Posts by Kaiser Karl

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021

    Herrlich, wunderschön, ich bin entzückt! :daumenoben:


    Erkennt ihr nicht die geradezu szintillierende Synthese zwischen dem Monochromen?


    Das wurde hier in einzigartiger Weise umgesetzt. Frappierend, wie dem Arschitekten die quasi lemmatisierte Transponierung
    der Dialektik des Monochromen auf den Ist-Zustand unseres soziokulturellen Umfeldes gelingt. Einfach transzendent!! :applaus:

    Ich bin überzeugt, dass es eines fernen Tages dieses Umdenken geben wird. In ca. 30 bis 40 Jahren, wenn der Stella Flügel saniert werden muss, wäre die erste große Chance für die Rekonstruktion der Ostseite.


    Aber jetzt muss man erstmal sehen, dass die Fassaden, die Risalite in den Höfen und auch die Kuppel finanziert und fertiggestellt werden.
    Dann, wenn das geschafft ist, fokussieren wir uns auf die Gigantentreppe und den Schweizer Saal darüber. Denn beides sollte in einem rekonstruiert werden, damit man nicht in einem kahlen Raum steht, wenn man die Gigantentreppe hinaufschreitet.


    Das heißt: wieder Spenden sammeln, solange bis mit der Rekonstruktion begonnen werden kann. Spätestens wenn die ersten Innenräume fertiggestellt sind, wird das Verlangen nach weiteren Rekonstruktionen deutlich wachsen. Vielleicht wird man dann den Rittersaal als künstlerrischen Höhepunkt in Angriff nehmen.
    Aber bis es soweit ist, sind wir schon alt und bewahren unsere Zähne nachts in Kukident auf :blink:

    So sehe ich das auch.
    Was man langfristig jedoch nicht aus den Augen verlieren sollte ist, was das Schloss eigentlich ausmachte. bzw. wodurch es so bedeutend und besonders war:


    Es besaß zwar eine der bedeutendsten und kunsthandwerklich herausragendsten barocken Raumschöpfungen Europas (eigentlich der Welt, aber das klingt immer so angeberisch), allerdings hat Versailles ähnlich bedeutende Barockräume.


    Auch die Klassizistischen Raumfolgen gehörten zu den bedeutendsten von Deutschland, aber andere rein Klassizistische Schlösser haben das auch.


    Die wirkliche Stärke des Berliner Schlosses war, dass es das reinste Architekturmuseum war! Kein anderes Schloss Weltweit hatte von der Spätgotik, über die Renaissance, den Frühbarock, Barock, Spätbarock, Rococo, Frühklassizismus bis Spätklassizismus bis hin zum späten Historismus alle Stilrichtungen in so qualitativ hochwertiger Ausführung in einem Baukörper "verinnerlicht". Man konnte bei einem Schlossrundgang quasi über ein halbes Jahrtausend Innenraumgestaltung besichtigen, die Entwicklung von der Gotik bis zum Historismus hautnah miterleben.


    Wie schon der Autor aus meinem erwähnten Link schreibt:
    "Today, one goes to Europe to visit museums and peruse great works of art. In the world wonder that was Berlin's noble Stadtschloß, the entire building was an artwork--every column, every ceiling, every statue and painting. "


    Wenn man jetzt nur ein paar Barockräume langfristig rekonstruiert, wäre das unbefriedigend. Langfristig sollte man auch z.B. die Erasmuskapelle (dazu muss nur das häßliche Parkhaus hinter dem Schloss irgendwann mal abgerissen werden;-) und aus jedem Jahrhundet ein, zwei Räume rekonstruieren, damit das Schloss wenigstens wieder die architektonische Zeitspanne überdeckt.

    Die Gobelins sind alle gerettet worden und könnten in die rekonstruierte Gobelingalerie wieder integriert werden, so dass die Galerie wieder genau so aussieht, wie vor der Zerstörung.


    Hier noch zwei interessante Fotos (Postkarte und Förderverein Berliner Schloss), die nur wenige Jahre auseinanderliegen:


    Die Bildergalerie ca. 1940 und nach der Zerstörung 1944:

    Hallo zusammen
    Hier ist ein sehr ausführlicher und interessanter bebildeter Bericht mit teilweise seltenen Fotos über das Schloss, die Entstehung, die Bedeutung und die Zerstörung durch den Krieg und die Kommunisten und den Wiederaufbau:
    Der Bericht wurde von jemandem geschrieben, der die Bedeutung dieses Schlosses erfasst hat. Man spürt direkt die Liebe und Erfurcht in seinen Zeilen.


    http://www.judgmentofparis.com/board/showthread.php?t=2560

    Aber nur, wenn man igonoriert, dass eine Zwischendecke aus Beton eingezogen wird - der Weiße Saal also nicht mehr über zwei Etagen geht - und sich jede Menge Stützen in der Mitte des Raums befinden und auch die Türdurchgänge an anderer Stelle angesiedelt sind. Vgl. hierzu die Baupläne der Stiftung.

    Die Stützen sind nur für die Statik des 3. Stockwerks notwendig. Da über dem Weißen Saal nur noch das Dach war, würden natürlich die Stützen mit samt der Betondecke entfallen. Das Abbrechen der Decke und der Stützen ist ein Klacks. Maximal 2 % der Kosten, die die Rekonstruktion des Weißen Saales mit echtem Marmor und echt vergoldeten Kapitellen und einer vergoldeten geschnitzten Decke kosten würde.
    Siehe Postkarte und die beiden Fotos vom Preußischen Kurturbesitz im Anhang.


