Posts by Gmünder

    Wirklich erbärmlich ist allerdings die Bebauung am Leipziger Platz. Bis auf das Mosse-"Palais" völlig phantasie- und ausdruckslose Aneinanderreihung von Rasterfassaden. Wie man die städtebauliche Chance, einen zentralen innerstädtischen Platz wieder aus dem Nichts mit repräsentativer Architektur zu bebauen, so vergeben konnte, verstehe ich bis heute nicht.

    Sehe ich ähnlich. Der Platz als solcher funktioniert aber und ist meistens sehr belebt. Wirklich unbefriedigend ist die Gestaltung des Platzes selber. Die Grünflächen hätte man besser aufteilen können. Die Torbauten sollten ja eigentlich kommen und waren sogar in den vom Senat veröffentlichten Plänen zu sehen, warum sie dann doch nicht kamen . . . wer weiß? Außerdem wären Brunnen hilfreich. Mir persönlich hätte es ja gefallen, wenn man das Freiherr-vom-Stein- und Hardenberg-Denkmal dort aufgestellt hätte . . .

    Was für ein urbanes Leben ist da verloren gegangen !

    Klar. War schöner damals. Aber urbanes Leben ist dort wieder vorhanden. Einer der wenigen modern bebauten Bereiche in Berlin, die wirklich funktionieren. Mir gefällt klassische Architektur auch besser, aber dem Bereich um Leipziger und Potsdamer Platz kann man Urbanität ganz sicher nicht absprechen. Bin dort offen gesagt recht gerne, wenn ich in Berlin bin. Insbesondere der Kollhoff-Tower, das Beisheim Center und am Leipziger Platz das Mosse Palais haben auch noch eine wirklich gelungene Architektur.

    Ganz allgemein gesagt, ist Berlin schon vorzeigbar und in vielen Bereichen auch sauber und "angemessen inszeniert". Man gehe mal vom Leipziger Platz über Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Oder die Linden ab dem Fridericus Rex Denkmal. Das sieht schon ziemlich gut aus. Dazu passen auch die anderen, eher etwas heruntergekommenen Bereiche als Kontrast schon auch ganz gut. Es hat teilweise zumindest ein besonderes Flair.


    Die Museumsinsel jedoch ist wirklich "ganz großes Kino", städtebaulich und von der Bedeutung her. Hier würde ich mir wünschen, man hätte das alles mit mehr Energie und schneller saniert. Die Kosten, unabhängig von den Kosten. Das z.B. das Alte Museum immer noch unsaniert ist, kann man sich doch kaum erklären. Auch finde ich Lösungen, wie z.B. für die Friedrichsbrücke, unpassend. Die Zugänge zur Museumsinsel hätte man durchaus alle wieder originalgetreu herstellen können.

    Dieser Satz trifft 100-prozentig zu und erübrigt jede weitere Diskussion über eine Rückkehr des abgeräumten Figurenschmuckes.
    Meine Generation wird es zumindest nicht mehr erleben und ich denke, dass es in Zukunft auch immer undenkbarer wird.

    In den späten Achtziger Jahren gab es Pläne, das Gebäude mit allem Schmuck zu rekonstruieren, so habe ich es jedenfalls verschiedene male gelesen. Und gegenüber sollte ja auf Initiative Helmut Kohls ein großes geschichtliches Museum der Bundesrepublik Deutschland entstehen. Die Pläne zur Rekonstruktion des Reichstags wurden aber durch den Mauerfall wieder ad acta gelegt.

    Der Bau ist mir neulich auch aufgefallen, als ich kurz in Mannheim war. Sehr schade! Hatte zunächst die Hoffnung, dass hier eine bessere Lösung kommt . . .

    Man kann es aber auch so sehen: ohne den Löwen wäre der Raum auch nicht besser. Im Gegenteil. So gibt es wenigstens eine schöne Skulptur zu sehen. Deshalb: eine gute Nachricht! Andere derart minimalistische Räume dürfte man meinetwegen gerne auch in ähnlicher Weise verschönern . . .

