Posts by Weingeist

    Es ist angemessen, berechtigt und ohne Alternative, dieses kleine Detail öffentlich mitzuteilen. Insbesondere sollte dies auch der Lokalpolitik mitgeteilt werden. Es ist zu hinterfragen, wenn in unserer Gesellschaft eine Hand voll Leute, die das Gebäude nicht wollen, nur das Wort "Nazi" herausplärren und jeder plärrt es nach. Sind wir mittlerweile schon so derart tief gesunken, daß wir uns auch das selbstständige Denken abgewöhnt haben, weil es doch Leute da oben gibt, die das für uns machen? Sinnvoller wäre es, die Leute beschäftigten sich mit den Hintergründen des Bauhauses. Da werden sie viel öfter Anlaß zu dem besagten Wort haben.

    "Ähm, wozu brauchen wir das Ding? Für die Rentner in der Stadt, die rückwärts schauen? Dann wäre mir der Erhalt des Tunnels doch wichtiger gewesen, da konnte wenigstens Sport getrieben werden. Im Narrenhäusel können die Rentner dann nur in ihrer Schwarzwälder Kirschtorte rumstochern ;-)"


    Es scheint, daß man sich in der Sächsischen Zeitung neuerdings Kommentare loswerden kann... Folgende Anmerkungen:
    - es ist nicht üblich, in Tunnels Sport zu machen, sondern im Freien, wobei dem Elbtal ein herausragender Rang zukommt. Früher war das sogar mal Weltkulturerbe. Tunnel sind nur was für den rollenden Verkehr.
    - Über eine Pauschalisierung von Rentnern, die rückwärts schauen und dabei in ihrer Schwarzwälder Kirschtorte herumstochern, werden wir uns hier nicht weiter unterhalten. Unterm Strich werden in diesem Haus mehr Maßkrüge den Tresen verlassen als Kirschtorte die Kuchenbar. Die Anhängung negativer Klischees an Ruheständler durch arbeitslose Hartz-Vier-Bezieher nimmt allmählich bedauerliche Ausmaße an.
    - Man macht zuerst die Augen auf und dann den Mund. Die Hintergründe und die Bedeutung dieses Gebäudes für Dresden sind bekannt und wurden in den letzten Wochen verstärkt auch wieder dargelegt. Jeder hat die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, um sich dann ein Bild zu machen. Wer immer nur das "Wozu" losläßt und aus Prinzip gegen alles ist, scheint wohl noch ein wenig Nachholbedarf in manchen Dingen zu haben.


    Das Narrenhäusel war für viele Menschen eines der Dresdner Wahrzeichen und selbstverständlicher Bestandteil der alten Stadt. Man darf sicher davon ausgehen, daß seine Wiedererrichtung auch eine emotionale Herzenssache ist und das neue Narrenhäusel in kürzester Zeit auch wieder zu einer festen Größe werden wird.

    Solche Erlebnisse werden sicherlich noch öfter vorkommen, so daß der Weg des gelassenen Umgangs damit nicht ganz verkehrt ist. Es erstaunt nur immer wieder, daß manche Zeitgenossen offensichtlich nicht die Fähigkeit besitzen, auf einen vergangenen Zeitpunkt zurückblicken zu können. Man hat immer wieder den Eindruck, daß für diese Leute nur das real existierend ist, was sie beispielsweise vor 40 Jahren selbst gesehen haben. Dabei sind sie offensichtlich nicht fähig einzusehen, daß das ganze Gebiet jahrhundertelang dicht bebaut war, funktionierte und dort gelebt und gearbeitet wurde.
    Die Goldene Waage = Mittelalter... Nicht aufregen, Leute, das macht keinen Sinn.
    "Ach herrjeh, jetz hoole die es Middelaldä serück, die Fläsch war so schee frei vorheä" So oder so ähnlich muß sich das in etwa angehört haben. Bis der größere Teil der Bevölkerung die Unterschiede zwischen Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus etc. kennt, scheint noch ein wenig Arbeit notwendig zu sein. Schade, Schade. Seit fünfzehn Jahren haben wir das neue Scheingeld; und immer noch können die Leute mit den abgedruckten schönen bunten Bilderchen darauf nichts gescheites anfangen. Wie soll das erst weitergehen, wenn das Bargeld abgeschafft wird?

    Einmal mehr wird das gemeine Volk vor vollendete Tatsachen gestellt, die man damit begründet, daß sie aus diesen und jenen Gründen ohne Alternative seien. Die Fassadenreko des Chiapponi´schen Hauses wurde nicht erst vor drei Jahren als vage Möglichkeit angesprochen, sondern ist seit 20 Jahren bekannt. Daß einmal mehr in Dresden wieder ein vollkommen entgegengesetzter Weg eingeschlagen wird, ist nichts neues. Neu wäre es auch nicht, daß den Stadträten eine beschlossene Tatsache vorgelegt wird, und diese dann auch ganz brav über das bereits festgelegte und gewünschte Ergebnis positiv abzustimmen haben. Sowas nennt man dann Demokratie. Eine höchst erfolgreiche Demokratie ist ja bekanntlich Nordkorea. Nordkorea ist demokratisch. Begründung: Die heißen so.
    Die Fassadenreko des Chiapponi´schen Hauses wurde vom Stadtrat festgelegt. Es war nicht Aufgabe des SPA, auf diesem Grundstück die Vorgaben aufzuheben, sondern diese umzusetzen. Es wäre durchaus angemessen, wenn sich auch die Fraktionen und Stadträte zu dieser neuesten Entwicklung zu Wort melden würden. Es wäre ebenso angemessen zu erfahren, ob diese neuesten Tatsachen wirklich demokratisch legitimiert sind oder aber einmal wieder im stillen Amtskämmerlein am Stadtrat vorbei Fakten geschaffen wurden.

    Ein Problem unter den vielen anderen ist, daß die Meinungsbildung seit etwa 65 Jahren in eine Richtung gelenkt wird, die man hinterfragen sollte. Auch bei den Denkmalpflegern hat man den Eindruck, daß das erlernte zu pauschal angewendet wird. Was für die Hamburger Elbchausse gut ist, ist deswegen noch lange nicht automatisch auch für die Münchner Kaufingerstraße gut. Insbesondere gilt das auch für das Frankfurter Salzhaus, bei dem das Problem eines Gebäudes am falschen Ort besonders offenkundig wird. Auch wenn es ein besseres Beispiel für die Gebäude seiner Zeit ist, ist doch der Standort so falsch, wie er nur irgend falsch sein kann. Das originale Salzhaus ist so sehr untrennbar mit Frankfurt verbunden, daß ein Gebäude wie das jetzige immer nur ein Fremdkörper bleiben wird. Die beachtliche Anzahl erhaltener Substanz würde eine Reko nur noch umso mehr legitimieren. Eine Sicherung der jetzigen Fassadenteile zu einem Wiederaufbau an einem anderen Ort ist zu bewerkstelligen.

    Durch die vielen Erfahrungen der ganzen letzten Jahre ist es vorstellbar, daß bei Teilen der politischen Vertreter und auch dem einflußreichen Teil der Bevölkerung Einwände wie die von Henry vorgebrachten als "unqualifiziertes Stammtischgerede" usw. abgetan werden. Dies liegt durchaus im Bereich des wahrscheinlichen.
    Umso wichtiger ist es daher, daß der Bevölkerung die Wichtigkeit der Reko und ihr enormes Potential noch möglichst oft in Einnerung gebracht werden sollte. Die positiven Entwicklungen der letzten Monate sind glücklicherweise so transparent, daß man diese nicht mehr wird verheimlichen können.

