Posts by Onkel Henry

    Laut Wikipedia:


    "König Wilhelm I. von Preußen unterzeichnete von 1868 bis 1878 keinen Hinrichtungsbefehl. Im Königreich Bayern gab es von 1868 bis 1880 nur sieben Exekutionen. Unter Wilhelm II. stieg die Zahl vollstreckter Todesurteile ab 1892 stark an.[167] Das Erfurter Programm der SPD von 1891 forderte die Abschaffung der Todesstrafe.[168] 1895 fällten die Gerichte in Preußen 68 Todesurteile bei 324 Fällen von Mord und Totschlag; 31 davon wurden vollstreckt. Von 1892 bis 1896 gab es 370 Fälle von Mord und Totschlag. Dafür wurden jährlich durchschnittlich 25 Personen hingerichtet.[169]"


    I

    Die Linken haben anders hingerichtet - ich sag nur Spartakusbund.


    Abgesehen davon, waren es keine gerichtlich angeordneten Hinrichtungen, sondern Morde.


    Die gewaltsame Entseelung von Liebknecht und Luxemburg 1919 ist natürlich auch als Mord zu bewerten.


    Natürlich waren August Bebel und einige seiner Genossen gegen die Todesstrafe, nur gab es auch kriminelle Banden im linken (so wie im rechten) Spektrum, welche Selbstjustiz durchführten.


    Mein Mitleid mit Rosa und Karl hält sich sehr in Grenzen, der Spartakusbund war in etwa die Vorstufe der RAF.

    Andreas Straftäter sind zu des Kaisers Zeiten unterm "Rübenschneider" gelandet.


    Besonders interessant dabei - der Kopf lebt noch ein paar Minuten weiter...der Strick war da schon humaner, man verlor das Bewußtsein.


    Aber ich bin natürlich auch der Ansicht, daß Straftätern im Leben die Möglichkeit zur Reue gegeben werden muß.


    Nur so viel ich von meinen Vorfahren weiß, war Wilhelm II auch kein Freund der Todesstrafe.


    Es wurden wohl viele Gnadengesuche von seiner Majestät genehmigt und in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

    Ich glaube kaum, dass sich normal denkende Menschen jemals die Zustände zurück wünschen würden. Eine Ausnahme: Straftäter durften sich damals nicht im Bewährungstaumel sonnen.

    Ich meine daß im Kaiserreich unter Wilhelm II relativ wenig Todesstrafen ausgesprochen und vollstreckt wurden.


    Es wurden meines Wissens nach auch nur Mörder durch die Guillotine hingerichtet.


    Wie man zur Todesstrafe steht , ist ein anderes Thema - ich persönlich halte nichts davon.

    Ich fühle mich weder "auf den Schwanz" getreten noch (bei was denn?) ertappt. Es scheint mir aber so zu sein, dass hier machen den Unterschied zwischen sachlicher Diskussion über historische Ereignisse und dem wiedergeben eines Wunschbildes derselben nicht sehen. Mir ist ja schon klar dass der Grund darin in der Unzufriedenheit mit den heutigen Verhältnissen liegt, nur fürchte sich, dass entgegen der Annahme der Konservativen und der Utopie der Progressiven, diese niemals ideal waren oder sein werden.

    Natürlich ist heute eine große Unzufriedenheit vorhanden, genau so wie eine immense Dekadenz.


    Nun hat es aber zu Wilhelm II soziale Neuerungen gegeben - sicher, die Arbeiter waren weiter arm, trotz der 72 Stunden Woche.


    Aber man muß auch Wilhelm II neidlos zugestehen, daß er die sozialen Gesetze von Bismarck vorantrieb.


    Warum sich jetzt hier im Forum einige auf den Schwanz getreten fühlen, kann ich nicht ganz nachvollziehen....aber gut, vielleicht fühlt sich da der eine oder andere ertappt.


    Wir sollten hier wirklich sachlich über das Kaiserreich diskutieren können, ansonsten wird das Thema nicht mehr lange Bestand haben.

    Hier wurde mein Beitrag gelöscht. Er bestand immerhin so lange, dass er drei Likes bekam. Also versuche mich nicht für dumm zu verkaufen. Den ursprünglichen Inhalt kannst du in meiner Nachfrage lesen.

    Ich habe keine Ahnung was gelaufen ist, nur so viel - von den Mitarbeitern hier ist überhaupt nichts gelöscht worden!


    Und ich möchte Dich bitten solcherart von Stinkbomben zu unterlassen und sich dem Thema zu widmen.


    Danke!

    Es ist schon bedauerlich, daß es immer wieder Geister gibt, welche neutrale Betrachtungsweise des Kaiserreiches gleich in die braune Ecke verorten!


    Der Kaiser war absolut kein Freund von braunen Verbrecherbanden, aber einige linksverblendete sehen dies ja heut anders!

    Man hätte nach Kriegsende das Gerücht verbreiten sollen "Liebknecht und Luxemburg" hätte zur Weimarer Zeit im Schloß residiert - das hätte möglicherweise dieses spitzbärtige alte Ekel da von abgehalten es sprengen zu lassen.

    Heimdall , ich habe für 2020 etwas über 5000 Euro Steurn nachzahlen dürfen, das wäre mir zu Kaisers Zeiten nicht passiert.


    Ich kann natürlich unser heutiges System nicht mit dem Kaiserreich vergleichen, ich weiss nur von meinen Vorfahren - so unglücklich waren sie unter dem Kaiser nicht.....nimmt man mal den 1.WK aus.


    Ich denke es ist in unserer heutigen Zeit so einiges vergleichbar mit der Kaiserzeit- so einige bewährte Dinge haben sich bis heute gehalten.

    Vermutlich deshalb, weil das Aufkommen immer noch den Verwaltungsaufwand rechtfertigt.

    Abgeschafft werden Steuern meist erst, wenn dies nicht mehr der Fall ist, wie z. B. bei der Spielkartensteuer oder der Zündholzsteuer.

    Ich trinke keinen Sekt, in sofern könnt es mir ja wurscht sein.


    Nur welche Reichskriegsflotte haben wir heute noch zu bezahlen?

    Heimdall , die Steuerbelastung heute ist sicherlich eine andere als zu des Kaisers Zeiten.


    Aber um so mehr die Leut verdienen, desto mehr langt der Fiskus zu.


    Zu des Kaisers Zeiten hat ein Fabrikarbeiter gerade mal so viel verdient, dass es zum Leben mal so langte.


    Wie hätt man die denn groß besteuern wollen?


    Heut ist des anders, der Lohn eines Fabrikarbeiters....mei, da nagt mich doch der Neid:biggrin:

    Durch was besonders`? Zuschüsse? Steuervorteile?

    An der Schloß Freiheit in Berlin, hatten die Handwerker Steuervorteile.


    Ich meine zu denken, daß Wilhelm II diese aufrecht erhielt für alle Handwerksleut.


    Das Militär, zu denen auch mein Urgroßvater gehörte, bezahlte überhaupt keine Steuern.


    Und wenn wir schon mal dabei sind - meinem Urgroßvater sagte man nach "er hätte Schulden wie ein Major"....mei, er war ja auch einer.


    So etwas wurde in Militärkreisen allerdings nicht strafrechtlich geahndet, man fegte es einfach mal unter den Teppich.


    Militärparaden hat seine Majestät auch sehr genossen und bezahlt - auch mir gefallen so Militärparaden mit schöner Marschmusik.


    Mit dem Ende des DDR Regimes, war es dann allerdings auch mi dieser schönen alten Tradition vorbei.

    Das ist heute aber doch immer noch der Fall. Vermögend werden als Handwerker kann wohl nur, wer auf eigene Rechnung arbeitet.

    Das war aber damals auch schon möglich.

    Naa ja, ich arbeite auf eigene Rechnung - aber sehr viel mehr als im Angestelltenverhältnis bekomme ich auch nicht raus.


