Posts by Spreetunnel

    Dazu zwei Bilder aus der Bauphase, 1998.
    Das Treppenhaus wurde bewahrt und in den Neubau einbezogen:



    Das ganze in Beton gegossen:



    Man muss anerkennen, dass man sich beim Neubau wirklich Mühe gegeben hat, die alte Ansicht annähernd zu erreichen, ob das freiwillig geschah oder zur Auflage gehörte entzieht sich meiner Kenntnis.

    Der Gendarmenmarkt ist auch heute noch einer der schönsten Plätze Berlins, trotz Krieges und Neubauwahn. Das liegt m. E. an der geschlossenen Bebauung.
    Er wird von 6 Straßen tangiert und 4 davon bilden die Platzwände, die die drei großartigen Soltäre auf dem Platz rahmen.


    Heute möchte ich mit der Französischen Straße zwischen Charlotten- und Markgrafenstraße beginnen, zuvor nur noch ein Überblick als Luftaufnahme von 1938:



    Als weiteres folgt ein Stich aus dem 18. Jahrhundert


    Auf dem Stich von Friedrich August Calau von ca. 1800 ist gut zu erkennen, dass die Französische Straße in diesem Abschnitt schon sehr repräsentativ ausschaut. Friedrich II. ließ hier von seinen Architekten bzw. Baumeistern Gontard, Unger und Boumann besonders schöne Fassaden entwickeln, er gab sogar Geld dazu, die Häuser waren, bis auf die Amtsgebäude der Preußischen Seehandlung, der Lotteriedirektion und dem Salzkontor aber ganz normale Mietshäuser. Der Grund für die Aufwertung lag darin, dass Staatsgäste meistens über den Potsdamer Platz in die Stadt kamen und dann über den Gendarmenmarkt und das Friedrichsforum zum Schloss geleitet wurden.


    Auch wenn Friedrich aus Potsdam mal in Berlin war, nahm er den selben Weg und wollte sich an den schönen Gebäuden erfreuen.


    Auf dem Bild sieht man rechts die Französische Kirche für die Hugenotten. Den Turm stiftete Friedrich II., wie auch bei der Deutschen Kirche und da sie Kuppeln trugen, auf französisch "dome" bürgerte sich das bei der Bevölkerung als "Dom" ein. Friedrich sprach nämlich lieber französisch und der Architekt Carl von Gontard stammte schließlich auch aus Frankreich. Bis heute sind die beiden Türme Eigentum des Staates und die Französische Kirche ist ein separater Bau. Bei der ehemaligen Deutschen Kirche liegt es da heute anders, denn das Gebäude ist heute ein Museum zur Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland.



    Hier zwei Ausschnitte aus Calaus Bild, Französische Straße 44:



    Das Gebäude stand zumindestens noch 1910, als dieses Foto gemacht wurde.



    Französische Straße 43:



    An der Ecke Französische Straße 40 / Markgrafenstraße stand das von Carl von Gontard entworfene Palais der Familie Achard, der bekannteste Vertreter daraus war Franz Carl Achard (1753-1821), Chemiker und Physiker, der den Zucker in der Rübe entdeckt hat.


    Das Foto stammt von F. A. Schwartz und wurde kurz vor dem Abriss 1863 gemacht



    Blick von der Markgrafenstraße zum Gendarmenmarkt. Das Achardsche Haus wurde schon abgerissen. Foto von Leopold Ahrendt, 1863:



    Der Nachfolgebau mit erheblichen Kriegsschäden, kurz nach 1945. Er wurde nicht abgerissen sondern entstuckt und als Kratzputzbau bis zur Neubebauung erhalten. Das historische Treppenhaus wurde in den Neubau von Ehlers & Krop; Berlin integriert.



    Hier ein Foto, von mir 1994 als Dia vom Französischen Turm gemacht mit der Ecke Französische- / Ecke Markgrafenstraße.



    So sieht es da heute aus, aufgenommen von mir am 14. März 2004:



    Zwei Bilder der Französischen Straße, beide von F. A. Schwartz, 1888. Der Mittelbau, Wohnhaus des Architekten Georg Christian Unger, wurde Sitz der Berliner Handelsgesellschaft, die nach und nach fast den gesamten Block erwarb und abreissen ließ.



