Posts by janpmw

    Andererseits wirkt die Stadt oft leblos, fast tot, vor allem im Gegensatz zur Nachbarstadt Mainz.

    Das sehe ich sehr ähnlich, es liegt an den fehlenden jungen Leuten, es gibt keine Universität.

    ... Ebenso wohnen in Wiesbaden (und den Stadtteilen) Menschen, die sich die Mietpreise in FFM nicht leisten können.

    Das ist natürlich quatsch. Wiesbaden gehört zu den teuersten Miet- und Kaufstädten in Hessen. Wer sich Frankfurt am Main nicht leisten kann, der geht nach Offenbach oder Dietzenbach, aber nicht nach Wiesbaden. Wiesbaden spielt für Frankfurter keine Rolle. Es wird weder besonders ernst genommen, noch als Alternative zu Frankfurt gesehen. Wer es in Frankfurt ruhiger haben möchte und viel Geld besitzt, der zieht in den Taunus (Kronberg, Königssstein etc.).

    Ich kenne das von einigen Kollegen anders aber ok. Hat jeder seine Meinung bzw. Erfahrungen drüber.

    Andererseits wirkt die Stadt oft leblos, fast tot, vor allem im Gegensatz zur Nachbarstadt Mainz.

    Das sehe ich sehr ähnlich, es liegt an den fehlenden jungen Leuten, es gibt keine Universität.

    Das stimmt so absolut nicht! Ich kenne Wiesbaden nun knapp 20 Jahre durch regelmäßige Besuche und meine berufliche Tätigkeit. Mainz und Wiesbaden sind von den Menschen her grundverschieden. In Wiesbaden (in Hessen auch scherzhaft "Spieß-Baden" genannt aufgrund der Bevölkerung), merkt man die Ausläufer des Taunus, aber auch des Rheingau´s. Im Taunus wohnen sehr viele wohlhabende Menschen, die z.B. in Wiesbaden Haus und Grund besitzen und den (für nicht wenig Geld) vermieten. Dies spiegelt sich auch an den Lebenshaltungskosten wieder. Dennoch verkehren in Wiesbaden viele (!) junge Menschen. Ebenso wohnen in Wiesbaden (und den Stadtteilen) Menschen, die sich die Mietpreise in FFM nicht leisten können. Auch die Nähe zu den Kurorten, den Rheingau und dem Flughafen spielt hier eine Rolle ("In Wiesbaden wohnt das Geld", ist ein in Hessen bekannter Spruch).


    Mainz ist eher "mittelschichtig" geprägt. Die Menschen kommen aus der ländlichen Pfalz dort hin, Fastnacht (Fasching; Karneval) hat hier eine Hochburg und es ist eine bekannte Domstadt. Diese Unterschiede merkt man z.b. schon wenn man die Speisekarten von Gaststätten beider Städte anschaut. Wird in Mainz eher die "gutbürgerlich-bodenständige" Küche aufgetischt, so findet man in Wiesbaden nicht selten Gerichte, die eher dem oberen Preissegment entsprechen. Eine vermutliche Rolle spielt auch die Einteilung der Besatzungszonen beider Städte bis 1990 (Mainz = Frankreich, Wiesbaden = USA). In Wiesbaden ist noch heute ein großer Umschlagplatz für US-Waren. Auch durch die Teilung nach 1945 (Mainz gehörte ursprünglich zu Hessen) ist eine Art Rivalität bzw. Eigenstellung entstanden, da einige ehemalige Stadtteile von Mainz nun zu Wiesbaden (und damit zu Hessen) gehören, obwohl sie Mainz im Namen tragen.

    Und jene jungen, dynamischen Leute, die Führung übernehmen könnten, wachsen gar nicht erst in diese Rolle rein, weil zu viele Pessimisten gleich jede neue Suppe versalzen.

    Dann organisiere uns doch mal ein paar junge, dynamische Moderatoren, die auch wirklich mehrmals die Woche im Forum präsent sind und im Idealfall sogar noch im Moderatorenforum schreiben :smile:

    Das klappt bsp. in unserer SocialMedia Gruppe mit knapp 16.000 Followern hervoragend. Wir sind 4 Admins, alle berufstätig und privat eingespannt. Aber es funktioniert so gut, dass wir immer wieder Lob für die Organisation, usw. bekommen.

    buarque

    Es lief aber auch eine beispielslose Schmutzkampagne gegen Rekos von Universitäten, NGOs, Medien, seitdem ich das Forum kenne und betreue. Ein Stadtplaner hat mir dies bei einer Diskussion auch vorgeworfen. Seitdem ist das Thema, was große Rekonstruktionsprojekte betrifft, leider durch.

    Meine These: Rekos triggern viele in ihrer Komfortzone, nur so kann ich mir diese Wut erklären.

    Das hat leider auch etwas mit der politischen oder sozialen (Vor)-Prägung vieler Akteure bzw. deren Verbandelung /Abhängigkeit in jegliche NGO´s bzw. Organisationen zu tun. Ich bekomme das in Gießen auch zu spüren. "Das altmodische, da will doch keiner wohnen", "Disneyland", "Rückwärtsgewand", usw. Argumente, welche nicht wissenschaftlich belegt sind und von vielen Menschen abgelehnt werden. Dennoch wird es dann au oberster Ebene durchgewunken.

    Hier fehlt schlichtweg der "rote Faden", wie unsere Stadt in 15 bis 20 Jahren aussehen soll/sollte und was genau zur Aufenthaltsqualität beitragen wird/sollte. Projekte wie der Dresdner Neumarkt, die Frankfurter Altstadt, usw. wurden ja nicht von heute auf morgen entschieden bzw. auch der Entscheidungsprozess benötigt eine lange (!) Vorlaufzeit. Bedenkt man, dass erste Wiederaufbaubestrebungen des Neumarktes bereits in den 1980er Jahren aufkamen, das Hotel Stadt Rom vllt. aber erst 2030 fertig sein wird, so liegen hier zwischen "ersten Ideen" und Vollendung ca. 45 Jahre. Bei der Frankfurter Altstadt waren es ca. 15 Jahre. Daher mein Appell:

    Schaut euch selbst um, welche kleineren Projekte ihr so findet. In jeder Stadt gibt es (wirklich tolle) Ideen, Rekonstruktionen oder Sanierungen, die recht umgesetzt werden (könnten). Sucht das Gespräch mit Eigentümern, gründet Initiativen, Interessenverbände, usw. Wir fahren damit in Gießen ziemlich gut. Sei es mit Social Media, mit Projekten im "echten Leben" oder der Kommunikation zwischen "oben und unten".

    Ich biete hierzu auch gerne jederzeit Hilfe und Unterstützung an.

    Franka ich bin da bei dir. Wer will, findet Wege. Ob Kommune, oder privater Bauherr. Der Wille ist aber schlichtweg momentan weniger da, als vllt. Vor 10 Jahren noch. Auch bei dem Strukturwandel gebe ich dir recht. Nur wir können niemanden zur Rekonstruktion zwingen. Es gibt sie regelmäßig, die kleinen und großen Lichtblicke und in einer Zeit der "Flaute" bringt es ja nichts, immer nur zu jammern und mit dem Finger zu zeigen. Es gibt genug "Juwelen im Dornröschenschlaf ". Wir müssen sie nur finden bzw. bei Projekten, die "eingeschlafen " sind regelmäßig dran bleiben. Aber immer nur alles schlecht reden, macht es auch nicht besser, oder?

