Posts by Kurprinz

    Hatten wir diese Renovierung eines Nachkriegsbaus in der Altstadt? Davon hätte ich gerne mehr!


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    Würzburg hat/hatte eine ganz eigene Bautradition. Das macht/e die Altstadt einzigartig. Das hier sind einfach nur ein paar aufgeklebte Dekoelemente ohne Sinn für Proportion und architektonische Ordnungen. Das könnte genauso gut in Duisburg, München, Hamburg oder Köln sein, genau wie viele Würzburger 50er Jahre Bauten. Also ist durch solche Maskeraden nichts gewonnen, eher verschlimmbessert.

    Na, das stimmt ja nur, wenn man es auf die Nachwendezeit reduziert. Die Rekonstruktionsliste ist jedoch auch in Berlin lang - hat Leipzig soviel?

    • Kommode (Alte Bibliothek), doppelte Reko (Kopie Entwurf Michaelerflügel Hofburg und nach 2. Weltkrieg)
    • Altes Palais (Palais WI.)
    • Kommandantur
    • Staatsoper
    • Kronprinzenpalais
    • Prinzessinnenpalais
    • Adlon
    • Quadriga
    • Fontänen | Grünanlage Pariser Platz
    • Spittelkolonnaden
    • Palais Empraim (u.V.v.O.)
    • Ermelerhaus (u.V.v.O.), Ensemble Märkisches Ufer 6-10
    • Märkisches Ufer 12 (ehem. Friedrichsgracht 15, Bürgerhaus, Zeit Soldatenkönig)
    • Gouverneurshaus /Stadtgericht (u.V.v.O.)
    • Märkisches Ufer, Traditionsinsel Gertraudenbrücke (Freie Reko)
    • Palais Podewils
    • Palais Schwerin (u.V.v.O.)
    • Gerichtslaube Nikolaiviertel
    • Am Nussbaum
    • Zur Rippe
    • Zur letzten Instanz
    • Nikolaikirchplatz, Lessinghaus etc.
    • Bauakademie
    • Charlottenburger Tor, Kandelaber etc.
    • Kandelaber Kurfürstendamm
    • Kandelaber Stalinallee
    • Bewag-Station Savignyplatz
    • Schaubühne Lehniner Platz (Mendelssohn) (u.V.v.O.)
    • Elefantentor Zoo 1899/1984 (Löwentor (die Tiere original), Aquarium, Bison- und Wisenthaus)
    • Kentaur & Nymphe (Begas-Kopie) vor Antilopenhaus
    • Hindenburgplatz (heute: Platz des 18. März)
    • Zietenplatz
    • Schinkelplatz
    • Museumsinsel: Kolonnaden Messel
    • Märchenbrunnen im Friedrichshain
    • Checkpoint Charlie
    • Glockenturm Maifeld
    • Bärenbrunnen (Werderscher Markt) 1928 von Hugo Lederer, Kopie 1958 von Walter Sutkowski
    • Flensburger Löwe, Großer Wannsee, 1872 (Kopie des Originals von Hermann Wilhelm Bissen, 1862)
    • Schloß Charlottenburg, große Teile
    • Dorotheestraße 84, Reko Markthallenfassade
    • Museumsdorf Düppel
    • Berliner Schloß
    • Mittelsäule Altes Rathaus im Roten Rathaus
    • Friedrich I. (Neuguss) Schloß Charlottenburg
    • Liebknechtbrücke
    • Roßstraßenbrücke
    • Grünstraßenbrücke
    • Oberbaumbrücke
    • Schleusenbrücke
    • Moltkebrücke

    * (u.V.v.O.) = unter Verwendung von Originalteilen

    wir sollten wirklich sauberer argumentieren und zwischen Wiederaufbauten, Rekos, Teilrekonstruktionen, Sanierungen unterscheiden.

    Vielen Dank, Heimdall!!!


    Das zweite Bonner Exemplar steht noch am Remigiusplatz, man sieht ihn im Bildhintergrund:


    https://www.gettyimages.de/det…nachrichtenfoto/524124792

    Die Reihenfolge ist, so habe ich den Verdacht, etwas pädagogisch.
    Nach Totalrekonstruktion oder Egänzung geht man nicht vor: der jüngst am Giebel aufgestellte Marcus Manglius Capitiolinus ist eine Rekonstruktion, die Adlergruppe ist eine Ergänzung eines vorhandenen Torsos.
    Auch seitenweise geht man nicht vor: Nachdem einiges an den Fassaden zum Alten Markt passiert ist, sollen als einer der nächsten Schritte Skulpturen auf der Lustgarten-Seite zur Langen Brücke aufgestellt werden.
    Ich vermute man will überall "Marken" setzen, so dass in ein paar Jahren, die noch zu füllenden Lücken besonders auffalen und Spender motiviert.
    Von der Fahnentreppe gibt´s Reste.

    Das in den 60er Jahren von den niederländischen Architekten van den Broek & Bakema erbaute, denkmalgeschützte Rathaus wird für 70 Mio. € saniert. Ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, die Kommunen in NRW pfeifen aus dem letzten Loch und anstatt kaputte Strassen, Schulen etc. steckt man das wenige Geld in diesen Bau.


    Rathaus in Marl wird für 70 Millionen Euro saniert



    Rathaus Marl2 [CC BY-SA 4.0(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], by Nordenfan, from Wikimedia Commons

    Wenn Du so argumentierst, was ist die Alternative: Eine Stadtverwaltung braucht funktionierende Räume. Der Abriss und Neubau würde auch Geld kosten (mindestens genau so viel). Ich finde die Türme auch nicht schön. Aber die 70 Mio. in den Strassenbau zu stecken und den Mitarbeitern und Bürgern die Decke buchstäblich auf den Kopf fallen zu lassen ist auch keine Option.

    Danke für den Hinweis! Wo ist das Heft zu bekommen? Finde es auf der Homepage nicht.

    Wie gesagt, das Obergeschoss wurde abgerissen. Das friderizianische Haus war aber noch da-ist nicht wiedergebaut worden. Ausserdem bezog sich potsdam-fans Meldung auf die aktuellen Maßnahmen.


    Ansicht Brandenburger Straße. Die Reko scheint gelungen, allerdings gefällt mir die Nutzung nicht.

    @lieber Potsdam-Fan, als "Exil-Potsdamer" freue ich mich immer über Deine und die Posts anderer zum Potsdamer Baugeschehen. Ich möchte den zitierten Post aber nochmal zum Anlass nehmen, auf eine vermeintliche Spitzfindigkeit zu sprechen zu kommen: Die Verwendung des Wortes "Rekonstruktion/Reko". Ich weiss, dass dieser Begriff im Osten und Westen unterschiedlich verwendet wurde, aber wir sollten genau sein bei der Verwendung der Begriffe "Rekonstruktion, Restaurierung, Instandsetzung, Teilrekonstrucktion, Rückbau usw.", um die Ernsthaftigkeit und Seriösität unserer Anliegen deutlich zu machen. Eine Rekonstruktion ist ein Wieder(re-)konstruieren von etwas Verlorenem. Im vorliegenden Fall ging´s lediglich um eine Restaurierung/Instandsetzung. Zu DDR-Zeiten kam es bei dem Haus zu einem Rückbau des 2 OGs aus dem 19. Jahrhundert, also zu einer Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes aus dem 18. Jahrhundert. Aktuell kann man Bestenfalls von einer Rekonstruktion der ursprünglichen Farbigkeit sprechen, wobei ich mir da auch nicht sicher bin.

    da muss man schon unterscheiden: der Schinkelplatz ist ein Schmuckplatz des 19. Jahrhunderts, der Gendarmenmarkt ist ein Stadtplatz des 18. Jh. mit einer Schmuckplatzbepflanzung des 19. bzw. 20. Jahrhunderts und der Bebelplatz ist in seiner Struktur das nicht begärtnerte Forum Friedrich II. Das hat in diesem Fall nix mit Aufmarschplatz zu tun. Man kann sich natürlich überlegen, hier die Schmuckpflanzungen des 19. Jahrhunderts zu rekonstruieren, das hat aber anders als beim Schinkelplatz nichts mit der Ursprungsintention zu tun. Beim Lustgarten verhält es sich wiederum anders: der barocke Garten des Großen Kurfürsten und Friedrich I. wurde von FW I. zum Exerzierplatz umgestaltet, dann im 19. Jh. wieder gärtnerisch gestaltet, dann von den Nazis zum Aufmarschplatz umgestaltet und dann wieder in Anlehnung an die Fassung des 19. Jahrhunderts rekonstruiert.

    Der Opern-/Belbelplatz erhält sein Gesicht durch die Bauten Friedrich II., der hier sein Forum Fridericianum erbauen ließ.
    Die im 18. Jahrhundert errichteten baulichen Grenzen des Platzes sind noch nahezu alle erhalten. Selbstverständlich war der Platz des 18. Jahrhunderts nicht begrünt. Er ist eher als Forum (Stadtplatz) und Vorplatz des Palais Prinz Heinrich gedacht. Man muss also nicht die Nazis bemühen. Der Platz hat Denkmalwert in erster Linie als Platz des 18. Jahrhunderts...und solche Platze waren eben damals unbegrünt, ob uns das heute subjektiv gefällt oder nicht. Ich würde je eine Abbildung beisteuerten, doch seit das hier so kompliziert geworden ist, vergesse ich immer wieder wie das geht,.

    Das Palasthotel neben dem Stadtschloss wurde 1896-1900 erbaut, das heutige Stadthaus zwischen 1902 und 1907 errichtet und das Postgebäude zwischen 1894 und 1900.
    Da auf das Hotel auf dem Foto kurz vor der Vollendung steht würde ich die Aufnahme auf 1899/1900 datieren. Das Stadthaus war damals noch nicht errichtet. Es könnte also der besagte Treppenturm der Post sein, nur war dieser Turmhelm niemals so hoch, dass er derart dominant gewesen wäre. Man konnte ihn aus der Entfernung nicht sehen. Mit ist so, als habe man den Turm reinretuschiert. Wenn am genau hinschaut sieht er auch etwas eigenartig aus - das würde auch die etwas eigenartige Position im Stadtgefüge erklären. Gemeint ist der Turm des Stadthauses. Das hat man in dieser Zeit gerne gemacht: projektierte oder im Bau befindliche Gebäude reinzuretuschieren.