Posts by Barmbeker

    Gefällt mir nach wie vor sehr gut. Hat urbanes Flair. Im Unterschied zu vielen "postmodernen" Bauten aus der Zeit hat es mehr Stilsicherheit und architektonische Qualität.

    Ich möchte nochmals auf eine Stärke der Häuser der Saalgasse in Frankfurt/Main (siehe insbesondere unteres Foto von unify) hinweisen: Jedes Haus hat individuelle, altstadtgerechte Formen, verzichtet im Gegensatz zu heutigem Standard auf Flachdächer und bodentiefe Fenster und weckt somit die Lust auf (mehr) Altstadt und Urbanität.

    Diese Architektur gefällt mir erstaunlich gut. In meinen Augen erheblich phantasievoller und vielgestaltiger als die öde Monotonie heutiger Quartiere .

    Ich hätte selbstverständlich nichts dagegen, Relikte aus dieser Zeit zu erhalten, nur sind sie in dieser Qualität leider auch nicht weiß Gott wie häufig gesät, und dies eher an sehr prominenten Plätzen wie diesem, wo man sie eher nicht so will... Den Römerberg irgendwann einmal so richtig zu schließen wäre schon eine große Sache.


    Römerberg Natürlich ist das auch heute schon ein mehr als "beachtliches Platzbild". Aber wenn man sich ehrlich ist, lebt es nur von den (neuen) alten Bauten. Der Rest sind ganz annehmbare Füllbauten, die man niemals um ihretwegen betrachten würde, und die auch nicht so etwas wie ein spannendes Wechselspiel ergeben würden oder für Belebung und Abwechslung sorgen.


    Ich bin völlig einverstanden, dass dies insgesamt bereits jetzt ein beachtliches Platzbild ist. Gerade fällt mir aus dieser Perspektive auf, wie gut die Rotunde der Schirn sich vor dem Domturm macht, fast an an einen mittelalterlichen Turm erinnernd und dadurch eine interessante städtebauliche Perspektive bietend.

    Genau so sehe ich das auch. Man muss auch mal das Positive würdigen. Immerhin Satteldächer und vertikale Fenster ohne straßenseitige Balkone. Das ist heute längst nicht überall selbstverständlich.

    So weit muss man gar nicht zurückgehen in der Geschichte bei der Suche nach ähnlichen Fassadengestaltungen. Ich sehe bei der modernen Ostfassade des Schlosses gewisse strukturelle Ähnlichkeiten zu der Fassade des Contrescarpe-Centers in Bremen von Oswald Mathias Ungers von 2006.

    Hier noch Bilder von einem - meiner Einschätzung nach -recht ansehnlichen und sich in seine Umgebung (20er Jahre Quartier) gut einfügenden Etagenhaus-Projekt jüngeren Datums in Hamburg-Barmbek (in der Straße Witthof).


    Fotos von mir (leider suboptimal)




    Die schönsten Neubauten, die ich seit langer Zeit gesehen habe! Besonders angetan bin ich von dem buntsandsteinfarbenen Bau mit der spitzbogigen Türöffnung und dem "neo-expressionistischen" Haus am Hühnermarkt 14 in Verbindung mit dem Ensemble schmaler Häuser dahinter. Für mich eine interessante Art von futuristischem Historismus. Zudem auch als ästhetisch reizvolle traditionalistische Alternative zu modernistischen Neubauten auch an anderen Standorten vorstellbar, wo Rekonstruktionen nicht durchsetzbar sind. Für mich ein Lichtblick, ganz besonders in dem schönen Frühlingswetter.

    Meine Lieblingsstädte in Deutschland (max. 5 Antworten):

    Görlitz, Lübeck, Erfurt, Leipzig, Braunschweig

    Meine Lieblingsstädte außerhalb von Deutschland (max. 5):

    Wien, Kopenhagen, Amsterdam, Prag, Bath

    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (historisch, max. 3):

    Kölner Dom, Wartburg bei Eisenach, Schönhof Görlitz

    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (modern, max. 3):

    Messeturm, Commerzbank-Hochhaus, MyZeil, Frankfurt am Main

    Meine Lieblingsarchitekten (max. 3):

    Andreas Schlüter, Karl Friedrich Schinkel, A. W. N Pugin

    Meine Lieblings-Architekturbücher (max. 3):

    G. Kokkelink u.a. : Baukunst in Norddeutschland: Architektur u. Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule ; Wolfgang Brönner: Die bürgerliche Villa in Deutschland 1830-1900 ; Heinz Schomann: Das Frankfurter Bahnhofsviertel


    Was sollte in Zukunft in Deutschland noch rekonstruiert werden? (max. 3):

    Straßenfassade Pellerhaus, Nürnberg, Nikolaikirche und Görtz-Palais, Hamburg,

    Das sieht wirklich schon gut aus. leider ist dieser erfreuliche Trend noch nicht wirklich bei uns in Barmbek angekommen. Hier sehen Neubauwohnungs-Projekte meist so aus wie z.B. in der Drosselstraße 15.

    Das ist zwar richtig, aber es bezieht sich leider ausschließlich auf gewerbliche Bauten / Geschäftshäuser, die derzeit in Metropolen wie Hamburg mit mehr architektonischem Stilwillen gestaltet werden. Wann kommt dieser Trend endlich auch bei Etagenmietshäusern an, die momentan größtenteils sehr öde einfallslose Kästen sind? Wann sehen Wohnbauten endlich wieder (wie es in der Gründerzeit üblich war) genauso gut aus wie gewerbliche Bauten?

