Posts by Philon

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!

    Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (der ja nichts anderes war als ein imperialistischer Eroberungskrieg) haben französische Truppen ja, wie Kurpfalz richtig bemerkt, praktisch sämtliche Städte und Dörfer der Pfalz und vielen angrenzenden Gebieten zerstört, sobald klar war, dass Frankreich sie würde räumen müssen.
    Unter den größeren Städten der Region, die niedergebrannt wurden, waren unter anderem: Speyer, Worms, Heidelberg, Trier (teilweise), Saarbrücken, Zweibrücken, Homburg, Lemberg, Pirmasens (teilweise), Mannheim, Durlach etc. Während der Plünderungen und Brandschatzungen kam es auch zu Massenvergewaltigungen und Massakern unter der Zivilbevölkerung durch die französischen Truppen.

    Dieser Krieg begründete in Deutschland erst die "Erbfeindschaft" und den (nicht ganz unberechtigten) Haß gegen Frankreich, das auch in den etwas über 150 Jahren bis 1815 diese Art der Kriegführung immer wieder in Süd- und Westdeutschland betrieb, wenn auch meistens nicht mit der enormen, von Ludwig XIV. angeordneten Brutalität wie im Pfälzischen Erbfolgekrieg.

    verbürgerlichtes Christentum, das nur noch aus Tradition und Gewohnheit besteht

    Es ist zwar off topic, aber: warum sollte ein solches "Kultur- und Traditionschristentum" nicht auch durchdacht sein können? Das kann eine durchaus hochreflektierte Position sein.
    Um nur eine Analogie aus dem Bereich der Ethik und Sozialphilosophie zu nennen: Hegels Argumentation für die "substantielle Sittlichkeit" (d.h. die Sitten und Traditionen eines jeweils besonderen Volkes) als Grundlage von Recht und Ethik besteht aus einer hochkomplexen kritischen Reflexion aller alternativen Möglichkeiten einer Fundierung von Normativität und dem ebenso komplexen Versuch des Nachweises, dass sich gerade in den besonderen Sitten und Traditionen einer Gemeinschaft die einzige Möglichkeit findet, so etwas wie eine praktisch verwirklichte Vernünftigkeit zu denken.

    Der Frankfurter Architekt und Gestaltungsratsmitglied Mäckler war hierfür die treibende Kraft, August 2011: "Wir werden so wenig wie möglich rekonstruieren."

    Es ist zwar off-topic, aber vielen Dank noch einmal für dieses Zitat, das die Mäckler-Fans hier im Forum hoffentlich eines Besseren belehrt.

    @ Rastrelli: Na ja, das Interview ist an vielen Stellen schon substantieller, z.B. in der Kritik des Poststrukturalismus oder der Analyse des linken Moralismus

    Außerdem übergehst du die ganzen Ausführungen zu Architektur und Städtebau im Mittelteil.

    Philon,verständlich und interessant ist dieses Interview nur für jene Foristen die der Englischen Spache mächtig sind,alle anderen ohne Englischkenntnisse haben leider nichts von diesem Interview.

    Das ist natürlich bedauerlich. Aber soll ich einen interessanten, für unser Anliegen relevanten Beitrag , den viele Leute verstehen können, nicht einstellen, weil einige ihn (leider) nicht verstehen?

    Und noch einmal ein wunderbares Interview mit Roger Scruton aus dem Jahr 2017:


    Um Architektur geht es im Mittelteil des Interviews, aber der Rest ist auch hörenswert. Insbesondere der Teil über Meinungsfreiheit und neulinken Moralismus.

    Gibt es eigentlich Gründe, warum Heidelberg im 2. WK nicht dem Erdboden gleichgemacht wurde? Der Fokus lag ja auf Kulturstädten?

    Es wird gelegentlich kolportiert, die Amerikaner hätten Heidelberg als künftiges Hauptquartier ihrer Bestzungstruppen ausersehen und daher bei den Briten interveniert, die Stadt nicht zu bombardieren. Dasselbe wird aber praktisch von jeder anderen unzerstörten westdeutschen Stadt auch kolportiert.


    Plausibler scheint mir daher eine These, die ich in Heidelberg auch öfter gehört habe: nämlich, dass viele hochrangige Militärs in Großbritannien und den USA noch vor dem 1. Weltkrieg die Stadt als Studenten oder während ihrer "Kavalierstour" durch Kontinentaleuropa (bei der Heidelberg, anders als z.B. Dresden oder Frankfurt, praktisch immer auf dem Programm stand) kennengelernt hätten.

    Heidelberg war dementsprechend ein Ort, mit dem sie schöne Jugenderinnerungen verbanden. Deshalb hätten sie bei ihren "Kollegen" darauf hin gewirkt, dass es nicht zerstört wird.

    Wir haben jetzt alle Beiträge deaktiviert, die nicht Architektur und Rekonstruktionen zum Thema hatten. Ich halte die Diskussion, die hier geführt wurde, für wichtig, aber dieses Forum ist nicht der angemessene Ort dafür. Wir haben diese Art von politisch-gesellschaftlichen Debatten ohne Architekturbezug in unseren Regeln ausgeschlossen.

    Wäre es nicht besser, sichere Wissensspeicher anzulegen und diese für einen dereinstigen ‚Großen Wiederaufbau’ vorzuhalten, der eines fernen Tages – nach dem totalen Bankrott des jetzigen Zeitgeistes – in Angriff genommen werden wird müssen?

    Um zum Thema zurückzukommen: Mir sind solche Ideen nicht fremd und sie haben auch etwas mit einer strategischen Grundsatzdiskussion zu tun, die seit längerem hier unterschwellig geführt wird. Meinem Eindruck nach gibt es zwei Ansätze in der Reko-Debatte:


    Die einen sind der Auffassung, dass man jegliche politisch-gesellschaftliche Debatte in Bezug auf Rekonstruktionen unterlassen sollte und versuchen sollte, mit Appellen an Schönheit und Lokalpatriotismus immer mal wieder hier und da ein oder zwei Rekonstruktionen durchzusetzen.


    Die anderen meinen, dass das letztlich ein Kampf gegen Windmühlen ist, so lange nicht ein grundsätzlicher Bewußtseinswandel im Land stattfindet und so lange die entscheidenden Stellen in den Institutionen von Leuten besetzt sind, die alles hassen, was mit Tradition, Nation und kulturellem Erbe zu tun hat. Diese Leute (zu denen ich mich inzwischen - früher was das anders - eher auch zähle), sehen die Aufgabe der Rekonstruktionsbewegung ehe darin, diesen Bewußtseinswandel (mit) herbeizuführen.


    Die nächste Steigerung wäre dann, um es mit Pagentorns Worten zu sagen, das Wissen und die Argumente für eine bessere Zeit aufzubewahren und weiterzugeben, so wie einst Benedikt von Nursia versucht hat, in den Klöstern das Wissen der Antike zu bewahren und der Zukunft weiterzugeben.

    Darin sehe ich inzwischen auch am ehesten meinen Weg. Ich bin nämlich leider inzwischen auch skeptisch, ob ich jenen Bewußtseinswandel überhaupt noch erleben werde. Es ist alles so festgefahren, hysterisch und totalitär geworden. Dementsprechend ist es ist auch individuell bedrohlich und existenzgefährdend geworden, sich für ein konservatives oder nationalkonservatives Denken einzusetzen.

    Ich bin daher auch an einem Punkt angekommen, an dem ich für mich nur noch die Alternative der "Inneren Emigration" sehe, wenn ich irgendwie noch eine Chance haben will, meinen Lebensunterhalt in Deutschland zu verdienen. Einen Job im linksdominierten Unibetrieb habe ich schon verloren, weil ich meine Meinung öffentlich bekannt habe. So etwas will ich nicht noch einmal erleben. Also halte ich den Mund und schreibe für die Schublade.


    Es gab meinem Eindruck nach mal Ende der 90'iger und Anfang der 2000'er Jahre ein kleines Zeitfenster, in dem man freier reden konnte, in dem man z.B. den alliierten Bombenkrieg als Verbrechen benennen konnte, ohne zum Nazi erklärt zu werden; gegen massenhafte Migration sein konnte, ohne zum Rechtsradikalen abgestempelt zu werden; Diskriminierung von Männern als Mittel der "Gleichstellung" ablehnen oder ein aufgeklärtes Nationalbewußtsein als Ziel vertreten konnte. Und genau in dem Zeitfenster war es auch möglich, größere Rekonstruktionsprojekte wie in Frankfurt oder Dresden oder Postdam anzustoßen. Aber die Zeit ist offenkundig vorbei.

