Posts by Onkel Henry

    Das Kirchenschiff der Marienkirche sollte exakt nach Richtung Osten ausgerichtet sein. Bei sonstigen historischen Gebäuden fiel mir allerdings schon öfter auf, daß sie keine exakte Himmelsausrichtungen nach N/W/S und O hatten. Ich empfinde es auch als wesentlich angenehmer "Mischhimmelsrichtungen bei der Architektur zu wählen. Absolute Südseite wird im Sommer heiß und unerträglich, reine Nordseite....ja da kommt nie Sonnenlicht rein und es wirkt deprimierend. Ostseite - ja, bis zum Mittag ist s da schön sonnig, nachmittags dunkel. Westseite genau umgekehrt.

    Nordwestseite , wie hier beim Schloß - ist für fast alle Pflanzen ideal.

    Ich für meinen Teil brauche keine Rudimente eines Unrechtstaates. Dieses nichtsnutzige Bauwerk welches nicht den geringsten architektonischen Reiz hat, trennte 28 Jahre lang Familien auf letaler Art und Weise. Daran brauche ich nun wirklich keine Erinnerungen.

    Onkel Henry


    das mit der Kuppel wird nicht so gehen, an Hand der alten Etagenpläne ging die Kuppel von der 2. Etage über die 3. Etage, also müsste die jetzige Betondecke wieder in der gesamten Breite aufgebrochen werden. Das kann ich mir in nächster Zeit nicht vorstellen,


    In der nächsten Zeit wohl sicherlich nicht. Aber es wird schon mal der Wunsch der Wiederherstellung der Schloßkapelle aufkommen, die Realisierung ließe sich durchaus bewerkstelligen.

    Beides ist nicht ganz richtig:

    Zur Bildung von Grünspan braucht es nur Sauerstoff und Wasser sowie Spuren von Kohlendioxid.

    Zunächst bildet sich mit dem Sauerstoff das Kupferoxid, und zwar recht schnell, erkennbar an der schwarzen Farbe. Wasser und Kohlendioxid bilden damit im Laufe mehrerer Jahre basisches Kupfercarbonat.

    Das funktioniert auch mit anderen Kupferverbindungen. So werden blanke Kupferoberflächen schneller grün, wenn etwas Säure dabei ist.

    Ist schon richtig, ich sprach von schnelleren Vergrünen wie es zu früherer Zeit geschah, daß die Kupferbedeckung in relativ kurzer Zeit vergrünte. Das Kupfer so oder so nach geraumer Zeit vergrünt, ich denke da sind wir uns einig. Im übrigem wäre es recht fatal wenn sich Kupfrdächer mit Grünspan bedecken würden - Kupfer(II)acetat ist ein mäßig wasserlösliches und recht giftiges Salz. Des weiteren ist der Farbton von Grünspan kräftig grün im Gegensatz zu den vergrünten Dächern. Grünspan entwickelt sich durch Kupfer und Essigsäure - letzteres kommt in der Natur nicht einmal bei sauren Regen vor.

    Die grüne Patina besteht vorwiegend aus basischen Kupfer(hydrogen)carbonat . Dieses entwickelt sich aus dem schwarzen Kupfer(II)oxyd welches die Kupferschicht bereits kurz nach dem auftragen des Kupfers befällt. Durch Stickoxyde in der Luft (welche beim verbrennungsprozess unter hohen Temperaturen erfolgt) wird der Vorgang beschleunigt, da Stickoxyde und seine Verbindungen wie H²NO³ das Kupfer angreifen und unbeständige Nitratverbindungen bilden welche die Carbonatbildung beschleunigen. Natürlich finden sich je nach Luftverschmutzung auch weitere chemische Verbindungen in der Patina wieder, wie zum Beispiel Schwefel, Chlor oder auch Ammoniak verbindungen, was die Grünfärbung auch etwas variieren läßt.

    Wer die Zeit und Lust hat, kann ja mal ein wenig mit Kupfer experimentieren - Kupfer -chlorverbindungen weisen ein recht helles grün auf, Kupfer -nitratverbindungen ein sehr dunkles grün und Kupfer-ammoniakverbindungen ein dunkel leuchtendes blau.

    Onkel Henry

    Die vietnamesische Botschaft ist sehr schön. Ich finde es reizvoll, zu überlegen, welche Beziehung es zwischen einem Land und seinem Botschaftsgebäude gibt. Eine Botschaft ist ja auch eine Visitenkarte eines Landes.

    Nun ja, auch wenn es hier etwas über das Thema hinausgeht, so denke ich sollte ich vielleicht über dieses Gebäude noch ein wenig berichten - bin ich doch in diesem 13 Jahre lang aufgewachsen. Wir bewohnten damals im 2. OG die Nordwestseite zum Garten hin, hier eine alte Aufnahme Anfang der 90iger Jahre:


    Der Grundriß unserer Wohnung war in etwa wie folgt:



    Die 4 Villen in der Elsenstraße ließ Honigfabrikant Heinrich Gühler erichten, die Elsenstraße 3 war die zweitkleinste Villa, die Elsenstraße 4 wurde durch Weltkkriegsbomben vernichtet.