    Wenn in der Mehrheit scheußlich gebaut wird, dann eben auch weil eine Gesellschaft es in der Mehrheit scheußlich haben will. Eine Gesellschaft die sich auch mit Turnschuhen als Fußbekleidung abfindet und so gekleidet sogar in Büros, Oper oder unseren Stadtplätzen erscheint, findet sich eben auch mit diesen Schuhschachteln ab. Findet diese durch Degeneration und Entwurzelung vielleicht sogar alternativlos. Anders gesagt: Solange wir Baukultur leben, werden wir diesem Verfall entgegenwirken. Wir brauchen wieder Schuhwerk keine Sneaker.


    Diesen polemisierenden Aussagen in dem Beitrag von Strelizius, der inhaltlich sonst durchweg meine Zustimmung findet, kann ich mich ganz und gar nicht anschließen. Seit ich selbst vor einigen Jahren auf bequeme Schuhe und orthopädische Sohlen umgestiegen bin, trage ich gerade bei Stadterkundungen ausschließlich Sneakers, die meinen Füßen genug Support bieten, um auch längere Distanzen schmerzfrei zu bewältigen und fühle mich gut dabei. Mittlerweile finde ich diese oft auch ästhetisch ansprechender als manches andere biedere Schuhwerk.
    ich finde, man kann auch in Sneakers ohne zu degenerieren mit wachem Geist gute Architektur angemessen würdigen. Und das ohne schmerzende Füße! ich möchte nicht wissen, wie ich mit schmerzenden Füßen auf die unvermeidlichen, allgegenwärtigen Klötze reagieren würde, Ich glaube, ich verfüge über genug Style-Kompetenz und Wissen, um sowohl Architektur als auch modischen Style ausreichend beurteilen zu können. Und obwohl ich Sneakers trage, finde ich mich mit der gängigen scheußlichen Schuhschachtel- Architektur ganz und gar nicht ab. Das ist im Gegenteil meine Motivation, hier mitzumachen!
    Übrigens: ich leiste bereits meinen eigenen kleinen Beitrag gegen Schuhschachteln: ich kaufe die Schuhe im Laden und ohne Schachteln.

    ^Das dritte Beispiel gefällt mir aufgrund des uninspirierten Daches nicht. Da hätte ich sogar ein Flachdach besser gefunden. Was etwas heißen soll.


    Ansonsten, vielen Dank "findorffer", für diese Reise in die immerhin durch Klinker etwas erträglichere Tristess der Spät-Bauhaus-Adepten.

    Das Gebäude ist ja städtebaulich schon in einen "spannenden Kontrast" eingebunden. Hat denn Herr Italiano schon ein Kaufangebot unterbreitet? Er hätte sicher kreative Ideen damit. :zwinkern::tongue:

    Mir gefällt das zweite Beispiel - des unpassenden Daches wegen - ebenso nicht so ganz. Zu einem Haus mit Anleihen an die frühe Moderne passt eine solche Dachform einfach nicht.Ansonsten aber recht gelungen für einen Neubau von 2019, da stimme ich Heinzer zu.

    Man sieht es immer wieder: Dort, wo noch viel "da ist", wird Neubebauung allen Unkenrufen zum Trotz häufig deutlich stadtbildverträglicher. In Städten oder Innenstadtbereichen, die ohnehin vom Nachkriegsmodernismus entstellt wurden, wird für gewöhnlich weiter verschlimmbessert. Der teufel k...t also immer auf den größten Haufen ;).


    Lübeck kann sich glücklich schätzen, auch wenn weniger als erwünscht rekonstruiert wird und man durchaus legitime Kritik an der Gestaltung einzelner Fassaden im Gründerviertel üben kann, ist dort in den letzten Jahren wirklich viel zum Positiven passiert, das Gründerviertel, dieser Hotelneubau und nun der Abriss des Karstadts? Von so etwas können viele Städte nur träumen!


    Ich hoffe ja immer auf die Strahlkraft solcher Maßnahmen, auf dass etwas vom hanseatischen Glanze Lübecks auf die verhunzte Bremer "Alt"stadt abfärben möge... bin aber im Moment skeptischer denn je.


    Sehr interessanter Gedanke, Heinzer!


    Das ist nicht nur in Bremen so, sondern ich sehe die gleiche Entwicklung auch in anderen stark zerstörten Städten. Rekonstruktionen/ stadtbildverträgliche Bauten werden eher an vorhandene Altbau-Fragmente/Fassadenreste angedockt, wie man z.B. bei der „Neuen Altstadt“ in Frankfurt/Main sehen kann,die ich vor kurzem besuchen durfte. Diese befindet sich in Sichtbeziehung zu der in den 80er Jahren rekonstruierten Römerberg-Ostzeile, die wiederum in Sichtbeziehung zum historischen“Römer“ liegt. Ähnlich verhält es auch bei dem rekonstruierten Palais Thurn und Taxis in Sichtweite der alten Hauptwache (ebenfalls Frankfurt).


    Von daher erhoffe ich jedenfalls für Hamburg auch am ehesten (inspieriert durch die erfolgreichen Projekte in Lübeck oder Frankfurt) weitere Rekonstruktionen bzw. altstadtgerechte architektonische Lösungen in der Umgebung des rekonstruierten Stadthaus-Komplexes samt der gerade in Renovierung befindlichen Görtz-Palais-Fassade am Neuen Wall.