Posts by Regiomontanus

    Das hat man davon, wenn man sich wie die Schweden immer schön aus allem raushält: harmonische und stimmige, sprich total langweilige Stadtbilder ohne interessante Brüche und Kontraste. Zum Wegschauen.

    Das liegt aber primär an Bomber Harris als am vermeintlich schlechten Geschmack der Kölner*innen.

    Ich weiß nicht. Der Krieg ist bald 80 Jahre vorbei, was ist seitdem geschehen? Nein, der Kölner hat ein unbestrittenes Talent zur Hässlichkeit. Es ist fast rührend, wie er bei jedem Versuch der Stadtreparatur erneut in die Sch... greift.


    Jetzt sag ich mal was Ketzerisches: Selbst der Dom ist auf groteske Weise missglückt. Für die mittelalterliche Stadt war er mindestens zwei Nummern zu groß. Wenn man heute aus der umgebenden architektonischen Wüste auf den Domplatz gelangt und vor dem schwarzen Riesengebäude steht, erschrickt man fast. Von oben betrachtet hat man den Eindruck eines gotischen Raumschiffs, das in einem Meer aus Legosteinen gelandet ist. Ein kurioses Bild.

    Erst Rio Reiser, jetzt Richard von Weizsäcker...


    Ich finde es sehr bedenklich, dass heutzutage immer noch Orte nach alten, weißen Männern benannt werden.

    Das lässt unsereins noch hoffen.


    Der Rio ist aber irgendwie jung geblieben. Und um den Richard kommse nicht herum.

    In architektonischer und städtebaulicher Hinsicht ist das Ensemble ein Komplettausfall. Nichts fügt sich zusammen.


    Angesichts der namhaften Architekten ein Armutszeugnis für die Moderne.

    Ich war vor einigen Wochen am Kulturforum und kann diesen Eindruck nicht bestätigen. Es ist natürlich ein ganz anderer Ort als die Museumsinsel oder der großartige Wiener Museumsplatz. Aber diese Ansammlung von Bauten der klassischen Moderne hat was. Und mit Stülers klassizistischer Matthaikirche einen würdigen Mittelpunkt.


    Dass das Forum von den meisten Berlintouristen links liegen gelassen wird, finde ich nicht traurig, sondern prima. Dadurch hat man die ganzen Sammlungen für sich. Ich war in der Gemäldegalerie und konnte mir in aller Ruhe die - im Übrigen tadellos präsentierten - alten europäischen Meister ansehen. Das wäre im Louvre oder im Prado kaum möglich gewesen.

    Diesen Gründerzeit-Adepten in Klinker-Optik entdeckte ich kürzlich in Mainz. Tippe mal, wegen der zackigen Fensterelemente, auf 80er Postmoderne. Ganz gelungen das.


    Man muss berücksichtigen, daß er gerade mal 2 Wochen in Freiheit war - nach 8 Jahren auf einem 400- Mann-Saal - ohne Informationen "von draußen".

    Wollte gerade dasselbe schreiben. Kempowski war sicher kein Mann, der vorbehaltlos den Abriss alter Gebäude zugunsten "moderner" Architektur unterstützt hätte. Dennoch hat mich das Zitat überrascht.

    Über Architektur kann sehr wohl diskutieren ohne politisch zu werden und sollte es in den meisten Fällen wohl auch, da sonst nur Blödsinn herauskommt

    Warum? Weil Architektur a priori unpolitisch ist? Weil Leute, die über Architektur schreiben, keine Ahnung von Politik haben? Weil dir ihre Meinung nicht passt?


    Es dürfte kaum ein Reko-Projekt oder ein größeres Neubauvorhaben geben, das nicht für politischen Zündstoff sorgt. Sogar das Einfamilienhaus ist zum Politikum geworden. Und da soll man als Bürger, dem die Architektur am Herzen liegt, schweigen? Wohl kaum.

    An nackten Brandwänden herrscht in Deutschland kein Mangel. In fast jeder größeren Stadt finden sich aber auch Beispiele fantasievoll gestalteter Fassaden, die das Zeug zum Fotomotiv haben. Das Porträt dieser geheimnisvollen Schönheit findet sich in Koblenz.


    Die Politisierung der Architektur nehme ich eigentlich immer nur auf Seiten der Reko-Gegner wahr.

    Architektur findet im öffentlichen Raum statt und ist deshalb eo ipso politisch. Da hat die Linke schon Recht. Der beste Beweis ist dieses Forum, in dem ständig über Politik gestritten wird.


    Dass sich Reko-Anhänger davor hüten, politische Argumente ins Feld zu führen, liegt natürlich am ungünstigen Meinungsklima. Jeder, der sich für den Wiederaufbau des Berliner/Potsdamer Schlosses einsetzt und sich gleichzeitig als glühender Preussen-Fan outet, würde der Sache einen Bärendienst erweisen. Daher auch immer wieder die Versuche von Reko-Gegnern, die andere Seite mit provokanten Thesen aus der Reserve zu locken ("Hah, jetzt hat er sich zu erkennen gegeben!").


    Man kann Bauten nicht losgelöst aus ihrem historischen Kontext betrachten. Wer sich für Gründerzeitbauten begeistert, wird auch dem Kaiserreich zumindest mit Sympathie begegnen. Sonst lügt er sich was in die Tasche.

    Mit dem Geld für diese Alpenfestung hätte man locker ein oder zwei alte Bauernhäuser kaufen und sanieren können. Damit wäre allen gedient gewesen, der Denkmalpflege, dem Landschaftsbild und den Wohnbedürfnissen der Familie.


    Aber der Herr Architekt musste sich ja unbedingt selbst verwirklichen.

    Der Ralf-Schmitz-Bau in der Achenbachstraße nähert sich seiner Vollendung. Ein Neubau im traditionellen Stil von dieser Qualität dürfte selbst in Berlin schwer zu finden sein. Nett anzuschauen sind vor allem die Erker in Ziegelstein-Optik. Gelungen finde ich auch das zurückgenommene, hanseatisch anmutende Dachgeschoss, das den Bau würdig nach oben abschließt.