Posts by Himmelsrichtungen

    Es mag jetzt etwas zu spät erscheinen angesichts der gelaufenen Debatte, dennoch will ich versuchen, einige zusätzliche Gedanken einzubringen:


    'Es gibt m. E. - gefühlsmäßig und sichtbar - "schnelle" Orte und es gibt "langsame".
    Die langsamen sind jene aus der Perspektive des zu Fuß Gehenden, weshalb auch die kleinteiligen Fassaden so sind wie sie sind. Die schnellen Orte sind jene aus der Perspektive des mehr oder minder achtlos und schnell Vorbeifahrenden. Das sind jene Bauten aus dem Augenwinkel, gröber, gleichförmiger und oberflächlich-rasterhafter von der Struktur. Gleich, ob auf der Südseite des Marktplatzes von Njmwegen/NL oder nördlich des Alten Marktes in Potsdam.


    Ich könnte heavy metal in der Pause einer klassischen Aufführung nicht ertragen, was nicht heißt, das heavy metal keine Kunstrichtung wäre. Nur hat sie ihre andere Zeit und ihren anderen Platz, soll das menschliche Gefühl angesichts einer solchen Vermischung nicht Achterbahn fahren. Ich glaube sogar, derlei Empfindungen sind etwas zutiefst Antropologisches und kein Kopf wird das dem Gefühl ausreden können, ebensowenig, wie das Geräusch eines Raben vor den Gesang der Nachtigall stellen zu können.


    Die Darstellung des Bruchs, was Anliegen der Initiative "Die Mitte neu denken" ist, empfinde ich daher als eine eher vom Kopf dominierte Zugangsweise, als Neuauflage jener Zeit, als das Erschrecken über die "technische Zurichtung" der Stadt groß war und vor das klare Eingeständnis dieses städtebaulichen Irrtums zur eigenen Ehrenrettung der "harmonische Bruch" herbeidefiniert wurde. Bei allen Nachvollziehbarkeit, was hier schon betont wurde.


    Der Sepp-Weber-Bau ist einmalig bloß in dem Sinne, dass er kein zweites Mal so gebaut wurde, einmalig im Sinne eines gefühlsmäßig Erhebenden, dass Menschen fasziniert vor ihm stünden, ist er nicht.


    Was ist die Stadt in ihrem innersten Kern?


    Wieweit ein "entseelter", rein technischer Funktionsmechanismus analog eines Räderwerks, bei bloßem Vorhandensein einer den Ablauf nicht störenden Begleitkulisse?
    Inwieweit ein Ort tatsächlicher Bedeutung, menschliche Sinnbilder ansprechend und widerspiegelnd, dem zu Fuß Gehenden zur Freude, wobei moderne Ergänzungen auch im Zentrum keineswegs ausgeschlossen sind, sofern sie sich auf das stadtbildprägende Alte beziehen und es darum achten?


    Der Sepp-Weber-Bau (FH Potsdam) ist weder hässlich noch schön, er ist der Stadt gegenüber gleichgültig und durch die unterbundene Schwerdtfegerstraße blockiert er das Quartier, als es zu öffnen.

    Ansonsten ist der Berliner Autobahnring ja vor allem auch eine überregionale Angelegenheit, die nur bedingt etwas mit der "autogerechten Stadt" zu tun hat.


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    Das ist ja die große Gefahr, dass der innerstädtische Autobahn-Halbring A 100 telweise oder ganz den um Berlin herumführenden Autobahnring A 10 ersetzt. Das Navi macht´s selbst für die ortsunkundigsten LKW-Fahrer von sonstwoher möglich. Und wer auf die Land- und Stadtkarte schaut, weiß um die rein rechnerische Abkürzung.


    Im Übrigen ist das Argument des Lückenschlusses kaum von Tragweite. Es ist schlichtweg eine Verlängerung des westlichen und südlichen Innenstadtrings nach Osten hin. Im Norden wird selbstverständlich im Wedding die bestehende Stadtstraße mit Straßenbahn (Linien M 13 und Linie 50) bestehen bleiben, ohne dass das jemals zu einer Autobahn umgewidmet werden wird. Will sagen: Nirgends steht geschrieben, dass die weitere Fortführung der A 100 in Autobahnform erfolgen muss. Denkbar wäre auch eine Fortführung in Form einer Stadtstraße wie im Wedding und in Pankow/ Prenzlauer Berg. Auch ggf. mit einzelnen Tunnelstrecken.

