Posts by Kurprinz

    Da es sich beim Berliner Dom historisch sogar um eine reformierte Hofkirche handelt, ist das Skulpturenprogramm nur aus der Freude des Kaiserreichs am Neubarock heraus zu verstehen. Ein nachbiblischer, katholischer Heiligenhimmel, wie bei der Dresdner Hofkirche, ist dennoch hier undenkbar: also nur biblische Heilige wie die Apostel, Personifikationen oder maximal, aus dem nationalen Geist der Zeit heraus, der Heilige Bonifatius als Apostel der Deutschen. Auch der viel zitierte Vergleich mit St. Peter in Rom wird eine Rolle gespielt haben - dort sind an der Platzfassade auf der Attika auch Christus und die Apostel aufgestellt. Sonstiges "katholisches Personal" tritt selbst hier in den Hintergrund.

    Das Quartier besteht nun mal aus mehreren Einzelgrundstücken, für die mehrere Eigentümer unabhängig voneinander verantwortlich sind - was ja auch ganz in unserem Sinne sein dürfte.

    Das ist ein ganz wichtiger Hinweis! Wir wünschen uns doch bei solchen Projekten immer verschiedene Bauherren, die auf einzelnen Parzellen bauen und nicht einen großen Block, dem man dann vermeintliche Einzelfassaden vorhängt.

    Wenn sie halt wenigsten den Turm erhalten hätten.

    Entscheiden die jeweiligen Referenten das eigentlich selbst und haben viel Freiraum oder müssen sie sich klar an Vorschriften halten die auch genau von anderen Leuten kontrolliert werden? Oder erfolgt die Untersuchung, ob ein Gebäude es Wert ist denkmalgeschützt zu werden, nicht durch die Referenten?

    Meistens entscheidet das die Politik in Hinterzimmern....Glaubt mir, ihr überschätzt völlig die Macht des Denkmalschutzes...

    Der Kopf scheint weniger gelungen

    Interessant, bei der zweiten Aufnahme (nach 1930 - man erkennt Behrens' Alexanderhaus und das Berolinahaus sowie die Oper nach dem Umbau) taucht schon die historisch "falsche" Bezeichnung "Stadtschloss" auf. In den Schriftquellen, Bauakten, offiziellen Dokumenten ist, historisch korrekt, die Rede vom Berliner Schloss. Verbreitet hat sich die unhistorische Bezeichnung dann so richtig mit der Rekonstruktion der Fassaden.

    Bei diesem Strebepfeiler geht es vordergründig weniger um die substantielle Erneuerung, sondern um die Frage der Fassung. Meines Wissens hat man hier ´mal den Veruch einer Überfassung gemacht. Unzählige Male wurde hier im Forum ja schon das Verschwärzen von Sandstein diskutiert. Hier hab es mal den Versuch eines Schutzanstrichs, der aber aus vielerlei Gründen gescheitert und nicht weiterverfolgt wurde.

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    Die Sanierung ist natürlich erfreulich, doch frage ich mich, was sollen diese Balkone? An einer offenbar recht wichtigen Straße nutzt doch niemand ernsthaft einen Balkon. Das ist leider ein oft durch Banken und Immobilienvertreter verbreitetes "MUST-HAVE". Sonst würden sich Wohnungen nicht vermieten lassen, so heißt es dann. Das ist, gerade bei Baudenkmälern, oft unnötig investiertes Geld und eine Beeinträchtigung des Baudenkmals.

    Und so könnte man heute beim Besuch der Münchner Residenz denken, dass sie glimpflich davon kam, was ja wirklich nicht der Fall war. Wirklich immer wieder eine beachtliche Leistung.

    Die Hülle der Residenz war völlig zerstört. Starker als beispielsweise das Berliner Schloss, wo allerdings viel Ausstattung verbrannte.

