Posts by HelgeK

    Das Render ist ein schönes Beispiel für eine unterschwellige Manipulation.


    Wenn man sich die Schattenwürfe der Passanten mal genauer ansieht: Die Sonne scheint etwa aus einem 40-Grad-Höhenwinkel aus Nordost, fast Nord-Nordost. Das ist eine Position, die die Sonne in Hamburg niemals einnimmt (- Nordost würde nur im Juni und nur zum Sonnenaufgang halbwegs passen, also niemals in einer 40-Grad-Höhe). Den weißen Bogen über dem Steintordamm wird man in der Realität bei sonnigen Wetter aus einer Position wie auf dem Render - weit weniger vorteilhaft - im Gegenlicht zu sehen bekommen.


    Wenn man dann noch berücksichtigt, dass es in Hamburg manchmal auch Tage ohne Sonne gibt, dass Weißes in unserem Klima meist nicht lange weiß bleibt, und zusätzlich das Umfeld so etwas wie "die gute Stube" der Hamburger Sprayer-Szene ist, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass der reale Eindruck stark abweichen wird.

    Genauso soll das Tanken nach und nach in Deutschland verteuert werden (hier) . ...


    Wer "Fit" ist, kann jetzt schon auf´s Rad ausweichen. Die anderen dürfen auf bessere Infrastruktur hoffen.

    Mag es in der Stadt noch einigermaßen gehen, auf dem Land ist es eine Katastrophe.

    Betreffend Tanken: Beim nächsten ohnehin nötigen Fahrzeugwechsel auf ein E-Auto umsteigen.


    Betreffen Stadt / Land: Auf dem Land ist das Auto nun mal oft alternativlos. Auch hier wäre dann wieder die Empfehlung, auf ein E-Auto umzusteigen.

    An der roten Ampel lasse sie die deshalb stets vor und reihe sich möglichst hinten an.

    Dahinter steckt, ob nun "Kampfradler" vorhanden sind oder nicht, grundsätzlich eine gute Strategie.


    Wenn ich in den "Wartebereich" vor einer roten Ampel komme, wähle ich möglichst eine Position, die zu meiner Geschwindigkeit passt. Bin ich z.B. mit Kinderanhänger unterwegs oder zu müde und zu unkonzentriert für hohe Geschwindigkeiten, lasse ich vor mir für die schnelleren Radler Platz. Umgekehrt schiebe ich mich möglichst weit nach vorne, wenn ich Lust habe, Gas zu geben.

    Auf den Hauteinfallstraßen mit dichtem Radverkehr machen das zur Rushhour, wenn überwiegend routinierte Fahrer unterwegs sind, die meisten so.

    Beim Weiterfahren ersparen sich dann alle gemeinsam eine Überholarie auf den meist zu schmalen Radwegen.

    Was bisher noch nicht thematisiert wurde, ist das Problem der Unterstellung der Räder in Mehrfamilienhäusern ... Was könnte die Lösung sein ?

    In Hamburg gibt es dafür die Fahrradhäuschen (in großer Zahl, ca. 400 Stück).


    Die sind aber v.a. für klassische Fahrräder eine Lösung. Familien mit Kindern bevorzugen oft große Lastenräder - die passen aber meistens nicht in die Häuschen. Insofern: Ja, die Stellplatzfrage ist auch bei Fahrrädern ein echtes Problem.

    Um Gottes Willen. eek:)

    In einer vielleicht nicht allzu fernen Zeit werden Deine Kinder das Wort "Kinder" durch "Eltern" ersetzen. Stichwort Pflege. Damit war ich die letzten Jahre beschäftigt. Einkäufe machen und bringen, zum Arzt bringen, Ausflüge (Café, Verwandte) mit jemandem, der nur noch schwer (und am Rolllator) gehen kann, Mutter ein- und ausladen, Rollstuhl ein- und ausladen, im Notfall schnell vor Ort sein...

    Ja, ist bestens bekannt. Wir sind Angehörige der "Sandwich-Generation" und haben beides:

    Nachwuchs und pflegebedürftige Eltern, bzw. mittlerweile nur noch meinen pflegebedürftigen Vater. Einkaufen mit Rad ist kein Problem - schon gar nicht für den sehr begrenzten Bedarf, der über das gelieferte Essen auf Rädern hinaus überhaupt noch bleibt.

    Für Fahrten zum Arzt wird einer "unserer" Taxifahrer gerufen. Im Hamburger Westen haben sich manche Fahrer auf den Transport älterer Menschen mit körperlichen Einschränkungen spezialisiert - kein Problem. Jedenfalls nicht im Hinblick auf ein fehlendes eigenes Auto. Die Fahrtstrecken sind zudem sehr kurz und das Trinkgeld meist der Hauptteil der Kosten.


