Posts by Sean Apollo

    Lustig, das Bild ist nicht mehr abrufbar, weil die Webseite anscheinend schon seit einer Weile nicht mehr online ist. Die Architekten, von dessen Seite ich das Bild direkt verlinkt habe, haben wohl gemerkt, was für einen unglaublichen Mist sie da gebaut haben, und beschlossen vermutlich daraufhin, die Karriere als "Architekten" lieber sein zu lassen – anders kann ich mir das Verschwinden des Bildes nicht erklären :-)


    Ansonsten hab ich noch weitere Horror-Dachausbauten gesehen - noch schlimmere! - aber dann dachte ich mir, mein iPad ist mir zu schade um sowas drauf zu speichern, und ärgern tu ich mich dann auch noch, ich konzentriere mich also lieber auf Rekonstruktionen :-P

    Neubaugasse 3:




    Meiner Meinung nach eher gut gelungen, schaut sogar schon etwas "gebraucht" aus ;) Die Fenster hätte man neu streichen können, aber wenigstens sind es keine Kunststofffenster. Übrigens schön zu sehen, dass man viel Geld in eine Fassade reingesteckt hat, aber nicht in billige Plastikfenster. Ich finde die Fenster fast wichtiger als die Fassade. Vor allem wenn es sich um Fenster handelt, die vor, und nicht etwa hinter der Fassade sitzen. Dann schaut sogar eine flache Fassade gut aus, denn die Fenster, deren Holzrahmen leicht herausragt, machen den Relief. Ein flaches Haus mit neuen Fenstern schaut aber schrecklich aus.

    Ich denk, die Sache mit der Hausgröße hängt auch mit der Familiengröße zusammen. Seit einigen Jahrzehnten hat die typische Durchschnittsfamilie so ca. 1-2 Kinder und dafür passen die Einfamilienhäuser, die wir kennen. Früher hatten die Eltern viel mehr Kinder als heute. Einfamilienhäuser heutiger Größe wären für Familien um 1900 viel zu klein. Jedenfalls für Familien, die sich Fassadenschmuck leisten konnten und Ansprüche an ihr Haus hatten.


    Ich würde sagen, dass das nur zum Teil stimmt – man muss bedenken, dass früher auch viele Familien zu dritt oder mehr in einem kleinem Zimmer geschlafen haben, und dies noch dazu oft auch das Wohnzimmer war. Des weiteren waren ja manchmal einige der Familienmitglieder arbeiten, während die anderen zu Hause waren, um dann später - Nachts - wieder die Rollen zu tauschen. Aber ich verstehe schon sehr gut was du meintest!


    Man müsste herausfinden, was für Leute damals in diesen Stuck-Einfamilienhäusern gelebt haben. Das erklärt dann vielleicht, weshalb es so wenige davon gibt. Das war sicher eine ganz spezielle Schicht Menschen. Vielleicht irgendwas in Richtung Bürokraten oder Beamte?


    Vielleicht Leute ohne Kinder? Oder Hochstapler? Also… ärmere Leute, die mit einer Fassade beeindrucken wollten? Wobei das ungebildete Leute vermutlich gar nicht richtig verstehen würde. (Zumindest etwas, was sich nicht geändert hat :lachentuerkis:)
    Was ich recherchiert habe, haben erstaunlich viele Ärzte hier gelebt. Chirurgen unter anderem, und auch "Wundärzte" - wobei ich jetzt googeln musste, was genau das ist, und es scheint eine frühe Form von Chirurgen gewesen zu sein. Sie waren wahrscheinlich auf keiner hohen Position, haben sich aber vielleicht hochgearbeitet. Ich hatte vor einiger Zeit über viele Leute aus der Gegend von damals recherchiert, etliche von ihnen besaßen anscheinend Zinshäuser in sehr gut gelegenen Gebieten von Wien, unter anderem der Innenstadt. Aber dazu passen diese Häuser hier irgendwie nicht…
    Auch etliche Geschäftsmänner gab es anscheinend, von "mittlerer Schicht" würde ich sagen.


    Edit:
    Ich könnte mir auch noch vorstellen, dass das ursprünglich Ferienhäuser für eine gewisse Schicht Stadtmenschen waren. Damals machten reiche Familien viele Wochen "Sommerfrische" in Häusern in einer landschaftlich attraktiven Gegend.


    Daran hatte ich gar nicht gedacht, und diese Theorie passt auch ganz gut glaub ich. Außer vielleicht der Teil mit dem reich sein. Andererseits, war das um 1915-1920 was Fassaden angeht ja schon eine recht zurückhaltende Epoche. Ich hab keine Ahnung was um diese Zeit die "Häuser der Reichen" waren, ob es so etwas überhaupt noch gab? Wäre sicher interessant zu finden. Auch in den 30er Jahren wäre es interessant zu erfahren, was reiche so gebaut hatten. Vermutlich aber nicht allzu viel!

    Ich muss sagen - ich hasse sie trotzdem, selbst wenn sie gut ausschauen - denn meistens haben sie auch von Innen gar keinen Charme. Ich kenne einige Leute, die solche Wohnungen haben, und das sind die sterilsten Wohnung, die es überhaupt gibt. Sie werden einfach fürchterlich eingerichtet. Und ich rede hier nicht von Möbeln, oder Pflanzen, sondern von Dingen, die vermutlich nur die wenigsten austauschen werden: Parkett, Türen, Bad, Küche oder Treppen…


    Ich hab einige Dachgeschoßausbauten gesehen die Fischgrätenparkett und Altwiener Flügeltüren hatten, aber das waren wirklich die wenigsten - meistens sind es Türen wie aus Plastik mit hässlichen Türklinken in Pseudochrom, das Parkett ebenfalls fürchterlich. Badezimmer werden, wenn ich jetzt daran denke, in neuen Immobilien im Grunde dann doch nicht so schlecht eingerichtet. Unpassend für das Haus meistens, aber die Bäder haben etwas.


    Jetzt denken viele - da das ja bei anderen ist, geht mich das nichts an. Das stimmt schon. Nur bewegt man sich im Leben automatisch auch in anderen Räumen, seien es Büros, Geschäfte, Wohnungen von Freunden… man kann es nicht wirklich umgehen, wenn man ein normales Leben führen will. Und dennoch bekommt man das alles mit. :)


    Viele Leute die ich kenne, würden ihre Wohnung auch gerne anders einrichten, nur fehlt das Geld, und sie lassen ihren DG dann lieber so wie er ist. Eine Freundin von mir ist aber gerade von einer DG-Wohnung ist eine Altbauwohnung umgezogen, und sie genießt jetzt ihre Kastenfenster, ihren alten Parkett und ihren Kachelofen. Umgezogen ist sie, weil sie es musste, hätte sie es nicht müssen, wäre sie wahrscheinlich in ihrer DG-Wohnung geblieben. Und trotzdem gefällt ihr die jetzige Wohnung - im alten Stil - besser.


    Aber naja… :)

    Diese drei Häuser gefallen mir auch sehr, wobei man deutlich sieht, dass das hier eine ganz andere "Struktur" ist, wie schon gesagt wurde, ist das Hochparterre hier die Belle-Étage ist. Auch solche Häuser habe ich bei mir in der Gegend gesichtet – das Haus, welches ich zuerst zeigte, finde ich wahrscheinlich genau aus diesem Grund so einzigartig, es verbindet irgendwie ein "Dorfhaus" oder ein Bauernhaus mit einem "Stadthaus" ein bisschen. Wobei es hier auch Bauernhäuser gibt, die diese "Belle-Étage" - falls man sie in diesen Fällen so nennen kann - ebenfalls als im "leichten" Hochparterre hat, und auch mit stärker ausgeprägter Fassade.


    Ich finde auch, dass die Fassade proportional zum Haus sein müsste (ich finde, das ist auf allen 3 Beispielen von Kaoru der Fall), aber ich finde auch auf dem Haus, welches ich gepostet habe, ist dies der Fall. :) Vielleicht erkennt man es schlecht - möglicherweise ist der Winkel kein guter - aber eine stark ausgeprägte Fassade ist das jetzt auch nicht gerade. Die Häuser auf den Bildern von Kaoru sind eben wie gesagt, eher Villenmäßig, oder zumindest das eine davon. Das geht dann wieder in Richtung Villen und davon gibt es nun wirklich reichlich.


    Schade, dass diese "einfachen" Häuser so schwer zu finden sind, wobei ich jetzt nicht so "einfache" meine, wie (primitive) Bauernhäuser am Hand, sondern mehr so einfache "Stadthäuserle" :)


    Möglicherweise gab es das damals auch nur selten, die Leute - vor allen in den ärmeren Schichten - haben wohl eher in Wohnungen gelebt, da es in der Stadt mehr Arbeit gab, und die, die im "Grünen" gelebt haben (von den Ärmeren), waren eben selber Bauer. Somit waren dies wieder typische Bauernhäuser. Außer man hatte mehr Geld, dann waren das aber gleich Villen. Man sieht hier sehr schön, wie gespalten die Gesellschaft war, viel mehr als heute. Den typischen Einfamilienhaustraum, wie es ihn heute gibt, gab es damals wahrscheinlich einfach nicht.


    Danke Stadtmensch für die Erklärung, welche Stile das waren. Es gibt noch etliche andere Häuser, deren Stile mich interessieren würden – vermutlich wieder "Mischungen", aber sie schauen ganz anders aus, als das Haus, dass ich gezeigt habe!

    Ach, mir ging es mehr um die Moral, und weniger um das Gesetz :zwinkern:


    Aber hier wäre ein Beispiel:



    Was ist das für ein Stil überhaupt? Das Haus ist von 1918 (laut Besitzerin).
    Auf der einen Seite ist es geschlossene Bauweise wie man sehen kann.


    Es ist in einer sehr ruhigen Gasse gelegen. Mich würde es wundern, wo man noch weitere solche Häuser findet? Solche kleinen, alten, Einfamilienhäuser. smile:)


    Dieses hier ist aber ein besonders schönes Exemplar… die Ornamente gefallen mir sehr gut! Das einzige was ich kritisieren kann sind der Zaun und die Fenster. eye:) Viele haben hier noch die alten Zäune, die gefallen mir sehr gut. Würde dem Haus wirklich hervorragend stehen. Noch Kastenfenster und für mich wäre das Haus - zumindest von außen - perfekt :opa:

    Guten Abend allerseits!


    Bei mir in der Gegend - am Wiener Stadtrand, unweit von der niederösterreichischen Grenze - gibt es zahlreiche alte "Einfamilienhäuser" wie man sie - denke ich - nennen könnte, die "Vorreiter" zum modernen Einfamilienhaus quasi. Ich habe bemerkt, dass so etwas in Wien recht selten ist, und bin nun auf der Suche, nach Bildern von solchen Häusern. :smile: Dabei handelt es sich um ebenerdige oder maximal 1-Stockwerk-hohe Häuser. Ich weiß schon, dass es in allen Randbezirken noch etliche ebenerdige Häuser gibt. Diese findet man aber meistens in geschlossener Bauweise, und es sind eher ländliche Häuser.


    Bei mir gibt es tatsächlich Häuser mit, ich glaube gründerzeitlichen Charakterzügen. Ich würde liebend gerne Fotos davon online posten. Ich bin mir nicht sicher ob das allerdings okay ist, da es ja private Häuser sind.


    Alte Gründerzeit-Zinshäuser gibt es natürlich noch viele, Gründerzeit-Villen ebenfalls, aber wo sind die ganzen Gründerzeit-Einfamilienhäuser? Ich denke die gab es wohl einfach nur schon zu Beginn selten?
    Die meisten Häuser in meiner Gegend wurden um die Jahrhundertwende errichtet, viele aber auch später, bis ca. 1918. Und dennoch haben manche recht schöne Fassaden wie ich finde - schon komisch, gerade zur Kriegszeit hätte man nicht gedacht, dass da Leute so Häuser bauen. :smile: Naja … waren wohl die letzten Dinosaurier quasi.


    Ich wäre auf jeden Fall sehr interessiert, Bilder von solchen Häusern zu sehen, falls ihr welche haben solltet, würde ich mich über diese sehr erfreuen. :smile:

    Ja das Projekt ist schon lange fix - leider. Ich dachte auch, dass daraus nichts wird. Oft sieht man ja solche Projekte im Internet stehen, aber es kommt nie zum Bau.


    Irgendwann bin ich aber wie gesagt vorbeigegangen als ich in der Nähe war, und da waren sie schon fleißig am Werkeln. Wie weit sie jetzt sind weiß ich nicht, das war aber schon irgendwann Ende letztes Jahres als ich dort war. Es wird sich also wahrscheinlich inzwischen schon was getan haben. Vielleicht kann ja wer vorbeischauen, wenn er/sie mal in der Nähe ist…


    Von unten wird man das aber denke ich schon deutlich erkennen, das Gebäude ist in Realität gar nicht so hoch. Man sieht eh wie es ausschauen wird, es wird auf gleicher Höhe wie andere Häuser sein. Der Winkel lässt da nicht zu, dass man es nicht sieht, es sei denn man steht wirklich mit der Nase an der Wand.


    Was ich mich auch frage ist ob es tatsächlich diese schreckliche gelbe Farbe bekommen wird. Laut Gesetz sollen sich ja neue Gebäude in die Gegend einfügen bzw. "integrieren". Das hab ich außer beim Schwarzenbergplatz 3 jetzt leider noch nirgends gesehen.

