Posts by Jörg Mauchen

    Man muss bedenken dass sowohl viele Steinarten als auch Mörtel bei großer Hitzeeinwirkung ihre Stabilität verlieren. Das heißt auch Gebäudefassaden die am Tag nach einem Brand noch unversehrt sind, können nach einiger Zeit abbröckeln oder gar vollständig einstürzen ohne dass menschliches Zutun erfolgte. Hinzu kommt dass die Fassaden ohne die zumeist hölzerne Innenkonstruktion nicht ausreichend standfest sind (Gebäude mit Betondecken haben hier natürliche einen erheblichen Vorteil). Da aus diesen Gründen ständig mit auf die Straße stürzenden Gebäudeteile zu rechnen war, wurden wohl etliche Gebäude vorbeugend abgebrochen. Dies erfolgte hauptsächlich an den Hauptverkehrsadern. Auf der Faulenstraße fuhr doch eine Straßenbahn, da konnte man nicht riskieren das ständig Trümmer auf die Schienen oder gar auf die Bahn fielen. Dies erfolgte wahrscheinlich auch zu Kriegszeiten noch bevor die letzte Bombe gefallen war.


    Deutlich ist in dem Luftbild der Zerstörungsgrad am Schattenwurf erkennbar. Insbesondere am östlichen Ende der Faulenstraße bzw. Am Brill wo das oben bereits gezeigte schmale Haus mit dem Erker völlig frei dasteht. Die umgebenden Parzellen sind bereits weitgehend beräumt. Auf der Südseite der Neuenstraße sieht es ganz ähnlich aus.

    Dieser Artikel ist schon etwas älter dennoch interessant. In der Altstadt von Ebingen (zentraler Stadtteil von Albstadt) soll bzw. ist derzeit im Entstehen begriffen folgendes Bauprojekt. Klick


    Wie auch aus dem Artikel hervorgeht war an der Stelle zuvor ein auf maximale Flächenausnutzung ausgelegter Bau vorgesehen der sich wenig in das Altstadtbild eingefügt hätte. Nach heftiger Kritik an dem Projekt hat sich offenbar ein neuer Investor gefunden der nun diesen etwas traditionelleren Entwurf baut. Ich sehe solche modernen Fachwerkkonstruktionen immer etwas kritisch, bin aber überzeugt das Gebäude wird sich gut einfügen.


    Der Bauplatz befindet sich im sogenannten Hof im nördlichen Teil der Altstadt. Nach mehreren Stadtbränden und Abrissorgien hat sich nur noch hier das mittelalterliche Stadtbild halten können. Direkt daneben steht der mittelalterliche Kräuterkasten. Das schon vor Jahren abgerissene Vorgängergebäude stammte aus dem frühen 20. Jahrhundert und besaß keine besondere Architektur.

    Gesamtpolen:
    Die Polen haben in der Tat großes geleistet beim Wiederaufbau. Wiederaufbauleistungen wie die Altstadt von Warschau und die Rechtstadt in Danzig waren in Deutschland undenkbar. Doch wie bereits mehrfach gesagt wurde, dies ging dort weil die Polen diese Städte als ihre ansahen. In den im 2. WK polnisch gewordenen "Ostgebieten" wurde meist ganz anders verfahren. Insbesondere je näher man der Oder-Neiße-Linie kommt desto düsterer siehts aus. In diesen Gebieten wurden die Städte allesamt planiert und mit sozialistischen Flachdachriegeln neu bebaut. Einige Städte wurden praktisch überhaupt nicht wieder aufgebaut. Bis auf wenige Beispiele wurden aber die wichtigsten Baudenkmäler erhalten oder wiederhergestellt, auch dies ein kleiner Unterschied zur DDR.


    Ich bin aber überzeugt dass der Zeitpunkt des Wiederaufbaues entscheiden ist für die Gestalt. Die traditionellen Bauten gehören sicher in die Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Dann kamen die puristischen Flachdachriegel und danach postmodernen Riegel mit z. T. opulenten Dächern und z. T. angedeuteter Kleinteiligkeit. Seit den 90gern kommen vermehrt auch kleinteilige Bebauung mit z. T. recht ansprechender Fassadengestalltung die aber in den letzten Jahren vermehrt wieder in vereinfachte Formen übergeht.


