Posts by Kaoru

    Interessant, dass Paulick das Kulissendepot (1952-1954) und den Übergang noch so eindeutig auf das Schloss bezogen hat, wobei die Pläne wahrscheinlich vor dem Schlossabriss entstanden sind. Überhaupt ist es wunderbar zu sehen, wie neue, alte Blickachsen im Stadtbild entstehen, so perfekt, als könne es gar nicht anders sein:

    Quote

    23654-47f621da-3bcd-46cc-b57d-e74766ccbb6c-jpeg

    Bild von Spree-Athener


    Quote


    23652-783540b8-0eac-4210-948f-d264919a4c1f-jpeg

    Bild von Spree-Athener

    Wäre es erwünscht, wenn ich in der Leipzig Galerie eine kleine Auswahl an Bildern aus der verlassenen Maschinenfabrik Karl Krause poste? Zwar ist der Ort ohne weiteres zugänglich und es hat sich zum halböffentlichen Treffpunkt entwickelt, jedoch ist es immer noch illegal, das Gebäude zu betreten. Ich möchte auch nicht zum Nachmachen aufrufen, aber sollte ich dem Forum damit Probleme machen, dann lasse ichs. Ansonsten würde ich es auch meine Kappe nehmen.

    Ich verstehe dieses Rumreiten auf dem Kreuz nicht so recht. Entweder ist man für das Schloss oder man ist gegen das Schloss, aber nicht für das Schloss und gegen das Kreuz. Das Schloss ist doch schon in seiner (Re)Existenz ein Symbol der Monarchie und des Gottesgnadentums. Dieses Symbol hat man jetzt wiederaufgebaut. Sicher mag das nicht die erste Intention des Wiederaufbaus sein, und wohl kaum ein Schlossbefürworter möchte mit dem Schloss die Restaurierung der Monarchie vorbereiten, doch wenn man sich für das Schloss entscheidet und es ordentlich rekonstruiert, nimmt man diese Symbolik zwingend und unabwendbar in Kauf. Das kann man Aushalten, das kann man diskutieren oder aber man kann sich vor Angst in die Hosen machen.

    Doch auch selbst wenn man alle Machtinsignien und Monarchieverweise schleifen wollen würde (wo fängt man an, wo hört man auf? Im Grunde ist eine Kuppel in einer säkularisierten Gesellschaft schon etwas anrüchiges und ersetzen wir die Schlüterschen Preußenadler durch bundesrepublikanische?) so wäre die Rekonstruktion des Schlosses immer noch eine Rekonstruktion des Schlosses, auch wenn man es Humboldt Forum (sic!) nennt. Weiter noch, das Schloss überhaupt ist gar nicht denkbar ohne 600 Jahre Preußen, Gottesgnadentum und Monarchie.

    Das neue Jakobshaus ist im ganzen ziemlich grobschlächtig. Es wirkt aber zumindest nicht billig, doch was hätte man nicht alles mit Sprossenfenstern und gliedernden Sandstein (oder Ziegel-) Elementen machen können.

    Am meisten stört mich jedoch, dass man ohne Not eine andere Ziegelfarbe als das Umfeld genommen hat. Warum macht man sowas? Das ist das allererste, was auffällt und jeder der es sieht, wird annehmen, die Ziegelfarbe sei im Architekturbüro ausgewählt worden (oder gleich im Internet bestellt, ohne farbechtes Muster) und niemand hat das vor Ort abgeglichen.

    Das Denkmal stört mich grundsätzlich an dieser Stelle, die Form der Wippe gefällt mir aber eigentlich.

    Das Geländerwirrwarr macht es wirklich nicht besser, das ganze wird aussehen, wie eine überdimensionierte Kneipp-Anlage.


    https://www.kneippverband.de/w…eid-header-1-1100x500.jpg


    https://www.wochenblatt.de/med…net_201805302227_full.jpg


    Unsere Altvorderen hätten es wenigstens noch geschafft, das Geländer in das Denkmal zu intigrieren, statt als notweniges sicherheitstechnisches Übel der Architektur einfach lieblos anzupflanschen. Man stelle sich mal ein Geländer ala Gaudi vor, oder mit Reliefplatten mit Motiven der Deutschen Einheit, organische oder dynamische Geländerformen, die den Schwung der Wippe aufnehmen und fortschreiben. Nichts davon.

