Posts by HelgeK

    Die Hamburger Morgenpost schlägt den Abriss des Saturn-Klotzes in der Mönckebergstraße und die Rekonstruktion des im Krieg zerstörten naturhistorischen Museums an gleicher Stelle vor: https://www.mopo.de/hamburg/me…ie-chance-nutzen-37347306

    Die Morgenpost ist mir in den letzten 2-3 Jahren schon häufiger mit Kritik an der Moderne angenehm aufgefallen.


    Chancen für eine Realisierung sehe ich in Hamburg nicht, es gibt unter den lokalen Politikern keinerlei Fürsprecher.


    museum-historisch.jpg

    Es fängt schon damit an, dass die Erdgeschosse nur zu einem kleinen Anteil eine andersartige Nutzung als die darübergelegenen Geschosse aufweisen. Es wär so einfach, wenn man nur wollte! Dem Erdgeschoss ein bisschen mehr Raumhöhe gönnen, und Einzelhandel, Werkstätten, Gastronomienutzung rein statt Büros oder Wohnungen - schon wäre alles etwas weniger "tot".

    Bei aller Schönheit der Architektur: Ich war ein paar mal in Ludwigslust, und konnte mit der gradlinigen, "künstlichen" Stadtstruktur nicht warm werden.


    Die Geradlinigkeit und Übersichtlichkeit ist für mich einer der entscheidenden Mängel der Moderne. Ansätze dazu gab es, wie am Beispiel Ludwigslust zu sehen, schon lange vor 1918.


    M. m. n. kein Wunder, dass man Schwerin später wieder den Vorzug gab, und das liegt IMHO nicht nur an der naturräumlich phantastischen Lage.

    Doch, daran lag es. Man musste ab Ende der 50-er eingestehen, dass man mit der relativ aufwändigen Architektur der ersten Nachkriegsjahre (im Stil der "nationalen Tradition") niemals genug Wohnraum schaffen kann. Und dann wurde Wohnungsbau zunächst vereinfacht und dann industriealisiert (Plattenbauten).

    Wirtschaftliche Impotenz war eher verantwortlich, als irgend eine "Ideologie".

    Und gerade in der DDR hat man sich lange gegen die internationale Moderne gestemmt.


    Man vergleiche z.B. die Geschichte des Dresdener Kulturpalastes.

    Widerspruch.


    Preiswertes Bauen mit vorgefertigten Modulen wäre auch in schlicht-traditioneller Form z.B. in Anlehnung an den Heimatstil der späten 20er und 30er Jahre oder auch an die frühe Nachkriegszeit möglich gewesen, wenn man nur gewollt hätte. Wollte man aber in der DDR nicht - und im Westen praktisch zeitgleich ebenso wenig.

    Was für ein schönes Bild!


    Wie würde die Schlossstraße heute aussehen, wenn es die DDR noch gäbe?

    Wie würde sie aussehen, wenn sich seinerzeit nicht ein paar Dresden-Freunde zusammengetan hätten, um den Wiederaufbau der Frauenkirche auf den Weg zu bringen?


    Dresden hat bei allen Katastrophen zuletzt auch unfassbar Glück gehabt.

    Ich denke, wer halbwegs authentisches Wikingerleben sehen möchte, besucht allerdings auch archäologische Rekonstruktionen wie Haithabu und nicht das Bully Herbig-Dorf Flake.... :zwinkern:

    Ja.


    Allerdings ist Haithabu (eigentlich Hedeby, das Heidedorf) als einzige Siedlung mit enger, städtischer Bebauung im gesamten damaligen Nordeuropa ein Sonderfall. Die dortigen Häuser waren tatsächlich klein, wenn auch nicht so klein, wie in "Flake".

    Es liegt natürlich nicht irgendwo im hohem Norden, sondern im Landkreis Bad Tölz - Wolfratshausen in der Gemeinde Kochel am See direkt am Walchensee. Hier wurde 2008 und 2010 "Wickie und die starken Männer" gedreht. Glücklicherweise hat man diesen Drehort stehen gelassen, so daß hier noch Besichtigungen möglich sind:

    ;)


    Ganz so bescheiden lebten die realen Wikinger meist nicht. Das waren ja eher große Kerle, die auch entsprechend Platz benötigten. Ein überregional typisches Merkmal waren Langhäuser - und die konnten mit bis zu > 80m Länge auch nach heutigen Maßstäben sehr stattliche Ausmaße haben. Kleine Holzhäuser wie die in dem Filmdorf dienten eher der Unterbringung des Federviehs, oder waren ein Merkmal von ausgeprägter Armut. Die Langhäuser hatten als Gemeinschaftsunterkunft einer Sippe den Vorteil, sich recht effizient beheizen zu lassen.


