Posts by Andreas

    Heimdall: Selbstverständlich muss für jedes einzelne Artefakt geprüft werden, ob es geraubt ist. Das ist aber eigentlich auch bei den Befürworten von Restriktionen einhellige Meinung und wird ja auch gemacht. Es geht aber um die erzwungen abgegeben oder einfach mitgenommen Kunstgegenstände.


    Wenn der Kunstraub in der HLKO 1899 geächtet wurde, war er Jahrzehnte vorher eigentlich schon verpönt. Der Kodifizierung von Völkerrecht ging meist schon lange entsprechende Praxis voraus. Es wurde das in Vetrgsaform gegossen, was eben schon alle anerkannten.

    Heimdall: Auch dein Vergleich hinkt: Es ist doch völlig unsinnig den Absolutismus an einem Demokratischen Staat des 20 Jahrhunderts und dessen Menschtechtsverständnis zu messen.


    Andere Kontinete zu unterwerfen und Kult- und Kunstgegenstände zu rauben, war aber auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schon nicht mehr "zeitgemäss".


    Darüber hinaus, hat der Kolonialismus heute noch Folgen in den betreffenden Ländern, nicht zu letzt einen Verlust der überwiegenden Zahl der bedeutendsten Kunstgegenstände. Demgegenüber haben wir unsere Gesellschaft aus der Zeit des Absolutismus in unsere jetzige Transformiert, und zwar selber.

    Maecenas:


    "Selbsthass" und "Schuldkult" kann ich in dem, wie die Ausstellung nach den Beschreibungen der Foristen gestaltet ist nicht erkennen. Ich denke auch nicht dass Hass auf sich oder die Deutschen der Grund für eine Gestaltung der Ausstellung ist. Ich unterstellen da mal eher eine gute Absicht.


    Ob man mehr oder weniger über den Kolonialismus belehren sollte, ist natürlich auch Geschmacksfrage. In vielen Ausstellungen in der ich bisher war, waren Schrifttafeln mit langen Texten, die auch Themenbereiche berührten die mich nicht so interessiert haben und die ich dann auch nicht gelesen habe (ansonsten muss man ja auch in manchen Museen Tage verbringen im alles sehen zu können).


    Natürlich darf und soll man sich an den ausgestellten Artefakten auch erfreuen. Über die Kulturen aus denen diese kommen lernt man ja auch etwas umd das ist der erste Zweck dieser Sammlungen. Ich entnehme aus deinen Beiträgen in der Vergangenheit, dass du das ebenso siehst und die Sammlungen, wie auch ich, mit Freude besichtigst.


    Zum Schloss. Dass es Menschen gibt, die die Schlossfassaden lieber nicht gehabt hätten, ist nun mal so. Wir gehören hier im Forum alle nicht dazu. Dass es Menschen gibt, die die Fassaden wieder weg haben wollen müssen wir auch hinnehmen. Das sind aber doch verschwindend geringe Gruppen. Her von Boddien hat damit recht, dass diesen dementsprechend auch weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Auch von uns hier.


    Der Vergleich mit dem Alten Museum hinkt. Zum einen wird meiner Erinnerung auch dort, auch im neuen Museum, auf negative Erscheinungen in der Antike hingewiesen. Im Humboldtforum kommt aber aus meiner Sicht dazu, dass Kolonialismus im Zusammenhang mit der Erwerbungsgeschichte der Sammlung steht. Dies in die Ausstellung einzuarbeiten ist aus meiner Sicht schon wichtig.

    Wir in Deutschland interessieren uns weniger für so etwas und beschäftigen uns lieber in verstiegener Erwachsenenmanier mit unseren Schuldideen.

    Wir in Deutschland, dh. alle Deutschen die ich kenne und die sich für Kultur interessieren, beschäftigen sich in erster Linie mit der den Kunstwerken als solche und haben Respekt vor denjenigen die diese geschaffen haben und der kulturellen Identität die dahinter steht. Das dabei auch die unschönen Seiten der Geschichte nicht ausgeblendet werden versteht sich doch von selbst, schmälert aber die Freude am Kunstwerk nicht. Das irgendjemand "Schuldkult" betreibt, habe ich persönlich noch nie erlebt und es wird auch meines Wissens von "Schuld" in erster Linie von denen gesprochen, die meinen man betreibe einen "Schuldkult".


    Ich finde es mittlerweile ziemlich nervig bis unverschämt, dass man denjenigen die einen differenzierten Blick auf die Geschichte der Menschheit haben, vorwirft sie betrieben irgendeinen Kult.

    Wird Vergewaltigung eines erwachsenen, mündigen Menschen auch verfolgt, wenn dieser sich ausdrücklich dagegen ausspricht?

    Ermittlungen müssen geführt werden. Ob das Opfer einer Straftat dem widerspricht ist unerheblich( bei absoluten Antragsdelikten bedarf es wie oben geschrieben eines ausdrücklichen Antrages).


    Ob ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung im Falle des Widerspruchs des Opfers zu einer Anklage oder gar einer Verurteilung führen wird, ist allerdings fraglich. Das wird dann davon abhängen, ob es neben der Aussage des,Opfers weitere Beweismittel gibt. Erstattet das Opfer schon keine Anzeige und hat auch sonst niemand von der Tat Kenntnis, kommt es selbstverständlich auch nicht zu Ermittlungen, da ja Polizei und Staatsanwaltschaft überhaupt nichts von der Tat erfahren haben.


    So weit zu dem Offtopic Thema.


    Im vorliegenden Fall spielt das jedoch alles keine Rolle, da die Staatsanwaltschaft ja Kenntnis hat.

    Die bisherigen Ausführungen zu Rechtslage hier sind etwas ungenau bzw. auch teilweise nicht richtig.


    Vorliegend ist das Beschädigen des Kreuzes und das der Vitrine eine Sachbeschädigung.


    Zumindest bei der Beschädigung des Kreuzes dürfte darüber hinaus auch eine Gemeinschädliche Sachbeschädigung vorliegen. Das wäre auch eie spezieller Norm.


    Das Heraustragen von Gegenständen dürfte kein Sachbeschädigung sein.


    Sachbeschädigung ist ein relatives Antragsdelikt. Es ist zu verfolgen wenn ein (formeller) Strafantrag (eine Strafanzeige ist etwas anderes) oder öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt. Dies dürfte hier der Fall sein.


    Gemeinschädliche Sachbeschädigung ist kein Antragsdelikt.


    Diebstahl oder gar Vergewaltigung sind selbstverständlich keine Antrags- sondern Offizialdelikte.


    Absolute Antragsdelikte sind solche die nur auf Antrag vergolgt werden dürfen. Das sind im wesentlichen Bagatelldelikte aus dem innerfamilieren Bereich.


    Mit einer Ausweisung oder einer Abschiebung des Täters ist wahrscheinlich nicht zu rechnen. Das ist auch richtig so. Rechtsfrage einer Straftat ist nämlich die Geld - oder Freiheitsstrafe. Nur bei erheblichen Strafen kommt dies in Betracht. Ist der Täter hier anerkannter Flüchtling, dürften die Voraussetzungen für eine Aufhebung dieses Status kaum vorliegen.


    Das ist meine Einschätzung der Rechtslage anhand der mir vorliegenden Informationen.

    Wenn Außenstehende diesen Strang lesen, passiert dasselbe. Und zwar völlig zu Recht. Grauenhaft, hier mitzulesen.

    Auch witzig, dass viele die Aussagen der Familie in Zweifel ziehen und es natürlich wieder besser wissen, als die eigenen Angehörigen. Überragend.

    Danke Grimminger. Manche "Beiträge" haben hier zwischenzeitlich ein "Niveau" erreicht, das ich gleich wieder in einen anderen Strang gehe und mir noch nicht mal mehr die Mühe mache etwas dazu zu schreiben.

    Wenn die Eltern des Enkel noch leben, sind es 400.000, bei toten Eltern 200.000. (

    Nein, genau anders herum (macht auch Sinn , weil die Eltern des Enkels ja auch Freibeträge nach deren Eltern ,die die Großeltern des Enkels sind haben.



    In der Tat sind die Freibeträge im Rhein-Main-Gebiet schnell erreicht. Aber es geht bei Deinem Beispiel ja um das alte, ewig nicht sanierte, denkmalgeschützte Einfamilienhaus.


    Den Standpunkt Erbschaftssteuer sollte bei nahen Verwandten gar nicht anfallen, halte ich auch für richtig.


