Posts by HelgeK

    Notre-Dame : Emmanuel Macron renonce à son «geste architectural contemporain»


    Macron verzichtet auf eine "zeitgenössische moderne Geste". Es wird keinen Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Turmes mehr geben. Der Vierungsturm wird in historischer Form aus Holz und Blei nach Viollet-le-Duc rekonstruiert.


    Was mich hier aber irritiert ist, dass von der Option eines Wettbewerbes für die Gestaltung der übrigen Teile von Notre-Dame gesprochen wird. Wie ist das zu verstehen? Die sind doch ohnehin weitgehend erhalten?

    Macron hat sich heute nach Presseberichten klar für eine Rekonstruktion des Vorbrandzustandes ausgesprochen, da dies offenbar dem Willen der Mehrheit des Volkes entspräche.

    Wir haben die Farbgebung unseres Häuschens noch einmal überarbeitet.


    - Zustand beim Kauf 2013

    - Zustand nach Wiederherstellung der ursprünglichen Gebäudeform

    - Zustand heute

    - Später Abend, mit umgebender Bebauung





    Nein, aber ich würde vom Stil her vermuten, dass das Bauwerk zwischen 1910 und 1920 entstanden ist.

    In Deutschland gibt es mit dem "Heimatstil" der 00er bis 50er Jahren eine historische Entsprechung zu den Beispielen von Johan.


    Der Heimatstil (oder Heimatschutzstil, Heimatschutzarchitektur) orientierte sich an lokalen Bautraditionen und bildete mit seinen - verglichen mit dem Jugendstil - schlichten Formen einen gemäßigten Kontrapunkt zu Frühmoderne.


    Im Gegensatz zu dem hier diskutierten Entwürfen für Anklam entstanden in der Regel architektonisch anspruchsvolle Bauten, die keineswegs kitschig wirkten.


    Wikipedia


    Bildbeispiel aus Flensburg:

    Heimatschutzarchitektur

    In Dänemark, und ebenso im ehemals mehrheitlich dänisch besiedelten Teil Schleswig-Holsteins nördlich des Danewerks, gibt es zahlreiche Dorfkirchen mit freistehendem Glockenturm. Die älteste davon ist die Dorfkirche in Ulsnis ("Eulenbucht") im Land Angeln an der Schlei.

    Die Kirche wurde als einfacher romanischer Bau um 1150 auf dem Boden einer uralten heidnischen Kultstätte erreichtet. Der Turm steht auf einem bronzezeitlichen Grabhügel, bis zum Bau der Kirche befand sich auf dem Kirchengelände der örtliche Thing.


    Ulsnis


    St.-Wilhadi-Kirche_(Ulsnis)

    Ich bin einfach nur entsetzt.


    Die Hafenkante wird endgültig zum gesichtslosen 0815 Neubaugebiet. Und das liegt nicht am Krieg - die Gebäude waren fast alle erhalten, es wurde einfach schleichend über Jahrzehnte eines nach dem anderen abgerissen.

    Der Kran ist eingetroffen, hoffen wir mal das der Wind mitspielt, so ein Kraneinsatz ist bestimmt nicht billig ! :trommeln::foto:

    Der Wind wird in der Tat wohl entscheidend - je nachdem, welche Prognose man sich ansieht, sind mittags und nachmittags wohl Böen von 3 bis 5 Beaufort drin, und morgen und übermorgen wird es noch etwas mehr werden.


    Wenn überhaupt heute, sollte besser nicht zu lange gewartet werden.

    Das Beispiel Schievelbeiner Straße finde ich auch nicht so schlimm. Das ist eben irgendwie der Preis des Wohnungsdrucks. Brachgrundstücke gibt es nicht mehr ganz so viele. Auf der grünen Wiese wird die Natur beeinträchtigt, und es ist dort etwas außerhalb gelegen für Innenstadt-Freunde. Abriss und Bau von größeren Wohnblocks oder Wohnhochhäusern ist bei Stadtbild-Freunden nicht gern gesehen. Also bleiben fast nur solche Dachausbauten, um weder das Stadtbild noch die Natur allzu stark zu beeinträchtigen und trotzdem Wohnraum zu schaffen.

    Gerade das Beispiel Schievelbeiner Straße finde ich besonders gruselig - der Bauherr wollte den Ausbau offensichtlich an den Bestand anpassen, zeigt dabei aber 0,0 Einfühlungsvermögen und Gespür für Proportionen, er entgleist regelrecht.


