Posts by Klinker

    Nun muss ich aber mal fragen:
    An alle hier, die hobbymäßig gerne Architektur entwerfen und besonders die unter euch, die auch in der 3-dimensionalen Umsetzung erfahren sind, habt ihr eigentlich mal daran gedacht, eure Fähigkeiten der Videospielindustrie zur Verfügung zu stellen? Architektur aller Epochen oder reinster Fantasie werden immer wieder gebraucht und mittlerweile sind die Grafiken, die in Echtzeit dargestellt werden können, so weit entwickelt, dass es kaum mehr irgendwelche Limits gibt, was Größe, Detailgrad und Fantasie angeht.


    Den Film gibt es übrigens auch noch. :wink:



    Zu Ethan Carter,


    wem ist bewusst, dass die Stabkirche kein Phantasiegebilde, sondern eine etwa 100-prozentige Nachbildung der Stabkirche Wang ist? :biggrin:


    Die wiederum zu großen Teilen ein Phantasiegebilde der Romantik ist. Ursprünglich sah die Kirche deutlich bescheidener aus.


    Im Unterschied zu heute konnte man damals so etwas aber auch noch verwirklichen.

    Interessanter Strang! Am Ende wird es wohl auf das Dresdner Elbpanorama hinauslaufen.


    Wenn man Deutschland etwas großzügiger definieren würde, dann würde ich die Wiener Ringstraße und den Place de la République in Straßburg vorschlagen.


    Die traurige Wahrheit ist, dass die meisten Beispiele für schöne großstädtische Ensembles in Deutschland heutzutage entweder zerstört sind oder außerhalb der Landesgrenzen liegen.

    Was ist denn für Dich das Kriterium? Was steht zur Disposition und was nicht? Welchem Kriterium sollte Denkmalschutz demnach genügen?


    Das ist doch die entscheidende Frage! Ist ein Gebäude erhaltenswert, weil es alt ist oder weil es schön ist?
    Wenn man nur nach dem Alter ginge, dürften die Bausünden der Nachkriegszeit auch nicht mehr abgerissen werden.


    PS: Könnte man diese Diskussion in einen neuen Strang auslagern?

    Um Himmels willen. Was ist das? Das erste Google-Ergebnis ist eine Seite auf Wookieepedia …


    Was genau?



    Sowas mag einem zwar einen Preis fürs Production-Design bescheren, aber in der Realität fallen solche Ideen glücklicherweise durch.


    Besser sieht die Realität dadurch auch nicht aus.



    Ein bißchen seeehr viele Kuppeln, findest Du nicht auch? :biggrin:


    Ein paar mehr Kuppeln könnten den ganzen Flachdächern im Berliner Regierungsviertel nicht schaden.

    Diese Messegelände-Architektur im Zentrum Berlins ist echt übel! Die deutsche Demokratie soll sich hier präsentieren, warum kann das Demokratie nur in hässlich? Wie übel das in Diktaturen geht, zeigt die aus dem Boden gestampfte neue Hauptstadt Kasachstans, Astana. Ist irgendwo zwischen Las Vegas und Starwars angesiedelt, Naboo oder so.


    Naboo wäre gar nicht mal so schlecht gewesen. :wink:


    Naboo 1


    Naboo 2

    Darf man gespannt sein was hier nun draus wird ?


    Viel wird sich dadurch wohl nicht an dem grauenhaften Aussehen der Kölner Innenstadt ändern.



    Wie weit greifen denn die Umgestaltungen - werden dabei nur etwa historische Gebäude renoviert und neu inszeniert, oder entstehen auch Neubauten oder im besten Fall gar Rekonstruktionen?


    Es sind anscheinend ein paar Neubauten geplant.

    Der Dom ist nicht idealisiert. Im 19.JH wurden die Originalpläne unter mysteriösen Umständen auf einem Dachboden wiederaufgefunden. Die Fassade wurde 1 zu 1 umgesetzt.


    Bis auf die fehlenden Stellen.



    Wie das Schiff aussehen sollte, hat man ja durch den schon gebauten Chor vor Augen gehabt.
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/3/39/WP_Kölner_Dom_Riss_F.jpg


    Die Querschiffe sind dennoch eine idealisierte Neuschöpfung der damaligen Zeit, da ihr keine Orginalpläne zugrunde lagen.



    Ich meine auch nicht, dass ein Bauwerk, dass im 19 Jahrhundert vollendet wurde, wie das Ulmer Münster auch, kein großartiges Bauwerk sein kann. Im Gegenteil. Heute jedoch einen nie gebauten Entwurf für das Stadtschloss umzusetzen halte ich hingegen für problematisch.


    Und wo ist da der Unterschied?


    Nochmals, das Rad soll nicht neu erfunden werden. Es geht nur darum einige Unstimmigkeiten des ursprünglichen Schlosses, wie z.B. die fehlende barocke Spreefassade, die sich durch die historischen Umstände leider ergeben haben, wie z.B. dem Tod König Friedrichs I., zu "berichtigen".



    Es gab solche Debatten übrigens schon früher. Beim Straßburger Münster hat man sich gegen die Vollendung und den Bau des 2. fehlenden Turmes entschieden, obwohl das angeregt wurde. Man gab der Authentizität den Vorzug.


    Wenn es danach ginge, sollte man Restaurierungen oder gar Rekonstruktion grundsätzlich ablehnen, weil das Ergebnis nicht mehr "authentisch" wäre.

    Hä? Über ein Jahrhundert und 2 Regierungsformen (für manche 3) später machen keinen Unterschied? Dann versuche mal deinem UrUrUrgroßvater, der die Domvollendung damals erlebte die heutige Zeit zu erklären wenn er heute wieder hier wäre. Es machte ja schon einen Unterschied als die Renaissance Einzug hielt. Keiner wäre damals, wie ja der Kölner Dom belegt, auf die Idee gekommen ihn im gotischen Stil fertigzubauen. Erst die Rückbesinnung auf vergangene nationale Größe im 19 Jahrhundert führte zur Vollendung. Von solch einer Rückbesinnung sind wir ja (Gott sei Dank) meilenweit entfernt.


    Da hast du etwas falsch verstanden.


    Es ging mir um den Widerspruch, dass der Kölner Dom, der ja größtenteils eine idealisierte Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert ist, ein großes Baudenkmal darstellen kann, wohingegen ein idealisiertes Berliner Stadtschloss "Disneyland" sein soll.



    Jungens, auch dieser Käs´ ist doch schon lange gegessen. Solche Diskussionen sind doch Energieverschwendung. Der Rohbau steht. Nun geht es darum, wie die Finanzierung läuft, ob die Kuppel originalgetreu entsteht, die Innenportale und eventuell (mein großer Wunsch), ein, zwei Raumrekonstruktionen. Alles andere "hätte, wenn und aber" bringt uns da keinen Deut mehr weiter.


    Es handelt sich hierbei sowieso um eine hypothetische Frage.

    Brauchen wir dafür wirklich einen eigenen Thread?


    Wurde die Frage denn schon einmal gestellt?



    Alles andere grenzt in meinen Augen schon einem Wunschkonzert, aber soweit nur meine Meinung.


    Und warum ist das ein Problem?



    Die idealisierte Version lehne ich ab. Sie hat es nie gegeben, sie war nur geplant, und was glaubst du, wie das Disneyland-Geschrei durch die Republik hallen würde!


    Beim Kölner Dom ruft auch niemand "Disneyland". Er gehört seit 1996 sogar zum UNESCO-Welterbe.

    Das ursprüngliche Berliner Stadtschloss stellte bekanntermaßen eine durch mehrere Jahrhunderte gewachsene Anlage dar. Keiner der beteiligten Baumeister und Architekten konnte seine Vorstellungen zur Gänze verwirklichen. Die Folge davon war eine große Unregelmäßigkeit des gesamten Gebäudekomplexes, wie man an dem Grundriss des Schlosses gut erkennen kann.


    Bei dem jetzt erfolgten Wiederaufbau hat man sich für eine ästhetisch unbefriedigende Hybridlösung aus barocker und moderner Architektur entschieden. Dieser wäre einer originalgetreuen Rekonstruktion mit Sicherheit vorzuziehen gewesen. Eine originalgetreue Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses hätte aber auch bedeutet, dass die „Fehler“ der ursprünglichen Anlage ebenfalls wiederholt worden wären.


    Allerdings hätte es aber aus meiner Sicht noch eine andere Möglichkeit gegeben, nämlich die einer idealisierten Rekonstruktion, welche der Anlage eine größere Einheitlichkeit und damit einen harmonischeren Gesamteindruck gegeben hätte. Hierzu hätte man sich auf die vorhandenen Entwürfe Schlüters oder Eosanders von Göthe stützen können.



    Welcher Art der Rekonstruktion wäre besser gewesen?

    PS: Hier sind die zahlreichen weiteren Wettbewerbsbeiträge zu finden - http://architekturmuseum.ub.tu…=1&p=51&sid=802660681&z=1


    PPS: Nachdem der Pfälzer Bub hier so über Cremer & Wolffenstein lästerte und Semper gleichzeitig lobte, dieser CA-Entwurf für den Reichstag erinnert doch recht stark an den Stil Sempers (siehe u.a. Wiener Kaiserforum). Abbildung 1 und Abbildung 2.


    Da kann man sich ja gar nicht entscheiden.



    Ein neogotischer Reichstag wäre mit Sicherheit ein echter Blickfang gewesen.


    Reichstagsentwurf von George Gilbert Scott

    - Wie wäre es damit, sich einfach mal einen reichen und geschmackvollen Bauherrn zu suchen, der jungen Leuten eine Chance gibt?


    Das ist ein wichtiger Punkt. Letztendlich entscheidet doch der Bauherr, wofür er sein Geld ausgeben will.


    Solange von dieser Seite die Mehrheit ihr Geld in "Klötzchen"-Architektur investieren will, bleibt es schwierig.