Posts by Jörg Mauchen

    Einige der deutschen Kathedralen wurden im spätromanischen Stil gebaut. Gleichzeitig wurden in anderen Ländern Gotische Gebäude errichtet. Deutschland hinkte meistens hinterher.

    Und nahezu alle wesentlichen Stadtkirchen hierzulande entstammen der Gotik. Viele wurden erst spät errichtet, viele in dieser Zeit als Hallenkirchen was deren Bedeutung nicht schmälert. Auch das Ulmer Münster wurde als Hallenkirche gebaut, erst nach erheblichem Baufortschritt wurde umgeplant.

    Kurpfalz hat es bereits gesagt, neben vereinzelten Abgängen im Bauernkrieg ist der Dreißigjähriger Krieg ein wichtiger Faktor. Im Hegau wurden ca. 15 Burgen zerstört und davon nur 3 wiederaufgebaut (von denen 2 im 18/19. Jahrhundert wieder abgegangen). Von den wehrhaften Schlössern blieb nur eines erhalten, der Hohentwiel. Weitgehend unversehrt blieben 3-4 Burgen bzw. Schlösser ohne Wehrcharakter.


    Im Bereich des Oberrheingrabens wurden praktisch alle Burgen durch die Franzosen bei ihrer Expansionspolitik im 18. Jahrhundert zerstört. Dort gibt es glaub ich keine einzige erhaltene Anlage mehr.


    In der Region Basel wurden die meisten Burgen während der Helvetischen Revolution 1789 zerstört. In der restlichen Schweiz sind hingegen deutlich mehr Burgen überkommen.

    @Riegel Gut beobachtet, ist mit gar nicht aufgefallen mit dem Fachwerk. Wäre nun interessant zu erfahren ob es sich bei dem rechten Gebäude/n um eine Rekonstruktion handelt oder eine Neuschöpfung. Aufgrund der historisch korrekten Ausbildung würde ich zu ersterem tendieren. Anders das linke Haus dessen Fachwerk sicher neu ist und eventuell nur vorgeblendet.

    Es wurden auch keine Bauuntersuchungen gemacht. Zwar hat ein Denkmalpfleger die nicht einsturzgefährdeten Gebäude begangen aber was dabei herausgekommen ist weis ich noch nicht. Was ich hier zeige kommt alles von mir.

    @Graf Cylinar Detailliertere Aufnahmen habe ich gerade nicht zur Hand. Es scheint sich aber um Kunststofffenster in Holzoptik und zwischen den Scheiben liegenden Sprossen zu handeln. Davon bin ich kein Fan.


    Zur Frage bezüglich der Zeitstellung der Obergeschossfenster: Ich bin überzeugt die Öffnungen wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergrößert. Ähnliche Beispiele gibt es genügend. Das Gebäude wurde häufig umgebaut zuletzt wurde 1980 das 2. Obergeschoss weitgehend neu errichtet. Hilfreich ist auch diese Skizze der Fachwerkkonstruktion, die jedoch weder maßstäblich noch vollständig ist. Die Grundlage stellte eine Fotographie durch das Gerüst bei der Fassadenrenovierung vor einigen Jahren dar. Beachtet dort ein in der Mitte des 2. OG. befindliches originales vermauertes Fenster.


    Bärenschenke


    Versuch einer Einteilung in Bauphasen.

    rot: ursprünglicher Bau (wahrscheinlich 1603), grün: eventuell 18. und 19. Jahrhundert, gelb: 20. Jahrhundert



    Fensterbänder waren in der Region durchaus verbreitet, aber wie bereits gesagt in Form von mehreren nebeneinandergelegenen Fensteröffnungen die jeweils durch einen Pfosten von einander getrennt waren, meist in Form eines Fenstererkers. Davon sind in Messkirch aber keine mehr erhalten und bislang nur bei einem Gebäude nachgewiesen. Mit einem Fenstererker wäre am ehesten im 1. OG. rechts zu rechnen denn dort befand sich offenbar eine Bohlenstube. im Bereich des Hinterhauses wurde ein konsolenartiger Brüstungspfosten gefunden. Dies deutet auf einen Fenstererker auch dort hin.

