Posts by Citoyen

    Dieses könnte noch aus der Mitte des 19. Jh. stammen.

    Auch diese Deine Vermutung erweist sich als korrekt. Zumindest das nördliche der beiden Häuser, also das Eckgebäude (später Günterstalstraße 6), ist bereits auf dem sog. "Lerchplan" von 1852 zu sehen. Ebenfalls erkennt man die erwähnten kleinen Häuser auf dem heutigen Parkplatz und an der Ecke Günterstal-/Talstraße. Hier ein Ausschnitt mit dem markierten Gebäude an der Ecke Günterstal-/Basler Straße:



    Bildquelle: Vistatour


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    Kleiner Nachtrag: Bei dem Eckgebäude handelte es sich um das "Zollhaus" – daher auch die auf dem Hof lagernden Waren in der obigen Ansicht. Auf diesem Plan von zwischen 1844 und 1846 ist es gut zu erkennen.

    'etinarcadiameo', Deine Vermutung ist richtig. Die Vorgängerbauten waren ähnlich schlicht wie die noch bestehenden Häuser in der Günterstalstraße 10 und 12. Diese beiden Ausschnitte aus Luftaufnahmen von 1944 zeigen die zweigeschossigen Eckgebäude gegenüber St. Johann:



    Quelle: bildindex.de, Bilddatei fm931608



    Quelle: bildindex.de, Bilddatei fm931609

    Auch müsste die Karl-Friedrich-Straße zwischen Rondellplatz und Ettlinger-Tor-Platz verkehrsberuhigt werden, denn die Durchfahrt wäre wohl nur breit genug für ein Fahrzeug.


    Dennoch: Vielen Dank für dieses reizvolle Gedankenspiel und die aufschlussreiche Bebilderung. Dieser Platz illustriert auch für mich am deutlichsten das städtebauliche Desaster Karlsruhes. Ausnahmsweise kann ich der modernen Großplastik, hier als zerbrochenes Tor, einmal etwas abgewinnen – und zwar als Mahnmahl. Hier ist ein schonungsloser Artikel zum Thema Städtebau seit 1918 am Beispiel Karlsruhes.


    In jedem Fall wird es höchste Zeit, dass man sich in dieser Stadt der alten Schönheit besinnt und sie teilweise zurück zu gewinnen versucht. Die in Karlsruhe ansässige Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft hat übrigens vor einiger Zeit eine Arbeitsgruppe für Rekonstruktionen gebildet. An ein derartig ambitioniertes Projekt denkt man dort aber offenbar aus guten Gründen nicht.


    Anbei eine weitere Ansicht des Ettlinger Tores mit Weinbrenners Wohnhaus rechts, in dem er auch seine Schüler unterrichtete. Zeichnung von J. J. Berger um 1830, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe:


    Mal eine etwas erfreuliche Nachricht von der Dämmindustrie:


    Quelle: BZ


    Ob die Flüchtlinge die Rettung für das "Handwerk" bringen werden?


    Quote from BZ

    Da die Stühlinger Stadthalle mit Flüchtlingen belegt ist, fand die Hauptversammlung in Donaueschingen statt. Hüttenberger nahm dies zum Anlass, um die Chancen des Zuzugs herauszustreichen. Durch Integration könnte beispielsweise der Nachwuchsmangel im Handwerk gelindert werden. In einem Haus auf dem Sto-Gelände leben derzeit drei Flüchtlingsfamilien, die vom Unternehmen und den Mitarbeitern unterstützt werden.

    Ich kann Dir nur zustimmen. Danke für die bildliche Darstellung, die zeigt, dass eine harmonische Fassade nicht viel mehr Aufwand verlangt. Man muss es nur wollen. Mit ebendiesem Einwand hatte ich mich seinerzeit auch an Herrn Baumgartner gewandt, dass es nämlich auf die Details ankäme: Sprossenfenster, Fensterläden, begiebelte Gauben, Putzfassade ohne Styropordämmung und das aufwändig gestaltete Portal. Letzteres wird nun ja wohl kommen, Gott sei dank!


    Doch auch hier gilt wie stets in den Reko- Debatten: Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.


    Auch hier volle Zustimmung. Bisher wurde seitens des Erzbistums mit dem geänderten Nutzungskonzept argumentiert und damit, dass man weniger Originalteile gefunden habe, als erhofft. Ich frage mich, was man denn außer den Portalbruchstücken noch zu bergen hoffte. Fenstergewände etwa? Als ob man diese nicht (besser) neu anfertigen könnte.


