Posts by maximus

    Ich war am Denkmaltag im Schloss Zerbst und war beeindruckt. Ich hoffe, es kommen noch weitere Notfenster zum Einsatz. Gibt es Möglichkeiten
    für weitere Sicherungsmaßnahmen (Lottomittel, Eigenmittel)?
    Gibt es Pläne, auch im Restbestand des Corps de logis
    Zwischendecken einzuziehen?

    Die Architekten-Büros haben genau das geliefert, was ausgeschrieben war: 5 Stockwerke + billig. Der Angebotspreis wird bei der Vergabe der Ausschreibung eine große Rolle spielen.
    Die SPD ist nach wie vor gegen das Schloss.







    Stadtschlossfriedhof 1993:

    Der Abriss der Fundamente wird fortgesetzt:

    Türschwelle (zerschlagen):


    Warum sollte die SPD ihre Einstellung ändern?
    Mit allen Mitteln wird versucht, möglichst wenig Schloss wiederentstehen zu lassen. Die Vorgaben für die nachgebesserten Entwürfe werden mit Sicherheit viel Spielraum lassen.


    Der wirtschaftlichen Schaden, der durch den Abriss der Fundamente des Nordflügels entstanden ist, dürfte bei 1 Million Euro liegen (Inklusive Abriss- und Grabungskosten). Das wird leider nicht durch den Rechnungshof verurteilt werden.

    Ich sehe schwarz.
    Man will sich am historischen Stadtgrundriss orientieren.Das ist die einzige Vorgabe für den Landtag (außer die vorgeklatschte Fassade zur Markt-Seite), die Neubebauung des Havelufers (Palais Barberini)
    und die Friedrich-Ebert-Straße (bisher: Standort FH Potsdam).
    Potsdam wird seine historische Mitte nie wieder bekommen. Die Bürgerinitiative "Mitteschön" und
    der Stadtschloss-Förderverein haben meiner Meinung nach keinerlei Einfluss.
    Sie haben den Abbruch der Fundamente des Nordflügels nicht verhindern können und sie werden auch die vollständige Beseitigung der Fundamente des Südflügels nicht verhindern können. :boese:

    Chipperfield ist nicht in der Lage sich den örtlichen Verhältnissen anzupassen! Das Chipperfield gewonnen hat, zeigt mir, dass Denkmäler keinen Stellenwert haben. Ein Denkmal lebt von seiner Umgebung! Chipperfield hat das Neue Museum ruiniert!
    Hier der Zustand von 1984:

    Hier der Zustand 1987:

    Im Moment werden die Fundamente der Südostecke zersört. Dieser Teil der Fundamente sollte eigentlich erhalten werden.(So ist es auch auf den Informationsschildern des Sanierungsträgers ersichtlich).




    Heute:




    Den Rest zerstört die Witterung.

    Es wird keine Rekonstruktion von Teilen des Stadtschlosses geben. Ich bin mir ganz sicher, dass es weder eine Rekonstruktion der Torflügel noch der Kopfbauten geben wird.
    Der preisgekrönte Betonklotz, wird mit Sicherheit keine historischen Kopfbauten bekommen. Damit der Entwurf des Architekten nicht beeinträchtigt wird, wird ein Wiederaufbau der Torflügel verhindert werden. Deshalb hat man auch die Fundamente der Torflügel zerstört.
    Ich bin mir ganz sicher, dass die gesamten Fundamente des Stadschlosses beseitigt werden.
    Leider hat man keinen Investor für die Torflügel gewonnen und deshalb den Kampf verloren.
    Die Modernisten haben auf ganzer Linie gewonnen.

    Der Ausgrabungsleiter Dr. Jonas Beran, Archäologie Manufaktur GmbH, macht am Mittwoch, den 13.06.2007 16 Uhr eine Führung durch die kläglichen Reste der Abbruchstätte, Ähh -Entschuldigung - Ausgrabungsstätte Stadtschloss Potsdam auf dem Alten Markt.


    Würde man auf ca. 10 Parkplätze der Tiefgarage verzichten, könnten die Fundamente des westlichen Kopfbaus erhalten bleiben.

    Der Abriss der Fundamente geht weiter.
    Die westlich des Fortunaportal gelegenen Fundamente des
    Seitenflügels sind groeßtenteils beseitigt.


    Die Fundamente des westlichen Kopfbaus werden gerade freigelegt.



    Im Südteil des Schlossareals gibt es Fundamentreste der Vorgängerbauten,
    davon soll scheinbar etwas erhalten beiben. Alles was zum Stadschloss
    gehört, wird restlos beseitigt werden. Für die Denkmalpflege haben die Reste des
    Stadtschlosses keinen Wert.

    Im Entwurf zum Bebauungsplan Landtagsneubau Nr. SAN-P 10 stand:



    "Mit der Festsetzung Nr. 2.1 wird bestimmt, dass für die Außenwände des Gebäude ein Vor- oder Zurücktreten von der Baulinie zugelassen werden kann, wenn damit der Bau der Außenwände auf den vorhandenen historischen Fundamenten ermöglicht wird.
    Mit der Festsetzung soll ein möglichst originalgetreuer Wiederaufbau des Nordflügels ermöglicht werden."


