Posts by jörg

    @ davila


    Also an uns liegt es in diesem Fall nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass zum letzten Altstadtforum, das irgendwann im Herbst stattfand und bei dem ich mein Modell vorgestellt habe, auch Dieter von Lüpke (der Leiter des Frankfurter Stadtplanungsamts und ein Verfechter einer modernistischen Lösung) eingeladen war. Er hat aber abgesagt. Und so läuft es eigentlich immer. Wir werden zu deren Veranstaltungen nie eingeladen, gehen aber immer hin und vertreten dort unsere Meinung. Umgekehrt laden wir die Leute zwar ein, aber es kommt nie einer.

    Hier übrigens die Einladung zur nächsten Veranstaltung des Altstadtforums, zu dem ihr möglichst zahlreich aufkreuzen sollt (!)
    Diesmal im Vestibül der Alten Oper, also in gediegenem Umfeld. Die Diskussionsteilnehmer und alles weitere siehe unten.


    Hallo RMA


    Nein, es gibt auf den Gefachen des Schwarzen Sterns leider kein Bumpmapping. Aber irgendwann muss ich mir diese Technik mal aneignen, da ich den Realismusgrad auf diese Weise drastisch erhöhen kann :augenrollen:

    Hallo Leute


    Hab mich länger nicht mehr gemeldet und möchte nun mal wieder neue Renderings einstellen. Diesmal von einem Bereich, den die meisten von euch zumindest von Fotos her kennen dürften, und auf dem viele auch schon persönlich standen: dem Römerberg. Eigentlich sollten die Bilder bereits vor Weihnachten online gehen, aber da kamen einige Dinge dazwischen, sodass aus der Weihnachts- eine Faschingsüberraschung wird. Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich viel Zeit mit dem Bau der Nikolaikirche verbracht habe. Hoffentlich gefällt sie euch. Sie ist Frankfurts kleinste Altstadtkirche, aber die aufwändigste, was v.a. an der Empore mit ihren drei Türmchen und am darunterliegenden Fries liegt. Aber seht selbst, und geht auch mal hin, wenn ihr selbst auf dem Römerberg steht. Wie immer gilt, dass ihr die Bilder ansehen und auf euren Rechnern haben, sie aber nicht kommerziell vertreiben dürft.


    Das erste Bild zeigt den historischen Römerberg mit der Nikolaikirche in der Bildmitte. Ist es ein Zufall, dass sich hier jedes Haus wie ein Puzzleteil zu einem komplexen Ganzen zusammenfügt? Ich glaube nein!



    Die folgende Grafik zeigt die Nikolaikirche (erbaut 13.-15. Jhd) mit ihrer Empore, auf denen der Rat der Stadt diversen Veranstaltungen beiwohnte. Zu sehen sind weiterhin der gotische Fries unter der Empore, sowie die drei Türmchen über der Empore, des weiteren der Hauptturm und im Anschluss links der Fachwerkbau des Schwarzen Sterns.



    Als nächstes folgt der Blick von der Empore auf den leider leeren Römerberg. Auf dem Platz befindet sich lediglich der kleine Römerbergbrunnen vor dem Goldenen Engel (rechts) und der Gerechtigkeitsbrunnen in der Mitte. Der Blick geht die Neue Kräme hinauf, wo an der Mündung der Schnurgasse das Modell z.Zt. endet. Direkt hinter dem Römerberg kreuzt die Braubachstraße.



    Blick vom Balkon des Römers über den Römerberg mit Samstagsberg (Ostzeile), Schwarzem Stern und Nikolaikirche, sowie Domturm im Hintergrund. Diese Aussicht hätte man u.a. gehabt, wenn Deutschland vor 1944zufällig eine Fußball-WM gewonnen hätte, allerdings wäre dann auf dem Platz vielleicht ebenso die Hölle los gewesen, wie wir es aus der Realität kennen.



    Das folgende Bild zeigt den Blick vom Plätzchen zwischen Schwarzem Stern (links) und Kleinem Laubenberg (vorne rechts) auf Westseite des Römerbergs. Früher war die Platzseite dicht bebaut mit Häusern unterschiedlichen Stils und unterschiedlicher Bauart. In der Mitte das auffällige Haus Lichtenstein mit seinem geschwungenen Barockgiebel, das aber eigentlich gotisch war, wie man an den Seitengiebeln erkennen kann. Links daneben drei Fachwerkgebäude, rechts klassizistische Steinbauten. Heute stehen hier drei öde 50er Jahre-Bauten, von denen das Mittlere in etwa die Position des Lichtensteins darstellen soll. Übrigens auch schön zu sehen ist, wie stark der Römerberg zur Platzmitte abfällt, um danach wieder anzusteigen. Der Ortsname ist somit eigentlich falsch! Korrekt müsste der Platz "Römertal" heißen...



    Das Haus Lichtenstein in einer Großaufnahme. Aus einem gotischen Adelspalast wurde am Ende ein Haus in dem Künstler wohnten. Nach der Zerstörung blieben zunächst die Umfassungsmauern stehen, worauf der Wiederaufbau beschlossen wurde. 1946 stürzte jedoch die Fassade zusammen. Es erfolgte der Abriss.



    Überreichen neogotischen Schmuck zeigte das 1864 errichtete Haus Römerberg 3, unten an der Ecke zur Alten Mainzer Gasse gelegen. Der Schmuck nahm Elemente der gegenüberliegenden (rechts) Nikolaikirche auf.



    Zum Abschluss noch ein Luftbild des Areals zwischen Römerberg und Mainkai. Hinter der Nikolaikirche folgt zunächst die Bendergasse (heute Saalgasse) danach die Saalgasse (heute überbaut durch den 70er-Jahre-Klotz des Historischen Museums). Im Anschluss der Saalhof, und rechts kann man das bereits freigelegte Fachwerk des heute noch bestehenden Hauses Wertheym erkennen. Ganz oben muss man sich den Main und den Eisernen Steg vorstellen.


