Posts by Himmelsrichtungen

    Auch die Moschee steht in einer ganz anderen Umgebung als derjenigen zu Bauzeiten und selbst die Hartgesottensten würde ihr nicht das Existenzrecht absprechen. Wahrscheinlich wäre es sogar so gewesen, wäre sie im Krieg zerstört worden oder irgendein 1960er, 1070er Nachkriegsplaner - in diesem Fall der DDR - hätte sie per Straßen-Hochstraßenkreuz erledigt, sie dann irgendwann wieder aufgebaut worden wäre oder zur Rekonstruktion anstünde. Vor oder nach der Wende.


    @ Gunar Heimlich,


    okay, dann heben Sie sich, was den INHALT angeht, positiv von den Rekonstruktions-Pauschalverweigernden ab.

    Ich sagte es ja meine Meinung wird euch nicht gefallen.


    Es geht hier nicht um Meinung, die äußert hier jeder, es geht um die Art des Vorgehens.
    Konsens dieses Forums ist die Sinnhaftigkeit von Rekonstruktion gemäß der überlieferten Stadtstruktur, nicht der grundsätzlichen Infragestellung der Rekonstuktion. Dazu gibt es anderen Foren.


    In deinen / Ihren Einträgen widerspiegelt sich die Ablehnung der ausdrücklichen bzw. unausdrücklich aufgestellten Spielriegeln und der Grund dafür ist einzig und allein der gleiche wie beim Versuch, dem Bürgerdialog die Regeln aufzuzwingen:


    "Wir", also sind die Vertreter der kommenden Gesellschaftsordnung, als Angehörige eimes edleren Menschheitsgeschlechtes, brauchen uns an die piefigen Regeln der Vertreter der vergehenden Gesellschaftsordnung nicht zu halten. Alles andere ist dann Beiwerk.


    Deshalb werden Altbauten, und seien es auch rekonstruierte , an dem danach erst Entstandenen gemessen, worin sie denn ihre Existenzberechitung finden oder eben nicht. Ein glatte Amachronismus.

    [quote='Pfälzer Bub','index.php?page=Thread&postID=195044#post195044']Ja, ja....und die Frauenkirche war für das freie Neumarktumfeld zu klotzig, die neue Frankfurter Altstadt beißt sich mit den Hochhäusern, Das Weseler Rathaus passt in seiner gotischen Formensprache nicht in die Wiederaufbaustadt... Mann, Mann, in diesem Forum wird man mit so einer Meinung alleine stehen, ausserdem entbehrt sie jeder Grundlage. ...




    Meine Auffassung dazu:





    Antrieb und Sinn des Geschriebenen ist nicht der Austausch, sondern die gesuchte Provokation.
    Es ist einzig die Frage, ob das jemand annimmt ...

    In seiner Aussage thematisch bezogen und räumlich tausendmal besser zugeordnet als es in der Umgebung des Großen Waisenhauses, der Hiller-Brandtschen Häuser, des Ochsenkopfhauses und des Kopfbaus des Langen Stalls zu belassen, wäre das Mosaik am Johannes-Kepler-Platz (Wohngebiet Stern) aufgehoben.


    Unstrittig war immer sein Erhalt, gleich wo es steht. Dies aufgrund der Weltraum-Utopien, die Menschen beidseits des so bezeichneten Eisernen Vorhangs gegeneinander ausfochten.

    Mir ist die Motivation, diesen Kirchenbau verhindern zu wollen, noch immer überhaupt nicht begreiflich.


    Gehts nur um den "Tag von Potsdam", der ja wohl eher zufällig in der GK stattfand? Oder darum, dass es eben eine Garnisonkirche und damit vermeintliches Symbol für Militarismus war? Dann müsste man wohl jeden Kasernenbau und jede andere Garnisonkirche abreißen. Das ist doch alles Unsinn. Die Garnisonkirche war DIE Kirche Potsdams, DIE Landmarke der Stadt. Wie kann man sich ihrer Schönheit aus ideologischen Gründen verschließen wollen? Welch traumatische Erlebnisse muss man dafür durchgemacht haben, und ist es damit überhaupt zu rechtfertigen? Ich begreife das einfach nicht.



    Die Sache ist recht einfach erklärt:
    Da hat einer der Mannen, Lutz Boede, als damals noch junger Mann vor dem Glockenspiel des Herrn Klaar gestanden und vor seiner Nase sind da die Burschenschaftler aufmarschiert. Weil es das in der DDR natürlich nicht gab, muss für ihn augenblicklich der Faschismus ausgebrochen sein. Dann gibt es eben Freundeskreise und Freundeskreise der Freundeskreise, bis hin zu Studierenden-Ausschüssen, die alles was nach Militär benannt ist, mit Militarismus und Krieg gleichsetzt und wo schon der Einfluss fehlt, Kasernen abzureißen und die Kraft, sich mit dem Wachpersonal der bestehenden herumzuärgern, da muss eben - ersatzweise - die Garnisonkirche ran.


    Mit Argumenten lässt sich das nicht erklären, deshalb gibt es da auch regelmäßig "Fehlstellen" in der verbalen Auseinandersetzung bis hin zum Versuch, die Regie an sich zu reißen.

    Ich glaube die haben die Situation der Befürworter der Garnisonkirche nicht verstanden.
    Ohne Moos nix los.
    Wer Spendet denn schon für ein Projekt das Umstritten ist und womöglich noch von einem grossen Teil der Bewohner nicht gewollt ist. Wenn die um Spenden werbenden jetzt auch noch nachweislich unfair handeln wollen setzt das auch den Spendenden in ein schlechtes Licht.
    Ohne Geld nutzt die Baugenehmigung garnichts.


    Das ist das Ziel der erklärten Gegner, klar.


    Fairness ist nicht das, was die groß Ausrufenden dafür halten,
    ebensowenig wie die Demokratie dadurch gewann, dass sie in Großbuchstaben 40 Jahre an Häuserwänden stand.


    Sie lebt jenseits gesuchten Machtkampfes unter einschlägigen Vorzeichen:
    Will sagen einfaches, unkompliziertes Einvernehmen.

    Die versuchte übergestülpte Diskussion fußte schon insofern auf falschen Voraussetzungen, dem OB Parteilichkeit vorzuwerfen.
    Der OB ist bei derartigen Veranstaltungen Vertreter aller Bürger - also auch jener, die sich per Selbstdefinition gar nicht dazurechnen - unabhängig seiner Auffassung als irgendein Parteimitglied.


    Dieses Nichtunterscheidungsvermögen führt dann dazu, dass erst über die Sitzordnung, dann über die beeinflussende Farbe der Wände, über die Zahl und den Standort der Mikrofone, über die Größe einschlägiger Buchstaben bei power-point-Präsdentationen gesprochen wird, als sich auf jene Regeln einzulassen, die sich bei allesamt allen Veranstaltungen als den anderen achtend und zudem als zweckmäßig herausgestellt haben.


    Jenseits irgendeiner Polemik:
    Wer sich als Vertreter der kommenden Gesellschaft begreift, braucht sich selbstverständlich an die Regeln der zu vergehenden Gesellschaft nicht zu halten.


    Darin, an dieser Selbstbeweihräucherung, ist ein menschenfreundlicher, ursprünglich schöpferischer Impuls verdientermaßen zerbrochen.

    Zu den angeblichen freudschen Fehlern. Sicherlich haben sie schon etwas von den tollen Ergebnissen der Rechtschreibkorrektur bei Handys gehört.


    ... was dafür spräche, die entscheidenden Dinge selbst in der Hand zu behalten.


    Das macht übrigens auch die Schönheit stadtbildprägender Bauten über Jahrhunderte aus, weil sich Menschen in den ausgebildeten Formen GEFÜHLSMÄSSIG wiedererkennen anstatt durch belanglose Neubauten, irgendwo entworfen in Chicago, Sydney oder Shanghai, Gleichartiges und Ortsunbezogenes vorgesetzt zu bekommen.


    Das Handy hatte übrigens paradoxerweise in diesem Fall recht:
    So bezeichnete Fairnessregeln überzustülpen, war schon vom Weg her Diktat.

    Offensichtlich versteht hier niemand die Aussewirkung die das nicht diskutieren der Fairnessregeln hat.
    -Ablehnung über Fairnesregeln zu diktieren = keine Fairness-.


    Mit Verlaub und mit Nachsicht gegenüber Tippfehlern, die mir zuweilen auch passieren, Einträger Gunar Heimlich: Hier hat sich offenbar ein "Freud´scher" eingeschlichen. Das erscheint mir symptomatisch.

    [quote='Kralle','index.php?page=Thread&postID=194512#post194512']Ich musste mich gerade über ein Triptychon des Malers Wolfram Baumgart bei Facebook schlapplachen, da sind die Garnisonkirchen-Hasser Boede, Wohlfahrt und Szilleweit in einer Ahnenreihe mit Hindenburg, Hitler und Ulbricht zu sehen. :lachen: Stimmt ja auch irgendwie... :tongue:


    ________


    Himmelsrichtungen:


    Ich empfinde das Triptychon als überaus treffend.
    Im ersten Bild der Aufbau, im zweiten links und rechts die Teilzerstörung und die Sprengung, im dritten der Wiederaufbau mitsamt derer, die ihn verhindern wollen.
    Das ist ein lebendiges Bild und noch nicht einmal eine Zuspitzung der Potsdamer Szenerie.


    Soweit sich Bode, Szilleweit und Wohlfahrt beschweren, dass sie gemeinsam mit Hitler und HIndenburg (und ggf. Ulbricht) ins Bild gebracht werden, frage ich mich, wo denn ihr lauthalser Protest dagegen war, dass ein nicht kleiner Teil ihrer "Truppen" NS-Armbinden mit Garnisonkirchen-Emblem darin fertigen ließen und noch weit über die Veranstaltung hinaus in größter Selbstverständlichkeit trugen.


    Bis heute habe ich davon nichts gehört.


    Da scheinen junge MAZ-Redakteure schon Begehrlichkeiten schüren zu wollen ...

    Der Platz bekommt FÜHLBAR seine Fassung , so ist sie, die Fassung, keine ausschließlich des Kopfes, des rechten Winkels und damit der optimierten Stapelbarkeit. Vielmehr habe ich immer wieder das Gefühl, sichtbar, wie mittels der Geste einer Hand, Schritt für Schritt eingeladen zu werden. Keine abrupte Öffnung zum Platz hin, geplant als Stätte versammelten Kommerzes oder des Aufmarsches, vielmehr etwas Allmähliches, wer denn von der Langen Brücke her kommt.


    Es ist dieses quasi "Natürlich-sich Öffnende", wer sich von den Baulinien sanft leiten lässt: Ist es nicht dieses sehr grundlegende Gefühl, was die meisten Menschen auf Dauer anspricht, ja, schon immer ansprach?


    Dem Dank an Hasso Plattner, Günter Jauch und zuweilen auch Wolfgang Joop schließe ich mich hier sehr gerne an.


    Na ja,
    der (fast) gleiche Kreis hat sich vor Jahren völlig unsatirisch und ganz ernsthaft für die Bombardierung bedankt, "Keine Träne für Potsdam" plakatiert und den gedanklichen Kurzschluss vom "Tag von Potsdam" zur quasi verdienten "Nacht von Potsdam" gezogen.

    Wo kann ich denn mal den letzten Stand der Dinge nachlesen? Mir ist nur der Artikel aus der MAZ vom 29.01.15 bekannt.


    "Die Promenade auf der Uferseite des Humboldtkarrees in Potsdam ist noch nicht einmal fertig gebaut, da muss auch schon nachgebessert werden. Die Planer haben bei der Neugestaltung des Uferbereichs der Alten Fahrt nämlich den Zugang für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer vergessen"


    Nun soll nachgebessert werden. Ein Hinweis auf das Weglassen der Treppe fehlt hier im Artikel.


    Ich denke mal, dass die Planer den behindertengerechten Zugang nicht einfach vergessen haben, vielmehr schienen sie die Durchwegung durch das Barberini für akzeptabel gehalten zu halten. Dass es diese Durchwegung nicht mehr geben wird und sich diese "Randbedingung" geändert hat, hat ihnen in typsich bürokratischer Manier niemand gesagt. Dazu hätte ja jemand gemäß Zuständigkeit den Auftrag erteilen müssen. Wo aber ist diese Zuständigkeit, wenn diese "Unplanmäßigkeit" behördlicherseits gar nicht erfasst werden kann?

    Hoffe auch, dass sich was im Umfeld ändert, wenn die GK steht. Sieht schon ziemlich trostlos aus, gerade der abgeplatzte Putz sieht nicht so schön aus und das alte Feuerwehrgebäude macht sich auch nicht so gut. Hoffe dass es bald abgerissen wird, nur ob der nachfolge Bau besser wird, wird sich zeigen!


    Ich denke, die Situaion in diesem Straßenzug wird sich ändern schon bevor die Garnisonkirche mit ihrem Turm steht. Mit dem Abriss der Feuerwehr-Gebäude in der Straße wird es ja schon auf absehbare Zeit hin eine Wohnbebauung zwischen dem Neuen Markt im Osten und dem Langen Stall im Westen geben. Folglich also Werner-Seelenbinder-Straße im Süden. Die (rekonstruierte) Garnisonkirche markiert dann auf der Südseite den Höhepunkt.

    Der alte Trick. Ungewöhnliche Perspektive, etwas unrealistisches Licht, ein matter Schimmer auf der Fassade, fertig. Genau wie Glaskästen, die ja auf Visualisierungen auch immer ach so transparent und leicht daherkommen.


    ... sagen wir mal verkaufsgängig.
    Oder nach den Geboten allgemeiner Werbung, wobei die klassische Werbung ja den Wahrheitsgehalt nicht antreten muss. Bei Visualisierungen würde ich allerdings mehr erwarten als in den Vordergrund sich drängende werbliche, verkaufsgängige Absicht, auch wenn ich dadurch als Illusionist verschrien werde.

    In Beidem selbstverständlich Übereinstimmung:


    Auf jeden Fall ist der Bahnhof heute wieder ein Schmuckstück auf das ich wirklich stolz bin. Zu wünschen wäre ihm nur eine viel bessere Einbindung ins deutsche Liniennetz!


    Wobei der wesentlliche Grund, dass Dresden innerhalb Deutschlands noch stärker am Rand liegt als Berlin, überwunden werden kann doch mehr Verbindungen nach Polen und besonders nach Tschechien. Das würde auch die ganze Region bis Görlitz hin aufwerten, die nationalstaatlichen Grenzen Grenzen sein lassen und an den uralten gemeinsamen Kulturraum anzuknüpfen. Bislang sind ja nicht mehr als bloße Absichtserklärungen in die Welt gekommen, soweit ich das mitbekomme.