    Die neue Bärenschenke ist seit einiger Zeit fertigstellt. Heute wurde die Herberge in den Obergeschossen eröffnet. Sowohl aus historischer als auch aus städtebaulicher Sicht meiner Meinung nach ein herber Verlust. Doch immerhin handelt es sich nicht um einen lieblosen, auf Profit ausgelegten Baukörper. Der Neubau ist dem Vorgänger deutlich nachempfunden, zeigt sich aber doch als deutlich erkennbarer Neubau wie z. B. fehlende Fensterrahmen. Auch die Fenster selber wirken ziemlich billig.


    Bärenschenke


    Anstelle des "Munz"-Hauses befindet sich die Gartenwirtschaft noch in provisorischer Gestallt. Hier werden noch Bäume gepflanzt.


    Bärenschenke


    Zustand 2017



    Bärenschenke


    Bärenschenke



    Bärenschenke


    Hinterhaus zur Kanalgasse


    Bärenschenke

    Solche Wiederherstellungen historischer Tore und Einfahrten gefallen mit sehr (ich nehme an das wurde nach historischem Vorbild rekonstruiert). Als erstes sind mir aber die neuen Gaupen ins Auge gefallen, sehr schön.

    Nicht nur die oberen Geschosse sondern auch das Erdgeschoss wurde abgerissen. Geblieben ist lediglich die Straßenseite des Erdgeschosses und das historische Gebälk, das wieder eingebaut wurde.


    "Nicht mehr zu retten" das hört man ja oft. Technisch kann man alles retten aber der Bären war wirklich baufällig und bereits zum Teil eingestürzt. Bereits 1784 wird das Haus als baufällig bezeichnet, in den folgenden Jahrhunderten hat man dem immer wieder mit umfangreichen Baumaßnahmen entgegenzuwirken versucht. Deshalb waren vom ursprünglichen Haus nurmehr rudimentäre Reste überkommen. Zudem ließ der letzte Eigentümer das Gebäude auch mutwillig verfallen.


    Dies gilt jedoch nicht für das Hinterhaus und das Nachbarhaus. Beide befanden sich in einem verhältnismäßig gutem Zustand und waren auch künstlerisch interessanter. Dass ausgerechnet sie so vollständig weichen mussten ist bitter. Damit sind in dem gesamten Quartier keine historischen Gebäude mehr erhalten (die südlich anschließenden 2 Häuser waren bereits den Bomben im WK2 zum Opfer gefallen).

    Ich hätte mal eine Frage. Kennt sich hier jemand mit Freigespärren aus? Dort liegen die Sparren oft im Schwellenbereich auf einem Bock oder Dreieck auf bestehend aus einem waagrechten und einem senkrechten Holz. Gibt es für diese Hölzer bestimmte Bezeichnungen?

    Man muss bedenken dass sowohl viele Steinarten als auch Mörtel bei großer Hitzeeinwirkung ihre Stabilität verlieren. Das heißt auch Gebäudefassaden die am Tag nach einem Brand noch unversehrt sind, können nach einiger Zeit abbröckeln oder gar vollständig einstürzen ohne dass menschliches Zutun erfolgte. Hinzu kommt dass die Fassaden ohne die zumeist hölzerne Innenkonstruktion nicht ausreichend standfest sind (Gebäude mit Betondecken haben hier natürliche einen erheblichen Vorteil). Da aus diesen Gründen ständig mit auf die Straße stürzenden Gebäudeteile zu rechnen war, wurden wohl etliche Gebäude vorbeugend abgebrochen. Dies erfolgte hauptsächlich an den Hauptverkehrsadern. Auf der Faulenstraße fuhr doch eine Straßenbahn, da konnte man nicht riskieren das ständig Trümmer auf die Schienen oder gar auf die Bahn fielen. Dies erfolgte wahrscheinlich auch zu Kriegszeiten noch bevor die letzte Bombe gefallen war.