    Auf allen Entwürfen kommt der zu knappe Raum zur Spree zum Ausdruck: Entweder wirkt die Kirche vekürzt oder sie wurde zu weit vor mitten auf den Lustgarten placiert. Die breiten, quergestellten Varianten wirken auch etwas zu bemüht und haben kaum eine architektonische Entsprechung (entfernt noch bei St. Agnes an der Piazza Navona im Rom).
    Hat sich denn niemand damals mal überlegt die Spree etwas zu verlegen? Eine Art "Domschleife"?`Auch eine teilweise Überbrückung wäre doch denkbar gewesen.

    Ich habe das Gefühl, Kritik an der DDR nehmen manche Menschen doch sehr persönlich, auch weil wohl noch viel Selbstidentifikation in einem ist, was ja auch verständlich sein kann.


    Die denkmalpflegerischen, architektonischen und rekonstruktiven Leistungen der DDR sind trotz aller widriger Umstände zu würdigen. Davon unabhängig war eben der Abriss der Mageburger Kirchen (und so vielem anderen) eben keine Glanzleistung, sondern ein Fehler, das gilt es zu kritisieren, kritisch aufzuarbeiten und nicht zu beschönigen. Dem Magdeburger Stadtbild nutzt es wenig, wenn im fernen Dresden die Semperoper schön wie nie wider aufgebaut wird und die Leipziger Unikirche bringt es auch nicht zurück.

    Man könnte denken, dass der Sozialismus ein wahres Erfolgsmodell ist

    Nun in der Hinsicht konnte man sich und anderen sehr eindrücklich etwas vormachen. Pathos konnten die Sowjets:


    Ui, eine Doku über den Bau und die Architektur der Lomonossow-Universität zu Moskau, und es sieht aus, als wenn weitere Teile zur sozialistischen Architektur folgen werden:


    Das ist spannend und eigentlich nicht das, was ich sonst von Auswärtigen zu Oldenburg höre. Ich habe sieben Jahre lang in Oldenburg gearbeitet, vis-a-vis zum Stadtschloss. Ich habe jährlich Dutzende Kursteilnehmer "durchgeschleust", die Oldenburg überwiegend nicht kannten und fast ausschließlich positive Reaktionen erlebt.

    Eben darum wollte ich dort hin, wir waren auf der Durchreise und ich hatte sehr viel positives von Oldenburg gehört, dementsprechend groß war die Erwartung und diese musste also enttäuscht werden. Ich weiß auch nicht, was ich erwartet habe, vielleicht eine bescheidenere Version von Lüneburg, ich wusste auch gar nichts über Oldenburg, ich kannte lediglich den Namen und die Lage und dass es als ehemalige Residenz- und Hauptstadt wohl auch ein bedeutendes Stadtbild haben müsste.

    Ich will Oldenburg auch nicht schlecht machen, wirklich gestört haben mich aber nur einige sehr störenende Kaufhausblöcke in der Altstadt die mir an besonders unglücklichen Stellen platziert schienen.

    Das Solidier Feld in Chicago, ein Foodball-Feld. Optisch angelehnt an antike Arena (vermischt mit Tempelarchitektur wurde es zwischen 1921 und 1924 direkt am Michigan Lake nahe der später gebauten Buckingham Fountain errichtet und fasste 90.000 Zuschauer.


    Holt_tractor_Soldier_Field_Chicago_1924.JPG

    (gemeinfrei)


    Tractor_at_Soldier_Field.jpeg

    (gemeinfrei)


    stadiumhistory_header.jpg

    (gemeinfrei)


    Soldier_Field_1932_NPS.jpg

    (gemeinfrei)


    https://upload.wikimedia.org/w…_Field_%28NBY_9201%29.jpg


    A_Glimpse_Of_Skyline_From_Soldier_Field%2C_Grant_Park%2C_Chicago_%28NBY_415953%29.jpg

    (gemeinfrei)


    Die Architektur des Stadions war grandios auf das benachbarte naturhistorische Museum von 1921 ausgerichtet.


    1926_Army-Navy_Game_at_Soldier_Field%252C_Chicago_%2528cropped%2529.jpg

    (gemeinfrei)


    Soldiers%27_Field_and_Field_Museum_at_the_Lake_Front%2C_Chicago_%2860780%29_%28cropped%29.jpg

    (gemeinfrei)


    Screen_20Shot_202016-02-03_20at_209.34.25_20AM-thumb.0.1521735412.0.png

    (gemeinfrei)


    Es erfolgten mehrere Umbautenhttps://www.stadiumsofprofootball.com/wp-content/uploads/2016/08/soldier16_top.jpghttps://www.stadiumsofprofootball.com/wp-content/uploads/2016/08/soldier16_top.jpg, zuerst der Gebäuderiegel nördlich (seinen Zweck kenne ich leider nicht), der zwar einen eigenen architektonischen Akzent setzte, jedoch die Blickbeziehung zwischen Stadion und Field Museum empfindlich störte:


