Posts by Andreas

    Genau wie ich es im parallelen Strang "Residenzstadt Ludwigsburg" schon schrieb, sehe ich das genauso.
    Das so bezeichnete Marstall-Center wirkt wie von Riesenhand unförmig in den Stadtraum hineingesetzt, so, als stemme sich eine Hochhauswand der eigentlichen Stadt entgegen.
    Gehen wir von dem geschlossenen Entwurf von Barockstädten aus, so muss über kurz oder lang auch die Frage gestellt werden, wie die zerschneidenden Achsen der B 27 (Schloßstraße) und der L 1124 zurückgebaut werden können, dass der eigentliche Kern der Stadt und Schloss und Schlossgarten wieder als Einheit, nicht aber als zwei abgespaltene Bereiche wahrgenommen werden.


    Das sehe ich genauso. Der barocke Stadtgrundriss ist im wesentlichen noch erhalten. Auch ist in den meisten Strassen der Innenstadt, wenn schon nicht mehr die barocke Bebauung überall vorhanden, doch eine im wesentlichen dem Stadtbild angepasste errichtet worden. Umso störender ist das "Marstall-Center". Ist jemandem bekannt, warum die dort vordem vorhandene Bebauung, ich gehe davon aus, dies war der Marstall, abgebrochen wurde und wieso die Idee aufkam einen schon gerade an dieser Stelle so unpassenden Gebäudekomplex zu errichten. Ich bin der Auffassung: Schlimmer gehts nimmer.


    Ein anders Problem sind in der Tat die Strassenschneisen. Diese trennen nicht nur das Schloss von der Stadt, sondern zertrennen auch die Parkanlagen. Dies führt auch zu einer für Anwohner und Besucher unerträglichen Lärmbelästigung.


    Wenn hier Abhilfe geschaffen würde, könnte Ludwigburg eine der schönsten barocken Idealstädte sein.


    Köln ist neben Magdeburg und Dresden sicher die große städtebauliche Tragödie unter den deutschen Großstädten. Ohne den Dom und 2-3 andere herausragende Kirchen würde Köln architektonisch heute wohl in einer Liga mit Paderborn und Bielefeld spielen. Für eine Stadt mit dieser Geschichte kann es einem im Herzen wirklich weh tun, denn von der Grundanlage der Stadt hat Köln ein unglaubliches Potential. Die Lage ist fantastisch, die direkte Lage am Rhein wie auch die Anlage von Plätzen etc. ist besonders hervorzuheben.


    Mehr als den Dom und 2-3 Kirchen hat Köln schon zu bieten.


    Die zwölf romanischen Kirchen sind auf jeden Fall "erste Liga". Hinzu kommen eine Reihe weiterer Kirchen und auch Teile der Altstadt, deren Wiederaufbau zumindest in Teilen gelungen ist. Die Tragödie sehe ich in erster Linie in den Straßendurchbrüchen wie der der Nord-Süd Fahrt. Der derzeitige Zustand der Hohen Straße bedarf sicherlich keiner Kommentierung.

    Ihr seid Gießener?


    ich hätte ein Bild und ein Buchumschlag, auf dessen Vorderseite das Haus abgebildet ist.

    Ein Giessener bin ich zwar nicht, wäre aber dankbar, wenn Du mir den Titel des Buches mitteilen würdest.

    Bei dem im Krieg zerstörten Gebäude handelt es sich laut Denkmaltopographie Hessen nicht um einen Teil des bestehenden Hauses, sondern um ein Nachbargebäude.



    Näheres hierzu und ein Bild des Vorkriegszustandes versuche ich herauszufinden.

    Die Neubebauung der Südseite der Rotergasse ist jedenfalls zu erwarten:
    http://siebendaecher.de/169/am-malzerturm/
    Die Blickrichtung auf dem Bild des Modells ist Norden. Die beigefarbenen Klötzchen bilden die Südseite der Rotergasse - das besagte Eckhaus am westlichen (linken) Rand. Links Lindauer Straße und Weberstraße, rechts Obere Bachgasse.

    Danke für die Information. Auf den Plänen ist das Eckhaus tatsächlich nicht mehr vorhanden. Schade! Eine positive Entwicklung für das Quatier (wie auf der Homepage siebendächer verkündet) ist dies nicht.