    Wer Kolhoff sagt, muss auch sagen: Keine Innenseiten von Portal II, III und IV, keine Durchfahrten in den Portalen I-V und kein Foyer, sondern Kinosaal.

    Es ging mir in erster Linie um das äußere Erscheinungsbild. Was das Gesamtkonzept betrifft, hätte man das sicher auch mit Kollhoff noch mal entsprechend überarbeiten können. denke nicht, dass sich jemand wie er dagegen verwehrt hätte. Hilft aber nichts. Alles in allem ist es eh fast ein Wunder, dass das Schloss überhaupt zurückkommt.

    Zustimmung. Die jetzige Lösung ist mir zu klotzig. Gerade, wo die runde Ecke ist, kommt ihr die Ostseite viel zu nahe. Bei Kollhoff hätte sich auch eine harmonischere Abfolge der Uferfront - Marstall/Schloss/Dom - ergeben. Jetzt wird diese Abfolge durch die Ostseite sehr negativ beeinträchtigt . . . mal von der völlig vermurksten neuen Rathausbrücke abgesehen . . .


    Kollhoffs Lösung + eine rekonstruierte Kurfürstenbrücke wäre vermutlich nicht teurer, aber sehr viel schöner gewesen . . .

    Wenn man zum alten Kaufhaus in Wiki dann das liest: "Das teilweise wiederaufgebaute Bauwerk wurde daher im Jahre 1965 gänzlich abgebrochen" wird es einem fast schlecht . . .

    Mein Weg führte mich unlängst nach Mannheim. Mich hat u.a. die Grupello-Pyramide am Paradeplatz sehr beeindruckt: https://de.wikipedia.org/wiki/Grupello-Pyramide


    Sicher eine der ungewöhnlichsten und schönsten Brunnenanlagen Deutschlands. Der Platz ist sehr schön historisch gestaltet. Die umgebende Bebauung jedoch sehr unansehnlich . . . trotz Eile konnte ich einige wenige Aufnahmen machen:


    Mannheim

    Mannheim

    Mannheim Mannheim

    Mannheim

    Mannheim Mannheim

    Das zweite Bild zeigt jedoch das gut erhaltene Bismarck-Denkmal am großen Stern und zwar die Figur des "Siegfried, das Reichsschwert schmiedend" auf der hinteren Seite des Denkmals

    Offen gesagt, gefallen mir die diversen Beflaggungen auf der Museumsinsel ganz gut. Es wirkt irgendwie festlich und gibt den Gebäuden noch mehr Bedeutung, was ihre Wirkung betrifft.


    In München gibts das auch hier und da . . . hier ein Beispiel vom Hotel Vier Jahreszeiten in der Maximilianstraße. Ohne die Banner würde es m.E. eher langweilig aussehen. Sorry wegen der Qualität, aber ich habe nur ein kleines Bild:


    München, Hotel Vier Jahreszeiten


    Eigenes Bild

    Offen gesagt: mir gefällt er auch. Bin mal die Brunnenstraße hinunter auf den Rosenthaler Platz zu gefahren, an einem diesigen Morgen. Da tauchte er auf, unten vom Nebel verborgen, nur der obere Teil mit der Kugel "schwebte" quasi in der Ferne über den Dächern. Hatte was ikonisches. Vom Alex, besonders bei Nacht, sieht er auch gut aus. Monumental.

    Hoffentlich kommt für den Wiederaufbau keiner auf die Idee, moderne Teile an die Kathedrale dranzuklatschten, um mit "spannenden Brüchen" die Dramatik des Brandes festzuhalten.

    Sollte man das Zerstörte originalgetreu wieder aufbauen wollen, müsste doch eigentlich ein deutlich hörbarer Aufschrei der Empörung quer durch die deutsche Architektenriege gehen . . . bin mal gespannt, ob man sich hier auch traut, nach dem Motto "was weg ist, ist weg, bitte kein Disneyland!" zu argumentieren