Posts by Regiomontanus

    Regiomontanus - wie bist Du denn ins Innere gelangt? Die Bilder sind doch nicht durchs Fenster geknipst. Oder hast Du freundlich um Einlass gebeten?

    Ich habe dem Concierge meinen APH-Ausweis gezeigt :zwinkern:


    Damit kein falscher Eindruck entsteht: Dieses Haus liegt in einem der wohlhabensten Viertel Düsseldorfs. Ich möchte nicht wissen, was eine Wohnung kostet. Dass solche Architektur heute gewünscht und gebaut wird, ist zweifellos erfreulich. Aber anstelle von Solitären für die Upper Class wäre mir mehr "Masse mit Klasse" lieber. Doch davon kann in Düsseldorf keine Rede sein.


    Allerdings hat man hier, wenn meine Beobachtung stimmt, keine Berührungsängste gegenüber Bauten in klassischem Stil. Wer das nötige Kleingeld hat, kann sich auch ein zweites Benrather Schlösschen in den Garten setzen. Die Kehrseite dieses Pragmatismus ist ein oft herzloser Umgang mit historischer Architektur, wie der Abbau des Musikpavillons zeigt, durch den einer der wenigen halbwegs intakten Plätze seinen Charme verliert. Von einem Reko-Projekt habe ich in Düsseldorf, solang ich dort wohne, noch nie gehört.

    Dieser Strang besteht ganz überwiegend aus Abriss-Nachrichten und einem mediokren "Medicampus", wie er überall auf der Welt stehen könnte.


    Hat Bad Oeynhausen nichts Besseres zu bieten?

    Für alle, die von der Achenbachstraße 43/45 nicht genug bekommen können.






    Einfahrt zur Tiefgarage.



    Ein flüchtiger Blick ins Innere. Gediegen, würde ich sagen.






    Jetzt könnt ihr wieder vom Sofa aus richtig draufhauen, es kommen weitere Neubauten.

    Sei nicht gleich eingeschnappt, das APH ist kein Ponyhof. Du brauchst ein Skelett aus Stahlbeton und dazu eine gut gedämmte Fassade ;)

    Wer immer das entworfen hat, hat das ästhetische Gespür eines sehbehinderten Nilpferds.

    Damit tut man diesen Tieren womöglich Unrecht. Immerhin ist über das ästhetische Empfinden der Nilpferde recht wenig bekannt, zu schweigen von dem ihrer sehbehinderten Artgenossen.

    Seit 1722 liegt hier die beruhmstete Restaurant Stockholm mit eine fast labyrintische Kellersystem.

    Kannst Du mal ein Bild von der Speisekarte posten? Würde mich mal interessieren, was in so einem schwedischen Restaurant serviert und gegessen wird. Und wie bei Euch die Preise sind :zwinkern:

    Die Villa Doria Pamphili liegt wenige Kilometer südwestlich des Zentrums in einem großen Park. Für mich die schönste aller römischen Villen.




    Aus der Ferne hat der makellos weiße Bau etwas Unwirkliches. Kommt man näher, überwiegt der Eindruck perfekter Harmonie.




    Leider kommt man nicht näher als 100 Meter heran, weil die Villa dem italienischen Staat als Empfangsgebäude dient und weiträumig abgesperrt ist. Auch der wunderschön anzuschauende Barockgarten ist tabu.




    Aus diesem Grund gibt es auch keine Innenaufnahmen der Villa. Vielleicht kann ein Mitforist aushelfen. Würde mich wirklich interessieren, wie es drinnen aussieht.




    Ein Kuriosum zum Schluss: Wie bei der Villa Borghese meint Villa Doria Pamphili" im Italienischen nicht das Gebäude, sondern den Park. Die Villa selbst (nicht zu verwechseln mit dem Palazzo Doria-Pamphili) wird als Casino" bezeichnet.



    Was einen großen Reiz der Bilder ausmacht: die Abwesenheit von Autos. So funktioniert die Imagination einer intakten mittelalterlichen Stadt der einen oder anderen Nachkriegskiste zum Trotz. Gruselig die Vorstellung eines Dürerhauses mit davor parkendem SUV.

    Okay, da war ich wohl zu langsam. - Aber in diesem Frühling/Sommer werde ich endlich mal meine Phototour durch Düsseldorf machen, die ich schon seit Jahren vorhabe.

    Sorry Neußer, die Bilder schlummerten noch auf meiner Festplatte :zwinkern:

    Wie heißt Gründerzeit auf italienisch? Egal. Bei diesem Palazzo Prozzo" schmelzen alle Gründerzeit-Fans (mich eingeschlossen) dahin. Was für eine Pracht!



    Der Riesenbau ist kein Palast im eigentlichen Sinn, vielmehr ist hier das höchste italienische Gericht (Corte di Cassazione) untergebracht. Man bekommt ihn kaum auf ein Bild.



    Die Rückseite ist auch nicht ohne.




    Von oben werden die das Stadtgefüge sprengenden Ausmaße des Justizpalastes deutlich. Vielleicht passt der Protzbau doch besser nach Paris oder Wien als nach Rom.


    Quelle: Wikipedia


    Der nicht so weit entfernte Petersdom, auch nicht gerade klein, fügt sich irgendwie harmonischer ein.


    Armer Eiserner. Einmal falsch gelegen, und schon fällt die woke Meute über ihn her.


    Lass Dich nicht davon abbringen, weiter Deine Meinung zu schreiben. Ist mir völlig wumpe, wie man die Einwohner von Odessa nennt.

    Weiter geht's mit dem Giro di Palazzi.