    Allerdings sind das Aufgaben, die vielleicht in 30 oder 40 Jahren in Angriff genommen werden können. Erstmal sollten die Schlüterräume an der Nordseite im 2. Stock mit dem Rittersaal als Höhepunkt, dann die Eosandersche Bildergalerie und die bedeutendsten Klassizistischen Räume rekonstruiert werden. Das wird erstmal mindestens 40 Jahre beanspruchen. Es sei denn es finden sich Unternehmen oder Millionäre, die sehr großzügig Spenden.


    Auch hier ein Interessanter bebildeter Bericht über das Schloss:
    http://www.judgmentofparis.com/board/showthread.php?t=2560

    Noch einmal zurück zum Weißen Saal:



    Ich halte wenig von so einem Rückzug in frühere Zeiten. Zerbombt und später gesprengt worden ist der von Wilhelm II geschaffene letzte Bauzustand. Man hatte zwischen den Weltkriegen nichts davon zurückgebaut, und wäre das Schloß unversehrt geblieben oder - wie unzählige andere Schlösser - nach dem Krieg wiederhergestellt worden, hätte man mit Sicherheit auch keinen Zustand des frühen 19. Jahrhunderst rekonstruiert und dafür vorhandene Mauern abgebrochen, sondern den letzten, leidlich erhaltenen Zustand restauriert und erhalten. Damit war ja nach dem Krieg bekanntlich auch schon begonnen worden, den der kriegszerstörte Saal sah 1946 schon wieder so aus.


    Ich halte es nach wie vor für einen großen Fehler, eine Rekonstruktion dieses eleganten Saals unmöglich gemacht zu haben, nur weil er in einer später Zeit als die anderen Räume gestaltet worden war. Und dafür will man dann unpassende gläserne Fressbuden aufs Dach setzen - entsprechen die denn dem baulichen Zustand in der Zeit vor Kaiser Wilhelm II.?


    Also hätte man doch lediglich innerhalb des Museumsbereichs die Kubatur des Saals aussparen und auf eine Zwischendecke verzichten bzw. diese reversibel ausführen müssen (wie es beim Rittersaal ja auch gemacht wird), dann hätte der Saal später hinzugefügt werden können


    Der Weiße Saal in der "Ihnefassung" war nicht größer, als die vorherige Fassung. Es ist ein Irrtum, dass der Saal breiter wurde, weil die Hoffassade in den Hof gerückt wurde. Die alte Hoffassade blieb genaugenommen sogar stehen. Aus Fenstern wurden lediglich Durchgänge und im Hof wurde eine neue Fassade ca. 10 m vor der alten Fassade errichtet.


    Dieses Einrücken der Hoffassade hatte nur einen Grund:
    Neben dem neuen Weißen Saal wurde eine Galerie gebaut. Die Weiße Saal Galerie. Der Plan war, dass man die Nordseite mit der Südseite durch diese Galerie verbinden wollte. Denn man musste vom 2. Stock über die Weiße Saal Treppe ganz nach unten gehen, dann unten durch das zugige Eosanderportal gehen um dann südlich wieder nach oben zu steigen. Sehr umständlich! Wäre damals das Geld nicht ausgegangen, so wäre auch die Hofseite des Portals und die südliche Hoffassade eingerückt worden, und somit wieder in einer gerade Flucht gewesen. Dann hätte man bequem vom Weißen Saal in die südlichen Räume des Schlosses gehen können.


    Den Weißen Saal könnte man ohne weiteres rekonstruieren. Nur eben ohne die Galerie. In den Rundbogendurchgängen zur Galerie wären dann Fenster wie vor dem Umbau, bzw. Türen zu den neuen Nachbarräumen.
    Seht euch mal Fotos von den beiden letzten Fassungen des Saals an. Deutlich ist die Galerie zu sehen, wo früher noch Fenster waren.

    Hallo zusammen,
    In Aachen - Burtscheid gab es eine mittelalterliche Straße, die bis 1944 fast unverändert erhalten blieb. Es war ein Gemisch aus verputzten Fachwerkhäusern und Steinhäusern. Besonders herausragend, die Krone. Ein mittelalterliches Fachwerkhaus mit hohem Walmdach und ein besonders schönes Patrizierhaus. Auf dem Foto ist rechts die Krone mit dem Walmdach und das Tor zum Patrizierhaus zu sehen.


    Die nichtssagende 70er Jahre Bebauung wird nun gerade abgerissen, aber es sollen dort noch größere und genauso nichtssagende Wohnhäuser gebaut werden.


    Ich finde es sehr bedauerlich, dass man die einmalige Chance nicht nutzt und die Hauptstraße architektonisch aufwertet. Nun werden langweilige Vorort-Wohnhäuser wieder durch nichtssagende langweilige Wohnhäuser ersetzt.


    In Dresden, Berlin, Frankfurt und vielen anderen Städten macht man diesen Fehler nicht mehr. Dort werden in den Stadtzentren zahlreiche Gebäude und sogar ganze Straßenzüge, die im Krieg zerstört wurden, rekonstruiert.


    Die Hauptstraße war bis zur Zerstörung ein berühmtes Kleinod mit einer einzigartigen historischen Bebauung und ein Touristenziel. Dort wo die Küpperstraße in die Hauptstraße mündet stand, etwas zurückgesetzt, ein Patrizierhaus mit einer wunderschönen Fassade und Freitreppe aus Aachener Blaustein. Das stattliche Haus hatte einen schönen Vorgarten, der die Wirkung noch erhöhte.


    Dieses Ensemble mit der Krone hätte man nun mit Leichtigkeit rekonstruieren können. Die beiden Häuser hätten die Hauptstraße deutlich aufgewertet. Aber in Aachen baut
    man halt immer noch wie in den 70ern. Hauptsache groß und billig!