Posts by Villa1895

    Ein Foto aus dem alten Königsberg, aus einem 1911 erschienenen Buch, Die Angabe "Der Pregel" weist auf den Fluss hin, an dem Königsberg erbaut war und an dem dieses Foto aufgenommen wurde. Einige der Häuser am Wasser scheinen ganz aus Holz errichtet gewesen zu sein.





    Hier habe ich in einem 1911 erschienenen Buch noch ein Foto eines Innenhofes in Nürnberg gefunden, leider ohne Angabe zu Straße und Hausnummer. Sehr schön ist das nachgotische Maßwerk des Geländers und der Brüstung.




    @ Nothor,


    gerne stimme ich deinen obigen Ausführungen zu. Ergänzend dazu möchte ich noch auf Zeugnisse er mittelalterlichen Volksfrömmigkeit, wie etwa Hausmadonnen, z. B. Mariä Verkündigung oder Heiligenfoguren, aus der Zeit vor der Einführung der Reformation, an etlichen Gebäuden hinweisen.


    Sodann gab es in Nürnberg wunderschöne, geradezu bezaubernde Innenhöfe, zumeist aus der Spätgotik und der Renaissance, vor allem bei den Kaufmannshäusern. Viele damalige Foristen, wie z. B. Niederländer, dabei auch meine Wenigkeit, haben vor geraumer Zeit allerhand Abbildungen und Fotos dieser großartigen Innenhöfe eingestellt. Vermutlich sind diese unter Nürnberg in alten Aufnahmen zu finden.

    Nun, Bismarck hatte , wie alle Menschen, seine Licht- und Schattenseiten. Hatte man früher oft nur Bismarcks positive Seiten gesehen, so will man heute nur dessen Fehler erkennen. Aber durch das Verbot von Kinderarbeit in den Fabriken z. B. oder durch die Einführung der gesetzlichen Sozialversicherung, um die uns die ganze Welt bewundert hatte, da hat sich Bismarck doch große und bleibende Verdienste erworben. Beim Berliner Kongress von 1878 wurde er von allen teilnehenden Ländern als der ehrliche Makler Europas gewürdigt, der durch seine Vermittlung sogar einen Krieg verhindert hatte.

    @ Heimdall,


    du bringst es wieder einmal auf den Punkt. Es ist doch auch so, dass kaum noch jemand lebt, der diese Gebäude auf dem einstigen Grundstück gesehen hat. Auch wenn die Häuser nun einige Meter verschoben wieder errichet werden, so hat dies auf deren Erscheinungsbild doch nicht den geringsten Einfluss. Wegen der Verschiebung dagegen zu sein, erscheint mir doch sehr kleinkariert, engherzig und stur verbohrt. Prinzipienreiterei eben. Ein harmonisches Viertel würde auch mich ebenfalls sehr freuen und viele andere Leute sicher auch.

    Hier ist mein Neffe in der Gartenlaube, man kann daran gut die Größenverhältnisse des Raumes wahrnehmen:




    Der neue, vordere Springbrunnen:

    Pardon, aber hier scheint ein kleines Missverständnis aufgetreten zu sein. Nur zur besseren Lokalisation der kleinen Stadt Triebel/ poln. Trzibiel, hatte ich geschrieben "südöstlich von Forst (Lausitz)". Zwar hatte die DDR in Forst sehr viel abreißen lassen, aber das Baumaterial aus diesen Forster Abrissen kam nicht nach Warschau. Zumindest habe ich niemals etwas davon vernommen.


    In dem früheren Forster Stadtteil Forst-Berge / poln. Zasieki, östlich der Lausitzer Neiße gelegen, wurde durch Polen fast alles abgerissen. Wohin aber das dabei gewonnene Baumaterial anschließend gelangte, vermag ich nicht zu sagen.


    Allerdings hatte man in der unweit von Forst (Lausitz) gelegenen, kleinen Stadt Triebel/Poln. Trzibiel, ab 1947 sowohl das Rathaus, als auch die Bürgerhäuser rund um den Marktplatz abgerissen, wobei die Steine angeblich für den Wiederaufbau von Warschau bestimmt gewesen sein sollen. Da ich dies verschiedentlich gelesen habe, hege ich keinen Zweifel daran, dass dies wohl auch so stattgefunden hat.

    Südöstlich der Stadt Forst (Lausitz) befindet sich die Stadt Triebel/poln. Trzebiel. Unbewohnte Gebäude von Triebel , darunter das Rathaus und fast alle Bürgerhäuser rund um den Marktplatz, wurden ab 1947 abgetragen. Die Steine waren für den Wiederaufbau der Stadt Warschau bestimmt.


    Ähnliches habe ich von Pförten/poln. Brody gelesen, ebenfalls östlich der Lausitzer Neiße gelegen. Demnach wurde das Mariannenschlösschen (welches einst als Gästehaus der Grafen von Brühl gedient hatte, (in der Mariannenvorstadt von Pförten gelegen) abgebrochen, um Baumaterial für Warschau zu gewinnen.


    Zu Sommerfeld/poln. Lubsko, habe man zwei Straßenzüge aus demselben Grunde abgebrochen.


