Posts by Weingeist

    Die Dresdener Hefte sind eine wertvolle Quelle und beantworten viele bestimmte Einzelthemen.
    Die Schriften zur Gewandhausproblematik gehören unbedingt dazu.
    Unbedingt haben sollte man auch von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Das historische Grüne Gewölbe zu Dresden.
    Edition Leipzig: Schwanenservice - Meissener Porzellan für Heinrich Graf von Brühl
    "Memento Frauenkirche" sowie "Die Frauenkirche zu Dresden"
    In Dresdens Antiquariaten hoffentlich zu finden oder bei ZVAB: Löffler / Pritsche: Der Zwinger zu Dresden.
    Bei uns gibts ja auch einiges zu lesen...!
    Man sollte einmal überlegen, hier die gesamten Literaturempfehlungen zu sammeln und sie an einem leicht einsehbaren Ort im Forum zusammenzuführen.

    was sonst?!


    In den letzten 10 Jahren ist eine Anzahl von Büchern herausgekommen, die doch hoffentlich mittlerweile eine allgemein bekannte Größe sind und die in einem gut ausgestatteten Bücherregal der Freunde des alten Dresden nicht fehlen dürften. Must have sind: (ein Großteil davon ist zu haben im Pavillon der Gesellschaft Historischer Neumarkt am Pirnaischen Platz)


    - Mathias Lerm, Abschied vom alten Dresden
    - Daniel Jacob, Barocke Adelspalais in Dresden
    - Stefan Hertzig, Das Dresdner Bürgerhaus in der Zeit Augusts des Starken sowie: Das Dresdner Bürgerhaus des Spätbarock sowie: Der historische Neustädter Markt zu Dresen
    sowie das wichtigste Buch überhaupt:
    - Der historische Neumarkt zu Dresden, seine Geschichte und seine Bauten.


    Ergänzungen der Auflistung mögen gerne folgen.

    Das Quartier im allgemeinen und das Haus Landhausstr. 8 im besonderen haben bisher in der Wahrnehmung vielleicht nicht unbedingt auf dem ersten Platz gestanden, doch wenn man die sorgsame Ausführung sieht, besteht die Möglichkeit, daß daraus ein beachtliches Emsemble werden kann, das in der Landhausstraße qualitativ hoffentlich herausstechen und einen wichtigen Punkt bilden wird. Hier scheint sich etwas zu entwickeln, auf das man sich jetzt bereits freuen darf. Noch ein wenig abwarten bis zur Fertigstellung ist angesagt, im neuen Jahr ist dann ein weiteres Ensemble vollendet.

    Der Verein möchte sich bereits jetzt ganz herzlich für die zahlreichen Vorschläge bedanken, die unsere Forumsmitglieder eingereicht haben, um aus ihnen in Bälde das "Bauwerk des Jahres 2015" auszuwählen.
    Die Möglichkeit zu weiteren Vorschlägen besteht nach wie vor. Wir würden uns sehr freuen, wenn bis einschließlich Mittwoch, den 16.12. gerne noch zahlreiche Gebäude vorgeschlagen werden.

    Ich glaube, die Diskussion über die "Systemgeschichte" gehört hier nicht her...


    Da sitzt man etwas zwischen den Stühlen. Derjenige, der ab und an mal hier mitliest, wird sich vielleicht fragen, warum man hier über Dresdens 50er Jahre spricht. Die Geschichte der Stadt Dresden und vor allem die Ereignisse nach 1945 sind aber auch ein hochkomplexes Gebilde, das sich nicht besser verständlich macht, wenn einseitig durch Stadt oder auch die Medien dies und das alles "erklärt" wird. Solche weichgespülte "offizielle" Informationen sind zumeist nur mit Vorsicht zu genießen.
    Daher werden wir auch hier nicht umhin kommen, die Frage zu stellen, was die Geschichte der Ruine des Narrenhäusels uns nach 1945 noch zu sagen hat. Offensichtlich hat es seine Richtigkeit, daß man diese Fragen stellt; und dann wird es ohne ein wenig Systemgeschichte wohl kaum zu machen sein.
    Der Gedanke, daß auch beim Narrenhäusel der alte Dresdner Grundsatz gelten würde: fort und vergessen geht von falschen Voraussetzungen aus. Nein, das Narrenhäusel ist nicht vergessen und seine Rekonstruktion wäre ein herausragender Gewinn für den Stadtraum zwischen Augustusbrücke und Neustädter Markt und etwas, bei dem sehr viel Herzblut zu wünschen wäre.
    Permosers Chronos in der Nachbarschaft des Narrenhäusels ist übrigens auch nicht vergessen.