    Frankfurter


    Das wusste ich noch gar nicht. Da kannste mal sehen. Man lernt doch nie aus.


    davila


    Das "Haus zur Hangenden Hand" ist Saalgasse 23. Es ist in allen Details, selbst in der Innenraumaufteilung und den stuckierten Decken mancher Zimmer dokumentiert (Institut für Stadtgeschichte). Könnte problemlos rekonstruiert werden, sofern das dort befindliche Pfarrhaus aus den 50ern verschwinden würde.

    Da ich die Gegend um das Schopenhauerhaus ebenfalls schon gebaut habe, könnte ich mal ein Bild davon rendern und anschließend einstellen. Ich finde es an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, was in dem Eingangstext nur recht umständlich beschrieben ist:
    Das Grundstück des Schopenhauerhauses IST bereits sein Jahrzehnten bebaut, bei der Freifläche handelt es sich um das Nachbargrundstück, auf dem bis 1944 drei klassizistische Reihenhäuser standen. Wenn man also davon schwärmt, das Schopenhauerhaus zu rekonstuieren, müsste vorher das bestehende Gebäude aus den 60ern aberissen werden! Und dann gibt es da noch ein weiteres Problem. Das Schopenhauerhaus wäre im Fall der Rekonstruktion ein Eckhaus, was es historisch allerdings nie war. Denn die nach dem Krieg gebaute Kurt-Schumacher- und Konrad-Adrenauer-Straße würde direkt am Haus auf die Mainbrücke führen. Die alte Brandmauer wird das Planungsamt - zu Recht - niemals zulassen, deswegen kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass eine Rekonstruktion auf absehbare Zeit durchsetzbar ist. Leider! Aber auch hierfür gibt es einen Trost: Mein Modell! :zwinkern:

    @ alle: Zunächst einmal danke für euer Lob.


    @ booni: Was die Datengrundlage zu den Häusern auf dem Areal der Kulturschirn anbelangt, ist es so wie in der übrigen Altstadt, z.B. auch im Bereich des Technischen Rathauses: Die Häuser sind unterschiedlich gut, aber vollständig belegt. Treuner-Skizzen gibt es zu allen Gebäuden, im Handwerkerhöfchen, das erst nach der Kartierung durch die Gebrüder Treuner ausgekernt wurde, existieren Nachträge in den Skizzenbüchern. Gerade für das Handwerkerhöfchen gibt es auch städtische Risszeichnungen, da die Auskernungsmaßnahme 1936-38 von der Stadt durchgeführt wurde und man tlw. umfangreiche Veränderungen an den Gebäuden vorgenommen hat. So was wird in der Regel dokumentiert.
    Was Menschen in den Szenen anbelangt, so wurden in der Presse schon Renderings von mir veröffentlicht, die Menschen zeigten. Diese wurden von der Werbeagentur Equipe (Jürgen Aha, Moderator des Altstadtforums) nachträglich eingefügt, um die Umgebung realistischer wirken zu lassen. Dem habe ich zugestimmt, weil die Renderings einen Bereich zeigten, der rekonstruiert werden soll/kann. Das geht aber in anderen Bereichen der Altstadt nicht. Ich kann z.B. keine Frau im Minirock und auch keinen Skaterboy in die Renderings der Bendergasse setzen, wenn die zur Zeit nicht zur Debatte steht, weil die Schirn drauf sitzt. Die Renderings geben ja auch eigentlich den Zustand der Stadt Ende der 30er Jahre des letzten Jhds. wieder. Und wenn ich Personen im Stil der damaligen Zeit reinsetzen würde, wäre das eher abschreckend.
    Ähnlich verhält es sich mit Geschäftsnamen. Die Geschäfte und ihre Inhaber wechselten schnell in der Altstadt. Es wäre zeitlich ein riesiger Aufwand, diese zu einem bestimmten Zeitpunkt ausfindig zu machen und die Logos bzw. Schaufensterdeko für jedes einzelne Gebäude abzuzeichnen. Und auch hier hätte das ganze eher eine abschreckende Wirkung, wenn man bedenkt, wie sehr sich unsere Zeit mit ihren Möglichkeiten von der damaligen unterscheidet.