    Deiner Argumentation, dass bei denkmalgeschützten Immobilien der denkmalbedingte Mehraufwand vom Steuerzahler, sei es durch Subventionen oder Steuererleichterungen, getragen oder zumindest mitfinanziert werden soll, stimme ich auch vollumfänglich zu. Es besteht ein öffentliches Interesse am Erhalt der Baudenkmäler. Dies gilt auch dann, wenn die denkmalgerecht sanierten Innenräume der "Steuerzahler" nie oder selten zu Gesicht bekommt. Das der Eigentümer dann in den Genuss der Nutzung kommt, ist aus meiner Sicht in Ordnung. erstens hat er sich für die Sanierung entschieden und auch den damit verbundenen Ärger, was zu belohnen ist und darüber hinaus ist auch nur ein genutztes Baudenkmal mittelfristig zu erhalten.

    Die Erbschaftsteuer dürfet bei dem erwähnten Beispiel des alten von der Oma an den Enkel vererbten Hauses mit einem Sanierungsstau von Jahrzehnten kein Problem sein.


    Die Freibeträge sind hier 400.000 Euro bzw. 200.000 Euro, wenn die Eltern des Enkel noch leben. Die Steuersätze sind hier von 7% beginnend. Das alte unsanierte Fachwerkhaus dürfte kaum einen Verkehrswert von 200.000 Euro haben.


    Anders mag das sein, wenn ein Gründerzeitmiethaus in Frankfurt Nordend vererbt wird. Bei einem von Oma an Enkel vererbten Haus mit einem Wert von 1,5 Millionen Euro fällt Erbschaftsteuer in Höhe von 151.950 Euro.

    oder das bischöfliche Palais in Mainz wiederaufzubauen.

    Das wäre natürlich ein sehr lohnenswertes Objekt. Bei meinem letzten Besuch in Mainz ist mir erstmals richtig bewusst geworden, dass die durchaus wiederaufbaufähige Ruine erst in den 60iger Jahren zu Gunsten eines Parkhauses abgerissen wurde. Die Umgebung ist baulich ja noch einigermaßen intakt, mit historischen und angepassten Neubauten. Die Portale des Palais stehen auch noch in der Altstadt verteilt. Das schreit ja geradezu nach einer Rekonstruktion.

    in weiten Teilen der veröffentlichten Medien-Meinung.

    ..... die aber aus meiner Sicht auch nicht den überwiegenden Teil der veröffentlichten Meinung ausmacht. Es gibt selbstverständlich neben den vielfach zur Rekonstruktion der Schlossfassade positiven Kommentaren auch kritische. Auch diese fordern aber ja in der Mehrzahl nicht die Beseitigung der Fassaden. Diejenigen die wirklich von einem Abriss der Schlossfassaden sprechen oder diese gar fordern, sind nicht nur in der Minderheit, sondern tatsächlich nur unbedeutende Randgruppen, die wird nicht dadurch bedeutender machen sollten, indem wir auf sie ständig reagieren.


    Das Humboldtforum mit den Fassaden des Stadtschlosses ist nun mal da und damit sollte sich jeder freuen und muss sich jeder der das nicht kann abfinden.

    Wir können alle froh sein, wenn im aktuellen politischen Umfeld das Schloss nicht wieder abgerissen wird

    Dafür kann ich aber in keinem für irgendwie Entscheidung relevantes Gremium den Hauch einer Mehrheit erkennen. Irgendwelche Gruppen von 15 Demonstranten oder Feuilletonisten haben (zu Recht) keinen Einfluss und schon gar keine Entscheidungskompetenz.

    So ärgerlich es im Einzelfall ist, aber gegen die Erteilung einer Abrissgenehmigung kann eine Landesregierung, gleich welcher Zusammensetzung kaum was machen.


    Dass der Senat in Hamburg oder die Stadtregierung in Wien eine Politik betreibt, die den Abriss von Altbauten fördert, kann ich nicht erkennen, aber auch von außen nicht bis ins Letzte beurteilen.


    (Aber ich denke Exilwiener ging es auch nur darum zum wiederholten Male einfach mal zu behaupten Rot-Grün = Abriss von Altbauten)

    Wenn in dem hier in Rede stehenden Sachverhalten von Deutschen Schutzgebieten gesprochen wird, handelt es sich aber um das, was in der Regel als Kolonien bezeichnet wird.


    Der Begriff "Schutzgebiet" mag hier etwas missverständlich sein.