    Warum wurden die Fundamente beseitigt?
    Im Moment werden die fragmentarisch erhaltenen Fussböden des westlichen Kopfbaus freigelegt. Leider gibt es keine Proteste, die versuchen den Abriss zu verhindern. Man klopft mit und unterstützt damit den Abriss!


    Die PDS hat zu 100% gewonnen, die Fundamente werden beseitigt und mit dem Neubau wird die Geschichte des Schlosses ausradiert. Der Abriss des Fortunaportal wird der krönende Abschluss werden. Gründe wird man finden, da hat die Vorgängerpartei SED ja reichlich Erfahrung.


    Vielleicht kann jemand die Fotos von den Fundamenten vor und nach dem Abriss (versehen mit einen Kommentar) bei Wikipedia reinstellen.

    Ein Tiefgarage ist also die Begründung für den Abriss der Fundamente. Das ist ein sehr billiges Argument. Damals die Straße, jetzt die Tiefgarage.
    Die Tiefgarage könnte man ohne Mehrkosten auch im Lustgarten oder im südlichen Bereich bauen. Auch die Integration der nördlichen Fundamente in den Neubau hätte wahrscheinlich keine Mehrkosten verursacht. Abriss und Dokumentaton der Nordflügels haben bestimmt mehr als 200.000 Euro gekostet. Wer erinnert sich da nicht an die Kosten für den Abriss des Berliner Schlosses?

    Das Buch "Minervas Mythos,Fragmente und Dokumente des Potsdamer Stadtschlosses, 2001, Edition Hentrich"
    gibt Auskunft über die erhaltenen Fragmente des Stadtschlosses. Hier eine kurze Zusammenstellung:


    - ca. 5% der Werksteinsubstanz (rund 300 Werkstücke) sind noch vorhanden


    - von den 16 Sitzfiguren sind 3 fast vollständig, von 6 gibt es Fragmente
    - Von den 60 Statueten sind 14 ganz, acht in Bruchstücken erhalten
    - Von den 92 Vasen gibt es die Fragmente von 5
    - Von den 12 Schlusssteinköpfen gibt es noch 5 (inklusive der Minerva des Fortunaportals)


    Hier die Aufstellung:


    Fortunaportal:
    - von den 16 Trophäen gibt es Fragmente von 4
    - Minervakopf
    - ein Putto (Original) ist vor einiger Zeit zurückgegeben worden.


    Westportikus:
    - Werkstücke aller 4 Säulen
    - die 4 Pilaster sind fast vollständig erhalten
    - Zentraler Teil der Kassettendecke
    - Teile des Gebälks
    - Gibelzone
    - die Figur des Herkules
    - die linke Figur und Teile der Sitzfigur
    - die nordwestliche Sitzfigur
    - Fundamente (4/2007)


    Ostportikus:
    - Werkstücke von 2 Säulen
    - Gibelzone
    - 2/3 des Architravs
    - linke Eckgruppe (von vorne betrachtet)
    - die Minerva (Original, wurde in den 30er durch eine Kopie ersetzt)
    - die gut erhaltenen Fundamente und Fußböden wurden von 2006 bis 2007 vernichtet



    westlicher Seitenfügel:
    - 4 Figuren (vollständig), von einer 5. Firgur gibt es Einzelteile
    - Fragmente von einer Figur vom Kopfbau (Ohne Portikus)


    östlicher Seitenflügel:
    - 7 Figuren (vollständig),
    - vom Kopfbau eine vollständig und eine in Fragmenten (Ohne Portikus)


    Südflügel:
    - Bruchstücke von 6 Figuren (zwei vollständig), Einzelteile von 6 Figuren.
    - der Oberkörper einer Sitzfigur wurde vor einiger Zeit zurückgegeben
    - grüne Treppe: 3 Köpfe
    - Von den 3 Katuschen, gibt es die Köpfe 2 Fame
    - Eingang zum Treppenhaus, Hofseite: ein Kopf der Apollongruppe



    Fahnentreppe (westlicher Seitenflügel):
    - von den 9 Putti sind 2 vollständig, von 5 gibt es Fragmente
    - vom Geländer gibt es zwei fast vollständige Teile, und ein Fragment




    Innenräume:


    Marmorsaal:
    - Kopf eines Marmorstandbildes (Privatbesitz), und kleinere Fragmente aller 4 Standbilder
    (Was man nach dem Krieg mit den Figuren gemacht hat ist mir unbekannt, sie sind mit Sicherheit nicht zu Staub zerfallen)
    - 3 Große Bronzesupraporten, 8 Piasterkapitelle, Löwenkopfgeschmücktes Rahmenfragment


    Bronzesaal:
    - Fragmente einer Supraporte, Fragmente zweier Konsoltische, einige Fragmente der Wand und Spiegeldekorationen,
    u. a. ein Kranich, Teile einer Blumendekoration, das Ornament eines Festons.