    Markttreiben auf dem Gendarmenmarkt, 1888:



    Drei Bilder vom Gebäudekomplex der ehemaligen Berliner Handelsgesellschaft, nach und nach errichtet von Alfred Messel und nach seinem Tod von Heinrich Schweitzer.
    Man kann sehr schön erkennen, das eigentlich der Bau nach links fortgesetzt werden sollte, was dazwischen kam weiß ich leider nicht und so blieb es bei dem Torso eines gigantischen neobarocken Palais.




    Kriegsschäden 1946:



    Heutige Ansicht vom 15. Juni 2008 (von mir):


    Zur Debatte über die Rekonstruktion der Breitestraße: die Straße wurde bereits in den letzten Jahren schmaler gemacht, die Achse zur Fischerinsel entspricht aber nicht der historischen, denn ursprünglich endete die Breitestraße am Köllnischen Fischmarkt und leicht versetzt führte die Roßstraße zur Roßbrücke, was heute bei den künstlich geweiteten Autopisten nicht mehr zu erkennen ist. Dort stand auch noch mindestens bis 1942 das Haus des Feldherrn Georg von Derfflinger ((1606 - 1695). Mit einigen Veränderungen hatte es die Zeiten überstanden.


    Hier ein Bild von den Revolutionstagen März 1848, Neuruppiner Bilderbögen:



    Das Derfflingerhaus nun leicht verändert und mit vier First-Figuren, die es sicher auch schon vorher gab, der Zeichner des Ruppiner Bilderbogens hat wohl während der Revolutionswirren nicht so genau darauf geachtet


    Köllnischer Fischmarkt 4-6, Ecke Rossstr, Leineweber, 1935:



    Blick auf die Situation Breitestraße, Köllnischer Fischmarkt, Luftaufnahme 1936. Die Verbreiterung des Mühlendammes ist eingeleitet, es wurden aber nur die nördlichen Häuser abgerissen (Stadtsparkasse, Palais Ephraim und andere), das Derfflingerhaus stand damals noch.



    Historisch gesehen war die Breitestraße ein Mischgebiet, staatliche Bauten, Läden, Wohnen und auch Betriebe (z. B. Firma Kühne). Wollte mnan hier rekonstruieren, müsste man wirkliche Erkenntniss über die frühere Architektur haben. Wie man auf den folgenden Bildern aber sehen kann, wäre das aber kaum möglich.


    Mal eine Luftaufnahme, so um 1925:



    Auf der Ostseite gab es viel Staatliches:



    Die westliche Seite vom Cöllnischen Fischmarkt gesehen 1887:



    Die Herzoghäuser Breitestraße 12-17, aus einem Katalog der Firma Hertzog:



    Wie brutal hier an der Breitestraße schon in den letzten Jahren gebaut wurde zeigt das Haus der Wirtschaftsverbände und lässt kaum für die Zukunft hoffen:


    Zum Stadtbad in der Oderberger Straße schreibt die Berliner Zeitung:


    "Für zwölf Millionen Euro, finanziert aus Krediten, saniert die GLS-Chefin derzeit die frühere Volksbadeanstalt des Architekten Ludwig Hoffmann. Das Stadtbad musste 1986 wegen Rissen im Boden schließen. Alle Sanierungspläne scheiterten in den vergangenen Jahren. In zwei Jahren soll das sanierte Stadtbad ein Teil des GLS-Sprachenzentrums sein: In dem Gebäude entstehen weitere 80 Hotelzimmer für die Kursteilnehmer und neue Seminarräume. Das wiederhergerichtete Schwimmbad ist dann öffentlich, es hat von Montag bis Freitag geöffnet. Auch darüber freut sich der Senat."

    Nochmals zur Kreuzung Markgrafenstraße / Französische Straße mit einem Foto von 1880 (F. A. Schwartz). Das Boumannsche Haus Nr. 40 dominiert noch die Häuserzeile, ehe um 1883 das große Haus Nr. 41 von Ludwig Heim, welches von Palatir oben gepostet wurde, errichtet wurde.