    In der Elsenstraße 3 hatte der Honigfabrikant Gühler im Kutschergebäude seine Produktion, auf dem Hof waren Regalweise Bienenstöcke installiert. Im 3. Reich diente das Gebäude dem Jungvolk. Im Krieg wurde es durch eine Brandbombe beschädigt.

    Der ehemalige spätere Hausbesitzer Herr Zick, wollte das Gebäude gern der Stadt Ostberlin überlassen, was ihm aber den Verlust seines Karpfenteiches eingebracht hätte da er diesen zusammen mit dem Haus hätte hergeben müssen.

    Also behielt er es und übertrug die Verwaltung der ortsansässigen KWV (kommunale Wohnungsverwaltung). Weiterhin versuchte er das Dach reparieren zu lassen, verwendete aufgrund Materialmangels an der Nordwestseite des Daches, Dachziegelbedeckung, welche sich für ein Schieferdach als nicht geeignet erwies - es regnete beständig durch.

    Die Zentralheizung wurde nach dem Krieg nicht wieder instand gesetzt, sondern durch Kohleöfen ersetzt.


    Im Sommer 1975 erreichte uns die "Bitte" der KWV auszuziehen, da man dieses Haus als Bauarbeiterunterkunft benötige. Entsprechender Bitte verlieh man Nachdruck in dem man das Dach erst einmal temporär abdeckte um uns in der Wohnung vollständig am Wetter teilhaben zu lassen. Auch wurde sich von den Bauleuten des öfteren mal Zutritt zur Wohnung verschafft, was den Bestand der alten Messingklinken deutlich reduzieren ließ....was noch alles so entschwand, vermag ich nicht zu beurteilen, da an meinem Spielzeug so wie Schulsachen wohl kein sonderliches Interesse bestand. ( Meine Eltern zogen es irgendwann Ende 1975 vor, der "Bitte" der Hausverwaltung nachzukommen und umzuziehen.)

    Das Dach wurde dann mit Bauholzlatten vernagelt und mit Dachpappe verklebt, das Parkett in den Wohnungen wurde mit PVC Belag überkleistert. Zum guten Schluß bekam daß Gebäude noch von den Straßenseitig sichtbaren Bereichen einen freundlich leichenblaugrauen Anstrich.

    Das daherimprovisierte Dach, hielt den Niederschlagsreichen Zeiten nicht lange stand, so daß die Bauarbeiterunterkunft auch nicht von allzulanger Dauer war.

    Nun stand es leer und rottete vor sich hin - zwischendurch nutzte die SPD Fraktion noch die Räumlichkeiten im 1. OG zur Südostseite...lang blieben die allerdings auch nicht.


    Zur Mitte der 90iger Jahre hin, legte ich einem befreundeteten Immobilienhändler ein Konzept vor, wie das Gebäude nebst Grundstück lukrativ zu nutzen wäre, was er als überlegenswert empfand und er sich mit den Erben zur Kaufverhandlung traf. Die Preisvorstellungen waren leider ziemlich verschiedener Natur, so daß es bedauerlicherweise nicht zum Erwerb des Gebäudes nebst Grundstück kam.


    Auch war zwischenzeitlich von einem "Baugrundstück" die Rede - ich sah die Elsen 3 schon der Abrißbirne zum Opfer fallen und schlug daher im Rathaus Alarm und unterstützte den Heimatverein mit historischen Fotos Treptows, welche ich einst von den Geschwistern Magdalena und Erika Gühler geschenkt bekam ( die Gühlernichten, welche bis in die 60iger Jahre unsere Nachbarn waren, waren noch sehr lang in Kontakt mit mir.


    Zum Ende der 90iger Jahre rückten dann Bautrupps an, welche den Garten vollständig entgrünten, das Kutschergebäude abrissen und die alte Villa vollständig entkernten. Das Dach wurd völlig abgerissen und durch eine Stahlkonstruktion ersetzt in welcher wohl Betonelemente unterkamen, bevor es wieder mit Schiefer gedeckt wurde.


    Ja, die Vietnamesen hatten hier so ihre eigenen Vorstellungen wie die Botschaft zu gestalten sei. Wo das Kutschergebäude stand, ist heut die Kantine der Botschaft, der Garten mit der inzwischen ausgestorbenen Birne, ist inzwischen ein Diplomatenparkplatz.

    So ein über längerem Zeitraum leerstehendes Baugrundstück, eignet sich allerdings auch da zu, so manch unliebsames Zeugs preiswert zu entsorgen, welche ansonsten mit horrenden Sondermüllsummen zu Buche geschlagen wären. Ich weiß nicht in wie weit ein Dioxin und Schwermetall belastetes Grundstück so arg im Wert steigt :N: