Posts by Dominik_aus_Bremen

    Bei diesem Gebäudeteil mit der Aufschrift Hotel Michelet Odeon, das sieht ja fast wie ein historisierender Anbau aus. Aber ist wohl nur renoviert?
    Und wieder fällt auf, wie schlicht doch eigentlich viele Häuser im Vergleich zu deutschen Altbauten sind, man schaue sich mal im selben Bild das Gebäude rechts an. Vor dem Hintergrund finde ich es doppelt schmerzhaft, was hier passiert ist und leider immer noch manchmal passiert.
    Toll ist natürlich diese klare, geometrische Anordnung der Straßenzüge(sternförmig ähnlich wie bei Eiskristallen)


    Dazu kann ich nur sagen, das paris zum größten Teil einer Reißbrettstadt ist:


    Die Hausmannisierung:


    Veränderungen im Stadtbild von Paris


    Paris "verkümmert" - die Könige sind an der Loire
    Über Jahrhunderte gab es in der Hauptstadt Paris nur enge Straßen und Häuser mit sehr ungesunden Wohnbedingungen. Die Könige residierten schon seit 1666 nicht mehr in Paris.
    Doch auch schon vor dieser Zeit standen die Pariser Residenzen meistens leer.
    Die Könige wohnten an der Loire. Sie kamen selten nach Paris und zeigten daher für die bauliche Entwicklung und Verbesserung der Stadt wenig Interesse.


    Beginn einer Verbesserung durch Napoleon
    Unter Napoleon I. wurde die Stadt neu gestaltet. Es wurden z.B. breite Straßen angelegt. Doch wegen der fortwährenden Kriege schritt das Erneuerungsprogramm nicht sehr weit fort.
    Die nachfolgenden Könige führten die Entwicklung etwas weiter.


    Das gigantische Bauprogramm: Die Hausmannisierung von Paris
    Die großen Änderungen im Pariser Stadtbild kamen in der 2. Hälfte des 19. Jhs., als Napoleon der III. im Dezember 1852 Kaiser wurde.
    Er ernannte im Juni 1853 Georges-Eugene Hausmann zum Präfekten der Seine.
    Haussmann (1809 bis 1891) gestaltete die Stadt in einem gigantischen Bauprogramm energisch um.
    Er schuf Platz, gab dem engen Paris Licht, Luft und Raum, verdrängte dabei jedoch die Arbeiter aus der Stadt, deren Einkommen für Mieten der neuen Häuser nicht ausreichte.
    Das Stadtbild von Paris erhielt einen Charakter der auf Großzügigkeit und Grandiosität angelegt war.
    1860 wurde die Stadt durch die Eingemeindung von 8 Vororten vergrößert. Im Zuge dieser Veränderungen wurde das mittelalterliche und z.T. pitoreske Paris zerstört und auch einige Adelspaläste wurden Opfer der Umgestaltung.


    Finanziell übernommen - die Kritik an dem Bauprojekt
    Nach den ersten beiden Umbauphasen des gewaltigen Projektes, die riesige finanzielle Summen verschlangen, wurde die Kritik der Minister an Hausmann immer lauter.
    1870 verlor er nach 17järiger Tätigkeit seinen Posten.
    Nach seiner Entlassung wurde das Bauprogramm in den wesentlichen Zügen weitergeführt, allerdings wurde versucht das Alte nicht mehr so zu zerstören. Daher sind einige ältere Häuser auf der Insel Cite stehengeblieben und die Rue Bonaparte wurde nicht, wie ursprünglich geplant, bis zur Seine durchgebrochen.


    Das Erscheinungsbild, das heute den Charakter der Stadt Paris widerspiegelt, ist also nicht das einer organisch gewachsenen Stadt, sondern ist hauptsächlich durch die baulichen und planerischen Eingriffe geprägt, insbesondere durch die von Haussmann.

    Hi Leute, ich finde es schön, dass ihr (teilweise) unsere schöne Backsteinarchitektur zu schätzen wisst! Backstein ist hier sehr verbreitet, da es kaum Natursteinvorkommen in Norddeutschland gibt! In den Küstenstädten sieht man das noch deutlicher, das sind die Straßen oftmals mit Ziegeln gepflastert oder mit Findlingen aus den Äckern. Sandstein musste unter enormen Anstrengungen aus anderen Gebieten herangeschaft werden, weshalb auch nur Gotteshäuser und einige Zierteile vornehmer Kaufmannshäuser(von denen es leider nur noch ein paar gibt) aus Sandstein gebaut wurden.


    Ich finde den Backsteinexpressionismus bemerkenswert, da er den Menschen im Mittelpunkt sieht, und sein Streben nach Neugestaltung(dem einige der User ja oftmals feindselig gegenüberstehen) umsetzt! Die Böttcherstraße ist ein Musterbeispiel für das hanseatisch Mäzenatentum.


    Die Fassade des Haus Atlantis wurde komplett neu gestaltet. Wahrscheinlich fand man die mythisch heroische Plastik eines Germanischen "Jesus" zu pikant für die Nachkriegszeit!


    Haus Atlantis
    (...)Roselius ließ sich beim Bau von der umstrittenen völkisch-rassistischen Atlantis-Theorie des Mythenforschers Herman Wirth anregen(...). Ludwig Roselius war begeistert und beschloss, die Wirthschen Spekulationen in einem Bauwerk unter Hoetgers Regie Gestalt werden zu lassen(...). (es war)kühn konstruiert aus so unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Beton, Glas, Backstein und Holz. (...) die Fassade (war) gestaltet, nach Motiven aus der germanischen Sagenwelt und den Atlantis-Visionen Wirths. Über dem Eingangsbereich befand sich ein so genannter "Lebensbaum" - eine großformatige Holzplastik mit Darstellungen der germanischen Schicksalsmächte und der Figur des "atlantischen Heilsbringers" - einem eigentümlichen Götzenbild, in dem sich der gekreuzigte Christus mit dem heidnischen Odin mischte.


    (gekürzt) Quelltext:www.radio- bremen.de


    http://www.radiobremen.de/magazin/geschichte/boettcherstrasse/_bild/galerie/atlantis_alt_ba_640.jpg\r
    http://www.radiobremen.de/magazin/gesch ... ba_640.jpg