    Wer über Wilhelm spricht, kann über den ersten Weltkrieg nicht schweigen. Auch wenn er nicht der einzig daran Beteiligte gewesen ist, ist es auch heute völlig unmöglich, die Ereignisse dieser vier Jahre auszublenden. Ebenso ist es völlig unmöglich, die durch Deutschland verursachten verheerenden Folgen auszublenden, die über Belgien und sein Volk hereingebrochen sind. Die Bilder der vollkommen zerstörten Stadt Ypern sind bei uns einsehbar und eine schwere Bürde. Obwohl Reims nicht in Belgien liegt, sind Bilder von der Beschießung der Kathedrale ebenso bis heute ein beredtes Zeugnis für die sinnlose und leider ebenso verabscheuenswert niederträchtige Zerstörung der kulturellen Ikonen von Orten oder Städten, über die die Deutsche Soldateska hinweggewalzt ist. Es kann nicht abgestritten werden, daß dieser Beitrag an Belgiens und Frankreichs Geschichte während der Regentschaft von Wilhelm II geschehen ist; und daß dieses durch Deutsche verursacht wurde, ist Schande genug.
    Leider gibt es auch heute immer noch solch militärgeile Zeitgenossen, die für das alles so mancherlei verharmlosendes darstellt, weil als militärisch notwendig hingestellten Handlungen dargestellt. Es besteht keinerlei Notwendigkeit, das in den Jahren 1914-18 geschehene auszublenden.
    Wilhelm mag es durch 26 Jahre verstanden haben, vielerlei kulturelle Marken zu setzen, die heute sicherlich unzureichend gewürdigt sind; aber diese vier anderen Jahre werden noch auf lange Zeit die friedlichen Jahre seiner Regentschaft verdüstern. Mängel in seiner Persönlichkeit bleiben insgesamt gesehen ebenso bestehen; und man kann durchaus auch als Denkanstoß nehmen, daß er in diesen vier Jahren sicherlich Zeit hätte haben müssen und sollen, über eine Beendigung des Krieges nachzudenken und die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, auch ohne den Sieg davonzutragen. Stattdessen zog er es vor, bei Nacht und Nebel zu flüchten. Die 26 vorhergehenden Jahre seiner Regentschaft können daher vernachlässigt werden. Sicherlich ist auch Jack the Ripper zur entsprechenden Zeit ein ganz süßes Baby gewesen.
    Es ist gut und sinnvoll, Philipp Scheidemann´s Worte noch einmal in Erinnerung zu rufen: "Das alte und morsche, die Monarchie, ist zusammengebrochen. Es lebe das neue, es lebe die Deutsche Republik!"
    Falls unser Forum jetzt tatsächlich der einzige Ort sein sollte, um eine Umbettung von Wilhelm zu debattieren, wäre sicherlich Auerbachs Keller der angemessenere Ort.
    Auf eine, wie es scheint, äußerst einseitige Art und Weise den Berliner Dom als einzig in Betracht kommende Ruhestätte ausersehen zu wollen und gleichzeitig eine Baukopie des Doorner Mausoleums nebenan anzusprechen, stellt sich unweigerlich die Frage nach einer sinnvollen Nutzung des Mausoleums. Einen Vorschlag hätte ich: Dort sollte man sein Testament auszustellen. Drin steht, wie bereits gesagt: "Wenn Monarchie, dann Potsdam." Vielleicht werden dann manche Menschen so selbständig sein, sich die Frage zu stellen: "Warum liegt denn der hier eigentlich nebendran, wenn er doch da gar nicht hingewollt hat?"