    Mit der nötigen Transparenz und der Einbeziehung der Bevölkerung und insbesondere der Menschen, die der Bau betrifft, wird das sicher funktionieren!


    Grüße aus dem Bistum Limburg.

    Ist etwas genaues über das Alter des Hauses Obere Bachgasse 10 und das Eckhaus Rotergasse/Lindauer Straße bekannt?


    Das Eckhaus scheint im Kern tatsächlich spätmittelalterlich zu sein, wenn auch die Fassade im 19. Jahrhundert wohl verändert worden ist.


    Das Haus Obere Bachgasse 10 würde ich an Hand der Bilder eher ins 18. Jahrhundert datieren.


    Jedenfalls handelt es sich bei beiden Häusern um für eine Bürgerstadt typische Bauten, die nach meiner Auffassung unbedingt zu erhalten sind. Da ist kein Neubau, sei er auch noch so gut wie der gezeigte aus den 50.ger Jahren, ein wirklicher Ersatz.


    Gibt es Erkenntnisse das der Abbruch im Rahmen der Neubebauung des Geländes tatsächlich geplant ist? Auf dem Bild sieht es so aus, als seien die Fenster des Hauses Obere Bachgasse 10 vor nicht all zu langer Zeit erneuert worden. Wenn die zuträfe, spräche die ja für eine beabsichtigte Sanierung.

    Die Nachrichten aus Memmingen entsetzen mich auch immer. Richtig ist, dass Memmingen mehr historische Gebäude hat als manch andere Stadt. Gerade dies macht Memmingen auch so sehenswert. Nur muß man einen solchen Schatz auch erhalten. Dass es viele Baudenkmäler gibt, ist sicherlich kein Trost, wenn eines davon abgerissen wird, zumal es sich doch immer um im Kern mittelalterliche Bauten handelt. Der Verlust jedes einzelnen historischen Bürgerhauses ist in ehemaligen Reichsstädten besonders bedauerlich, dass die Identität der Stadt gerade in dem Vorhandensein der Bürgerhäuser besteht.


    Ich war in den letzen Jahren mehrere Male in Memmingen. Hierbei ist mir aufgefallen, daß bei jedem Besuch Häuser verschwunden waren, die ein Jahr vorher noch standen. Hinzu kommt, dass der Zustand bedeutender Baudenkmale, wie dem versunkenen Rathaus sich zusehends verschlechtert. Einen solchen Verlust an Baudenkmalen kenne ich aus Städten meiner Heimat Mittelhessen - auch wenn man den hohen Denkmalbestand Memmingens zu Grunde legt - nicht.


    Vergleichbar scheint mir der Verlust an Bürgerhäusern nur mit dem zu sein, was in (dem allerdings nicht reichsstädtischen) Landshut geschieht.

    Ob es mit dem Neubau durchaus schlimmer hätte kommen können, sollte nicht der Maßstab sein. Festzuhalten ist, dass der Neubau sich nicht in den Strassenzug einpasst und das obwohl offensichtlich versucht wurde sich der Größe des Nachbargebäudes (links) anzupassen und auch die Bögen im Erdgeschoss "zietiert" wurden.


    Nicht nachvollziehbar ist für mich der Abruch der Hofdrogerie. Die Karlruher Innenstadt wirkt nicht durch herausragende Einzelgebäude, sondern das Ensembel Fächerstadt. Bedingt durch Krieg und die Abbruchwellen der 70 ger und 80 ger Jahre ist es schon zu vielen Verlusten an historischen Bauten gekommen. Es sollten die noch bestehenden daher auch erhalten werden. Die Hofdrogerie machte in den Jahren vor dem Abruch zwar einen etwas heruntergekommen Eindruck doch war es keinesfalls eine nicht zu sanierende Ruine. Der Grund für den Abriss ist demnach sicher nicht in der Bausubstanz zu suchen gewesen.

    Na, abgesehen von der alten Vikarie sehe ich eigentlich nur die ´sehr spezielle´ Kapelle und drei (kleine) Fabrikhallen. Da sollten eigentlich nach meiner Laienmeinung 5 Millionen Euro reichen.