    @ Antiquitus: Über das Farbproblem habe ich mir am Anfang des Modellbaus und auch zwischendurch immer wieder intensiv Gedanken gemacht. Die Materie ist recht kompliziert. Es gibt flächenhafte Hausbeschreibungen der Gebrüder Treuner, in denen u.a. auch die Farbe des Anstriches vermerkt ist. Dort findet sich bspw. der Hinweis „Erdgeschoss: rotbraun“. Das ist auf den ersten Blick aufschlussreich, nützt einem aber bei näherer Betrachtung nur bedingt. Das Problem: Man weiß nicht, welchen Farbton genau die Treuners unter „rotbraun“ verstanden haben. Und man weiß auch nicht, wo der Unterschied zu ähnlichen, ebenfalls in den Beschreibungen auftauchenden Farbtönen liegt, z.B. „braunrot“ oder „rötlich braun“ oder „rotbraun, alt“ oder „rotbraun, etwas heller“, von den ganzen Ockertönen, bei denen die Treuners sage und schreibe über 30 Abwandlungen kennen, ganz zu schweigen. Aufschluss hierüber gibt der Blick auf das Treuner-Modell, jedoch nur am Rand, denn die im Inneren liegenden Gassen sind leider nur sehr schwer einsehbar, insb. die Erdgeschosse, die von den darüber liegenden Auskragungen verdeckt werden. Und dann gibt es noch das Problem, dass das Treuner-Modell auch schon 60-70 Jahre auf dem Buckel hat und sich in dieser Zeit die Farbgebung u.U. verändert haben kann (Verblassen). Dies gilt in ähnlicher Weise auch für Farbfotos bzw. farbige Filmaufnahmen aus der Altstadt. Viele Farbfotos wirken z.B. ausgebleicht. Wie man es also dreht und wendet, die genaue Farbgebung der Gebäude bleibt im Dunkeln. Man kommt um eine eigene Entscheidung nicht herum. Und die habe ich folgendermaßen getroffen: Sämtliche von den Treuners angegebenen Farben wurden aufgeschrieben und dann in Gruppen eingeteilt. Jeder dieser Gruppen wurde dann eine bestimmte Farbe zugewiesen, es gibt also in meinem Modell bspw. keinen Unterschied mehr zwischen „rotbraun“, „rotbraun, alt“ und „rotbraun, etwas heller“. Meistens habe ich einen intensiveren Ton gewählt, da ja in der Altstadt Ende der 30er Jahre gerade umfangreiche Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen liefen und ich so die frische Farbe darstellen wollte. Ich komme übrigens nur mit etwa 40 verschiedenen Hausfarben aus. Die meisten sind Rot-, Braun-, Gelb-, Grau- und Ockertöne. Aber durch die Tatsache, dass die Häuser unterschiedlich zusammenstehen und durch direktes bzw. indirektes Licht, sowie Schattenwürfe entstehen beim Rendern viel, viel mehr Farben. Eine weitere Schwierigkeit ist die zunehmende Größe des Modells. Ich habe in meine Hauptdatei einen großen Leuchtkörper gesetzt (Sonne) und ihm einen Ring indirekter Beleuchtungskörper gegenübergestellt, damit auch die der Sonne abgewandten Seiten der Gebäude nicht dunkel erscheinen. Da das Modell aber – wie gesagt – immer größer wird, muss ich die indirekten Beleuchtungskörper immer weiter nach außen schieben. Dadurch bekommen sie aber untereinander eine größere Distanz, sodass an den Rändern die Gefahr von dunklen Ecken entsteht. Deswegen habe ich mich für eine größere Anzahl indirekter Beleuchtungskörper entschieden. Jetzt habe ich zwar an den Rändern keine dunklen Ecken mehr, aber im Zentrum des Modells, wo alle Lichtkegel zusammentreffen, entsteht eine größere Helligkeit. Dafür habe ich noch keine Lösung gefunden. Das sind so die Schwierigkeiten, mit denen man sich herumschlägt, wenn man eine kriegszerstörte Altstadt virtuell wiederaufbaut. Und das ist ja nur eines von vielen Problemen.
    Zu den Pollern in den Durchgängen der Saal- und Bendergasse, siehe u.a. folgendes Bild


    http://www.altfrankfurt.com/Al…/Saalgasse/Saalgasse1.htm


    Ob sie farblich so aussahen wie von mir dargestellt, weiß ich nicht, aber es gab sie wohl.

    So, ich mache dann mal - wie versprochen - weiter:


    SAALGASSE


    Das erste Bild zeigt den östlichen Eingang der Saalgasse am Weckmarkt. Ganz links am Rand sieht man ein Ecktürmchen vom Leinwandhaus (errichtet im Jahre 1399), das nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde. Dann folgt das Haus zum Storch mit einem Restaurant, das heute ebenfalls noch existiert, allerdings in einem 50er Jahre Neubau. Das Hauszeichen, der an der Ecke angebrachte Storch hat den Krieg übrigens auch überstanden. Der Blick geht in die Gasse hinein. Rechts außerhalb des Bildes befindet sich der Dom. Nach dem Krieg wurde in den 80er Jahren eine postmoderne kleinteilige Bebauung an der Saalgasse errichtet. Heute durchquert man die Gasse u.a., wenn man das Parkhaus Dom-Römer verlässt. Man biegt dann nach links Richtung Mainkai ab.



    Für das nächste Bild gehen wir geradeaus in die Saalgasse hinein und kommen an einen trichterförmigen Platz, der früher sehr oft fotografiert wurde, weil er zu den schönsten Orten Alt Frankfurts gehörte. Bekannt unter dem Namen Saalgassenplatz trug er im Mittelalter die Bezeichnung "Brotmarkt". Beachtet bitte bei den nachfolgenden Renderings die zahlreichen Details der Randbebauung wie Fensterläden, Durchfahrsperren u.a. und schaut nicht nur auf den Domturm, auch wenn er noch so beeindruckend ist! Das grell gelbe Haus (es war wirklich so intensiv angestrichen) trug den Namen Hl. Geist-Eck und hatte seine Bezeichnung vom daneben liegenden Hl. Geist-Hospital, das zu Beginn des 19. Jhds. abgebrochen wurde. Auch der Name der Gasse "Am Geistpförtchen" kommt davon. Links die Durchgangshäuser Zum Scharnhaus (außen) und Zum Häringshock (daneben). Dann die Einmündung der Langen Schirn und das blau angestrichene Haus Zu den drei Fischen.



    Das folgende Bild zeigt die andere Blickrichtung (um 180° gedreht). Zu sehen ist der trichterförimge Zuschnitt des Plätzchens, bevor am Knick hinten die Saalgasse als Gasse weitergeht. Der Brunnen ist - wie alle anderen Brunnen auch, barock und ersetzte einen alten Ziehbrunnen. Er befindet sich heute an der Ecke Hasengasse/Töngesgasse und ist vollständig erhalten.



    Zwischen Saal- und Bendergasse befand sich bis 1944 ein etwa 20 Meter breiter und dicht bebauter Hausstreifen. Die beiden Bilder, die nun folgen stellen die Häuser Zum Scharnhaus und Zum Häringshock vor, die mit ihren jeweiligen Hinterhäusern bis zur Bendergasse reichten und im Erdgeschoss Durchgänge besaßen, in denen sich vom Mittelalter an bis zur Aufhebung des Zunftzwangs im 19. Jhd. Metzgerschirnen befanden. Die Lange Schirn, in denen alle Metzger ihr Fleisch verkaufen mussten, lag ja direkt neben diesen beiden Häusern.