    Hier haben wir die Häuser im Original, die wir in Dresden rekonstruieren würden... Das Wort Häuser trifft es aber nicht alleine auf den Punkt. Es ist, als befände man sich in einem Traum.
    Einmal mehr zeigt sich auch, daß man die Leistungen und die Mühen der Bürger der Stadt und auch ihrer Freunde zum Erhalt und der Sanierung nach 1990 nicht hoch genug einschätzen kann. In wenigen Bildern wird einmal mehr plausibel, warum Sachsen mein erklärtes Lieblingsbundesland ist.

    Kleine Bitte an den diesen Kommentar lesenden Admin: Bitte lassen Sie meinen Kommentar so stehen. Man muss nicht immer davon ausgehen, dass deutliche Worte böse bzw. persönlich gemeint sind. Bei dieser Debatte handelt es sich schlicht um Zeitverschwendung - und daher möchte ich hier meine Vorredner einfach mal wachrütteln.


    Ich persönlich habe deine, Staufer´s, Worte, weder als deutlich empfunden noch als böse oder persönlich gemeint, da es ja dein gutes Recht ist, deine Meinung zu einem bestimmten Thema darzulegen. Und solange individuelle Meinungen sachlich und nicht beleidigend oder das Forum schädigend vorgetragen werden, mögen sie auch ruhig stehen bleiben. Also sei wegen deinem Beitrag (Sorry, falsch. Wegen deines Beitrags) völlig unbesorgt.
    Die Frage, ob in Deutschland wieder die Monarchie eingeführt werden soll, kann, darf, muß oder was auch immer sonst in Betracht kommen kann, sollte in einem Architekturforum nicht der einzige Gesprächsstoff sein. Auf einmal war das angesprochene Thema "da" - es ist empfehlenswert, gelassen damit umzugehen und es nicht zu seinem einzigen Lebensinhalt zu machen. Ich persönlich habe das Glück, 250 Jahre an Dorf- und Familiengeschichte in meinen Schränken aufzubewahren; und die Anzahl von durch den ersten Weltkrieg ums Leben gekommener Familienmitglieder und die verheerenden Folgen für viele Menschen auf dieser Welt führen fast zwangsläufig dazu, daß ich keine besondere Lust habe, mir bei der Frage nach der Umbettung Wilhelms vor lauter Begeisterung den Herzbändel durchglühen zu lassen.
    In unserem Rechtssystem haben frische Tote das Recht, ihren letzten Willen kundzutun; diesem Willen ist stattzugeben; und der letzte Wille schon töter seiender Erbleichten dürfte wohl bei strittigen Fragen wohl hoffentlich ebenso Gehör finden, so er denn niedergelegt worden ist. Das hat Friedrich Wilhelm Victor Albert von Hohenzollern durchaus getan; und man kann es mit wenigen Worten auf den Punkt bringen: "nix Monarchie - nix Umbettung". Über die Bewertung seiner Persönlichkeit in seinen Lebensjahren zwischen 1918 - 1941 im Huis Doorn haben nicht wir zu entscheiden, sondern das niederländische Volk. Was sein KÖNNTE, wenn wir die Monarchie wieder einführen WÜRDEN, gibt es unbegrenzten Gesprächsstoff. Man kann diese ganzen Fragen ruhig stellen. Ich persönlich fürchte, daß man über den kleinen und sicher ganz ganz leicht realisierbaren Umweg der Wiedereinführung der Monarchie dabei nicht herumkommen wird.

