Posts by SchortschiBähr

    DANKE Bautzenfan für Deine Aufmerksamkeit und das Finden des prompt erschienenen Artikels zum Umbau des Albertinums. Ist zu hoffen, daß der Depoteinbau auch noch etwas von der Architektur des Innenhofes erlebar läßt. Ohne Planzeichnungen ist die Lösung schwer vorstellbar.
    Jedenfalls kommt Freude auf bald ein weiteres saniertes Dresdner Museum besuchen zu können. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich 1985 auf einer Studentenreise die "Galerie Neuer Meister" besuchte und hier und da neben den Gemälden die Plastikeimer zum Auffangen des Regenwassers standen... :augenrollen:
    Für das Japanische Palais wäre nun wirklich eine strahlende dem Wert und der Lage des Gebäudes angemessene Restaurierung und Nutzung zu wünschen.
    Komisch, war nicht (oder ist noch!?) Baden-Württemberg Partner für Sachsen im Aufbau der neuen Verwaltungsstrukturen nach der Wende gewesen....!? Baden- Württemberg hat sich unter Lothar Späth in den späten 80igern eine vorbildliche Kunst- und Kultur- (Museums-)konzeption gegeben. Hatte diese in meinem Büroschrank, als ich noch für die kulturelle Weiterbildung arbeitete. Sollten wir das gewichtige Werk an die "Grauen Eminenzen" schicken... !? :zwinkern:

    HALLO, die Betrachtung zweier Sanierungsprojekte kommt mir hier etwas zu kurz, oder!?
    Weiß jemand von den Dresdnern genaueres zur Sanierung des Albertinums. Wie soll die geplante Innenarchitektur aussehen,... Rekonstruktionen???
    Das Japanische Palais soll doch auch saniert werden oder wird schon!? Gibt es da Rekonstruktionsvorhaben der historischen Innenräume!?
    Infos und vielleicht Bilder wären nett! DANKE! :D

    Über solcherart erheiternde Kommunikation (zwischendurch,... und Rekofans haben also richtig Humor) amüsiere ich mich auf das Köstlichste, seit ich in dieses Forum reingucke...
    Habe hoffentlich jetzt keine Fehler reingeschludert, oder!? OGOTTOGOTT! :gg:
    Und DANKE für die vielen, neuen Fotos von Euch in den letzten Tagen. So ist mir meine Mutterstadt auch im fernen Breisgau in ihrem Auferstehen nahe! :D

    Quote from "Wissmut"

    Aber warum mußte es wieder so eine unappetitliche Dachneigung sein ? Entweder man macht, wenns denn ansonsten schon nach Historie aussehen soll; Italien, Tirol oder dt. Neigung, aber doch ned sowas. Außerdem hätte es den Vorteil, daß man die Schleppgaupen - in Einklang mit der sächs. Bautradition, über die ganze Dachfläche ziehen könnte(und nicht solche peinlichen Stummelchen) - dann sieht solch ein Gebäude gleichzeitig modern, aber auch sehr elegant und (orts)gefällig aus.


    Genau, das war nach dem ersten positiven Ahha-Effekt auch mein Eindruck. Das Dach paßt proportional nicht zum Gebäude, wirkt zu klein, wie nach hinten umfallend, zu kahl und leer. Die kleinen Gauben können das nicht retten. Auch finde ich den Sufengiebel nicht sehr passend zu dem historistischen Eckerker. Der Giebel kommt mir auch etwas zu klein vor.


    Aber für einen Neubau am Altstadtkern durchaus ein vorzeigbares Bauergebnis, das Schule machen könnte und weiterentwickelbar wäre!

    Quote from "Exilwiener"


    Das hat schon seine Richtigkeit so: Die Platten sind deshalb vorgeblendet/vorgehängt, damit zwischen der eigentlichen Wand und den Natursteinplatten eine Luftzirkulation entsteht, um zu verhindern, dass zu einer Durchfeuchtung kommt. Ihr wisst schon, bei Luftzirkulation verdunstet das Wasser und es kommt zu keinen Nässeschäden im Bereich des Sockels. Etwa so, wie bei einem Kaltdach.


