Posts by Villa1895

    Zu Basel möchte ich gerne etwas beitragen. Von meinem Onkel, der ein "hohes Tier" bei der Polizei des Kantons Basel-Land war (verstorben 2015) habe ich einige Hintergrundinformationen zu den Abrissen von Gebäuden ja, mitunter von ganzen Straßenzügen in Basel. Dies gebe ich aus der Sichtweise meines Onkels wieder, der mit der Situation sehr vertraut war.


    Die Stadt Basel liegt eingepfercht zwischen Deutschland und Frankreich. Bauland gab es " z' Bassel" schon in den 50 er und 60 er Jahren so gut wie gar keines mehr. Die Stadt- bzw. Kantonalgrenze ist nach Deutschland und Frankreich hin auch zugleich die Landesgrenze. Basel hat nicht nur die vielen bedeutenden Banken, sondern auch eine große chemische Industrie. Diese expandierte ebenso wie auch die Banken, die immer mehr Raumbedarf hatten. Da kein Bauland da war, ging es in die Höhe. Die ständig steigende Einwohnerzahl bedeutete zusätzlichen Bedarf an Wohnraum. Deshalb wurden so viele an sich wertvolle Gebäude abgerissen, auch aus Gotik, Renaissance und Barock . Man machte auch vor den Villen des städtischen Patriaziats aus der Mitte bis zum Ende des 19. Jh. nicht halt. Diese Villen wurden abgerissen und in die Parks Hochhäuser geklotzt. 1967, im Alter von 14 Jahren war ich erstmals in Basel. Damals waren die Abrisse in vollem Gange. Mein Onkel zeigte mir, was "denn alles weg kommt". Wobei mein Onkel mehr für die Moderne eingestellt war, während ich die Abbrüche sehr bedauerte. Der Onkel zeigte mir auch ein Beispiel, dass auch die reichen Familien nicht verschon würden. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Patrizierfamilien so viel Platz für sich in Anspruch nähmen, der andersweitig für zusätzlichen Wohnraum dringend gebraucht würde. In dem Park sah ich außer den Hochäusern aber noch ein sehr prachtvolles Haus und dachte, da hätte man eine Villa stehen lassen. Mein Onkel lachte nur und stellte klar, dass dies nur das Gärtnerhaus sei, das stehen bleiben durfte. Im Vergleich zur Villa, die mehr einem großen Schloss geglichen habe, sei das Gärtnerhaus nur eine Hundshütte . Dann musste in Basel auch noch eine Schneiße für die Autobahn durch die Stadt geschlagen werden, ebenso eine städtische Schnellstraße, beides in der Nähe der Wohnung meines Onkels. Für den Flughafen war in Basel auch kein Platz vorhanden. DerFlughafen wurde dann schließlich in Frankreich bei Mülhausen errichtet. Er trägt den Namen Basel-Mülhausen / Bale/Mulhouse wurde aber nach Angaben meines Onkels, wenn ich mich recht erinnere, von Basel-Stadt alleine finanziert und unterhalten.


    Die Grundstückspreise im Kanton Basel-Stadt sind exorbitant teuer, übrigens im Kanton Basel-Land kaum minder, so dass viele gut verdienende Basler nach Deutschland oder nach Frankreich, dort in den nahen Sundgau ausweichen. So hat z. B. eine Neffe meines Onkels ein Haus in Ferette/Pfirt im Sundgau erbaut. Das Grundstück wäre in Basel weder zu haben, noch zu bezahlen gewesen.


    Es ist freilich mehr als bitter, dass eine einst sehr schöne Stadt, die ja keine Kriegsschäden erlitten hat, so sehr viele Verluste hinnehmen musste. Der verbliebene Rest der Altstadt um Marktplatz, Spalenberg und Münster ist immer noch sehr schön und steht , wie man mir versicherte unter strengem "Heimatschutz". Dort wohnt aber fast niemand mehr, weil dort der Wohnraum unbezahlbar ist. Die Häuser dienen Anwälten etc. als Kanzleinen und Büros.

    In der "Lausitzer Woche" vom Samstag, den 25.01.2020 wird berichtet, dass das alte Kurhaus in Burg im Spreewald wieder errichtet wird. Ursprünglich wollte demnach der Investor einen Fünfgeschossser erstellen lassen. Nunmehr aber soll das Gebäude so erbaut werden, wie es einst aussah.. Eine, wie ich finde, gute und sehr erfreuliche Nachricht:





    Das Ratsgestühl ist m. E. im sog. Knorpel- bzw. Ohrmuschelstil gehalten, der schon dem frühen Barock zugerechnet werden kann, auch wenn wir uns bewußt sind, dass wir ein Werk des Historismus vor uns haben. Überaus phantasiereich gestaltet, jedoch mit einem zu Grunde liegenden Programm der Figuren, welches uns Pagentorn so anschaulich und detailliert vorgestellt hat. Die sich überschneidenden Voluten, die Groteskenmasken, der Reichtum der Ausstattung und des Schnitzwerks, das alles stellt sowohl eine große künstlerische, als auch eine handwerkliche Leistung dar, aus der selbstbewußte Lebensfreude und Lebenslust zu uns sprechen. Ich möchte sagen, es handelt sich hierbei um ein großartiges Gesamtkunstwerk.

    Hallo Pagentorn,


    weiß man, wie lange wurde denn an diesem überaus prachtvollen Ratsgestühl gearbeitet wurde? Vermutlich einige Jahre. Dabei gehe ich davon aus, dass die Schnitzereien von Hand gefertigt wurden. Wie kann man denn so etwas Schönes auseinander reißen und verstümmeln? Noch dazu in einer Stadt, die so viel ihres Schmuckes durch den Krieg und die nachfolgenden Jahrzehnte eingebüßt hat. Unbegreiflich.

    Hallo Neußer,


    offen gestanden wusste ich gar nicht mehr, dass ich das Bild von dieser Flügeltür schon mal eingestellt hatte. Aber im Hinblick auf die gleichfalls mit Buntglasscheiben versehenen Fenster der Gartenlaube mag der Vergleich vielleicht doch für manche interessant sein.


    Es freut mich zu lesen, dass die Bilder gefallen finden. Nun ja, so eine alte Villa ist tatsächlich eine Lebensaufgabe und fertig wird man da nie. Aber es freut einem dann doch auch immer wieder, wenn man ein gutes Stück weiter gekommen ist.

    Hier habe ich noch ein Foto der Flügeltüre gefunden, welche das Türmchen mit der Laube verbindet. Die Aufnahme ist vom Türmchen nach Osten in die Laube hinein fotografiert worden. Die Gartenlaube befand sich dabei noch im Bau. Man sieht die Buntglasfensterscheiben sowie die geätzten Scheiben, wobei allerdings einige der geätzten Scheiben wohl schon vor langer Zeit zu Bruch gegangen sein dürften. Einige Scheiben sind keine geätzten Scheiben mehr, sondern wurden stattdessen durch eine Art "Milchglas" oder "Kathedralglas" ensetzt.



    Inzwischen ist der Bau unserer Gartenlaube sehr weit fortgeschritten. Das Giebeltympanon ist ein Original aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ortgangbretter und Firstblume wurden nach einem Plan von 1894 gestaltet. Es wurden vier alte Originale Fenster aus einer abgebrochenen Veranda, Mitte 19. Jh. wiederverwendet. Die farbigen Glasecken sind bei jedem der vier Fenster der Laube verschieden: rot, gelb, blau und grün. Die schmalen Teile dieser Fensterflügel bestehen aus geätztem Glas. Die breite Flügeltüre im Hintergrund des ersten Bildes stammt auch etwa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese breite Flügeltüre führt in den Raum eines kleinen Türmchens (dieser Raum war einstmals aufgeteilt in einen früherer Stall und ein Gesinde-Plumpsklo). Die Innenwände des Räumchens wurden herausgebrochen, so entstand ein kleiner Raum, in dem man z. B. im Winter die Gartenmöbel aufbewahren kann. Im Sommerhalbjahr kann man in dem Raum dann auch Kaffee kochen, wenn man in der Gartenlaube Kaffee trinken möchte. Die Türflügel haben Fenster, die denjenigen der Laube sehr ähnlich sind. Auch die Fenster dieser Türflügel weisen Ecken mit Buntglasscheiben in verschiedenen Farben auf. Die äußeren schmalen Glasstreifen dieser Türflügel bestehen wiederum aus geätztem Glas.