    Letztlich ist es wohl eine ideologisch gefärbte Frage. So liest man auf der Homepage des Erzbischöflichen Bauamts Freiburg unter „Projekte“ bei den Beschreibungen sonst vorbildlicher Kirchenrenovierungen immer wieder Sätze wie: „Ganz im Gegensatz hierzu wurde für die neue Altarraumgestaltung eine zeitgemäße Lösung gesucht…“. Es ist nicht leicht, sich bei einem Wiederaufbau von dieser Denkweise zu lösen.


    Angesichts dessen sind die Lochfassade im Erdgeschoss und die Rekonstruktion des Portals ein großer Schritt in die richtige Richtung. Im Zusammenspiel mit den Sprossenfenstern und der niedrigeren Traufhöhe wirkte das Portal beim Original freilich noch viel besser.


    Noch ein Nachsatz zum Hinterhof: Dort sei für den Neubau ein Anbau für gastronomische Zwecke geplant, der dem Gestaltungsbeirat „ganz und gar nicht“ gefallen habe, so der BZ-Redakteur. Dieser habe stattdessen eine Nutzung als Freifläche für das Café befürwortet. Für einen Beirat aus der Moderne verpflichteten Architekten will das etwas heißen. Ein Entwurf des Anbaus ist mir nicht bekannt. Stattdessen stelle ich ein weiteres Bild aus oben genanntem Buch ein, das den historischen Hinterhof zeigt. Im Hintergrund Stall und Scheune, noch aus dem 16. Jh.:



    Gräflich Andlawsches Haus


    An dieser Stelle wurde schon einige Male vom geplanten Wiederaufbau des Gräflich Andlawschen Hauses in der Herrenstraße berichtet.


    Zum Hintergrund: Die Herrenstraße war geprägt von dreigeschossigen, mittelalterlichen Häusern, die sich zumeist im Besitz von Domherren befanden (daher der Name „Herrenstraße“ und zuvor „Pfaffengasse“). Einige dieser Häuser wurden nach der Kriegszerstörung zweigeschossig wiederaufgebaut. Ferner prägten prächtige Barockpalais das Bild, allen voran das Haus „Zum Landeck“, in dem heute der Erzbischof residiert.


    Ein weiteres Palais war das frühklassizistische Andlawsche Haus, erbaut 1787 unter Einbeziehung zweier Häuser unter Freiherr von Pfirt, 1820 von der gräflichen Familie von Andlau (oder Andlaw) erworben. Beim Luftangriff auf Freiburg im November 1944 wurde es zerstört. An der Stelle befindet sich seither eines der letzten Trümmergrundstücke der Altstadt (nicht das letzte, wie in der Lokalpresse immer wieder zu lesen). Seit Jahren gibt es Bestrebungen, das Gebäude wieder aufzubauen.


    2013 wurde noch unter dem Vorgänger des jetzigen Erzbischofs das Grundstück erkundet, das Bauvorhaben nach der Affäre in Limburg aber wieder vertagt. Angedacht war auch eine Nutzung als Bischofsresidenz. Es ist angesichts der öffentlichen Erregungslust wohl nur verständlich, dass der Nachfolger nun lieber im oben erwähnten barocken Haus „Zum Landeck“ wohnen bleiben will, anstatt den Medienzirkus um den Bau einer neuen Residenz zu riskieren. Dennoch soll das Haus nun wiedererrichtet werden, unter anderem mit einer Nutzung durch ein integratives Café.


    Den Wiederaufbau begrüße ich generell natürlich sehr. Die erste Visualisierung der künftigen Fassade enttäuschte jedoch, da abgesehen von der Kubatur nicht viel geblieben war. Der überarbeitete Entwurf, der vor zwei Wochen im Gestaltungsbeirat der Stadt Freiburg vorgestellt wurde, zeigt immerhin das historische Portal – wenn auch auf die rechte Seite versetzt (wohl da das ganze Haus etwas nach Norden versetzt wird, um eine stattliche Kastanie erhalten zu können, das Portal aber am Originalstandort verbleibt) – und ordentliche Fenster im Erdgeschoss, dafür nun ein Fensterband im Obergeschoss.


    Als störend und unnötig empfinde ich dagegen die modernistische Gestaltung der Fenster und Dachgauben. Mit dieser Kritik habe ich mich schon vor einiger Zeit an das Erzbistum gewandt und erhielt eine freundliche Antwort vom Abteilungsleiter für Immobilien beim Erzbischöflichen Ordinariat, Herrn Baumgartner. Er wies mich auf die öffentliche Nutzung hin und auf die daher notwendige Absenkung des Erdgeschosses auf Straßenniveau. Ferner sei im Dachgeschoss ein Raum mit schönem Blick aufs Münster angedacht.


    Ich antwortete, dass man auch bei Absenkung des Erdgeschosses den Rest der Fassade originalgetreu rekonstruieren könne und das ehemalige Haus fast ebenso viele Gauben besaß wie das geplante, dass der Münsterblick also derselbe wäre. Und selbst mit Sockelgeschoss wäre eine öffentliche Nutzung denkbar. Drei Stufen müssten mit einer dezenten Rampe an der Südseite doch zu überwinden sein. Eine Rückantwort erhielt ich leider nicht.


    Anbei eine Aufnahme und der Aufriss des alten Andlawschen Hauses aus dem sogenannten Bürgerhäuserbuch von 1923:


    Berichtigung (08.09.2016): Der öffentlich nutzbare Raum mit Münsterblick ist im ersten Obergeschoss geplant, nicht im Dachgeschoss. Daher die Idee des Erzbischöflichen Bauamtes mit den großen (bodentiefen?) Fenstern. Herr Baumgartner hatte mir das damals auch so geschrieben; mein Fehler.

    Ja, der Torbogen wurde wie auf dem Plan gebaut. Ebenso wie der darüber liegende Balkon stammt er vom Vorgängerbau. Das Ensemble wirkt auch auf mich zu monoton. Auch der Kammputz des blauen Baues vermag die Einförmigkeit nicht abzumildern. Immerhin sind die goldenen Lettern, die anfangs nur in einer einheitlichen Antiqua geplant waren, ein angenehmes Ornament. Fairerweise muss man auch sagen, dass die Vorgabe - ein fensterloses Gebäude für die graphische Sammlung - nicht die spannendste war. Insgesamt kann man mit Herrn Mäcklers Umbau sehr zufrieden sein, finde ich. Vor allem im Innern hat sich viel verbessert.
    Wenn ich mich recht erinnere, wurde übrigens keine Styropordämmung verwendet. Die neuen Gebäude wurden aus Hohlziegeln gemauert.

    Möglicherweise ist man in D mit der Feststellung eines solchen sehr schnell bei der Hand.

    Das vermag ich nicht zu beurteilen, aber in einem Video, das an anderer Stelle verlinkt wurde, findet sich ein kurzer Beitrag zur Friedenskirche, in dem Schäden gezeigt werden (Minute 11:27):


    Ein interessanter Beitrag, gerade für die Nicht-Potsdamer:
    zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/v…9Fenpracht-und-Plattenbau

    Guten Tag in die Runde! Ein spannendes Projekt. Niklas Maak kommt in der heutigen FAZ zu einer ähnlichen Einschätzung wie "Kralle":


    Quote

    Ein Entwurf (Nummer 1281) immerhin schlägt etwas Interessantes vor: ein Patchwork aus vielen kleinen Gebäuden, Höfen, Wäldchen und Bühnen, das auffällt, weil es wie eine dichte kleine Stadt wirkt und den Großformen von Mies und Scharoun eine selbstbewusste Kleinteiligkeit, einen fast labyrinthischen, modernen Zaubergarten gegenüberstellt [...]. Es ist ein Entwurf, der eine zentrale, grundlegende Frage aufwirft: die, was heute eigentlich ein Museum jenseits der weißen Kiste sein könnte, wie es sich zur Stadt verhält, wie man sich in ihm aufhält.
    [...] ein Museion im griechischen Sinn des Wortes: In der Antike war das Museion kein Einzelbau, sondern ein Hain, ein Heiligtum der Musen [...].
    Ein solches Museion wäre nicht nur dem Ort angemessen, es wäre auch etwas Neues, das den utopischen Energien der Kunst, die hier gezeigt werden soll, besser entspräche. Simple Kisten im internationalen Kulturrepräsentationsdesign gibt es schon genug.

    Quelle: FAZ, 16.02.2016