    Deutlich ist in dem Luftbild der Zerstörungsgrad am Schattenwurf erkennbar. Insbesondere am östlichen Ende der Faulenstraße bzw. Am Brill wo das oben bereits gezeigte schmale Haus mit dem Erker völlig frei dasteht. Die umgebenden Parzellen sind bereits weitgehend beräumt. Auf der Südseite der Neuenstraße sieht es ganz ähnlich aus.

    Dieser Artikel ist schon etwas älter dennoch interessant. In der Altstadt von Ebingen (zentraler Stadtteil von Albstadt) soll bzw. ist derzeit im Entstehen begriffen folgendes Bauprojekt. Klick


    Wie auch aus dem Artikel hervorgeht war an der Stelle zuvor ein auf maximale Flächenausnutzung ausgelegter Bau vorgesehen der sich wenig in das Altstadtbild eingefügt hätte. Nach heftiger Kritik an dem Projekt hat sich offenbar ein neuer Investor gefunden der nun diesen etwas traditionelleren Entwurf baut. Ich sehe solche modernen Fachwerkkonstruktionen immer etwas kritisch, bin aber überzeugt das Gebäude wird sich gut einfügen.


    Der Bauplatz befindet sich im sogenannten Hof im nördlichen Teil der Altstadt. Nach mehreren Stadtbränden und Abrissorgien hat sich nur noch hier das mittelalterliche Stadtbild halten können. Direkt daneben steht der mittelalterliche Kräuterkasten. Das schon vor Jahren abgerissene Vorgängergebäude stammte aus dem frühen 20. Jahrhundert und besaß keine besondere Architektur.

    Gesamtpolen:
    Die Polen haben in der Tat großes geleistet beim Wiederaufbau. Wiederaufbauleistungen wie die Altstadt von Warschau und die Rechtstadt in Danzig waren in Deutschland undenkbar. Doch wie bereits mehrfach gesagt wurde, dies ging dort weil die Polen diese Städte als ihre ansahen. In den im 2. WK polnisch gewordenen "Ostgebieten" wurde meist ganz anders verfahren. Insbesondere je näher man der Oder-Neiße-Linie kommt desto düsterer siehts aus. In diesen Gebieten wurden die Städte allesamt planiert und mit sozialistischen Flachdachriegeln neu bebaut. Einige Städte wurden praktisch überhaupt nicht wieder aufgebaut. Bis auf wenige Beispiele wurden aber die wichtigsten Baudenkmäler erhalten oder wiederhergestellt, auch dies ein kleiner Unterschied zur DDR.


    Ich bin aber überzeugt dass der Zeitpunkt des Wiederaufbaues entscheiden ist für die Gestalt. Die traditionellen Bauten gehören sicher in die Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Dann kamen die puristischen Flachdachriegel und danach postmodernen Riegel mit z. T. opulenten Dächern und z. T. angedeuteter Kleinteiligkeit. Seit den 90gern kommen vermehrt auch kleinteilige Bebauung mit z. T. recht ansprechender Fassadengestalltung die aber in den letzten Jahren vermehrt wieder in vereinfachte Formen übergeht.


    Danzig:
    In Danzig wurde mit der Rechtstadt das Herzstück der Stadt mit den wichtigsten Baudenkmälern Rekonstruiert bzw. traditionell neu gebaut. Beachtet dass allein die Rechtstadt gut doppelt so groß ist als die Altstadt von Warschau. Deshalb ist es auch verständlich dass der traditionelle Teil des Wiederaufbaus an den Stadtmauern der Rechtstadt endet. In den restlichen Teilen der mittelalterlichen Altstadt finden wird deshalb die klassische Riegelbebauung. Die Altstadt hat noch ein Paar nette Ecken zu bieten(vgl. Heimdalls Beitrag Nr. 70, 2. und 3. Bild), im Gegensatz ist die Vorstadt ein ziemlicher Unort. Auch kann man feststellen dass die vorhandene Vorkriegsbebauung, von der in der Niederstadt noch erhebliche Reste vorhanden sind, durchweg in ziemlich heruntergekommenem Zustand ist.

