Posts by Sean Apollo

    Links des oben genannten Gebäudes befand sich das Warenhaus Rothberger. Es war eines wenn nicht das größte Textilgeschäft Wiens, und gehört einem Juden. Im Krieg wurde es dann von irgendwem in Brand gesetzt.


    Hier sieht man rechts das Ensemble aus drei Häusern, welche miteinander verbunden waren, und alle dem Textilhändler gehörten:



    Heutiger Vergleich: (die drei Häuser sind noch klar erkennbar)



    Hier eine Ansicht, wenn man ein paar Schritte zurück geht – dann sieht man auch rechts im Bild das Gebäude aus meinem vorherigen Beitrag:



    Ein paar weitere Vergleiche:






    Ansicht der Erdgeschosszone damals:




    Viele Menschen denken, es handle sich hier um Neubauten, aber tatsächlich sind es noch die ursprünglichen Gebäude. Rein theoretisch ließen sich die Fassaden rekonstruieren. :D

    @Sean Apollo


    Danke für das Foto! Ich sehe erst jezt , dass das wunderschöne Haus hinter dem Gutenberg Denkmal heute weniger Stuck hat als früher! Ist mir so bis dato noch nie vor Ort bewußt aufgefallen! Moderne Architektur in einer Stadt verhält sich irgendwie wie Fuß- und Nagelpilz auf einem vormals gesunden und gepflegten Fuß. Das dauert sehr lange, bis sich so ein grauslicher Ausschlag weder wegtherapieren lässt.

    Sprichst du von diesem Haus hier?


    Willkommen im Strang der Wiener Stadtbildverluste durch den 2. Weltkrieg! Von vielen verschwundenen Gebäuden weiß man kaum etwas, und vor allem diesen vergessenen Juwelen unserer einst wunderschönen Stadt möchte ich diesen Strang widmen.


    Rotenturmstraße Ecke Lugeck:


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    Ich finde es interessant wie sehr "urbaner" das alte Gebäude die Gegend wirken ließ. Es sah wirklich mächtig aus.


    Schade auch um die schöne Laterne am ersten Bild! Am unteren Bild sieht man eine vereinfachtere Variante. Ich weiß nicht genau ob das eine alte Laterne ist, die deplatziert wurde (und somit später hier platziert wurde), oder ob das eine Art "Nachbau" ist, aber diese unten leicht historisch und oben aalglatt (sieht man am Bild schlecht) wirkenden Laternen sieht man überall in Wien, und ich mag sie nicht besonders.



    Ich finde die große Laterne lässt das ganze auch "städtischer" wirken.



    Dem neuen Gebäude musste auch dieses Nachbarhaus weichen (links im Bild):


    Sollen sie nur so weitermachen, dann sieht Wien genauso perforiert aus wie deutsche Städte. Vielleicht träumt sogar manch einer davon. Die Gründerzeit hat ja leider auch heute nur wenige Freunde.


    Kommt drauf an, bei der Gruppe der älteren Männer die entweder im Gemeindebau aufgewachsen sind, oder jene, die am Land aufgewachsen sind und dann in die Stadt gezogen sind, weil sie komplexiert waren was ihr "Heimatkaff" betraf, ist die Gründerzeit tatsächlich unbeliebt.

    Schade, dass in Altbauten Lifte eingebaut werden. Das sollte verboten werden. Es fördert die Gesundheit der Bevölkerung, wenn es keinen gibt. Für die Menschen, die unbedingt einen brauchen (wegen Alter, Behinderung …) wird es sowieso immer genügend Neubauten mit Lift geben.

    Interessant, dass das Thema wieder aufkommt, gerade heute hatte ich mich damit beschäftigt, wie beruhigend doch eine Stadt mit vielen Altbauten eigentlich ist. Die Altbauten versprühen eine gewissen Gemütlichkeit, einen Frieden, ein Wohlbefinden, eine gewisse Sanftheit. Kurz gesagt, es entspannt die Seele. Moderne Architektur ist hingegen hart, kalt, kühl, aggressiv und aufdringlich. Gerade in diesen Zeiten, wo sich die Welt immer schneller dreht und bald alle unter chronischem Stress leiden, ist es wohl nicht schlecht, wenn wir eine "flächendeckende" entspannende Architektur hätten.


    Ansonsten dachte ich mir auch, dass es was Integration betrifft eine gewisse Rolle spielen könnte. Gerade bei uns in Wien gibt es Viertel, von denen nicht mehr allzu viel übrig ist. Diese Stadtteile werden hauptsächlich von Ausländern bewohnt und werden durch riesige Betonklötze charakterisiert, allerdings befinden sich im "Zentrum" dieser ehemaligen Ortskerne noch immer viele alte Häuser – die laufend abgerissen werden. Auch, wenn die Menschen weiter in den Betonklötzen leben, es wäre trotzdem vorteilhaft gewesen, diese alten übergebliebenen Häuser im "Zentrum" der Ortskerne zu sanieren, damit diese Menschen ein bisschen das Gefühl nach einem Zentrum haben, damit es sich auch dort, im tiefsten Ghetto Wiens, nach "WIEN" anfühlt, und sich diese Ausländer nicht so fühlen, als wären sie irgendwo in das dreckigste Viertel abgeschoben worden, dass es in Wien nur gibt, isoliert vom Rest. Denn nur wenige von diesen Menschen besuchen die Innere Stadt, was führt sie schon dorthin? Sie wohnen dort nicht, arbeiten dort nicht … ich hätte mir gewünscht diesen Leuten diesen kulturellen Zugang zu ermöglich und in Form von sanierten Altbauten zu geben, die sie betrachten können, an denen sie vorbeispazieren können, quasi ihr eigenes kleines "Zentrum", welches sich schick und gehoben anfühlt, wo Dinge geschehen und passieren, wo sie sich wie in Wien fühlen (in vielen Vierteln nicht der Fall), und wo sie auch diese Identität von "WIEN" wahrnehmen und dann anfangen, sich auch selber damit zu identifizieren.


    Das hat man aber mal wieder nicht geschafft . Unsere Politiker denken höchstens einen Schritt im Voraus, wenn nicht einen halben, danach haben sie schon vergessen was sie vor hatten. Sie verlieren den Überblick und hab weder Ahnung was sie tun, noch Kompetenz oder Erfahrung, um irgendwas durchzuführen. Zusammenhänge werden nicht erkannt und es wird extrem kurzsichtig gedacht. Da haben wir wirklich mal wieder die größten Loser erwischt haha. :D

    Wie wäre es mit Spenden? Jeder gibt einen Teil dazu, damit baut man ein Haus in guter Lage. So hat man etwas Stabiles und gut Gebautes, das in naher Zukunft kein Geld verschlucken wird, und etwas Geld einbringt. Dann könnte man kleine Kredite nehmen für weitere Projekte, den Kredit würde man mit den Mieteinnahmen des Hauses abbezahlen. Das würde zwar lange dauern, bis man sich etwas aufbaut, ohne mehr von Krediten abhängig zu sein, dafür würde man aber am Anfang vielleicht weniger Geld brauchen (bzw. ein ganzes Gebäude müsste schon finanziert werden) und man hat das eigene Haus dann quasi als "Sicherheit". Mit den Krediten baut man dann weitere Häuser, und je schneller sie fertig sind, desto früher können die neuen Mieteinnahmen dann die neuen Kredite abbezahlen.

    Noch nicht einmal das erinnert mich an den Plattenbau. Die Vorstellung von einem Plattenbau hat mit dem Neubau Herzogstraße 49 für mich absolut überhaupt gar nichts gemeinsam.

    Es ist kein Plattenbau, "Plattenbau" ist einfach nur zu einem Begriff für alles geworden, was schlecht ist.


    Ganz ehrlich, der Neubau ist gerade noch "ok". Das liegt wahrscheinlich hauptsächlich am Dach, was das einzige ist, was irgendwie eben "Ok" ist und dadurch das ganze Gebäude irgendwie "ok" macht. Ich hätte es besser gefunden, wenn man den Altbau behalten hätte und hier eine Fassadenrekonstruktion gemacht hätte.


    In Deutschland gibt es wirklich eine Rekonstruktions-Kultur, die es hier in Österreich nicht gibt. Dadurch leihen sich viele Neubauten auch Elemente von Altbauten ab. Ich muss sagen, ich finde das eigentlich recht gefährlich für den tatsächlich alten Bestand, da dann das Risiko besteht, dass Altbauten durch pseudo-alte Häuser und Disneylandarchitektur ersetzt werden und man es als in Ordnung empfindet, oder "mehr in Ordnung" empfindet, als wenn es ein total moderner Klotz wäre. Sprich: Die Stimme gegen den Abriss von (manchen) Altbauten wird leiser … SEHR gefährlich! – merkt euch meine Worte in 10 Jahren dann.

    So eine Idee hatte ich auch schon vor kurzem: Ein gemeinsames Unternehmen gründen


    Ich würde es sogar europaweit machen. Gerade in diesen Zeiten muss Europa zusammenhalten, gegen "den Rest der Welt". Ich denke Tourismus ist eine sichere Einnahmequelle, sprich, so lange es (noch) keinen Krieg gibt, und so blöd es klingt, wenn sich dadurch deutlich bessere Lebensumstände erreichen lassen, dann soll es eben so sein, dass wir in einem Museum leben. Tourismus ist bereits eine sehr wichtige Einnahmequelle in vielen europäischen Städten und Ländern, manche Leben quasi davon, aber ich würde das noch weiter ausbauen, um den Touristen DAS Klischee zu bieten.


    Wenn man sich die ganzen Initiativen und Vereine in den anderen Ländern anschaut, merkt man, dass man hier sehr rasch ein großes Netzwerk aufbauen könnte. Es ist ja ein bisschen das Prinzip der EU. Oder aller Teamarbeit. Alleine ist es eben immer schwieriger.

    Danke! Liebe das Gebäude. Zeno muss aber es sicher hassen. :D


    Frage mich wie drinnen die Räumlichkeiten wohl aufgeteilt sind.


    Also ehrlich, wäre ich wegen Bauwidmungen unter finanziellen "Druck" gesetzt hoch zu bauen, würde das Resultat ca. so ausschauen. :P

    Es geht um den hohen Bau. Mindestens der hintere Anbau dürfte modern sein. Ob der Vorderbau historistisch ist, vermag ich nicht zu sagen. Wenn ja, wirkt er ungewöhnlich, fast schon etwas steam-punkig.



    Gefällt mir sehr! Gibt es mehr Bilder von diesem Gebäude?

    Das Haus muß dafür dran glauben. Und obwohl es ein älterer Ziegelbau ist, schade ists nicht drum.


    https://www.google.de/maps/pla…x5153f939f2871f62!6m1!1e1

    Also doch ein Gründerzeitler. Schade eigentlich, auch wenn es ein einfaches Gebäude ist. Und solche niedrigen Gebäude werden aufgrund der "Verdichtung" überhaupt selten. Des weiteren steht gegenüber ein ähnliches Gebäude, dass finde ich gut dazu passt. Es muss nicht die ganze Stadt immer nur aus Protz bestehen. In meiner Gegend z.B. stehen viele einfache Häuser von 1900, und ich finde es schade, wenn eines verschwindet.


    Auch wenn der Neubau toll aussieht. Und ich bin mit deiner Kritik zum Neubau auch komplett einverstanden, und hätte ihn auch so gestaltet wie du. Ich hätte es trotzdem toller gefunden, wenn man ein Nachkriegsgebäude dafür zerstört hätte.


    Die niedrigen Gebäude machen einen gewissen Charme aus, und bringen "Luft" und Abwechslung in Straßen hinein.