Posts by Andreas

    Bis in die 80er ist überwiegend vernünftig gebaut worden, und danach das große Elend, wo nichts mehr zusammenpasst.


    Das würde ich so pauschal nicht sagen und ist sicher von Ort zu Ort unterschiedlich.


    Gerade in den 60iger und 70iger Jahren ist auch, selbst in kleinen Dörfern nicht mehr regionaltypisch gebaut worden. Es finden sich in vielen Dörfern die typischen betonsichtigen Bauten der 70iger Jahre. Die Häuser sind überdies oftmals viel zu groß geraten. Dies ist daruf zurückzuführen, dass alteingesessene Familien in den Dörfern ihre ererbten Äcker und Obstbaumgrundstücke und jedes bis dahin minderwertige Land als Bauland verkaufen konnten und das hierfür erhaltene Geld für das eigene oder das Haus der Kinder ausgeben konnten. Da die Energiepreise niedrig waren, spielten Heizkosten keine Rolle, so das vor allen Dingen "groß" gebaut wurde. Dies rächt sich vielfach Heute. Nicht nur dass die Häuser, gerade in ehemals dörflichen Siedlungen, vollkommen unpropotioniert sind, sind diese wegen der hohen Heizkosten heute auch kaum mehr verkäuflich.


    Das Geschilderte mag nicht in allen Dörfern zur gleichen Zeit eingesetzt haben, aber in vielen Orten, zumal solchen die in der Nähe von Städten liegen, bereits weit vor den 80iger Jahren.


    Richtig ist allerdings, dass seit den 90iger Jahren noch hinzukommt, dass man meint in jedem Neubaugebiet auch noch skandinavische Holzbauten oder (idealisierte) toskanische Bauernhäuser, geschweige denn mit Säulen und Erkern überfrachtete "Villen" errichten zu müssen. Des Übels Wurzel liegt aber früher.

    Europas Kultur lebt von ihrer Pluralität



    Dies könnte aber auch in einem Gebäude symbolisiert werden, das zum Ausdruck bringt was gemeinsam und wo kulturelle Vielfalt ist. (Wobei Teil der Gemeinsamkeit sicher die kulturelle Vielfalt ist oder zumindest sein sollte)

    Und wer sagt das? Ich würde eher meinen, es kann nur besser werden.

    Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit, dass der neue Bau besser wird höher, als dass er nicht besser wird. Der abgrissene Bau ist meiner Meinung nach in den 50iger oder gar 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Er hat seinen Zweck als Wohnbau sicher erfüllt, aber aus meiner Sicht keinen künstlerischen oder stadtbildprägenden Wert.

    Ist der Spruch "Willkommen zu Hause" ironisch gemeint oder als Drohung zu verstehen?


    Erinnert irgendwie an Bauten in billigen sience fiction C-Film Produktionen der 60 Jahre.

    Ein vernünftiger Kompromiss könnte sein, dass man vorerst nur den Turm wieder aufbaut. Ob und in welcher Form man das Kirchenschiff wiederaufbaut (Rekonstruktion des alten Kirchenschiffs oder vielleicht eine Moderne Interpretation der alten Architektur, wie etwa bei der Paulinerkirche in Leipzig


    Ein Kompromiss macht aber grundsätzlich nur dann Sinn, wenn dieser von allen Gruppen akzeptiert werden kann


    Es ist hier allerdings sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, einen solchen Kompromiss zu finden. So ist es sicher, sowohl für die Befürworter einer möglichst originalgetreuene Rekontruktion, als auch für diejenigen die überhaupt keine Garnisionskirche wollen, keine Lösung, wenn ein moderner Bau errichtet wird.


    Der Streit zwischen den Befürwortern einer orignalgetreuen Rekonstruktion und denen eines modernen Baues, legt man sicherlich auch nicht damit bei, das man eine moderne Interpretation alter Architektur wählt. Dies gilt insbesondere auch deswegen, weil es den Befürworteren der Rekonstruktion nicht in erster um Schaffung eines dringend benötigten Kirchenraumes, sondern um eine Wiederherstellung des barocken Stadbildes geht.


    Zu beachten ist auch, das die Baugenehmigung für den Turm - und zwar den zu rekonsturierenden historischen- vorliegt. Es kann daher auch nur dieser gebaut werden. Ansonsten müßte einen neue Genehmigung beantragt werden, was das ganze Projekt von neuem beginnen lassen müßte, mit zeitlich nicht zu überblickenden Folgen. Die geplante Fertigstellung im Jahre 2017 wäre dann kaum zu halten.