    Da ist man gerade dabei, ein halbes Hinkel zu essen, und dann kommt der uns mit so einem Bild rechts... Das arme Hinkel. Mach das Bild weg...
    Pagentorn hat recht, wenn er sagt, daß es nicht vertretbar ist, Wilhelm mit Kaiser Spitzbart von Chruschtschows Gnaden zu vergleichen. Toleranz verkehrt sich in Intoleranz, wenn sie ausschließlich in eine Richtung geht. Wilhelm II. war kulturell ein außerordentlich hochstehender Mensch, was man heutzutage leider sehr vergessen hat. Eine gerechte Würdigung seiner Person steht in diesem Bereich noch aus. Die noch recht junge Klassifizierung als "Schlafwandler" ist nicht ganz von der Hand zu weisen, der geschichtlich einzigartige Fall, daß ein Verbündeter in Nibelungentreue vorauseilend eingesprungen ist, um Rußland den Krieg zu erklären, obwohl es besser Österreich mit Serbien alleine hätte ausmachen sollen, wird für viele Jahrhunderte ein zentraler Punkt der Bewertung von Wilhelm sein. Die Karikaturen im Simplicissimus und im Punch sind heute durchaus noch bekannt ("Majestät, im Badezimmer ist ein Rohr geplatzt!" "Bringen Sie die Admiralsuniform!"- oder die im Punch mit John Bull und Marianne Hand in Hand, mit erhobener Nase und Blick über die Schulter an dem ein gleiches tuendem Wilhelm vorbeigehend). Über das sinnlose Verheizen von Soldaten aller Kriegsparteien wird zu wenig gesprochen, und die Folgen für die Menschen daheim während der Kriegsjahre werden heute ebenso sehr wenig wahrgenommen. Die Kriegspropaganda, daß alle anderen schuld sind, nur wir nicht, hängt uns bis zum heutigen Tag in manchen Köpfen noch nach. Daß die Deutschen nicht gerade in Wallung geraten, wenn es um Willy geht, ist nachvollziehbar. Um auf das andere zu sprechen zu kommen: Verharmlosungen von Sprengungen und Abrisse von Schlössern, Kirchen, kulturhistorischen Ikonen etc. werden nicht dadurch wieder wett gemacht, daß man Mauern baut etc. etc. etc. und dem dafür Verantwortlichen selbst heute noch in Berlin in der Gedenkstätte der Sozialisten huldigt. Hier wird wirklich mit zweierlei Maß gemessen.

    Bei allem Verständnis für die individuelle Meinung jedes Users ergibt sich eine bestimmte Frage, nämlich die, welches Interesse denn bis vor zwei Wochen tatsächlich an einer Umbettung bestanden hat und ob es außer uns in anderen Netzwerken oder wo auch immer auch nur ein Mensch Gedanken an eine Umbettung nach Deutschland laut ausspricht.
    Strenggenommen ist mit Willy´s Testament der Fall bis zu einer imaginären Restaurierung der Monarchie geklärt, daher komme ich persönlich nicht umhin, das Thema als etwas vollkommen imaginäres anzusehen. Selbst wenn dieser Fall eintreten würde, wäre es ohne eine Einbindung Niederländischer Institutionen nicht zu machen. Interessant wäre es durchaus zu wissen, wie man in den Niederlanden heute über Willy II und über eine Umbettung denkt. Andererseits zeigt uns ein bestimmter Sarkophag in der Kapuzinergruft, daß es durchaus auch möglich ist, Monarchen in ihrem Land zu bestatten, die beim Ausbruch des ersten Weltkriegs nicht unbedingt eine bessere Rolle gespielt haben.

    Sieht alles irgendwie aus wie ein kleineres Alt-Dresden.


    Ja, es stimmt wirklich. Meißen hat einen höchst bedeutenden historischen Bestand, die Einzigartigkeit von Görlitz wird hoffentlich in ein paar Jahren eine allgemein anerkannte Tatsache sein, Pirna und Freiberg sind leider ebenfalls nicht besonders bekannt; aber was einen in Bautzen erwartet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Den Menschen, denen das alte Dresden unauslöschbar ins Gedächtnis gebrannt ist, müßte man eigentlich vor dem Erstbesuch von Bautzen schonend beibringen, was sie dort erwartet. Keine Stadt sonst hat heute einen solchen Reichtum an Bauten des böhmisch-sächsichen Barock. Viele der Gebäudetypen des alten Dresden, die man nur noch durch Schwarzweißfotografien kennt, sind in Bautzen erhalten geblieben und sprechen einen sehr verwandten Dialekt. Etliche Fassadentypen rufen ein bestimmtes vergleichbares Gebäude des alten Dresden vor Augen. Man sollte wirklich viel mehr über Bautzen sprechen und alle Straßenzüge der Innenstadt durchfotografieren und bekannter machen.

    nur der Park von Sanssouci in Potsdam.


    Der Park von Sanssouci in Potsdam mag eine Möglichkeit sein, nahe am Schloß Sanssouci dürfte eher ein spezifischer Ort sein, der mit Friedrich II. verbunden wird; eine Kontinuität würde sich z.B. ergeben, wenn man ihn in das Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg bestattet, nahe bei Königin Luise, Friedrich Wilhelm III, Wilhelm I und Kaiserin Auguste. Die Magnetnadel dürfte nach seinen Vorstellungen aber wohl am ehesten in Richtung der Friedenskirche gehen. Ansonsten bliebe auch optional die Garnisonkirche. Man müßte sie halt nur wieder aufbauen. Die St. George´s Chapel in Windsor scheidet ja wohl eher aus. Aber da seine Rückkehr an die Bedingung der Wiedererrichtung der Monarchie geknüpft ist und so manche gesehene Bilder aus Potsdam während der Hochzeit von Georg Friedrich und Sophie eine arge Schand´ für Potse und seine inhabitants waren, hat man das Gefühl, daß Wills II sich noch ganz ganz lange an dem schönen Park von Huis Doorn erfreuen darf. Plan B wäre, sich an seinen letzten Worten: "Ich versinke" Ich versinke!" zu orientieren. Wir sehen: es läuft auf eine Seebestattung vor Kiel hinaus.

    Traraa, Traraa, der Neumarktkurier ist da!


    Themen:
    - Das Wohnhaus von Hofnarr Joseph Fröhlich - die GHND fordert dessen Wiederaufbau (Torsten Kulke)
    - Stadtbausteine (Christoph Mäckler)
    - Investor plant Wiederaufbau des Palais Hoym (John Hinnerk Pahl)
    - Philosophische Anmerkungen zur Rekonstruktionsdebatte (Markus Rothhaar)
    - Die rekonstruierte Nordseite des Weimarer Marktes (Felix Pietschmann)
    - Die Vereinsfahrt der GHND (Anka Krüger)
    - Geschäftsbericht Bürgerhausstiftung (Torsten Kulke)

    Postdams


    hinter dem Postdam Museum


    Nein, was für ein Glück haben wir doch, daß alle Mitglieder so formvollendet und stilrein über das schreiben, was sie zu sagen haben. Das sollte auch wirklich so weitergehen, damit nicht der folgende Fall eintritt:

    Sonst kommst das Moderatorenteam und übt Kritik


    Wie schade, daß man über die Stadt Postdam bisher noch so wenig gehört, gesehen und gelesen hat. Das geht doch wirklich nicht. Sowas sollte man wirklich ändern. Ich versteh nur halt nicht, warum das dann unter Potsdam geschrieben wird. Hat wohl was mit Energiesparen zu tun.

    Frankfurt/Oder hat ja irgendwie vor allem in Westdeutschland ein schlechtes Image.


    Interessanterweise habe ich persönlich das noch nie gehört. Wo ich aber finde, daß es denselben Stallgeruch hat ist der Umstand, daß Frankfurt an der Oder weit weg liegt, es nicht wirklich oft in die Erinnerung gerufen wird und daß es nun einmal gerade nicht einen solch großen Bekanntheitsgrad hat, daß der Tourismus in Scharen die Stadt unsicher macht. Vielleicht sind unsere Maßstäbe auch mit FF/O nicht so ohne weiteres zu vereinen. Mit der Reko des Bolfrashauses ist nun glücklicherweise ein Anfang gemacht worden, aber vielleicht ist es auch eine Realität, daß man in dieser Stadt etwas bescheidener auftreten und die Ansprüche etwas bescheidener halten sollte, vielleicht auch, da man die Hintergründe dort nicht so genau kennt. Es ist völlig ok, wenn über einige Jahre zunächst einmal nur das Bolfrashaus als neues, altes Gebäude ins Bewußtsein tritt und dann ganz langsam der Wunsch entstehen möge, daß Schritt für Schritt die alte Stadt wieder mehr in die Erinnerung gerufen wird. Es dürfte auch hier sicherlich viele Gebäude geben, die für FF/O sowohl stadtbildprägend gewesen und auch für die Stadtgeschichte sehr wichtig sind. Was man sich daher mit am stärksten wünschen würde, wäre sowohl eine Beschäftigung mit der alten Stadt als auch Menschen, die den notwendigen Heilungsprozeß nachhaltig unterstützen würden.