    Wenn wir etwas als echte Einschränkung empfinden, dann, wie bereits beschrieben, einzelne Aspekte des "Transports von Kindern".

    So müsste es überall sein, Helge.

    Hier in Bayern (Nürnberg ist 30 km von meinem Wohnort entfernt) wäre das Leben mit Kindern undenkbar. Nicht, weil wir nicht überleben könnten, sondern weil meine Kinder komplett sozial isoliert wären. Die ganzen Aktivitäten mit Freunden (Verein, Spiele...) sind nur mit dem Auto machbar. I

    Beim Thema "Kinder" sehe ich, wie gesagt, selbst in unser Wohnlage, den einzigen gravierenden Nachteil durch unseren Autoverzicht.


    Unser Sohn besucht eine bilinguale KiTa. Echte zweisprachige KiTas gibt es selbst in Hamburg nur eine Handvoll. Das Problem ist dabei nicht das tägliche Pendeln zur 12km entfernten KiTa - die liegt sehr zentral und nur 200m entfernt vom Arbeitsplatz meiner Frau, ist auch für mich gut erreichbar. Sondern eher, dass das Einzugsgebiet der KiTa der gesamte Großraum Hamburg ist. Die Einladungen zum Kindergeburtstag kommen dann schon mal vom gegenüberliegenden Ende des Ballungsraums aus einer Neubausiedlung im Speckgürtel ohne ÖPNV-Anschluss. Erreichbarkeit: Faktisch nur per Auto. Für uns heißt das dann, auch mal für längere Strecken ein Taxi nehmen zu müssen. Wir haben uns regelrecht selbst dazu "erziehen" müssen, das entspannt zu sehen. Ja, es kann passieren, dass der 3stündige Besuch beim Kindergeburtstag Taxikosten von 120 Euro verursacht. Kommt vielleicht 3x im Jahr vor.

    Du könntest aber vermutlich jederzeit anders, wenn der Verzicht auf ein Auto Dir zu unkomfortabel werden sollte. Das kann bereits durch einen Unfall passieren, der es Dir oder Deiner Frau unmöglich macht, Fahrrad zu fahren, man aber regelmäßig zum Arzt oder zur Arbeit transportiert werden muss. Um nur ein Beispielszenario zu nennen.

    Ich empfinde da einfach anders. Das fängt schon damit an, dass ich mich so lange nicht mehr ans Steuer eines Autos gesetzt habe, dass ich keine Übung mehr habe. Ich müsste jetzt erst mal ein paar Fahrstunden nehmen, um nicht zur Gefahr für Dritte oder mich selbst zu werden. Die Vorstellung, plötzlich auf Grund irgendwelcher Umstände wieder Auto fahren zu müssen, ist für mich mangels Routine stressig und irgendwie unangenehm.


    Völlig unvorstellbar wird die Idee für mich, wenn ich noch die Faktoren Alter und Krankheit hinzunehme. Aber wozu auch? Die Supermärkte liefern hier auf Wunsch nach Hause. Die Entfernung zum nächsten Arzt entspricht in etwa der zur nächsten Parkmöglichkeit.

    Außerdem gibt es Taxis - und hoffentlich, wenn es soweit ist, auch autonom fahrende Autos als Shared Service. Aber selbst wenn nicht: Alleine für das, was ein eigenes Auto monatlich kostet zuzüglich der verteilten Anschaffungskosten, könnte man sich alle paar Tage einmal quer durch Hamburg kutschieren lassen.

    Da fehlt noch eine überdachte Variante, sonst sind die Pakete zuhause durchgeweicht. Der Fahrer kann ja zur Not im Regenmantel fahren.

    Nicht böse gemeint - aber das ist jetzt doch nicht Dein Ernst, oder?


    Wir reden über Städte! Die Distanzen zur nächsten Packstation oder zum nächsten Paketshop betragen hier meist nur ein paar 100m, und wenn es ganz, ganz schlimm kommt vielleicht mal 1,5 km. Solange es nicht grad aus Kübeln schüttet, sind ein paar Minuten Transport auch bei Regen kein Problem - und, wie gesagt, mit etwas Organisation kann man meist vermeiden, dass es überhaupt dazu kommt.


    Irgendwie erscheinen mir die hier diskutierten Probleme beim Verzicht aufs eigene Auto praxisfern und konstruiert. Wir haben trotz Nachwuchs kein Auto - und das geht mit etwas gutem Willen im Alltag ohne Schwierigkeiten.