    Ein Turm jedoch ohne Schiff ist keine Kirche und daher aus meiner Sicht kein erstrebenswertes Ziel. Ein modernes Kirchenschiff an dem rekonstruierten Turm halte ich für ästhetisch fragwürdig und würde auch von allen oben genannten Gruppen als ein schlechtes Ergebnis angesehen werden. Einen Kompromiss der zu einem Ergebnis führt, das alle für schlecht halten, braucht keiner.

    Der Bahnhof besteht in Teilen aus Bauten von 1853/54, die Bahnhofshalle ist in der Tat allerdings "erst" 1904-10 errichtet worden. Postamt und Bahnhof sind nach meiner Meinung auch wegen der Verwendung von rotem Sandstein für die Fassaden beider Bauten aufeinander bezogen und als ein Ensemble zu sehen.

    Das wäre sehr bitter, weil Gießen nur noch über wenig historische Bausubstanz verfügt. Es bleibt zu hoffen, dass es bald eine gute Lösung mit Nutzung geben wird. Eine Kernsanierung mit Eigentumswohnungen wäre doch sicher ein realistisches Geschäft.


    Das sehe ich auch so.


    In den Gründerzeitvierteln gibt es zwar auch in Giessen noch teilweise geschlossene und hochwertíge Altbausubstanz (z.B. historisiche Universitätsgebäude). Das Postgebäude ist aber deswegen besonders wichtig, weil es zum einen an seinem Standort das Stadtbild prägt und zusammen mit dem erst kürzlich sanierten auch historistischen Bahnhof ein Ensemble bildet.


    Der Umbau zu Wohnungen dürfte in der Tat ein realistisches Geschäft sein, zumal in einer Universitätsstadt, wo der Bedarf an Wohnungen immer besteht. Das war es aber auch schon vor Jahren und trotzdem tut sich seit Jahren nichts. Dies lässt doch leider nur den Schluss zu, dass der Eigentümer den Umbau nicht will und wartet, bis überraschend festgestellt werden muß, dass eine Sanierung Geld kostet und zwar viel mehr, als wenn der Verfall des Gebäudes rechtzeitig gestoppt worden wäre.

    Das Projekt wurde 2005 durch einen Antrag der Kommunalfraktion der "Freien Wähler BFF" initiiert, hinzu kam massives bürgerschaftliches Engagement. CDU-Dezernent Edwin Schwarz stand erst ablehnend zu den Plänen, die "Grünen" waren auch keinesfalls angetan. Sie haben sich aber durch die Stimmung in der Bevölkerung auf das Projekt eingelassen. Cunitz nehme ich sogar ab, dass es ihm wirklich gefällt. Dass das Projekt von einer schwarz/grünen-Koalitin ermöglicht wurde stimmt. Ihr Baby ist es deshalb aber noch nicht.

    Genau das stützt meine These, dass es darauf ankommt ob die Personen die vor Ort handeln können und handeln ein Interesse an historischer Bebauung haben und nicht darauf welches Parteibuch sie haben oder ob sie Jurastudenten oder Lehrer sind.

    Manchmal muss man polemisieren um etwas auf den Punkt zu bringen.


    Da stimme ich Dir zu und tue es ja auch gelegentlich.


    Allerdings muß man schon überlegen, ob man es mit der Polemik tatsächlich auf den Punkt gebracht hat. Das sehe ich dann in der hinter der Poelemik stehenden Aussage, bestimmte Parteien, deren Anhänger oder gar Berufsgruppen seien grundsätlich für oder gegen Rekonstruktionen, allerdings nicht. Für die Befürwortung des Erhaltes historischer Bausubstanz gilt das schon gar nicht.


    So hat die CSU, wie Herr Lampe (ironisch in Bezug auf die Garnisionskirche in Potsdam?) in seinem Beitrag anklingen lässt, sicherlich viel für den Wiederaufbau (auch von kriegsbedingt beschädigter Bausubsanz) getan. Dies allein deshalb, weil sie seit Jahrzehnten in Bayern Regierungsverantwortung hat. Aus dem selben Grund hat die CSU, bzw. deren Mandatsträger aber auch den Abriss einer Vielzahl von historischen Gebäuden und die in vielen Bereichen negative Umgestaltung der Innenstädte mitzuverantworten. Das Bayern, trotz des Einflusses der CSU kein Musterland für den Erhalt historischer Baubsubstanz ist, zeigen die in diiesem Farum immer wieder geschilderten Beispiele wie Landshut oder Memmingen. Wenn es hier immer wieder zu Abrissen von Baudenkmälern kommt, dann nicht weil effektiver Denkmalschutz nicht möglich ist, sondern weil man ihn politisch nicht will. Gleiches gilt entsprechend, in dem jahrzehntelang von der CDU regierten Baden-Württemberg.


    Die von vielen (wenn nicht allen) Forumsteilnehmern kritisierten, selbst ansonsten noch intakte Innenstädte verschandelnde, Betonbauten von Banken und Kaufhäusern haben wir auch nicht etwa der "linken Stadtguerilla" sondern Konzernen und Banken, sowie deren kommunalen Aufsichtgremien (in denen doch sehr oft Kommnalpolitiker von CDU/CSU und SPD sitzen) zu verdanken.


    Andererseits ist der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt erst mit einer schwarz/grünene Koalition im Römer möglich geworden.


    Konservativ bedeutet auch nicht unbedingt "pro reko", nicht einmal im Zweifel. Die Anhänger der Partei die Linken sind aus meiner Sicht oftmals sehr konvervativ, weil sie die ihnen seit Jugendjahren vertrauten Ideen und Stadtbilder (hier: eben ohne Garnisionskirche) unbedingt erhalten haben wollen und etwas für sie Neues ablehnen. Konservativ ist auch die Scheu auf Eigentümer von Baudenkmälern auch einmal mit Zwang einzuwirken, damit ein Baudenkmal gerettet wird. Hier wird allein wirtschaftlichen Interessen von Investoren viel zu schnell nachgegeben, was betimmt nicht gerade "links" ist.


    Damit soll natürlich nicht gesagt sein, dass eine "linke" Politik grudnsätzlich zu gelungenen Stadtbilder führt. Das dem nicht so ist sieht man in den in jeder Stadt mehr oder weniger existierenden Wohnblock-Siedlungen der letzen 70 Jahre.


    Sicherlich ist Architektur udn Stadtplanung auch ein Politikum. Doch führen konservativ/progressiv oder links/rechts nicht automatisch zur gelungenen Stadtplanung oder gar zur Rekonstruktion von bedeutenden Bauwerken. Deswegen bringen es die von mir kritisierten Beiträge eben nicht "auf den Punkt".


    Im Übringen lassen sich die Personen, die wirklich über den Wiederaufbau der Garnisionskirche entscheiden - und das sind weder der AStA der Uni von Bedenkenstadt, der Reichskegelverein von Braunhausen, der Gesangverein Preussens Gloria, noch (leider) dieses Forum- sicher nicht mit den von mir in den vorherigen Beiträgen kritisierten Argumenten überzeugen. Und sachliche Argumente für den Aufbau der Garnisionkirche gibt es doch genug.


    Daran das diese nicht in der Vordergrund gestellt werden, krankt nach meiner Aufassung die ganze Diskussion um die Garnisionskirche. Wenn die Betrachtung als Politikum dazu führt, dass nur über eine historische Symbolik (wobei hierbei unklar ist welche und ob man diese gut findet) gesprochen wird und derjenige der zu dem Wiederaufbau eine andere Meinung hat beschimpft wird, kann dies dazu führen das der Wiederaufbau eben nicht oder zumindest verzögert erfolgt.


    Und das würde mir nicht gefallen.

    welcher Jurist oder BWL-er verschwendet denn schon seine Zeit für den Asta, um sich als Frauen- oder Gender-Beauftragter wichtig zu tun??


    Aber interessiert er sich denn dann für die Gestaltung des Stadbildes oder dafür, ob die Garnisionskirche aufgebaut werden soll oder nicht und engagiert sich dafür? Wenn das so wäre, würde dass auch nicht weiter helfen. Wer würde dann überhaupt die Rekonstruktion wollen, wenn die Einen dagegen sind und die Anderen sich für solche Fragen (weil sie Anderes zur tun haben???) nicht interessieren? Die "Nichtakademiker"? Die Rentner?


    Also ich bin der Meinung der Wirklichkeit ist differenzierter. Behauptungen wie: nur arbeitsscheue Dauerstudenten sind dagegen und nur Ewiggestrige und Nazis sind dafür, sind zwar schnell dahingesagt und vereinfachen das Weltbild. Das sind aber keine Argumente. Und daran krankt die Diskussion um den Wiederaufbau der Garnisionskirche in Potsdam und -anders als ich einem vorigen Beitarg gemeint habe- wohl auch teilweise hier im Forum.

    Dagegen: Soziologen, Pädagogen, Teile von Theologen und Historikern (Denkschiene Bielefelder Schule), sowie kiffenden Asta-Lümmeln und anderen selbsternannten Moralaposteln, die ständig zu Themen wie Gendermainstreaming, Rassismus oder Unisex-Toiletten das Maul aufreißen und locker mal auf 23 Semester kommen.
    Nicht dagegen oder dafür: Juristen, Wirtschaftswissenschaftler / BWL-er, Historiker, Ingenieure sowie alle die etwas handfestes studieren. Sie studieren wirklich, lernen und machen ihre Prüfungen statt ihre Zeit mit primitiver Propaganda gegen die Garnisonkirche zu verschwenden.


