Posts by findorffer

    tegula,

    Du hattest geschrieben:


    Das ist keine Frage der Gehirnwäsche, sondern des ästhetischen Empfindens. So sehr ich das hier in Bremen nicht nachvollziehen kann, sollten wir Menschen zugestehen, tatsächlich einen anderen Blick auf Schönheit in der Architektur zu haben.


    Da kann ich Dir nur zustimmen, wir können natürlich die eigenen Ansichten nicht absolut setzen und müssen ganz im Sinne der freien Meinungsäußerung andere Ansichten ertragen, auch wenn wir nicht mit ihnen übereinstimmen. Bei Deinem Beitrag habe ich mich allerdings gefragt, wen Du mit "Menschen, die einen anderen Blick auf Schönheit in der Architektur haben", eigentlich meinst. Deine Feststellung ist zwar allgemein formuliert, aber Du schreibst es ja im Kontext mit diesem schwarzen Gebäude. Wenn ich das richtig herauslese, meinst Du mit ""Menschen" die Architekten, die diesen Bau entworfen haben. Vielleicht auch den Investor. Da kommen wir aber in ein anderes Fahrwasser. Ich weiß nicht, ob Du die Diskussion verfolgt hattest, die wir hier vor einigen Wochen geführt hatten. Da ging es auch um die moderne Architektur und die Frage, warum wird heute nur so hässlich gebaut. Wir hatte da einige Punkte zusammengetragen:

    • Neue Gebäude sind heutzutage ökonomische Entscheidungen, sei es vom Architekten oder vom Investor - na ja, von dem sowieso
    • Schön bauen muss man auch können - mit Verlaub, unseren heutigen Architekten traue ich alles Mögliche zu aber nicht, dass sie schön bauen können. Da fehlen sowohl das Bewusstsein als auch die Fähigkeiten. Die Moderne hat ein Problem mit der Schönheit.
    • Heimdall hatte noch einen Punkt beigesteuert: Wenn Architekten anders bauen würden, z. B. historisch angelehnt, hätten Sie Probleme mit den sogenannten Kollegen. Es gibt da ja diesen Satz: Architekten bauen für Architekten.

    So viel in Kürze dazu. Damit kommen wir jetzt auf den Punkt:

    Ist dieses schwarze Gebäude nur ein anderer Blick auf Schönheit oder geht es nicht vielmehr darum, dass hier ein Geschäft abgewickelt worden ist? Zwischen dem Architekten und dem Investor. Investoren wollen in der Regel immer ein Höchstmaß an Fläche generieren. Je mehr Fläche, je mehr Profit. Architekten bedienen diesen Wunsch (sonst wären sie bald arbeitslos). Und der Baustil, der den größten Flächenzuwachs verspricht, ist die Moderne - nicht der Jugendstil, der Historismus oder der Klassizismus - alles zu aufwändig und zu teuer.
    Eine Diskussion über das Schönheitsempfinden der Architekten oder des Investors führt uns, glaube ich, in falsche Bahnen, denn darum geht es nicht. Gleichwohl sind solche Beiträge über die Ästhetik immer wieder die Begleitmusik der Architektenprosa, die uns über Hochglanzprospekte oder durch Interviews der Presse erreicht. Da können die Architekten dann ihren Avantgardestatus frönen oder philosophieren über "Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt". Das ist für mich übrigens einer der hinterhältigsten Sätze im Zusammenhang mit diesem Thema. Denn wenn Schönheit im Auge des Betrachters liegt, dann gibt es ja auch keine hässliche oder schlechte Architektur mehr, dann sit ja alles immer nur gut. Denn irgendein Betrachter wird sich immer finden - und sei es der Architekt oder der Investor - der sagt: Dieses Gebäude gefällt mir. Dieser eine Satz vernichtet jede Architekturkritik. Dann kann man auch bauen, wie man gerade lustig ist. Dieser eine Satz sagt: Alles ist irgendwie schön. Damit ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Und eigentlich ist das auch ein Satz, der die Architekten selbst in Frage stellt, denn danach kann eigentlich jeder - jeder Mensch ist ein Künstler hieß es doch gleich - irgendein Gebäude entwerfen, worüber würden sich die Architekten dann aufregen? Schließlich liegt doch Schönheit im Auge des Betrachters.

    WagenUnWinnen, ich schrieb:


    Was dort nun neu hinkommt, ist erratbar. Den Baustil kann man sich ebenso vorstellen wie eine Zunahme der Geschosshöhe. Sonst lohnt sich das Ganze ja nicht. Dadurch ändert sich der Rhythmus der Straße auch auf dieser Seite. Und oft ist es so, dass, wenn erst mal einer anfängt, fokussiert sich das Augenmerk anderer Investoren auch auf diesen Bereich. I


    Das ist die favorisierte Architektursprache dieser Senatsbaudirektorin. Seitdem diese Frau am Ruder ist, läuft es aus demselben. Wir haben nun einen schwarzen Bau an der Schleifmühle (ehemalige Musikbibliothek), an der vorderen Schwachhauser Heerstraße (ehemaliges Concordia-Theater) und nun dieser Bau. Das ist aber nur der Anfang, weitere Investoren werden kommen und Gebäude abreißen. Ich sehe im wahrsten Sinne des Wortes S C H W A R Z!!!