    Soldier_Field_Chicago_aerial_view.jpg

    (gemeinfrei)


    Der Nordbau zeigte einen sehr strengen Neo-Klassizismus:


    lossy-page1-800px-thumbnail.tif.jpg

    (gemeinfrei)



    1971 erfolgten weitere gravierende Veränderungen: Die Nordtribüne wurde näher ans Feld vorverlegt , welches dadurch verkleinert wurde. Das Soldier Field hatte daraufhin nur noch eine Kapazität von 57.000 Plätzen. Der nördliche Teil der Arena fristete sein Dasein bis zuletzt als Parkplatz, wie hier zu sehen:


    https://www.stadiumsofprofootb…2016/08/soldier16_top.jpg


    Unvorteilhaft ebenso die verglasten Logen vor der westlichen dorischen Säulenhalle (die ja einen vorher ungenutzten, riesigen umbauten Raum darstellten):


    https://www.europlan-online.de…630ecbe8247626a65c0cd.jpg


    https://www.stadiumsofprofootb…uploads/2016/08/sold2.jpg



    Leider wurde dieses grandiose und denkmalgeschützte Stadion 2002 (!) weitestgehend abgerissen. Lediglich die Säulenhallen und der Halbkreis der Außenwand wurden erhalten.


    In diesen Ruinen von Chicago landete dann, ähnlich wie im Zentralstadion zu Leipzig, ein futuristisches Ufo. Das neue Stadion hat 61.500 Plätze und hat dem Stadion den Denkmalschutz verlieren lassen.

    Soldier_Field%2C_Chicago%2C_Illinois_%28cropped%29.jpg


    1024px-Soldier_Field_east_side_and_marina.JPG

    (gemeinfrei)


    Soldier_Field_in_2003_NPS.jpg

    (gemeinfrei)


    https://www.google.com/maps/se….87h,64.93t/data=!3m1!1e3



    Die Blickachse zum Field Museum ist auch dahin und der Foodballd kann wahlweise auch zum Fußball werden:


    UsavsHonduras.JPG

    CC BY-SA 3.0 Lizenz, vom wiki-commons Benutzer "Humberto"


    auch die Skyline der Stadt wird abgeschirmt:


    The_Refurbished_Soldier_Field.jpg

    CC BY-SA 3.0 Lizenz, vom wiki-commons Benutzer "JohnMaxema2"


    Der Abriss ist wirklich mehr als bedauerlich. Das neue Stadion hat keinerlei Bezug zur Architektur des altehrwürdigen Stadions, sondern konterkariert dessen kümmerlichen Rest geradezu. Von Innen ist nichts mehr von der alten Architektur zu sehen.

    Oldenburg hat mich etwas enttäuscht. Eigentlich eine angenehme und auch vornehme Stadt, aber ich habe es mir interessanter und besser erhalten vorgestellt, auch wirkte alles ein bisschen langweilig und mir blieb nur wenig in Erinnerung.


    Als ich als Kind zum ersten Mal den Kölner Dom gesehen habe, war ich zutiefst beeindruckt, allein schon von der gewaltigen Größe, welche die Menschen wie Zwerge wirken lässt. Ich war dann später noch einige Male in Köln, jedes Mal habe ich mich unglaublich auf den Dom gefreut und jedes Mal wurde ich ein klein wenig mehr enttäuscht (nicht ob der Qualität wegen, die hat mich immer noch beeindruckt) aber diese überwältigende Größenwirkung wie beim ersten Mal, die hat sich so nie wieder bei mir eingestellt, jedes Mal kam es mir vor, als sei der Dom wieder ein bisschen kleiner geworden als davor. Vielleicht bin ich in der Zwischenzeit aber nur größer geworden ;)

    Es ist sowieso gefährlich, nostalgischen Erinnerungen und Gefühlen nachzuhängen, versucht man diese dann zu wiederholen, ist es oft eine Enttäuschung, der Zauber des ersten Males (ja, das mag auch für andere Dinge gelten ;) ) lässt sich nun mal leider nicht einfach auf Abruf wiederholen.

    Naja, ich finde, man kann "Rasenball sport" Leipzig (lachhafter Name) schon sehr kritisch sehen. Da hätte ich mir doch eher einen der traditionsreichen Vereine im Zentralstadion gewünscht. Chemie Leipzig oder so.