    Okay, wenn das eine bautechnische Notwendigkeit zur Hinterlüftung der Sockelzone ist, einverstanden!
    Aber die Gestaltung ist total unbefriedigend. Da die Schlitze zwischen Gehweg und Sockel unregelmäßig verlaufen und an einigen Stellen verschwinden, sprich die Gehwegplatten bis über die Verkleidungplatten reichen, wirkt das beliebig, zufällig und nicht absichtlich, eher als handwerkliche Unzulänglichkeit. Formell stimmig fände ich eingefräste Öffnungen, Schlitze, die auch fein abgefast werden können bei ansonsten geschlossener Fuge zwischen Gehweg und Sockel. Erinnere mich sowas handwerklich durchgestaltetes an gründerzeitlichen Bauten schon gesehen zu haben.

    @ Exilwiener


    Danke, für Deine scans vom Kaiserpalast!
    :verrueckteaugengelb:


    Unglaublich, Wahnssinn, was man sich in der Gründerzeit erlaubte und baute. Offensichtlich eine Epoche, in der es Deutschland sehr, sehr gut ging und viel flüssiges Geld da war, denk' ich mir als, wenn ich solche Bauten seh'.
    Aber eigentlich kommt mir diese Architektur wie eine Persiflage auf den Barock vor. Vor lauter Dekor verschwindet fast die architektonische Struktur, also die Anordnung der Baukörper. Im Giebel- und Dachbereich finde ich auch alles zuviel des Guten. Vor allem die Aufsätze, die Flammenvasen und die Giebelfiguren sind überdimensioniert (gelungene Proportionierung siehe Frauenkirche). Aber wenn's nicht so wäre, wäre es nicht der Kaiserpalast, nicht Ausdruck dieser Epoche und ihrer Aussageabsicht.
    Und davon stand nach dem Angriff noch fast alles... Stünde der Kaiserpalast heute noch, so wäre er in jedem Falle ein absoluter Hingucker im Meer schlichter ornamentloser Kuben. :schockiert:


    Schade drum. Ich würd' trotz geschmacklicher Anfragen von einen der virtuellen Cafes am Pirna'schen Platz mehr zum Kaiserpalast klotzen, als mein Eis schlotzen und mich im Studieren der Fassadebdetails nicht satt gucken können. Irgendwie befriedigt das Augenmenschen in dieser überbordenden, üppigen Fülligkeit.


    Und da ist also meine Mutter als Mädchen aus der Grunaerstraße kommend vorbeigegangen, wenn sie , wie so oft, in die Frauenkirche ging.
    Werde ihr mal das Foto zeigen und fragen, ob sie sich noch erinnrern kann!

    Die Rekonstruktions des Westgiebels des Neresheimer Konventgebäudes ist eine jahrzehntelange Projektidee gewesen. Seit Herbst 2004 erstahlt nun die Westfassade des Klosters in alter, neuer Pracht und bietet ein würdiges, ausgleichendes Pendant zur übermächtigen Fassade der Abteikirche. Der Giebel wurde aus statischen Gründen schon Ende des 18Jh. abgetragen.
    Ich habe den verlinkten Artikel (pdf Datei) schon mal vor längerer Zeit entdeckt, als mich die schönen Erinnerungen an meine Aufenthalte im Neresheimer Kloster in den 80er Jahren einmal bewogen zu recherchieren, was sich in Sachen Klosterrestaurierung in all den Jahren so alles getan hätte.
    Denn bereits Anfang 80er Jahre hatte man erste Probeachsen zur Restaurierung der Fassaden angefangen, aber das riesige Projekt wollte in den Folgejahren nicht so recht vorankommen. Von Anfang an hatte es mir die Architektur von Kloster und vor allem die Abteikirche Balthasar Neumanns samt Orgel angetan und mich in ihren faszinierenden Bann gezogen. Hinzu kamen schöne, tiefe menschliche Begegnungen und die Ostalblandschaft. So fühlte ich mich lange Jahre sehr mit diesem Ort verbunden.


    Weshalb ich das Thema hier einbringe!? Das Rekonstruktionsprojekt ist ein typischer Fall für eine Rekonstruktion, die eine ursprüngliche Bauidee einfühlsam wiederherstellt und für die langatmige Auseinandersetzung des Bauherrn mit den konservativen Einstellungen der Denkmalpflege. Doch der Bauherr (ein richtiger "Barockabt!!!") hat sich durchgesetzt.
    Doch seht selbst. Der pdf Artikel mit vielen Bebilderungen und Planzeichnungen vollzieht den Entscheidungs- und Argumentationsprozeß minutiös nach. Der Denkmalpfleger stellt das Projekt trotz seiner anfänglich verneinenden Haltung einigermaßen objektiv dar.


    Dazu noch 3 Bilder vom Zustand der Abtei, wie ich sie noch kannte. Ist bereits Vergangenheit. Habe mir die neue Fassadenfassung leider noch nicht anschauen können. Muß nach den Fotos prächtig auschauen!!! :o :D


    http://www.landesdenkmalamt-bw…enblatt2004-4-203-213.pdf



    EDIT Antiquitus: Das Urheberrecht erlischt nicht dadurch, dass man die Bilder klaut und irgendwo hochlädt. Bitte beachtet das. Danke.


    Moderationshinweis (Zeno): Urheberrechtlich bedenkliche Links gelöscht

    Harmonica schrieb:
    "Das hat man wohl ebenso vergessen, wie die Fugen zwischen Fassadenplatten und Gehweg zu versiegeln."


    Genau, das ist mir bei meinem letzten Besuch in Dresden auch aufgefallen, und nicht nur am HdS.
    Die Sockelsteinverkleidungen "hängen an fast allen neuen Gebäuden in der LUFT". Sieht unmöglich aus!!! :schockiert:
    Entweder hat man diese zu kurz bemessen und sie reichen nicht bis hinter bzw. unter die Gehwegplatten, oder der Gehweg ist zu tief angelegt. Durch diesen Spalt zwischen Gehweg und Gebäudesockel wird sofort klar, daß der Sandsteinsockel nur vorgeblendet ist, also Schein und Trug ist und keinerlei tragendes Volumen hat. Irgenwie kommen mir die Gebäude dadurch wie schwebend vor, ohne Verwurzelung in die Erde. Da fängt das kulissenhafte bereits an und macht diese "Rekonstruktionen" fad und kraftlos. Durch diesen "kleinen Pfusch" ist schon das ganze Haus in seiner Wirkung beeinträchtigt. Oder liegt hier eine handwerklich-bautechnische Absicht vor, von der ich keine Ahnung habe!?
    sieht mir aber eher nach "sparen, wo's geht" aus!!!
    Die Fugen zwischen Sockel und Gehweg kann man übrigens auch schon am Coselpalais erkennen. Selbst das vorbildliche QII hat es nicht fertig gebracht die Fugen überall unsichtbar zu machen. Manchmal würden nur 5cm mehr Verkleidung reichen und die Fuge würde hinter den Granitplatten des Gehweges verschwinden. Wenn ich da Bauherr wäre würde ich dem Architekten sagen, komm mach mir einen Fundamentabsatz auf dem wir dann die Sockelsteinverkleidungen aufsetzen können. Das wär 'ne stimmige, saubere Sache. Ja, ja handwerkliche Stimmigkeit heutzutage...!? :augenrollen:

    @ Kindvon2dresdnern


    Klar sind das auch die üblichen Postkartenansichten.
    Die Originale sind allerdings nicht als Postkarten rückseitig gestaltet, sondern als originale Fotoabzüge erkennbar, auch größer als Postkartenformat:
    13x18 und 18x24, 3 Bilder tragen hinten den Aufdruck: herausgegeben von der Ratsdruckerei Dresden GmbH (das handkolorierte, handschriflich in Sütterlin "Frau Flad für Weihnachten", (vermutlich)die Auflage 361/77 und der Preis 2,50; bei einem zusätzlich: Photo Sächsischer Heimatschutz, Dresden N6 (das siebte), beim anderen hrsg. vom Dresdner Stadtverlag- Foto und Kopie: Kunstanstalt Stengel u. Co, GmbH, Dresden (das letzte). Alle anderen sind unbeschriftet.
    So, das wär jetzt die genaue Quellenangabe, soweit möglich! :zwinkern:

    @ Exilwiener


    Nein, leider habe ich keine weiteren Originalfotos. Die hier eingestellten sind alle meine "Dresdner Schätze". Ich frag mal meine Mutter. Es gibt noch ein Familienalbum, vielleicht entdecke ich da noch Bilder mit Architektur im Hintergrund... :zwinkern:
    Ansonsten gibt es bei mir noch 2 Bände "Bilddokument Dresden" mit Vorher/Nachher-Vergleichen, unmittelbar nach dem Krieg erschienen, die Zerstörungen dokumentierend. Aber kann sein, Du kennst das schon. Wurde hier im Forum auch schon erwähnt.


    @ Gruttepier


    Das riesige Neoren.-Gebäude ist mir auch unbekannt. Auf den Bildern von der Zerstörung ist es jedenfalls vollkommen ruiniert. Weiter links an der Willsdruffer fällt noch ein Gründerzeitler auf. Von dem stand noch das Erdgeschoß.



    Wir erfreuen uns immer wieder an der pittoresken, gewachsenen Häuserstruktur.
    Dresdner sahen das auch anders (nur mal hier kurz angemerkt). Von meiner Mutter weiß ich, daß manche Dresdner über die zerstörten Altstadtgassenviertel sagten "gut das das abbrannte, diese engen muffigen, mit Kakerlaken verseuchten gassen, konnten ja nur arme Leute dort wohnen" . Gassen so eng, daß man sich die Hände reichen konnte und die Wäsche von Haus zu Haus hing.
    Wäre das alles stehen geblieben, hätte es schon längst viele Sanierungswellen heraufbeschworen. Die dunklen verschachtelten und verbauten Hinterhöfe wären sicher entkernt und geöffnet worden.

    Ich hab' hier mal die alten Fotos (Schwarz/weiß-Abzüge und ein koloriertes Foto) aus Familienbesitz (von meinem Dresdner Großvater) eingescannt. Sind zwar nicht gerade unbekannte Ansichten, dafür aber Originale!
    Die Bilder hüte ich seit vielen Jahren. Durch meinen Besuch in Dresden im letzten November und die Beschäftigung mit dem Thema "Wiederaufbau Dresden" über dieses Forum sind mir die Bilder wieder in die Finger geraten..., und neulich holte meine Mutter noch 3 Bilder aus dem Schrank und gab sie mir mit, ebenfalls alte Aufnahmen aus dem Besitz meines Großvaters. Nein, er hat nicht selbst fotografiert. Auf der Rückseite eines der Bilder (das handkolorierte) steht noch handschriftlich der Name einer Frau, die das Bild beim Fotografen zu Weihnachten bestellt hatte. Irgendwie kam das Bild dann zu meinem Großvater...
    (Das sind übrigens die ersten Bilder :grosshuepfen: , die ich ins Forum gestellt habe. Mein PC (Modem) war ganz schön damit überfordert, Verbindungsunterbrechungen... Geduldsprobe!)
    Also seht selbst und freut euch der schönen Anblicke!:)


    Dresden, Altstadt vom Rathausturm aus gesehen



    Dresden, Altstadtufer





    Dresden, Brühl'sche Terasse



    Dresden, Neustädter Ufer, Blick auf die Frauenkirche



    Dresden Hofkirche



    Dresden, Altstadtufer mit Hofkirche und Schloß



    Dresden, vom Neustädter Ufer aus gesehen



    Dresden-Hauptbahnhof


    URL=http://imageshack.us][/URL]


    Dresdenpanorama



    PS: Die Aufnahmezeiten der einzelnen Bilder streuen sich wohl so von um 1900 bis in die 1940iger Jahre. Habt ihr gesehen: beim Bild mit der Hofkirche ist das Heizkraftwerk rechts hinter der Semperoper nicht zu sehen!? War das noch nicht gebaut, oder ist die Bildperspektive so, daß man es nicht sehen kann? Ansonsten ein Hinweis auf das Entstehungsdatum des Fotos!

    thommystyle™ hat Folgendes geschrieben:

      "ich wusste noch gar nicht, dass das Schloss das Größte Deutschlands ist"


    ...und das Ludwigsburger Residenzschloß ist die größte im 2.Weltkrieg unzerstört gebliebene Barockschloßanlage Deutschlands. Wurde auch
    um die Jahrtausendwende umfangreich restauriert und strahlt in neuem barocken Glanz: SEHR SEHENSWERTE ANLAGE und GARTEN. :!:

    Soweit ich beim Überfliegen der Seiten des obigen link entnehmen konnte sind auch einige Räume in schlichter Form dem Original angenähert, dh. die Gliederung und Struktur des Raumes wurde angedeutet. So wie ich das sehe, wirken die Räume hauptsächlich durch die Neuausstattung mit altem Interieur und Kunstgegenständen. Die wichtigsten Räume des Mittelbaus, wie Treppenhaus und Kaisersaal wurden bereits in der ersten Aufbauphase nach dem Krieg rekonstruiert, einschließlich Deckenfresken. Von den 500 Räumen des Schlosses soll nur einer, die kleine Privatbibliothek unversehrt die Bombenangriffe überlebt haben.
    Sicherlich ist die Rekonstruktion des Mansarddaches und die neue Farbfassung äußerlich ein Gewinn, deshalb wäre es toll aktuelle Fotos hier einzustellen und Vergleiche anzustellen.

    Die Bel Etage des Mannheimer Residenzschlosses und das Schloßmuseum werden am 27.März 2007 nach aufwendiger Restaurierung und Rekonstruktion wieder eröffnet. 800 Originalobjekte aus den Depots bilden die Ausstattung!
    Das Mansarddach des Mittelbaus wurde 2005/06 rekonstruiert. Dadurch wurde mehr Raum gewonnen, Teile der Universität konnten ins Dach ziehen, sodaß in der Beletage frei wurde und die ursprüngliche Raumfolge rekonstruiert werden konnte. Sicher eine schöne Nachricht für alle Schlösserrekofans. Habe heute einen Bericht in der Landesschau Baden-Württemberg gesehen. Sag' mal einer im Südwesten würde nicht rekonstruiert werden. :zwinkern:
    Habt ihr das Thema hier schon gehabt!? Auf die Schnelle konnte ich nichts entdecken. Wäre schön weitere Infos und vor allem aktuelle Fotos zu bekommen.
    Hier mal einige aktuelle Seiten aus: schlössermagazin.de


    http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/ma/math.php\r
    http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/ma/math.php


    Sind etliche Seiten, einfach durchklicken...
    Auch mit Kurzberichten zu den Restaurierungsarbeiten und Einrichtungskonzepten.

    Wow, wieder solche detailreichen, großformatigen Bilder mit diesen TIEFEN EINBLICKEN in das BAUGESCHEHEN. DANKE an alle , die hier brandaktuell die neuesten Bilder einstellen. Jetzt kann ich mich endlich mal bedanken, seitdem ich mitschwätzen darf!!!
    Mann, beim Quartier III wird aber mächtig viel Beton in den Boden gegossen,... und das Gewirr an Armierungen :augenrollen: . Ich frag mich dabei immer: Kann das gesund sein und denk mir in einem originalen Sandsteingewölbe-Keller auf den alten Flußwackerfundamenten würd' ich mich wohler fühlen. Aber die Standfestigkeit im Hochwassergefährdungsbereich ist halt auch wichtig.

    Anknüpfend an meinen ersten Beitrag hier in diesem Forum, siehe: http://www.architekturforum.ne…=0&postorder=asc&start=12
    möchte ich einige Gedanken formulieren, die die Absicht betreffen einen Verein "Historisches Dresden" zu gründen:


    Grundsätzlich finde ich diese Absicht sehr sinnvoll und und notwendig! Zum einen, weil die Gesellschaft "Historischer Neumarkt" sich auf das Neumarktareal konzentriert und eine Ausdehnung Ihrer Aktivitäten auf das gesamte Stadtgebiet ihre Kapazitäten überfordern würde. In diese Lücke könnnte der neue Verein springen, was ja bereits eure Absicht ist. Noch gewichtiger scheint mir die Bildung des Verein als ein Ausgleich zur chaotischen Stadtpolitik, deren Linie in Sachen und Würdigung des historischen Erbes Dresdens gelinde gesagt nicht klar einzuordnen ist. Da könnte ein Verein, der breitest möglich gesellschaftliche Kräfte in sich vereint ein gestalterischer Faktor mit kompetenter Autorität werden. So gebe ich zu bedenken, diesen Verein von Anfang an in seiner Zielsetzung so anzulegen, daß sich viele Menschen unterschiedlicher Ansichten und Zielrichtungen angesprochen fühlen, die aber eines zusammenführt: die Liebe und Sehnsucht Dresden wieder zu einer großartigen Kulturstadt auferstehen zu lassen.
    Wäre da nicht dieser Verein als ein Forum, eine Art Netzwerk aufzufassen, das Bürger/Innen aller Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen, Architekten und Planer, Investoren und Politiker zusammenruft, die sich für die Entwicklung einer neuen Archtitektur, einer neuen Stadtbaukunst mit klassischen Wurzeln einsetzen wollen und bereit sind in Dresden ein kulturelles Zeichen mit Ausstrahlung für Deutschland und die ganze Welt setzen wollen!?
    Natürlich sehnen wir uns nach den alten Großstadtkernen in Deutschland zurück. Doch Rekonstruktionen bleiben Rekonstruktionen. Die Prägung durch das in diesen Architekturen stattgefundene Leben können sie nicht mehr ausstrahlen oder ersetzen. Wichtige Bauideen, markante Gebäude, auch Straßenzüge finde ich auch würdig und sinnvoll zu rekonstruieren. Doch aus dem wehmütigen Blick in Bindung an untergegangene Stadtbilder fehlt die Kraft neues zu entwickeln, was neben dem Alten bestehen kann und dieses sinngemäß weiterführt.
    Was fehlt, ist eine neue klassisch-moderne Architektur, die sich den alten Stadtbildern harmonisch einfügt (Ich meine hier als eine Gesamtströmung in der Architekturszene in Deutschland. Einzelne Architekten wagen den Schritt !). Architekur, die Größe ausstrahlt, weil sie die Prinzipien harmonischen Bauens verinnerlicht hat. Welche Formen, Proportionen, Maße haben Ausstrahlung, wirken anziehend, wohltuend auf Herz ,Seele und Verstand. Welche Architekturaufrisse wirken erhebend, belebend, fördern den Menschen in seinem Wohlgefühl, wirken stärkend, schenken Geborgenheit, Schutz, Würde, spenden Sinn, drücken ein JA zum Leben aus, zeigen wieder Lust am Ornament und gestalterischem Willen!?
    Es braucht eine natürliche Architektur, die sich an den Maßproportioen der Natur und des Kosmos orientiert. Die alten Meister wußten darum und integrierten diese Maßverhältnisse in Grundriß- und Aufrißproportionen ihrer Entwürfe. Wie teile ich eine Strecke harmonisch!? Es braucht wieder die Erlaubnis und den Mut den Goldenen Schnitt anzuwenden. Welche Geheimnisse birgt eine Schneckenspirale, die Spirale in der Natur überhaupt!? Welche Geheimnisse sind aus den alten Bautraditionen zu enträtseln und in eine neue menschengemäße Architektur zu übernehmen!? Kann die Geomantie etwas zu den Formen neuer Architekur beitragen, zum Platz auf dem gebaut wird? Geht es nicht auch um Harmonie mit dem Ort des Bauwerks, was wo steht, in Einklang mit der Erde!?
    Es gibt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, der neuen Physik sozusagen: im sogenannten "Global Scaling Verfahren" werden Abmessungen berechnet (z.B. Raumhöhen) die in Resonanz mit der "Stehenden Gravitationwelle" sind und damit in Harmonie mit dem Kosmos. Eine Theorie besagt, Gebäude, die in Harmonie mit den Knotenpunkten dieser Welle sind ,überdauern länger die Zeiten und wirken sich positiv auf die Bewohner aus. Das erwähne ich, weil ich meine die Alten wußten davon; heutige Wissenschaftler entdecken dieses Wissen wieder und die Architektur hinkt hinterher.
    Das nur nebenbei angedeutet, sonst führt mich das zu weit vom Thema ab (wen's interessiert, hier mehr davon: http://www.raum-energie-forschung.de/
    http://www.global-scaling-verein.de/ )
    Des weiteren können Aspekte der natürlichen Materialauswahl, der Baubiologie und der Energieeffizienz in diese neue Architektur einfließen. Und vor allem:
    Was ist ein Gesamtkunstwerk? Das Prinzip des Barock war der Wille ein Gesamtkunstwerk zu schaffen in dem sich die Künste Architektur, Malerei und Bildhauerei gegenseitig aufeinander bezogen und ergänzten. Ist es nicht das, was wir in der moderen Archtitektur vermissen und sie deshalb bewußt oder unbewußt ablehnen!? Und infolge uns nach den alten Bauepochen sehnen! Irgendwie bleibt in der moderen Architekur das schale Gefühl zurück: Hier stimmt irgend etwas nicht!? (Es stimmt nicht vom Dachziegel bis zur Türklinke...)
    Es schwingt nicht richtig, weil es nicht zusammenpaßt. Das Orchester, der Gesamtklang stimmt nicht oder dissoniert meistens, was wir dann als Spannung oder Kontrast von den Architekten aufoktroyiert bekommen.