    Nachdem er in Leipzig Jura studiert hatte, führte der junge Johann Wolfgang Goethe seinen ersten und einzigen Prozeß um das Haus Zum Häringshock (Saalgasse 20/Bendergasse 11). Danach durfte er sich ja in Thüringen schriftstellerisch betätigen. Der Höhenunterschied zwischen Saal- und Bendergasse betrug an dieser Stelle etwa 1,10 m, wodurch in den Durchgängen Stufen notwendig wurden. Beide Gebäude wurden barockisiert, sind aber eigentlich gotisch, wie man an den Auskragungen und den Bereichen an der Langen Schirn bzw. der Bendergasse sehen konnte (dazu später) Rechts die Lange Schirn.



    Stilmischmasch an der Einmündung der Metzgergasse in das Saalgassenplätzchen. Die klassizistischen Steingebäude auf der rechten Gassenseite standen auf dem Bereich des abgebrochenen Hl. Geist-Hospitals. Der unregelmäßige Gassenverlauf links resultiert aus Erschließungswegen für die großen Häuser an der Saalgasse, die hier mündeten. Ein Tor ist auf dem Bild auch zu sehen, es gehörte zu Saalgasse 9.



    Das nächste Bild zeigt die Gasse "Am Geistpförtchen" mit Blick Richtung Main. Das klassizistische Torhaus mit einem Belvederchen auf dem Dach ersetzte einen alten Torturm. Die Aussicht vom Belvederchen muss traumhaft gewesen sein, denn von hier aus konnte man den gesamten städtischen Mainbereich überblicken. Heute befindet sich an dieser Stelle erneut ein Torhaus - aus den 50er Jahren und ohne Belvederchen.



    Dieser Blick zeigt die Gassensituation westlich des Saalgassenplatzes. Auf dem Bild ist der langgestreckte gotische Marstall zu sehen, der zum Saalhofkomplex gehörte. Links davor das Doppelhaus "Im Saal". Heute hat der hässliche Erweiterungsbau des Historischen Museums dieses Areal komplett überdeckt. Die Saalgasse mündet aus diesem Grund heute dort, wo einst die Bendergasse auf den Römerberg traf. Die Kamera steht etwa im Bereich der Tiefgaragenausfahrt.



    Das nachfolgende Bild zeigt den westlichen Eingang der Saalgasse am Römerberg. Links das mächtige Haus Landeck, Römerberg 2 (danach, außerhalb des Bildes, die Einmündung der Bendergasse). Das klassizistische Haus rechts befand sich am Fahrtor (Nr. 6), hatte den Krieg unversehrt überstanden und wurde dann zugunsten des Erweiterungsbaus des Historischen Musems abgerissen. :kopfschuetteln: In der Saalgasse befinden sich der Marstall und das Haus "Im Saal".



    MAINKAI UND FAHRTOR


    Angesichts des großen Verlustes im 2. Weltkrieg tut es gut, wenigstens noch ein wertvolles Fachwerkhaus in der Altstadt zu besitzen, nämlich das Haus Wertheym am Fahrtor 1. Links kommt man zum Eisernen Steg, rechts geht es in die Alte Mainzer Gasse



    Gut, zum folgenden Bild brauch ich wirklich nichts zu sagen, das dürften die meisten von euch trotz nachkriegsbedingter Veränderungen erkennen. Das Bild ist vom Eisernen Steg gemacht und man kann nur jedem empfehlen, es sich auszudrucken und übers Bett zu hängen. :lachen:



    Die nächsten drei Grafiken zeigen dem mittleren Mainkai. Die Bebauung ist mit wenigen Ausnahmen klassizistisch und hat keine erwähnenswerten Geschichten zu bieten. Die Kamera befindet sich an der Einmündung der Gasse "Am Geistpförtchen".





    BENDERGASSE


    Na, ist das ein Bild?! Da bekommt man richtig Wehmut beim Anblick der schönsten Frankfurter Altstadtgasse! Die durchgängig fünf- bis sechsgeschossigen gotischen Häuser beherbergten im Mittelalter die Fassbinder, daher der Name Bendergasse. Hinter den Häusern rechts liegt die Saalgasse, auf der linken Seite befanden sich Fünffingerplatz und Handwerkerhöfchen. Heute ist die Bendergasse mit der Kulturschirn restlos überbaut.



    Hier der entgegengesetzte Blick nach Westen Richtung Nikolaikirche, die aber selbst kaum zu sehen ist.



    Die Rückgebäude von Häringshock und Scharnhaus (siehe hierzu Abschnitt Saalgasse) in der Bendergasse, die hier nach links weitergeht und von der man einen Großteil der südlichen Randbebauung sehen kann. Rechts die Lange Schirn.



    Die nördliche Bebauung der Bendergasse (dahinter - wie bereits erwähnt - Fünffingerplätzchen und Handwerkerhöfchen.