    Ein 4.-Liga-Verein oder ein 5.-Liga-Verein wie es Lok und Chemie sind (vom Roten Stern fang ich gar nicht erst an) wird sich aber wohl kaum ein Riesenstadion mit 44.000 Plätzen leisten können. Red Bull ist damals auch auf die Vereine der Stadt zugegeangen um dort zu investieren, nicht zuletzt wegen der Konditionen wollte aber niemand das Angebot annehmen. So wurde es eben der SVV Markranstädt, der den Weg zur 1. Bundesliga beschritten hat. Ich finde es gut, dass Leipzig wieder in der ersten Liga spielt und das auch noch sehr erfolgreich, sonst gibt es in den Neuen Bundesländern ja keinen einzigen anderen Verein dort. Das trägt auch zur positiven Identifikation mit bei. Natürlich Kommerz hinterlässt im Sport immer eine unangenehmen Beigeschmack, aber es ist doch nicht angemessen, dass ausgerechnet und ausschließlich RB anzukreiden. Bayern München ist ja auch nicht allein aus lauter Tradition so erfolgreich.

    Zwar wird kritisiert, dass die Fanszene bei RB nicht wirklich existieren würde (und die Mitgliederpolitik ist auch mehr als unsympathisch), aber es gehen viele Familien zu den Spielen, denen bei Lok und Chemie zu viele Hools sind und die sich gerne guten Fußball ohne Schlägereien und Pyros anschauen wollen.

    Und noch ein Beispiel, das das Prinzip eines überhöhten, betonten Westwerks geradezu an der Nase herumführt: St. Nikolaus in der Prager Alstadt. Wie zu erkennen, ist rechts die Apsis, die Kirche ist geostet. Sie gaukelt uns aber etwas von Zentralbau vor, und die Schaufassade, die mit ihren zwei Türmen ein großartiges Westwerk vortäuscht, ist in Wahrheit nicht stirnseitig, sondern die nach Süden ausgerichtete Seitenfassade des Kirchenschiffs:


    https://www.google.com/maps/pl…3d50.0755381!4d14.4378005

    Da hast du recht. Sind es aber auch Glockentürme? Und die Frauenkirche steht mitten in einem Platz und nicht an einem Fluss, wo die Umgebung eine ganz andere ist.

    Ja, sind es. Und noch ein Beispiel, ebenfalls Glockentürme, die Nikolaikirche zu Potsdam. Ein originelles Beispiel mit drei gleichhohen Türmen gibt es in Waldsassen:

    http://www.oberpfalz-luftbild.de/f-nord/kappel1.jpg


    https://www.alamy.com/kapelle-…erpfalz-image5609094.html


    Und auch Balthasar Neumann hat für das Kloster Langheim eine Vierungskuppel mit vier flankierenden gleich Hohen Türmen geplant:

    https://architekturcollage.de/…er_Architekturcollage.jpg

    Auch bei Kirchen, die keine Zentralbauten sind, gibt es mehrere Beispiele für gleichhohe Kirchtürme im Ost- wie Westteil der Kirche (zB. bwim Bamberger Dom, St. Lamberti Oldenburg). Teilweise sind die größeren Türme auch an der östlichen Seite der Kirche (zB. beim Naunburger Dom). Ich verstehe zwar die Intention, die Westfassade besonders hervorzuheben aber das ist bei weitem nicht immer durchgehalten worden und scheint mir auch keine zwingende Notwendigkeit.

    , dass er auf diesem Bild wirklich unvorteilhaft daherkommt.

    Ohne Stella-Fassade ist es besser, aber nicht viel:

    https://upload.wikimedia.org/w…r-Dom-S%C3%BCdfassade.jpg


    Der Dom krankte immer schon in seiner Seitenansicht. Man versteht einfach nicht, wie sich die Proportionen der beiden kleineren östlichen Türme herleiten. gerade wenn man die beiden großen Türme vorne mit den hinteren Türmen zusammen sieht, entsteht beim Betrachten einfach eine Dissonanz, dazu noch die Asymmetrie. Manchmal frage ich mich, ob es besser wäre, wären alle vier Türme gleich groß und die Seitenfassaden auch symmetrisch. So wie er ist, fehlt dem Dom gewissermaßen der "Arsch".


    https://mediafiles.urlaubsguru…-Dom-iStock-907886562.jpg


    Mit gleich großen Türmen sähe es ungefähr so aus (nach meiner ganz fixen und liederlichen Spielerei, gimp wollte heute nicht so recht funktionieren):


    Abgesehen von den Sprossen in Aspik sind die Häuser doch gar nicht so verkehrt, ein hübscher, schlichter Toskana-Stil. Die Proportionen stimmen, die Fenster haben Faschen, was will man mehr....lediglich die Trennwände und Zäune und die Betonmauer im Vordergrund wirken deplaciert.