    Ja, Heimdall, diese Straße ist wohl Bremens Nr. 1, auf alle Fälle Bremens 1. Adresse. Die Architektur des Großbürgertums. Aber ich wäre nicht traurig, wenn anstelle der Villen hier eine Blockrandbebauung im Gründerzeit- oder Jugendstil wie im Prenzlauer Berg oder im Magdeburger Gründerzeitviertel stehen würde (womit ich keinesfalls sagen will, dass hier auch nur ein Haus abgerissen werden soll). Wichtig sind doch die Grundlagen: Abwechselungsreichtum, Schönheit und das, was man heute als "Kunst am Bau"bezeichnet - seinerzeit integraler Bestandteil der Fassadengestaltung. Nicht auszudenken, wenn die ganze Straße nun mit modernen Gebäuden gepflastert werden würde, deren Reduktionsideologie zu immer gleich aussehenden Fassaden führt. Da reicht dann schon der Anblick eines Hauses, den Rest kann man sich ersparen - man hat ja schon alles gesehen (immerhin eine Zeitersparnis). Für mich wäre es dann kein Vergnügen mehr, die Straße entlang zu radeln.

    DritterTeil Marcusallee und Horner Heerstraße:


    Das nachfolgende Gebäude an der Marcusallee gehört dem Milliardär Kurt Zech. Bemerkenswert ist hierbei, dass es sich um einen gelungenen Neubau im klassizistischen Stil handelt. Auch wenn Zech in Bremen mit seinen Bauten zur Verhässlichung der Stadt beigetragen hat - ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an den Abriss einerJugendstilvilla in der Barkhofstraße (unter dem Strang: Abrisstadt Bremen: Parkallee) - dieser Bau ist eine Bereicherung und passt sich gut in die historische Architektursprache der Marcusallee ein.




    Die Borgward-Villa an der Horner Heerstraße. Ich glaube, seine Enkelin bewohnt noch diese schöne Villa, die uns einen sehnsüchtigen Blick in bessere, bedeutungsvollere Zeiten Bremens (Borgward-Werke) erlaubt:



    Daneben ein fast gleichartig aussehendes Gebäude:


    Marcusallee Teil 2:


    Ein Seitenstraße der Marcusallee, der Deliusweg.



    Mein absolutes Lieblingshaus. Architekten der Moderne, schaut euch an, wie phantasievoll man bauen kann. Öffnet hier vielleicht gleich der Maler Heinrich Vogeler die Tür?



    Eine weitere Seitenstraße: Am See: Diese nicht so auffällige Villa ist umgeben von einem kleinen Privatpark, der direkt an den Rhododendronpark anschließt. Links hinter dem schwarzen Auto der kleine, leider nicht auf diesem Foto sichtbare mit Seerosen bestücke See, der der Straße ihren Namen gab. Ein idyllischer Ort.



    Wieder in der Marcusallee:




    Eine in Bremen oft gesuchte Lösung, um Gebäude zu erhalten: die Umwandlung in eine Altenwohnanlage. Auf der linken Seite wurde ein moderner Neubau rangeklatscht. Ich bin gespalten angesichts dieser Lösungen. Einerseits wird das historische Gebäude erhalten, andererseits wird der ursprüngliche Charakter nicht zuletzt durch die "zeitgenössische Architektur" vollkommen verfälscht. Wir sehen die Toreinfahrt zur Villa.




    Vermutlich 20er Jahre



    Es gibt im hinteren Teil auch kleine, niedliche Großvillen



    So, nun komme ich endlich dazu, den Strang Horn-Lehe weiterzuschreiben. Ich konzentriere mich auf die Zufahrt zum auf Rhododendronpark, die Marcusallee. Auf dem Areal des früheren Gutes Rosenthal und späteren Rickmers Park baute der Bremer Architekt Johann Georg Poppe das Schloss Krayenhorst, das in Größe und Pracht alles übertraf, was es in Bremen gab.


    Im französischen Renaissancestil: Schloss Krayenhorst



    Bereits 50 Jahre später, Mitte der 20er Jahre, der Senat hatte das Gelände inzwischen gekauft, wurde Poppes Prachtbau wieder abgerissen.

    Einzig das alte Teehaus ist heute noch übrig geblieben und steht am Ende der Schwachhauser Heerstraße:



    Daneben befindet sich der "Eingang" zur Marcusallee. Gleich rechts ein Gebäude des amerikanischen Konsulats.



    Weitere Villen und Landhäuser



    Schlecht einsehbar






    Durch Anbau und Spielplatz (haben Sie was gegen Kinder?) ist von der ästhetischen Wirkung der Villa nicht mehr viel übrig geblieben.



    Ich schätze: 20/30er Jahre und späterer Umbau in den 80ern


    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Anfrage beim Landesamt für Denkmalpflege hier etwas Licht ins Dunkel bringen könnte. Frag doch mal da nach, ob die noch entsprechende Bilder in ihrem Archiv haben.