    LANGE SCHIRN UND METZGERHÖFCHEN


    Dieser Blick geht die Lange Schirn hinunter Richtung Bendergasse und weiter zum Saalgassenplatz. Die Häuser, in denen die Metzger ihr Fleisch verkauften, waren besonders schmal. Mehrere "Hackklötze" sind auf dem Bild zu sehen. Diese Steine symbolisierten im Mittelalter die wirtschaftliche Selbständigkeit eines Metzgers, auf dem er sein eigenes Fleisch zuschlagen konnte. Da der Metzgereiberuf eine hohe Gewinnspanne hatte, waren die Hackklötze auch eine Menge wert, wenn z.B. Kredite aufgenommen werden mussten. Meist gehörten nur die Schirnen den Metzgern, nicht aber die darüberliegenden Häuser. Die Metzger selbst wohnten nämlich in der Metzger- und Schlachthausgasse, die südlich der Saalgasse lagen und wo sich auch der Schlachthof befand. Nachdem die Metzger sich ab dem 19. Jhd. überall in der Stadt niederlassen durften, verlor die Lange Schirn ihre wichtige Bedeutung. Die unter den Erdgeschossfenstern stehenden Hackklötze (z.B. an dem Roten Haus mit dem Fachwerkgiebel links) dienten bis zur Zerstörung 1944 nur noch touristischen Zwecken, denn in der Langen Schirn gab es keine Metzgerei mehr (außer unter dem Roten Haus, das aber am Markt lag).



    Die nächsten beiden Bilder zeigen das Metzgerhöfchen, und zwar zunächst mit Blick nach Süden und dann mit Blick nach Norden. Es ist eine Nachreichung zum Technischen Rathaus-Areal, weil das Metzgerhöfchen im Zuge dieser Neugestaltung wieder aufgebaut werden könnte. Es befand sich hinter dem Roten Haus.




    FÜNFFINGERPLÄTZCHEN


    Hinter dem Römerberg liefen fünf kurze Gässchen zu einem kleinen Platz zusammen, der aus der Luft betrachtet die Gestalt einer Hand mit gespreizten Fingern hatte und so zu seinem Namen kam. Die Häuser zählten zur Goldhutgasse. Das auf zahlreichen Fotos verewigte trapezförmige Haus zum Widder (Nr. 16) ist sicherlich der spektakulärste Bau. Es folgten dahinter das Haus Haderkatze (Nr. 18) und das Haus Hörhorn (Nr. 20). Daneben in grün die "Wilde Frau" (Nr. 7) und hinter dem Baum schaut noch das Haus Goldenes Unterhähnchen (Nr. 5) mit seinem freigelegten Fachwerk heraus. Rechts geht es ins Handwerkerhöfchen, das erst 1938 durch eine Auskernungsmaßnahme entstand.



    Das folgende Bild ist aus der Drachengasse gerendert und zeigt das Haus Zum Widder (links) vor den Rückfronten der Häuser an der Bendergasse, zunächst (in der Mitte) das Haus "Zum Hasen unter den Bendern" (Bendergasse Nr. 24) und daneben - mit einem Durchgang zur Bendergasse - das Pesthaus (freigelegtes Fachwerk, Nr. 26). Hier soll einer Legende zufolge das erste Mal in Frankfurt die Pest ausgebrochen sein. Belegt ist die Geschichte indes nicht. Auf dem Plätzchen standen ein Brunnen und der einzige Baum im Bereich zwischen Dom und Römer.



    Zuletzt auf Wunsch noch ein Luftbild des Areals zwischen Dom und Römer. Die Kamera steht in etwa über dem neuen Haus am Dom in 45 m Höhe (über dem Niveau des Maines). Der Blick geht nach Südwesten. Unten in der Mitte der Hühnermarkt mit dem Roten Haus. Der schräg verlaufende Markt ist noch recht gut zu erkennen. Nach links zieht der Tuchgaden, der unter dem Roten Haus auf den Markt mündet. An dem grüngelben Haus mit den blauen Fenstern beginnt die Lange Schirn ihren Weg nach schräg links oben und wird von der Bendergasse gekreuzt. Oberhalb des grüngelben Hauses mit den blauen Fenstern befinden sich Handwerkerhöfchen und ganz am oberen rechten Bildrand das Fünffingerplätzchen.



    So, mehr gibts dann an Weihnachten ;)
    Bis dahin dürft ihr wieder schreiben und bewerten.

    Das ist völlig richtig, RMA!


    Das Passavant´sche Stammhaus (Alte Mainzer Gasse 1) ist das Nachbarhaus vom Haus Wertheym. Es ist sogar noch ein kleiner Rest davon zu sehen, wenn man die Brandmauer am Haus Wertheym bis zum Erdgeschoss herunterblickt.

    Jungs, ihr enttäuscht mich!


    Das Passavant´sche Stammhaus ist doch wirklich nicht schwer in der Altstadt auszumachen, und ich dachte eigentlich, dass es mindestens 5 verschiedenen Leuten sofort auffallen müsste, wo dieses Gebäude stand. Ratet noch ein wenig weiter :gg:


    (Kleiner Tipp: Ein Haus auf dem alten SW-Bild existiert noch.)

    Leider kann ich mich erst jetzt zu den jüngsten Entwicklungen äußern, da ich im Urlaub war. Meiner Meinung nach ist ein wichtiger Teilerfolg mit dem Papier von Schwarz-Grün errungen worden, der aber selbstverständlich noch nicht das beinhaltet was wir wollen. Positiv ist zu sehen, dass der Entwurf von Engel und Zimmermann vom Tisch ist. Überhaupt ist die Entwicklung der letzten 12 Monate sehr erfreulich verlaufen. Und der wichtigste Erfolg ist die Rekonstruktion der 4 besagten Altstadthäuser, die Dominik und ich ja immer als besonders bedeutsam herausgestellt haben (Dominik fachlich - ich visuell). Diese 4 Gebäude – und das sind ja nicht irgendwelche, sondern die wertvollsten des Areals – werden mit unseren Namen verbunden sein. Darauf bin ich in nicht unerheblichem Maße stolz, und ich glaube auch zu recht. Mehr war unter den gegebenen POLITISCHEN Voraussetzungen halt einfach nicht drin. Man muss das so sehen: Die CDU hat eine Basis, die mehrheitlich die Rekonstruktion will, die Grünen sind mehrheitlich dagegen (SCHANDE! SCHANDE! Ausgerechnet meine Partei!), beide sind in einer Koalition und müssen sich einigen. Und die CDU kann auch deswegen keine Pro-Altstadt-Position einnehmen, weil das die SPD bereits getan hat (bzw. der Gegenkandidat von Frau Roth, DAS WAR GANZ, GANZ UNGÜNSTIG VON IHM!). Denn dieses Thema bewegt die Menschen und eignet sich daher für den bevorstehenden Kommunalwahlkampf. Schon alleine deswegen war ausgeschlossen, dass sich Roth mit Frey solidarisiert, hier geht es nämlich um Profilierung. Und es wird auch deutlich, dass sich die OB und ihr Gegenkandidat mit dem Thema noch nicht wirklich intensiv auseinandergesetzt haben. Was ich ihnen aber auch nicht sonderlich übel nehme, da diese Leute ja keine Fachidioten sind (so wie wir, die in dieses Forum schreiben), sondern sich auch um jede Menge andere Belange kümmern müssen. So, das war der erste Teil, also meine Bewertung, jetzt kommt der zweite, der sich mit der Frage beschäftigt, was demnächst zu tun ist. Als erstes würde ich mit dem Sammeln von Unterschriften beginnen, schließlich ist es kein guter Kompromiss, wenn einer Einwohnerschaft, die zu 2/3 eine moderne Bebauung ablehnt, lediglich 4 Rekonstruktionen angeboten werden und der Rest Neubauten sein sollen, auch wenn es sich dabei um eine geschönte „Mäckler´sche“ Variante handelt um die CDU-Basis zu beruhigen. Zu den weiteren Äußerungen (Stichwort: „das spannungsgeladene Verhältnis“ und „die Lächerlichkeit der Fachwerkidylle“) möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, weil das hier schon genügend Leute getan haben, und für seinen Beitrag zum Thema „sensible Übergänge zur vorhandenen Nachkriegsbebauung“ möchte ich Kindvon2dresdnern herzlich danken. Er spricht mir aus der Seele! Ich für meinen Teil bin für Brandmauern zur Schirn, um einen Anspruch auf dieses Gebäude anzumelden, aber das ist realistischerweise nicht durchsetzbar. Wichtig wäre auch Leute zu finden die auf dem Areal des TR bauen wollen (und zwar historisch!), um die Lücken zwischen den 4 Rekonstruktionen zu schließen. Einige gibt es schon, kennt einer von euch noch welche? Und ansonsten Briefe an die Presse schreiben (am besten mit dem Wunsch, mehr von meinen Grafiken sehen zu wollen *g*). Auf diese Weise wird es uns sicher gelingen noch jede Menge weitere Fachwerkhäuser in die Realität herüberzuholen und unserem Ziel näher zu kommen.
    Noch etwas: Ich finde es nicht gut, wenn hier von Leitbauten gesprochen wird. Der von Hans Nadler in die Welt gesetzte Begriff führt zu einem Ergebnis, das der Ensemblewirkung widerspricht und das wir in Frankfurt deswegen nicht haben wollen. Man sieht es ja in Dresden auch ganz deutlich, dass tlw. sehr provokante Neubauten neben die Leitbauten geklatscht wurden/werden, und der Begriff „Leitbau“ qualitativ nicht das Papier wert ist auf dem er definiert wurde. Wir wollen deshalb überhaupt keine zeitgenössischen Fassaden, sondern ausschließlich traditionelle Vorkriegsarchitektur. Das ist nicht nur mehr als in Dresden, dem ganzen liegt auch ein anderer Gedanke zugrunde.
    Zuletzt noch einige Worte zu dem von uns allen sehr geschätzten Planungsdezernenten Edwin Schwarz: Ich weiß gar nicht wieso ihr euch so aufregt? Lasst ihn doch einfach sein Konzept entwickeln. Sämtliche seiner Konzepte in Sachen Altstadt (und nicht nur da) hatten bisher eine Gemeinsamkeit: Sie wurden nie Wirklichkeit. Ich finde der Mann hat wirklich Unterhaltungswert und sollte keinesfalls entlassen werden. Wenn ihr also wissen wollt wie die Altstadt wahrscheinlich zukünftig NICHT aussehen wird, dann erwartet freudig sein Konzept!

    @ spacecowboy


    Also das mit dem historischen Roman ist wirklich interessant. Bisher wusste ich nur, dass die Leute die Häuser wiedererkennen, wenn sie sie in meinem Modell sehen. Jetzt könnte man sagen, na gut, das ist nichts besonderes, aber so einfach ist es nicht. Dass der Wiederkennungswert so hoch ist, ist ein wichtiger Erfolg dieses Modells, und das trotz der Verfremdung, die ich eingebaut habe (fehlende Fassadentexturen). Ich hab mein Modell schon einigen Frankfurtern gezeigt, die die Altstadt noch persönlich gekannt haben, und die Reaktionen waren immer sehr bewegend. Man merkte wie der Anblick der unzerstörten Stadt den Leuten die Zunge löste und sie anfingen zu erzählen. Es waren ganz verschiedene Stories, und vieles war ganz banal („Da bin ich immer zur Schule gegangen“, „In dem Haus wohnte ein guter Freund von mir“, „Da hab ich immer meine warme Fleischwurst gegessen“ usw.), aber diese Geschichten hatten sie schon seit Jahren niemandem mehr erzählt. Manchmal fielen sie den Leuten sogar ganz spontan wieder ein, als sie das gerenderte Foto von einem Ensemble gesehen haben. Manche hatten feuchte Augen vor Freude, je mehr sie vom Modell sahen. Dann kamen natürlich auch die Geschichten vom Krieg und der Zerstörung, von all dem Leid, das diese Generation erfahren musste. Und die meisten haben ja ihr ganzes Leben lang dazu geschwiegen! Ich finde das selbst auch immer sehr bewegend, es lässt einen nicht kalt, wenn jemand neben einem sitzt, der 80 oder 90 Jahre ist und aus einer Zeit erzählt, als er genau so alt war wie ich heute bin. Man merkt an den Reaktionen auch was die Leute wirklich in den Bombennächten verloren haben: Ihre Jugend, die Erinnerung an die schönste Zeit im Leben...
    Bei der Mitgliederversammlung zur Vereinsgründung von Pro Altstadt hab ich auch referiert und Bilder gezeigt und dabei mit dem Publikum ein kleines Spiel gespielt: Ich hab die Leute raten lassen was auf den Bildern zu sehen war. Frage von mir: „Was ist das?“ Antwort aus etwa 50 Kehlen: „Der Garküchenplatz!“ oder „Und das ist das...?“ – „Roseneck!“ Mein Modell scheint den Zweck zu erfüllen, und jetzt erkennen schon Leser Ensembles wieder, die in Romanen nur in Worten beschrieben sind – das finde ich bemerkenswert und cool! :D

