Posts by Himmelsrichtungen

    Ich denke, dass hier der "Jungredakteur" Volker Oelschläger die in einem weit größeren Kontext stehenden Aussagen Paul Oestreichers regelrecht benutzt hat. Schließlich sind ja schon Monate seit dieser Aussage bzw. der mehr selbstkritischen Einschätzung Oesterreichers vergangen. Auch ist der von Oelschläger gewählte Kontext manipulativ insofern, als dass ganz offensichtlich der Eindruck vermittelt werden soll, Paul Oesterreicher scheide "im Brass" vom Garnisonkirchenprojekt zumindest so lange, wie dieses Projekt sowohl Turm als auch Kirchenschiff beinhalte.


    Auf Versammlungen hat Paul Oesterreicher immer wieder betont, dass kritische Anmerkungen in Bezug darauf stehen, was er aufgrund seines Alters von 84 Jahren und seiner langwierigen Neuseeland-Reise sowieso vorgehabt habe, nämlich irgendwann aufzuhören.

    Was m. E. weiterführte, wäre eine angefangene Diskussion, zwischen Kunst am Bau und Kunst am Bau zu unterscheiden. Kunst am Bau im Sinne von mehr oder weniger nüchternen, geradezu sterilen Neubauten, woraus aus dem schlechten Gewissen, den Mitmenschen so etwas zuzumuten, das "Bonbon" Kunst am Bau als Zusatz ja entstanden ist. "Kunst am Bau" ist also der Versuch, bedeutunglosen bzw. bedeutungsarmen Bauten Be-Deutung einzuhauchen. Bei Bauten, die von sich aus Ausstrahlung genug besitzen, weil sie mit dem gesamten überlieferten Facettenreichtum der Baukunst aufwarten und somit die Ebene der Be-Deutung hervorragend bedienen, frage ich hingegen nach dem Sinn von Kunst am Bau.


    Unabhängig der beiden Kunst-Entwürfe, wobei ich den von Annette Paul als recht pfiffig, denjenigen von Florian Dombois als hintersinnig-gallig empfinde.

    "Der Entwurf weise in die richtige Richtung, doch greift er zu kurz", schrieb Peter Leinemann von der Stiftung Garnisonkirche und diese Formulierung mag denn auch ein Sinnbild widerspiegeln. Der Entwurf ist das Gerippe, nicht das Fleisch. Aus der bloßen Hülle einer CD, die gefunden worden ist, dringt keine Musik und das simple, rein technische Stahlgerüst eines hervorragenden Baus, das ersatzweise errichtet werden soll, kann kein Gewinn dieses tatsächlichen Meisterwerks sein, eher noch stärkere Erinnerung an den Verlust. Auch wenn der Kopf das Gegenteil sagt und verkündet, gefühlsmäßig scheint mir genau das die Absicht.

    Hallo zusammen,


    ich nenne das eine typische Potsdamer 80% Reko. Mehr ist anscheinend in dieser Stadt einfach nicht drin.


    Grüße
    Luftpost


    Diesen Eindruck der 80 % und der 20 % "Luft nach oben" teile und empfinde ich auch.


    Es scheint wohl gerade der Ruf der Stadt Potsdam zu sein und auch das Vorhandensein der Stiftung Baukultur, die die GEFÜHLSMÄSSIGE Annäherung oder gar Wiedererstehung der Historie im Bauen als Gefühlsduselei denunziert und das Maßgebliche des heutigen Architekten darin sieht, mehr oder minder gewaltsam eigene Duftmarken zu setzen. Wie wohltuend ist da die Bemerkung Christian Wendlands, der vom Demut im Bauen sprach, also der Zurücknahme angesichts hervorragender baulicher Vorbilder, anstatt dass die Architektenschaft gerade in namhaften Städten großenteils zwischen Banalität und Überdramatisierung schwankte.


    Auch fallen mir dabei mitunter und so auch jetzt die Worte des Schriftstellers Martin Mosebach ein, einem architektur-kritischen Geist, der vor Jahren die Eröffnungsrede auf einem Architektursymposium hielt:


    "So wünsche ich mir als Erstes Bauherren und Architekten, die die Stadt, für die sie bauen und planen, als beseeltes Lebewesen erkennen, (…). Die die Stadt als ein Werk vieler Generationen begreifen, als Werk zahlloser Namenloser, die gemeinsam diese städtische Individualität zu immer größerer Deutlichkeit ausgebildet haben. Die wissen, dass nicht sie es sind, die diese Stadt erfunden haben. Die die Lage der Stadt in der Landschaft analysiert haben, ihr An-einen-Fluss-geschmiegt-Sein, ihr Thronen auf Hügeln, ihr Lagern in Ebenen. Die die Genialität der Stadtgründer verstanden haben, die Stadt gerade an diesen und keinen anderen Ort gesetzt zu haben. Architekten, die bewundern, wie die alte Stadt gleichsam aus sich selbst erbaut wurde ..."

    Was meinst du mit "war die Stadt noch deutsch"?
    Also zu der Zeit war Krakau gerade in die Hanse eingetreten und war wohl auch ein starker Anziehungspunkt für Künstler aus deutschen Landen. Somit werden große Teile der Oberschicht deutsch gewesen sein und so wurde wohl auch das Stadtbild mitgeprägt. Aber das Deutsche und ihre Kultur einmal mehr als nur eine Minderheit der Krakauer Bürgerschaft waren wäre mir zumindest neu.
    Als Krakau aus der Hanse austrat durften die deutschen Kaufleute dort nicht mehr Handeln und wurden vertrieben, aber das war ein normaler Vorgang zu der Zeit.


    Ich denke, es ist wichtig, zwischen den sich überlappenden kulturgeschichtlichen Einflüssen und jenen territialpolitischen zu unterscheiden. Selbstverständlich gibt es neben den Einflussgaben vieler anderer Kulturen auch maßgeblich Einflussgaben aus dem deutschen Kulturraum. Zu Deutschland im territorialpolitischen Sinne hat Krakau indes nie gehört.


    Letztlich ist es ja schon allein der Begriff der GeSCHICHTe, der eben aussagt, wie sich im Zeithorizont das eine über das andere gelegt hat und hoffentlich das vorherige nicht immer bloß überdeckt hat.


    Zu der Bemerkung, dass es Ähnlichkeiten mit Österreich gäbe, ja, die gibt es sehr wohl. Das (aber) liegt zu großen Teilen am Einfluss der Jagiellonen, die Polen nicht nur territorial ausdehnten - was hoffentlich nicht als nachahmungswertes Beispiel dient - sondern kulturell Einflussgaben tätigten in alle Richtungen hin.

    Ich glaube, das Missverständnis liegt darin, untergründig anzunehmen, dass auch nur ein einziges zur Rekonstruktion vorgesehenes Kirchenbauwerk deshalb wiedererrichtet werden solle, weil die Räume der Religionsgemeinschaft nicht mehr ausreichten oder gar aus allen Nähten platzten. Vielmehr werden ja die entsprechenden Bauwerke zur Rekonstruktion vorgesehen um ihrer Schönheit willen, tritt also die erhabene und stadtbildprägende Gestalt zunächst vor den Inhalt und ist auch zunächst wichtiger als der akribische Nachweis über irgendeine Nutzung. Galt für die Vergangenheit, dass Inhalte eine schöne, einprägsame, die menschlichen Sinne ansprechende Gestalt hervorgebracht haben, so ist es heute vielfach umgekehrt, dass bei einer schönen, einprägsamen, über Generationen wiedererkennbaren Gestalt sich die Inhalte schon einfinden werden.


    Bei der Desdner Frauenkirche nicht anders als bei der Potsdamer Garnisonkirche, bei der Potsdamer Garnisonkirche nicht anders als bei St. Marien und St. Georgen in Wismar.


    Mehr als nur Hoffnung ...