    Zum Schluss noch der Blick bis zur Behrenstraße, wo man das Gebäude gut erkennen kann, das unter #178 zu finden ist


    Für die Menschen welche in den Seitenflügeln und Hinterhäusern wohnten, gab es übrigens städtische Badehäuser wo sie sich duschen und auch baden konnten - vielleicht hat ja jemand hier ein Foto eines solchen Badehauses?


    Walhall kann geholfen werde.


    Der Baustadtrat Ludwig Hoffmann erbaute um 1900 mehrere Bäder, die alle auch Wannenbäder enthielte.


    Hier 2 Beispiele:


    Baerwaldstraße (1898 bis 1901) in Kreuzberg, hinter den kleinen Öffnungen verbargen sich die Wannenbäder. Das Haus ist im Stile Andrea Palladios gebaut und nimmt Motive eines Stadtpalais (Thiene) in Vicenza auf:





    und Oderberger Straße im Prenzlauer Berg (1898-1902) im Deutschen Renaissancestil, dazu waren gerade gestern Artikel in Berliner Tageszeitungen zum Umbau des Hauses:




    Ich bitte die miserable Qualität zu entschuldigen, da teilweise von alten Dias gescannt, aber in der Eile :-)))

    Hier nur zur Ergänzung des Fotos Markgrafenstraße Ecke Französische Straße:


    Das Foto ist von angeblich 1931 und zeigt das so genannte Boumannsche Haus, Markgrafenstraße 40, links erkennt man, dass der prächtige Gründerzeitbau Nr. 41 damals bereits entstuckt war. Wahrscheinlich ist das Foto etwas später gemacht, denn in der Nazizeit war es ein erklärtes Ziel, den Gendarmenmarkt schmucklos "herzurichten". Die Häuser mit grauen Platten "glatt zu bügeln". Bin mir aber nicht sicher.



    nach 1945:


    Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr zurück holen, aber die Erinnerung bleibt.


    Hier der Bereich der Französischen Straße 48 mit Borchardt um 1900



    Auch diese Häuser verdrängten ältere Gebäude, zum Teil noch aus der Gründungszeit der Friedrichstadt stammten. Direkt rechts an der Ecke das Gebäude mit den Säulen, in dem die Weinhandlung Lutter & Wegener war, jetzt als Replik an de Ecke Charlottenstraße / Taubenstraße.


    Vom Französischen Turm gesehen: Charlottenstr Ecke Französische Str, Foto von Friedrich Ferdinand Albert Schwartz, 1865:



    Und vom selben Fotografen 1895 die Häusezeile an der Charlottenstraße zwischen Französischer und Jägerstraße:


    Oh, da könnte ich noch einiges an Bausünden zeigen, was das Baugeschehen in Berlin betrifft. Dort wurden auf dem Friedrichswerder, in unmittelbarer Nähe zum Außenministerium so genannte "Townhouses" gebaut, wovon mir das unten gezeigte Beispiel besonders gefällt, wird wohl der nächste Architekturpreiskandidat:


    Oberwallstraße 16 von apool - Dominik Franz; Berlin



    Natürlich kann man auch die Klappen öffnen, dieses Foto wurde an einem Wochenende gemacht.

    Im Adressbuch (einzusehen über die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, http://www.zlb.de) von 1925 ist im Haus 53-54 eine Braune's GmbH Metropol Kabarett und Varieté aufgeführt, dort waren auch die vorgenannten Etablissements untergebracht. Beim Haus 55-57 dagegen ist das Metropol nur Mieter und sowohl Hotel Unter den Linden als auch das Gebäude mit dem Metropol-Theater gehört einer Dorotheenstädtischen Baugesellschaft. Man kann sicher alle Jahrgänge der Adressbücher durchsehen, wird aber sicher immer auf wechselnde Eigentümer stossen.


    Ich bin mir sicher, dass wir eines Tages auf ein Bild der Fassade stossen werden, nur Geduld!

    Hier ein Foto von der Rückseite, also dem Hof hinter der Hedwigskirche


    Zitat aus der Ausstellung in der Hedwigskirche:
    "Das 1850 eingeweihte Schulhaus der St. Hedwigs-Pfarrschule, in der zu dieser Zeit etwa 800 Kinder unterrichtet wurden. In der preußischen Residenzstadt hatte Friedrich II., „der Große", 1746 den Bau einer katholischen Kirche und einer Schule genehmigt. Erst 1773 konnte die St. Hedwigs-kirche konsekriert werden. Die Anfänge der ersten katholischen Schule reichten bis in das Jahr 1764 zurück."