    Der kleine Raum des "Türmchens" bekam einen Innenverputz aus Kalkmörtel:




    Die Ostseite der Gartenlaube ist weit offen gelassen, dort außerhalb der Laube sollte ein Springbrunen entstehen.



    Abendliche Stimmung in der Gartenlaube nach Installation der bunten Lichterkette:

    Vielleicht kann man als Nachfolgerbau des Freiburger Münsterturmhelms den Turmhelm der Frauenkirche zu Esslingen a. N. zählen, evtl. auch den Turmhelm der Marienkapelle am Markt in Würzburg.

    Die gezeigten Häuser sind teils in einem miserablen, mindestens sehr lieblosen Zustand. Und das in einer der wohlhabendsten Regionen Deutschlands nach langen Jahren des Wirtschaftswachstums. So sieht also ein reiches Land aus.


    Man mag sich ausmalen, was hier erst los ist, wenn die Rezession einsetzt und sich das Ausbluten des Landes gegenüber den Ballungszentren fortsetzt.

    Lieber Heimdall,


    Gerlachsheim liegt nicht im mittleren Neckarraum, wo durch namhafte Firmen gute bis sehr gute Löhne bezahlt werden, sondern ganz an der Perepherie des Landes Baden-Württemberg. Da sieht das mit dem Wohlstand von Baden-Württemberg ganz anders aus.


    Ferner möchte ich zur Vermeidung von Missverständnissen noch darauf hinweisen, dass die in den Fotos vorgestellten Häuser in Gerlachsheim an einer stark befahrenen Durchgangsstraße liegen. Dadurch ist immer schnell wieder alles verstaubt und verschmutzt, auch wenn es erst kurz vorher renoviert wurde. Freilich gibt es dann Eigentümer, auch solche mit kleinem Geldbeutel oder Rentner, die sagen, das lohnt sich gar nicht, binnen Kurzem sieht es wieder verschmutzt aus. Und manche können sich Renovierungen schlichtweg nicht leisten. Die Fotos täuschen insoweit, weil keine Autos zu sehen sind. Wir mussten da oft lange warten, um die Aufnahmen ohne Autos und Lastwagen machen zu können. In der Hauptverkehrszeit wäre jedenfalls alles voller Fahrzeuge gewesen,.

    Wachbach liegt in einem Seitental des Taubertals. Der Ort kam im Zuge der Gebietsreform zum 01.01.1975 zum benachbarten Bad Mergentheim. In Wachbach gibt es ein Renaissanceschloss, das 1588 bis 1592 als Wasserschloss erbaut wurde. Über dem Eingangstor befindet sich das Wappen der Freiherrn von Adelsheim. Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht zugänglich. Von einem dicken Eckturm ist nur ein Teil erhalten. Ein weiterer Turm ist intakt. Wir konnten leider auch den recht verwildert wirkenden Park nicht betreten, alles ist ziemlich zugewachsen. Die wenigen Fotos, welche möglich waren, lassen aber m. E. erkennen, dass es sich um einen schönen und qualitätvollen Bau handelt. Im Erdgeschoss befanden sich die Wirtschaftsräume, die alle gewölbt sind. Im Obergeschoss und im Dachstock waren die Wohnräume. Als wir im September 2019 dort waren, schien es uns, als stünde das Schloss leer.




    Blick von der Straße zum Einfahrtstor mit dem darüber befindlichen Wappen, umgeben von Roll- und Beschlagwerk. Rechts angeschnitten der noch vollständig vorhandene dicke Rundturm:






    Eine Nahaufnahme zeigt uns, dass es eigentlich 5 Wappen sind (zwei rechts, zwei links, jeweils an Pilastern und ein Wappen oben in der Mitte), die um eine Inschrift gruppiert sind:



    Hier der rechte runde Eckturm, diesmal in ganzer Ansicht:



    Im Dachbereich über dem Einfahrtstor thront dieser zwar kleine, aber anmutige Zwerchgiebel mit einer Bekrönung in Form einer Muschel und drei Kugeln:



    Die ev. Pfarrkirche von Wachbach ist romanisch, wurde aber stark umgebaut. Hier das erhaltene romanische Eingangsportal:



    Zum einstigen Wohnhaus der Beginen:



    Hier das Beginenhaus:



    Noch eines der schönen Häuser des Orts. Wegen eines heftigen, schnell aufziehenden Gewitters, war es uns leider nicht mehr möglich weitere Fotos aufzunehmen.

    In der Hauptstraße von Gerlachsheim gibt es dieses große, beeindruckende barocke Gebäude von 1706, das als Weinhändlershaus errichtet wurde und noch heute als Weingut genutzt wird. Hier sind sogar zwei große Rundbogen als Einfahrt und zwei kleinere für die Fußgängr vorhanden. Interessant auch die inzwischen selten gewordenen steinernen "Schiebefensterläden" für die Kellerfenster.





    Über dem linken der beiden Torbögen steht die Jahreszahl 1705:



    Dieses Haus wurde 1803 vom Fürsten von Salm Reifferscheid Bedburg für dessen Verwaltung erbaut. Das Prämonstratenserkloster Gerlachsheim war im Rahmen des "Reichsdeputations Hauptschluss 1803 aufgelöst worden. Das Kloster Gerlachsheim wurde dem Fürsten von Reifferscheid-Bedburg zugesprochen, als Ersatz für dessen linksrheinische Gebiete , die an Frankreich gefallen waren. 1806 gelangte Gerlachsheim schließlich zum Großherzogtum Baden.


    Das nachfolgende Gebäude aus dem 18. Jahrhundert war das Rathaus von Gerlachsheim, bevor es in den 1970er Jahren zu Lauda-Königshofen kam:



    Hier noch ein leider nicht freigelegtes Fachwerkhaus aus Gerlachsheim. Die stark verkröpften Balken zwischen den Stockwerken sowie der freigelegte, reich geschnitzte Ständerpfosten an der Ecke des oberen Stockwerks lassen darauf schließen, dass hier wohl ein sehr schönes Zierfachwerk unter dem Verputz schlummert:

    Hier möchte ich auf ein ganz großartiges Enagement einer Vereinigung Kulturgut eV hinweisen. Eine kleine Gruppe vom ca. 15 Personen hat sich der Rettung eines schon lange leer stehenden, ehemaligen Weinhändlershauses, aus dem 18. Jh. verschrieben. Inzwischen ist das Haus wohl gerettet, das in Gerlachsheim, Gemeinde Lauda-Königshofen in Tauberfranken liegt. Nachstend Informationen mit Bildern:



    Rettung Weinhändlershaus 18. Jh., Gerlachsheim

    Am 20.09.2019 waren wir in Gerlachsheim und trafen zufällig auf zwei Mitglieder des Vereins Kulturgut e. V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das gefährdte ehemalige Weinhändlershaus von 1729 zu retten. Ohne diese Idealisten wäre das ganze Anwesen nach Jahrzehnte langem Leerstand wohl bereits abgerissen worden. Diese kleine Gruppe hat die letzten Jahre sehr viel erreicht, wie ein Blick auf die Fassade des Anwesens zeigt. In meinen oben, unter datum 03.Mai 2017 eingestellten Bildern, kann man vergleichen, wie das Gebäude vor Beginn der Renovierung ausgesehen hatte.






    Typisch für für barocke Häuser in Tauberbranken: Der große Torbogen war die Einfahrt für Fuhrwerke, die kleine Tür (das "Läuferle") war für Fußgänger vorgesehen. Die Fenster haben "Ohren". Sämtliche Fenster sind neu nach originalen Fenstern der Erbauungszeit geschaffen. Das Dach ist in der Form des Mansarddaches hergestellt:



    Seitenansicht mit dem Giebel:



    Im Innern des Anwesens ist noch sehr viel Arbeit zu leisten. Wir durften kurz mal reinschauen. In der Einfahrt führt rechts eine Treppe mit barocken Balustern hinauf. Im Anschluss an die Stiege ist ein rotes Sandsteingewände zu erkennen, das die Tür in den Hauskeller darstellt.



    Im oberen Stockwerk befindet sich ein Saal. Es ist vorgesehen, dass dessen Stuckdecke wieder hergestellt wird. An den beiden Stirnseiten des Saals befinden sich sogar barocke Flügeltüren, die jeweils in ein Kabinett führen. In der Ecke ist die Ofennische mit einem Muschelornament in Stuck. bekrönt.



    Überall im Haus findet man solche barocken Türen, die, wie die Fenster, auch mit Ohren versehen sind:



    Hinter dem Haus gibt es eine Scheune, in deren Keller dereinst auch Wein gelagert war. Heute nutzt der Verein diesen Raum für Veranstaltungen um Einnahmen für die weitere Renovierung zu erzielen:

    Die nachfolgenden Beispiele sind zwar aus dem Elsass. Da dieses seit der Teilung des Frankenreiches im Jahre 843 zu Deutschland gehörte, bis Ludwig der XIV. es nach und nach Frankreich zuschlug (1648 bis 1681), können die Beispiele aus dem Elsass, da vor der Okupation errichtet, unter Deutschland bzw. dem süddeutschen Kulturraum aufgeführt werden.


    Ein Beispiel für Nachgotik aus dem Elsass, wenn ich mich recht entsinne, aufgenommen in Andlau. Man betrachte bitte die steinerne Brüstung der Altane, Aufnahme von 2008:



    Dasselbe Gebäude mit der Altane nebst Brüstung in ganzer Länge:




    Schlettstadt/Selestat im Elsass (einst eine der zehn "Freien Reichsstädte" des Elsass). Der Uhrturm, ist ein Stadttor. Die Wichhäuslein der Gotik wurden übertragen in die Renaissance. Turmhelm und Wichhäuser sind jeweils mit welschen Hauben versehen. Dazu der umlaufende Balkon mit steinerner Maßwerkbrüstung der Nachgotik. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 2008:

    Die Nachgotik war in profanen Gebäuden häufig im steinernen Maßwerk von Brüstungen sichtbar. Also zum Beispiel mit Maßwerk in Formen von Fischblasen etc. Ein sehr bekanntes bekanntes Beispiel sind die Brüstungen im Pellerhof zu Nürnberg, siehe folgenden Link mit Fotos der Nürnberger Altstadtfreunde:

    Pellerhof




    Als Beispiel für nachgotisches Maßwerk an einem profanen Gebäude siehe die Brüstung des Altans (eigentlich ist es eine Gewehrgalerie) der Burg zu Wertheim am Main:


    Es ist bekannt, dass die gotische Architektur im 15. und 18. Jahrhundert in Westeuropa weitergebaut wurde. Es war zwar nicht mehr dominant, aber es wurden immer noch viele Gebäude in diesem Stil errichtet, obwohl viele die Prinzipien der Renaissance übernahmen. Im 17. Jahrhundert wurden in England viele kleinere Pfarrkirchen gebaut, die der vorreformatorischen Ästhetik entsprachen, wie zum Beispiel die Holy Trinity Chapel in Leicestershire. Mehrere große Kathedralen wurden harmonisch weiter ausgebaut, darunter die Westminster Abbey (die 1745 erbaute Westfassade). Dasselbe gilt für Frankreich, wo unter vielen Beispielen die Kathedrale von Orleans (1610-1829) bemerkenswert ist. Viele andere große Kirchen sowie mehrere Bürgerhäuser wurden zu dieser Zeit in Anlehnung an die gotische Ästhetik in Frankreich und Belgien erbaut.


    Mir ist jedoch keine Fortsetzung der gotischen Tradition in Deutschland bekannt. Ich kenne das Nauener Tor in Potsdam, aber kennen Sie noch andere Beispiele der Gotik des 16. bis 18. Jahrhunderts in Deutschland?


    In Deutschland spricht man von der Nachgotik, die es hier auch gab. Siehe hierzu den folgenden Link aus Wikipedia:


    Nachgotik


    Julius-Echter-Kirchen


    Jesuitenkirche Molsheim


    Ein weiteres schönes gotisches Nordportal der Marienkirche zu Frankfurt / Oder:


    Der Ratskeller von Frankfurt / Oder mit dem alten gotischen Kellergewölbe vermittelt eine schöne, urige und gemütliche Stimmung: