Posts by Kurprinz

    Rekonstruktion ist ein kompletter Neuaufbau eines nicht mehr vorhandenen Gebäudes oder verlorenen Gebäudeteils .Aber hier in dem Fall liegt eine Sanierung im Bestand vor.

    in der DDR wurde der Begriff "Rekonstruktion" häufig mit "Instandsetzung" gleichgesetzt. Diese irrführende Verwendung des Re-(Wieder-)konstruierens liest und hört man noch häufig.

    Das weiß ich. Aber es ist ja wohl keine bauliche Unmöglichkeit, Fenster zu verglasen, zwei Treppen einzubauen und einige Versorgungsleitungen zu legen. Aus einem solch bedeutenden historischen Gebäude einen ungenutzten Staffagebau zu machen, halte ich für völlig unter dem Potenzial. Der Bau könnte z.B. für Hochzeiten und sonstige Feierlichkeiten hergerichtet werden. Um nur eine spontane Idee zu nennen.

    eine hässliche Außentreppe (zweiter Fluchtweg) will wohl keiner. Alle anderen Lösungen würden Gewölbe zerstören. Die Gerichtslaube (der Begriff impliziert dass es ein offener Raum ist - also keine Verglasung) war immer eine Staffage. Das sollte sie auch bleiben.....

    Erst letzten Herbst wurde die versenkte "Karlsruhe" in der Ostsee entdeckt! Da ja auf diesem Schiff auch andere KUnstgegestände vor den Sowjets in Sicherheit gebracht werden sollten, könnte es gut möglich sein, dass das originale Bernsteinzimmer dort im wahrsten Sinne des Wortes "wiederauftaucht"!


    Die Reko des Bernsteinzimmers in Zarskoje Zelo wird vermutlich dort bleiben wo sie ist...aber das Original könnte ja dann zB an seinem Originalstandort im Berliner Stadtschloss eingebaut werden :biggrin:. Aber jetzt warten wir einmal ab, was von da unten hoffentlich alles unversehrt noch geborgen werden kann...spannend auch, wem das rechtlich alles zusteht?! Aber das ist eine andere Geschichte.

    Im Berliner Schloss war das Bernsteinzimmer eher ein relativ kleines Kabinett. Die Vergrößerung zum Saal erfolgte in Russland. Das Zimmer, das wir von Fotos bzw. in der Rekonstruktion kennen, sah in seiner Berliner Zeit ziemlich anders aus.

    Da es im "Porzellan"-Zimmer eh nicht viel mehr als kahle Wände und leere Konsole zu sehen gibt, könnte man es ruhig eine Weile schließen.

    Kahle Wände und leere Konsolen? Das ist aber weit untertrieben. Der Raum ist jetzt schon grandios und die Stuckdecke mit das Beste was Stuck in Deutschland aus der Zeit zu bieten hat.

    Tolle Bilder!

    Was mich am Neuen Palais immer irritierte, ist die Kuppel des Hauptbaus. Weshalb dieser gewaltige Tambour?
    Wirklich schön finde ich das nicht. Zumal die Kuppel ja gar keine Lichtaugen o.ä. hat und darunter auch kein Raum ist.
    Man hat die Kuppel ja offenbar aus dekorativen Zwecken aufgesetzt, aber selbst dafür kann ich mir keinen richtigen Reim auf die Optik und Konstruktionsweise bilden. Dann wäre ja eine Art Monopteros wie am Militärwaisenhaus deutlich naheliegender gewesen, da hätte man immerhin den Ausblick genießen können.


    Gibt es dafür irgendein Vorbild? Castle Howard war insgesamt eine Inspiration, hat aber eine ganz andere Hauptkuppel

    Der König selbst sprach von einer "Fanfaronade", einem Fanfarenstoß, um nach dem fast vernichtenden Krieg (1756-1763) seinen Gegnern und Bündnispartnern zu zeigen, wie leistungsfähig Preußen noch ist. Da gehörte eine Kuppel als "Statussymbol" dazu. Diese ist, was die Raumdisposition betrifft, völlig funktionslos und innen schlicht Dachstuhl. Daher auch keine Lichtöffnungen. Sozusagen ein Sockel für die goldene Königskrone oben drauf.

