Posts by Dase

    Zum Einen haben wir es hier erneut mit einem Tiefpunkt der Dresdener Journaille zu tun (nachdem vor kurzem erst H&M & Starbucks als Zeichen dafür gedeutet wurden, dass Elbflorenz "immer cooler wird"), zum Anderen erstaunt es, dass man immer noch nicht kapiert hat, dass man sich den Titel selber verscherzt hat. Man hatte ihn bereits, und hat ihn leichtfertig aufgegeben. In jedem Falle wird sich Leipzig mit seiner Bedeutung in der Musikhistorie und den damit verbundenen noch vorhandenen Orten bewerben, die es in ähnlicher Fülle und Bedeutung nur in Wien und vielleicht Mailand gibt. Dresden hat in der Hinsicht nur wenig zu bieten, spielt also, was musikalische Historie betrifft, in einer ganz anderen Liga.


    Dresden hat es, wie bereits geschrieben, mit seinem arroganten Verhalten eher schwieriger für andere Städte der Region gemacht, sich zu bewerben. Insofern sollte man da ganz still sein.


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    ^ Fuchshuber& Partner hätte ich mir an der Ecke auch besser ausgearbeitet gewünscht, m.E. wird der Bau allerdings durch die Erdgeschosszone noch einmal erheblich gewinnen:

    Quelle: Kondor Wessels


    Unterdessen hat heute im Krier&Kohl Bau die Leipzig-Information eröffnet, Haupteingang wird wohl derjenige sein, an dem sich später die von Rob Krier geschaffenen Putten befinden werden:

    Quelle: Kondor Wessels

    Der erste vollständige Museumswinkel am Bildermuseum in Leipzig, das Katharinum, befindet sich kurz vor der Fertigstellung. Die Fassade des Gebäudes wurde altstadtgerecht in 4 Abschnitte unterteilt, die von unterschiedlichen Architekturbüros gestaltet wurden.


    Abschnitt von Krier & Kohl:


    Noch einmal mit Blick in den Innenhof am Museum, im Hintergrund der Fuchshuber & Partner -Abschnitt:


    Links Krier & Kohl, rechts HSA:


    Fuchshuber & Partner - Eckbau mit Blick durch die Katharinenstraße:


    Die Hoffassade desselben:


    Spengler & Wiescholek-Abschnitt im Böttchergässchen - deutlich zu erkennen ist, dass dieser Fassadenbereich der "modernste" ist, sich das Katharinum also am Übergang zum rechts sichtbaren Neubau des stadtgeschichtlichen Museums an den Bestand anpasst, genau so wie es die historisierenden Bauten an der Katharinenstraße machen:


    Aus dem Hof gesehen:


    Zum Abschluss noch einmal Krier & Kohl mit Blick durch die Katharinenstraße zum Markt:


    Zum Vergleich der Entwurf.

    @ Miwori: herzlichen Glückwunsch zu deinem reichlich platten Beitrag!


    Quote from "Miwori"

    Wie oft hört man: "Hätten Sie Lust an einer Umfrage teilzunehmen?" und immer habe ich mich gefragt, wer denen das eigentlich bezahlt.
    Jetzt weiß ich es - ich selber, als Dresdner Steuerzahler!


    Die Dresdner Marketing GmbH oder andere städtische Unternehmen wird kaum sämtliche Straßenumfragen der Region in Auftrag geben. Außerdem wurde die Außenwahrnehmung der Stadt wohl eher deutschlandweit als auf der Prager und in der Dresdner IHK gemessen.


    Quote from "Miwori"

    Beauftragt wurde - auch das symptomatisch - eine Westfirma.


    Wenn die Aufgabenstellung ist, die Außenwahrnehmung zu messen, macht es sich im Allgemeinen ganz gut, auch Auswärtige damit zu beauftragen. Dies gilt inbesondere für Dresden, wo man die eigene Stadt dann doch sehr gerne ins Positive oder Negative verklärt.

    ^ Das Gebäude hat keine (zu recht oft kritisierten) zusammengwürfelten Zufallsfenster, es hat ein Satteldach und die Fassade besteht nicht aus Beton und Glas. Bleibt als einziger deiner Kritikpunkte noch der Kunststein, dessen Beschaffenheit du momentan noch gar nicht beurteilen kannst (rate mal, welches momentan am Neumarkt entstehende Gebäude ebenfalls Fassadenteile aus Kunststein enthält). Zusätzlich fügt sich das Gebäude wie hier oft gefordert ins Ensemble ein. Da bleibt wenig Substanz für den völligen Verriss des Gebäudes - es wäre also durchaus wünschenswert, wenn du mit solchen Urteilen bis zur Fertigstellung warten würdest.

    Quote from "Valjean"

    Dase: ich wusste bis vor einigen Monaten überhaupt nicht, dass unter der Blechhülle eine Vorgängerfassade existiert. Ende der neunziger Jahre und um die Jahrhundertwende habe ich in Leipzig studiert, mich aber seither geographisch immer weiter von der Stadt entfernt. [...] Liest man die Leserkommentare diesbezüglich bei der LVZ, stellt sich heraus, dass ein Grossteil der Leipziger nicht wusste, dass sich unter dem Aluminium noch etwas verbirgt.


    = Desinteresse. Wie bereits geschrieben, selbst wenn das Vorhandensein der alten Fassade nicht unbedingt zum Allgemeinwissen zählt, spätestens als das Thema vor 2 oder 3 Jahren ausführlich in der LVZ behandelt wurde, hätten diejenigen, die jetzt so laut aufschreien, aktiv werden können und müssen. Dass dies nicht der Fall war, zeigt, dass man am eigentlichen Thema, der Neubebauung und Wiederbelebung des Richward-Wagner-Platzes und des Brühls, der Keimzelle für den einstigen Wohlstand der Stadt, keinerlei Interesse hatte. Insofern wirkt die jetzige Begeisterung für die Hänsel-Fassade, das verbale Anketten an die Fassadenreste, gelinde gesagt bigott.


    Quote from "Valjean"

    So scheint es mir, dass man sehr lange mit dem Abbau der Alu-Teile gewartet hat, vielleicht um die Betrachter nicht allzu lange an den Steinbau gewöhnen und am Ende sogar daran Gefallen finden zu lassen.


    Wenn es keine Argumente mehr gibt, tuts auch eine Verschwörungstheorie. Aus welchem Grund hätte man die Aluteile abbauen sollen, bevor eine Baugenehmigung vorliegt?


    Quote from "DarkVision"

    Genau das ist der Punkt!


    Ist es nicht. Die Vorgehensweise stand seit 3 Jahren fest, es gab sogar eine Verzögerung von einem Jahr, die man durchaus hätte nutzen können, wenn, ja wenn man denn Interesse gehabt hätte.


    Und auch wenn es Einige nicht verstehen möchten: die Baugenehmigung ist erteilt. Der Protest kommt zu spät.

    ^ Vergebene Liebesmüh. Diejenigen, die jetzt am lautesten schreien, haben sich vor 2 oder 3 Jahren, als noch Planungsänderungen möglich waren, keinen Deut für das Gebäude interessiert, obwohl die alte Fassade auch Thema in der hiesigen Presse war. Nicht einmal die Bauverzögerung von knapp einem Jahr wurde genutzt. Die jetzige Unterschriftenaktion dient m.E. nur dem Zweck, hier mal wieder die gute alte "die da oben"-Leier anzustimmen, da angesichts der bereits erteilten Baugenehmigung, die, sofern keine Formfehler vorliegen, nicht zurückgenommen werden kann, nicht zu erwarten ist, dass es noch Planungsänderungen geben wird.


    Der aufgeregte Aktionismus kommt 3 Jahre zu spät.

    ^ da ist die Fantasie mit mir durchgegangen. Ich vermute mal, dass es sich bei dem grünlichen italienischen Stein um die dunkelgrauen Partien an Café Felsche, am Augusteum und im Hofbereich handelt. Wenn man ein wenig die Augen zusammenkneift, kann man da einen leichten grünen Schimmer hineininterpretieren :D


    Den Glasanteil am Augusteum finde ich momentan auch ein wenig zu hoch, allerdings wird sich der Gesamteindruck wohl noch verändern, wenn erst die steinerne Dachpartie fertiggestellt ist.


    Was die Rosette und das große Stirnfenster betrifft, allen Informationen und Visualisierungen zufolge wird es sich dabei ebenfalls um mit Ornamenten i.Ä. geätztes, aber einfarbiges Glas handeln.

    @ Leipziger: der Selbstnutzer e.V. hat auch schon diverse denkmalgerechte Sanierungen an Altbauten hingekriegt, auch wenn diese natürlich nur einen winzigen Teil der Sanierungsleistung in Leipzig ausmachen. Außerdem zeigen die Bilder m.E. exemplarisch, dass auch in "schlechteren" Stadtvierteln die Sanieurngsqualität inzwischen steigt.

    @ Christoph / dresdnerimexil: was, wenn kein systematisches Voten ist denn die Verbreitung des Links mit entsprechender Aufforderung in diesem und dem SSC-Forum? Sind das dann keine künstlich hervorgerufenen Ergebnisse? Inwieweit würde sich, moralisch, oder was die Fairness betrifft, eine entsprechende Aufforderung in irgendeinem BDA-Forum davon unterscheiden? Schon irgendwie bigott, jetzt einen Abbruch des Votings zu fordern, oder?

    ^ Ohne mich jetzt in die allgemeine Diskussion einmischen zu wollen, würde ein "Modernist" jetzt doch mit Fug und Recht behaupten, dass die meisten der gezeigten Gebäude eher historisierend als modern daherkommen. Und da sind wir auch schon beim Grundproblem: es wird aneinander vorbeigeredet, eben weil die Ansichten so unterschiedlich sind.

    @ Wikos: bei dem Winkel handelt es sich um ein Gebäude, dass in vier verschiedenen Abschnitten von unterschiedlichen Architekturbüros gestaltet wird. Der Gebäudeteil, der von Krier & Kohl gestaltet wird, ist dabei der, sagen wir mal, klassischste. Dieser wird allerdings der Einzige sein, der Skulpturen über dem Eingang erhält. Insgesamt aber ein schönes Projekt, dass hoffentlich Vorbild für die zwei noch fehlenden Winkel sein wird. Das Thema und weitere Ansichten hatten wir vor einem halben Jahr schon einmal.

    @ Leipziger


    Was macht diese Gebäude so besonders, dass ausgerechnet hier (mal von der von dir bereits angesprochenen Stadtteillage abgesehen) eine künftige Rekonstruktion auch nur angedacht werden sollte? :schockiert:


    @ Aedificium


    Quote

    auf der einen Seite sind das "abwertend" industriell gefertigte Ornamente, auf der anderen Seite werden diese "industriell" gefertigten Teile heute "händisch" gearbeitet. Als ob da in der Gründerzeit nicht auch "händisch" gearbeitet wurde. Natürlich wurden da auch Grußformen herangezogen, aber damals war es eben immer noch mehr "Handwerk" als es je heute sein wird.


    Ehemals industriell gefertigte Bauteile werden heute meist handgefertigt. Sollte wieder ein massenweiser Bedarf entstehen wie vor 100 Jahren, würde aber sicherlich wieder eine industrielle Fertigung erfolgen.


    Quote

    Dieser Begriff soll doch nur die "Wertlosigkeit" dieses Gebäudes unterstreichen.


    Es geht hier nicht um Wertlosigkeit, sondern um Relationen. Und ja, wenn du es schon in eine Wertigkeitsskala einordnen willst, so steht bei mir ein industriell gefertigtes Fassadenelement, dass so an etichen Gebäude der Umgebung zu finden ist, im künstlerischen Wert unter einem Gebäude, dessen Ornamente explizit für dieses Entworfen und schliesslich handwerklich geschaffen wurden.


    Quote

    [...]Die Einlagerung gründerzeitlicher Spolien behindert (kostenmäßig) mit Sicherheit nicht andere Rekos (auch Teilrekos), das ist erstmal eine pure Behauptung [...]


    Ich sprach von der Sicherung existierender Gebäude, nicht von Rekos. Wer soll denn das Einlagern bezahlen? Die Stadt. Wer finanziert das städtische *hust* Gebäudesicherungsprogramm? Die Stadt. Wer hat kein Geld ohne Ende? Die Stadt. Jeder Cent, der in eine solche Aktion gesteckt wird, fehlt bei der städtischen Unterstützung dieses und anderer Programme (Selbstnutzer, Wächterhäuser), die tatsächlich noch existierende Baudenkmäler vorm Abriss bewahren.


    Quote

    [...]pure Behauptung[...] dass es sich beim abgerissenen Haus um ein sog. Arbeiterwohnhaus handelt


    Auch zu Gründerzeiten waren Arbeiterwohnhäuser in Vierteln wie Lindenau einfacher gearbeitet als Bürgerhäuser im Waldstraßen- oder graphischen Viertel. Dies betrifft zunächst die Konstruktion an sich, Dicke und Aufbau von Decken und Wänden, aber nicht zuletzt auch die künstlerische Qualität von Ornamenten. Das ist eine simple Tatsache, kein Abwerten.


    Quote

    Welche Ornamente eines Gründerzeithauses wurden überhaupt je eingelagert?


    Mir fielen da spontan die Karl-Heine Ecke Zschochersche Straße ein oder die herabgestürzten Teile der Waldstraße Ecke Feuerbachstraße, die bis zur Sanierung eingelagert wurden.