    Mit der Bemerkung, ein Laie könne erkennen, dass der Bau nicht für 5 Millionen Euro zu bauen sei, wollte ich darauf hinweisen, dass sich die für den Bau Verantwortlichen nicht auf den Standpunkt stellen können, die Kosten seien nicht vorhersehbar gewesen. Der die Baustellen von aussen ansehende Laie konnte sich natürlich keine Vorstellungen von den Kosten machen, da er abgesehen von den Arbeiten an dem Haus Staffel (Alte Vikarie), dem alten Domküsterhaus und der Mauer nichts sehen konnte.


    Anderes gilt jedoch für die für den Bau Verantwortlichen. Diesen war die Ausstattung der Gebäude bekannt und auch dass Kellerräume in den Felsen des Dombergs gefrässt wurden. Diese Kenntnisse vorausgesetzt, kann auch ein Laie ahnen, dass das Projekt teuer wird. Zwischenzeitlich liegen ja auch Protokolle vor, aus denen sich ergibt, dass die Beteiligten über die Kosten nicht im Unklaren waren (was im Übrigen auch genauso schlimm gewesen wäre).


    Es sind eben nicht "nur " kleine Fabrikhallen gebaut worden, sondern es ist bei Austattung und Material nicht gespart worden.

    Man kann sicher immer darüber streiten, ob ein Neubau notwendig ist. Im Falle des Hauses der Bischöfe von Limburg sehe ich dies grundsätzlich schon als gegeben an. Die Bischöfe von Limburg wohnten bis zu dem Vorgänger des jetzigen Bischofes im Gebäude des Bischöflichen Ordinariates, einem im 19. Jahhundert aufgehobenen Franziskanerkloster. Diese Räume werden zwischenzeitlich anders genutzt. Bischof Franz Kamphaus hat seinen Wohnsitz in Räume des Priesterseminars verlegt. Schon zur Ende der Amtszeit dieses Bischofs gab es Planungen, ein neues Bischofshaus auf dem Domberg zur errichten. Dieses sollte neben der eigentlichen Wohnung des Bischofs Büroräume und repräsentative Räume für Empfänge enthalten. Diese waren auch aus meiner Sicht dringend nötig, da in Domnähe geeignete Räumlichkeiten für Empfänge nach kirchlichen Veranstaltungen nicht zur Verfügung standen. Man behalf sich hier meist mit Räumen im Priesterseminar, das ausserhalb der Altstadt auf der anderen Lahnseite liegt und fussläufig schwierig, für ältere Menschen kaum ereichbar ist.


    Zum Bau des Bischofshauses kam es während der Amtszeit des Bischofs Franz Kamphaus nicht. In der Sedisvakanz nach dem Rücktritt des Bischofs Kamphaus wurden dann die Planungen intensiviert. Es wurden dann - und hierin liegen wohl u.a. die heutigen Probleme begründet, mehrfach die Architekten gewechselt und die Planungen geändert. Dies war dann mit einer Steigerung der ursprünglich ins Auge gefassten Kosten verbunden. Hier stellt sich nun die - von mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten zu könnende Frage- ob auf die Kostensteigerung einfach nicht geachtet wurde oder zwar gesehen und bewußt verschwiegen wurde. Dies und nicht die Tatsache, dass überhaupt gebaut wurde, ist meiner Meinung nach das Problem. Für den interessierten Laien ist jedenfalls erkennbar, dass ein Gebäude wie das nun entstandene nicht für die zunächt ins Auge gefassten 5 Millionen Euro zu bauen sein wird.


    Der letzte Satz meines vorherigen Beitrages ist zu ergänzen: Im Mittelalter erstreckte sich der Burgbereich über das ganze Dombergplateau.