    Um genau zu sein, ist das "Am Hof", die Freyung ist etwas weiter hinten! Aber auch auf der Freyung ecke Renngasse gibt es eine solche Katastrophe, zwar nicht so stark ausgeprägt, aber dennoch:


    http://www.wienbilder.at/i/kraeuterhausfreyung.jpg (rechts das Haus)
    https://c2.staticflickr.com/6/…43277456_98b653c53b_b.jpg
    http://www.wien-maver.com/gall…reyung03.jpg?m=1376394600
    http://dydale.altervista.org/2007/Vienna/img_0179.jpg


    Es schaut in der Realität aber schlimmer aus als auf diesen Bildern.


    Was "Draufsetzen" betrifft gibt es momentan ein Projekt, dass mich sehr wütend macht! Es handelt sich um ein Haus im Servitenviertel, in der Servitengasse, welches gerade aufgestockt wird. Für diejenigen, die nicht aus Wien sind - das Servitenviertel ist aufgrund seines dörflichen Charmes und Flairs eines der beliebtesten Grätzel in Wien. Generell ist bei den Bewohnern der Stadt alles was ein bisschen "dörflich" ist beliebt - sei es nun das Servitenviertel, der Spittelberg, oder auch Gebiete weiter außerhalb.


    Aber auch Investoren haben diese Gebiete für sich entdeckt, durch die Nachfrage steigen natürlich die Preise und viele Wohlhabende möchten in oben genannten Orten leben - aber nicht etwa wegen des Flairs - sondern einfach weil diese Orte bekannt sind. Ergibt wenig Sinn, ich weiß. Den Leuten, die dort etwas bauen - man darf sich nicht wundern - ist es selbstverständlich egal, was sie dort hinpflanzen, sie stehen ohnehin schon mit einem Bein im Grab und was sie den jüngeren Generationen hinterlassen ist auch egal, denn bis dahin sind sie schon längst im Tiefschlaf.


    Was an der Servitengasse / der Servitengasse toll war, war die Tatsache, dass es nur Altbestand gab. Das ändert sich jetzt wohl mit folgender Aufstockung. Wer die Gegend kennt, weiß, dass dieser Bau einfach nur zum Heulen ist.


    Nach einer langer Rede… nun zu den Bildern.


    Die Servittengasse
    http://www.rechtsanwaeltin-braun.at/media/Serv2.jpg
    http://immobilien.diepresse.co…lepauty20121103005506.jpg


    Der geplante Aufbau
    http://www.jpi.at/projekte/1090-wienservitengasse-3


    Die Hofseite von diesem Haus schaut wie der billigste der billigsten Gemeindebauten aus, kaum zu glauben, dass es Idioten gibt, die dafür eine ordentliche Summe bezahlen werden. Ist ja klar, dass es sich da lohnt, so etwas zu machen. So billig wie möglich bauen, so teuer wie möglich verkaufen. Wie auch bei jeder chinesischen Plastikerfindung - die es nicht ohne Grund gibt - könnte man auch hier sagen: "Es gibt immer einen Trottel der's kauft"
    Bei dem Haus handelt es sich um die Servitengasse 3.


    Einfach nur schrecklich. Diese Firma JPI wertet die ganze Gegend ab… diese Leute die so etwas bauen lassen schießen sich aber nicht mal selbst ins Bein, denn wie ich schon sagte, bevor das auf den Wert der Gegend eine Auswirkung hat, sind die schon längst unter der Erde. :lachentuerkis:


    Für mich sind es auch vor allem Pflastersteine, alte Laternen, diese alten "Schutzpfeiler" am Gehsteig … die die Gegend prägen. Pflastersteine werden in Wien immer häufiger durch Asphalt ersetzt. Diese Aufstockung ist einfach nur Fehl am Platz.


    Das komplette Gebäude wird entkernt, unten kommt auch eine komische Öffnung wie man auf den Bildern erkennen kann (da, wo's unten gelb ist!). Dieser Bereich ist bereits geöffnet worden (war vor Ort). Das ist leider auch immer öfter der Fall, unweit von der Servitengasse wird ein anderes Haus gerade "saniert", wo ebenfalls so ein Bereich geöffnet wurde, anscheinend für eine Garage.


    Immer mehr Leute wollen eine Garage, brauchen einen Platz, um ihr Auto irgendwo zu parken. Die Parkplätze werden knapp, also baut man sie einfach in die Häuser hinein. Ich würde vorschlagen die Leute steigen einfach mal auf's Rad um, das wird ihnen sicher nicht schaden… Ich meine, ich habe auch ein Auto, aber in der Stadt gehe ich zu Fuß, oder mit den Öffis. Und in meiner Gasse ist mein Auto das einzige das parkt, also nimmt es keinen unnötigen Platz ein.


    Naja - das war's auch schon von mir. :wink: