Posts by Meister Lampe

    Ich bin gerne "Barock-Fundamentalist", wenn es darum geht das Hauptwerk des norddeutschen Barocks wieder aufzubauen.


    Und über viele Wochen und Monate wurden den Kritkern des Wiederaufbaus der Garnisonkirche und auch den Freunden des Rechenzentrum in Fernsehen und Zeitung viel zu viel Platz eingeräumt und nun hoffe ich dreht sich ein wenig das Blatt.


    Den Mitgliedern und vielen Menschen, die sich seit Jahren für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (Turm, Kirchenschiff) einsetzen war es ein Schlag ins Gesicht als die Stiftung verkündete, das Rechenzentrum (RZ) wird erhalten und ggf. noch richtig viel Geld invesitiert um dieses Gebäude zu modernisieren aber für die Garnisonkirche hatte der Oberbürgermeister als Vertreter der Stadt Potsdam kein Geld.


    Das baldige Mitgliedertreffen sei „die Gelegenheit, uns gegen die drohende Verunstaltung der Garnisonkirche durch die bisher Verantwortlichen zur Wehr zu setzen“.

    Hallo Joseph88,


    - Willkommen im Forum -


    Im Jahr 2012 habe ich begonnen, mich für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschloss (HuF) und des Potsdamer Stadtschloss (Landtag Brandenburg) zu interessieren. So rückte für mich auch der Wiederaufbau der Potsdamer Mitte in den Fokus. Es gab noch weitere Rekonstruktionen die spannend waren, Dresdner Frauenkirche mit Neumarkt, Schloss Herrenhausen (Hannover), Frankfurter Altstadt, Braunschweiger Stadtschloss (Einkaufszentrum). Nur die Mitte Potsdams darauf liegt weiterhin mein Fokus.


    Wenn du so motiviert bei der Sache bist, dann befasse die auf keinen Fall mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche (Rückbau Rechenzentrum), dass wirft viele Fragen auf und kann frustierend sein.

    Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN), hat sich am 28.03.2022 in einem Artikel mit dem Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche befasst und ich reibe mir gerade verwundert die Augen.


    Haus der Demokratie" noch gewollt?


    Nun stellt sich die Frage: Ist das „Haus der Demokratie“ überhaupt noch gewollt? Zumindest bei den Kritikern des Wiederaufbaus wächst der Gegenwind gegen das Projekt, das Rathauschef Schubert zusammen mit der Stiftung und dem benachbarten Künstlerhaus Rechenzentrum ausgehandelt hatte. So erklärte der Publizist und Architekturprofessor Philipp Oswalt unlängst im Interview mit der „Märkischen Allgemeinen“, er halte den Plan für bedenklich. Es sei die Frage, ob man das Stadtparlament in einem „Haus der Demokratie“ instrumentalisiere, „um die Symbolik dieses Ortes zu retten“.


    https://www.pnn.de/potsdam/fin…-noch-nicht/28204684.html

    Die Tropenhalle in Potsdam war ja auch schon mehrmals in den roten Zahlen. Warum hat man die Tropenhalle nicht umfunktioniert und hat den Künstlern dort ein Quartier ermöglicht. Es wurde ja auch schon einmal über ein Abriss der Biosphäre diskutiert. Auch der Erhalt der Biosphäre ist ein Luxus den sich die Stadt Potsdam gönnt.


    Aber Herr Schubert soll sich jetzt erstmal um sein Rathaus kümmern, denn 300 Mitarbeiter fehlen ja. Aber Herr Oberbürgermeister Schubert (SPD) hat es ja zur Chefsache erklärt. :biggrin:

    Es ist genau das eingetreten, was ich immer wieder kritisiere und oft schon kritisiert habe. Ich hätte mir gewünscht dass die Stiftung Garnisonkirche in die Offensive geht und den Bürgerinnen/ern erklärt, wie es weiter gehen soll in den kommenden Monaten und Jahren. Stattdessen haben sich die Kritiker gemeldet und haben gemeinsam eine Konferenz gegeben. Die Martin-Niemöller-Stiftung, "Christen brauchen keine Garnisonkirche" und die Potsdamer Profilgemeinde "Die Nächsten". Die letztere Gruppierung ist mir neu und hat mir bisher noch nichts gesagt. Diese Gruppierungen werben für einen Neustart.