    Ich denke auch nicht, dass es fortan gar keine Rekonstruktionen mehr geben wird. Aber solche umfangreichen und ambitionierten Flächen-Projekte wie Potsdam, Frankfurt und Dresden wird es nicht mehr geben. Einzelne Projekte hingegen schon, ich denke gerade an das Haus zum Savoyischen Kreuz, evtl. die Gigantentreppe, Narrenhäusel und Große Meißner Straße (was an sich schon ein irrer Traum von mir ist), Bornplatzsynagoge, (hoffentlich in ein paar Jahren) der (schon vorgeplante) Marmorsaal im Zwinger. Mehr sehe ich aber ehrlich gesagt nicht.

    Es muss doch noch nicht mal ein großes Projekt sein, oder etwa doch?


    Esgibt Unmengen Giebel, Fassaden, Fachwerkhäuser, Dächer, kleine Gebäude zu rekonstruieren, die im Gesamtbild dazu beitragen, als ein großes ganzes zu wirken. Bsp. Frankfurt Braubachstraße, Zeil/Roßmarkt, Nürnberg, Erfurt, usw.

    Sehr negativ das hier alles. Manchmal geht es "ganz schnell", bzw bleibt fast unentdeckt (Rekonstruktion des Schauspielhaussaals in Dresden) und dann kommt es doch. Ob Privat (Liebhaberei als Eskapismus gibt es gerade in schlechten Zeiten, hier fallen mir aus der letzten Dekade immens viele Beispiele ein) oder Öffentlich, weil sich der politische Wille ändert (Bornplatzsynagoge). Oft liegt es wie wir wissen ja gar nicht am Geld, weil eine Rekonstruktion eines Klassizistischen oder Barockenhauses oft sehr viel günstiger kommt/käme, als ein aufwendiger und angestrebter Neubau mit allem Tamtam.

    AI ist hier Segen und Fluch. Es könnte dazu führen, dass sich die Befriedung am Sehen intakter deutscher Stadtbilder über das Internet befriedigen lässt. Es könnte aber auch mit Nachdruck dazu führen bestimmte Verluste ins Bewusstsein zu rufen. Was sich bisher nur starke und klug geführte Initiativen vornehmlich in Berlin, Potsdam und Dresden leisten konnten mit entsprechenden (teuren) Visualisieren.

    Gerade vor dem Hintergrund der ökonomischen Herausforderungen, wie Schrumpfung und erstarkendem Konservatismus, Entfall von Einzelhandel kommt aus den oben genannten Gründen womöglich sogar neue Fahrt im Bereich der "Restauration unserer Innenstädte". Wir werden sehen.

    Unsere Innenstädte werden sich auf jeden Fall einem Wandel unterziehen (müssen). Die Zeiten der Fußgängerzone a la 1985 sind lange vorbei. Wir müssen viele Teile unserer Städte neu denken und uns dabei-wie du auch sagst, lieber Strelizius , vieler Verluste im klaren werden. KI bietet uns hier Möglichkeiten, die vor 5 Jahren nicht möglich waren. Wir können hier anregen, wünschen oder Empfehlungen mit belegbaren Argumenten aussprechen, nicht fordern, darauf drängen, usw. Unsere (themenverwandten) SocialMedia Kanäle bereiten unseren Gedanken dabei momentan einen Bärendienst, indem sie die Menschen ansprechen, die in den 2030ern bis 2050ern die Entwicklungen bestimmen

    Na hoffentlich sind wir zukünftig wirtschaftlich und technisch noch in der Lage Foren im Internet zu betreiben. Sonst hätten wir ja keine Möglichkeiten mehr unseren Pessimismus in alle Welt zu tragen.

    Dieser Strang und was hier geschrieben ist wirklich wieder mal mehr als flüssig.....

    Danke. Was bin ich für mich froh, dass es mir (und meinen Lieben) gut geht. Man kann auch in allem das Schlechte sehen und zur "Dauerheulsuse" verkommen. Ändert aber an der eigenen Situation nichts, außer dem massiven Verlust der Ernsthaftig- und Glaubwürdigkeit. Es ist mir unklar, was sich so manch Zeitgenosse einbildet?