    Das einzige echte Manko sehe ich bei Ausflügen mit kleinen Kindern. Dabei gibt es wirklich Nachteile und spürbare Einschränkungen, wenn man z.B. Ziele im Umland ansteuern will, die per ÖPNV kaum erreichbar sind,

    Gleichwohl haben die besagten deutschen Akademiker zumeist doch ein Auto. Das heißt, wie ja bei allen Dingen für diese Leute, sie sind nicht dazu gezwungen. Es ist also purer Lifestyle. Sie könnten jederzeit, wenn es ernst wird (Pandemie, Sicherheitslage, Paket abholen usw.... ) wieder auf das Auto umsteigen. Interessant wird es, wenn diese Schicht zunehmend in soziale Bedrängnis kommen sollte.

    Ist das so? Wer sind denn die etwa 40% Haushalte, die in Städten wie Köln, München, Berlin und Hamburg auf Autos ganz verzichten?

    Hier in meinen Hamburger Umfeld besitzen die wenigsten noch ein eigenes Auto. Wenn Waren online bestellt werden, wird darauf geachtet, dass das Lieferproblem nicht auftritt (- Abgabe bei Nachbarn, Lieferung an Tagen, bei denen man selbst im Homeoffice arbeitet, begrenzte Bestellmengen etc.).


    Natürlich ist Verzicht auf Autofahrten bzw. Autofahren an sich bei Akademikern eine Frage des Lebensstils und keine durch Geldmangel bedingt Notwendigkeit. Aber warum sollte man diesbezüglich die Sichtweise ändern, wenn das Einkommen schrumpft?

    Ausgenommen: Man braucht jobbedingt ein Auto - aber das ist ein anderes Thema.

    Nachtrag: Mich erinnert mich die Entwicklung des Prestiges des Autos an den "Niedergang" eines anderen Statussymbols: Des Fleischkonsums.


    Wenn zu sehr OT, bitte Löschen!


    In den ersten Nachkriegsjahren war Fleisch in ganz Deutschland eine streng rationierte Kostbarkeit. In den 50er bis 70er Jahren kam es sowohl in West- als auch in Ostdeutschland zu einer faktischen Industrialisierung der Fleischproduktion. Fleisch, speziell Schweinefleisch, wurde nach und nach immer preiswerter und immer mehr konsumiert - man zeigt damit, dass "man sich wieder etwas leisten kann".


    Ab etwa den frühen 80ern begann das Image, zunächst im Westen, langsam sich zu ändern und schließlich ins Gegenteil zu verkehren: Preiswertes Fleisch in größeren Mengen zu konsumieren, wurde zunehmend als Verhaltensmerkmal sozial schwacher Schichten wahrgenommen. Mittlerweile gilt es als regelrecht "schlechtes Benehmen", bei Einladungen Gästen nicht mindestens eine hochwertige vegetarische Alternative anzubieten.

    Dazu ist aber zunächst einmal eine Änderung im Besitzdenken erforderlich. Man darf den Renomiereffekt nicht vernachlässigen. Ein teures schönes Haus zählt dazu, wie auch ein teures schönes Auto. In der DDR diente ein PKW als reines Transportmittel, mit Ausnahmen, der begehrte Lada. Und eine beliebte lustige Anmache war der Satz : "Schau mal, ich fahre ein Fahrrad mit einer West-Speiche".

    Dazu passend ein Artikel aus der "Zeit" von heute, in dem über eine umfassende empirische Studie berichtet wird: "Das Fahrrad ist zum Statussymbol der Gebildeten geworden" (momentan mit Paywall). Offenbar findet die erforderliche Änderung im Besitzdenken bereits statt!


    Ein paar Stichworte aus dem Inhalt:


    - der Radverkehr ist in den letzten 25 Jahren um 40% gestiegen

    - die Zunahme ist fast ausschließlich auf eine Verhaltensänderung von Menschen mit Abitur zurückzuführen, insbesondere von Städtern mit Abitur

    - aber auch auf dem Land sind die Unterschiede je nach Bildungsgrad signifikant

    - es sei sehr selten, dass in empirischen sozialwissenschaftlichen Studien bestimmte Verhaltensmerkmale so stark mit der formalen Bildung korrelieren wie das Radfahren

    - Akademiker sähen keinen Nutzen darin, durch ein Auto "Kaufkraft" zu demonstrieren, da sich ihresgleichen damit ohnehin nicht beeindrucken ließen

    - Kinder von Höhergebildeten wachsen deutlich öfters in Familien auf, in denen viel Rad gefahren wird, und übernehmen die Gewohnheiten beim Heranwachsen

    Das Regimentshaus ist einfach ein Traum! Ich wäre sehr gespannt auf Innenaufnahmen, insbesondere auch aus dem Belvedere.


    Das Dinglingerhaus finde ich insgesamt auch sehr schön - aber mich stört etwas das Erdgeschoss mit seinem auf mich leicht "grobgeschnitzt" wirkenden offenen Sandstein.

