Posts by Kurprinz

    Du findest alle Kirchen in meinem Artikel. Sie haben alle bis auf eine den Krieg überstanden. Insgesamt waren es 8 mittelalterliche Bauten, von denen 7 noch stehen.

    St Paul war im Krieg beschäftigt, wie die anderen Kirchen auch, aber die DDR hat sie nicht überstanden.

    Die Wandgestaltung war schon lange vor 1943 verloren

    "Grauenvoll" finde ich zu hart. Die Büroräume sind, für sich betrachtet, IMHO doch eigentlich ok.

    Ich würde eher von einer verpassten Chance sprechen. Das Gebäude wirkt so wie ein ausgebombt, entkernt, wiederaufgefüllt mit einem Zweckbau mit niedrigen Decken, um möglichst viel Fläche hinter die schönen Fassaden zu pressen.

    Was hätten hier bei originalen Geschosshöhen für einmalige Räumlichkeiten entstehen können!

    Das hätten wir uns alle gewünscht. Aber das Problem ist, einen Investor zu finden, für den sich eine solche Fassade rechnet - das geht meist nur mit maximaler Auslastung der Fläche. Die Wenigsten betreiben einen solchen Wiederaufbau aus Idealismus oder weil sie etwas für´s Stadtbild tun wollen. Ich denke man hat hier so viel erreicht wie realistisch war. Die Fassade ist in ihrer Umsetzung sehr qualitätvoll.

    Anbei zum Spass nochmal die Fassadenabwicklung zur Zeit Friedrich II. Mitbringsel aus den Neuen Kammern:

    Denkmalschutz ist Auslegungssache, bekomme ich oft den Eindruck wenn ich verschiedene Objekte miteinander verglichen.

    Wie jedes Gesetz ist es bis zu einem gewissen Punkt Auslegungssache. Hier ist/war keines der Kriterien erfüllt. Hier wird mal wieder Stadtbildpflege mit Denkmalschutz verwechselt. Stadtbildpflege liegt uns allen hier am Herzen und dieses Beispiel ist ne Katastrophe, aber das ist kein Fall für den gesetzlichen Auftrag der Denkmalpflege. Da müssen andere Werkzeuge greifen, um so etwas zu verhindern....oder man muss den gesetzlichen Auftrag der Denkmalpfle erweitern bzw ändern

    Dogmen des Denkmalschutzes? Das Haus stand nicht unter Denkmalschutz. Es gibt Denkmalschutzgesetze in denen definiert ist, was zu schützen ist. Nur weil das Haus 120 Jahre alt ist und eine teilweise erhaltene (bis vor kurzem) Fassade hat, reicht das nicht für den Schutzstatus. Eine Stadt kann zum Beipiel mit Stadtratsbeschluss eine Erhaltungssatzung erlassen, da ist vieles möglich, was der Denkmalschutz nicht schützen kann. Erst informieren, bevor man los schimpft.

    Nix da.

    Zuerst war das Abendläuten (ab 1263), dann kann das Morgenläuten dazu (14Jh).

    Das ist eindeutig.

    Das Mittagsläuten ist weit prächtiger und wird auch im Radio gesendet (Ö-Regional). Es ist gleichzeitig sakrales wie ein profanes Läuten. Ehrlich gesagt hätte ich es sogar mit dem glücklichen Ausgang der Schlacht am Kahlenberg assoziiert, wofür es keinen Beleg gibt (was ev. gleichwohl bei uns verbreitet sein dürfte).

    Natürlich haben die Russen genug mitgemacht, aber eben kein Zwölfe-Läuten.

    Wie gesagt, das Mittagsläuten gab es wie das abends und morgens schon vorher. U.a. einigen süddeutschen Reichsstädte, Köln und Italein vor 1456. Der Papst hat die Verhältnisse da nur geordnet und umgewidmet. Also weniger Türken als abendländische und orthodoxe Tradition.

    Wozu auch? Russland hatte keine Türkenkriege.

    Das Angelusläuten mahnt zum Gebet und an die Leiden Christi und Mariens. Das Mittagsläuten auf die Türken zu beziehen, übernimmt eine ältere franziskanische Tradition. Ausserdem hatten die Russen die Mongolen-/Tatarenstürme. Hat also weniger mit Türken als mit west- und ostkirchlicher Tradition zu tun.

    Tja, das ist die heutige Gesellschaft und ihr kulturelles Niveau. Wenn es eine Unterhose von irgendeinem Fußballgott oder Rockidol gewesen wäre, hätte man vermutlich das Geld fließen lassen ohne Ende.

    Es ist die Pflicht von Museen, vor einem Ankauf mit Steuergeldern die Echtheit, Provenienz usw. von im Kunsthandel angebotenen Stücken zu prüfen. Nur weil der Anbieter behauptet, dass das Stück aus Dresden kommt, stimmt das noch lange nicht. Selbst ohne das Objekt "live" gesehen zu haben und ohne wirkliches Expertenwissen, hatten schon die meisten hier im Forum extreme Zweifel an dem Stück. So ginge es auch der SKD! Also kein Grund zur so beliebten Klage vom Untergang des Abendlandes. Die Dresdner Sammlungen haben in den letzten Jahren tolle Stücke erwerben können.....genau hinschauen und informieren bevor wieder losgeschimpft wird

    Der Verkauf/die Abtretung kam bisher von Seiten der SPSG nicht zustande. Die Portalfassade ist nicht gut beieinander, aber von Einsturz oder gravierenden statischen Problemen kann keine Rede sein. Ist eher ein kosmetisches/Putzproblem. Da gibt es Bauten bei der SPSG, die weit schlechter beieinander sind.

    Häufig, auch in diesem Filmbeitrag, kommt´s unterschwellig immer so rüber, als wären Abriss und Neubau kostenlos und der Erhalt wäre wegen Denkmalschutz unbezahlbar. Natürlich verursacht der Denkmalschutz Mehrkosten und Auflagen, aber auch eine "normale" Sanierung oder ein Neubau (da kommen noch die Abriss- und Entsorgungskosten hinzu) sind nicht umsonst zu haben. Auch zeigt der Bericht, dass Auflagen durchaus ihren Sinn haben. Viele Schäden am Fachwerk enstehen, durch unpassende Baustoffe, unpassende Baumarktsanierungen usw.....

    Die städtische Denkmalpflege setzt sich für das Wiederanlegen der historischen Schutzbeete ein. Das ist kein 100% Schutz aber immerhin eine Hemmschwelle vor dem Besteigen der Kolonnade und vielleicht ungewollten Beschädigungen. Historisch war das auch schon der Grund zur Anlage des Beetes.

    Das Gebäude diente schon im 18 Jahrhundert als Gasthof, später als Sitz des Stadtkommandanten. Es gehört zur Potsdamer Baugeschichte, dass insbesondere Friedrich II. "normale" Gebäude mit Palastfassaden versah, die er aus Architekturtraktaten (z.B. Palladio) "entnommen" hatte, um seine Residenzstadt zu verschönern.

    Da sprechen wir aber wieder von Denkmalschutzkreisen, was ich explizit ausgeschlossen habe, da ,,Materialgerechtigkeit", Charta von Venedig, usw. usf...

    Das war nur ein Beispiel des jüngsten Kontakts. Da sind auch durchaus Bauträger dabei, die mich immer wieder fregen "was habt ihr nur mit diesem Kippen - Wo liegt der Mehrwertt?" Plastikfenster finden solche Leute natürlich normal - die lehnen tatschlich eher Denkmalpflege, Umweltschützer oder Menschen mit Geschmack :) ab...