    Immer wieder treiben mir die Lügen und Tricksereien der Immobilienwirtschaft den Zorn ins Gesicht. Die Anzeige unten aus dem Weser-Kurier treibt es mal wieder ganz heftig. "Moderne Ästhetik im klassischen Gewand". Und natürlich darf der abgegriffene Renner der Werbebehauptungen nicht fehlen: " Tradition und Moderne verbinden sich zu einem harmonischen Ganzen".

    Was wir noch nicht wussten: Das "Wesentliche" (?) steht im Vordergrund. Es ist die Rede von "klassischen Stilelementen". Wo bitte sind die denn. Ich sehe nur eine der typischen Kisten, obwohl da doch im Text steht, das Design des Gebäudes sei "klassisch"gehalten.


    So, ich kann jetzt nicht mehr an mich halten und verabschiede mich, auch von diesem Anblick und den unsinnigen Behauptungen..


    Hatte nicht schon Timothy Leary in den 60er jahren gesagt: Thörner on, tune in, drop out. Trotz meiner kapitalismuskritischen Haltung muss ich sagen: Solche - gute - Investoren brauchen wir. Denen gönne ich den Erfolg und auch die Rendite. Nicht auszudenken, dass Italiano bald dieses Viertel entdeckt und sich die Schrottimmobilien unter den Nagel reißt. Nach deren Abriss kann ich mir den "Baustil" lebhaft vorstellen. Dann wäre Rolf Thörner der Harry Potter von Bremerhaven, der gegen den bösen Lord Voldemort kämpft. Vielleicht erst mal beim Quidditchspiel.

    WagenunWinnen, dieser Abriss ist mal wieder ganz schlimm. Ich habe ja lange im Ostertor gelebt, ganz in der Nähe, und dieses auf und ab der Dachformen, auch diese kleinen Häuschen, sorgten für wahrnehmbare Vielfalt. Dadurch bekam die Straße ästhetische Qualität. Auf der gegenüberliegenden Seite ist diese verloren gegangen. Hier hat die Stadt als Folge der eigenen Fehlplanung Mozarttrasse nach den damit zusammenhängenden Abrissen eine dieser gleichförmigen Hausreihen hingesetzt. Was dort nun neu hinkommt, ist erratbar. Den Baustil kann man sich ebenso vorstellen wie eine Zunahme der Geschosshöhe. Sonst lohnt sich das Ganze ja nicht. Dadurch ändert sich der Rhythmus der Straße auch auf dieser Seite. Und oft ist es so, dass, wenn erst mal einer anfängt, fokussiert sich das Augenmerk anderer Investoren auch auf diesen Bereich. Ich verweise hier auf die Weserstraße in Bremen-Vegesack. Der erste Schritt ist meist der Beginn einer ästhetischen Kontaminierung.


    Unter diesem Gesichtspunkt, Heinzer, sehe ich auch das Bauprojekt in der Deichstraße. Man muss die Sache doch im Kontext sehen und nicht als einzelne Baumaßnahme, die hier mal zufällig entsteht. Der Zeichencharakter mit ausstrahlender Wirkung für andere Investoren liegt doch auf der Hand. Hingewiesen sie in diesem Zusammenhang auf den Abriss der Kirche am Osterdeich gleich um die Ecke. Die Abbildungen des scheußlichen Neubaus, der schon bald fertig ist, habe ich ja bereits eingestellt. Bald ist der nächste rückwärtige Garten dran. Ich habe versucht habe, zu vermitteln, wie Stück für Stück die Baugeschichte vernichtet wird: erst der Garten, dann der Parkplatz und daraus wird jetzt, nach der Privatisierung, der Bauplatz. Nach diesem Entwertungsprozess verlaufen viele Umwandlungen.

    Wichtig war mir aber auch bei meiner kleinen Begehung, die Ängste der Deichstraßenbewohner zu vermitteln. Also, Heinzer, die Sache ist doch etwas komplexer, weshalb man nicht sagen kann, na ja, es wurde nichts abgerissen, also ist es nicht so schlimm. Der Neubau reicht, wie mir die Anwohner sagten, bis an die denkmalgeschützte Villa heran. Es verändert auch deren Charakter, wenn ein Gebäude so nah auf die Pelle rückt. Und das ist dann wieder Vorbild für die nächste Aktion. Im Viertel wird doch inzwischen überlegt, wie man aus jedem Quadratzentimeter noch einen Bauplatz machen kann.

    Osterdeich/Ecke Deichstraße


    Das nächste Neubauprojekt, dass sich in ein altes gewachsenes Stadtviertel frisst. Direkt hinter einer Osterdeichvilla entsteht wieder Mal einer dieser schrecklich anzusehenden Investorenbauten, der den Maßstab der durch Altbremer Häuser geprägten Deichstraße stört. Die Villa wurde von den Architekten Eduard Gildemeister und Wilhelm Sunkel 1898/99 für den Tabak-Kaufman Heinrich Hirschfeld gebaut. Nachdem sie in städtisches Eigentum übergegangen ist, residierte dort u. a. das Konservatorium und anschließend das Oberverwaltungsgericht Bremen. Schließlich wurde die Villa privatisiert, der frühere rückwärtige Garten wurde zum Parkplatz. Dieser Parkplatz wird nun versilbert oder besser noch: vergoldet. Wir kennen das Prinzip ja schon von der hier von mir bei Stadtbild eingestellten Musikbibliothek. Auch diese wurde privatisiert, danach konnte der Eigentümer machen, was er will und was möglichst viel Kohle bringt. Heraus kam der Abriss des rechten Flügels mit einem völlig überhöhten Neubau, der den Charakter der das Stadtbild prägenden ehemaligen Polizeistation konterkariert.