    Da hätte ich einen kleinen Einspruch. Ich habe schon mal auf den Zusammenhang verwiesen, dass man mit den leiseren und schadstoffärmeren und womöglich auch noch autonom fahrenden Autos auch einen Rebounceeffekt zu mehr Autos in der Stadt zumindest wieder in Erwägung ziehen kann. Dies hätte drastische Auswirkungen auf das Stadtbild, wie Uns allen hier bekannt sein dürfte.

    Warum?


    Autos sind teuer. Durch echtes autonomes Fahren werden sie gleichzeitig attraktiver, aber auch austauschbarer. Wenn ich in der Stadt wirklich mal ein Auto brauche, kann ich einfach eins kommen lassen, einsteigen, mich zum Ziel fahren lassen und es dem nächsten überlassen. Bevorzugt immer dann, wenn es für eine bestimmte Verbindung keine gute schienengebundene Alternative gibt - der Preis wird die Nachfrage regeln. In Summe wird der Besitz eines eigenen Autos so unattraktiver und sich die Zahl der Autos reduzieren.

    Bundesweite Umfrage der KFW zur Mobilität, 4000 Teilnehmer, Bericht Spiegel Online.


    Einige Details der Umfrage sind insofern interessant, als das sie gängigen Vorstellungen widersprechen. So haben sich zum Beispiel keine nennenswerten Unterschiede in den Präferenzen bezüglich Fahrrad-Nutzung zwischen Stadt und Land gezeigt. Und, der Anteil der E-Autos ist auf dem Land höher als in den Städten.

    Ich frage mich, wie der Verkehr in einer solchen Metropole bewältigt werden soll, wenn der Autoverkehr verbannt wird.

    S. Grande Paris Express?


    Welchen prozentualen Anteil hat der Autoverkehr überhaupt am Pariser Verkehr? Angesichts der Massen in der Metro kann es sich nur um einen kleinen (?) Bruchteil handeln, der aber eben ausreicht, die Straßen zu verstopfen und die Lebensqualität zu mindern.


    Was die zahlreichen Menschen in dem Werbefilm angeht: Ich finde den Aspekt der Anzahl durchaus realistisch. Die Straßen des sommerlichen Paris sind doch tatsächlich sehr belebt.

    Das Filmchen über die Avenue des Champs Élysées, nahezu frei von Autos, dafür voller Menschen, mag ja ganz nett sein. Paris erscheint bei all den vielen, ausschließlich jungen Leute, als der Ort der ewigen Jugend und Schönheit. Wo sind denn hier die Menschen, die nicht mehr jung, schlank und schön sind?

    Was ich hier verlinkt habe, ist ein Werbefilm für ein Business-Improvement Projekt. Dass Marketing einen unrealistischen Fokus auf Jugend und Schönheit legt, ist ein generelles Phänomen.


    Wenn beispielsweise Coca-Cola mit dynamisch-attraktiven jungen Erwachsenen arbeitet, heißt das ja nicht, dass nicht auch andere potentielle Kunden sich angesprochen fühlen sollen. Es deutet vielmehr darauf hin, dass davon ausgegangen wird, dass auch die besagten anderen Kunden mehrheitlich lieber Jugend und Schönheit betrachten als sich selbst.

    Und zudem bleibt die Frage, welchen ökonomischen Anschluss Deutschland verpasst, wenn die Infrastruktur nicht auf "autofrei" umgebaut wird? Der Vorteil für die Stadtbewohner mag ja in weniger Lärm und Hektik und besserer Luft liegen. Aber, wenn sie nicht Frühpensionäre sind, die ihre Tage allein mit Spazieren gehen und Joggen verbringen, stellt sich die Frage nach dem Nutzen in ökonomischer Hinsicht. Nicht dass ich auf diesen fixiert wäre, aber wenn schon von "Anschluss verlieren" und "Wettbewerb" die Rede ist...

    Ehrlich gesagt verwundert mich ein Statement wie dieses hier in diesem Forum.


    Hier haben sich doch gerade Menschen versammelt, denen "ökonomisch-quadratisch-praktisch" im Städtebau nicht ausreicht. Sondern einem Stadtbild, das ganz einfach "schön" ist und zum Wohlgefühl seiner Bewohner beiträgt, einen hohen Stellenwert beimessen.


    Man wohl davon ausgehen, das Paris ökonomisch enorm von seinem Stadtbild profitiert. Nicht nur als Touristenmetropole, sondern auch als Magnet für Unternehmenszentralen. Ein Maluspunkt war bisher der alles erstickende Autoverkehr bei gleichzeitig übervollen U-Bahnen. Die Probleme werden endlich konsequent angegangen, und zu einer besseren Erreichbarkeit des Zentrums und gleichzeitig höherer Lebensqualität führen.