Posts by VanWuerzburg

    Liebe Mitglieder,


    leider fiel ja die Residenzwoche zur 300. jährigen Grundsteinlegung der Würzburger Residenz aus. Aber ganz planmäßig wurden heute zwei lange als verschollen gegoltene Balustradenfiguren wieder aufgestellt. Dabei handelt es sich um zwei Eckfiguren an der Hauptfassade des Ehrenhofes der Residenz. Die Statuen wurden kurz nach dem 2. Weltkrieg abgenommen und dann in den Kasematten im Würzburger Hofgarten eingelagert. Dort entdeckte man sie erst vor kurzer Zeit. Diese ca. 3,5 m hohen Figuren wurden aber in mehrere fast 500 kg schwere Fragmente zerlegt. Die heute aufgestellten Skulpturen wiegen ca. 1,5 t und sind Bildhauerkopien.


    Anbei einige Handybilder von mir. Die Einzelbilder sind etwas unscharf. Bei Gelegenheit liefere ich bessere nach.


    Gesamtansicht der Hauptfassade. Die Figuren sind jeweils rechts und links auf der Balustrade erkennbar.


    Linker Fassadenabschnitt.


    Linke Figur. Es handelt sich um eine männliche Statue, die eine Pyramide in ihrer linken Hand hält und sich an einen Baumstamm lehnt.


    Rechter Fassadenabschnitt.


    Rechte Figur. Bei ihr handelt es sich um eine weibliche Allegorie mit erhobener rechten Hand.


    Abschließend noch ein Artikel mit einigen Aufnahmen der Figurenfragmente.


    https://www.mainpost.de/region…schwinden;art735,10238490

    Bei so viel strahlender Schönheit rückt jetzt zunehmend auch das Sujet der Figuren in den Mittelpunkt.

    Um wen handelt es sich da eigentlich? Könnte dazu jemand eine Fortsetzungsgeschichte schreiben?

    Pro Tag eine Figur mit Bild, Geschichte und Bedeutung? Beginnend mit den Kuppelfiguren...

    Das haben wir alles schon um Strang zur Architektur und Kunstgeschichte bearbeitet :)

    Propheten Schlosskuppel


    Wie Schlingrippe schon berichtete, ist in der neuesten Ausgabe des Extrablatts des Fördervereins ein erster Beitrag als Fotodokumentation über 2 der 8 Propheten-Figuren zu finden, die die Schlosskuppel schmücken werden. Dargestellt sind hier die Propheten Daniel und Jesaias.

    Kann uns eventuell VanWuerzburg mit ein paar Informationen versorgen, was die restlichen Figuren und ihre Schöpfer anbelangt? :zwinkern:

    Weiß man, warum gerade diese 8 Propheten ausgewählt wurden, wo es doch weitere gab? Sorry, ich bin da nicht so bewandert...

    Die im Schnitt 3,30 Meter großen Propheten sind von der Schlossfreiheit gesehen und links beginnend:

    Jesaias von Emil Hermann Todt

    Hosea von Hermann Rudolf Heidel

    Zephaniah von Carl Heinrich Möller

    Zacharias von August Julius Streichenberg

    Jonas von Emila Alexander Hopfgarten

    Daniel von Gustav Bläser

    Jeremias von Friedrich Anton Hermann Schievelbein

    und Hesekiel von Ludwig Wilhelm Stürmer


    Angaben, warum genau diese Propheten ausgewählt wurden, konnte ich nicht finden. Aber meiner Meinung nach gehören die genannten mit zu den bekanntesten. Möglicherweise beruht die Wahl auf bestimmte biblische Passagen, die Friedrich Wilhelm IV. besondern christlich erschienen und im Zusammenhang mit den Propheten stehen.


    Gerne kann in Zukunft auch über das komplexe ikonographische Programm der ganzen Schlosskuppel diskutiert werden; also Innen- und Außengestaltung gehören ja zusammen.

    könnte es nicht doch sein, das es ein Mitbringsel oder Geschenk der Jerusalem-Reise 1898 war. Der Tross des Kaisers war über 200 Personen stark, sie nächtigten in über 75 Zelten außerhalb von Jerusalem.

    Nein, wie gesagt, es handelt sich um ein Zelt, das nach einem eigenhändigen Entwurf Kaiser Wilhelms I. angefertigt wurden. Daher hatte ich ja auch beide Bilder mit Bildunterschrift eingefügt und die stammen aus dem Buch von Albert Geyer zur Geschichte des Berliner Schlosses.