    Die Osterdeichvilla:




    Blick in die Deichstraße




    Der rückwärtige Parkplatz, ehemaliger Garten und jetzt Investorengold




    Der Neubau




    Kann man den Investoren einen Vorwurf machen? Sie nutzen nur das aus, was das grüne Bauressort versäumt hat bzw. versäumen wollte. Man hätte damals in die Verkaufsverträge mit den neuen Eignern der Osterdeichvilla (oder der ehemaligen Musikbibliothek) einen Passus mit einbauen können, der große bauliche Veränderungen verbietet. Die neuen Eigentümer alter, denkmalwürdiger Baukultur werden in Bremen offensichtlich regelrecht eingeladen, große bauliche "Veränderungen" vorzunehmen. Der Abriss des Medienhauses hängt uns allen noch in den Kleidern. Man will ja, dass Investoren Geld in die Hand nehmen und Wohnungen bauen. Die Auswirkungen auf das Stadtbild werden heruntergespielt.


    Ich begab mich zwecks Anschauung zum Ort des Geschehens. Dort stand vor einem Altbremer Haus eine kleine Gruppe von Anwohnern. Wir kamen ins Gespräch. Die Empörung über den Neubau war groß. Sie bezog sich auf den Baustil, der nun nichts mehr mit den hier vorkommenden Altbremer Häusern zu tun hat. Dann wurde die Bauhöhe beklagt, die die hier stehenden Häuser überragt. Weiter wurde ich aufgeklärt, dass der Investor eine Tiefgarage einrichten wird. Durch die Grundwasserabsenkung wird es zu Absackungen im Umfeld des Neubaus kommen, der sich meist durch Rissbildungen in den Fassaden bemerkbar macht. Im Ortsteil Fesenfeld war dies der Fall. Außerdem wurde kritisiert, dass der Neubau direkt an die unter Denkmalschutz stehende alte Osterdeichvilla heranrückt. Ein Denkmal braucht auch einen gewissen Platz - Umgebungsschutz sozusagen. Was die Tiefgarage angeht, äußerten die Anwohner noch die Befürchtung, dass der Autoverkehr dann ja auch zunehme. Das berührt auch die Grünen-Politik, die ja in Bremen eine gewisse Autofeindlichkeit an den Tag legen und dafür sorgen wollen, dass statt dem Auto das Fahrrad in Bremen Vorrang haben müsse. Hier in der Deichstraße aber wird eine Autotiefgarage mit den für die Anwohner absehbaren Belastungen genehmigt..

    Im Bremer Viertel haben die GRÜNEN mit über 40 % die Mehrheit. Diesbezüglich standen die Anwohner, offensichtlich selber Grünen-Wähler, in staunender Schockstarre. Sie hätten nicht gedacht, dass die Grünen nun die sind, die das Viertel mit solchen Klötzen überzeichnet. Dies war auch eine Anspielung auf die Neubebauung an der Kohlhökerstraße und die Viertelinitiative: Kein Hochhaus im Viertel. Gebaut wird trotzdem so, wie der Investor es wollte. In Bremen spielt sich die Wandlung der Grünen von einer ehemals linkskritischen zur investorenfreundlichen Partei ab. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, hat aber leider die immer wieder hier beschriebenen negativen Auswirkungen auf das Stadtbild. Man könnte es sicher auch anders machen.

    Beginnen will ich mit einigen Gebäuden, die nahe zur Grenze nach Oberneuland stehen. Da wäre erstens das Gut Landruhe, in dem der Jugendstil-Künstler Heinrich Vogeler einst beauftragt wurde, im Treppenhaus Entwürfe für Umbauten zu liefern. Dem Gut angeschlossen ist der etwa 3 Hektar große Menke-Park. Um diesen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, durfte die Bremer Landesbank als Eigentümerin hier drei der üblichen hässlichen Blöcke in den Park bauen bzw. wurde Parkgrund abgetrennt und privatisiert. Inzwischen ist die Bremer Landesbank pleite und damit Geschichte, das Gut Landruhe, einst für Tagungen vorgesehen, wurdeinzwischen an den Raumfahrtunternehmer Fuchs verkauft. Auf dem Privat-Gelände befindet sich auch noch ein ansehnlicher Fachwerk-Bauernhof.




    Insgesamt drei Wohnblöcke befinden sich abgetrennt im (nicht-mehr) Park:



    Gleich neben dem Menke-Park an der Leher Heerstraße 194 befindet sich diese beeindruckende Villa im Tudor-Stil, gebaut 1872 vom Bremer Architekten Johann Georg Poppe für den Bremer Kaufmann und königlich sächsischen Konsul Hermann Leupold als Sommersitz. Auch hier wurden im zur Villa gehörigen Park einige Gebäude gebaut. Das Ganze läuft heute unter dem Namen Konsul-Leupold-Park, ich glaube, hier ist heute ein Altenheim untergebracht (Bin mir allerdings nicht ganz sicher).



    Neubebauung zur Leher Heerstraße hin. im Hintergrund die Villa.



    Horn-Lehe


    Das östlich gelegene Horn-Lehe liegt zwischen den beiden Stadtteilen Schwachhausen und Oberneuland. Zum Stadtteilbezirk gehört auch die Universität Bremen und der daran anschließende Technologiepark.

    In Horn-Lehe sollen die meisten Millionäre wohnen und mindestens ein Milliardär. Einige Beiträge zum Stadtteil habe ich bereits gebracht, allerdings unter der Rubrik Schwachhausen, da ich nicht extra einen neuen Strang eröffnen wollte. Die erwähnten Beiträge bezogen sich auf die Apollon-Villa und auf das Mühlenviertel. Vielleicht kann man das noch in den neuen Strang schieben.

    Eine der edelsten Straßen Bremens befindet sich in Horn-Lehe, die Marcusallee. Sie führt zum Rhododendronpark, hier stehen noch eine ganze Reihe großbürgerlicher Villen und Landhäuser.


    Das Kontorhaus des Bremer Vulkan



    Das Kontorhaus der ehemaligen Bremer Vulkan Werft - Architekt Rudolph Jacobs, von dem einige Gebäude in Bremen unter Denkmalschutz stehen - liegt am Ende der hier schon häufiger eingestellten Weserstraße in Bremen-Vegesack direkt neben der bereits verschandelten Ulrichs-Villa. 2015 beantragte der neue Eigentümer, das Gebäude abzureißen und dort zwei Hochhäuser mit 14 Stockwerken hinzubauen. Seitdem brodelt es im Stadtteil, denn in der Bevölkerung werden die Hochhauspläne abgelehnt. Der Denkmalschutz ist zwar für den Erhalt des Jacobs-Baus, kann aber aus rechtlichen Gründen keinen Schutz aussprechen. Hier die Bilder:










    Die Entwürfe für die Hochhausneubauten stammen aus dem Londoner Architekturbüro CarusoSt.John, das in Bremen bereits das preisgekrönte Gebäude der Bremer Landesbank gebaut hatte. Hier eine reduzierte Version.




    Nachfolgewerft des Bremer Vulkan wurde übrigens die Lürssen Werft, die im hochpreisigen Yachtbau unterwegs ist und wohl zu den größten Unternehmen ihres Fachs gehört. Diese hat nun auch noch ein Wörtchen mitzureden bei der Projektierung, denn Werften erzeugen Lärm und es besteht die Möglichkeit, dass sich die neuen Bewohner dagegen wehren. Etliche Gerichtsverfahren währen die Folge.

    Abschließen kann man sagen, dass die Immobilienwirtschaft ein Auge auf die Weserstraße geworfen hat und wie die vorherigen Beispiele ja zeigen, nicht zum Vorteil des Stadtbildes.


    Zuletzt noch zwei Weserbilder. Lürssen stellte gerade zwei neue Yachten fertig. Vermutlich warten sie auf ihre neuen Eigentümer aus den arabischen Ländern oder sonst woher. Lürssen hat schon Yachten im Preissegment bist zu einer halben Milliarde Euro verkauft. Das können sich nur Ölscheichs oder russische Oligarchen leisten.





    Die Diskussion über das Thema Schönheit vs. Gleichförmigkeit scheint Fahrt aufzunehmen. Dieser Bereich beschäftigt mich ja schon seit mehr als 30 Jahren und erklärt meine kritischen Beiträge hier auf Stadtbild Deutschland zur Moderne. Der nachfolgende Artikel aus Focus online - auch weitere Medien beschäftigen sich aktuell, sicher zur Freude aller Stadtbild-Foristen, mit dem Thema - erweitert den oben eingestellten Ansatz noch um weitere Aspekte bezüglich der Ursachen für schlechtes, hässliches Bauen.


    Neben Heimdalls "Kognitiven Dissonanzen" und die im vorherigen Artikel hervorgehobenen Ursachen Bürokratie und Kostendruck werden weiter als Verursacher hervorgehoben: die Architekten, die Bauträger und die Politiker. Und ich hatte in einem Betrag hier schon mal vor einiger Zeit auf die Ökonomisierung des Bauens als Grund für die Einfallslosigkeit im Baugeschehen hingewiesen.

    Bei der Ursachenforschung setzt sich wohl immer mehr ein multifaktorieller Ansatz durch.



    Langeweile von Bayern bis Schleswig


    Hässliche Quader mit Flachdach: Warum neue Häuser in Deutschland alle gleich aussehen


    Immobilien sind eine beliebte Kapitalanlage. Aber nicht überall lohnt sich der Kauf.



    Neue Häuser sind in Deutschland meist niedriger als in den 1970er Jahren - aber genauso austauschbar: Im Wohnungsbau herrscht bundesweites Einerlei. Doch niemand will die Verantwortung für architektonische Langeweile übernehmen: Schuld sind die anderen, sagen Politiker, Bauträger und Architekten. Hier sind ihre Ausreden.

    In ganz Deutschland versprechen Stadtplaner bei Neubauprojekten „attraktive Quartiere“ und „innovative Konzepte“ - und ebenso einförmig wie die Werbesprüche sind die Ergebnisse. Viele Neubaugebiete gleichen einander so sehr, dass Besucher nur an den Nummernschildern der geparkten Autos erkennen können, ob sie sich in Bayern befinden oder Schleswig-Holstein. Es dominiert der Quader mit Flachdach.

    Die Gründe der gebauten Ödnis sind vielfältig, wie Fachleute sagen. Wirtschaftliche Interessen der Bauträger spielen ebenso eine Rolle wie Behörden, Politiker und die dominierende Fraktion der Modernisten unter den Architekten.


    Quader sind optimal für kurzfristige Rendite

    Ein maßgeblicher Faktor: die kurzfristige Rendite. „Wenn Sie quaderartige Schachteln mit geraden Wänden und Flachdach haben, optimieren Sie die Fläche, Sie haben immer ein paar Quadratmeter mehr Wohnfläche als mit Schrägdach“, sagt Sebastian Körber (FDP), Architekt und Vorsitzender des Bauausschusses im Bayerischen Landtag.

    Die Kommunen selbst tragen durch ihre Vergabepraxis dazu bei: Bis zum Ersten Weltkrieg wurden Grundstücke in der Regel einzeln oder in Gruppen weniger benachbarter Parzellen abverkauft und bebaut. So erhielt jeder Straßenzug ein individuelles Gesicht. Schon nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich das: Seither veräußern die Kommunen Baugrund häufig in größeren Einheiten, sodass ein Unternehmen eine Vielzahl gleichförmiger Häuser errichten kann.


    „Kommune bekommt das, was der Bauträger ausrechnet“

    „Ein Hauptproblem ist, dass die Kommunen den Bauträgern große Gebiete ohne einen städtebaulichen Rahmen überlassen“, sagt Christian Siedenburg, Architekt im oberbayerischen Krün und Verfechter des traditionellen Bauens. „Wenn man nicht gegensteuert, bekommt eine Kommune das, was der Bauträger ausrechnet.

    Doch sogar Bauträger mit ästhetischem Anspruch sind in einer Kostenspirale gefangen: Da Grundstückspreise und Baukosten dramatisch gestiegen sind, erhöht das den Anreiz, an anderer Stelle zu sparen - bei Schönheit und Qualität.


    Im 19. Jahrhundert war gebaute Schönheit Staatsziel

    Die Bauordnungen der Bundesländer sind zwar in Einzelpunkten so unterschiedlich, dass Architekten und Baufirmen sich die Haare raufen, doch in den Grundzügen ähnlich. In Bayern ist ein Haus ab 22 Meter Höhe der Fußbodenoberkante eines Aufenthaltsraumes ein Hochhaus, wie Bauausschuss-Chef Körber erläutert. „Da gelten dann erhöhte Anforderungen an den Brandschutz und den zweiten baulichen Rettungsweg. Das erhöht die Baukosten teilweise um bis zu 25 Prozent.“ Die bundesweit üblichen 22 Meter orientieren sich an der Höhe von Feuerwehrdrehleitern, in das Standardmaß stopft die Baubranche so viel Wohnraum wie möglich.

    Doch wäre es zu kurz gegriffen, nur Rendite und Vorschriften verantwortlich zu machen. Im 19. Jahrhundert war gebaute Schönheit Staatsziel: „Ich will aus München eine Stadt machen, die Deutschland so zu Ehren gereicht, dass niemand sagen kann, er kenne Deutschland, wenn er München nicht gesehen hat“, erklärte Bayerns König Ludwig I. (1786-1868), ganz im heute noch üblichen Ton weiß-blauer Selbstüberhöhung. Aber auch nüchtern bürgerlich regierte Städte wie Hamburg entwickelten ehedem vergleichbaren Ehrgeiz.


    Politiker fürchten Vorwurf der Geldverschwendung

    Heutige Politiker handeln sich mit jedem größeren Bauprojekt den Vorwurf der Geldverschwendung ein. Hauptsache kostengünstig, in keinem Wahlprogramm ist die Schönheit der Architektur Thema.

    Und unter den Architekten haben sich weltweit die vor knapp 100 Jahren formulierten Ideen der architektonischen Moderne durchgesetzt: „Weniger ist mehr“, schrieb Mies van der Rohe (1886-1969), ein Gründervater der zeitgenössischen Architektur. Im architektonischen Minimalismus dominieren kubische Formen, Flachdächer, glatte Fassaden, Glas. Dekorative Elemente sind ebenso verpönt wie Satteldächer oder die einst üblichen regionalen Baustile. Die Grundsätze des klassischen Städtebaus mit Straßenzügen in Blockbebauung, Plätzen und Sichtachsen wurden aufgegeben.


    „Im Städtebau hat die Moderne versagt“

    Doch die Mehrheit der Bürger empfindet Altbauviertel als schön, nicht die in der Nachkriegszeit praktizierte Zeilenbauweise mit Häusern quer zur Straßenrichtung, ganz zu schweigen von Großsiedlungen wie dem Märkischen Viertel in Berlin oder München-Neuperlach.

    „Im Städtebau hat die Moderne versagt, es gibt keine schönen Straßenzüge, keine Plätze, keine Achsen, nur noch in der Fläche verteilte gleichförmige Gebäude“, kritisiert Architekt Siedenburg. „Jede einzelne alte Bebauung - sie muss nur mehr als 100 Jahre alt sein - hat bedeutend mehr Schönheit und Lebensqualität als heutige Quartiere“, seufzte der Frankfurter Stadtplaner Christoph Mäckler 2017 im Deutschen Architektenblatt. Doch in der Branche sind das Einzelstimmen.


    Studie zeigt: Selbst finanziell würden sich schöne Häuser lohnen

    In vielen Städten haben sich hingegen Bürgerinitiativen gebildet, die gegen die Veränderung gewachsener Stadtviertel durch gesichtslose Wohnklötze protestieren. Ihnen geht es meist um die Ästhetik und die damit verbundene Lebensqualität. Tatsächlich würde sich eine Besinnung auf den klassischen Städtebau für Baubranche und Kommunen womöglich sogar finanziell lohnen

    So ging die TU Chemnitz vor einigen Jahren der Frage nach, was Hässlichkeit für den Wert einer Immobilie bedeutet. Ergebnis: „Avantgardistische Neubauten - insbesondere aber in den 70er Jahren erbaute Nachkriegsgebäude - werden als deutlich weniger attraktiv wahrgenommen als der klassische Altbau“, heißt es in der Zusammenfassung der 2014 veröffentlichten Studie. „Es gibt objektive Schönheit, und die Menschen fühlen sich wohler und haben eine höhere Zahlungsbereitschaft.“


    Wohnungswirtschaft: Kostendruck fördert einförmigen Wohnungsbau

    Doch anstatt langfristig zu denken und zu gestalten, lässt sich die Politik fast überall ganz offensichtlich von der Bauwirtschaft den Weg erklären. Die ist vor allem an kurzfristigen Renditen interessiert – und schiebt die Schuld am gesichtslosen Einerlei deutscher Neubauviertel wiederum der Politik in die Schuhe.

    Gerade erst veröffentlichte der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) eine Studie zum Thema. Das – ziemlich erwartbare – Ergebnis: Es seien Kostendruck und Bürokratie, die zur Gleichförmigkeit vieler Neubauviertel in Deutschland beitragen. „Beständig wachsende ökonomische Zwänge wirken sich natürlich auch auf die Gestaltung von Gebäuden aus“, erklärte dazu GdW-Präsident Axel Gedaschko.


    Bauvorschriften haben sich seit 1990 vervierfacht

    Der Zuzug in die Ballungsregionen mache Wohnungs- und Grundstücksflächen zum begehrten Gut, so Gedaschko weiter. „Boden wird so extrem teuer, dass jeder Cent für den bezahlbaren Neubau dreimal umgedreht werden muss.“ Als bundesweiter Dachverband für viele Genossenschaften und kommunale Gesellschaften, die erschwingliche Wohnungen anbieten, ist der GdW davon besonders betroffen.

    Gedaschko beklagt zudem eine „steigende Normen- und Standardflut“ beim Wohnungsbau: In den vergangenen 30 Jahren habe sich die Zahl der Bauvorschriften auf rund 20.000 vervierfacht. „Das treibt die Baukosten in die Höhe und sorgt für einen immer größeren Druck aufseiten der Bauherren, möglichst effizient zu bauen.“

    Architekten kopieren Standards statt sich Neues auszudenken

    Zur Vereinheitlichung der Städte trägt nach Einschätzung des GdW-Präsidenten aber auch die Modernisierung der Bestandsgebäude bei. „Hier ist es vor allem der enorme Kostendruck bei der politisch stark erwünschten und klimapolitisch notwendigen energetischen Sanierung. Mieter sollen so wenig wie möglich belastet werden.“ Das führe in vielen Fällen zu einer Verringerung der Vielfalt des Erscheinungsbildes.

    Auch den Architekten fällt offenbar nichts Neues ein. „Schaut man sich Wohn- oder auch Wirtschaftsbauten weltweit an, so stellt man rückblickend auf die vergangenen 50 bis 70 Jahre eine Internationalisierung und damit einhergehend eine Angleichung der Baustile fest“, sagt Gedaschko.

    Verstärkend wirkten sich dabei auch architektonische Modetrends aus: „Ziemlich zielsicher kann man anhand des Bautyps das Baujahr erkennen“, sagte Gedaschko. „Dabei gibt es einen gewissen ‚Druck des Mainstreams‘, dem man sich als Planer zwar entziehen kann, aber dann nicht darauf bauen kann, noch eine Anerkennung für das Geleistete zu erhalten.“

    Diesen interessanten Artikel fand ich in den Börsen-News. Er beschäftigt sich mit der Fragestellung, warum in den Neubauvierteln eine so gleichförmig aussehende Architektur entsteht.

