Posts by findorffer

    Oft schon las ich unter Nachkriegsfotos: "der Krieg hat alles zerstört". Man sah zerstörte Gebäude oder abgeräumte Grundstücke. Nun habe ich ein Foto (B.ZB) im Weser-Kurier entdeckt, dass die Situation 1952 bildlich beschreibt. Zu sehen sind rechts der Bürgermeister-Smidt-Brücke ein bis eineinhalb noch erhaltene Gebäude, links der Brücke stehen sogar noch 7 Häuser.



    Um zu vergleichen, habe ich nun aktuelle Fotos gemacht. Zuerst: auf der Brücke. Rechts der Altbau ist verschwunden:



    Dann links der Brücke. Hier ist nicht viel zu sehen, die Platanen haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt.:



    Ich bin dann näher ran, hier die Fotos in der Reihenfolge nach historischem Vorbild:



    Das dritte, weiße Gebäude steht noch als einziges in dieser Reihe, wurde aber um zwei Stockwerke aufgestockt um den Preis des Verlustes des Giebels.



    Gebäude Nr. 4



    Nr. 5



    Nr. 6 (ganz links)



    Gebäude Nr. 7 steht nicht mehr., dort ist ein Platz.


    Wir können mit Blick auf das obere historische Foto festhalten:


    Der Krieg hatte nicht alles zerstört, sondern eher die Nachkriegszeit. Erhalten geblieben ist lediglich ein Gebäude und das ist durch Aufstockungs-Verschandelung nicht mehr im Originalzustand.

    Der Name des Neustädter Ortsteils Huckelriede mag lustig klingen, aber an der Bezeichnung hängen böse Erinnerungen. In den 1980er-Jahren fand hier eine spektakuläre Geiselnahme statt. Die sogenannten Geiselnehmer von Gladbeck kaperten einen ganzen Bus mitsamt den Fahrgästen, es gab später Tote.


    Das vorweg, wenn ich nun eine positive Einschätzung bezüglich eines m. E. gelungenen "Neubaus" von 1997 am Standort Huckelriede mache.





    Als ich in den 1990er-Jahren im Bremer Ostertorviertel wohnte - ein Stadteil mit viel historischer, aber auch Nachkriegs-Architektur, regte ich mich schon über Graffiti auf. Was meine Aufregung aber noch steigerte, war die Tatsache, dass vornehmlich Gründerzeit- und Jugendstil- Gebäude besprüht wurden, während die eher hässlichen Nachkriegsbauten mit ihren glatten Fassaden verschont wurden. Dass sich das nicht geändert hat, konnte ich jetzt in der Bremer Bahnhofsvorstadt entdecken, wie das beigefügte Foto zeigt, das trotz der Aktualität auch die Situation in den 90ern wiedergibt.




    Stimmt mein Eindruck, dass besonders schön gestaltete Fassaden häufiger besprüht werden als moderne Architektur?, Welche Erfahrungen aus anderen Städten liegen vor? Mir ist klar, dass es da auch andere Beispiele mit Neubauten gibt, deshalb geht die Fragestellung eher in die Richtung, ob es da - wie geschildert - eine Tendenz gib?


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    In Anlehnung an Heinzers Beitrag #57 noch mal die ganze Villa Flamme:



    Etwas weiter drei bombastische Historismusvillen



    Mit 1000 qm Wohnfläche wohl mit die größte Villa in Bremen: die Villa Frerichs vom Bremer Historismus-Architekten Johann Georg Poppe. Eigentlich sollte der Eingang links nach Westen hin frei sein, aber ein Bäckermeister kam dem Villenbesitzer zuvor und kauft das Grundstück, um es dann später mit einem Altbremer-Haus zu bebauen (siehe Foto oben).



    Weiter geht´s Richtung Weserstadion, der Osterdeich voller Sonnenhungriger:



    Auf der gegenüberliegenden Seite der Weser-Sandstrand



    Zurück Richtung Innenstadt. Und das Meer ist blau, so blau......