    Vermutlich kennt Zeitlos dies bereits.


    In Meßkirch wurde 2004 die Bemalung am Turm der ehemaligen Herz-Jesu-Kirche rekonstruiert. Der damals vorhandene überstrichene Außenputz war bis auf zwei Fragmente an denen die Freilegung der Malerei erfolgte, abgeschlagen worden. Zuvor als die Rekonstruktion beschlossen wurde ging man glaube ich davon aus dass die Originalmalereien abgeschlagen worden waren. Die Errichtung des Turmes, bzw. die Aufstockung eines bestehenden Risaliten erfolgte 1880. Stilistisch handelt es sich um die Beuroner Kunstschule. Im Rahmen des Umbaus zum Gemeindezentrum verschwanden alle Malereien gegen Ende der 1950er. Ergänzt wurde die Fassadenrekonstruktion durch ein freie Rekonstruktion der Eingangsüberdachung.

    Der überarbeitete Entwurf ist recht interessant. Der ursprüngliche zweitplatzierte war wirklich mies, ein Paar Giebel machen noch keine gute Architektur, da hätte ich den erstplatzierten trotz kubischer Formen vorgezogen. Im Bereich der Fassaden sehe ich aber nun etwas Potenzial. Die Stadtseite kann man ansehen, die Außenseite ist tatsächlich etwas eintönig und besitzt zu viele zu große Öffnungen. Aber an dieser Stelle haben Giebelständige Altstadthäuser auch keine Tradition. Und zur Eintönigkeit muss gesagt werden es ist nun mal ein einziges Gebäude. Dafür ist es recht stark untergliedert und deutlich weniger Eintönig als andere Gebäude.


    Für diese Stadt ist der Entwurf geradezu Revolutionär und um Welten besser als alles was zu erwarten war.

    Beinahe jedes Gebäude kann man technisch retten, nur Wirtschaftlichkeit ist bei solchen Fachwerkgebäuden selten zu erreichen (Dasselbe gilt aber für alle anderen noch stehenden Fachwerkhäuser ebenso). Das Problem ist aber wirklich dass es kaum Willige gibt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hält Abriss wirklich für eine gute bzw. unumgängliche Sache.

    In Beitrag Nr. 7 wurde ein abzubrechendes Gebäude gezeigt (Hohenzollernstraße 20). Dies ist nun der Neubau.



    Erfreulich ist das Satteldach mit Giebel zur Straße, das wars dann aber auch.




    Rückseite bzw. Hintergebäude zu einem kleinen Nebengässchen.



    Der angekündigte Abbruch des Gebäudes an der Stadtmauer ist bisher unterblieben. Dort ist alles unverändert.



    Anschließend noch eine Ansicht aus dem fertiggestellten Schlossgarten.


    Ja das hängt natürlich vom Umfang ab. Wird das Gebäude in der bestehenden Form weitergenutzt sind meist nur geringe Maßnahmen erforderlich. Kommt es aber zu einer Nutzungsänderung bzw. anstelle von einer Nutzungseinheit zum Einbau mehrerer wird das schnell Problematisch. Alle Probleme sind irgendwie lösbar aber das kostet eben.


    Kauft ein Investor ein Gebäude will er natürlich Gewinn daraus erwirtschaften. Dazu muss er etwas verändern, verbessern oder vergrößern. Deshalb anders formuliert. Für den Investor ist Neubau immer die einfachere und damit Kostengünstigere Lösung.