    Nun der letzte Abschnitt der Behrenstraße (Nordseite) bis zur Wilhelmstraße.


    Behrenstr 66, Militärkabinett, erbaut 1792-93, von Conrad Wilhelm Titel, Foto von 1942:




    Der Mittelrisalit:



    Das sogenannte Moltkezimmer im Militärkabinett, Foto 1932:



    Behrenstr 66, Militärkabinett, erbaut 1792-93, Foto 1946-47:



    Behrenstr 68, Palais Solms-Baruth, von Friedrich Gilly, Foto 1904,



    Behrenstr 68, Palais Solms-Baruth, von Friedrich Gilly, Foto 1908,



    Behrenstr 68, Palais Solms-Baruth, Mittelrisalit, von Friedrich Gilly, Foto 1904,



    Behrenstraße 68 und 68, Foto kurz vor dem Abriss um 1904:



    Nach Abriss des Palais und eines Nachbargebäudes entstand hier die Nationalbank für Deutschland, die selbst später durch Anbau und Aufstockung verändert wurde:


    Behrenstr 68-69, Nationalbank für Deutschland, Alfred Messel, 1920,



    Blick in die Eingangshalle, 1906:





    Der Kassenraum, 1906:



    Behrenstraße 68-70, nun genutzt als Reichsluftfahrtsministerium, Foto 1933:



    Das Gebäude um 1960:



    Behrenstr 72, Ecke Wilhelmstraße 68, Kultusministerium, Foto um 1890:



    Wilhelmstr 68, Ministerium der Geistlichen Angelegenheiten, von Paul Kieschke, aus BAW Juli, 1907:



    Wilhelmstr 68, jetzt genutzt als DDR-Volksbildungsministerium, Foto 1951:



    So! Das war es mit der Behrenstraße. Würde mich sehr über ergänzende Fotos freuen um meinen Bestand aufzustocken. :-)))

    Habe diese Postkartenansicht gefunden mit dem Abschnitt zwischen der Brandenburgischen Straße und dem Olivaer Platz. Das dritte Haus mit dem Türmchen müsste die Nummer 169-170 sein, habe es mal markiert. Das Haus ganz links an der Ecke zur Wilmerdorfer Straße existiert noch heute:



    Anbei auch ein Vermessungsplanausschnitt:



    Hier die Häuser 170-173 zum Vergleich. Am Haus 171 kann man noch gut die Obelisken sehen, die auf der Postkarte zu erkennen sind:


    Heute gibt es den Teil bis zur Kleinen Mauerstraße, einem Durchgang, der den großen Abschnitt zwischen Friedrichstraße und Wilhelmstraße etwas abkürzen sollte. Die heutige Glinkastraße mit Durchbruch zu den "Linden" gab es vor dem Krieg nicht. Der heutige Glinkastraße von der Behrenstraße bis zur Mohrenstraße hieß bis 1951 Kanonierstraße.


    Direkt neben der Kaiserpassage gab es das "Palais Madame" oder auch "Palais de Danse". Auch als "Pavillon Maskotte" bekannnt. Leider fehlt mir dazu ein Foto, habe nur einige Innenaufnahmen, Postkarten und Reklamen. Vielleicht war jemand anderes aus dem Forum fündig.


    Die Adresse war Behrenstraße 52-54:




    Es folgt nun der prächtige Bau des ehemaligen Metropol-Theaters, 1892 erbaut von den Wiener Architekten Helmer und Fellner als Revuetheater mit angeschlossenem Hotel Unter den Linden, ein Edelpuff ersten Ranges. Später wurden hier viele Operetten uraufgeführt.