    Eigentlich war der damaligen Regierung ab 1943 irgendwann klar, dass Deutschland verwüstet wird. Man hätte so viel retten können. Auch die Dresdner Frauenkirche.

    Ab 1945 war dann jedem klar, der in einer noch verschonten Stadt lebte, dass es bald schwere Luftangriffe geben würde. Hätte man z.B. die Fenster der Dresdner Frauenkirche vermauert, wäre das Innere nicht in Brand geraten und sie wäre nicht eingestürzt. Hätte man das besonders bedeutende Berliner Schloss in Brandabschnitte aufgeteilt und einige der Innenwände zu Brandmauern gemacht, was sehr schnell gegangen wäre in dem man die wertvollen Holztüren irgendwo deponiert hätte und die Türen zum Teil zugemauert oder durch Eisentüren ersetzt hätte, dann wäre das Berliner Schloß nie ausgebrannt und selbst Ulbricht hätte es dann nicht gesprengt, wenn ca. 50 % der historischen Innenräume erhalten geblieben wären.

    Die Regierung wollte alles richtig machen: Wenn schon untergehen, dann richtig, mit jedem Mann und jedem Haus.

    Das ist regional auch sehr unterschiedlich. In der Münchner Residenz wurden fast alle Möbel und sogar Vertäfelungen ausgebaut. Im Dresdener oder Potsdamer Stadt-schloss blieb erschreckend viel drin und verbrannte.

    Eine Frage: Warum wurden die Chorfenster des Domes nicht ausgelagert? Aachen liegt ja ganz im Westen, und es war ja klar, dass man die Stadt bombardieren würde. Die neuen Fenster sind ganz in Ordnung, aber...

    Die Fenster waren neugotisch und man hielt sie nicht für unbedingt schützenswert. Selbst im Kölner Dom hat man viele Scheiben des 19. Jh. drin gelassen, die bis heute mühsam rekonstruiert werden.

    In Aachen gab´s die Besonderheit, dass man Fassaden zerstörter Häuser eingelagert hat und sie beim Wiederaufbau an anderer Stelle wiederverwendet hat. Das ging besonders gut, da die Aachener Barockarchitektur aus Backstein mit Hausteinelementen (Blaustein) besteht.

    Sie haben Recht, dass die Brücke auch vor dem Krieg aus drei "Scheiben" bestand, doch bis 1985 ist die nördlichste Scheibe neuerrichtet - Die Brücke ist nun im Ganzen breiter. Auch würden heutige Züge/Scheinstränge nicht durch die drei Portale passen.


    Ich empfehle folgenden Stadtspuren-Band:


    Bildergebnis für hohenzollernbrücke stadtkonservator buch



    und den Wikipedia Artikel:


    "Am 8. März 1985 begannen die Arbeiten zur Errichtung einer zusätzlichen Brücke, um den Hauptbahnhof Köln in das S-Bahn-Taktsystem zu integrieren. Das von einer Arbeitsgemeinschaft acht deutscher Unternehmen errichtete Bauwerk nimmt heute neben zwei Gleisen einen 3,5 m breiten Fuß- und Radweg auf.[Die Bauarbeiten wurden 1989 abgeschlossen. An der Nordseite wurden dabei drei Brückenteile für zwei weitere Eisenbahngleise angefügt und die Brückenpfeiler stilgerecht verbreitert. Dabei kopierte man die alte Konstruktion, um das Ensemble als Baudenkmal nicht zu beeinträchtigen (wobei bei sehr genauer Betrachtung erkennbar ist, dass der ergänzte nördliche Brückenzug geschweißt und nicht genietet wurde). Seitdem hat die Hohenzollernbrücke wieder annähernd ihre ursprüngliche Größe; für den nicht wiederaufgebauten südlichen Straßenbrückenteil kam der nördliche dritte Eisenbahnbrückenteil hinzu. Der in Fortsetzung der Dom-Mittelachse liegende Brückenzug, der ursprünglich der mittlere war, ist nun der südliche."