Posts by djoerg

    Eine Verschiebung des HSR wäre Wasser auf die Mühlen der Rekonstruktions- und Neumarktgegner. Die Bemühungen einer historisch getreuen Wiederherstellung des Neumarktes würden der Beliebigkeit geopfert. Dem 'Disneyland-Argument' wären Tür und Tor geöffnet. Von den Problemen einer für immer vergebenen Rückkehr der Moritzstraße (s. o. Beitrag 237) in originaler Raumfassung ganz zu schweigen.


    Lieber vorerst nicht bauen, als irgendwie und irgendwo.


    Ich erinnere mich an eine vereinsinterne Diskussion vor einigen Jahren im Rathaus zur Meinungsbildung zu diesem Thema. Damals war einhelliges Ergebnis: keine Verschiebung des HSR und Durchbruch der Moritzstraße zur Wilsdruffer Straße (soweit ein Abriß der Wohnblocks vorerst nicht durchzusetzen ist).


    Wenn die GHND eine Verschiebung tatsächlich so befürwortet, dann trete ich aus diesem Verein nach fast 20 Jahren aus (die sinnfreie Einmischung des Vorstandes in die Germania-Diskussion auf dem Altmarkt würde diese Entscheidung stützen)!

    Aber spätestens dann muss sich Blobel - wie jeder andere Bauherr auch - der Diskussion der Öffentlichkeit stellen. Für Änderungen am Projekt ist das natürlich zu spät. Aber den Druck (oder die Zustimmung) der Menschen bekommt der Bauherr dann zu spüren.

    @ Hildesheimer: § 1 Abs. 1 Sächs. Denkmalschutzgesetz - "Denkmalschutz und Denkmalpflege haben die Aufgabe, die Kulturdenkmale zu schützen und zu pflegen, insbesondere deren Zustand zu überwachen, auf die Abwendung von Gefährdungen und die Bergung von Kulturdenkmalen hinzuwirken und diese zu erfassen und wissenschaftlich zu erforschen."


    Das umfasst meiner bescheidenen Meinung nach eben, dass man - gerade in einer vom Krieg nahezu aller historischen Bauten beraubten Stadt wie Dresden - die wenigen Zeugnisse früherer Baukunst und des Dresdner Städtebaus bewahrt. Genau das scheint im hier vorliegenden Fall in der Bautzner Straße und in dem anderen von mir zitierten Beispiel aber nicht der Fall zu sein. Man beugt sich dem finanziellen Druck irgenwelcher Investoren.


    Dass gleichzeitig - in meinen Augen - widerwärtige DDR-Plattenbauten zu Denkmalen erklärt werden, widerspricht diesem Auftrag nach meiner Meinung. Denn die zurückgehenden finanziellen und personellen Kapazitäten der Denkmalpflege gestatten es dann eben nicht mehr, die unzweifelhaften Denkmale zu bewahren.


    Das sehen sicher manche anders. Diese "manche" vermute ich aber nicht in diesem Forum... :wink:

    Um die vielen herausragenden Bemühungen und Erfolge der sächsischen Denkmalpflege nicht zu negieren, verwendtete ich bewusst auch die Formulierung: "an manchen Stellen".


    Dass DDR-Plattenbauten hingegen Denkmale sein sollen, 100 Jahre alte Häuser aber nicht, leuchtet mir persönlich aber eben nicht ein.

    Die sächsische Denkmalpflege ist doch an manchen Stellen kaum der Worte wert. Wer den Palast der sozialistischen Kultur und die neue Mensa (Bergstraße) zum Denkmal erklärt und 100-jährige Häuser abreißen lässt, hat doch seinen gesellschaftlichen Auftrag nicht verstanden. Da hilft dann auch das Engagement einzelner Denkmalpfleger nicht weiter. Ich denke immer mit Bedauern an das alte kleine Häuschen in der Schweriner Straße/Ecke Könneritzstraße, was schon vor Jahren von der tollen Denkmalpflege geopfert wurde... :gehtsnoch:

    Also eine spürbare Entlastung ist morgens auf der Königsbrücker Straße gen Norden festzustellen. Dafür staut es sich auf der Stauffenbergallee bis zum Horizont. Insofern beweist sich die Georg-Milbradt-Gedächtnisbrücke tatsächlich als unnötige Stadtautobahn.

    Nach dem ja gestern in der SZ einige Leserbriefe abgedruckt waren, in denen Herr Thielemann z. T. sehr deutlich angegriffen wurde, habe ich der SZ heute folgendes geschickt. Mal sehen, ob es auch den Weg zur Veröffentlichung findet:


    "Endlich wird das Thema von einer in der öffentlichen Wahrnehmung stehenden Person der Dresdner Kulturszene offen angesprochen. Herzlichen Dank dafür an Herrn Thielemann. Warum sollte man auch nicht über den Abriss des „Palastes der sozialistischen Kultur“ - heute verschämt Kulturpalast genannt - nachdenken dürfen? Städtebaulich ist dieses Relikt der DDR-Stadtplanung auf jeden Fall zu hinterfragen, sorgt das Bauwerk doch nicht nur für eine Manifestierung der ungünstigen Raumsituation des nördlichen Altmarktes. Es ist bezeichnend, dass die Freunde der Ostmoderne in ihrer Erinnerung an Brückenmännchen, Dixieland und Philharmoniekonzerte nun Herrn Thielemann Unkenntnis und Respektlosigkeit vorwerfen (s. Leserbriefe vom 4.9.12). So soll - und wurde bisher erfolgreich - eine offene Diskussion über den Abriss von vornherein im Keim erstickt. Bevor die Stadt Dresden viele Millionen Steuergelder in den - umstrittenen - Umbau des für die Altstadt untauglichen und unansehnlichen Kubus’ investiert, sollte in Ruhe über dessen langfristiges Schicksal nachgedacht werden."