    Bei der immer wieder sogenannten Stadtmauer handelt es sich nicht um die Stadtmauer um die Altstadt von Limburg. Weshalb in der Presse immer wieder von "Stadtmauer" gesprochen wird, ist mir nicht klar. Der Domberg ist im Mittelalter von der Burg eingenommen worden. Die auf dem Domberg noch vielfach vorhandenen historischen Mauern sind Grundstückseinfriedungen der dort vormals bestehenden Burgmannenhäuser. Eines der ehemaligen Burgmannenhäuser ist das bereits genannten Haus Domstraße 12 (Diözesanmuseum). Die meisten der Burgmannenhäuser sind allerdings seit dem Mittelalter abgerissen wordern, wobei die Grunstückseinfriedungen zum Teil erhalten blieben. Auf dem Domberg befinden sich an den Stellen der Burgmannenhöfe heute zum Teil Gärten, zum Teil der alte aufgelassene Friedhof. Auf einer der freien Flächen ist das Haus der Bischöfe errichtet worden. Die dieses umfassende Mauer mag im im Kern noch mittelalterlich, scheint mir allerdings im Lauf der Jahrhunderte mehrfach teilweise erneuert worden zu sein. An den Rändern des Dombergs dienen die Mauern auch der Terrassierung des Geländes. Hierbei handelt es sich sicherlich um -wengleich auch vielfach um- und überbaute Reste der mittelalterlichen Befestigung des Dom- (damaligen Burg-) berges. Das heutige Schloss belegt nur noch einen kleinen Teil des heutigen Domberges. Im im Mittelalter



    Moderationshinweis (Weingeist): Hallo Andreas, könntest du bitte noch den letzten Satz "Im im Mittelalter" ergänzen oder vervollständigen? Danke.

    Mit diesem Beitrag möchte ich mich dem Forum vorstellen. Seit einiger Zeit lese ich regelmässig gerne die Beiträge in dem Forum, auch wenn oft über unerfreuliche Entwicklungen berichtet wird. Mir fällt dabei auf, dass Beiträge über den Mittelhessischen Raum oft die genaue Kenntnis über die örtlichen Gegebenheiten vermissen lassen. Ich hoffe, da ich im Lahntal lebe und mich seit Schulzeiten für die bauliche Entwicklung dieser Gegend interessiere, in diesem Forum etwas beitragen zu können.


    Nun zur Sache Haus der Bischöfe in Limburg:


    Es gibt kaum ein Neubauprojekt, über das in letzter Zeit so in überregionalen Medien berichtet wurde. Man sollte aber schon differenzieren an der Kritik an dem Bischof von Limburg (in diesem Zusammenhang betrifft der Bau nur einen Teil der Vorwürfe) und an dem Bauvorhaben selber. Nur über das letztere möchte ich hier schreiben.


    Das Projekt "Haus der Bischöfe von Limburg" besteht eigentlich aus verschiedenen Bauten.


    Es ist in den vorherigen Beiträgen bereits darauf hingewiesen wurden, dass zwei Altbauten (Domplatz 6 und 7) hochwertig saniert wurden. Unter anderem die "Alte Vikarie", bei der sich im Laufe der Arbeiten erhebliche - durch im letzten Jahrhundert fehlerhaft durchgeführte Sanierungen verursachte - Baumängel zeigten.


    Weiterhin wurde die um das Grundstück führende sog. Stadtmauer saniert und auf dem Grundstück vorgefundene mittelalterliche Kellerräume in den Neubau mit einbezogen.


    Diese Bauvorhaben waren zwar teuer, sind allerdings aus meiner Sicht gelungen.


    Über die Qualität der Neubauten, kann man sicherlich - wie immer - streiten. Die Ausführung ist aber unbestritten hochwertig. Es befinden sich in den Bauten auch nicht nur die Wohnung des Bischofs, sondern auch Büro- und Empfangsräume. Zu einem Bischofshaus gehört auch eine Kapelle. Den Hinweis, der Bischof könne auch im Dom beten, halte ich für nicht nachvollziehbar. Eine Kapelle im Bereich des Bischofshauses wird zu anderen gottesdienstlichen Veranstaltungen genutzt als der Dom (der darüber hinaus auch tagsüber von einer Vielzahl von Touristen besucht wird). Ob der Bau eines Gebäudes sinnvoll ist, hängt meiner Meinung nach allein davon ab, ob ein Bedarf für eine Nutzung vorliegt, das ist bei der Kapelle hier der Fall. Die Frage, wieviel Geld man dafür auszugeben bereit ist und wer darüber entscheidet, ist eine andere.


    Zu den von Zeno aufgeworfenen Fragen:


    Domplatz 6 und 7 gehören zum Haus der Bischöfe. Es handelt sich um die beiden auf dem von Palantir gezeigten Photo abgebildeten Gebäude. Das Gebäude Domstraße 12 beherbergt das Diözensanmuseum und ist vom Bistum Limburg im Jahr 2011 renoviert worden.