    Auf den Fotos kann man sehr gut auch das Gebäude Behrenstraße 52-54 erkennen:




    Der prächtige Mittelrisalit:





    Der Eingang ins Etablissement:



    Der II. Weltkrieg ließ nicht viel vom aufwendig gestalteten Vorderhaus stehen, aber das Theater blieb ziemlich unversehrt:



    Die erste Fassade des 1947 wieder hergerichteten Theaters, nun als Komische Oper:



    War der Führung der DDR wohl später zu bürgerlich, die Komische Oper bekam dann um 1966 einige Funktionsräume und eine neue Fassade:




    Es geht weiter mit Behrenstr 61, ein sehr schöner frühklassizistischer Bau, könnte von Carl von Gontard oder Carl Gotthard Langhans stammen, Foto von Friedrich Ferdinand Albert Schwartz, um 1885:



    Der Nachfolgebau, Behrenstr 60-61, Versicherungsgesellschaft Friedrich Wilhelm, vom Architektenbüro Cremer & Wolffenstein, aus BAW März, 1919:



    Behrenstr 62-63, Bankhaus Bleichröder, leider in etwas verwischter Fassung, nur der Vollständigkeit halber:



    Behrenstr 64-65, Hotel Windsor, Mit Durchgang Kleine Mauerstraße:




    Das ehemalige Hotel Windsor 1945. Hier entstand dann die Sowjetische Botschaft, die über das Grundstück der alten Russischen Botschaft hinaus fast den halben Block einnahm bzw. heute als Russische Botschaft einnimmt:


    Die Kaiserpassage war eines der besonderen Gebäude an der Behrenstraße, daher heute nur Bilder dieses frühen Einkaufs- und Vergnügungstempels. Ähnliche Passagen gab es schon in Paris und Mailand und ist sicher davon inspiriert worden. Die Archtekten waren Walter Kyllmann und Adolf Heyden.


    1869 begann für das Büro Kyllmann und Heyden eines ihrer größten Projekte, die Planung und Errichtung der Kaisergalerie in Berlin, die am 22. März 1873, dem Geburtstag des Kaisers, eröffnet wurde. Am 19. März war schon die offizielle Einweihung in Beisein Kaiser Wilhelms I. und seiner Gattin Auguste, sowie einiger Prinzessinen und Prinzen.


    Der Weg durch das Gebäude war auch als Abkürzung gedacht, denn an der Ecke Unter den Linden, Friedrichstraße gab es das Café Kranzler mit einer von den Polizeibehörden wenig gelittenen Terrasse, so dass der Fußgängerverkehr etwas eingeschränkt war. Kaiser Wilhelm aber hatte verfügt, dass diese Terrasse nicht weichen sollte. So konnte man die Ecke abkürzen und benutzte die Passage.


    Im Erdgeschoss des dreistöckigen Gebäudes waren Läden und am achteckigen Kuppelraum ein Café untergebracht. Das Zwischengeschoss war Büroräumen vorbehalten, während sich im Obergeschoss reich ausgestattete Säle befanden, die zu einem Teil zu den aufwendig eingerichteten Restaurants gehörten, teils auch für Festlichkeiten und Konzerte dienten.


    Frühes Bild von Ludwig Robock:



    Die markante Ecke Friedrichstraße 164, Ecke Behrenstraße, Foto: Waldemar Titzenthaler, 1909. Man erkennt sehr schön rechts den Türmchenbau vom Haus Behrenstraße 49, Friedrichstraße 82a und links die noch existierenden Gebäude Friedrichstraße 165-168:



    Das nächste Bild zeigt besonders schön die Fassade zur Behrenstraße. Die Fronten sowie die Innenarchitektur der Galerie ist teilweise in Sandstein, vorwiegend aber in reichen Terrakotten aus der Fabrik von Ernst March Söhne - Charlottenburg ausgeführt.


    An den Bildhauerarbeiten für die überaus reiche, in französischer Renaissance gehaltene Dekoration des Innern, das ganz in gelben Terrakotten und gleichfarbigem Sandstein ausgeführt ist, haben sich die Bildhauer Afinger, Encke, Hundrieser, Pohl und Wittig beteiligt:



    Man sieht die Reklame für Castans Panoptikum, das erst hier seine Austellung zeigte, dann aber 1888 in die Friedrichstraße 165, ins Pschorrhaus zog. Es gab danach hier bis 1923 das Passage-Panoptikum:



    Blick durch die Passage



    Details de Passage:




    Leider wurde die Passage nicht so angenommen, wie von der Passagegesellschaft gedacht und besonders in den 20er-Jahren dümpelte das Unternehmen vor sich hin, so dass man sich entschloss das ganze zu modernisieren. Der Architekt Alfred Grenander veränderte die Passage um 1930/31. Hierzu einige Bilder:







    Nach den Zerstörungen durch den II. Weltkrieg lag auch die Kaiserpassage in Trümmern, nur an der Ecke und zur Behrenstraße war noch etwas übrig geblieben.Die letzten Reste wurden 1957 abgeräumt, die Friedrichstraße wurde verbreitert, um sie der Breite der Häuser in der Friedrichstadt anzupassen, da bis dahin noch die alten Fluchten der Dorotheenstadt bis zur Behrenstraße galten.



    Später wurde hier das Grand Hotel gebaut. Zitat aus Wikipedia:


    "Das ursprüngliche Interhotel Grand Hotel Berlin wurde als repräsentativer Bau im klassizistischen Stil konzipiert und von der Kajima Corporation unter Leitung von Erhardt Gißke projektiert. Der Bau soll umgerechnet rund 200 Millionen Mark gekostet haben. Das Hotel sollte den höchsten Standards entsprechen und wurde sehr hochwertig ausgeführt. Es wurde am 1. August 1987 vom damaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker eingeweiht."


    Das Foto mit der Kneipe Bayrisch Zell und der Winzerstube im Beitrag 16 zeigt Friedrichstr 76, Ecke Jägerstraße, nordöstliche Ecke.


    Das Foto weiter oben mit dem Obstwagen "Esst mehr Früchte" entstand am Zeughaus an der Straße Unter den Linden Ecke Hinter dem Gießhaus (links Zeughausmauern, im Hintergrund die Kommandantur und die Pergola des Kronprinzenpalais).

    Sehr gut zu diesem Thema passt auch die Genthiner Privatstraße, die sich hinter der Nummer 30 verbirgt. Auf dem ersten Foto das 4. Haus von links.


    Das Haus Genthiner Straße selbst ist ein scheußlicher Bau aus den 70er Jahren und wird als Pflegeheim genutzt, man grault sich fast, durch die dustere Einfahrt in den Hof und somit zur kleinen Genthiner Privatstraße 30a - 30k zu gelangen.



    Dann aber staunt man doch, trotz der div. "Entstuckungen" und einiger schmucklosen Neubauten.


    Die mit spätklassizistischen Villen bebaute Straße entstand 1871 auf einem der französischen Emigrantenfamilie Nicolas gehörenden Gärtnergrundstück.
    Der von den Brüdern Carl und Paul Nicolas parzellierte, „Aaskuten-Enden", genannte Teil der Lützower Feldmark kam um 1870 durch Verkauf an wohlhabende Bürger, die sich hier - in der Nähe des verkehrsgünstig gelegenen Potsdamer Platzes - repräsentative Wohnhäuser erbauen ließen.


    „Begas-Winkel" nennt der Eingeweihte die schmale, in einem Halbrund endende Straße, nach einem ihrer prominentesten Bewohner, dem Maler Adalbert Begas, der in der Villa 30 i residierte. Auch sein noch berühmterer Bruder Reinhold, der zeitweise Am Karlsbad wohnte, hat das Atelier oft benutzt. Carl Joseph Begasse (1794 -1854), der Papa, hatte 1832 das Atelier Am Karlsbad gegründet.


    Luise von Parmentier wurde am 15. April 1850 in Wien geboren. Im Alter von 27 Jahren heiratete die Malerin ihren Berufskollegen Adalbert Begas, der damals 42 Jahre alt war. Begas gehörte einer Berliner Künstlerfamilie an, sein Bruder war der berühmte Bildhauer Reinhold Begas. Adalbert, ein seither fast vergessener Maler, war ebenso wie seine Frau ein Verehrer Italiens; er malte Genreszenen und andere Bilder mit romantischen Inhalten.
    Das Ehepaar bezog ein Haus mit Atelier im heute so genannten „Begas-Winkel“ in Berlin.