    Wohnungswirtschaft: Kostendruck fördert einförmigen Wohnungsbau

    06:11 Uhr 29.05.2020

    bruges-406862_1280.690.jpgBild: pixabay.com


    MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Kostendruck und Bürokratie tragen nach einer Analyse der Wohnungswirtschaft zur Gleichförmigkeit vieler Neubauviertel in Deutschland bei. "Beständig wachsende ökonomische Zwänge wirken sich natürlich auch auf die Gestaltung von Gebäuden aus", sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Deutschen Presse-Agentur.

    Der Zuzug in die Ballungsregionen mache Wohnungs- und Grundstücksflächen zum begehrten Gut, sagte Gedaschko. "Boden wird so extrem teuer, dass jeder Cent für den bezahlbaren Neubau dreimal umgedreht werden muss." Der GdW-Präsident beklagte "steigende Normen- und Standardflut" beim Wohnungsbau. "Seit 1990 hat sich die Zahl der Bauvorschriften auf rund 20 000 vervierfacht. Das treibt die Baukosten in die Höhe und sorgt für einen immer größeren Druck aufseiten der Bauherren, möglichst effizient zu bauen."

    Der GdW ist bundesweiter Dachverband für viele Genossenschaften und kommunale Gesellschaften, die erschwingliche Wohnungen anbieten. Ein Hindernis dabei: In vielen Städten haben sich Bürgerinitiativen gebildet, die gegen die Veränderung gewachsener Stadtviertel durch gesichtslose Wohnklötze protestieren.

    Zur Vereinheitlichung der Städte trägt nach Gedaschkos Einschätzung aber auch die Modernisierung der Bestandsgebäude bei. "Hier ist es vor allem der enorme Kostendruck bei der politisch stark erwünschten und klimapolitisch notwendigen energetischen Sanierung. Mieter sollen so wenig wie möglich belastet werden." Das führe in vielen Fällen zu einer Verringerung der Vielfalt des Erscheinungsbildes.

    Ebenso wie manche Stadtplaner und Architekten sieht Gedaschko aber auch den allgemeinen Trend in der Architektur als einen Faktor: "Schaut man sich Wohn- oder auch Wirtschaftsbauten weltweit an, so stellt man rückblickend auf die vergangenen 50 bis 70 Jahre eine Internationalisierung und damit einhergehend eine Angleichung der Baustile fest", sagte der GdW-Präsident.

    Verstärkend wirkten sich dabei auch architektonische Modetrends aus: "Ziemlich zielsicher kann man anhand des Bautyps das Baujahr erkennen", sagte Gedaschko. "Dabei gibt es einen gewissen "Druck des Mainstreams", dem man sich als Planer zwar entziehen kann, aber dann nicht darauf bauen kann, noch eine Anerkennung für das Geleistete zu erhalten."


    Nur zur Klarstellung Hansolol: Das Zitat stammt nicht von mir, sondern ich hatte nur, wie ja in der Überschrift auch erkenntlich wird ("Die anwesenden Anwohner*innen äußern folgende Anregungen und Bedenken"),


    die Bedenkend er Anwohner wiedergegeben. Und diese sind wiederum vom Beirat veröffentlicht worden.

    Also, vorweg schon mal: Entschuldigung, ich muss nämlich aus der Reihe tanzen: Die Ziegelsteine gefallen mir sehr gut, weil sie mich an eine historische Architektursprache erinnern und zwar im Hamburger/Schleswig-Holsteiner-Raum vorkommend, vielleicht auch noch in den skandinavischen Ländern. Die Bogenfenster unten sind auch gelungen, sie erzeugen ebenfalls historisches Flair. Was mir überhaupt nicht gefällt, und da zeigen die Hamburger Architekten, wessen modernes Kind sie sind, das ist das oberste Würfel-Stockwerk. Da wäre ein Mansardendach passender gewesen.

    Villa Waldwiese


    Nicht nur einmal habe ich den Namen des nordbremischen Lord Voldemort erwähnt und bedauert, wie er den Bremer Norden mit seinen ausdruckslosen, modernen Gebäuden überzieht (hier im Strang sind die entsprechenden Bilder eingestellt). Da interessiert man sich dann dafür, wie der, dessen Name ruhig genannt werden darf, selber wohnt. Hier einige Bilder aus St. Magnus:




    Giebel, Nahaufname:



    Die schlecht einsehbare Vorderseite hat zwei Giebel:



    Man fragt sich angesichts dieser Bilder: wie kann jemand in einem Gebäude wohnen, das die Schönheiten eines Baustils zeigt, von dem an den vielen Bauprojekten, die dieser Makler/Investor im Bremer Norden realisiert, nichts, aber rein gar nichts hängen geblieben ist.

    Und so muss ich wieder mal das Bonmot von den Architekten bemühen, die selber in Jugendstil- und Gründerzeitvillen wohnen, aber selbst die Hässlichkeiten der Moderne in die Städte bringen (und das nicht mal als Widerspruch empfinden). Zu den Architekten können wir natürlich auch, wie in diesem Fall, die Gruppe der Investoren und Immobilienmakler dazuzählen.


    Warum das so ist, könnte jetzt eine spannende Diskussion innerhalb des Forums werden. Also Mitleidende, ich bin wirklich gespannt auf eure Beiträge und hoffe, dass wir hier diesen angedeuteten Widerspruch irgendwie aufklären können.