Posts by Klotzenstein

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    So kann es gehen. Ich finde, gerade in den Metropolen gibt es nun doch einen sich stabilisierenden Trend zu besserer Architektur, ich habe in letzter Zeit gerade aus Hamburg und interessanterweise Köln eine ganze Menge dieser ganz ordentlichen Entwürfe gesehen.

    Das empfinde ich ganz genau so! Mir scheint, in den Innenstädten (wirtschaftlich stärker aufgestellter) deutscher Metropolen wird vermehrt Stadtreparatur betrieben. Dazu zählt im Übrigen auch Hannover, hier werden im Moment die letzten innerstädtischen Brachen bebaut und die gröbsten Bausünden nach und nach durch moderne Stadtquartiere ersetzt.


    Die Entwicklungen verlaufen zwar noch nicht ganz im Sinne unseres Vereins, nichtsdestotrotz zeichnet sich bereits ein Marsch in die richtige Richtung ab.

    Eine weitere erfreuliche Nachricht aus der Hansestadt Hamburg: Im Stadtteil Hamburg-Mitte wird ein Hotel der TITANIC-Gruppe in neo-backsteinexpressionistischer Architektursprache realisiert (s. hier) und eine Nachkriegs-Bausünde ersetzen. Das exponierte Gebäude wird deutlich aus seinem Umfeld (Google-Maps) herausstechen und somit hoffentlich Maßstäbe für weitere Entwicklungen in dieser Ecke setzen.

    Bei dem Raster in den Obergeschossen handelt es sich nicht um eine modernistische Zutat, es war bereits Teil des Erbauungszustands, wie man auf historischen Ansichten erkennen kann (Wikipedia). Das trifft im Weiteren auch auf die durchgehende Fensterreihe im Dachgeschoss zu.


    Die fehlende Teilung der Fenster ist hoffentlich auf den sowieso recht geringen Detailgrad der Visualisierung zurückzuführen.

    Das Fernsprechamt Schlüterstraße in Hamburg-Rotherbaum wird derzeit auf die Nutzung als Universitätsgebäude der UHH vorbereitet und soll in dem Zuge umfassend saniert werden. In Zukunft soll das Gebäude zur Unterbringung der Geistes- und Sozialwissenschaften dienen.


    Entsprechend der Beschreibung auf der Homepage des Architekturbüros "Andreas Heller Architects & Designers" sowie den dazugehörigen Visualisierungen (s. hier) des Fernsprechamts blicken wir hier einer denkmalgerechten Wiederherstellung der prächtigen neogotischen Fassade entgegen.

    Mit einer äußerlichen Rekonstruktion würde ich mich in diesem Falle aber nur schwer begnügen können. Denn obwohl die Außenfassade sehr schön ist, wirkt sie auf mich nicht herausragend. Erst der Innenraum macht die Börse für mich so besonders.


    Zugegebenermaßen habe ich eine solche Säulenkonstruktion bisher höchstens als moderne Interpretation gesehen.

    Laut einem Artikel der HAZ (s. hier) wird das alte Gartentheater in den Herrenhäuser Gärten umgebaut und hierbei weitestgehend dem Ursprungszustand von 1690 angenähert. Besonders erfreulich ist die folgende Nachricht:

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    Die 17 vorhandenen, restaurierten Originale (nachträgliche Anmerkung: gemeint sind die vergoldeten Bleifiguren) aus dem 17. Jahrhundert bekommen Zuwachs. Weil es ursprünglich 27 Exemplare waren, werden nun Repliken aufgestellt, die die Gruppe wieder vollständig machen. Die Kosten dafür trägt die Wenger-Stiftung, die bereits die Restaurierung bezahlt hat.

    NDR1 Niedersachsen hat bereits am 17.12.2019 über den Umbau berichtet und bietet hierzu eine aufschlussreiche Vorher-Nachher-Ansicht (s. hier) an.

    Schönheit ist nun einmal subjektiv und Stuttgart eine offenbar sehr selbtbewusste Stadt, wobei ich diesen überbordenden Lokalpatriotismus als sehr unangenehm empfinde. Gleiches kann ich übrigens auch Städten wie Hamburg und Köln attestieren. Allerdings sollte man einem Werbetexter nicht verdenken, die eigene Stadt als besonders positiv darzustellen – nichts Anderes ist schließlich dessen Aufgabe.


    Viel peinlicher fand ich zuletzt eine Werbemaßnahme der Stadt Hannover, welche diese als "die relaxte Schwester von Berlin" betitelte und ganz offenbar auf ausländische Touristen abzielte. Wenn man schon nicht weiß, wie man die eigenen Stadt gut verkaufen kann...

    Die Pressemitteilung würde ich noch einmal gründlich durchlesen, bevor du diese abschickst. Es finden sich allein in den ersten beiden Sätzen mindestens zwei Rechtschreibfehler ("biete" und "anschließen").


    Zuhause werde ich mir die PM noch genauer ansehen und Feedback geben.

    Ich würde zunächst einmal das Endergebnis abwarten, denn wie bereits erwähnt, wurden zumindest schon die Zwerchgiebel abweichend von der Visualisierung hergestellt. Außerdem ist eine Wiederanbringung des Stucks noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.


    Des Weiteren sollte man anmerken, wie viel wir bereits durch eine Belegung des Bauplatzes mit der Baumasse gewonnen haben. Wer weiß, was dort sonst hätte entstehen sollen? Man schaue sich die Gegend an und wird merken, dass ein geschlosseneer Blockrand dort keine Selbstverständlichkeit ist.

    Die gleiche Frage habe ich mir ebenfalls gestellt. Vielleicht wurde der Stuck aus Kostengründen (oder fehlender Dokumentation) eingespart? Oder es wird der bereits entstuckte Zustand unmittelbar vor der Zerstörung wiederhergestellt. Hier könnten uns Ansichtskarten der Vorkriegszeit helfen.

    Auf der Ecke Regensburger Straße 25/Grainauer Str. 17 befindet sich momentan ein Projekt der GESOBAU in der Fertigstellung. Laut Projektbeschreibung (s. hier) handelt es sich um einen "originalgetreuen Wiederaufbau des im zweiten Weltkrieg zerstörten Wohnhauses". Ein Abschluss der Bauarbeiten wird zum Herbst 2020 erwartet.


    Ich bin auf das Projekt durch einen Foto-Beitrag in der sehr empfehlenswerten Facebook-Gruppe "Roaring Berlin. Die vergessene Metropole" aufmerksam geworden. Dort ist auch zu erkennen, dass die Zwerchgiebel dekorativer ausgearbeitet werden, als es auf den Visualisierungen angedeutet wird. Kann hierzu ein Forumsmitglied noch weiteres Fotomaterial liefern?

    Stolze 145 Jahre alt und nicht unter Denkmalschutz. Das freut den Investor Procom, der den Bau bald abreißen will. Der Abriß ist bereits genehmigt und auch der Denkmalschutz hat keine Einwände. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) freut sich, dass auf dem Areal des prunkvollen Altbaus künftig u. A. 50 Sozialwohnungen entstehen werden.


    Commerzbank-Zentrale droht der Abriss Und wieder stirbt ein Stück Stadt-Geschichte

    Wie in einem Artikel des DEAL-Magazins bzgl. des Commerzbank-Areals zu lesen ist, wird der Altbau tatsächlich verschont und lediglich der (eigentlich unter Denkmalschutz stehende) Nachkriegsbau durch einen gefälligen Klinker-Neubau ersetzt. Dies sieht zumindest der Entwurf des Berliner Büros "Bruno Fioretti Marquez Architekten" vor, weches siegreich aus dem Architekten-Wettbewerb hervorgegangen ist (s. hier).


    Allerdings werde ich aus folgender Aussage nicht so recht schlau: "Geplant ist zudem, stilbildende Fassadenelemente des weißen Altbaus daneben zu erhalten und in einen zweiten Neubau zu integrieren." ?(

    Mir würde auf die Schnelle noch Lübeck einfallen.


    Jedenfalls sehr schöne Schnappschüsse! Beim ersten Foto handelt es sich übrigens um das Lindener Rathaus (die Stadt Linden wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg eingemeindet), das nach Kriegszerstörungen leider nur teilweise wiederaufgebaut worden ist. Eine historische Ansicht ist hier zu finden. Eine Rekonstruktion des Ursprungszustandes ist leider nicht absehbar.


    Bei Gelegenheit werde ich selber mal Fotos aus Hannover beisteuern. Die Stadt hat meiner Meinung nach sehr viel zu bieten und wird deutschlandweit zu Unrecht als graue Maus abgetan – zumal auch die Anzahl der Bausünden inzwischen rückläufig ist. :foto:

    Im Skyscrapercity-Forum wurden vom Nutzer "csendesmark" gerade erst neue Baustellen-Bilder präsentiert (s. hier). Ob es sich bei dem Gebäude allerdings um eine Rekonstruktion handelt, wage ich zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz gefällt mir der Ansatz, das benachbarte historistische Gebäude zu spiegeln, sehr gut!


    Ich konnte die Baustelle zuletzt im Juni begutachten, als ich mit Freunden Budapest besucht hatte. Damals war bereits der Betonkern fertiggestellt und das Erdgeschoss mit der Fassade versehen.

    Bitte nur nicht die Flinte ins Korn werfen! Es finden sich genug Keime der neuklassischen Architektur in Deutschland wieder, die es allerdings großzuziehen und entsprechende Architekten & Bauherren zu fördern gilt. Hier springt schlussendlich der Verein Stadtbild Deutschland, etwa durch Pressemitteilungen oder die Auszeichnung "Bauwerk des Jahres", ein. Dies erscheint müßig, wird unser Anliegen aber zumindest im Gespräch halten, sodass unsere Argumente gehört und das moderne Bauen in Frage gestellt wird (s. Diskussion um das Goslarer Kaiserpfalzquartier).


    Auch merke ich aus meinem eigenen Umfeld, dass sich zumindest wieder mit traditionelle Elementen der Architektur beschäftigt wird. Altes wird stets als "schön" und "herrschaftlich" wahrgenommen, Modernes hingegen eher als "kalt" und "langweilig". Darauf müssen wird aufbauen.

    Auf dem 3. Dresdner Stadtbausymposium der GHND am 13. Mai 2019 wurde von Herrn Prof. Dr. Friedrich Thießen eine Studie vorgestellt, in welcher zumindest ein Zusammenhang zwischen der dekorativen Fassadengestaltung eines Gebäudes und der Zahlungsbereitschaft potentieller Mieter hergestellt wurde. Die Ergebnisse werden auch im Aufsatz "Fluch und Segen des Bauhausstils" in der Zeitschrift Immobilien & Finanzierung, Ausgabe vom 15.07.2017, präsentiert.


    Vergleicht man nun die Fassadenausgestalltung gründerzeitlicher Architektur mit modernistischen Neubauten, liegt Galba mit seiner Behauptung also gar nicht falsch.