Posts by Paul_Boray

    Interessant, dass die Bauteile des Schlosses gen Osten hier wie elendes Gerümpel aussehen. Als wäre gerade Sperrmüllwoche gewesen.
    So schade es ist, dass dieser interessante Bestand im Krieg vernichtet wurde, aber sonderlich ästhetisch war diese Ansicht nicht gerade.

    Lieber Rastrelli, ich empfinde es auf deinem Foto leider anders. Die beiden Eckrisalite des Gebäudes streben nach oben und werden im Dachbereich durch gar nichts aufgefangen bzw. als Geste überhaupt nicht 'abmoderiert'. Sie 'knallen' regelrecht auf die harte, plötzliche Horizontale der Traufe. Denn dieses ganze Dach reagiert seit dem Abriss der Giebel auf rein gar nichts von dem, was sich darunter befindet.
    Und mir fehlt leider auch der alte Dachreiter, der zwischen den dominanten Achsen an den Rändern vermittelt hat und diesem Bau eine dezente Mitte gab.


    Wenn man schon plötzlich die Vertikale betonen will, so wie es die Nazis gemacht haben, dann müsste sich diese steinerne Fassade nach oben hin wenigstens über eine Attika auflösen dürfen.


    Wie so oft profiniert auch hier mal wieder ein Bau leider gar nicht davon, wenn an seinem Gleichgewicht und seiner ursprünglichen Harmonie herumgedoktort wird. Das ist zumindest mein Empfinden.

    In dem Buch 'Denkmale in Berlin - Ortsteil Mitte' heißt es hierzu:


    Das heutige Erscheinungsbild des 1901-03 von Paul Kieschke anstelle eines barocken Vorgängerbaus errichteten repräsentativen Neubaus geht auf die Umgestaltung in den Jahren 1938-40, vermutlich nach Plänen des Ministerialrats Schindowski, zurück. Die neobarocken Schmuckelemente des Gebäudes, eine Merkurstatue an der Gebäudeecke sowie die rundbogigen Giebel über den Eckrisaliten wurden in Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Neugetaltung des Gendarmenmarktes entfernt.

    Man sieht doch an vielen Stellen ganz deutlich, dass es sich keineswegs um denselben Eingang handelt.


    Anders als beim oberen Bild schließen sich z. B. auf dem unteren Bild am rechten Portalrand direkt ein großes Fenster und darunter ein rustizierter Sockel mit Sockelfenster an. Auch springen auf dem unteren Bild direkt über dem Eingang rustizierte Lisenen auf. Auf dem oberen Bild hingegen tritt genau an dieser Stelle die Fassade zurück, und die Lisenen verlaufen seitlich daneben.