    Ein klarer Schnitt wie hier Hamburg / Poststraße oder Berlin / Georgenkirchstraße ist mir lieber als solche gut gemeinten, aber hilflosen Versuche (gilt jetzt nicht für alle "klare Schnitte"):

    Viele skandinavische Großstädte wirken für mich als Hamburger optisch vertraut, die Stadtbilder haben große Gemeinsamkeiten. Der Mix aus alt neu wirkt auf den ersten Blick vergleichbar - tatsächlich ist in Hamburg der Moderne Anteil objektiv größer, aber man muss schon genau hinsehen, um dies zu bemerken.


    Das wirkliche erschreckende daran ist, dass Hamburg eine der im 2. Weltkrieg global am stärksten zerstörten Städte ist, während sämtliche Großstädte in Skandinavien intakt geblieben sind. Die Moderne hat Verwüstungen in der Größenordnung des schlimmsten Krieges der Menschheitsgeschichte angerichtet.

    Alles wunderschön, bis auf die absolut unsägliche Ostfassade.


    Selbst das winzige Stückchen, dass auf dem Spiegel-Foto zu sehen ist, verursacht bei mir innerliche Abwehr. Wie konnte Stella der Übergang zwischen "alt" und neu (+ die komplette Ostfassade) so dermaßen misslingen - in den Innenhöfen hat er dieselbe Aufgabe doch mehrfach auf elegante Weise zu lösen vermocht?!

    Es wäre hier vielleicht noch anzumerken, daß die grüne Patina von Kupferbedeckungen das Metall vor weiteren Umwelteinflüssen schützt. In sofern ist es nicht nur eine optische Angelegenheit. Natürlich könnt man eine solche Kuppel auch mit Blattgold überziehen, welches auch sehr ansprechend ist - nur, wer soll das bezahlen?

    Also, davon mal abgesehen, dass Blattgold hier ahistorisch wäre - so wahnsinnig teuer wäre das mutmaßlich gar nicht. Wenn man googelt finden sich Materialkosten von etwa 20 EUR/m2, die Arbeitsleitung dürfte mehr verschlingen als das Gold selbst.

    Wie lange die Natur da zu braucht, weiß ich nicht.

    Das ist ja offenbar genau der Punkt - die "Natur" bräuchte seeehr lange dafür, wenn uns nicht ein apokalyptischer Vulkanausbruch in Island o.ä. zur Hilfe käme. Wie ich weiter oben schrub, werden wir uns auf min. 60 Jahre einstellen müssen, und Dank weiterer Verbesserungen bei der Luftreinhaltung wohl eher noch länger.

    Hier in Hamburg haben wir mit der Michaeliskirche ein Bauwerk, dessen Kupferdach Mitte der 80er bis Mitte der 90er vollständig erneuert wurde. Das Foto bei Wikipedia ist aktuell - die Patinierung ist an der Turmhaube am weitesten fortgeschritten und liegt gefühlt derzeit dort bei etwa 50%.


    Man könnte also - konstante Bedingungen vorausgesetzt - davon ausgehen, dass eine vollständige Patinierung eines exponierten Bauteils wie der Schlosskuppel Größenordnung 50-60 Jahre brauchen würde. Möglicherweise wird es sich aber auch noch deutlich länger hinziehen, denn die Entschwefelung von diversen Emissionen hat in den letzten 20 Jahren große Fortschritte gemacht (Benzin, Kraftwerke, Schiffsdiesel - mittlerweile, anders als in den 90ern - alles weitgehend schwefelfrei).


    Die meisten von uns hier werden diesen Zustand beim Berliner Schloss also ziemlich sicher nicht mehr erleben, es sei denn, es wird nachgeholfen.


    Nachtrag: In dem Wikipedia-Eintrag zum Hamburger Michel befindet sich eine sehr interessante Aufnahme des Gebäudes aus dem Jahr 1920.

    Der Turm wurde 1906 bei einem Feuer vollständig zerstört und ist eingestürzt, kann also - unter Berücksichtigung der Bauzeit - 1920 erst etwa 10 Jahre alt gewesen sein.

    Dennoch war er 1920 schon ähnlich weit patiniert wie heute, 30 Jahre nach der letzten Neueindeckung. Die damals viel höhere Luftverschmutzung muss den Vorgang also ganz erheblich beschleunigt haben!

    Welche Häuser? Fotos? Links?


    P.S.: Ich habe es im anderen Thread dann finden können: https://solingenmagazin.de/sta…t-plaene-fuer-neubau-vor/

    (nach unten scrollen)

    Unfassbar, dass sich eine im WKII schwer beschädigte Stadt so etwas antut. Die Altbauten sind sicher keine architektonischen Juwelen, aber das muss man doch relativ betrachten: Was hat man sonst noch an Vorkriegsbauten im Umfeld, und welche Qualität bietet der Neubau?


    Der Neubau ist leider einfach nur gesichtsloser Müll, und im Umfeld gibt's kaum noch Altbauten - also eine fatale Fehlentscheidung.