsaals von Schloss Kirchberg Schwaben Quelle: Wikipedia3


    Detailansicht der Saaldecke des Zedernsaals von Schloss Kirchberg Schwaben Quelle: Wikipedia

    Das Fuggerschloss Kirchheim in Schwaben sollte auch noch mit aufgenommen werden.


    Dieses Schloss birgt ein ganz besonderes Kunstwerk, den 360 m² große Zedernsaal mit seiner prachtvollen Decke. Diese Holzdecke ist, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht ausschließlich aus Zdernholz des Libanon geschaffen, sondern es fanden darüber hinaus noch zehn weitere Holzarten an dieser Saaldecke Verwendung. Die Saaldecke ist in sich 1,80 hoch und wurde ab ca. 1580 errichtet.

    @ Zeno,


    pardon, für den mir unterlaufenen Fehler.


    Habe die drei Schlösser, die bereits genannt waren, herausgenommen. Aber bei Schloss Favorite bei Kuppenheim bzw. bei Rastatt bleibe ich dabei, dass dieses bisher nicht enthaltene zauberhafte Schloss noch mit aufgenommen werden sollte.

    Es wären es m. E. wert noch mit aufgenommen zu werden:


    Schloss Weissenstein bei Pommersfelden (fränkisches Barockjuwel),

    Schloss Seehof bei Memmelsdorf bzw. bei Bamberg,

    Schloss Eyrichshof bei Ebern, Landkreis Hassberge in Unterfranken,

    Schloss Favorite bei Kuppenheim bzw. bei Rastatt.

    Es sind ja auch gar nicht so sehr viele Fenster und Gesimse an der aus dem 18. Jh. stammenden Fassade, die wieder bestuckt werden müssten. Vielleicht gibt es noch Fotos des bestuckten Gebäudes, woran man sich halten könnte. Die großen und wohl zumindest teilweise noch aus dem Mittelalter stammenden Kellergewölbe, sprechen vielleicht für eine Nutzung als Gaststätte, als Bier- und/oder Weinlokal. So etwas kann eine ganz großartige, ja nachgerade urige Stimmung erzeugen, wie wir uns im aus dem Mittelalter stammenden Ratskeller zu Frankfurt/Oder vor einiger Zeit persönlich überzeugen konnten.

    Die Fassade des Nachfolgers des Rolandhauses scheint gegliedert. Die Fenster des I. Obergeschosses haben sogar, wenn ich das richtig sehe, Fensterverdachungen. Das ist schon deutlich besser als Vieles, was heute gebaut wird. Deshalb, trotz der etwas klotzigen Dachgauben, passt sich der Bau m. E. dennoch gut in die Flucht der Straße ein.

    Meine mich zu erinnern, irgendwo, vielleicht sogar in diesem Forum (?), gelesen zu haben, dass es, bezüglich des Giebels des "Einsiedler" ein noch originales, aus dem 18. Jh. stammendes hölzernes Tympanon aus dem Giebelfeld des einstigen "Einsiedler" gäbe, welches in geschnitzen Rocaillen Diogines in der Tonne zeige.

    Schloss Weikersheim im Taubertal sollte unbedingt mit aufgenommen werden. Es stammt teils noch aus der Renaissance, so der Südflügel, mit dem großen Festsaal mit bunt bemalter Kassettendecke, gewaltigem Kamin und Musikerempore. Die Familie von Hohenlohe-Weikersheim starb Ende des 18. Jh. aus. Die Erben hielten sich in Weikersheim nur höchst selten auf. So kam es, dass die Innenausstattung weitestgehend aus dem 18. Jh. erhalten geblieben ist. Ferner besitzt Schloss Weikersheim einen Barockgarten, der neben der üblichen Götterwelt der Antike den damaligen Hofstaat in Zwergengröße auf einer Balustrade zu stehen hat.

    Schloss Rentweinsdorf (Rokoko), in den Hassbergen gelegen, sollte mit aufgenommen werden.


    In der Stadt Coburg befindet sich das prachtvoll ausgestattete Schloss Ehrenburg, das es wert wäre mit aufgenommen zu werden.


    Nicht zu vergessen, das nahe bei Coburg gelegene Schloss Kallenberg.


    Wasserschloss Mitwitz aus der Renaissance, zwischen Coburg und Kronach, sollte, wenn möglich, auch mit aufgenommen werden.

    Ja, aber sind es auch die Beelitzer Heilstätten?