    Laut Peschken 1998 handelt es sich um Tafelparkett, dass wohl aus der Zeit Friedrich Wilhelms IV. stammt.


    Hier mal eine Aufnahme, auf der man den Boden hoffentlich besser erkennt.

    Quelle: Peschken 1998, S. 172 (Aufnahme um 1930)


    Ursprünglich nimmt man entweder einfache Dielen oder geschacht verlegte Steinpflaster an.


    Zu den Figuren konnte ich bislang nur so viel herausfinden, dass es sich um „frühwilhelminische“ Marmorgruppen mit erotischen Allegorien handele.

    Meiner Meinung nach befindet sich in der westlichen Ecke (auf dem obigen Bild links) eine Figurengruppe in der Art von Amor und Psyche. Sich zum Kusse zwei Figuren nähernd, zumindest eine mit Flügeln.


    In der östlichen Ecke (an der gegenüberliegenden Schmalseite) befand sich allem Anschein nach eine erwachsene weibliche Figur auf einem Panther reitend, begleitet von einem kleinen Knaben.


    Stilistisch kann ich es leider nicht zuordnen.

    Kaiser Wilhelm II. entwarf das Zelt im Schlüterhof 1904 selbst. Es diente als überdachte Vorfahrt.


    Quelle: Geyer, S. 147.

    Handzeichnung des Kaisers auf der Rückseite der Menükarte von der Königlichen Abendtafel am 6. März 1904.


    Quelle: Geyer, S. 147.

    Aufnahme um 1910.

    Meine Lieblingsstädte in Deutschland (max. 5 Antworten):

    Potsdam, Wiesbaden, Dresden, Leipzig, Görlitz


    Meine Lieblingsstädte außerhalb von Deutschland (max. 5):

    Wien, Versailles, Paris, Salzburg, Brüssel


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (historisch, max. 3):

    Würzburger Residenz, Dresdner Zwinger, Burg Hohenzollern


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (modern, max. 3):

    Museum Georg Schäfer (Schweinfurt), Messeturm (Frankfurt a. Main), Berliner Hbf.


    Meine Lieblingsarchitekten (max. 3):

    Balthasar Neumann, Andreas Schlüter, Karl Friedrich Schinkel


    Meine Lieblings-Architekturbücher (max. 3):

    alle ;-)


    Was sollte in Zukunft in Deutschland noch rekonstruiert werden? (max. 3):

    Kaskade im Hofgarten Veitshöchheim (auch wenn es kein Gebäude ist), Neustädter Rathaus (Dresden), Schloss Monbijou

    Das ist falsch. Die römischen Papstkirchen sind die einzigen, die traditionell gewestet waren. Die überwältigende Mehrheit der frühchristlichen Kirchen sind geostet (orientiert).

    Das stimmt so auch nun wieder nicht ;)


    Der Bamberger Dom und die Dome von Augsburg und Hildesheim sind auch als gewestet erbaut worden.


    Aber bitte die Diskussion über geostete Kirchen woanders weiterführen.

    Figuren Innenportal V

    Quelle: Peschken/Klünner, Abb. 57.


    Auch für diese Figuren gilt grundsätzlich, dass sie bis auf eine noch aus der Schlüterzeit stammten. Gleiches gilt für deren Verbleib. Eine Deutung wurde ja im Extraheft zum Berliner Schloss angegeben. Wie schon richtig bemerkt, handelt es sich bei der zweiten Figur um eine Neuschöpfung aus dem Jahr 1860. Darüber hinaus wurden zahlreiche der Köpfe und Gliedmaßen im Laufe der Zeit ergänzt.


    Nachfolgend die Attribute und Deutung, meine Ergänzung sind Kursiv:

    1. Gewandfigur ohne Attribut - Caritas (Extrablatt 89)/ Clio (Extrablatt 92)/ eine in sich verhüllte Frau könnte auch Prudicitia/Keuschheit darstellen

    2. Gewandfigur mit Palmwedel in ihrer rechten und Lorbeerkranz in erhobener Linken - Victoria (Extrablatt 89)/ Virtus

    3. Gewandfigur mit erhobener rechten Hand ohne Attribut - Justitia (lt. Extrablatt 89)/ Liebe (Extrablatt 92)/ vielleicht hielt sie eine Waage in der Hand

    4. Gewandfigur nach dem Vorbild der Flora Farnese mit Lorbeerkranz in der angewinkelten linken Hand - Flora (Extrablatt 89)


    Quelle: Extrablatt 89 (https://berliner-schloss.de/wp…latt-89_Gesamtausgabe.pdf).

    Wie es scheint, wird bei der zweiten Figur, die später durch eine Neuschöpfung aus dem 19. Jh. ersetzt wurde, die "barocke" Version rekonstruiert.


    Abschließend möchte ich 8 mögliche Tugenden, die häufig zusammen Darstellung fanden, auflisten:

    Patientin - Geduld

    Prudentia - Klugheit

    Caritas - Nächstenliebe

    Justitia - Gerechtigkeit

    Fides - Treue

    Spes - Hoffnung

    Fortitudo - Stärke/ Mut/ Tapferkeit

    Temperantia - Mäßigung


    Außerdem gehören Liberalitas/ Freigebigkeit, Religio/Religion, Concordia/Eintracht, Libertas/Freiheit, Honos/Ehre und Felicitas/Glück zu beliebten Kombinationen von Tugenden.

    Inwieweit andere Darstellungen mythologischen Gehalts ausgewählt wurden, kann erst gesagt werden, wenn das ursprüngliche Programm aufgefunden wurde.

    Figuren Innenportal I


    Quelle: Goerd Peschken und Hans-Werner Klünner: Das Berliner Schloss. Berlin 1998, Abb. 56.


    Sämtliche Figuren stammten noch aus der Schlüterzeit und blieben teilweise im Depot der Skulpturensammlung der Berliner Museen erhalten, einige aber sind verschollen. Mit der Deutung der einzelnen vier weiblichen Skulpturen wird sich bis heute schwer getan. Auch Hinterkreuser liefert keine eindeutige Zuordnung.


    Figuren mit Attributen und möglicher Deutung (v.l.n.r.):

    1. Gewandfigur mit Pfeilbündel in ihrer erhobenen rechten Hand - Concordia/ Eintracht

    2. Gewandfigur mit Palmwedel in der linken Hand - Pax/ Frieden

    3. Gewandfigur mit Lorbeerkranz in angewinkelter rechten Hand - Victoria/ Nike/ Sieg

    4. Gewandfigur mit Spiegel in der linken Hand - Prudentia/ Klugheit

    Auf den Pressebildern des Humboldtforums vom Skulpturensaal sind 2 "weibliche Gewandfiguren" zu sehen. Sind das Eintracht und Fleiß oder Frühling und Sommer?

    Meines Wissens müsste die linke Gewandfigur die dritte Figur von links des Innenportals I im Schlüterhof sein.

    Die rechte Gewandfigur müsste demnach die erste Figur von links des Innenportals I sein. Kopf- und Armhaltung sowie Gewandfalten lassen dies vermuten.

    Barockes Figurenprogramm des Berliner Schlosses


    Heute möchte ich euch einen Überblick über das ursprüngliche Figurenprogramm des Schlosses geben. Für die Zusammenstellung der Infos und Bilder nutzte ich vor allem drei Bücher:

    Albert Geyer: Geschichte des Schlosses zu Berlin. Berlin 2010.

    Guido Hinterkreuser: Das Berliner Schloss. Der Umbau durch Andreas Schlüter. Berlin 2003.

    Goerd Peschken: Das königliche Schloß zu Berlin. Bd. 1. München 1992.


    Beginnen möchte ich mit den Entwürfen bzw. Idealvorstellungen. Schon Andreas Schlüter plante für den Schlossbau ein umfassendes Figurenprogramm, dass die Dachzone auflockern sollte. Davon wurde letztlich nicht alles umgesetzt. Wie umfangreich diese geschmückte Attikazone aussehen sollte, zeigt uns der Kupferstich von Pieter Schenk mit Schlüters Schlossmodell aus dem Jahr 1702. Schlüter sah einen Skulpturenschmuck aus einem Wechsel von Standbildern und Vasen vor. Für die beiden Runderker waren große Wappenschilde vorgesehen, von denen aber nur der auf dem spreeseitigen Erker zur Ausführung kam.

    Quelle: Hinterkreuser, S. 212.


    Detailreicher in seiner Ausführung sind die Idealpläne von Paul Decker, sie geben uns zumindest eine vage, wenn auch geschönte, eben idealisierte Vorstellung vom Aussehen des Schlosses.

    Quelle: Hinterkreuser, S. 161. (Schlossplatzfassade, 1703)

    Deutlich ist der Wechsel von Vasen und Standbildern zu erkennen. Auch hier sieht man, wie auf Portal I außen männliche Figuren und innen zwei weibliche Personifikationen zur Aufstellung kommen sollten. Das Konzept wurde wie schon gezeigt unter Wilhelm II. wieder aufgegriffen.


    Quelle: Hintertreuer, S. 129. (Lustgartenfassade, 1703)

    Im Gegensatz zu den späteren Figuren aus der Kaiserzeit standen ursprünglich über dem Portal V mittig zwei männlich Standbilder, die seitlich von Trophäen begleitet wurden. Auf dem Stich von Decker sind es nur Trophäen, die aber stark ins figürliche gehen.


    Nachfolgend wurden einige wenige zusätzliche Bildwerke aufgestellt, namentlich auf Portal II sowie auf der Lustgartenfassade mit den Portalen IV und V. Die Fassade der Schlossfreiheit blieb ohne jeden Schmuck. Zur Veranschaulichung mit hoher Authentizität sind zwei Schlossansichten von J. G. Rosenberg vom Ende des 18. Jh. anzuführen.

    Quelle: Peschken, S. 306. (Kupferstich von Rosenberg, Schlossplatz und Lange Brücke, 1781)

    Der Stich wurde schon in älteren Beiträgen gezeigt und vermittelt uns eine, wenn auch teilweise vereinfachte Ansicht des Schlosses. So scheinen zumindest die Vasen auf der Attika sehr vereinfacht dargestellt zu sein. Zu sehen ist auch das Wappenschild auf dem Runderker sowie der Wechsel von Figuren und Vasen bis zur vierten Fensterachse vor Portal II.


    Quelle: Geyer, S. 149, Bd. 2 (Kupferstich von Rosenberg, Blick vom Packhof zum Schloss, 1777)

    Auf dem Stich sehen wir in wesentlich lockerer Verteilung Vasen auf der Attika. Portal IV wird (scheinbar) von zwei Standbildern und zwei Trophäen bekrönt.


    Laut einem Bericht des Schlossbaumeisters Bock aus dem Jahr 1812 waren es 28 Bildwerke. Insgesamt standen bis 1817, als der Schmuck entfernt wurde, 30 Objekte auf der Attika (12 Figuren. Diese möchte ich in einer kurzen Übersicht nachfolgend aufzählen.

    Auf der Attika des Schlossplatzes standen je 4 Standbilder auf den Portalen I und II sowie 5 Vasen auf der Balustrade.

    Auf der Attika zum Lustgarten standen je 2 Standbilder und 2 Trophäen auf den Portalen IV und V sowie 8 Vasen auf der Balustrade.

    Schließlich noch ein Wappenschild auf dem Runderker.

    Also insgesamt 12 Figuren, 13 Vasen, 4 Trophäen und ein Wappenschild.


    Was davon wirklich übrig blieb zeigt uns nachfolgendes Bild.

    Quelle: Geyer, S. 104, Bd. 2. (abgenommen Balustradenfiguren des Schlosses, seit 1929 im Depot des Bodemuseums)

    Wann diese Aufnahme gemacht wurde, steht leider nicht dabei. Aber es gibt drei Aufnahmen aus dem Jahr 1927.


    Quelle: Peschken, S. 307.

    Bei den beiden männlichen Skulpturen handelt es sich wohl um Figuren, die auf Portal V standen. Sie werden wegen der Attribute (Blumen und Früchte) als Frühling und Sommer gedeutet. Sie würden damit den jahreszeitlichen Pilasterhermen an der Lustgartenfassade entsprechen. Wie plausibel aber diese Dopplung ist, mag ich nicht sagen. Die Reste stammen auf jeden Fall aus der Bauzeit von Schlüter bis Böhme. Geyer sieht sie als Werke Schlüters bzw. seiner Werkstatt an, auch die nachfolgenden Figuren.


    Quelle: Peschken, S. 308.

    Diese beiden Figuren, links eine männliche und rechts eine weibliche Standfigur, standen nach Peschken wohl auf der Schlossplatzfassade. Er nimmt ihre antikische Gewandung als Beleg dafür an.


    Quelle: Peschken, S. 309.

    Diese weibliche Standfigur mit Foliant im Arm, wird bei Peschken als Philosophie gedeutet. Wo sie Aufstellung fand, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.


    Abschließend möchte ich aus dem Gutachten Schinkels zum Erhalt der Balustradenfiguren zitieren.

    "Gutachten über die Erhaltung der Statuen auf dem Königlichen Schloss" - 13. Mai 1817.


    "in architektonischer Hinsicht muß unsere Zeit demütig das Talent unseres großen Künstlers und Landsmannes Schlüter anerkennen und gutheißen, was ein solcher Meister geordnet.Mit seinem tiefen Sinn hat er die gedachten Statuen als eine edle Krönung des Palastes, als einen schönen Schmuck und als Verhätlnißpunkte für die Höhe und Ausdehnung des großen Gebäudes angebracht, und es wäre höchst wünschenswert, auch auf dem fortgesetzten, von ihm nicht ausgeführten Teile des Schlosses gegen die Schloßfreiheit zu, diesen Schmuck künftig einmal auszuführen, indem dieser Theil im Vergleich mit dem Schlüterschen, vorzüglich durch diesen Mangel, immer etwas nüchternes und kahles hatte."


    Auch Friedrich August Stüler bemängelte die Nichtausführung der Schinkelschen Pläne und schlug vor, sich an den Plänen Paul Deckers zu orientieren und im Verhältnis zu diesen neue Skulpturen für die Attika zu schaffen. Ebenso hätte man sich an den Originalfiguren Schlüters orientieren können, die es ja an zahlreichen Orten Berlins gab (Villa Kameke). Aber die Geschicklichkeit der damaligen Bildhauer ließ zu wünschen übrig, wie man an den neugeschaffenen Figuren im Schlüterhof von Portal V sieht, die im Verhältnis zu den Schlüterschen zu groß geraten sind und geradezu gegensätzlich zu diesen wirken.

    Figuren Portal V


    Diese wurden ebenfalls unter der Regierung von Wilhelm I. in Auftrag gegeben und wohl zwischen 1861 und 1864 angefertigt. Interessanterweise weisen die vier Skulpturen Porträtzüge des Auftraggebers und seiner Familie auf.


    Vorab aber erst einmal ein Bild.

    Von links nach rechts waren es:

    die Hochherzigkeit (mit dem Kopf von Wilhelm I.), von F. A. H. Schievelbein,

    die Gnade (mit dem Kopf von Kaiserin Augusta), von Hermann Rudolf Heidel,

    die Freigebigkeit (mit dem Kopf von Kronprinzessin Victoria), von H. R. Heidel und

    die Tapferkeit (mit dem Kopf von Kronprinz Friedrich), von F. A. H. Schievelbein.

    Figuren Portal IV


    Der Vollständigkeit halber:

    Quelle: bildindex.de


    Die Benennung der Personifikation hat classica schon richtig ausgeführt.

    Die Skulpturen wurden unter Kaiser Wilhelm I. in Auftrag gegeben (wohl zwischen 1861 und 1864). Nochmal die Figuren mit den zugehörigen Bildhauern von links nach rechts:

    der Handel, von Ferdinand August Fischer,

    die Kunst, ebenfalls von Fischer,

    die Industrie, von Ludwig Wilhelm Stürmer und

    die Schifffahrt, ebenfalls von Stürmer.


    Darüber hinaus ließ Wilhelm I. für die Ecken der Vorlage der Lustgartenfassade noch zwei weitere Figuren anfertigen.


    Die linke Figur auf der Ecke stellt, erkennbar am Spiegel, die Wahrheit dar. Sie wurde von Carl Heinrich Möller gefertigt.

    Die rechte Figur auf der Ecke zwischen Lustgartenflügel und Schlossfreiheit ist die Treue und wurde von Friedrich Anton Hermann Schievelbein gehauen.


    Eine dritte Skulptur für die Ecke, wo Schlossfreiheit und Schlossplatz aufeinandertreffen, sollte die Frömmigkeit darstellen (ebenfalls von Schievelbein gefertigt). Sie wurde zwar ausgeführt, kam aber nicht zur Aufstellung und wurde ins Depot verbracht.