    "Auf das Aufsetzen der bereits fertiggestellten Turmhaube auf den Kirchturm sollte verzichtet werden, das benachbarte Rechenzentrum erhalten werden."


    https://www.pnn.de/potsdam/deb…en-neustart/28200498.html

    (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 25.03.2022)


    Wenn Ihr euch den Artikel so durchlest, wird euch auffallen dass sich der Fehlerteufel eingeschlichen hat. Der obere Satz wurde falsch in den Artikel übernommen. Richtig sollte dieser heißen:


    "Auf das Aufsetzen der bereits fertiggestellten Turmhaube auf dem Kirchturm sollte nicht verzichtet werden, das benachbarte Rechenzentrum abgerissen werden."

    Welche Bücher gibt es denn zu diesen Themen? Erscheint erschreckend und wichtig. Vielleicht könnten solche Tatsachen auch mal in einer Youtube-Kurzdoku aufgegriffen werden. So lassen sich solche Inhalte deutlich leichter verbreiten als via alter Bücher mit viel Lesewust.

    https://www.maz-online.de/Loka…alte-Potsdamer-Innenstadt

    (Quelle Märkische Allgemeine Zeitung, 2017)


    https://wirtragen.org/2021/10/…-in-potsdam-und-umgebung/

    (Quelle: Potsdam Museum, 2021) - 2. Auflage -

    Ende der 50er Jahre war in Potsdam noch viel erhalten geblieben. Manche Gebäude in der Breiten Straße wurden sogar schon wieder aufgebaut, bevor diese später doch noch abgerissen worden. Potsdam sollte schließlich eine moderne, sozialistische Stadt und der alte Mief beseitigt werden.


    Es gab auch einige schöne Bücher davon, leider sind diese aber alle vergriffen.

    Die (N)Ostalgiker mögen zwar schwach sein. Aber wenn man ihnen eine große Bühne gibt und Beachtung schenkt, dann sieht es zum Schluss garnicht mal so schlecht aus das ihre Forderungen oder ein Teil davon umgesetzt werden. Man muss seine Forderungen nur oft genug wiederholen.

    Ist denn das RZ architektonisch so bedeutungsvoll, das es so hinter den Kirchturm ,,gequetscht'' erscheint um von der DDR - Architektur zu künden? Da gab es sicher bedeutenderere Beispiele als dieser Bürobau. Anderes wurde ratzbatz abgerissen, ohne auf die Gefühle oder Befindlichkeiten der Bevölkerung auch nur zumindest einzugehen. Ich sehe im RZ kein wichtiges Gebäude, abgesehen von den Mosaiken (?). Und ein Haus der Demokratie kann am Besten (weil dann am vermutlich originalsten Ort in Potsdam) im Kirchenschiff eingerichtet werde.

    Der Förderverein zur Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte e.V. (Initiative Miiteschön) hatte vor geraumer Zeit vorgeschlagen, das Kirchenschiff wieder aufzubauen um für Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen zu nutzen.


    Was macht das Rechenzentrum so bedeutend dass Oberbürgermeister Schubert daran so festhält? Diese Frage kann dir nur der Oberbürgermeister beantworten. Aber die meisten sagen eben, er möchte sich als "großen Versöhner" der Stadtgesellschaft bzw. der Stadt Potsdam darstellen. Aber er ist bisher nur einen Teil der Stadtgesellschaft entgegengekommen und das der Bevölkerungsteil der dem Aufbau der Garnisonkirche kritisch gegenübersteht/stand.


    Nun zum Rechenzentrum: hier verweise ich auf den Link bei Wikipedia.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Rechenzentrum_Potsdam


    Und ich möchte die Erklärung mit einem Satz von "Konstandindegeer" anfangen: ist der Korken von der Sektflasche erstmal gezogen, dann ist es fast unmöglich diesen wieder in die Flasche einzuführen.


    Potsdams Künstler standen 2015 auf der Straße und da war der Oberbürgermeister a.D. Jakobs gezwungen für diese ein neues Quartier zu suchen. Und dieses Quartier war das Rechenzentrum.


    https://www.maz-online.de/Loka…m-Potsdamer-Rechenzentrum

    (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 05.08.2015)


    Es war vorgesehen das das Haus den Künstlern 3 1/2 Jahre zur Verfügung stand, mit der Absicht das eine Verlängerung möglich war. Schon zum damaligen Zeitpunkt war nicht klar ob das Kirchenschiff jemals gebaut wird (siehe Artikel). Und so kam es zu einer erneuten Verlängerung, da die Stiftung Garnisonkirche den Künstlern die Hand gereicht hat. Das Ziel war immer noch das, das Rechenzentrum 2023 abgerissen wird. Nur will ein Teil der Künstler inzwischen garnicht mehr aus dem Gebäude ausziehen und haben sogar einen Verein gegründet (Verein für freundliche Übernahme Rechenzentrum e.V.). Auch dem neuen Kreativquartier steht man kritisch gegenüber.


    Inzwischen haben sich aber auch die politischen Konstellationen geändert. Der Oberbürgermeister a. D. Jakobs ist nicht mehr angetreten und es folgte der neue SPD Oberbürgermeister Schubert (SPD). Ebenfalls gab es keine Rathauskooperation mehr, die aus SPD, CDU/ANW, Grüne, Potsdamer Demokraten war schon vor der Kommunalwahl zerbrochen.


    Die neue Rathauskooperation besteht aus SPD, Grüne und Linken und während die Grünen in den vergangenen Jahren immer für Potsdams Neue Mitte gewesen sind, haben diese innerhalb der neuen Rathauskooperation eine 180 Grad Wende hingelegt. Die neue Rathauskooperation steht zu 100 Prozent hinter Oberbürgermeister Schubert (SPD) und seinen Ideen (Haus der Demokratie, Nutzungkonzept Erweiterung Potsdam-Museum, Plenarsaal).


    Konstantindegeer: habe ich in meinen Beitrag etwas zu verkürzt oder falsch dargestellt, bitte berichtige mich

    Ich möchte nicht sagen das, das Projekt Garnisonkirche ein totgeborenes Kind ist. Aber es kam nie eine positive Stimmung auf. Es kamen immer nur die Kritiker zu Wort und es wurde ihnen eine große Bühne geboten, die, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche nie wollten. Und die Stiftung Garnisonkirche hatte immer schon ein Problem mit der Außendarstellung. Jeder Spender der sich öffentlich zur Garnisonkirche bekannt hatte wurde kritisiert (Beispiel: Hertha BSC Berlin).


    Zum Schluss kam noch der Oberbürgermeister Schubert (SPD) ins Spiel und der hat nicht die Ziele des Alt-Bürgermeisters verfolgt, ganz im Gegenteil er hat das Projekt noch torpediert und erstmal dafür gesorgt, das der Abriss des Rechenzentrum neu diskutiert wird.


    Da macht alles keinen Spass mehr....

    ^Warum der Schlosser bei der Rekonstruktion des Balkongittern nicht gleich die nach BrbBauO vorgeschriebene Absturzhöhe berücksichtigkeit hat ist mir schleierhaft. Hat das geländer überlebt und mußte es deshalb mit einem zusätzlichen Handlauf auf 90 cm Höhe gebracht werden oder hat man das alte Gitter nach Fotos in der damals üblichen Höhe von ca. 75 cm rekonstruiert und dann mit dem Handlauf nochml erhöht?


    Ein Bild von 1958 deutet darauf hin, daß das Geländer überlebt hat.


    Wenn ich mir das Foto anschaue, stand 1958 dieses Acht-Ecken-Haus noch. Warum wurde es abgerissen? Es scheint ja nicht beschädigt gewesen zu sein.

    Wenn man sich das Interview mit Oberbürgermeister Schubert (SPD) durchliest wird man feststellen dass dieser auf das Rechenzentrum (RZ), eigentlich garnicht mehr verzichten möchte. Obwohl längst Alternativvorschläge gemacht worden sind, denn es war vorgesehen im Innenhof des Stadthaus einen Plenarsaal zu bauen (siehe Mitteschön). Dann benötigt man auch keine teure Machbarkeitsstudie.

    Hier der entsprechende Link:


    Was wäre, wenn das Grundstück des Kirchenschiffs einfach frei bliebe? Können Sie sich dies vorstellen?

    Dann gäbe es keinen Platz für die Räume, die wir im Haus der Demokratie geplant haben. Das wird gern verkürzt auf den Plenarsaal – aber es soll ja weitere Funktionalitäten geben, insbesondere für die geschichtliche Arbeit in Potsdam. Das dürfte sogar der größere Teil im Gebäude sein.


    https://www.pnn.de/potsdam/int…re-hypothek/28143732.html

    (Quelle: Potsdamer Neuste Nachrichten, 09.03.2022)

    Lange konnte ich es mir nicht vorstellen aber wenn ich sehe das solche schönen Fenster eingesetzt werden, so bin ich doch enttäuscht das nur der Turm gebaut wird.


    Noch enttäuschter bin ich, dass der Bürotrakt neben dem Turm "erstmal" stehen bleibt. So kann der Turm nie seine wahre Schönheit entfalten. Aber der Turm kann sowieso seine Schönheit nicht entfalten solange die Haube und der Schmuck fehlt.