Posts by Villa1895

    Das Petersenska huset ist wirklich großartig. Es ist im sog. Knorpel- oder Ohrmuschelstil des frühen Barock erbaut, der gegen Ende und nach dem 30-jährigen Krieg aufkam. Da gibt es Ornamente, geradezu grotteske Masken, merkwürdig verzerrte Voluten und Schnecken. Alles scheint einer überreichen, ja geradezu über bordenden Phantasie entsprungen zu sein. Das Haus wirkt aber trotzdem vornehm und hat etwas von einem Schloss.

    @ Johan v2,

    Dieses Viertel finde ich ganz großartig. Die Erdgeschosse oder Sockel der Häuser wurden ja oft aus Naturstein errichtet, darüber dann Backstein, der das verbindende Element des Viertels darstellt. Dass verschiedene Stile zur Anwendung kamen, macht das Viertel abwechslungsreich. Die Gebäude haben alle ein indeviduelles Gesicht wirken erfrischend und harmonisch. Die Kirche erscheint wie eine Krone, die darüber sitzt. Der Turmhelm erinnert mich sogar etwas an die luftige Laterne des Berliner Stadtschlosses. Alles in allem ein wirklich schönes Stadtviertel. Und ja, die Verwendung von Backstein ließ mich auch unwillkürlich an norddeutsche Städte denken.

    Die weithin im Stadtbild sichtbare städtebauliche Wirkung der Kuppel samt Laterne wirkt heilend fürs geschundene Stadtbild als auch ebenso großartig wie harmonisch. Auch dessen bin ich davon überzeugt, dass die große Mehrheit der Menschen angesichts der ausstrahlenden Schönheit und Harmonie dieser Schlosskuppel mit Laterne das ebenso empfinden werden.

    Im November 1918 gab es die Vertreibung der in Deutschland geborenen Menschen, die zumeist nach 1871 ins Elsass gezogen waren, sei es als Beamte, Lehrer, Richter etc. Sehr viele dieser Deutschen hatten Elässerinnen geheiratet. Diesen Ehefrauen hatte man es von Seiten Frankreichs freigestellt, im Elsass bleiben zu dürfen oder aber zusammen mit ihren Männern das Land für immer zu verlassen. Wie mir in den 1980 er Jahren alte Elsässer erzählten, war ihnen kein Fall bekannt, in dem die Ehefrauen alleine zurück geblieben sind. Alle sind sie mit ihren Männern gegangen. An Hab und Gut durfte jede Person einen Koffer mit Wäsche mitnehmen. Alles andere Eigentum musste zurück gelassen werden. In welcher Stimmung die Menschen an dem nebligen Novembertag 1918 schweren Herzens bei ungewisser Zukunft auf dem Bahnsteig des Straßburger Bahnhofs standen, mag man erahnen.

    Warum muss die "Verschaukelungswippe" ausgerechnet an der Stelle errichtet werden, an der sich einst das durch die Kommunisten zerstörte Nationaldenkmal Kaiser Wilhelm I. stand? Thierse hat ja alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dies zu erreichen bzw. es soll offenbar sichergestellt werden, dass das alte Denkmal niemals wieder kommen kann. Als Grund hierfür meine ich, zumindest bei Herrn Thierse, den alten, verbohrten Hass der Sozialdemokraten auf Kaiser Wilhelm I. zu erkennen. Dabei ist der alte Herr schon 1888, also vor 132 Jahren kurz vor Vollendung des 91. Lebensjahrs verstorben. An den darf wohl nichts mehr erinnern, nicht mal die vornehmen Kolonnaden, welche so wunderbar zur Schlossfassade mit dem Eosanderportal passen würden. Selbst die denkmalgeschützten Mosaike sollen wohl für immer aus der Öffentlichkeit verschwinden. Deshalb die Wippe, die überhaupt nicht zum Schloss passt, just an der Stelle, an der das alte Denkmal stand. Dass die Mehrheit nach Umfragen die Wippe dort nicht haben möchte, das ist denen "Oben" erst recht egal. Ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie oder vielleicht eventuell doch ein "Schmierentheater"?

    @ Heimdall,


    Mantikor hat in seinem obigen Beitrag vom 05.05. 2018 mitgeteilt, dass die 1977 gefertigte Sandsteinkopie der barocken Floragruppe im Rosengarten des Tiergartens aufgestelllt wurde. Es ist auch ein Foto der sehr schönen barocken Floragruppe beigefügt. Flora wurde in der Antike als die Göttin der Blüten und der Blumen verehrt..

    Vermutlich ist Benni einfach nur ein Schreibfehler unterlaufen und es soll statt Scheinebäuche richtigerweise Schweinebäuche heißen. So nannte man die Gehwegplatten aus meist hellgrauem schlesichem Granit (die hauptsächlich in vielen Granitbrüchen in der Gegend von Striegau in Niederschlesien gebrochen und abgebaut wurden). Mit diesen Platten waren in Berlin die Trottoirs belegt. Die Unterseite dieser Granitplatten war nur grob behauen und etwas ausgebaucht, damit diese Gehwegplatten besser auf dem leichten Sandboden haften konnten. Auf Grund der ausgebauchten Unterseite kam es wohl zum Namen Schweinebauch für diese Platten. Weshalb man aber auf der Kuppel des Berliner Stadtschlosses schwere Striegauer Schweinebäuche verlegen sollte, erschließt sich mir nicht.

    Hallo Onkel Henry,


    ja, auch bei uns bestanden diese Verkleidungen der Jalousien auch aus geprägtem Zinkblech. Man kann diese Verkleidungen aus Zinkblech heute wieder kaufen. An dem Haus, in dem sich zwischen 1993 und 2014 unsere damalige Eigentumswohnung befand, wurden 1997 wieder solche Lambrequins als Verkleidung der Rolländen angebracht. Wir hatten damals neue Rolläden gewählt, die man "ausstellen" konnte, was im Prinzip den alten Jalousien entsprach.

    Diese Holzlatten Jalousien kenne auch ich noch. Ende der 1980 er Jahre wohnten wir in einem Haus, das 1899 erbaut worden war. Da befanden sich noch solche Jalousien. Sie wurden, wenn sie herunter gelassen worden waren, an einer Art von eisenem Stab, den man an der Fensterbüstung nach außen klappen konnte eingehängt. So kam, wenn die Jalousie herunter gelassen worden war, von rechts und links noch genügend Tageslicht herein. Da diese Jalousien aus Holz sehr schwer und stabil waren, hingen sie etwas durch, wenn sie herunter gelassen und ausgestellt waren. Wenn man Sie an einem Seil hochzog, wickelten sie sich um oben eine Rolle aus Holz, die außen und oberhalb der Fenster angebracht war. Diese hölzerne Rolle samt den hölzernen Lamellen, war an der Fassade hinter einer Lamberquin, einer Art von Schabracke, aus hübsch geprägtem Blech verborgen. Einmal im Jahr (im Sommer) mussten wir diese saumäßig schweren Holzjalousien abnehmen und an Haken im Hof aufhängen und dort abwaschen und danach trocknen lassen. Anschließend mussten diese schweren Jalousien wieder oberhalb der Fenster angebracht werden. Wir hatten an der Straßenseite fünf solcher Fenster mit Holzjalousien. Das war dann Schwerarbeit, besonders, wenn man hoch oben auf der Leiter stand und diese Dinger außerhalb der Fenster aushängen oder wieder einhängen musste. Heute ist schon Vieles sehr viel leichter geworden. Andererseits waren diese hölzernen Jalousien sehr stabil gearbeitet und funtionierten noch nach 80 Jahren einwandfrei.


    Selbstverständlich gab es im 19. Jahrhundert auch Marquisen aus Stoff, wie es diese im Prinzip heute noch gibt. Diese Marquisen wurden mittels Handkurbel ausgefahren und wieder eingefahren.

    Zu den heute schmerzlich in Düsseldorf fehlenden Großbauten des Historismus würde ich auf jeden Fall die Kunsthalle Düsseldorf zählen. In "Architktonische Rundschau" von 1885 habe ich gestern per Zufall die nachfolgend eingestellten Pläne der Düsseldorfer Kunsthalle gefunden, welche ich euch nicht vorenthalten möchte. Kein moderner Klotz oder Glaskasten kann einem solch schönen, prachtvollen und edlen Gebäude jemals das Wasser reichen. Die Kunsthalle Düsseldorf wurde 1879 bis 1881 erbaut:







    Muster eines Portals in schlesischem Granit aus "DEUTSCHE BAUZEITUNG" vom 12. Juli 1884. Der von mir eingestellte Artikel behandelt die Verwendung von Granit und die mit diesem Werkstein verbundenen Vor- und Nachteile und nennt öffentliche Gebäude in Berlin, bei deren Bau Granit und zwar in aller Regel schlesischer Granit aus Striegau und Umgebung zur Verwendung kam. Das unten abgebildete überreich gestaltete Portal, geschaffen in den schlesischen Granitwerken von C. Kulmiz in Oberstreit bei Striegau in Niederschlesien wurde zu Werbezwecken hergestellt und auf Ausstellungen präsentiert:









    In Berching waren wir mehrfach. Das Städtchen hatte uns immer sehr gefallen. Es mag gut 20 bis 30 Jahre her sein, dass wir in Berching beim "Teufelswirt " eingekehrt waren. Äußerlich war sein Haus weitgehnd ohne Schmuck. Aber als wir die qualitätvolle Stuckdecke in der Gaststube sahen und darob wahrhaft begeistert waren, durften wir noch mindetens eine weiter herrliche Stuckdecke in seiner über der Gaststätte liegenden Wohnung anschauen. Da das alles schon sehr lange zurückliegt, kann ich heute leider nicht mehr sagen, ob diese Stuckdecken barock oder sogar noch aus der Renaissance waren. Ich tippe aber eher auf barock. An ein Detail erinnere ich mich aber noch genau. Die Flure des Hauses waren allesamt mit Kreuzgewölben eingewölbt. Es gab im oberen Stockwerk im Gang eine riesige barocke Kreuzigungsgruppe, die fast bis zur Decke reichte, mit dem Heiland am Kreuz und darunter die Muttergottes. Davor befand sich eine Kniebank. Ob es das Haus und das Gasthaus wohl noch gibt? Wenn ich mich recht entsinne, war der Wirt damals in einer schlechten Verfassung, verwitwet und das Geschäft ging wohl sehr schlecht.

    Synagoge in Zabern/Saverne im Unterelsass


    Erbaut 1899/1900 aus Vogesensandstein. Die Synagoge sieht heute noch so aus wie auf den alten Fotos. Leider haben wir es 2019, als wir in Zabern waren, versäumt Fotos der Synagoge aufzunehmen



    Siehe hierzu folgenden Link mit Bildern. Das rechts von der Synagoge stehende Gebäude wurde mit dieser errichtet und beherbergte wohl die Wohnung des Rabbiners von Zaben. Die Ähnlichleit im orientalischen Aussehen bzw. maurischem Stil der Zaberner Synagoge zur Griechenkirche in Wien ist, jedenfalls nach meinem Empfinden, offensichtlich:


    Synagoge in Zabern/Saverne im Unterelsass