    Jetzt kommt noch ein Schwall Bilder aus dem Gebiet zwischen Dom und Römer und vom Römerberg:


    Blick auf die Goldene Waage mit Belvederchen, rechts im Vordergrund der Domturm



    Blick vom Belvederchen der Goldenen Waage auf den Domturm. Auf diesem Bild ist auch der Brunnen zu erkennen



    Die Goldene Waage von der Seite. Vorne verläuft der markt von links nach rechts



    Nochmal Goldene Waage



    Der Hühnermarkt (Totale)



    Das Rote Haus mit den Schirnen im Erdgeschoss



    Fünffingerplätzchen



    Der Samstagsberg (heute auch als "Ostzeile" bekannt) in seiner Vorkriegsversion



    Der Römer mit dem Salzhaus (rechts)



    Die Westseite des Römerbergs mit dem ursprünglich gotischen Haus Lichtenstein (später barockisiert), heute Neubauten aus den 1950er Jahren



    Als nächstes mache ich den Bereich zwischen Bender- und Saalgasse zugänglich. Dabei handelt es sich jedoch um besonders alte Gebäude von Anfang 2004, die ich nicht ohne weiteres einbauen kann. Ich bräuchte mal so ca. 2-3 Wochen, in denen ich mich nur diesem Viertel widmen könnte. Aber die Zeit hab ich im Moment leider nicht. Daher wirds wohl etwas dauern :( :?

    @ Antiquitus


    Na ja, das Problem mit dem verputzten Fachwerk tangiert mein Modell ja nicht wirklich. Da ist es ja egal. Es wird nur dann schwierig, wenn man die Gebäude in der Realität wieder aufbauen möchte. Ich favorisiere da eine Linie die auch bei der Ostzeile (Samstagsberg) umgesetzt wurde: Die Häuser bekommen das Fachwerk, das sie laut Erbauungszeit und noch bestehenden Vergleichsgebäuden in der Umgebung wohl gehabt hatten. Ansonsten könnte man nämlich auch mit Beton bauen, und da bin ich kein Freund von!

    Da ich das jetzt schon mehrfach gefragt wurde: Das Modell ist mit 3d studio max gebaut worden. Für ein Haus braucht man etwa einen Tag. Das ist aber nur ein grober Richtwert, denn einige Gebäude sind recht einfach, so dass ich im Fischerviertel schon mal sieben Stück an einem Tag erstellt hab (das war Rekord!), andererseits gibt es auch Gebäude die so komplex sind, dass man an ihnen viele Tage verlieren kann (z.B. Kirchen). Die Goldene Waage hat mich 5 Tage gekostet, das Rote Haus immerhin 3! Und es gibt noch ein Problem: Ich hasse Kirchen! Sie sind nämlich sehr komplex und ihr Nachbau dauert ewig. So ist z.B. nur der Domturm und ein kleiner Teil des Domschiffs fertig, die Nikolaikirche fehlt als einziges Gebäude am Römerberg schon seit 2 Jahren (weswegen ich bis heute keinen Rundblick über den Platz rendern kann) und auch die Paulskirche wollte ich eigentlich schon seit längerer Zeit fertig haben (ich hab aber noch nicht einmal angefangen). Falls sich unter euch jemand mit Interesse an Kirchen findet und er außerdem noch mit 3d studio max umgehen kann und das ganze unentgeldlich bauen möchte, ich bin auf jeden Fall interessiert!

    Hier nun weitere Bilder. Ihr dürft sie auf euren Rechner laden, ich gebe allerdings nicht die Erlaubnis zur Weitergabe oder zum Vertrieb:


    Blick vom Haus Hinter dem Lämmchen 8 Richtung Domturm



    Dominikanergasse Richtung Fahrgasse (östliche Altstadt)



    Das Dominikanerkloster. Im Vordergrund führt heute die große Entlastungsstraße von der Mainbrücke zur Konstablerwache



    Das Kloster von oben



    Das Haus zum Eßlinger am Hühnermarkt



    Die Fahrgasse von oben. Unten rechts geht es zur Konstablerwache, oben links zur Mainbrücke



    Die Ecke Fahrgasse-Kannengießergasse mit Blick zum Fürsteneck (hinten links)



    Das "Fischerplätzi" in der Großen Fischergasse. In der Bildmitte das Haus zum Stift (die Schatten sind nicht so doll, ich weiß)



    Der Garküchenplatz, einer der bekanntesten Fotoperspektiven der Altstadt (links Mehlwaage, hinten Fürsteneck, vorne rechts Garküchenhäuschen)



    Hinter dem Lämmchen, Blick zum Hühnermarkt (von West nach Ost)



    Hinter dem Lämmchen, Blick zum Haus Mohrenkopf (von Ost nach West)