    Danzig:
    In Danzig wurde mit der Rechtstadt das Herzstück der Stadt mit den wichtigsten Baudenkmälern Rekonstruiert bzw. traditionell neu gebaut. Beachtet dass allein die Rechtstadt gut doppelt so groß ist als die Altstadt von Warschau. Deshalb ist es auch verständlich dass der traditionelle Teil des Wiederaufbaus an den Stadtmauern der Rechtstadt endet. In den restlichen Teilen der mittelalterlichen Altstadt finden wird deshalb die klassische Riegelbebauung. Die Altstadt hat noch ein Paar nette Ecken zu bieten(vgl. Heimdalls Beitrag Nr. 70, 2. und 3. Bild), im Gegensatz ist die Vorstadt ein ziemlicher Unort. Auch kann man feststellen dass die vorhandene Vorkriegsbebauung, von der in der Niederstadt noch erhebliche Reste vorhanden sind, durchweg in ziemlich heruntergekommenem Zustand ist.

    Vermutlich kennt Zeitlos dies bereits.


    In Meßkirch wurde 2004 die Bemalung am Turm der ehemaligen Herz-Jesu-Kirche rekonstruiert. Der damals vorhandene überstrichene Außenputz war bis auf zwei Fragmente an denen die Freilegung der Malerei erfolgte, abgeschlagen worden. Zuvor als die Rekonstruktion beschlossen wurde ging man glaube ich davon aus dass die Originalmalereien abgeschlagen worden waren. Die Errichtung des Turmes, bzw. die Aufstockung eines bestehenden Risaliten erfolgte 1880. Stilistisch handelt es sich um die Beuroner Kunstschule. Im Rahmen des Umbaus zum Gemeindezentrum verschwanden alle Malereien gegen Ende der 1950er. Ergänzt wurde die Fassadenrekonstruktion durch ein freie Rekonstruktion der Eingangsüberdachung.

    Der überarbeitete Entwurf ist recht interessant. Der ursprüngliche zweitplatzierte war wirklich mies, ein Paar Giebel machen noch keine gute Architektur, da hätte ich den erstplatzierten trotz kubischer Formen vorgezogen. Im Bereich der Fassaden sehe ich aber nun etwas Potenzial. Die Stadtseite kann man ansehen, die Außenseite ist tatsächlich etwas eintönig und besitzt zu viele zu große Öffnungen. Aber an dieser Stelle haben Giebelständige Altstadthäuser auch keine Tradition. Und zur Eintönigkeit muss gesagt werden es ist nun mal ein einziges Gebäude. Dafür ist es recht stark untergliedert und deutlich weniger Eintönig als andere Gebäude.


    Für diese Stadt ist der Entwurf geradezu Revolutionär und um Welten besser als alles was zu erwarten war.

    Beinahe jedes Gebäude kann man technisch retten, nur Wirtschaftlichkeit ist bei solchen Fachwerkgebäuden selten zu erreichen (Dasselbe gilt aber für alle anderen noch stehenden Fachwerkhäuser ebenso). Das Problem ist aber wirklich dass es kaum Willige gibt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hält Abriss wirklich für eine gute bzw. unumgängliche Sache.

    In Beitrag Nr. 7 wurde ein abzubrechendes Gebäude gezeigt (Hohenzollernstraße 20). Dies ist nun der Neubau.



    Erfreulich ist das Satteldach mit Giebel zur Straße, das wars dann aber auch.




    Rückseite bzw. Hintergebäude zu einem kleinen Nebengässchen.



    Der angekündigte Abbruch des Gebäudes an der Stadtmauer ist bisher unterblieben. Dort ist alles unverändert.



    Anschließend noch eine Ansicht aus dem fertiggestellten Schlossgarten.


    Ja das hängt natürlich vom Umfang ab. Wird das Gebäude in der bestehenden Form weitergenutzt sind meist nur geringe Maßnahmen erforderlich. Kommt es aber zu einer Nutzungsänderung bzw. anstelle von einer Nutzungseinheit zum Einbau mehrerer wird das schnell Problematisch. Alle Probleme sind irgendwie lösbar aber das kostet eben.


    Kauft ein Investor ein Gebäude will er natürlich Gewinn daraus erwirtschaften. Dazu muss er etwas verändern, verbessern oder vergrößern. Deshalb anders formuliert. Für den Investor ist Neubau immer die einfachere und damit Kostengünstigere Lösung.

    Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint ist schnell erklärt. Neubau ist immer günstiger als Sanierung eines Altbaues, das bedeutet je weniger von einem Gebäude vorhanden ist desto günstiger wird eine "Revitalisierung".


    Bei der Villa Budenberg blieb nur die vordere Fassade erhalten. Dahinter steht ein kompletter Neubau.