    Das jegliche Einnahmen in der Wirtschaft und den Kommunen nur in Rekonstruktionen fließen? Lachhaft! Es gibt genug andere Baustellen und Ausgaben. Es kommen schon wieder vereinzelte Rekonstruktionsobjekte, ob von öffentlicher Hand (wie dem langen Franz) oder privaten Investoren (wie etwa dem Hotel Stadt Rom).

    Dennoch: Der Wunsch nach der Rekonstruktion ganzer Marktplätze, etc. mag ein Wunsch (oder Traum) so mancher Menschen bleiben. Ich schließe mich da natürlich auch ein. Dieser Wunsch hat aber mit der Realität rein garnichts zu tun. KEIN privater Bauherr(und schon gar keine Kommune) kauft mehrere dutzend Gebäude aus der Wiederaufbauzeit auf, um sie dann mit kleinteiligen Gebäuden neu zu bebauen. Alleine aus ökonomischen, finanziellen und sozialen Gründen nicht. Wer das in Zeiten von massiver Wohnungsnot noch nicht verstanden, dem ist auch nicht zu helfen.

    Eine Kommune wird dies noch weniger tun. Niemandem (außer evtl. ein paar wenigen Träumern) wird man erklären können, dass man Kindergärten, etc. nicht mehr unterhalten kann, aber für mehrere Millionen Gebäude XY rekonstruiert.

    Da einige wenige User ja immer wieder den Unmut (über das eigene Scheitern???) kundtun und damit vom jeweiligen Thema abschweifen müssen:

    Es gibt bei Wikipedia eine Liste mit potentiellen Rekonstruktionen. Ein einfacher Blick in die Suchoption hier im Forum bietet ebenfalls viele Möglichkeiten bzw. Anreize. Die großen Würfe wird es (erstmal) nicht geben, die gab es aber auch in den letzten 20 Jahren schon. Konzentriert euch auf kleine Projekte, sprecht Gebäudeeigentümer an, präsentiert eigene Ideen oder (realisierbare) Wünsche. Bei der Fülle und Individualität des Forums und der User, kommen da sicherlich viele tolle Ideen bei herum. Zudem bieten unsere Stadt- und Dorfkerne viel Potential zur Aufenthaltsqualität, Sanierung, etc. Sei es die kleine Hofreite in der brandenburgischen Provinz oder das Patrizierhaus in Limburg/Lahn. Sicherlich fällt jedem von uns mindestens ein Gebäude ein, welches durch Sanierung bzw. Restaurierung zu einem Juwel werden könnte. Darauf sollten wir uns konzentrieren und nicht auf die Ewig-Jammerei. Diese bringt hier keinen weiter!

    Es folgen weitere Bilder des entstehenden Quartiers.

    Die Aufgabenstellung für die Häuserblöcke war und ist folgende:

    Sich in das Gefüge der Altstadt einpassende Neubauten, welche nicht nur die jahrhundertealten Gebäude, sondern auch die in den letzten Jahrzehnten gewachsene Struktur berücksichtigen. Lichtdurchlässig, farblich passend und die Elemente der Region in Teilen (!) aufnehmend. Dies ist zu größten Teilen gelungen, an einigen Ecken hätte es ein Geschoss weniger allerdings besser getan.

    Weiterhin wurde darauf verzichtet, eine platzeinnehmende (und stadtbildstörende) Tiefgarage zu errichten. Die Zufahrt zur Tiefgarage gestaltet sich nun über eine Aufzugsanlage in einer Nebengasse.

    Auch wenn das Bauwerk von einer regelmäßig nörgelnden Minderheit als "Klotz am Domplatz" beschrieben wird, so passt sich die Bebauung eben dort in Höhe, Form und Fläche an die umgebende Bebauung an. Die Fertigstellung ist für Spätsommer 2026 geplant. Es gilt also abzuwarten, bis die Gerüste, Planen und Folien im Sommer 2026 fallen werden.