    Als ich das Haus gesehen habe, war es etwa zur Hälfte verputzt und von Styropor war glücklicherweise nichts zu sehen. Man sollte auch anerkennen, daß das Haus mit einem hohen Maß an traditionellem Bauen errichtet wurde und daß die Reko mit einem hohen Aufwand betrieben wurde. Solche Häuser bleiben.

    Am 30.10. wird es mehr als einen Anlaß geben, auf den zurückliegenden Zeitraum eines Jahrzehnts zurückzublicken. Wenn man zurückblickt, wie schnell dieses Jahrzehnt herum ging und was in diesem Jahrzehnt am Neumarkt Wirklichkeit geworden ist, wird man wohl den Kopf schütteln und es nicht glauben. Für mich war dieser Tag damals zweifellos einer der schönsten meines Lebens. Es wäre wirklich interessant zu wissen, ob es in vier Wochen diverse Veranstaltungen geben wird, die an den 30.Oktober 2005 erinnern. In vier Wochen fahre ich nach Dresden. Über einen APH-internen kleinen Umtrunk vor Ort zur Feier des Tages müßte man mal nachdenken.

    Mich würde eine bestimmte Frage interessieren, die an die Lübeck-Kenner gerichtet ist: wäre es allgemein empfehlenswert, vor der Bebauung noch einmal die Alfstraße und die Fischstraße zu durchlaufen, da es ja realistischerweise das letzte Mal sein wird, daß man das Milieu nicht bebaut erleben kann?

    Wenn man es als Aufgabe zu erfüllen hat, in einer der meistzerstörten und nach den Wiederaufbauorgien als Ergebnis leider eine der häßlichsten Städte in der Mitte Deutschlands neben dem einzigen noch verbliebenen historischem Haus eine Quartierecke zu planen bzw. zu bebauen, dann wäre es angemessen, wenn man diese Aufgabe wohlüberlegt und mit einer gewissen Zurückhaltung erfüllen würde. Den Blick auf andere Städte zu richten und sich verschiedene Lösungsmöglichkeiten offenzuhalten, kann dabei manchmal durchaus nützlich sein. Für diesen Standort wäre es erstrebenswert, im Hinblick auf das Gesamtbild eine angepasste Trauf- und auch Dachhöhe zu finden sowie eine Fassadengestaltung, die sich an diesem Ort zurücknimmt. Hierzu zählt wohl auch der Verzicht auf solche derzeit sich häufenden Kolossalfenster, die das ganze Raumbild verunstalten. Wünschenswert wäre, daß angesichts der gegenwärtigen Situation sich die Darmstädter verstärkt zu der Zukunft in ihrer Stadt äußern würden, um am Schluß ein Ergebnis zu erzielen, das in dieser bis zur Unkenntlichkeit neugebauten Stadt eine längerfristige Akzeptanz finden würde.

    Eine Entwicklung auf einer bisher nicht befahrenen Fahrbahn, die bisher nicht zur Diskussion stand, steht in den Startlöchern: das Ingelheimer Bauunternehmen Gemünden hat vom Grundeigentümer das Deutsche-Bank-Gebäude an der Ecke Ludwigsstraße / Weißliliengasse gekauft und ist nun Grundstücksnachbar vom Karstadtgebäude und dem dazugehörigen Parkhaus. Die letzte Ankündigung von ECE sagte ja aus, daß man anstelle eines Einkaufscenters lediglich das Karstadtgebäude als Geschäftshaus neu bauen wolle. An den Eigentumsverhältnissen des "China-Pavillons" an der Ecke Ludwigsstraße / Gutenbergplatz wird sich nichts ändern; somit wird es eine komplette Neubebauung der Südseite nicht geben. Prognosen, was die Firma Gemünden als Ziel an diesem Standort verwirklichen möchte, sind derzeit verfrüht und sollten jetzt noch mit großer Zurückhaltung gesehen werden.