    Stadtwald und Stadtwaldsee


    Kommen wir nun zum Schluss, zum letzten Teil des Bürgerparkstrangs. Der zum Bürgerpark gehörende Stadtwald ist noch nicht Wald, aber auch kein Park mehr, sondern irgendwas dazwischen, eine Mischform.


    600 Meter lang ist diese herrliche Allee





    Der Aussichtsturm im Stadtwald am kleinen Stadtwaldsee



    Das Aufseherhaus im Stadtwald, versteckt hinter Bäumen




    Drei Rolande gibt es in Bremen. Den großen Roland am Marktplatz, den kleinen Roland von 1737 in der Bremer Neustadt und den hölzernen Roland im Stadtwald. Aber man darf ihm nicht zu nahe kommen, denn im Inneren befindet sich ein Bienenstock.



    Der große Stadtwaldsee



    Warum in die Ferne schweifen, hier könnte man auch Urlaub machen.....



    Und zuletzt eine wenig Uniwildnis, da ist wirklich kaum durchzukommen....



    So, damit ist das Thema Bürgerpark abgeschossen. Zwischen 25 und 30 Stunden habe ich damit verbracht, hätte ich das vorher gewusst.......Aber ein so großer und abwechslungsreicher Park hat viele Themen und Motive zu bieten. Studenten sollen sich auf dem Weg zur Uni hier schon verirrt haben....


    Was ich auch nicht wusste, war, dass der Bremer Bürgerpark größer als das Fürstentum Monaco ist. Wer hätte das gedacht. Darauf kommt man dann, wenn man sich mit einer Sache intensiv beschäftigt.

    Das Tiergehege


    Im 19. Jahrhundert war es in vielen Volksparks üblich, Tiergehege anzulegen. So auch im Bürgerpark. In den 1980er-Jahren gab es dort sogar noch ein Dromedar. Da Bremen die einzige Großstadt ohne einen Zoo ist, wird das Tiergehege an Wochenenden von Kindern und Eltern belagert, kurz: oft gibt es kein durchkommen, es ist völlig überlaufen. Die Kinder sind trotzdem begeistert.


    Männer die auf Ziegen starren.....Nein, Nein, eher Esel die auf Männer starren, oder besser: auf einen fotografierenden Esel.





    Die seltenen und vom Aussterben bedrohten Bentheimer Schweine vermehren sich hier prächtig......





    Nicht weit vom Tiergehege befindet sich ein kleiner See ohne Namen, der aber in der Geschichte des Bürgerparks eine wichtige Rolle spielte



    Hier befand sich einst der Aussichtsturm inklusive Lokal. Eine Spende des Bremer Mäzens Franz Schütte. Im Krieg beschädigt, hätte er aber wieder aufgebaut werden können. Schade eigentlich (vergl. auch Strang: Ost/Bürgerpark Bremen Aussichtsturm).


    41-2Aussichtsturm1912-ret.jpg

    Gebäude


    Das Schweizerhaus, Sitz der Parkverwaltung und des Parkdirektors



    Waldbühne



    Wätjenhaus



    Elisenstiftung



    Altes Schießhaus




    Laubengang



    Laubengang im Herbst




    Sichtachsen und Wasserläufe




    Auf der großen Bank vor der Meierei. Im Hintergrund die Kuppel des Parkhotels und die Domtürme. Das Bild erinnert mich ein wenig an Casper David Friedrich.



    Halblinks von der Meierei dieser wirklich schöne Pavillon.









    Meierei und Meiereisee


    Die Meierei ist ein Gastrobetrieb, leicht gehobenes Niveau. Früher grasten auf der großen Wiese vor der Meierei die eigenen Kühe, deren Milch dann gleich am Ort verarbeitet wurde, deshalb der Name, wie man sich denken kann.




    Die Rückseite liegt am Meiereisee



    Jüngling und Schicksalsgöttin von Constantin Dausch (1878)




    Seit einigen Jahren gibt es wieder Bootsfahrten mit den zwei großen Booten "Marie" und "Meierei", die im Krieg zerstört und jetzt wieder nachgebaut wurden. Im Bootshaus am Emmasee sind sie untergebracht.




    Die "Marie" in Aktion




    Die Meiereivilla mit der "Musika", 1877 vom Künstler Constantin Dausch geschaffen.



    Am Emmasee


    Das Kaffehaus am Emmasee. Der Architekt lieferte nachträglich ein Bild seiner gestalterischen Absicht. Er habe an drei schwimmende Eisschollen gedacht.



    Kaffehaus am Emmasee


    Amphytrite, von Kurt Edzard und Poseidon, Künstler Ernesto de Fiori, 1929 ursprünglich für einen Passagierdampfer des Norddeutschen Lloyd angefertigt



    Das Bootshaus am Emmasee, hier kann man Ruderboote ausleihen






    Brücken im Bürgerpark









    Wiegandbrücke



    Die schönste und auch wohl wichtigste Brücke ist die Melchersbrücke







    Blick von der Melchersbrücke in Richtung "Meinerei", unser übernächstes Thema



    Vorher gehen wir noch zur Emmabank am Emmasee


    Weitere Bänke


    Die zweite Dichterbank ist dem Bremer Schriftsteller und Dichter Heinrich Bulthaupt gewidmet.





    Die älteste Bank im Bürgerpark ist die Emmabank von 1868 vom Bremer Architekten Heinrich Müller







    Annas Ruh

    Diese Bank aus dem Jahre 1915 ist sicherlich nichts besonderes. Aber mich hat der Name bewegt genauso wie die Geschichte, die angeblich dahinter steht. Diese Bank soll eine Stiftung der beiden Schwestern Annas anlässlich ihres Todes gewesen sein.





    Zum Schluss noch zwei Bänke von Justus Leidenberg



    Adelinenruhe



    Bänke im Bürgerpark


    Bänke vom Bremer Kunstschlosser Justus Leidenberg


    Die Heine Bank






    Dr.-Lang-Bank



    Früßmersbank



    Marie-Saghorn-Bank



    Diese Bank wurde 1909 von Justus Leidenberg als letzte Bank für den Bürgerpark geschaffen und heißt nach ihrem Stifter: Fröhlkebank.




    Neben den schmiedeeisernen Leidenberg-Bänken gibt es noch Steinbänke


    Römerbank



    Hollerbank am Marcusbrunnen



    In der Nähe von Parkhotel und Holllersee


    Der Marcusbrunnen



    Ein Denkmal für den großen Mäzen und Unterstützer des Bürgerparks, Franz Schütte



                        


    Der Niemitzbrunnen



    Der Schwanenteich




    Dyckhoffpavillon



    Sichtachsen








    Weitere Bilder folgen.

    Rund um den Hollersee


    Skulpturen


                   


    Musik und Tanz vom Bremer Bildhauer Diedrich Knoop







    Vier Jahreszeiten von Bernd Altenstein anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Bürgerparks aufgestellt.




    An der Westseite des Parkhotels: Siegfried der Drachentöter vom Bildhauer Constantin Dausch




    Afrikanischer Wasserbock und Edelhirsch an der Ostseite des Parkhotels nach Entwürfen von Theodor Georgli

    Der König




    Der Bremer Bürgerpark


    Der Bremer Bürgerpark ist für mich immer wieder ein Erlebnis, um nicht zu sagen ein Ereignis: wegen seiner Vielgestaltigkeit, seinem Abwechslungsreichtum und seiner gartenkünstlerischen Gestaltung. Mit einer Größe von 202,5 Hektar gehört er zu den größten Innerstädtischen Parks in Deutschland, vergleichbar mit dem größten Berliner Park, dem Tiergarten (Ich lasse das Tempelhofer Feld außen vor). Der österreichische Fußballer Zlatko Junuzovic, Spieler bei Werder Bremen, sagte mal: "Wahnsinn, ein so großer Park mitten in der Stadt". Ganz in der Mitte liegt der Bürgerpark zwar nicht, aber doch sehr innenstadtnah zwischen den Stadtteilen Findorff im Westen und Schwachhausen/Horn-Lehe im Osten. Der Grünzug hat eine Gesamtlänge von 2,56 Kilometern, die Breite variieert zwischen 0,6 und 1,17 Kilometern. Geht man durch den Bremer Hauptbahnhof, ist der Bürgerpark schon in Sichtnähe.


    Der Bremer Bürgerpark ist eine der wenigen noch fast vollständig erhaltenen gartenkünstlerischen Schöpfungen des 19. Jahrhunderts und zählt zu den bedeutendsten Landschaftsparks in Deutschland. 150 Jahre alt ist er im Jahre 2016 geworden, sein Erschaffer war der Gartenarchitekt Wilhelm Benque. Der Park ist durchzogen von zusammenhängenden Wasserläufen und Seen, die mit Booten befahren werden können, es gibt gastronomische Einrichtungen und eine Vielzahl von Baumarten. Rehe grasen auf den im englischen Stil gehaltenen großen Rasenflächen, deshalb sind Hunde unbedingt an der Leine zu halten, was allerdings nicht immer befolgt wird (mit in der Vergangenheit schon blutigen Ergebnissen).

    Der Bürgerpark besteht rechtlich aus zwei Teilen, dem südlich gelegenen Bürgerpark und dem 1906 gegründeten nördlichen Stadtwald. Geographisch gesehen besteht der Bürgerpark eigentlich aus drei Teilen, oberhalb vom Stadtwald befindet sich noch der 29 Hektar große Stadtwaldsee, der in Bremen durch seine Nähe zur Universität Bremen auch Unisee genannt wird sowie das 11 Hektar große

    Naturschutzgebiet "Am Stadtwaldsee" (Uniwildnis). Beide sind eng mit dem riesigen landwirtschaftlich genutzten Bremer Blockland verbunden.


    Der Bremer Bürgerpark ist eine privat finanzierte Park-Anlage, 2600 Mitglieder sorgen für deren Unterhalt und werben Spendengelder ein,

    u. a. mit der jährlich stattfindenden Bürgerpark-Tombola. Wäre der Staat dort Eigentümer, ich weiß nicht, wie viele Angebote von Investoren

    und Immobilienmaklern die Politik schon schwach gemacht hätten, Teile des Geländes wären bestimmt längst der Wohnbebauung

    anheimgefallen (Schlachtruf: "Wir brauchen Wohnungen").


    1991 wurde der Bremer Bürgerparkverein mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet.


    Karte:





    Parkhotel und Hollersee


    Oben: Das erste Parkhaus vom Bremer Architekten Johann Georg Poppe, 1907 durch einen Brand zerstört. Der Nachfolgebau des Architekten Rudolf Jacobs fiel im Zweiten Weltkrieg einem Bombenangriff zum Opfer. Der heutige, denkmalgeschützte Bau mit dem Kuppeldach stammt aus dem Jahre 1955 (Architekten: Anker/Rosenbusch):





    Allee vorm Parkhotel



    Bank neben dem Parkhotel


    Die Bremer Parks


    Immer wieder begeistert mich die Qualität der Bremer Parks. Sie sind abwechslungsreich, vielfältig und unter gartenkünstlerischen Aspekten anspruchsvoll gestaltet. Überhaupt: Bremen ist die Großstadt mit den meisten Grünflächen, das beinhaltet aber auch die vielen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein Bremer Bürger hat im Durchschnitt eine Fläche von 42 qm zur Verfügung, der Bundesdurchschnitt liegt bei 24 qm. Vor zwei Jahren gab es mal eine Übersicht über die 10 schönsten und beliebtesten Parks in Deutschland. Berlin und Bremen waren die beiden einzigen Städte, die mit jeweils zwei aufgeführt wurden (Bremen: Rhododendronpark und Knoops Park).