    Macht man sich von der Piazza del Popolo im nördlichen Zentrum auf den Weg zum Park der Villa Borghese, gelangt man über die Terrazza del Pincio (berühmte Aussichtsplattform) zur Villa Medici. In der Villa (Baubeginn: 1564) befindet sich heute die Académie de France. Leider war sie bei meinem Aufenthalt nur nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen. Die Innenräume und die manieristisch-verspielte Rückseite samt Garten blieben mir deshalb verborgen. Die Straßenfassade vermittelt dagegen den Eindruck einer Festung. Man denkt an Florenz, wo sich die Medici mit ähnlichen Trutzburgen verewigt haben.




    Unweit der Villa Medici, inmitten des Borghese-Parks: Goethe in der Pose des Dichter-Feldherrn. Verglichen mit dieser marmornen Apotheose nimmt sich das Weimarer Denkmal geradezu bieder aus.



    Nachdem ich eine Stunde durch den riesigen Park geirrt war, gelangte ich endlich an mein Ziel, die Villa Borghese. Beziehungsweise das Casino Nobile beziehungsweise die Galleria Borghese. Was ich nicht wusste: Villa Borghese" bezeichnet den Park, nicht die Villa, nach der gleichwohl der Park benannt ist. Italien ist manchmal kompliziert.



    Leider war auch die Galleria Borghese nur nach vorheriger Anmeldung zugänglich. Ärgerlich wegen der berühmten Gemälde- und Skulpturensammlung. Auffällig sind die Ähnlichkeiten mit der hundert Jahre älteren Villa Farnesina. Deren Mittelteil mit den fünf Arkaden ist hier nach vorne gezogen, sodass die beiden Seitenflügel ihre Eigenständigkeit zugunsten einer einheitlichen Front verlieren.


    Läuft man um das Gebäude herum, stellt man zudem fest, dass es zwei Türme besitzt, die man von vorne nicht sieht. Keine Ahnung, welche Funktion diese Aufzugschächte" haben. Jedenfalls verleihen sie dem Bauwerk, wie ich finde, eine unfreiwillig (?) komische Note.



    Warum nicht eine Teilrekonstruktion mit parkähnlicher Anlage?

    Ein verwegener Plan, Bauten des antiken Roms zu rekonstruieren. Man fände keinen Anfang und kein Ende. Rom ist nicht Xanten. Hier steht an jeder Straßenecke ein Mauerrest oder Portikus aus römischer Zeit. Ich finde, die Römer haben es gut gelöst. Man lebt mit den Ruinen, ohne allzu viel Aufhebens um sie zu machen. Die Stadt hat genug anderes zu bieten.

    Das stimmt schon. Im Straßenraum ist Rom eben sehr "steinern"

    Das trifft m.E. vor allem auf das Centro Storico" mit den touristischen Hotspots Piazza Navona, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe usw. zu, das ja in Wahrheit nur einen Teil des historischen Zentrums ausmacht. Das antike Rom hatte sein Zentrum südöstlich davon, dort, wo sich die Überreste des Forum Romanum und das Kolosseum befinden. Durch die Ausgrabungen im 19. und 20. Jahrhundert entstanden riesige archäologische Parks, die sich postiv auf das Klima und die Lebensqualität der heutigen Stadt auswirken. Allein der Circus Maximus überspannt eine Rasenfläche so groß wie zwölf Fußballfelder.



    Weiter im Text.


    Gegenüber der Villa Farnesina, gewissermaßen auf der anderen Straßenseite, liegt der Palazzo Corsini. Für einen spätbarocken Prachtbau ist der Palazzo - auch im Innern - erstaunlich kühl und evangelisch-nüchtern. Wie die Villa Farnesina gehört er zur Accademia Nazionale dei Lincei, außerdem ist hier die Gallerie Nazionale di Arte Antica untergebracht. Die Fotos zeigen die Rückseite mit dem Garten, der in den Botanischen Garten übergeht. Man unterschätzt leicht, wie viel Grün Rom zu bieten hat.




    Wörtlich übersetzt bedeutet Accademia dei Lincei übrigens Akademie der Luchsartigen". Soll heißen: Hier durften (und dürfen) nur absolute Superschlaumeier Mitglied werden. Prominentestes Mitglied der Accademia ist bis heute Galileo Galilei. Oft stand er an diesem Fenster und sinnierte, ob sich die Sonne nicht vielleicht doch um die Erde dreht.




    Ich war mit der Villa Farnesina noch nicht fertig ...


    Über diese Treppe gelangt man in den ersten Stock, wo sich der Saal der Perspektiven" befindet: illusionistische Wandmalereien, die sich verschiedenen Themen, meist aus der griechischen Mythologie, widmen.




    Sieht man bei dieser Stadtansicht genauer hin, entdeckt man ein Graffito, das auf das Jahr 1528 datiert.



    Auf Deutsch steht da: „Was sol ich schreiben und nit lachen die Lanzknecht habenn den babst lauffen machen." Ein deutscher Söldner hat sich beim Sacco di Roma, der Plünderung Roms im Jahr 1528, verewigt. Man hat das Geschreibsel bei allen seitdem erfolgten Restaurierungen stehen lassen - der Nachwelt zum Gedenken. Der Reichstag lässt grüßen.


    Mit der Perspektive nahm man es damals nicht immer so genau. Oder hat sich der Künstler einen Scherz erlaubt?




    Zum Schluss noch ein Blick in den idyllischen Garten.




    Dieses Gebäude gehört ebenfalls zum Anwesen der Villa. Mit seiner strengen Symmetrie, den wohlgeratenen Proportionen und den spärlichen und deshalb umso effektvolleren Ornamenten verkörpert es für mich einen klassischen italienischen Architektur-Typus. Wie wenig es für ein schönes Haus braucht!