    Das war zu Kaisers Zeiten schon etwas anders - die damalige Regierung unterstützte insbesonders Selbständige.


    Pianoforte Fabriken schossen (gerade in Berlin) wie Pilze aus dem Boden, Berlin war neben Leipzig eine Hochburg des Klavierbaus.

    Das bezweifle ich sehr. Das dürfte für den Adel und das reiche Bürgertum gelten, aber sicher nicht für das Proletariat und die Landbevölkerung, somit für einen kleinen Teil der Bevölkerung. Für alle anderen war ein solches Instrument gar nicht bezahlbar.

    Nun ja, ob sich das Proletariat ein Instrument leisten konnte, ist natürlich zu bezweifeln.


    Jedoch war ein Klavier für das Bürgertum bereits erschwinglich.


    In einem Katalog aus der Zeit sah ich, ab 150 RM konnte man bereits ein Klavier kaufen - sicher, es war dann ein geradsaitiger Oberdämpfer, aber musizieren konnte man darauf recht gut.


    Aber auch Gründerzeitmöbel waren selbst für die Arbeiterklasse erschwinglich.


    Die Mulackstraße in Berlin, stammte ja noch aus des Kaisers Zeiten - ein Armeleuteviertel (welches in den 60iger und 70iger Jahren dem Erdboden gleichgemacht wurde.


    Ein ehemaliger Bekannter von mir (Lothar Berfelde) rettete da so einige Gründerzeitmöbel der Kaiserzeit - die könnst heut nimmer bezahlen.

    Ich habe auch beim dritten Nachdenken nicht wirklich verstanden, was du mir "als Kunsthistoriker der heutigen Zeit" damit sagen möchtest. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob du mich richtig verstanden hast.

    Ich habe es völlig wertenetral in den Raum gestellt, was Du daraus machst, ist Dein Ding.


    Was mich vielmehr interessiert, gab es in den wilhelminischen Zeiten überhaupt Kunsthistoriker?


    Ich denke mal so hobbymässig schon, wie es auch Philosophen und weitere gab.


    Aber ob es damals schon Studienfächer dafür gab, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Ich selbst hätte wohl zu des Kaisers Zeiten auch den Handwerksberuf ergriffen, mir war es schon immer wichtig mit meiner eigenen Hände etwas zu schaffen.


    Sicher, mit den Handwerkerlohn zu Kaisers Zeiten zählte man nicht zu den wohlhabenden Leuten.


    Aber damals hatte man sich noch einen Beruf erwählt, der einem am meisten lag - freilich hätte für meinen Beruf damals der Volkschulabschluss gelangt.


    Als Klavierstimmer hätte ich damals trotz mickriger Bezahlung mehr verdient als heute.


    Das ist einfach der Tatsache geschuldet, das es fast in jedem Haushalt ein Klavier vorhanden war.


    Wie viel Menschen spielen denn heute noch Klavier?


    Eine Selbstverständlichkeit zu Kaisers Zeiten, ist heut nur noch ein Luxus.

    Ich befürchte, da kommst du rund 60 Jahre zu spät. Der Paradigmenwechsel in der Kunstgeschichte und Denkmalpflege erfolgte in den 60er Jahren. Die Minderwertigkeit, die dem Historismus bis dato weitestgehend anhaftete, wurde zugunsten einer gleichwertigeren Einordnung der Zeitschichten aufgelöst. Ich muss gestehen, dass ich selbst mit einer konservativen Sichtweise auf den Historismus ins Studium gegangen bin und lernen musste, ihn zu schätzen. Der Historismus ist ja auch nicht auf die die Ära von Kaiser Wilhelm zu beschränken. Diese Spätphase ist nur besonders intensiv und besitzt etwas Manieristisches an sich. Sie prägt die Gestalt unserer Städte bis heute vielfach nachhaltig, erst recht dort, wo die mittelalterlichen Stadtkerne durch Kriegseinwirkung zerstört sind.

    Ok, das sind die Kunsthistoriker der heutigen Zeit - ich denke, da braucht es keinen Kommentar mehr.