    Ich werde hier ca. 10 Parkanlagen vorstellen. Nach jedem Park mache ich eine Pause, falls es Reaktionen oder Ergänzungen zu diesem Park gibt. Ich möchte in diesem Zusammenhang alle darum bitten, nicht vorher schon Bilder anderer Parkanlagen einzustellen, da ich einen Großteil der Formulierungen und Fotos bereits in der Pipeline habe, Verdopplungen wollte ich gerne vermeiden. Beginnen werde ich mit dem lange Zeit größten Park Bremens, dem Bürgerpark. Er wurde aber in den 1980er-Jahren vom neuen, als Landschaftspark gestalteten "Park links der Weser" als größten Park Bremens abgelöst. Nach dem Bürgerpark folgen die Wallanlagen, der Rhododendronpark und Knoops Park sowie die Neustadts-Wallanlagen und Wätjens-Park.

    SPIEGEL-Artikel von 1955 über Ernst May beim Antritt als Stadtplaner für sein Neu-Altona. Zitat: "... Von den 3600 Alt-Wohnungen dagegen, die den Bombenkrieg überstanden haben, riß May in seiner Skizze 2600 kühlen Herzens ab, weil sie nicht nur die Gesamtplanung stören, sondern nach seiner Ansicht auch keineswegs mehr menschenwürdig sind." https://www.spiegel.de/politik…00031970069?context=issue

    Das ist schon ein bemerkenswerter Spiegel-Artikel über Ernst May. Der Mann muss Unmengen an Geld verdient haben. Ob er dann auch in eines seiner von ihm konzipierten Wohnungen gelebt hat?


    Ich vermute, es ging ihm eher wie seinem Kollegen, Oberbaudirektor Werner Hebebrand:


    "Hebebrand fährt auf dem Weg von seinem Haus in Blankenese zu seinem Büro in der Baubehörde an der Stadthausbrücke"........


    Hebebrand wohnte also im Villenvorort Blankenese in einem eigenen Haus (interessant wäre es, den Baustil in Erfahrung zu bringen) und nicht in einer dieser "ach so großartigen" modernen Trabantenstädte, die Hebebrand und May propagierten.


    In Bremen hatte es Ernst May dann einfacher, dort konnte er auf der grünen Wiese das seinerzeit größte Wohnungsbauprojekt Europas, die Neue Vahr, verwirklichen. Auch dafür wurde er fürstlich belohnt. Aber vermutlich ging es ihm gar nicht darum, sondern er war ein reiner Idealist, der lediglich seine Vorstellungen von Wohnungsbau und Stadtplanung verwirklichen wollte.

    Hier noch mal ein Bild des Mercedes-Benz, Adenauer-Format, von Herrn Flamme:


    Es handelt sich um einen Mercedes-Benz Pullman, mit dem der alte Herr täglich in seine Firma fuhr. Wie gesagt, nur einige hundert Meter entfernt. So geht Tradition.


    stadtbild-deutschland.org/foru…dex.php?attachment/51150/


    Noch mal zur früher daneben liegenden Wätjen-Villa. Ich glaube, die Wätjenreederei hatte ich schon im Strang Nord erwähnt. Sie war im 19. Jahrhundert die größte Segelschiffreederei der Welt. Die Bediensteten im Hause trugen eine Art Dienstkleidung, an deren Revers jeweils ein W für Wätjen zu sehen war. Tja, so war das 19. Jahrhundert. Wätjen gehörte neben Baron von Knoop (Knoops Park in Bremen Nord) und Franz Schütte (aus seiner Petroleum-Firma wurde nach dem Verkauf ESSO) wohl zu den reichsten Bremern. Wätjen kaufte sich dann im heutigen Bremer Norden mehrere Grundstücke zusammen und formte daraus eine große Parkanlage von ca. 50 Hektar mit einem kleinen Schlösschen darin, das heute noch erhalten ist und einem direkten Zugang zur Weser. Kam eines seiner Segelschiffe von großer Fahrt zurück, hisste er am Turm, von dem er dessen Ankunft sehen konnte, eine Flagge zur Begrüßung, Das war, wie es ein Zeitgenosse beschrieb, das goldene Zeitalter Bremens.