    Könnte es vielleicht sein, dass ein Teil der hier auftretenden, sehr unterschiedlichen Einschätzung daher rührt, dass die seinerzeitigen Architekten die Vorbilder als Vor-Bilder nahmen, zur gefälligen Adaption und zur Variation, das Heutige allerdings in beliebiger Weise und zumeist fern direkter Anschauung per CAD zerlegt und dann "vor Ort" wieder zusammengesetzt wird?


    Ich empfinde es so, dass die Eiseskälte, die ein Großteil der heutigen Gebäude ausstrahlt, aus diesen immens gesteigerten, völlig beliebigen Möglichkeiten her rührt wie auch durch die zusammengedrückte Zeit, in der Menschen damit "überworfen" werden. Zusammengedrückte Zeit, wo zu Zeiten der Vorgängerbauten sich die "baulichen Moden" sinnlich nachvollziehbar und verarbeitbar in einem halben oder gar in mehreren Jahrhunderten abspielten.


    Dieses Gebäude strahlt für mich nicht Eiseskälte aus, doch es wirkt vor allem angesichts dieses Ortes eher belanglos. Wo das vorherige ggf. einem wilhelminischen Wetteifer entsprungen war, fällt der Nachfolgebau in seinen Akzenten gegenüber der Landtagsschloss-Fassade ab, was gerade an dieser Stelle - der Wasserkante - schade ist.

    Hä? Den Passus des Artikels versteh ich nicht ... Das hört sich ja fast so an, als ob Scharfenberg bisher eine hundertprozentige Turm-Rekonstruktion gefordert hat. Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen ...


    In der Tat hat die Potsdamer Parlamentsfraktion Die Linke UNTER Hans-Jürgen Scharfenberg nie einen Wiederaufbau des Garnisonkirchenturms gefordert. Allenfalls hat sie zugesagt, "stillzuhalten", soweit keine staatliche Förderung erfolgt. Auch wenn es keine städtischen Gelder sind, die in Aussicht stehen, sondern Bundesgelder zur Wiedergutmachung aus dem SED-Vermögen unter der Voraussetzung, dass Spendergelder in ausreichender Höhe bereitstehen, so sieht die Partei den von ihr zugesagten "Konsens" aufgekündigt. Deshalb auch ihr gemeinsames Agieren mit der Fraktion Die Andere, hervorgegangen aus der Kampagne gegen Wehrdienst, Zwangsdienste und Militär, deren Umfeld anlässlich des 65. Jahrestages der Bombardierung Potsdams (14. April 2010) u. a. bei Abbildung eines real nie existierenden sowjetrussichen Fliegers "Keine Träne für Potsdam" plakatierte.

    Nun hat ja in unmittelbarer Nähe zum Eingang "Neues Palais" ( für Insider "Mopke Süd" ) in den Park, auf dem Gelände der Stiftung, das Cafe "Fredersdorf" seit 2 Jahren seine Pforten geöffnet.
    Ich denke mal, daß diese Gaststätte alle möglichen Kinden in diesem Bereich an sich zieht.
    Ein Cafe, oder gleichartige Institution, am Bahnhof macht da wenig Sinn.


    Auch wenn (noch) kein Eintritt verlangt wird, so macht doch der Zaun das Stiftungsgelände als eigenständigen Bereich erkennbar.
    Ich glaube, es gibt da eine Welt innerhalb des Zauns und eine Welt außerhalb des Zauns, zumindest psychologisch ist das so. Kurzum halte ich die beiden Cafés nicht miteinander vergleichbar und beide ziehen ihr Publikum bzw. werden es ziehen.

    Das Ergebnis bleibt das gleiche. Die Landschaft wird durchindustrialisiert und verliert ihren Erholungswert.


    Das sehe ich anders.
    Zwischen Industrie und Industrialismus liegen Welten.
    Industrialismus, das sind die immergleichen standardisierten Anlagen großindustrieller Serie,
    - die im Prinzip immergleichen Plattenbaugebiete zwischen Eisenach und Wladiwostok,
    die wie von Riesenhand hingestellten immergleichen Windrotoren gleich ob Nordseeküste, Hunsrück oder Bayerischer Wald -
    bloße Industrie ist die Serie und sie kann auch überschaubar und klein sein und örtlich bezogen.


    Auf wieviel angenehm gestaltete industrielle Anlagen - sei es das MAN-Werk in Lippstadt, sei es die einer Kirche gleichende industrielle Anlage nahe des Bahnhofs von Köthen, sei es die 1920er Schuhfabrik in Alsfeld - schauen wir, ohne dass das Prinzip an sich verdammt werden müsste?

    Was ich problematisch und einer Lösung entgegenstehend betrachte, ist allein schon die Überschrift dieses Forums: "Verschandelung ..."


    So treffend das grundsätzlich ist, was die eingetretenen Ergebnisse angeht, so dient dieses Forum dann doch eher dem bloßen Abladen.


    Um aus der bloßen Zwickmühle zwischen berechtigten Bürgerprotesten und dem "Augen-zu-und-durch", also dem landschaftsgleichgültigen Aufstellen der immergleichen Windanlagen herauszukommen, wäre m. E. Phantasie gefragt und die sollte hier im Gesamtforum eigentlich reichlich versammelt sein:


    Wie kann die Förderung der Windkraft zu recht betrieben werden und dennoch dafür gesorgt werden, dass die Anlagen landschaftsangepasst sind, so wie es unsere Vorgängergenerationen mit der Gestaltung der Eisenbahn und der Gestaltung der Fabrikanlagen zumindest in der Periode von 1850 - 1900 vormachten?


    Warum fallen wir als demokratische Gesellschaft so sehr hinter vordemokratischen Gesellschaften zurück, was die ästhetischen Ansprüche angeht, dass Grüne, der Landschaft vormals zugewandt, sich der großindustriell anmutenden, technokratischen Überformung der Landschaft verschrieben haben, weshalb ja hier teilweise sogar schon Anfeindungen existieren?

    Das ist doch nicht das gleiche Haus?


    Genau (nicht).
    Und deshalb hätte es sogar nach den Kritierien des hier politisch neutral agierenden Denkmalschutzes auch keinen Sinn, hier zu stehen. Der seinerzeitige Standort war ja unabdingbar bezogen auf das Haus der Offiziere, so aber stünde das Denkmal völlig bezugslos da, fast so, als würde es sich um geheiigte Erde handeln.


    Nachsatz:
    In der Tat offenbart sich hier ein großes Feld zwischen einem bärbeißig agierenden Teil der Potsdamer CDU, der aus einer bloßen Antihaltung heraus keine Ausstellung nirgendwo möchte und einer pragmatischen Haltung von anderen Vertretern der Partei. Ich sehe es auch pragmatisch, wenngleich auch nicht neutral. Für mich ist der Abgebildete eher ein politischer Raufbold, der die zweifellose Demütigung eines großen Teils seiner Mitmenschen für seine politischen Zwecke instrumentalisierte und dass die selbst ernannten Tschekisten (selbst erklärt: Schwert und Schild der Partei) jegliche für unzulässig gehaltenen Meinungsäußerungen unterdrückten. Insofern liegt der Ursprung des stalinistischen Terrors bei Lenin und bei seiner Parteivorstellung.


    Was ich nicht verstehe:
    Wieso ist die Elisa nicht schon längst besetzt? In Hamburg herrscht akute Wohnungsnot und da stehen Dutzende Wohnungen leer...


    Für mich ist ziemlich klar, was der Grund der NIchtbesetzung ist:
    Es sind schlichtweg zwei verschiedene Kulturen. Die Kultur, die zuweilen Häuser besetzt und sich auch gegen seinerzeit wahnwitzige Autoverkehrsprojekte widerständig gezeigt hat, ist ansässig in den quasi "wildwüchsigen" Altbauvierteln. In Hamburg-Altona, -Ottensen, -St. Pauli-Nord (Schanzenviertel), -Eimsbüttel bis hin zu Teilen von Eppendorf und Winterhude, währenddessen Elisa ja ganz klar in Hamm-Nord zu Eilbek liegt, was von endlosen Genossenschafts-Wohnsiedlungen beherrscht wird. Das kreuzbrave Genossenschaftsklientel, was periodisch seine verdienten Mitglieder zu Genossenschaftsvertretern macht, (wobei diese sich wiederum auf den einjährig stattfindenden Vertreterversammlungen im wahrsten Sinne des Wortes abspeisen lassen), es ist nun nicht gerade geeicht dafür, irgendwelche Hausbesetzungen vorzunehmen oder gar dem jeweiligen sozialdemokratischen 1. Bürgermeister Steine in den Weg zu legen. :rolleyes:

    Der Unterschied zwischen den klassischen europäischen Städten und den üblicherweise gebauten US-amerikanischen Städten ist eben der, dass die klassische europäische Stadt aus der Perspektive des Fußgängers - historisch des Reiters - gebaut wurde und darin auch die schrittweise Ergänzung findet, während die Struktur US-amerikanischer Städte fast ausschließlich nur aus großem Abstand und aus der Luft erkennbar ist. Allenfalls gibt es riesige Plätze bzw. Brachen eben, entlang derer Einzelne sich tendenziell verloren vorkommen.

    Der Checkpoint Charlie ist m. E. das Musterbeispiel eines rein oberflächlichen und verkonsumierten Umgangs mit der Bauer - vom plakativ aufgehängten russischen Soldaten bis hin zu den verkauften Fellmützen und dem sonstigen Rummel dort. (Wer von den Touristen wüsste um den Hintergrund der Grenz-Logistik Alpha, Bravo und Charlie?) Die Bernauer Straße gibt Einsicht in die "Gesamtlogistik" der Berliner Mauer, sodass einem der kalte Schauer über den Rücken laufen KÖNNTE, doch angesichts des städtischen Umfelds wirkt das alles ziemilch präpariert, sodass - so glaube ich - derartige Gefühle gar nicht aufkommen. Es ist wie eine Ausstellung, die gezielt aufgesucht wird, in die man hinein- und auch wieder hinausgeht.


    Der Wahnsinn, eine gewachsene und vielfältig verwobene Stadt nahezu hermetisch zu teilen, ist in Berlin an keiner Stelle überraschend sichtbar und die Freude der Überwindung dieses Wahnsinns gleichfalls nicht. Ein Meter Beton schied an der U-Bahn-Strecke von Gesundbrunnen nach Neukölln - der jetzigen U 8 - am Alexanderplatz Ost und West. Zwischen der Wagendecke der durchfahrenden BVG-Züge und der Verteilerebene darüber zwischen der Pankower, der Friedrichsfelder U-Bahn und der S-Bahn. Durch die Spalten der Verblendung hindurch fahrendes Licht in einem Geistertunnel und das leichte, merkliche Rumpeln der Züge.


    Wo findet sich im Mausetunnel zwischen der U 6 und der U 2 am Bhf. Stadtmitte ein Hinweis darauf, dass hier der Welten Ende war? Dass der Westen zwangsweise durchrauschte durch den halb abgedunkelten Bahnhof, der Osten hielt und verbarrikadierte? Wo finden sich an den Bahnhöfen Naturkundemuseum, Oranienburger Tor, Französische Straße, Hinweise, dass die U-Bahn zwar da war, die Ausgänge aber nicht, am Bhf. Jannowitzbrücke, an den Bahnhöfen Heinrich-Heine-Straße, Weinmeisterstraße, Rosenthaler Platz und Bernauer Straße ebenso?


    Die Mauer gegen wen?
    Zweimal habe ich in den letzten Jahren den Wiederaufbau der Mauer erlebt, in Pappmaché und für Filmaufnahmen. Gezeigt gegenüber dem Westen, während dem Osten das Stützgerüst blieb ...


    ... - wider Willen eine spätere Genugtuung der SED, sie, die Mauer, sei doch gegen den Westen gerichtet gewesen und nicht gegen die eigene Bevölkerung?


    Ich wünschte mir sehnlichst einen authentischen Ort der Erinnerung fern touristischen Budenzaubers, der alles verflacht und fern davon, die Dinge im Amtsdeutsch gemäß Aktenlage abzuarbeiten. Zwei Reihen Pflastersteine markieren den Verlauf der Mauer. Wo aber wären imitierte, vielleicht auch goldene Fußspuren quer dazu?

    In den Reichsblättern ist eine ganzheitliche Anlage ohne trennende Zäune zu sehen.



    Quelle: Preußische Landesaufnahme von 1903, herausgegeben 1982 von SenBauWohn


    Danke für die prompte Reaktion, Spreetunnel!


    Hieße das dann folgerichtig, dass Mathias Döpfer somit am Wochenende der gesamte abgebildete Park zustehen soll(te) ?
    Dass dann - anders als heute - auch das Veranstaltungshaus der Lepsiusvilla um Erlaubnis für Tagungen bei Döpfner nachsuchen müsste und das Personal die Besucher dann gezielt zum Lepsiushaus begleiten müssten, sofern diese am Wochenende stattfinden?


    Dass so etwas nicht bedacht worden ist, kann ich mir immer noch nicht recht vorstellen.
    Für mich bleibt das bis zur Präsentation neuen Wissens ein Konflikt vorrangig um die Wiederherstellung einer historischen Parkanlage versus des Versuches, genau diese Rekonstruktion zu verhindern.


    Der Mangel liegt in der unzureichenden Vertragsoffenlegung einerseits und in der Vorgefasstheit, dass "der" ja nur Unbotmäßiges vorhabe, auf der anderen Seite.

    Vielen Dank, Lingster, für die Informationen, besonders diejenige vom RBB.


    Neue Information für mich, der ich den RBB-Beitrag nicht gesehen habe, ist dass das gesamte Gelände nicht nur der Villen Henckel und Schlieffen, sondern auch der Villen Quandt und Lepsius mit einem Zaun umgeben war, obwohl das erst einmal nichts Verwunderliches ist. Die Umzäunung hatte ja laut RBB-Informationen bis 1937 bestand. Was wohl nicht geklärt ist, ob es innerhalb der Außenumzäunung noch eine Abteilung im Gelände gab oder nicht.


    Bei keinerlei erfolgten Abteilung innerhalb des Gesamtgeländes wäre die Gegenleistung: Die Sanierung eines Gebäudes, sprich: der Villa Schlieffen, gegen die Zurverfügungstellung des Garten-Gesamtgeländes der vier Villen, und sei es auch "nur" am Wochenende, in der Tat unverhältnismäßig. Allerdings müsste diese Frage ebenso geklärt werden wie die Stellungnahme der Bürgerinitiative in ihrer eingereichten Online-Petition, dass ein Naturgarten und eben kein (wieder) gestalteter Garten das Wünschenswerte sei.


    Ich glaube auch nicht, dass die beiden letztgenannten Dinge aufzurechnen sind. Auf jeden Fall hätte das m. E. keinen Sinn. Es kann nicht Aufgabe der Stiftung zur Verwaltung des Welterbes sein, ein Teil des Welterbes verkommen zu lassen, ebensowenig, wie dass ein bisher öffentlich zugängliches Gelände - zum öffentlich gewidmeten Lepsius-Haus - entgegen der bisherigen Praxis am Wochenende nicht zugänglich wäre. Die Nichtzugänglichkeit auch dieses Teils am Wochenende kann ich mir schon wegen der Ausstellungen und der Veranstaltungen nicht recht vorstellen.


    Hat jemand da nähere Informationen, ob es eine Binnenteilung des gesamten eingezäunten Geländes gab?


    Ein Zaun außen rum wäre ja erst einmal kein Problem, solange nur die historische Situation angedeutet wird, dies im Gesamtgarten aber nicht mit einer Abschließung einhergeht, wie mustergültig bei der westlichen Begrenzung des Lustgartens und entlang der Straße Am Neues Palais beim Universitätsgelände.