    Danke, Spreetunnel, für diese hervorragenden Fotos!


    Was mir spontan dazu einfällt:


    1. Der Taut´sche Erker, der schon vorher als weltfremdes Implantat hineingezwungen inden Altbau des Jagdschlosses wirkte, immerhin aber doch mit der Pergola seinen Bezugspunkt fand, wirkt heute nur leer und geradezu geisterhaft. Für mich ein Musterbeispiel dafür, wie sehr das Denkmalverständnis sich von konkreter Anschaulichkeit abhebt und abstrakten Prinzipien wie dem Zeitschichten-Modell folgt, Gleich eines Passenden oder eben völlig Unpassenden.


    2. Das Tor als früheren Haupteingang zum Jagdschloss ist bislang zugeblieben. Und dies genau an der Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg. Oder, die vorherige Zeitperiode einbezogen: Zwischen West-Berlin und der DDR. Zubleibend, aus rein praktischen Gründen selbstverständlich.

    Doch, die Initiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" hat sich öffentich für einen Erhalt des Rechenzentrums ausgesprochen. Auch will man weder die Baugnehmigung für die Garnisonkirche noch den abgeschlossenen, befristeten Mietvertrag für das Rechenzentrum akzeptieren.


    Das ist ja einer der Gründe, weshalb ein "Dialog" mit der Truppe keinen Sinn macht: käme ein Kompromiss zustande würde dieser nicht eingehalten.


    Ich sehe in der neuen - eher den mit "Weisheiten" der Endsiebziger aufwartenden - Gruppe eine, die sich um die Mechanismen politischen Public Relations schart. Dialog wäre ja prima, das aber ein Teil der Gruppe bis vor kurzem und zum Teil ja immer noch gegen den "rosa Kasten" wettert - gemeint ist das Potsdamer Stadtschloss - und es jetzt als Bestandteil des Kontrastes ansieht, ist jedenfalls ein Teil der argumentativen Achterbahnfahrt, den ein großer Teil der an der Initiative Beteiligten hingelegt hat.

    @ "Himmelsrichtungen"
    Zweifellos ist mir ein Renaissance-Kirchengewölbe lieber als drei aufgehängte Fahnen. Doch abgesehen, dass auch mir ein etwas opulenterer Baustil ohnehin lieber als der teils etwas zu karge Neoklassizismus ist, sind das Dinge, die man nicht so einfach miteinander vergleichen kann. Die Reduktion des Ornaments ist ja weniger ein Kennzeichen des Neoklassizismus als vielmehr der Moderne generell. Der Neoklassizismus ist insofern sogar die im Vergleich zu Bauhaus und Co. milde Variante, wenn man diesen gegen eine alte Kirchenkuppel ausspielen will. Der Vergleich hinkt aber auch insofern, als drei aufgehängte Fahnen nicht das Kennzeichen des Neoklassizismus sind, eigentlich auch kaum mit Architektur zu tun haben. Es handelt sich, wenn Du auf die Reichsparteitage anspielst, vielmehr um Event-Gestaltung. Und in dieser Hinsicht interpretiere ich diese Veranstaltungsdesigns der NS-Zeit als die Vorläufer der heutigen Popkultur. Man denke nur an die Lichtinszenierung bei Rockkonzerten, die Hysterie, in die Teile des Publikums verfallen. Und um im christlichen Vergleich zu bleiben: Fahnen finden sich heute auch bei Freiluft-Auftritten des Papstes, auf Evangelischen Kirchentagen, und es kommt dabei auch zu bemerkenswerten Bühnengestaltungen. Das hat aber nun mit der Architektur des Neoklassizismus wenig zu tun.


    Ich denke, dass dieses aufgemachte Themenfeld "Bauen zwischen 1933 und 1945" ja nicht nur den Neoklassizismus als solches berührt, sondern die Verwobenheit mit der NS-Zeit: Wo sind Parallelen, wo heben sich NS-Bauten - zumeist ja negativ, die menschlichen Blicke versucht starr auf etwas zu richten - ab?


    Von daher ist das eine recht aufschlussreiche Diskussion, die gewiss einer Verbreiterung bedarf.


    Was die Lichtinszenierungen angeht, sehe und späre ich die Parallelität auch. Nicht umsonst ist die Lichtinszenierung Hofers ein Jahr vor der Jahrtausendwende, Silvester 1999/2000, an der Siegessäule kritisiert worden. Das allerdings empfinde ich als zugegeben noch harmlos gegen Bauten, die darüberhinausgehen. In Nürnberg oder eben das Reichsluftfahrtministerium Ernst Sagebiels als Prototyp der Welthauptstadt Germania, selbstverständlich genutzt als Haus der Ministerien und in den Höfen geringfügig variiert zugunsten des Bundesfinanzministeriums.


    Wer das Martialische brechen will, wäre gut beraten, vor dem Haupteingang eine Skulptur zu schaffen mit einem krumm gebeugten Mütterlein und/oder bspw. einer Skulptur des Blinden und des Lahmen und/oder auch von Menschen, die von anderen als geistig behindert bezeichnet werden, um gerade hier auf die GESAMTE Welt aufmerksam zu machen, nicht aber nur auf den propagandistisch verengten, heorischen Ausschnitt.


    Ich empfinde es so, dass in der bewussten Heroisierung und in der bewussten Einschüchterungswirkung sich die Bauten des NS-Zeit wie auch zu Teilen des Stalinismus unmenschlich von anderen neoklassizisischer Art unterscheiden. Selbst vom recht verkopften und recht nüchternen Bauhaus, bei dem mir nicht warm ums Herz wird, sondern nur mein Kopf angesprochen wird. Hier aber, bei der klassischen NS-Architektur, läuft mir der kalte Schauer über den Rücken, sogar auch da, wo ich recht unvermittelt und nicht per Vorinformation auf sie stoße.


    Was die Fahnen angeht: Ich empfinde das so, dass beim klassischen, zeitlich befristeten Event die Fahnen zum Bauwerk hinzutreten, bei den monumentalen NS-Bauten (oder einem Teil der stalinistischen Bauten) das Bauwerk zu den Fahnen.

    Für Außenstehende ein sehr lesenswerter Artikel. Und für Menschen vor Ort (die in der Materie auf irgendeine Art und Weise "drin sind"), ein Artikel, wie er in der Potsdamer Lokalpresse leider vergeblich gesucht werden muss. Ein solcher Artikel in der Potsdamer Lokalpresse würde so manches entkrampfen, als dass v. a. Jungjournalisten meinen, durch Zuspitzungen sich Sporen zu verdienen.

    "Antonstädter" und "Himmelsrichtungen", was der Einzelne "widerwärtig" und "übel" findet, ist eine persönliche Empfindung, die jedem belassen ist. (...)


    Könntet Ihr aber einige Originalzitate präsentieren, in denen klar von der NS-Führung und der damaligen Architektenschaft geäußert wird, dass ihre Bauvorhaben der Einschüchterung der Bürger dienen sollen? Oder handelt es sich dabei nur um eine Interpretation einiger Kunsthistoriker späterer Jahrzehnte, die heute unhinterfragt als Faktum gesehen wird?


    Ich denke, die gestellte Frage ist so einfach zu beantworten, wie sie schwer zu beantworten ist.
    Mithin eine Frage ersteinmal des persönlichen Empfindens MIT gleichzeitig aber auch intersubjektiver Komponente.


    Dazu braucht man sich nicht nur die Abbildungen von derlei Bauten anschauen, sondern gerade auch den Umgang von Menschen in ihnen. Ein Kirchengewölbe, an dem man sich nicht satt sehen kann und das sich dem Betrachter nicht nur auf den ersten, sondern erst nach dem zweiten und dritten Blick öffnet, ist etwas anderes, als die Augen starr auf drei senkrecht aufgehängte Fahnen hinzuführen, wobei die ganze Architektur auf diese "Szenerie" ausgerichtet ist. Gewiss gibt es da fließende Übergänge.


    Ansonsten gab es auch während der Nazi-Zeit unterschiedliche Richtungen:
    Die Vertreter des auf Einschüchterung angelegten Monumentalstils eben, und
    die Vertreter des Heimatstils, sowohl als Ablehner von Bauhaus als auch des als zu süßlich empfundenen Jugendstils.


    Ohne die Zweiten, die wirklich einen eigenständigen Stil zu kreieren trachteten, wäre die Breite der NS-Herrschaft gar nicht möglich gewesen.

    Die verbindende Klammer der monumentalen NS-Architektur - nicht zu verwechseln mit Bauten IN der NS-Zeit - ist klar beabsichtigte Wirkung der Einschüchterung. Bei den Römern und bei vergleichbaren Projekten selbstgefällig und unausdrücklich einschüchternd, bei den Nazis ganz bewust und kalkuliert.


    Wenn allein schon der Säulenfuß über Kopf und Kragen reicht, kann von einer menschengemäßen und menschenfreundlichen Architektur nicht mehr gesprochen werden, nur von einer, be der schon 100.000 an Menschen oder gar Millionen - wie bei der geplanten Großen Halle des Volkes - aufgeboten werden müssen, um ein passendes Gegengewicht zu derlei Bauten zu schaffen.


    Von den Suchbewegungen des Auges kann nicht gesprochen werden, nur von seiner versuchten Fesselung.

    Bleibt mihtin die Frage, wann das zu BUGA-Zeiten angelegte Provisorium - sprich: die Wiederherstellung des Stadtkanals bloß bis zur Höhe des ehemaligen Wasserspiegels - umgebaut wird in den endgültigen Zustand: Dann, wenn auch die dahinterliegenden Abschnitte des Kanals, sprich um die Ecke herum entlang der Dortustraße ihren Anschluss an die Havel erreicht haben oder doch schon frühzeitiger, wenn der Kanal aus Richtung Kellertor dieses BUGA-Stück erreicht hat ?

    Indes, Ursus, es ist schon da.
    Natürlich von jenen, die die Schiedsrichterrolle der Stadt auf keinen Fall akzeptieren wollten, weil diese doch parteiisch, man selbst hingegen einzig unparteiisch sei und deshalb faktisch genötigt gewesen war, den Anwesenden den Sinn eigener Spielregeln zu erklären.


    Dass diese, die Anwesenden, dies zu großen Teilen ganz anders sahen: Was sollten sich denn die "Kommenden" noch Mühe machen gegenüber den per se "Ewiggestrigen"?

    Ein dem Welterbe gemäß wieder hergestellter Park, in dem nicht alles, was zu sehen ist, auch zugänglich ist (70 % ja, ca. 30 % nicht) ...


    ... oder ein weiterhin verwildertes Grundstück bei notdürftig vorgenommener Wegesicherungspflicht, das nur deshalb dem Bebauungsplan entspricht, weil es uneingeschränkt zugänglich ist, das ist letztendlich hier die Frage.

    Dieser Aspekt der eben nicht geradlinig zu machenden Verknüpfung von links = gleich böse für alte Häuser und rechts = gut wird hier aus meiner Sicht bei aller berechtigten Kritik an manchen Auswüchsen und Folgen der Studentenbewegung gerne ausgeblendet. In Bremen waren etwa CDU, FDP, Teile der "alten", konservativen Nachkriegs-SPD und Handelskammer FÜR die Mozarttrasse, die eine brutale Zerstörung eines der heute beliebtesten und schönsten Bremer Altbauviertel zur Folge gehabt hätte (es folgten erbitterte Kriege in Zeitungen, Zeitschriften und im Parlament und es gab noch in den 90er Jahren konservative Politiker, die die Nichtrealisierung des Tangentenvierecks um die Bremer Innenstadt für den größten politischen Fehler der vergangenen Jahrzehnte hielten), während die bürgernäheren, ja moderneren linkeren Teile der SPD zusammen mit den frühesten Gruppierungen, die man später Grüne nennen würde GEGEN die Abrisspolitik waren.


    Mal wieder ist es alles nicht so einfach, wie es sich manche machen wollen...


    Da stimme ich von ganzem Herzen zu.
    Soweit es "links" - was immer das sein soll - ist, ein Defizit bzw. einen Vorbehalt gegenüber einer vermeintlichen Verschwendung zu konstatieren die den Altbauten innewohnen würde, soweit war es "rechts", der Parole "Freie Fahrt für freie Bürger" zum Durchbruch zu verhelfen. Zu der Aufzählung möchte ich noch Hamburg-Ottensen hinzufügen, ursprünglich ein Dorf, in der Phase der Frühindustrialisierung zu einem dichtbesiedelten Stadtteil erwachsen, in seinem Südteil zur Elbe hin sogar mit noch schönerer und ästhetisch üppigerer Bebauung und den nachfolgenden Plänen, daraus eine Bürostadt a la City Nord wie nördlich des Hamburger Stadtparks zu machen. Selbstverständlich mit sechsspurigem Autobahn-Zubringer und einem vier- bzw. sechsspurigen Hochstraßenkreuz anstelle von jetzt glücklicherweise gebliebenen zweispurigen Straßen.


    In Hamburg hieß die Initiative Bürgerinitiatve Verkehr Ottensen, BIVO, nicht weit entfernt von der BIRL, Bürgerinitiative Rettet Lübeck und jener Initiative ggen die Mozarttrasse in Bremen.

    Da ist er immer noch voll und ganz der Sozialarbeiter, jemanden, der ihm die Außenseite seiner Amtstür mit Graffiti zusprühen würde, immer noch 10 oder 20 berechtigte Gründe dafür zuzugestehen. Und selbstverständlich Besserung gelobt, dass der andere dazu nicht mehr gezwungen sei.

    Das Vorbingen auch von Partialinteressen wäre ja beileibe überhaupt kein Problem, wenn damit nicht der Anspruch einherginge, mit überproportionaler Mobilisierung der Sache zum Durchbruch zu verhelfen. Das findet sich ja allerorten und hier bei einschlägigem Klientel im Besonderen.


    Dahinter verbirgt sich eben die Auffassung, dass Demokratie ZUALLERERST eine Anglegenheit der zahlenmäßigen Stärkeren sei und dann ggf. die Argumente hinsichtlich dessen passbar und gängig gemacht werden müssten ...


    ... kaum aber die Auffassung, dass Demokratie zuallererst die Herrschaft des unbefangenen Argumentes ist, gleich wie viel oder wie wenig das vorbringen UND DANN ERST, auf dieser Basis, nach Lösungen und auch Mehrheiten gesucht wird.


    Das hieße quer zur bisher gängigen Praxis: Mehrheit schon vom Gedanken her zuallerLETZT und weil dies meistens nicht anders ginge, nicht zuallererst.

    Wenn sich die Schwanenallee-haute-volée hier auch registrierte hätten wir zu dem Thema auch ein Hauen und stechen.


    Das ist auch meine Einschätzung.


    Demzufolge gibt es eine ausgesprochene Negativ-Koalition, die miteinander nichts und rein gar nichts zu tun hat, doch wohlverstandenen und wohltuenden Eigen-Sinn mit elitärem Gehabe verwechselt. Faktisch zumindest die einen und im Brustton der Überzeugtheit die anderen.


    Die einen aus eher ideologischen Gründen - wir sind die Kommenden! -, die anderen, weil sie mittels Geld hinter die Idee der Dienerschaft weit zurückfallen.

    Ich teile ansonsten Heimlichs Festhalten an überlebten DDR-Strukturen nicht, würde es aber verstehen, wenn es mit DDR-Nostalgie (Jugenderinnerungen u.ä.) zu tun hat. Mich persönlich stört das Mercure auch nicht sonderlich, aber ich lebe auch nicht in Potsdam, sondern sehe es nur auf Bildern. Was mich bei Heimlich interessieren würde, sofern er ehrlich ist, ist: Wenn er heute sagt, die Schlossfassade gutzuheißen, hat er sich dann also nicht an der Vorgänger-Initiative zur Anti-GK-Gruppe beteiligt? Oder hat er eine frühere Meinung revidiert? Die Gruppe hieß doch "Bildung statt Schloss" oder so ähnlich...


    Naja, es gibt eben eine ganze Reihe von Initiativen, von 2 bis 30 Menschen "stark", die die Regeln des politischen Public Relation für sich nutzen, sehr oft auch in Personalunion.
    Einer ist hier, will aber dort nicht dabeigewesen sein und erklärt sich somit auch nicht verantwortlich für das, ein anderer treibt´s umgekehrt. Der bewusst gewollte Effekt:


    g UN ar HEIMLICH.

    Also ich weiß nicht, ob die Zerstörung bzw der Abriss des Stadtschlosses und der Gebäude an der Alten Fahrt, nur subjektives Empfinden ist. Der Bereich ab der Alten Fahrt, Havel und Stadtkanal, mit Stadtschloss, Lustgarten, Nikolaikirche, Garnisonkirche, Heilig-Geist-Kirche, Altermarkt usw, war eine Einheit, die durch die Fachhochschule, das Rechenzentrum und das Mercure Hotel unterbrochen und massiv gestört wird.


    Da schließt sich der Kreis gemäß des städtebaulichen Empfindens.
    In den 1970er Jahre Broschüren war von einem reizvollen Kontrast zwischen Alt und Neu die Rede seitens derer, die immerhin schon den Wert der überlieferten Baukultur erfasst hatten, doch den rigorosen Riss, den die Stadtplanung bedeutete, sich nicht einzugestehen wagten.


    Das sehe ich übrigens systemübergreifend in Ost und West.


    Die andere städtebauliche Qualität setzt erst ein mit der Erkenntnis, dass nicht jeder Bau an jedem beliebigen Ort stehen könnte.
    Mithin die Abwendung von einer Denkhaltung, die das Zentrum nach genau denselben Prinzipien gestalten wollte wie die Peripherie einer Stadt und - dies spezifisch im Osten eben - die Städte austauschbar machte zwischen Eisenach und Wladiwostok und nach denselben Bauprinzipien zu errichten trachtete.


    NIcht zu unterscheiden zwischen Zentrum und die Peripherie und dass das Zentrum zuallererst aus der jahrhundertealten Stadtkomposition besteht, sie der Maßstab ist für weiteres Bauen, dies fällt sogar noch hinter die Erkenntnisse der späten DDR in den ausklingenden 1980ern zurück.

    Das Hotel Mercure wurde in den 70er Jahren wo die DDR "die neue sozialistische Stadt Potsdam" ausgerufen hat erbaut und das Hotel Mercure war nur eines der Hochhäuser gewesen was man in diesem Bereich errichten wollte. Aber durch den Wiederaufbau des Landtagsschlosses und der teilweisen Wiederherstellung des Lustgartens mit Neptungruppe wirkt dieses Gebäude nur noch wie ein Klotz in der Landschaft was an diese Stelle nicht passt und daher sollte das Hotel Mercure abgerissen oder wie man zu DDR Zeiten gerne sagte, geschliffen werden.


    Viele Grüße :cool:


    Um es mit anderen Worten zu beschreiben:
    Es ist lediglich Übriggebliebener einer Stadtplanung, von der schon zu DDR-Zeiten Abschied genommen wurde, sodass das Bauprogramm in der Neustädter Havelbucht verwirklicht wurde. Von daher kann es auch kein Solitär sein, weil es eben in der ganzen Reihe hätte stehen sollen.


    Warum soll die heutige Zeit einem Hochhaus, dem sogar die DDR erst durch krampfhaftes Umbiegen eine städtebauliche Bedeutung zusprach, heute eine höhere Wertschätzung zubilligen als es FAKTISCH - und nicht nur verlautbart - zu DDR-Zeiten war?