    Die Kannengießergasse vom Domplatz Richtung Fahrgasse gerendert (also nach Osten). Links der Eingang zum Hainer Hof



    Die Goldene Zange am Löwenplätzchen (Fahrgasse 52). Auf dem Dach ein Belvederchen



    Ein Blick in den Markt in Richtung Domturm. So ähnlich soll es demnächst wieder aussehen. Vor dem Domturm das Rote Haus



    Metzgerhöfchen



    Das barocke Portal von Klostergasse 3, eine versteckte Sehenswürdigkeit der östlichen Altstadt



    Auch wenn hier einige Fehler wie fehlende Innenhofgestaltung und fehlende Hofböden erkennbar sind, möchte ich euch die Predigerstraße von oben doch nicht vorenthalten. In der Bildmitte der Komplex des Arnsburger Hofes



    Das Roseneck



    Der Rote Hahn an der Ecke Klostergasse-Predigerstraße



    Demnächst gibts noch mehr... :D

    @ RMA:


    Also dass morgen etwas in der Zeitung stehen wird, davon kannst du ausgehen, da das Stadtplanungsamt heute (Sonntag) die Presse eingeladen hat, um die Öffentlichkeit über die Ergebnisse zu informieren. Den Teilnehmern der Planungswerkstatt wurde übrigens davon abgeraten, zu diesem Pressetermin zu erscheinen – ein einmaliger Vorgang, der ahnen lässt, wie heftig sich die verschiedenen Lager während der Veranstaltung bekriegt haben. Auch Worte wie „harmonisch“ oder „Konsens“ wird man morgen eher weniger in den Zeitungen finden.


    @ Stefan, RMA:


    Wieso sie mich nicht eingeladen haben? Nun, gerechtfertigt wäre es allemal gewesen, denn zusammen mit Dominik Mangelmann war ich es ja wohl, der die Stimmung in Frankfurt zu Gunsten der Rekonstruktion hatte kippen lassen. Ich war auch auf fünf Plätzen nominiert, wurde aber nicht ausgewählt, weil ich nicht aus Frankfurt komme. Das war die offizielle Begründung, die ich schriftlich allerdings nie erhalten habe. Für mich rückten dann andere Leute nach, sonst wären die Plätze nämlich verfallen. Sie hätten mich natürlich als Experten laden können, so wie sie es mit Dominik auch getan haben, in meinem Fall haben sie das aber nicht. Und so blieb Dominik der einzige Vertreter pro Rekonstruktion. Kontra Rekonstruktion referierten – das sei der Vollständigkeit halber noch erwähnt – 7 Referenten. Wenn man diesen Umstand in Bezug auf Ausgewogenheit vorsichtig werten möchte, dann mit folgenden Worten: Na ja!
    Inoffiziell war ich aber doch dabei. Viele Wortmeldungen von Rekonstruktionsbefürwortern schlossen mit der Bemerkung: „Im übrigen finde ich es schade, dass der Herr Ott nicht hier ist...“, was die Gastgeber zunehmend verärgert hat. Es sei ihnen auch von Herzen gegönnt!
    Verantwortlich für die Planungswerkstatt ist der Chef des Stadtplanungsamts Niels Schalk. Den hab ich übrigens mal vor ziemlich genau einem Jahr kennen gelernt, um ihm und einigen seiner Mitarbeiter mein Modell zu zeigen. Schalk ist sehr nett und freundlich zu mir gewesen, da kann man wirklich nicht meckern. Bemerkenswert war allerdings die Reaktion einer seiner Mitarbeiter auf meine abschließende Bitte, die Weiterentwicklung des Altstadtmodells finanziell zu fördern, die sinngemäß wie folgt lautete: „Um Gottes Willen, dann wollen die Leute ja noch mehr Rekonstruktionen!“ Das zeigt sehr deutlich, dass das Stadtplanungsamt genau weiß, dass die moderne Architektursprache bei den Leuten nicht ankommt, auch wenn sie offiziell natürlich etwas anderes behaupten.


    Noch mal @ RMA:


    Na ja, ganz so einfach ist es leider nicht. Die Ergebnisse der Planungswerkstatt sollen den Stadtverordneten als Entscheidungsgrundlage dienen. Und deswegen ist diese Veranstaltung schon als wichtig einzuschätzen. Ich persönlich bin übrigens im Gegensatz zu vielen anderen Rekonstruktionsbefürwortern nie davon ausgegangen, dass die Planungswerkstatt ein Spaziergang wird. Es gab viele die gedacht haben, dass sich außer Anhängern der historischen Lösung eh keiner darauf bewirbt. Ich hab geahnt, dass sich auch viele Architekturbüros diese Chance nicht entgehen lassen würden. Aber ich möchte jetzt hier nicht im Nachhinein besserwisserisch den Zeigefinger heben...

    Ich möchte euch übrigens vorwarnen:


    Dieses Wochenende war ja die "Planungswerkstatt Dom-Römer", von der ja schon öfters die Rede war. Um es kurz zu machen: Die Veranstaltung nahm für uns einen eher unerwünschten Verlauf. Da das Stadtplanungsamt im Vorfeld allerdings alles unternahm, um mir die Teilnahme zu verwehren, könnte ich nur aus zweiter Hand berichten. Das möchte ich aber nicht tun, sondern das Feld der korrekten Berichterstattung Leuten wie Dominik Mangelmann überlassen, die dem unwürdigen Spektakel live beiwohnen "durften".

    Ich hab hier mal ein Testbild vom Leinwandhaus, erbaut 1399 (rechts, existiert heute noch) und vom gründerzeitlichen Archivgebäude (links, zerstört 1944). Ich muss die Bilder wohl stark verkleinern, um sie bei imageshack problemlos hochladen zu können. Zeige demnächst natürlich noch mehr. Es scheint ja jetzt zu funktionieren! :D