Posts by Niederländer

    Aber wenn man weiß, wie die nürnberger Altstadt vor 1945 genau ausgesehen hat, gehört Nürnberg schließlich doch zum Schlimmsten, was die BRD so zu bieten hat. Dies zusammen mit Braunschweig und Hildesheim (naja, dort wurde zumindest der Marktplatz völlig wiederaufgebaut!), und auch in Frankfurt/Main wurde immer noch zu wenig rekonstruiert!

    Grauenhaft! Irgendwie merkwürdig: die Stadtmauer wurde anscheinend sehr liebevoll restauriert und sogar (teil-)rekonstruiert, aber gleichzeitig hat man innerhalb derselben Stadtmauer seit 1945 immer nur irgendetwas hingeklotzt! Nur das Tucherschlösschen ist da ein Lichtblick im Meer der Schatten...

    Das größte Problem ist, dass die Altstadt überhaupt zerstört worden ist. Sehr vieles dürfte dabei unwiederbringlich verloren gegangen sein. Aber dennoch hätte man aus Nürnberg immer noch mehr machen können, und müssen! Sebald-Ost, das einst schönste Altstadtviertel Deutschlands, ist ja heute nur noch ein einziges Trauerspiel, Satteldächer hin oder her...

    Eine Beibehaltung des Strassengrundrisses und der Wiederaufbau der grossen Kirchen und oeffentliche Profanbauten erfolgte aber auch in vielen anderen Staedten, sogar in Koeln! Nur hat man dort nicht ueberall mit Satteldaechern gebaut, aber das ist dann auch gleich den einzigen grossen Unterschied zu Nuernberg...

    @Exilwiener
    Ich glaube, das hat doch eher damit zu tun, dass die schoensten Ecken Rothenburgs (Ploenlein, Roederbogen, Klingentor, Spital, usw.) einfach nicht zerstoert worden sind! Waeren die Bomben nur 100 Meter weiter westlich niedergekommen, dann haette man vermutlich auch das rothenburger Stadtbild weitgehend aufgegeben...

    Diesmal leider keine Vergleichsbilder, weil Niederländers Galerie mit alten Ansichten Nürnbergs praktisch nur Fotos von der Sebalder Seite zu finden sind.

    Habe ich damals auch bewusst so gemacht, um zu zeigen, dass die schoensten Ecken der Stadt sich kurz vor der Zerstoerung fast alle auf einem relativ kleinen Areal befanden. Die Lorenzer Seite war bereits vor dem Krieg schlimm verschandelt worden (nicht so schlimm wie heute, aber doch!).

    @Petersburg


    Gerade die "un-urbanität" des heutigen Dresdens hat aber die Wiedererstehung des Neumarktes ermöglicht! Da bin ich also eigentlich nur froh, dass die ganze Stadt in den 60'ern und 70'ern eben nicht vollständig "zugemüllt" worden ist, anders als Köln, Frankfurt, Stuttgart und eben auch Nürnberg! Heute wird aus Dresden langsam wieder Dresden, aber Nürnberg ist scheinbar für immer kaputt...

    Tut zwar nichts zum Thema, glaub ich aber ehrlich gesagt nicht. Nürnberg wäre DER Touristenknüller und sehr sorgsam erhalten. Eine riesige touristische Achse mit Rothenburg etc, eine Art deutsche Toscana.

    Glaube ich auch, ein unzerstörtes Nürnberg wäre zumindest genauso gut erhalten geblieben wie Bamberg oder Regensburg. Warum hätte man denn gerade Nürnberg übel verschandeln müssen!?

    https://www.google.be/maps/@49…SU3SqQ!2e0!7i13312!8i6656


    https://www.google.be/maps/@49…ro-0-fo100!7i13200!8i6600


    Früher gab es hunderte vergleichbare Ecken in Nürnberg, heute vielleicht noch ein Dutzend, allerhöchstens. Es ist zum Heulen... Problem ist nur: auch Rekonstruktionen werden hier idR. (was eher "einfache" Bürgerbauten betrifft) nie so "authentisch" aussehen wie die richtigen Altbauten! Also, in diesem Sinne scheint das alte Nürnberg schon für immer verloren gegangen zu sein. Oder gibt's hier doch noch einen Ausweg!?

    Ja, stimmt, alles wurde für die "Esplanade"/Sichtachse zum neuen Calatrava-Bahnhof geopfert. Dieses eine Gebäude hätte aber notfalls versetzt werden müssen, da es sich hier um eines der schönsten Gebäude des frühen 20. Jahrhunderts in dieser Stadt handelte!


    Übrigens hat es dort auch in der Altstadt mal wieder Abrisse gegeben: auf dem Insel "Outremeuse" wurden 4 Häuser inmitten eines historischen Ensembles abgerissen, darunter auch ein Haus mit einer Fassade aus dem frühen 18. Jahrhundert...


    https://www.todayinliege.be/la…ons-dinteret-patrimonial/

    Ich bin Gitarrist, also ein solistischer Instrumentalist. :)


    Und dass eine derartige Entwicklung noch nicht stattfindet, liegt mE. nicht so sehr an “Ueberfordertheit”, sondern einfach an der heutigen politisch-kulturellen Situation in Europa, die so eine Entwicklung einfach nicht duldet. Den bei den Musikern selbst ist die Wille dazu durchaus (wieder) da!

    Als Musikstudent habe ich es auf jeden Fall so erlebt. Alle lieben die klassischen Werke (und nein, damit meine ich nicht die Große Fuge), aber nur die wenigen, die sich, wie du es sagst, spezialisierten, lieben auch die Musik des 20. Jahrhunderts ebenso sehr. Die junge Generation sehnt sich vor allem wieder nach romantische Musik, ist meine (auch meine eigene) Erfahrung!

    Meine Erfahrung ist, dass viele Musikstudenten diese gewollt “moderne” Musik nicht mehr leiden koennen. Bach, Mozart, Beethoven, Chopin, Tchaikowsky und Debussy sind aber nach wie vor sehr populaer! Also...

    Ein Problem des Saarlandes ist aber auch, dass kaum richtige Altstaedte vorhanden waren und sind. Vielleicht haben die Saarlaender deshalb kaum ein Gespuer fuer Altbauten !?


    Trotzdem: eine reine Gruselgalerie. Vom Ruhrpott koennte man aber noch schlimmeres einstellen...