    Ich würde sogar 100 Jahre als Mindestalter für eine Unterschutzstellung ansetzen. Aber das ist meine Meinung. Man kanns auch anders sehen.


    Im Fall des Pellerhauses ist dieses Kriterium allerdings bereits erfüllt da das Gebäude des 17. Jahrhundert im Grunde genommen noch existiert und lediglich einige (etliche) Bauteile ersetzt wurden. Der Wiederaufbau ist aber auch Teil der Geschichte des Hauses. Die Bewertung dieser jüngeren Bauteile erfolgt heute eben meist anders als noch vor einigen Jahrzehnten.

    Auf Nachfrage von Erbse


    Im Campus Galli geht's ziemlich schleppend voran. Zum Einen sind 40 Mitarbeiter zu wenige, die müssen ja die meisten Gewerke abdecken. Zum Anderen zieht sich auch die Baugenehmigung für das erste richtige Gebäude nämlich die Scheuer hin. Moderne Bauvorschriften und historische Konstruktionsformen sind wenig kompatibel. Auch ich kann mich mit dem Entwurf nicht ganz anfreunden.


    Fertiggestellt ist bislang nur der "Gemüsegarten" mit einem Flechtwerkszaun eingefriedet. Im Bau befindet sich der Obstgarten (Friedhof) der eine massive Mauer erhält, hier fehlt abgesehen von der Bepflanzung nur noch das Eingangsportal aus Werksteinen.


    Die Holzkirche ist ganz nett geworden (es fehlt noch die endgültige Fertigstellung der Chorschranken was aber praktischen Gründen auf einige Jahre verschoben wurde), aber was soll dieser gangförmige Anbau? ?(

    Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder


    Liegt eigentlich nicht auf Messkircher Gemeindegebiet (sondern Mühlingen) steht aber dennoch in Verbindung, denn der hier errichtete Bahnhof sollte eigentlich in der Stadt gebaut werden. Doch die Messkircher stellten sich quer. Also setzte man den Bahnhof an den Abzweig der Bahnlinie nach Pfullendorf die sich praktisch mitten im Nirgendwo befindet, lediglich die direkt an den Gebäuden vorbeiführende B313 sorgt für einen direkten Verkehrsanschluss.


    Mit Einstellung des Personenverkehrs 1972 verfielen die Gebäude immer mehr. Vor einigen Jahren stürzten dann auch wesentliche Teile des Stationsgebäude ein. Lediglich der nördliche Seitenflügel wurde weiter genutzt und wenig qualitätsvoll erneuert.


    Auf folgender Seite befinden sich Ansichten des noch halbwegs intakten Stationsgebäudes.
    http://www.vergessene-bahnen.de/Ex305a_2.htm


    Letztes Jahr wurde dann überraschend das ebenfalls schon heruntergekommene Wohnhaus renoviert. Diese Renovierung erfolgte sehr behutsam. Die Fassade blieb nahezu komplett erhalten lediglich wurden Balkone angefügt und die entsprechenden Fenster zu Türen umgebaut, wobei die Sandsteinleibungen erfreulicherweise nach untern verlängert wurden. Ebenfalls wurde auf der Rückseite eine komplette Türleibung neu geschaffen.



    Ansicht von der Bundesstraße



    Vorderseite



    Neu errichtet wurden drei Garagengebäude die Stilecht angepasst wurden


    Und nun der absolute Knüller. Die Ruine des Stationsgebäudes wurde nun vom selben Investor erworben und soll wiederaufgebaut werden. Gegenwärtig finden Beräumungsarbeiten statt. Dabei wird so behutsam vorgegangen das Reparable Teile aufbereitet werden können. Unter anderem werden Türen Fenster und Fensterläden so ausgebaut dass sie restauriert werden können. Ob diese Teile allerdings wieder eingebaut werden ist mir nicht bekannt. Dennoch verspricht dies das erfreulichste Bauprojekt der weiteren Region zu sein. An diesem abgelegenen Ort war damit überhaupt nicht zu rechnen.





    Im Inneren ist natürlich nicht viel zu Retten.

    Die Fläche auf der jetzt noch die historische "Münze" steht soll dann als Biergarten dienen was tatsächlich die attraktivste Lösung für eine Freifläche ist.

    An der Stelle befand sich einst die Klosterkirche von Peter Thumb dem Erbauer der Birnau der der Bau zumindest äußerlich recht ähnlich war. Leider wurde das Gebäude nach der Säkularisation als Lager verwendet und brannte ab.