    Ist diese Aussage empirisch belegt?


    In diesem Forum wird immer sehr sachlich und mit großer Kenntnis diskutiert, wenn es um Fragen der Stadtgestaltung und der Architektur geht. Leider ist dies nicht immer so, wenn politische Themen gestreift werden. Schade.....

    Am Freitag bin ich an der Baustelle im Bereich Altstadt vorbeigekommnen. Es ist dort mit dem Bau von Fachwerkwänden begonnen worden. Leider konnte ich von Weitem weder erkennen um welches Gebäude es sich genau handelt, noch hatte ich eine Kamera dabei um Aufnahmen zu machen. Vieleicht kann ein Forumsmitglied aus Frankfurt Bilder machen. Auf den Bilder der Webcams kann ich die Wand nicht erkennen.

    Bezog sich auf die von schwarz-grün auf Schiene gebrachte Altstadtreko...

    Getoppt nur noch von den Grünen... die ideologischen Gegner von Rekos rekrutieren sich zumeist aus dem links-grünen Lager,


    Na was den nun? Das widerspricht sich dann doch.


    Ich denke man macht es sich zu einfach zu sagen, diese Partei ist generell für und jene ist generell gegen Rekonstruktioen. Da sollte man doch genauer und insbesondere jeweils vor Ort hinschauen. Mir scheint da die schnelle Behauptung, eine bestimmte Partei sei gegen Rekonstruktionen, eher von der eigenen Nähe oder Ferne zu den Inhalten der Partei im allgemeinen geprägt, als von der Position der Partei zu einer konkreteten Rekonstruktion.Sachlich ist das nicht.


    Aber anders gefragt: Welche Partei steht denn bundesweit und jeweils vor Ort allen geplanten Rekontruktionen positiv gegenüber und setzt sich bundesweit und jeweils vor Ort für die Erhaltung historischer Bausubstanz und die Gestaltung der Städte im Sinn der in diesem Forum mehrheitlich gewünschten Art ein?

    haufenweise entstellte Altbauten und für Substanzfetischisten doch eine ganze Menge zu sehen


    Das man sich an Gebäuden mit alter Substanz erfreut auch wenn diese teilweise entstellt oder ungepflegt sind sollte nicht so negativ dargestellt werden.


    Solange Altbausubstanz da ist besteht immernoch die Hoffnung, dass die Häuser saniert werden und erhalten bleiben. Schon oft ist aus sogenannten Schandflecken ein Schmuckstück geworden. Von Subtanzfetischismus zu sprechen spielt denen in die Hände die nur in der Beseitigung von den als Schandfleck bezeichneten Häusern eine Option sehen. Unabhängig davon, dass historische Bauten aus meiner Sicht als solche einen Wert haben, kommt nach dem Abruch und Neubau meistens nicht Besseres heraus, wie man an vielen Beispielen auch in Giengen sehen kann.

    Natürlich werde ich oder ein anderes Forumsmitglied den Bericht hier einstellen, um auch die, die nicht täglich die beiden großen Tageszeitungen lesen auf dem Laufenden bleiben


    Mein Beitrag sollte auch nicht so verstanden werden, dass über den Wiederaufbau der Garnisionskirche in diesem Forum nicht berichtet werden soll. Nur ist eben die Diskussion - die nicht hier im Forum, sondern vor Ort und in der Presse stattfindet- ermüdent.


    Schön wäre es, wenn über den Beginn der Bauarbeiten berichtet werden könnte. In dieser Hoffnung schaue ich dann doch immer wieder in den Garnisionskirchen-Strang.


    Also, ich werde diesen Garnisonkirchen-Thread wohl nicht mehr besuchen.


    Das geht mir genauso. Es gibt keine langweiligere Diskussion in diesem Forum. Alle Argumente sind seit Jahren ausgetauscht. Die Befürworter des Wiederaufbaues werden weiter dafür sein, die Gegner dagegen.


    Es bleibt hier nur abzuwarten ob und wann der Bauherr mit dem Bau beginnt.

    "Die denkmalgeschützte Fassade ist nach einer gründlichen Sanierung wieder komplettiert, die schwarzen und roten (neuen) Platten über neuer Dämmung erneut angebracht"


    Oh, oh, da sehe ich schon den Denkmalschutz gefährdet, weil die Fassade nicht mehr aus den Originalplatten besteht. Bei der nächsten Sanierung oder einem Eigentümerwechsel könnte ein Investor auf den Gedanken kommen das Gebäude abzureissen. Wie die Denkmalschutzbehörden dann reagieren werden? Egal!


    Naja bis dahin wird noch manches Herz (vor Freude oder was auch immer) über das geschlossene Straßenbild unter dem heiligen Kreuz zerspringen.