Posts by Manuel Re

    Wenn das Venezianische Haus noch stehen würde, müssten sich auch alle künftigen Neubauten an ihm orientieren. Also ist das, was Wießner hier plant, wirklich das Optimum dessen, was wünschenswert wäre. Maximaler Erfolg und maximale Unterstützung ihm!

    Die hier sich in Details ergehenden Diskutanten sollten nicht vergessen, worum es in erster Linie gehen muss: Einen weiteren Postplatz in der Pirnaischen Vorstadt zu verhindern bzw. die abzusehende langfristige architektonische Brache, die das Stadtplanungsamt in gegenwärtiger BEsetzung dort verzapfen möchte, zu verhindern. Dessen dürften sichzumindest alle Dresdner Beteiligten - auch Frau Heckmann im Stadtplanungsamt, die bei solchen Reko-Ideen immer schäumt - bewusst sein.


    Ich darf mir also hier etwas mehr Beachtung der in Dresdne herrschenden Realitäten und politischen Notwendigkeiten erbeten?

    Lebenswerte Architektur in einer historischen Innenstadt

    Wie man der 'Thüringer Allgemeine' entnehmen konnte, plant die Gothaer Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) die Schließung der innenstädtischen Lücken in der Augustinerstraße. In den letzten Jahren wurden bereits zahlreiche solcher Lücken im Stadtzentrum geschlossen. Außerdem erstrahlen viele historische Häuser in neuem Glanz, wie am Hauptmarkt.

    Die WBG plant neben der Errichtung von Neubauten auch die Sanierung des bedeutenden „Amtshauses“. Auf den ersten Blick eine gute Sache für die Gothaer Altstadt - jedoch können die Entwürfe für die geplanten Neubauten nicht überzeugen.

    Diese passen sich wenig an die traditionelle Bebauung der historischen Altstadt und dem nah gelegenen Hauptmarkt an. Selbst die Plattenbauten in der Augustinerstraße aus der DDR-Zeit versuchen die traditionelle Formensprache der Altstadt z.B. mit ihrer Dachform wiederzugeben. Hier verzichteten die Architekten auf das typische Flachdach der Plattenbauten.

    Wie man dem anschließenden Link entnehmen kann, handelt es sich Investorenarchitektur, die europaweit durch ihre Banalität zunehmend in die Kritik gerät.

    https://www.projektscheune.de/aktuelles/aktuelles_a1.html

    Der Projektentwickler und Investor Tobias Bergelt wurde auf die Planungen aufmerksam, die zwischen Hauptmarkt und Augustinerkloster realisiert werden sollen. Er vertritt die Meinung, dass zu wenig auf die vorhandene Baustruktur eingegangen wurde und Gestaltungsprinzipien ignoriert wurden.

    Aus diesem Grund fertigte der Sachse, dessen familiäre Wurzeln in Gotha liegen, auf eigene Kosten einen Entwurf an. Er hat uns erlaubt seine Planungen der Öffentlichkeit vorzustellen. Bergelt will damit zeigen, dass: „[…] eine Symbiose aus traditioneller Formensprache und modernem Nutzungsanspruch am besten dazu in der Lage ist nachhaltige, lebendige und soziale Innenstädte zu gestalten.“ Der Entwurf verdeutlicht, wie man mit verhältnismäßig geringen Kostenaufwand eine traditionelle und menschenfreundliche Altstadt weiterbauen kann. Außerdem ergänzte er: „[...] sollte der Bauherr Interesse daran haben, stelle ich Ihm diesen Entwurf gern zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung.“

    ich frage mich, warum man nicht häufiger bei Neubauten auf Fachwerk setzt.

    Das mag allgemein daran liegen, dass vielen Bauherren die Möglichkeiten nicht bewusst sind und sie ihnen nicht nahegebracht werden. Speziell in Hildesheim kommt das Problem dazu, dass die Stadt keine städtische Gestaltungssatzung besitzt und dem Stadtrat/Bürger die Vorteile einer solchen bisher nicht begreiflich gemacht wurden. Auch seitens der Altstadtgilde ist diesbezüglich offiziell nichts passiert, obwohl es immer wieder Überlegungen in diese Richtung gab.

    Ich muss Hansolol da in allen genannten Punkten rechtgeben. Das Architekturstudium besteht zu großen Teilen (jedenfalls den schwersten, vom Inhalt her) aus Statik und Bauphysik, aus technischen Verordnungen, die eingehalten werden müssen. Deren Anteil wird im späteren Beruf noch einmal erheblich umfangreicher, daher bleiben in vielen Büros aufgrund des Termindrucks oft kaum noch Ressourcen, gestalterischen Überlegungen nachzugehen.

    Es ist also tatsächlich zu guten Teilen ein Zuviel an Staat und ein Zuviel an Verordnungen, dem man einen großen Teil der Schuld an der heutigen minderwertigen ästhetischen Qualität geben muss.

    Der Ferdinandplatz war in seiner Altbausubstanz aber im Wesentlichen nur Gründerzeitbebauung, da stand vor 1945 nichts Herausragendes, kaum besonders erwähnenswerte Einzelbauten. Es war einfach nur ein hübsches Stadtviertelchen. Leider sieht sich niemand dafür zuständig, dort für akzeptable Bebauung zu kämpfen, da dieses Gebiet ja kaum noch "alteingesessene" Bürger hat und die GHND kann laut ihrer Satzung da auch nicht offiziell tätig werden.

    Es besteht Anlass zur Vermutung, dass die derzeitig sich anbahnenden wirtschaftlichen Veränderungen die Stadt Dresden vor Probleme stellen werden, die es dem Stadtplanungsamt auf absehbare Zeit verunmöglichen werden, auch den Ferdinandplatz seiner dritten Zerstörung zuzuführen.


    Es gibt sogar Leute, die meinen, dass die künftige Krise den Durchschnittsdresdner genug motivieren wird, die künftige Stadtverwaltung entsprechend zu verschlanken und überflüssige Mitarbeiter loszuwerden.


    Hoffen wir also wie immer das Beste.

    Hallo Oststaatler, vielen Dank für deinen wichtigen Beitrag, der einen auch meiner Meinung nach zentralen Aspekt beleuchtet, um nicht zu sagen, den Entscheidendsten.


    Stadtbild Deutschlands Hauptaufgabe in dem Prozess ist es bereits schon, durch Öffentlichkeitsarbeit auf gestalterische Alternativen und die große architektonische Vergangenheit Deutschlands hinzuweisen, um diese für die Zukunft zu adaptieren und nutzbar zu machen.


    Du hast recht, dass eine riesige Kluft besteht und die Architektenausbildung dem ästhetischen Anspruch des wohl größten Teils der Bevölkerung nicht gerecht wird.

    Meiner Meinung nach spielt Ideologie ("Modernismus") dabei einen wichtigen Aspekt, aber nicht den Entscheidensten. Entscheidend sind meines Erachtens zwei Dinge:

    1.) Die baurechtlichen Vorgaben an Architekten lassen denen kaum noch Zeit für Gestaltung, da sie sich mit Dingen rumschlagen müssen, die vor 100 oder 120 Jahren, zur Zeit des Historismus, noch nicht relevant waren.

    2.) Die jungen Studenten bringen keine/kaum noch historisch-ästhetische Bildung von zuhause mit, sind nicht willens oder fähig, die erhaltenen Baudenkmäler, die viele Leute als schön ansehen, in ihre späteren Entwürfe zu adaptieren - etwas salopp gesagt.


    Hinzu kommt natürlich ein allgemeiner Unwille der aktuellen "Millenials"-Generation, den Widerstand gegen alte Zöpfe zu wagen, weil sie gelernt haben, sich immer anzupassen und die gegebene Welt als alternativlos verstehen. Das wird sich womöglich bald wieder ändern - nicht zu unser aller Vorteil, wie ich befürchte.


    Wir können vor allem versuchen, unsere Öffentlichkeitsarbeit über immer mehr soziale Netzwerke und getragen von zahlreichen Unterstützern zu verbreitern und konkretere polit-gestalterische Forderungen zu erheben. Unterstützen können und tun wir bereits solche Institute wie das Dortmunder für Stadtbaukunst, wir arbeiten ja auch mit vielen Initiativen zusammen.

    Aber du hast recht, der Dialog mit den Universitäten ist bisher zu selten versucht worden. Allerdings hat man es mit unseren Ansichten an einer modernistisch eingestellten Uni wirklich schwer, da - wie ich selber schon erleben musste - dort immer noch mit modernistischen Argumenten aus der Steinzeit hantiert zu werden scheint.


    Wir sind an der Sache dran und ich danke dir für deine Anregungen.

    Keine Sorge, Elbegeist, du spielst zwar momentan den Alleinunterhalter, aber es lesen einige eifrig mit, können vermutlich nur leider nichts dazu beitragen.

    Mir gefällt die Zizendorfschule ebenfalls am besten, vor allem,weil sie in strukturschwachem Gebiet liegt und damit zeigt, dass ansprechendes Bauen keine Frage der Potenz der jeweiligen Stadt darstellt. Mit diesem alten Vorurteil hatten wir dieses Jahr -Beispiel die unbelehrbaren Stadträte von Dessau - sehr viel zu kämpfen.

    Hier mein gestraffter Texvorschlag,den ich so formuliert habe, wie ich ihn für angemessen und sinnvoll halte. Erbitte unbedingt notwendige Ergänzungen.




    Das momentan in der Planung befindliche Projekt „Domhöfe Wetzlar“ bietet die einmalige Chance, gegenüber des ersten Rathauses der Stadt Wetzlar eine Kriegswunde zu schließen und eine daran anschließende Bausünde der Nachkriegszeit zu beseitigen.


    Durch das geplante Neubauvorhaben wird hier die Möglichkeit erbracht, dass bisher wenig belebte Altstadtviertel zwischen Kornmarkt und Domplatz nach dem Aussterben der Fußgängerzone erneut lebhaft zu gestalten und mit Menschen zu füllen. Zudem erfüllen die neu zu schaffenden Höfe und Gassen eine belebende Funktion und nehmen durch die Namensgebung historischen Bezug zum Areal und der Stadtgeschichte.
    Durch die behutsam an der Geschichte des Ortes, aber auch an der Nachkriegsbebauung orientierte Neubauplanung kann hier die Chance ergriffen werden, den Fischmarkt mit seinen angrenzen Fachwerkhäusern, den Domplatz mit seinen Gebäuden des 18./19.Jahrhunderts, aber auch das weit über 600 Jahre alte Haus Brotschirm 6 und der Kulisse des Domes und des Fischmarktes in seiner Gänzlichkeit und Geschlossenheit zu vervollständigen.


    Der Verein „Stadtbild Deutschland e.V.“ möchte sich hiermit bei den Verantwortlichen für die bisherige umsichtige Planung bedanken, zugleich aber einen Verbesserungsvorschlag einbringen:


    Wir möchten anregen, das Gebäude Fischmarkt/Domplatz (Herzogliches Haus) sowie das Gebäude „Hotel zum Dom“ zu rekonstruieren.


    Dies muss nicht in seiner kompletten Gebäudesubstanz geschehen, sondern kann als Fassadenrekonstruktion (vgl. Rotes Haus und Haus zum Esslinger in FFM, Dinglingerhaus in Dresden, usw.) geschehen. Somit kann die alte Platzkante wiederhergestellt, aber auch modernes Wohnen ermöglicht werden. Hier sollte vor allem auf das Material, die Farbe, die Fensterummantelung, die Dacheindeckung und die Nachbarbebauung der Vorkriegszeit Rücksicht genommen werden, da diese auch in Teilen bis in die Nachkriegsjahre erhalten waren, wie fotografische Aufnahmen beweisen. Es mangelte damals vermutlich am Willen oder der finanziellen Möglichkeit zum originalgetreuen Wiederaufbau.


    Die Idee mag dem Einen oder Anderen vermutlich zunächst abwegig oder unrealistisch erscheinen. Aber auch in Wetzlar sind erfolgreiche Fassadenrekonstruktionen nichts Neues: Dies ist in den 1980er Jahren mit der Ostzeile des Kornmarktes (und dem dortigen “Römischen Kaiser”) geschehen. Aber auch eine der jahrhundertealten Wahrzeichen der Stadt, das Lottehaus wurde nach seiner Kriegszerstörung rekonstruiert.


    Leider sind auch in Wetzlar viele stadtbildprägende Ensembles (Dillbrücke, Hallenbad, Krankenhaus Bergstraße) abgerissen oder durch Unglücke/Krieg vernichtet worden (Goldenes Ross, Mehlwaage). Das Neubauvorhaben am Domplatz bietet daher die Chance, auch Wetzlars bereits sehr schönem Stadtbild durch Rekonstruktionen positive architektonische Akzente hinzuzufügen, zumal es sich hierbei lediglich um zwei Gebäude handeln würde.


    Durch die vorgeschlagene Fassadenrekonstruktion des herzoglichen Hauses als auch des Hotels zum Dom würden außerdem die klassizistische Fassadenelemente des Fischmarktes als auch des südwestlichen Domplatzes (Modehaus Beck) und der nördlichen Hauptwache aufgenommen und es entstünde so ein noch harmonischeres Ortsbild. Zudem fördert eine Rekonstruktion eine individuelle Aufrechterhaltung einer Gebäude- als auch Platzgeschichte und würde nicht zuletzt auch den Tourismus mehr anregen als ein konventioneller Neubau.


    Bliebe zuletzt noch die Frage nach Nutzung und Baukosten. Hier zeigen aber die Erfahrungen aus anderen Städten und Gespräche unseres Vereins mit Architekturbüros, die darauf spezialisiert sind, dass mit relativ moderaten Mehrkosten von 2 bis maximal 5% zu rechnen wäre, das entstandende Gebäude durch die ansprechendere Fassade aber auch einen höheren Marktwert besitzen würde.


    Wir bitten daher die Stadträte und Verantwortlichen, die Machbarkeit dieser Idee zu prüfen.