    Das wärs! Machen. :)


    Du scheinst mir die Diskussion hier ein wenig zu ernst und persönlich zu nehmen... Entspann dich mal. Niemand von uns hat irgendeine Entscheidungsgewalt über die Zukunft des Domes.


    Wir können nur Wünsche äußern. Und ich versteh ja deine Sachargumente. Aber wenn man will geht es sicher dennoch. Was nicht heißt, dass man es machen soll - nur in einer idealen Welt.

    Da hast Du sicher recht. Oft muss ich über uninformierte Schnellschüsse schmunzeln, aber manchmal kann ich nicht anders als mich über Statements, die keinen inhaltlich fundierten Hintergrund haben, zu ärgern. Würde es Dich nicht auch ärgern, wenn Menschen Dein Metier wieder und wieder kritisieren, ohne fachlich im Thema zu sein?

    Die erwähnten Türme des Domes waren erst 1880 fertig und strahlten bei Fertigstellung hell und wunderschön.

    Das kann Heinrich Heine so gar nicht gesehen haben, der ist ja 1856 in Paris gestorben.

    Leute könnt ihr nicht lesen??? ich habe nicht gesagt, dass Heine von den Türmen gesprochen hat. Ich wollte damit illustrieren, dass die mittelalterlichen Teile des Doms, die Heine sah und als schwarz charakterisierte, ganz natürlich schwarz waren ohne Industrie usw. Die Türme haben nach Fertigstellung so reagiert wie die Teile in den Jahrhunderten zuvor. Sie sind schwarz geworden - verstärkt durch die Industrielle Revolution. An Teilen des mittelalterlichen Chores ist die Verschmutzung nicht ganz so arg, da hier bei der Erneuerung andere Steine verwendet wurden, die nicht so zur Verschmutzung neigen. Nochmal: des Pudels Kern liegt im Steinmaterial. Man könnte den Dom natürlich komplett in Travertin neubauen, den kann man recht gut abstrahlen. Wie wäre das?

    Ich stimme hier Snork zu. Mir kommt vieles davon wie bequeme Ausreden vor. Es wird sicher Steinsorten geben die natürlich stark oxidierten am Dom, aber das könnte man mit den historischen Abbildungen durchaus abgleichen. Das ist eher die Minderheit der Fassadenfläche, nicht der Großteil.

    Auch teile ich einfach nicht den Substanzfetischismus der Denkmalpfleger und Kunsthistoriker, der mir eher neurotisch vorkommt.

    Hier von Ausrede zu sprechen ist eine ziemliche Frechheit. Gerade die Dombauhütte Köln scheut seit Jahrzehnten weder Kosten und Mühen in der Entwicklung und Erforschung neuer Techniken zur Pflege und zum Erhalt des Doms. Sowas ist schnell und pauschal daher geredet, wenn man keine Ahnung hat. Hier geht es nicht um Substanzfetischismus, sondern um Naturwissenschaften.

    Durch das Sandstrahlen geht natürlich ein wenig Substanz weg, deswegen kann man das meiner Kenntnis nach auch nicht bei sehr filigranen Elementen anwenden, da kommen dann Laser zum Einsatz (seeehr zeitaufwendig). Wenn Kurprinz Steinmetzkenntnisse hat, wird das schon stimmen. Wobei dann meine Frage wäre, warum man die Steine nicht mit einer künstlichen Schutzschicht belegt, also einlässt oder imprägniert?

    Sandstrahlen muss man sich vorstellen wie das Aufkratzen einer Haut. Durch den Druck und die Sandkörner werden ja nach Gestein Poren geöffnet - es bilden sich mikroskopische Vertiefungen und Risse, wo Wasser eindringen kann usw. Das ist fatal, selbst wenn man die Vernichtung historischer Oberflächen und Befunde ignorieren würde. In der Vergangenheit war man mit Chemie sehr optimistisch, hatte aber keine Langzeiterfahrungen. Da gab´s häufig nach einigen Jahrzehnten böse Überraschungen bei Produkten/Beschichtungen, die zunächst als der Stein der Weisen und als Lösung bei allen konservatorischen Probleme galten. Daher ist man heute meist bemüht nichts mehr aufzubringen, was nicht reversibel ist. Eine Tränkung kriegt man nie wieder aus dem Stein heraus. Viele Kunstwerke sind durch Tränkungen und Beschichtungen unrettbar verloren.

    bitte glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche - das ist mein Beruf..... Jüngst sprach ich noch mit einem Kollegen aus Paris, der von den fatalen Schäden an Notre Dame berichtete, die durch das u.a. von der Tourismusbranche gewünschte "kächern" entstanden. Hier werden immer wieder Vergleiche herangezogen die keine sind. Steine sind so vielfältig in ihrer geologischen Zusammensetzung. Kaum ein Gebäude weist so viele unterschiedliche Natursteine auf wie der Kölner Dom. Eine großflächige Reinigung, wie sie hier einigen vorschwebt, ist schlicht unmöglich. Einzelne Untergründe aus bestimmten Gesteinen ja, doch der Großteil ist nicht "abzukärchern". Das ist ein Naturprodukt - keine Garageneinfahrt aus Betonverbundsteinen, die man beim Frühjahrsputz abkärchert. Ich geb´s aber jetzt auf. Ich denke, wer lesen kann, kann meine Argumente nachvollziehen.

    Also für die Turmfront kann man die Argumente wirklich schwerlich gelten lassen. Siehe auch im verlinktenText:

    "Eines ist sicher: Der Dom sah nicht immer so schwarz aus. Als er 1880 nach 600 Jahren eingeweiht wurde, war zumindest die zum Schluss gebaute Vorderseite mit den Zwillingstürmen hell. Das zeigen Gemälde und Fotos. Lange ist es allerdings nicht so geblieben. Schuld waren Kohleheizungen, Fabrikschornsteine und Dampflokomotiven. Die Züge schienen sogar geradewegs in den Dom hineinzufahren, denn die Hohenzollernbrücke war eigens so platziert worden, dass sie genau in der Längsachse der Kathedrale lag. Bis heute ergibt dies einen spektakulären Effekt für jeden Bahnreisenden. Nur eben: Der Dom ist dadurch schwarz geworden. Man könnte auch sagen: schmutzig."

    Wie gesagt, auch in vorindustrieller Zeit wurden die Steine schwarz (vgl. Frauenkirche Dresden). In Köln sprach Heinrich Heine schon vor der Industriellen Revolution vom „verteufelt schwarzen“ Dom. Die Industrialisierung hat den Prozess natürlich beschleunigt. Die Frauenkirche wird auch gerade wieder schwarz und das bei besseren Luftwerten als um 1900. Sachverhalte sind leider selten so eindeutig wie sie sich dem Außenstehenden auf den ersten Blick darstellen.

    Entschuldigung, dass ich mich als blutiger Laie da nun auch noch einmische. Aber im Internet (30.12.2019) steht doch, dass der Kölner Dom mit Niederdruck-Strahlpistolen der Firma Kärcher gereinigt wird (Kärcher reinigt den Kölner Dom).

    Um hieraus kurz zu zitieren:

    "Doch im Laufe der Jahrhunderte haben sich auf den Steinwänden des Doms Verunreinigungen abgelagert, weshalb Teile der Kirchenfassade nun professionell gereinigt werden."

    "Als Strahlmittel kommt ein feines Aluminiumsilikat zum Einsatz, das mit etwa zwei bar Druck die Verschmutzungen löst, ohne die wertvolle Originalsubstanz der Domfassade zu beschädigen."

    Ein recht beeindruckendes Foto mit einer vorher-nachher-Ansicht der gereinigten Fassade ist auch zu sehen.

    Da geht es u.a. um das Michaelsportal. Hier, ein genau definierter Anschnitt, besteht aus Gestein wo eine Reinigung verantwortbar ist und der helle "Fleck" nicht fleckig im Gesamtbild wirkt. Der Schlüssel ist das Gestein: Der Dom besteht aus über einem Dutzend verschiedener Gesteine, die alle unterschiedliche chem. Reaktionen an der Luft zeigen.

    Ich kann mich aber daran erinnern, daß mal mit der Reinigung des Kölner Domes begonnen wurde. Wenn ich mich nicht total täusche, war das in den 1990er Jahren. Wahrscheinlich hat man dann aufgehört, weil es eben zu aufwändig

    genau bei dieser Maßnahme, das waren Versuchsstellen, hat man genau das festgestellt: Die meisten Steinsorten am Dom würden durch eine Reinigung strukturell gefährdet.

    Lieber etwas fleckig als großflächig dunkel wie Saurons Turm... Zumal der Kölner Dom ja eh auch aktuell sehr fleckig ist.

    Zudem wurden doch die Türme und diverse andere Bauteile erst im 19. Jahrhundert ergänzt. Da müssten doch recht einheitliche Steine verwendet worden sein?!

    Nochmal: das "Fleckig" ist nur ein Nebenthema, die meisten Gesteine am Dom kann man schlicht nicht reinigen, ohne ihre Struktur zu schädigen. Einige bilden Krusten aus, wenn sie nach dem Brechen an die Luft gelangen. Das ist eine chemische Reaktion und hat wenig mit industrieller Luftverschmutzung zu tun (die Dresdner Frauenkirche war wenige Jahrzehnte nach Erbauung, vor der Industriellen Revolution, schwarz). Die Kuste schützt die Steine. Das Thema hatten wir aber gefühlt schon hundert mal. Der Petersdom in Rom oder der Stephansdom sind geologisch was anderes als die Gesteine am Kölner Dom oder im Elbtal.

    Bitte nicht schon wieder dieses Thema. Der Stephansdom und der Kölner Dom bestehen aus völlig anderen Gesteinen, deren Oberflächen sich reinigen lassen bzw. die man besser nicht reinigen sollte. Abgesehen von der schützenden Kruste in Köln, besteht der dortige Dom wieder aus dutzenden verschiedenen Sand- und Kalksteinen, der sähe furchtbar fleckig aus. Ich habe das Gefühl die Diskussion, die keine ist, kommt alle paar Monate auf.

    Kurprinz


    Einspruch, ich bezog mich auf Krönungen im Königsberger Schloss, und der letzte Monarch der hier zum König gekrönt wurde war König Wilhelm l..

    Die Zeronomie fand am 18.10.1861 im Königsberger Schloss statt.

    Kaiser Wilhelm ll. hat diese Würde automatisch zu seiner Kaiserwürde am 15.6.1888 im Wissen Saal des Berliner Schlosses übernommen.

    Nichts anderes habe ich gesagt, es nur etwas eindeutiger als Sie formuliert. Nur zwei Könige krönten sich, beide in Königsberg. , ansonsten war die Krönung in Preußen unüblich, wie auch bei den letzten zwei preußischen Königen F III und W II.

    Modell des Königsberger Schlosses, hier wurde ihm Jahr 1861 der letzte preußische König Wilhelm l. der spätere Kaiser Wilhelm l. gekrönt

    Wilhelm I. war nicht der letzte preußische König. Er war der zweite und letzte preußische König, der sich selbst krönte. Wilhelm II. war der letzte deutsche Kaiser und preußische König.