    Quelle: Klimagerechtes Bauen


    Beispiel aus Norwegen - Borg, Lofoten

    Wikingerhaus+5+Lofoten.jpg


    Beispiel aus Dänemark: Fyrkat, Nordjütland

    Wikingerhaus+1+Fyrkat.jpg


    Beispiel aus Island: Eiríksstadir, Haukaladur

    Wikingerhaus+Island.jpg


    Inneres+des+Langhauses+Eriks+des+Roten.jpg

    Eine Übersicht solcher Projekte kann man hier finden, und auch in dieser Präsentation. Dieser englische Wikipedia-Artikel listet auch einige Beispiele weltweit auf.

    Das aus meiner Sicht mit Abstand schlimmste Beispiel von Gewässerüberbauung in Deutschland ist Idar-Oberstein mit der Naheüberbauung.


    Das Ortsbild wurde dadurch noch in den 80ern - zu einem Zeitpunkt also, als vielerorts bereits ein Umdenken in Punkto autogerechter Stadt begonnen hatte - weitgehend zerstört. Interessanterweise geschah dies mit Rückhalt in der lokalen Bevölkerung, während die Maßnahme deutschlandweit Entsetzen auslöste.


    800px-Nahehochstrasse.jpg

    Du meist, wegen Home Office? Dann muss in diesen Städten aber auch noch die Infrastruktur (Ärzte, Einkaufen, Kindergärten, Schulen, Öffentlicher Nahverkehr...) gewährleistet sein.


    Oder meintest Du, dass sich der ein oder andere aufgrund von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit nicht mehr leisten kann, in den Metropolen zu wohnen und deshalb in die weniger frequentierten Städte umzuziehen gezwungen ist?

    Vor allem ersteres. Es gibt beispielhaft einen schönen Spiegel-Artikel dazu (Paywall).

    Hallo Rastelli,


    ich habe mir die Bilder noch mal auf mich wirken lassen.


    Ich selber wohne ja in Hamburg-Finkenwerder, in einer kleinen Sackgasse ohne Autoverkehr. Touristen verirren sich zu uns auch kaum welche. Aber man sieht nachmittags und am Wochenende fast immer Kinder auf der Straße, und Kinderlärm ist das typische Hintergrundgeräusch.


    In der gesamten Grabow-Bilderserie sind kaum Menschen zu sehen, und unter den wenigen die dennoch da sind, ist kein einziges Kind. Wer wird in Grabow in 20 Jahren wohnen?


    Unser Land ist irgendwie in einem scharfen Ungleichgewicht. Im Osten gibt es all diese wunderschönen kleinen Städte, die noch gut erahnen lassen, wie auch Westdeutschland früher einmal ausgesehen hat. Unser Hamburg hingegen platzt ebenso wie Köln, Frankfurt oder München aus allen Nähten.


    Vielleicht wird Corona ja wenigstens den positiven Effekt haben, dass der eine oder andere es sich leisten kann, in weniger frequentierte Städte umzuziehen.

    Wow, was für ein tolles Stadtbild!!


    Leider wirkt es, wie vieles im "Osten", etwas unbelebt.


    Und ist das nicht der Ort, wo die leckeren Schaumküsse herkommen?

    "Mutig" hätte ich gefunden, das Hochhaus offensiv direkt auf die Straßenecke zu stellen und dafür den Innenhof - vielleicht in überdachter Form a la Dresdner Schloss - zu erhalten.


    Mit ein bisschen planerischer Phantasie hätte sich so dieselbe Nutzfläche realisieren lassen, und man hätte einen wunderschönen halböffentlichen Raum gewinnen können (s. Hackesche Höfe Berlin oder Stadthöfe Hamburg).

    Der Kulturpalast ist ein Gebäude, das ganz offenbar trotz seiner Lage im Stadtzentrum nicht für einen innerstädtischen baulichen Kontext geplant wurde. Das lässt sich nachträglich nicht heilen.


    Ich kann verstehen, dass ein Abriss dieses Mittelpunkts des kulturellen Lebens im DDR-Dresden nicht mehrheitsfähig war und ist - städtebaulich wäre die Beseitigung dieses Bauwerkes aber ein Segen.

    Das Verkehrsmuseum befindet sich in völlig anderer Trägerschaft (Stadt Dresden, nicht SKD) und richtet sich an ein völlig anderes Publikum. Es gibt also viele Gründe inhaltlicher, rechtlicher und auch versicherungsrechtlicher Art, die dagegen sprechen.

    Hab mal gegoogelt - in den "Dresden Museums Cards" ist sowohl der Eintritt für das Schloss, wie für das Verkehrsmuseum enthalten - eine gemeinsame Marketing-Plattform gibt es also bereits. Und ich mag auch nicht recht glauben, dass die Zielgruppen für beide Einrichtungen keine nennenswerte Schnittmenge aufweisen.

    Na ja, müssen die Dresdner wissen. Ich fände, die Idee hätte Charme.

    Der Lange Gang bildet ja innerhalb des Schlosses eine "Sackgasse". Ist bekannt, ob diskutiert wurde oder wird, ihn wieder seinem eigentlichen Zweck entsprechend als Verbindung zum Johanneum zu öffnen? Dass es sich um 2 verschiedene Museen handelt, müsste ja kein Problem sein. In beiden Museen könnte z.B. eine Art "Kombikarte" angeboten werden.