    Ebenso habe man auch in Küstrin an der Oder die noch vorhandenen Steine der Ruinen deshalb weg gebracht.


    Zwar kann ich keine Nachweise dazu anführen, doch erscheint es mir glaubhaft, dass man so verfahren ist.

    Der Hl. Mauritius gehörte der Thebäischen Legion an, deren Mitglieder im Bekenntnis zu Christus alle den Märtyrertod erlitten. Die deutsche Kurzform von Mauritius ist Moritz. Viele Kirchen wurden ihm zu Ehren geweiht, so z. B. die Moritzkirche zu Coburg. In Coburg war er Stadtpatron und befindet sich dort als "Coburger Mohr" im Stadtwappen.

    Die Redewendung: "Herr, schmeiß Hirn ra" stammt wohl aus Oberschwaben. Allerdings habe ich das auch gelegentlich in Stuttgart gehört, wo ich immerhin 35 Jahre gearbeitet und gewohnt habe. Es sind ja auch viele Leute aus Oberschwaben der Arbeit wegen nach Stuttgart gezogen und haben ihre Muttersprache bzw. ihre Mundart mit besonderen Redewendungen mitgebracht. In so langer Zeit bleibt auch manche Redewendung hängen, bzw. man nimmt diese in sein "Repertoire" auf. Besonders dann, wenn man die Redewendung lustig oder originell findet. Deshalb verwende ich gelegentlich die Redewendung "Herr, schmeiß Hirn ra", wenn ich meine, dass das ganz gut passt.


    Jemand aus Biberach sagte einmal mit einem auffallend stark gerollten r : "De Apperat ra tra", was bedeutet, den Apparat herunter tragen. Da haben wir wieder dieses "ra" für herunter oder herab.


    Oder wenn jemand furchtbar viel spricht, so sagt man öfters im schwäbischen Dialekt: "Der schwätzt em Dejfel d' Ohre weg.", was heißt, "Der schwätzt dem Teufel die Ohren weg", in dem Sinne, dass sogar der Teufel das Geschwätz nicht mehr hören oder nicht mehr aushalten kann.

    Im Handbuch der Architektur, erschienen 1887, ist in der Abteilung "Parlamentshäuser und Ständehäuser" das Landeshaus der Provinz Westpreußen zu Danzig in Wort und Bild dargestellt. Hier ein Auszug der Beschreibung:


    "Das Gebäude konnte in der eng bebauten Festungsstadt Danzig nur im Neugarten, einer für Danziger Verhältnisse breiten, mit Alleebäumen gesäumten Straße entstehen. Die innere und äußere Gestaltung des Landeshauses ist im Wiederanschluss an die nationale und lokale Baukunst des XV. und XVI. Jahrhunderts, die auf die Besucher Danzigs in zahreichen Denkmälern so anmutig einwirkt, entworfen und durchgeführt. Sämtliche Architekturteile der Straßenfassade sind in rothem Sandstein gearbeitet, die füllenden Flächen mit tiefrothen Verblendziegeln hergestellt. Der Neubau ist nach Plänen von Ende & Boeckmann ab 1882 in drei Jahren unter der Leitung Seels fertiggestellt worden."



    Hier möchte ich gerne ein Bild aus dem Buch "Die Architektur der Barock- und Rokokozeit in Deutschland und der Schweiz" einstellen. Das Buch ist Anfang der 1920er Jahre erschienen. Es handelt sich um eine Aufnahme der früheren Kommandantur in Danzig, Langarten 88, erbaut 1750, erweitert 1786. Das Haus war zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches, um 1920, bereits abgrissen und war demnach kein Kriegsverlust. Es gab, wie das Foto zeigt, einst in Danzig auch Häuser aus dem Rokoko.


    Besonders die Einfriedung mit der herrlichen Toranlage nebst deren Figurenschmuck finde ich sehr elegant und nobel. Ansonsten eine Dreiflügelanlage mit Mansarddach und schönem Rokokogiebel samt Wappen und wenn ich es recht erkenne, auch mit Figurenschmuck über dem Mittelrisalt:



    Es will mir scheinen, als habe man jeglichen Respekt, jede Achtung, jegliches Feingefühl gegenüber einem historischen Haus verloren. So wie sich der Anbau ohne Rücksichtnahme brutal vordrängt, einfach nur entsetzlich.

    Im Grunde genommen weiß das doch jedes Kind. Wenn man etwas Kostbares, längst verloren geglaubtes, wertvolles wieder gewinnt, wieder errichtet, dann zieht dies unzählige Menschen an, die dies sehen, bestaunen und sich daran erfreuen wollen. Dass dieses sozusagen als Nebeneffekt, eine große finanzielle Einnahme für die jeweilige Stadt, deren Hotels etc. hat, das liegt doch ganz offensichtlich auf der Hand. Dies wäre selbstverständlich ebenfalls mit dem überaus herrlichen, rekonstruierten Pellerhaus der Renaissance zu Nürnberg der Fall. Ach, wenn das nur auch die Damen und Herren Stadträte nebst Bürgermeister erkennten, o Herr schmeiß Hirn ra (= herab).