Posts by jack000

    Bei aller Ablehnung gegenüber der "Nachkriegsmoderne", hat sie doch auch einige herausragende oder einfach schöne Bauten hervorgebracht. Wenn ich ans Gerling-Viertel oder das Blau-Gold-Haus in Köln so denke...

    Ausnahmen gibt es immer aber im Regelfall hat die Nachkriegsmoderne auf ganzer Linie versagt und hässliche Städte hinterlassen. Man hat dafür extra ein neues Wort erfunden weil es jahrtausende zuvor niemals notwendig war: "Bausünde"
    => Ein Schaden der nie wieder zu reparieren ist!

    Dieses Bild zeigt dass die Hochhäuser um die Gedächtniskirche weder hässlich oder ein Störfaktor sind (die 60-er Kiste rechts soll noch modernisiert werden). Nur weil wir hier Reko-Freunde sind muss man Modernes oder Hochhäuser ja nicht per se ablehnen und verdammen, meine ich. eye:)

    Sehe ich ganz genauso, allerdings stören diese Glasbausteinbauten rechts und links der Gedächniskirche, sowie das (leider sanierte und nicht abgerissene Bikini-Haus) und sonstige 60er Jahre Fehlbauten in dem ganzen Ensemble!

    Leider ist Stuttgart gar nicht mehr so gepflegt. Erst am Montag war ich wieder im Westen unterwegs und war einigermaßen erschüttert, daß viele der Altbauten durch hässliche Graffiti verunstaltet wurden. Ich hatte solche Zustände eigentlich immer mit Berlin assoziiert, jetzt greift das leider auch hier um sich.

    Leider ist Stuttgart in der Tat teilweise verdreckt und zwar z.B. auf dem Marienplatz, wo die Party-People gerne ihre Abfälle da lassen und ich mir fast den Hals gebrochen hätte weil ich auf einer leeren Schnapsflasche ausgerutscht war.

    Unsinn was du schreibst, Stuttgart hat gewiss mehr zu bieten als Hannover, nicht nur wegen der Lage. Der Schlossplatz ist die schönste städtische Platzanlage in ganz Deutschland, ganz zu schweigen vom Schillerplatz. Außerdem gibt es in Stuttgart noch sehr viel historische Bebauung, ich empfehle einen Abstecher ins Heusteigviertel, Karlshöhe oder Bohnenviertel, Heslach oder Ostheim, oder einfach nur einen Spaziergang durch den Schlossgarten.

    Stuttgart hat definitiv schöne Ecken, Stuttgart West und Stuttgart Ost hast du vergessen aufzuzählen. Das Problem in Stuttgart sehe ich im wesendlichen zwischen Eberhardtstr., Marktplatz und Königsstrasse. Vereinzelt ansehnlich aber insgesamt eine absolute Katastrophe und Flächenabriss ist die einzige Möglichkeit da noch was zu retten.
    Zu erwähnen wäre auch noch die Ecke Schlossstrasse/Fritz-Elsers Strasse.

    Naja, ob man hier gleich das Scheitern einer ganzen Epoche dran festmachen muss - vielleicht haben einfach nur Architekt und Bauherr nicht das Bestmögliche erreicht?

    Wegen welcher Epoche wurde wohl das Wort "Bausünde" erfunden?

    Mir gefällt Nr. 3 auch am besten, um Nr. 1 abzulehnen braucht es kein Bild, da reicht der Text:
    "avantgardistischen Entwurf" gewonnen, ein "auffälliges Unikat mit seiner futuristischen Stahl- und Glasfassade"



    => häßlicher Klotz, alles krum und schief und Solitär der sich nicht in seine Umgebung einfügt!

    An der Architektur des Kulturpalastes liegt es ja nicht sondern an der Nutzung. Die Vision der gemischten Stadt, die vielen von uns vorschwebt, ist nunmal mit der aktuellen Rechtslage zum Thema Emissionsschutz nur schlecht vereinbar. Das liegt an der Vollkaskomentalität des Gesetzgebers, nicht an der Gestaltungsarmut der Architekten der Moderne.

    Der Kulturpalast an Sich ist das Problem. Hätte man diesen Abgerissen und sich stattdessen an den ersten Vorschlägen der GHND orientiert, gäbe es das Thema gar nicht erst.
    Der Kulturpalast ist nun mal ein Fremdkörper in dem Neumarkt-Ensemble und so verhält er sich natürlich auch gesetzgeberisch!

    Dann sollte man mit dieser hässlichen Platte, die dieses bekannte Postkartenmotiv mit Bode-Museum und Fernsehturm im Hintergrund zeigt, anfangen.



    Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Thomas Wolf, http://www.foto-tw.de CC BY-SA 3.0


    Das ist nicht mal untypisch. M.E. wurden solch häßliche Plattenbauten absichtlich dort platziert um ehemalige städtische Ensembles zu verunstalten ...
    => In den meisten Städten findet sich sowas, z.B. Marschstallcenter in Ludwigsburg, Kulturpalast in Dresden, technisches Rathaus in Frankfurt (wird glücklicherweise korrigiert derzeit), Neustädter Markt in Dresden, Rathaus in Waiblingen, etc, etc ...
    Zufall wird das nicht sein!

    Die Gesellschaft Historisches Berlin fordert laut einem Bericht der Berliner Morgenpost mit dem Wiederaufbau des Neuen Marktes einen ersten Teilbereich der riesigen Stadt-Brache zwischen Humboldt-Forum und Alexanderplatz neu beleben. Im Sinne einer Stadtreparatur nach historischem Vorbild soll die Fläche zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche basierend auf dem Grundriss aus dem 17. Jahrhundert dicht bebaut werden. :applaus:


    Siehe >> http://www.morgenpost.de/bezir…em-Vorbild-entstehen.html

    Das ist soweit i.O., das Problem aber sieht man auf dem Link noch im Hintergrund! Die Plattenbauten an der Karl-Liebknecht-Strasse und die Rathauspassagen (zumindest die Wohnungen oben drüber) müssen pulverisiert werden, damit eine ansprechende Gestaltung möglich ist.

    Und seien wir mal ehrlich, die 20 Milliönchen, die der Bund vielleicht hinzuschießen müsste, bezahlt der doch aus der Portokasse. Da wird an anderer Stelle weitaus mehr Geld verpulvert für viel unnützeres Zeug. Warum darf sich der Bund nicht an der Wiederherstellung einer der bedeutendsten Barockfassen Nordeuropas beteiligen?

    Man packe die 20 Mio. € einfach irgendwo bei S21 dazu, ... solche Peanuts bemerkt da niemand.

    Der Abriss ist ja zu begrüßen (Wie ein jeder Abriss von Nachkriegsbausünden). Aber:
    - Der Vorbau bleibt noch stehen
    - Der Neubau ist nicht wirklich ein Gewinn, da hätte man das alte Gebäude auch gleich stehen lassen können

    Die Chance besteht sicherlich, wobei ich 15-20 Jahre für zu wenig Zeit halte.


    Wir sollten jetzt erstmal das Ergebnis abwarten und uns freuen, dass dieses Projekt überhaupt realisiert wird.

    Das sehe ich genauso! Alle Vorschläge, die dieses Projekt teurer gemacht hätten, hätten die Gefahr gehabt das es komplett beerdigt wird und das hätte ja niemanden geholfen. Man sollte in Erinnerung haben, als bei den Sparmaßnahmen in der Krise 2008-2010 das Schloss das erste war was zurückgestellt worden ist.



    Die Stella-Fassade hat den Vorteil, das diese niemand vermissen wird wenn mal mehr Geld vorhanden ist und man die Ostfassade entsprechend gestalten kann. Wichtig ist, dass jetzt überhaupt erstmal gebaut wird und die nächste Krise kündigt sich schon an, aber das Schloss kann und wird nicht mehr gestoppt werden können.

    Um mal generell das Thema aufzugreifen:
    Es wird immer wieder kritisiert, dass DDR-Bauten abgerissen werden sollten nur weil sie DDR Bauten sind.


    Aber weswegen sollten diese denn besonderen Schutz bekommen? Nehmen wir mal an, ein solches Ensemble wie um den Fernsehturm in Berlin herum (z.B. Rathauspassagen) würde in einer anderen Stadt (z.B. Hannover, Hamburg, Bremen, Frankfurt, Stuttgart, München, etc... stehen ... würde jemals irgendjemand auf die Idee kommen, dass solche Bausünden (Wie es die in den 60er und 70ern überall in deutschen Städten gab) unbedingt erhalten werden müssten ???

    Angesichts von "sieben Umfragen mit jeweils mehreren hundert Befragten" (wie wurden diese ausgewählt?) kommen wir maximal auf ein halbes Prozent der Dresdner Bevölkerung, das hier befragt wurde...

    Bei Wahlprognosen sind es 1000 Personen die befragt werden und die Ergebnisse sind doch recht genau. Ebenso spiegelt sich das in der Realität ab:
    - Wer besucht z.B. Kassel wegen seiner Innenstadt und den Gebäuden die nach 1945 erstellt wurden ? => Niemand!
    - Wer besucht z.B. Göttingen wegen seiner Innenstadt und den Gebäuden die vor 1945 erstellt wurden ? => Sehr viele!


    Auch das Gebäude in deinem Avatar dürften so 80-90% der Bevölkerung in Deutschland als hässlich empfinden. Auch deswegen, weil es ein egoistisch gestalteter Solitär ist, der sich in keinster Weise in seiner Umgebung einfügt (Was eines der Hauptprobleme von Neubauten ist).