    Es könnte auch die ehemalige Lungenheilstätte Kolkwitz sein, die 1898 bis 1900 im Stadtwald von Cottbus überwiegend im neugotischen Stil als Klinkerbauten errichtet worden war. Vom Baustil her erinnern die Kolkwitzer Gebäude an Häuser der Beelitzer Heilstätten. Im Nachfolgenden Link sind etliche Bilder der einstigen Kolkwitzer Heilstätte enthalten, allerdings keine Innenaufnahmen. Die Kolkwitzer Heilstätten gemahnten vom äußeren Erscheinungbild her, wie ich finde, durchaus an ein Schloss.


    Mitte der 2010er Jahre war ich mal in Kolkwitz, weil meine Zahnärztin in einem der kleineren und jüngeren Häuser ihre Praxis unterhielt. Alle übrigen Gebäude standen damals schon leer und waren nicht zugänglich. Die schönen Blei- bzw. Buntglasfenster der Kapelle waren komlett erhalten. Es gab auf dem einstigen Klinikgelände auch einige schöne Villen, die einst z. B. vom Chefarzt und vom Direktor der Heilstätte bewohnt waren. Es hieß seinerzeit, es sollten in der ehemaligen, im Wald gelegenen Heilstätte Eigentumswohnungen entstehen. Vielleicht fahren wir mal hin und schauen, ob, und wie es dort weitergegangen ist.


    Link zu ehemaliger Lungenheilstätte Kolkwitz/Spree-Neiße-Kreis

    Uns stand nur wenig Zeit zur Verfügung, waren nur in wenigen Straßen. Viele der aufgenommenen Häuser befinden sich in der Hauptstraße, die während der Woche unter starkem Durchgangsverkehr leidet. Wir waren an einem Sonnatg dort, deshalb war es dann auch relativ ruhig. Oft verlassen in Orten mit starkem Durchgangsverkehr die Bewohner irgendwann ihre alten Häuser, für welche sich dann wegen der Lage auch kaum ein Käufer findet. Und wenn erst mal der Wunsch nach Ruhe bestimmend wird, dann wird halt auch nichts mehr "reingesteckt". Natürlich gibt es auch noch viele andere Gründe.


    Das größte Problem ist wohl die Verkehrsbelastung. Mir tut es um diese Häuser und Dörfer leid, denn kein 0815-Neubaugebiet kann je einen in Jahrhunderten gewachsenen Dorfkern ersetzen. Dennoch, es gibt auch gut erhaltene alte Häuser. Hoffen wir, dass viele Gebäude doch noch erhalten werden. Häuser an stark befahrenen Straßen brauchen mindestens Schallschutzfenster, damit man überhaupt Lebensqualität in diesen Häusern empfindet. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wir wohnen an einer stark befahrenen Bundesstraße. Erst nachdem wir an der Straßenseite neue 3-fach verglaste Fenster einbauen ließen, war der Geräuschpegel danach so deutlich reduziert, dass man vom Verkehrslärm nicht mehr genervt wurde.

    In Unterschüpf mündet der Schüpfbach in die Umpfer, welche ihrerseits ein linker Nebenfluss der Tauber ist.

    Wohl schon vor 1150 gab es am Ort einen Sitz der Schenken von Schüpf, Reichsministerialen im Dienst des ersten Stauferkönigs Konrads III. Deren Nachkommen nannten sich später Schenken von Limpurg und wurden ein einflussreiches, reichsunmittelbares Adelshaus, welches seinen Sitz auf der Limpurg bei Hall (heute Schwäbisch Hall) hatte. Der Schüpfer Zweig ist allerdings bereits um 1260 erloschen. Nach vielen Eigentümerwechseln kam das Renaissanceschloss, das um 1610 anstelle eines Vorgängerbaues errichtet worden war, schließlich 1874 an die Gemeinde Unterschüpf. Heute dient das Schloss als Schule für Hörbehinderte. Es handelt sich um ein ehemaliges Wasserschloss, dessen Graben 1830 zugeschüttet wurde. Der Bau besitzt drei Rundtürme. Das Gebäude hat noch einige Schießscharten, darunter auch sog. "Brillenscharten". Das Schloss verfügt über einen kleinen Innenhof. An einer Seite dieses Hofes gibt es im Obergeschoss eine Galerie mit schöner Renaissancebrüstung. Ferner befindet sich im Innenhof ein Treppenturm. Da wir an einem Sonntag dort waren, war der Innenhof leider nicht zugänglich, deshalb haben wir davon auch keine Bilder. Hier das Schloss, es sind darauf zwei runde Ecktürme zu sehen. Der dritte Turm befindet sich an der Rückseite. Die mit Kupfer beschlagene welsche Haube, die über den Dachfirst herauslugt, ist der Helm des Treppentürmchens im Innenhof. Ansicht des Schlosses von der Straße aus gesehen:



    Vom Hof aus, also die Rückseite des Schlosses:


    Rustikaportal an der Rückseite des Schlosses. Die modernen Glastüren passen m. E. nicht zum Bauwerk:


    Ein barockes Nachbarhaus des Schlosses, das anscheinend leer steht:


    Die ev. Kirche aus der Renaissance mit nachgotischm Maßwerk in den Fenstern, L-förmigem Grundriss mit einem Treppentürmchen dort, wo die beiden Flügel aneinander stoßen (auf dem Foto sieht man das Treppentürmchen hinter dem Verkehrsschild Zone 30):


    Ein barocker Keilstein an einem hohen Torbogen:



    Hier nun das hohe Hoftor, an dem sich der besagte Keilstein befindet. Vermutlich sollte der Stein zur Abschreckung böser Geister dienen. Das Haus dazu dürfte aus dem Barock stammen. Schade, dass das Fachwerk nicht freigelegt wurde. Es würde zusammen mit den beiden Torbogen bestimmt eine beeindruckende und großartige Wirkung entfalten. Auch wäre es für das Haus stimmiger, wenn im Obergeschoss des Giebels statt ganzer Scheiben, aufgeteilte Fensterflügel Verwendung gefunden hätten:


    Ein einfacheres Haus, das vermutlich einst ein Wohn-Stallhaus gewesen sein dürfte. Der hohe Giebel mit Krüppelwalm und die kleinen gekuppelten Giebelfenster sprechen für ein höheres Alter.


    Wieder ein Haus mit einem Krüppelwalm. Die an der Giebelseite sichtbaren stark verkröpften horizontal verlaufenden Balken, legen die Vermutung nahe, es könne sich unter dem Verputz schönes Fachwerk befinden. Die zwei Haustüren an der Traufseite sprechen dafür, dass das Gebäude irgend wann in seiner Geschichte geteilt worden sein könnte:


    An der Giebelseite zeigt dieses Haus ein reiches Fachwerk, das noch vor 1600 errichtet worden sein könnte. Leider wurde insgesamt die Traufseite sehr stark vereinfacht. Wäre hier, an der Traufseite, das Fachwerk ebenfalls frei gelegt, könnte man eher über ansonsten die moderne sehr strenge und puristische Wirkung der Traufseite hinweg sehen.

    Die Schutzengelkapelle ist von außen gesehen relativ unspektaulär. Eine Aufnahme der gesamten Fassade war wegen sehr ungünstiger Lichtverhältnisse nicht möglich. Doch haben wir einige Details der Fassade aufgenommen. Wie z. B. das Wappen über der Eingangstüre. Der linke Teil des Allianzwappens ist das Bettendorfsche Wappen. Ring auf rotem Grund. Dies ist zugleich auch das Wappen des Ortes Gissigheim:




    Sodann gibt es an der Fassade zwei Nischen mit Statuen von Heiligen:



    Im Inneren überrascht der schöne barocke Hochaltar. Das Altarblatt stellt selbstverständlich ein Schutzengelbild dar. Über diesem Bild ist wieder das Wappen der Freiherrn von Bettendorf zu sehen, Ring auf rotem Grund. Rechts des Altars befindet sich eine Schutzengelfigur (ca. Mitte des 19. Jh.) auf Tragestangen um diese bei der Prozession mitzuführen.



    Ferner befindet sich in der Kapelle ein barockes Bild des siegreichen Erzengels Michael beim Sturz der abgefallenen Engel:



    Eine sehr schöne Maria Immaculata mit wehendem Gewand, heiteres Rokoko. Darüberhinaus gibt es noch eine seidene bestickte Prozessionsfahne mit Schutzengelmotiv, wohl aus der 2. Hälfte des 19. Jh.:



    Im Innern befinden sich über dem Eingangsbereich zwei Emporen. Bei einer davon dürfte es sich wohl um die frühere Herrschaftsempore handeln.


    Unter der Kapelle befindet sich die Bettendorfsche Gruft. Darauf verweist eine große Steinplatte im Gang (haben wir nicht aufgenommen).

    Sachsenflur liegt am Ausgang des Umpfertals. Es geht auf die Zeit Kaiser Karls des Großen ums Jahr 800 zurück, der hier, im Frankenland, unterworfene Sachsen ansiedelte.


    Das spätgotische Schlösschen gilt als Wahrzeichen Sachsenflurs. Es wurde, nach starken Zerfall, In den 1970 er Jahren in letzter Minute vor dem Untergang bewahrt. Das Schloss gehörte lange Zeit den Freiherrn von Stetten, kam aber schon im 18. Jh. an bürgerliche Eigentümer.




    Die spätgotische Anlage mit dem markanten Türmchen





    Innenhof. Das Türchen für die Fußgänger gibt es noch. Der große Torbogen für die Fuhrwerke wurde offenbar leider abgebrochen:



    Blick auf die ev. Dorfkirche.

    Das markanteste Gebäude von Gissigheim stellt bis heute das Freiherrlich Bettendorfsche Schloss dar. Es wurde im Jahre 1702 erbaut. Die Freiherrn von Bettendorf zogen 1806 nach Würzburg. Doch wurde das Schloss erst in den 1840 er Jahren von den Bettendorfern an die Gemeinde verkauft. Es diente anschließend als Rathaus und als Schulhaus. An der einen Ecke des Gebäudes steht am Obergeschoss eine Madonna mit dem Jesuskind. Krone und Zepter weisen sie als Himmelskönigin aus. Die Muttergottes und das Jesuskind tragen Kronen. Das untere Tor, in dem gelb gestrichenen Bereich, ist das Tor zum Gewölbekeller:





    Die Hauptzufahrt bildet das ziemlich weit rechts gelegene, hohe, gelb gefasste Tor. Im Hintergrund der Kirchturm der um die Mitte des 19. Jh. neu erbauten Dorfkirche.




    Die Gissigheimer Hauptstraße hat ein deutliches Gefälle. Das Schloss vom oberen Ende her gesehen. Das im 20. Jh. rechts an das Schloss bündig angebaute Haus mindert das Schloss in seiner Wirkung leider sehr.



    Eine vielleicht, vom Fachwerk her vermutlich, recht alte Scheune in Gissigheim. Man sieht an diesem Beispiel, wie die Felder mit Stecken, Flechtwerk, und Lehm mit Stroh gemischt, ausgefüllt wurden.



    Demnächst geht es weiter mit der barocken Schutzengelkapelle. Ein Mitglied der Familie von Bettendorf war bei einem der Türkeneinfälle des 18. Jh. in türkische Gefangenschaft geraten. Er gelobte seinem Schutzengel, dass er, sofern ihm die Flucht gelingen und er wieder in die Heimat kommen sollte, er aus Dankbarkeit seinem Schutzengel zu Ehren eine Kapelle errichten wolle. Tatsächlich gelang die Flucht und das Versprechen bzw. Gelöbnis wurde eingelöst. So kam Gissigheim zu seiner Schutzengelkapelle. Noch heute wird das Schutzengelfest in Gissigheim feierlich begangen.


    Die Bilder von der Schutzengelkapelle werden in Bälde eingestellt.

    Königheim liegt im Brehmbachtal. "Die Brehmbach", wie man hier sagt, fließt durch den Ort. Wegen der vielen Brücken sprach man früher mitunter auch von "klein Venedig". Auf einer der Brücken im Dorf steht eine Statue des Brückenheiligen St. Johannes Nepomuk. Dessen Verehrung war über Böhmen ins Frankenland gekommen:



    Das nachfolgende Foto zeigt uns ein Haus in der Königheimer Hauptstraße mit zwei Torbögen, wohl aus der Zeit um 1700. Das große Tor diente als Einfahrt für die Fuhrwerke, der kleine Torbogen war für die Fußgänger bestimmt. Vermutlich war dieses Torhaus ursprünglich auch ein Teil eines Winzerhofs:


    Zu guter Letzt noch ein besonders ansprechendes Anwesen aus der Königheimer Hauptstraße. Das Fachwerk des Hauses würde ich auf den ersten Blick noch der Renaissance zuordnen. Aber diese Art hatte sich hier in der Gegend sehr lange gehalten, weshalb auch das Gebäude durchaus aus der Zeit um 1700 stammen könnnte. Über dem kleinen Torbogen, dem Läuferle, befindet sich eine Muschelnische mit einer Pieta, der schmerzhaften Muttergottes, die ihren toten Sohn auf ihrem Schoß hält. Unter dem Bildnis befindet sich die Jahreszahl, ich meine, es ist 1716 angegeben, aber da bin ich mir nicht mehr sicher. Sogar eine Laterne ist an dem Bildnis vorhanden. An den Mariensamstagen und an den Marienfesten wurden diese Lampen füher die Nacht über beleuchtet. Die ausgesägten Bretter des großen Einfahrtststors sind sehr originell und auch selten. Sie stellen Baluster dar. Zwar ist das Holzwerk des Tores relativ neu, doch ist es den originalen, barocken Torflügeln nachgebildet.