Posts by Kurprinz

    Bei der oben gestellten Frage muss man differenzieren: bis zum Krieg gab es zwei Museen mit historischen Raumschalen. Einmal das Schlossmuseum (Kunstgewerbemuseum) mit Vitrinen in den künstlerisch ausgestatteten Räumen und die "historischen Wohnräume" als klassisches Interieurmuseum im Sinne eines Museumsschlosses. Zu beiden gab es gedruckte Führer, die auflisten was zu sehen war.

    Das ist ein bisschen wie Äpfel und Birnen vergleichen. Ein landesherrliches, kurfürstliches Residenzschloss gegen ein hochadeliges Familienschloss auf dem Land. Schön ist trotzdem. Vielen Dank

    Dann könnte das Schloss ja wenigstens wieder zur Besichtigung geöffnet werden.

    Das ist eine Frage des Brandschutzes. Das Schloss hat von der Bauaufsicht keine dauerhafte "Betriebserlaubnis", Dies technisch zu ermöglichen, würde viel Geld kosten und ggf. bei einer großen Sanierung wieder herausgerissen. Daher soll der Brandschutz für einen dauerhaften Betrieb wohl erst im Rahmen einer Innensanierung erfolgen. Bis dahin nur personal- und kostenintensive Ausnahmelösungen und Einzelöffnungen zu Veranstaltungen.

    Wie du ja gerade eben selbst in deinem Text erklärt hast, würde selbst das nicht viel bringen. Es herrscht ein lange zurückliegender Stau von Sanierungsarbeiten, eine Fassadensanierung von Schloss Sanssouci ist in diesem Stau nicht mal vorgesehen, und selbst wenn man dies nun ein- oder vorschöbe, bestünde Fachkräftemangel.

    Wenn jemand zweckgebunden spendet, zieht die SPSG gerne Maßnahmen vor ;)

    So ist das nuneinmal mit Welterbestätten. Ist man am Ende der Sanierungsmaßnahmen angekommen, kann man wieder von vorne anfangen. :wink:


    Zur Hüllensanierumg von Sanssouci hatte ich der SPSG mal einen längeren Brief geschrieben und um Auskunft gebeten, ob dort langfristig Sanierungsmaßnahmen geplant sind, da Sanssouci in den aktuellen, von Bund und Land geförderten, Sanierungsmaßnahmen NICHT eingeplant ist. Habe aber bis heute keine Antwort bekommen.

    In den bisher zwei Sonderinvestitionsprogrammen wurden jeweils hohe dreisteillige Millionenbeträge genehmigt. Stolze Summen, die aber bei weitem den Bedarf nicht decken. Teilweise gibt es Sanierungsstau, der bis zum 1. Weltkrieg zurückreicht. Einige Bauten sind akut gefährdet. Wegen der Baukostensteigerung, Fachkräftemangel usw. wurden in beiden Programmen eingeplante Projekte wieder rausgestrichen (z.B. Innensanierung Schloss Babelsberg). Da ist die Fassade des Schlosses Sanssouci das kleinste Problem. Eine Fassadensanierung war in keinem der Programme vorgesehen, da keine akute Gefahr besteht (in erster Linie geht´s hier um Kosmetik und jetzt bitte nicht wieder die Diskussion warum die Karyatiden schwarz sind). Auch ohne Brief wissen die Verantwortlichen, dass da mittelfristig ein gewisser Handlungsbedarf besteht, aber man kann nur das Geld ausgeben, das vorhanden ist und dieses möglichst dort einsetzen, wo´s brennt. Wir können ja eine Spendensammlung "Fassade Sansouci" ins Leben rufen.

    Eine Kapitulation Deutschlands im Sommer 1944 hätte die Vertreibung aus den Ostgebieten mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert. Dieser völkerrechtswidrige Akt war der Roten Armee nur "getarnt" im Rahmen der Kampfhandlungen möglich. Ostpreußen würde inklusive eines intakten Königsbergs heute noch existieren.

    Schon 1943 auf der Konferenz von Teheran war Ostpreussens Ende wohl besiegelt......

    Selbst die gereinigten Teile des Berliner Domes sehen noch immer ziemlich "angegraut" und "verrußt" aus.
    Woran mag das liegen? Auf Fotos der Erbauungszeit strahlt der Dom in hellstem Sandsteinbeige. :/

    mich ermüdet dieses Thema - alle paar Wochen bei Thema Kölner bzw. Berliner Dom, Hof- oder Frauenkirche in Dresden.

    Bestimmte Gesteine "oxidieren" an der "frischen Luft". Das hat nur bedingt mit Luftverschmutzung zu tun. Es bildet sich eine Art Kruste, die auch den Stein schützt. Man wusste beim Bau schon, dass die Gebäude relativ schnell schwarz werden. Das strahlende Hell ist nicht intendiert.

    Das hat nichts mit der "Irritation" der Alliierten über die Kombination Schloss und Orangerie zu tun. Erstens war das nicht ein chaotischer Raubzug, sondern die "Trophäenkommisssion" der Sowjets - die waren sehr gut informiert. Die westlichen Alliierten spielten in Potsdam keine Rolle. Die Ausstattung des 19. Jahrhunderts galt einfach in Ost und West in der Mitte des 20. Jh. als wenig wertvoll und interessant. Auch hat die Zarin nicht um die Jahrhundertwende dort gewohnt. Die preußische Prinzessin Charlotte (als Zarin Alexandra Feodorowna) wohnte 1859 dort.

    Der Fries ist an der ehemaligen Kapelle

    Da ist man schon fast versucht zu sagen, dass es in dem Fall keine gute Rekonstruktion ist. Kann es sein, dass diese Reste der Wandausstattung erst nach der Rekonstruktion gefunden wurden, und die Rekonstruktion der Höhenmasse ausschliesslich nach Fotos geschätzt werden mussten? Den Grundriss konnte man ja 1 : 1 übernehmen.

    leider nein - man wusste von den Resten

    Gibt es dafür schon ein Zeitfenster und eine Finanzierung ?

    Reste der Wandausstattung sind geborgen, doch passen Sie von den Maßen nicht mehr in die rekonstruierte Hülle. Auch ist fraglich, ob man die Originale unbewacht in feuchter Seenähe präsentieren kann: Die derzeitige Stiftungsleitung lehnt Rekonstruktionen fast durchweg ab - ich denke, da wird sich auf absehbare Zeit nichts ergeben....

    Das gleite Problem hat man natürlich auch bei der Frauenkirche. Ob man nochmal eine Frauenkirche haben möchte, die gänzlich mit einer dunklen Oxidschicht überzogen ist, mag ich zu bezweifeln.

    Bitte nicht zum 1000mal die Diskussion über schwarz verfärbten Sandstein....