    In diesem Milieu der Abgeschiedenheit konnten Dinge reifen, wurden Gespräche geführt von Persönlichkeiten, unter denen Rudolf Alexander Schröder, der Lyriker, feinsinnige Essayist und Übersetzer vieler Meisterwerke der Weltliteratur, die wohl profilierteste war.



    Schröder wohnte hier von 1905 bis 1908. In seinem 1954 erschienenen Bändchen „Berlin einst und jetzt" schreibt er über diese Zeit: „Die drei Jahre, wo ich Berliner unter Berli­nern sein durfte, zähle ich zu den glücklichsten meines Lebens. Sie stehen unter dem Zeichen des gemeinsamen Haushalts, den ich mit dem mir schon von Paris her befreundeten Ehepaar Meier-Graefe führte. Wir hatten das Parterre inne, im Oberstock wohnte die Besitzerin, Louise Begas-Parmentier, eine alte Malerin, die allmonatlich zu Spaghetti und Würstchen einen Kreis erlauchter Geister um sich versammelte, darunter, neben angehenden Klaviervirtuosen, Bühnenstars, überalterten Sangesgrößen und literarischem Fußvolk aller Art, auch Isidora Duncan und Alfred Kerr, damals noch in voller Lockenpracht."


    Schröder erwähnt Besuche des Ehepaars Rilke und Gerhart Hauptmanns. Auch Hugo von Hofmannsthal, Richard Dehmel und der junge Max Beckmann fanden sich „in unserem Genthiner Winkel" ein.


    Etwa fünfzig Jahre zuvor lebte in diesem Hause im Erdgeschoss Louise Marell, die unverheiratet gebliebene Tochter eines französischen Diplomaten, die eng mit Prinzessin Hermine von Reuß, der späteren zweiten Gemahlin des letzten deutschen Kaisers, befreundet war.
    Oft sah man beide Damen hinter schweren Samtportieren bei einem Tässchen Tee plaudernd vor dem großen Kamin.

    Nun folgen die Häuser zwischen der Charlotten- und der Friedrichstraße, natürlich Nordseite (hatte ich beim letzten Mal vergessen zu erwähnen)


    Behrenstraße 46, um 1872:



    Behrenstraße 46, um 1895:



    Behrenstraße 46, Privat- und Commerzbank, um 1925:



    Hier hat man noch einen besseren Blick Richtung Friedrichstraße:



    Behrenstraße 47, Trarbachhaus, Fassadendetail, von R. Walter, aus BAW Februar 1906:



    Behrenstraße 47, Trarbachhaus, Blick in den Hof, aus BAW Februar 1906:



    Behrenstraße 47, Trarbachhaus, Brunnen im Hof, aus BAW Februar 1906:



    Behrenstraße 47, Trarbachhaus, Hoffassade, aus BAW Februar 1906:



    Behrenstraße 47, Trarbachhaus, Hofansicht, aus BAW Februar 1906:



    Behrenstraße 47, Trarbachhaus, Fassadendetail, von R. Walter, 1920:



    Behrenstraße 48, Café und Tanzpalast Kerkau, von A. M. Lange & K. Berndt, aus BAW Juli 1911:



    Ein Schrägblick zur Friedrichstraße, dort kann man die Eckhäuser schon erkennen, zum einen das Haus Friedrichstr. 82 und auch die Ecke der Kaisergalerie



    Das Eckhaus Friedrichstraße 82 bzw 82A / Behrenstraße 49 von 1904, Foto Waldemar Titzenthaler



    Das Eckhaus ist ein typischer Bau der Zeit um die Jahrhundertwende. Die aufwendig gestaltete Fassade betonte die Ecke Friedrichstraße/Behrenstraße durch einen Turmaufbau. Charakteristisch war die Nutzung nicht nur des Erdgeschosses, sondern auch der anderen Etagen durch Geschäfte. Im Eckgeschäft hatte die renommierte Wiener Hutfabrik P. & C. Habig eine Filiale. Die Ecke erhielt durch die Aufstellung einer Uraniasäule eine besondere Betonung.


    Zum Schluss noch eine alte Reklame-Postkarte vom Eckhaus Friedrichstraße / Behrenstraße



    Es muss bei der Behrenstraße mal eine Umnummerierung gegeben haben, denn die Quellen geben unterschiedliche Nummern bei gleichen Häusern an.