    Ich betone verstärkt: Neben der Rekonstruktion zerstörter Architektursymbole, die Identität in der kulturellen Tiefenschicht vermitteln können, gelte es in Dresden und anderen deutschen Städten alle schöpferische Kraft auf die Herausbildung der oben skizzierten Architekutursprache zu lenken. Es gibt diese Architekten(hier im Forum oft genug erwähnt), die umdenken und schon klassisch, organischer bauen, es gibt die Investoren, die das wollen. Diese Leute zusammenzubringen und zu motivieren in Dresden zu bauen und dieser Stadt wieder zur Weltgeltung zu verhelfen, wäre eine großartige Aufgabe für den neuen Verein. Leute, da gäb's echt was zu tun! Wie sich da wohl die politischen Kräfte dazu stellen, hmmm!? :augenrollen:
    Also, ich meine die Prinzipien des Gesamtkunstwerkes, wie es auch die Jugendstilarchitektur gezeigt hat, wäre für die Entwicklung eines neuen Baustils hilfreich.
    Was sind die weiteren Prinzipien der barocken Architektur!?
    Spiel mit klassischen Säulen- und Aufrißordnungen, bewegte Fassaden und Innenraumkurvaturen, Spiel mit Licht und Schatten, illusionäre Raumgebilde, Spiel mit Ornament und Dekor, Auflösung von Massigkeit von Wand und Decke...
    Also, mannomann was wäre mit diesen Prinzipien so alles neu zu schaffen und auf einmal würde so ein Stadthaus neben einem Barockpalais bestehen können!!! :D
    Dazu die Integration der Bauprinzipien des Dresdner Barock, wie schon in der Gestaltungssatzung für den Neumarkt erabeitet. Aber das hat noch keine Kraft, keinen Pfiff, wird ja auch nicht berücksichtigt. Weshalb so krampfhaft auf Originalität der Rekonstruktionen stieren. Neubauten schaffen, die den Geist Dresdens weitertragen, neben den Monumenten und Leitbauten sich einfügen in das Ganze und dennoch neu sind.
    Könnten diese Leitprinzipien neuen Bauens nicht auch moderate Modernisten ins Boot holen.
    Was ich befürchte, wenn der neue Verein sich ausschließlich auf historische Rekonstruktionen beruft, daß das wieder zu einer extremen Polarisierung führt , der Verein nicht ernst genommen wird und mächtig Gegenwind bläst. :schockiert:
    Auch deshalb meine Anregung ein Forum zu bilden, um sich auf eine ins Historische eingefügte neue Stadtbaukunst zu verständigen!!!


    Natürlich gibt's hier viel zu berücksichtigen. Dresden bracuht urbane Verdichtung. Doch woher kommen die Leute, die mit Geld und Familie und Kindern das Leben in die Stadt bringen-neben all den Hotels und Profitarchitekturen- (und die neuen Stadtbürgerhäuser) kaufen wollen.


    Vertrauen auf die Kraft einer Vision!...und Veränderung im kollektiven Bewußtsein und dann in der Gesellschaft...