    Der linksliberale Totalitarismus, der sofort versucht, deine wirtschaftliche und bürgerliche Existenz zu vernichten, wenn dein Denken von seinen Vorgaben abweichst, hat auf ganzer Linie gesiegt. Jetzt heißt es als Bürgerlich-Konservativer in die "innere Emigration" gehen und dort überwintern.

    tegula:


    https://www.nzz.ch/feuilleton/monika-maron-es-liegt-mir-fern-die-bundesrepublik-mit-der-ddr-zu-vergleich-ld.1519713


    "Natürlich, Deutschland ist ein Rechtsstaat; darum werden Bücher nicht verboten und Schriftsteller nicht verhaftet. Aber es gibt auch in einem Rechtsstaat Möglichkeiten, Menschen wegen unerwünschter Meinungen die Existenz zu erschweren oder sogar zu zerstören. Wenn Zweifel schon verdächtig sind, wenn Fragen als Provokationen wahrgenommen werden, wenn Bedenken als reaktionär gelten, wenn im Streit nur eine Partei immer recht hat, können einen alte Gefühle eben überkommen." (Monika Maron)

    Ihnen ist vielleicht entgangen, daß mein letzter, von Ihnen nun gelöschter, Beitrag von der Hagia Sophia zu einem anderen byzantinischen Großbau auf geschmeidige Weise überleiten sollte:

    Das ist mir in der Tat entgangen. Das hätten Sie aber vielleicht auch ein wenig deutlicher machen können.

    Wenn das der Sinn des Beitrags war, kann ich ihn aber auch gerne wieder aktivieren, so Sie das möchten.

    Beiträge von Jakku Scum, in denen Sklaverei und Deportation beschönigt und gerechtfertigt werden, sowie alle Beiträge, die darauf Bezug genommen haben, wurden entfernt.

    Die Rechtfertigung und Beschönigung von Sklaverei und Deportation ist ein klarer Verstoße gegen die Forumsregeln. So was will ich hier nicht mehr sehen.

    Ich finde ,man sollte zumindest die Gebäudeteile wiederherstellen deren Fassade und Umfassumgsmauern komplett erhalten sind.

    Wenn man bedenkt, dass im Kaiserreich eines der zentralen Argumente gegen den Wiederaufbau des Heidelberger Schlosses war, dass die Ruine ein Denkmal französischer Barbarei und Bosheit sei, müsste man ja eigentlich heute im Sinn der europäischen Versöhnung für den Wiederaufbau eintreten. :harfe:

    Wir verlieren aufgrund unserer heutigen Sichtweise auf den Islam allzu häufig den Blick darauf, dass in der Geschichte der Islam meist weitaus toleranter gegenüber Andersgläubigen gewesen ist als das Christentum.

    Ach so, dann war die Versklavung und Deportation von 30.000 der verbliebenen 40.000-60.000 christlichen Bürger Konstantinopels nach dem Fall der Stadt 1453 vermutlich ein Akt der Toleranz.
    Warum verschweigt der Wikipedia-Eintrag das eigentlich?

    Quote

    Dieser Bevölkerungsanstieg war die Folge der Prosperität, aber auch der Ansiedlungspolitik Mehmeds II., der den steuerfreien Bezug unbewohnter Häuser anbot

    Diese Aussage der Wikipedia ist natürlich ein ziemlicher Hohn, wenn man bedenkt, dass Konstantinopel in den ein bis zwei Jahrhunderten, die dem vorangingen, durch die Einschnürung und die andauernden Aggressionskriege der Osmanen rund 400.000 Einwohner verloren hatte ...
    Kein Wunder, dass es da unbewohnte Häuser gab.

    Ich habe jetzt alle Beiträge deaktiviert, in denen die Klarnamen einzelner Nutzer genannt wurden oder die sich auf Beiträge beziehen, in denen diese genannt werden.

    Der Umgangston in diesem Strang lässt, wie auch generell in letzter Zeit, sehr zu wünschen übrig. Einige Leute haben sich inzwischen offenbar so sehr aufeinander eingeschossen, dass neue Nutzer sofort in die Schußlinie geraten und vergrault werden.

    Das muss und wird sich ändern. Wir werden uns im Moderatorenteam darüber austauschen, wie wir dieses Problem angehen. Es geht so nicht weiter.