    Das sind fantastische Nachrichten, die die schönsten Hoffnungen aufkommen lassen. Die Fläche, die auf der Augustusbrücke überbaut werden wird, kann man getrost als geringfügig bezeichnen und diese fällt nicht wirklich ins Gewicht. Das Narrenhäusel wird als Gebäude an einer wichtigen Brücke auch eine wichtige Rolle einnehmen; hinzu kommt, daß es die Neustadt stärker an das historische Zentrum anbinden wird. Alles in allem eine Entwicklung, die für Dresden einen äußerst wichtigen Schritt bedeutet und ein Gebäude wieder zurückkehren lassen wird, das das Potential hat, in wenigen Jahren zu einer festen Größe werden zu können. Wenn da wirklich eine Brauerei hineinkommt, ist voraussehbar, wo man mich in Zukunft finden wird. drink:)

    Vielen Dank an Herrn Lampe für den Hinweis auf den Leserkommentar in den DNN. Es hat etwas erfrischendes und wohltuendes, ab und an wieder einmal die Meinung der Leute zu lesen, die ihr Herz noch auf dem rechten Fleck tragen. Angelegenheiten von öffentlicher Bedeutung können und dürfen nicht ausschließlich von Polit-Darstellern zerredet und dann entschieden werden. Die Bürger wurden zu oft kaltgestellt und mundtot gemacht. Aber es geht auch anders. Man muß nicht immer das Maul halten.
    Die Denkweise, man müsse für das ganze Areal zuerst ein Gesamtkonzept erstellen, ist veraltet. Sie entspricht der Grundhaltung von vor 60 Jahren, anstelle von Parzellen das ganze Gebiet mit Großstrukturen zu überplanen. Das kann aber für das hochsensible Dresdner Elbufer nicht die einzige Lösung sein. Bevor man Areale und ganze Gebiete zukleistert, sollte man generell erst einmal lernen, wie man mit einer Parzelle umgeht.
    Werkstattverfahren, in denen am Ende solche Neustädter-Markt-Ergebnisse wie die K & L-Bauten und ähnliches herauskommen, sind verzichtbar.

    In den letzten Jahren hat man es immer wieder erlebt, daß bereits fertiggestellte Rekonstruktionen auch deswegen kritisiert werden, weil man ihnen andichtet, daß ihnen die Patina fehlt. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber auch die Originale, die z.B. in den 1920er Jahren die Spuren ihrer Geschichte gezeigt haben, waren einmal gerade fertiggestellt und neu gewesen. Insbesondere ist das auch eine Eigenschaft des frisch bearbeiteten roten Mainsandsteins. Es ist sehr realistisch, daß die Originale der Renaissance eine ganz ähnliche Optik gehabt haben, wie wir das schon in Bälde selbst sehen und wieder erleben können.
    Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, an dem die Goldene Waage sichtbare und substantielle Fortschritte gemacht hat, denkt man auch an Fried Lübbecke, der vor etwa 65-70 Jahren den Wiederaufbau der Ruine vorbereitet und auch den konkreten Materialbedarf erarbeitet hatte. Es hat nicht sollen sein, stattdessen wurden die Reste des Erdgeschosses verschleudert und verramscht. Man darf davon ausgehen, daß auch in Frankfurt in so manchen Hinterzimmern der kommunalen Politik Entscheidungen getroffen wurden, von denen man bis heute nicht alle Details kennt.
    Man wird sehen, ob man auch der neuen Goldenen Waage andichtet, ihr fehle die Patina, aber umgekehrt ist auch die Frage interessant und berechtigt, welche Patina sie heute aufwiese, hätte man sie bereits vor 60 Jahren wieder aufgebaut.

    Ich möchte Exilwiener gerne von Herzen für diesen Artikel danken, dessen Text man nicht ohne das Gefühl einer gewissen Genugtuung lesen kann. Einmal mehr zeigt sich wieder, wie unendlich dankbar man auch der GHND sein muß und wie sehr leider auch immer wieder ihr unermüdlicher Einsatz für den Neumarkt so vorschnell und unüberlegt in ein negatives Licht gerückt wird. Hatte man ihr nicht in unserem Forum sogar mal unterstellt, sie stelle Nebelkerzen auf? Schade und sehr enttäuschend, sowas.
    Noch einmal ein tiefes Danke, auch und gerade an dem heutigen Datum, an dem meine Gedanken bei der Stadt Dresden und ihrer Bewohner sind.

    Man könnte auch einen Kompromiss vorschlagen: Der Investor "darf" das Palais Riesch modern errichten, solange er die Rekonstruktion zusätzlicher Fassaden an der Rampischen Straße zusagt (z.B. alte Post, oder die Hungerstilfassade).

    Dieser Vorschlag ist unverantwortbar, da er nicht die Meinungen und Bedürfnisse der Dresdner widerspiegelt, für die Rampische Straße zu negative Folgen hat, der angekündigten Überarbeitung durch den Bauauschuß zuwiderläuft und mit den Vorgaben der Satzung nicht vereinbar ist. Von Schnellschuß-Aktionen sollte man daher in diesem Fall absehen und stattdessen das beste Ergebnis anstreben.

    Das wäre eine großartige Nachricht und würde mit das beste darstellen, was überhaupt passieren könnte. Aber im Moment ist das nichts mehr als eine Information.
    Die Inhaberfamilie von An der Frauenkirche 16 / 17 besitzt östlich der 16 noch eine Handbreit der Grundfläche vom Quartier. Vielleicht wird man einmal davon erfahren, wie man sich deswegen arrangiert hat.

    Der Neumarkt ist der kostbarste Teil der Inneren Altstadt, die Rampische Straße ist der kostbarste Teil des Neumarkts.
    Nach all den Jahren und den vielen und leider so vielen negativen Erfahrungen ist es angemessen, im Vorfeld der Bebauung der Südseite der Rampischen Straße diesem Projekt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Die Rampische Straße hat mit den Selbstverwirklichungsbedürfnissen weniger städtischer Entscheidungsträger und andernorts weggelobter Baubürgermeister bereits einen zu großen Schaden erlitten, so daß ein weiterer ähnlicher Fehler auf der Südseite nicht zu vertreten ist. Man liefe als städtischer Entscheidungsträger auf dem falschen Gleis, wollte man im Jahr 2016 der Bevölkerung eine solch unaussprechlich schäbige, billige und verkommene Investoren"architektur" in jedweder Innenstadt als "modernes" Gebäude verkaufen, das doch nur einzig und allein als Brachial-Provokationsarchitektur gesehen werden kann.
    Unsere Kritik richtet sich nicht per se gegen eine Bebauung dieses Quartiers, sondern hat ihren Ursprung im jüngst vorgelegten Entwurf, der in der Gesamthöhe einen negativen Einfluß auf die Rampische Straße haben wird und der in seiner Fassadengestaltung den grotesken Tiefpunkt dessen darstellt, was für den Neumarkt jemals an Entwürfen eingereicht wurde. Gerade im Umfeld der Rampischen Straße und der Frauenkirche ist es unumgänglich, mit einer wohlüberlegten, gemäßigten und sorgsam überlegten Architektur die gegenwärtige Lücke zu schließen und dabei die Maßgaben eines behutsamen Heilungsprozesses zum Nutzen der Stadt und ihrer Bewohner zu beachten.
    Der jüngst vorgelegte Entwurf mit seinen unruhigen Strichcodefenstern ist nicht geeignet, auch nur eine der Vorgaben zu erfüllen, sondern schlägt der Stadt zu viele weitere Wunden, als daß er imstande wäre, auch nur eine einzige zu heilen.
    Die Vorgaben der Satzung sind durch die Gestaltungskommission nicht erfüllt worden.
    Der Zeitraum, in der das Quartier innerhalb des Altstadtgebiets eine Brachfläche darstellt, sollte nebensächlich betrachtet werden; stattdessen ist es dringend notwendig, sich den historischen Vorgaben des Palais Riesch anzunehmen und ein Konzept zu entwickeln, das die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft versöhnt. Nur so wird ein neues Gebäude die dauerhafte Akzeptanz der Bevölkerung finden und über einen langen Zeitraum hinweg Bestand haben.
    Dringend notwendig ist es, diese Aufgabe anzugehen und mit diesen Vorgaben an ein Architekturbüro heranzutreten, das gewillt und imstande ist, aus diesen Vorgaben etwas großes zu schaffen, das bei seiner Fertigstellung auch als etwas großes anerkannt werden wird. Eine öffentliche Nutzung in Teilbereichen des Gesamtkomplexes kann hierfür sehr nützlich und vorteilhaft sein. Der gegenwärtige Weg läuft falsch; das hat man in Dresden, aber auch außerhalb erkannt. Daß die zahlreichen Freunde der Stadt nun mit ihrer berechtigten Kritik an die Öffentlichkeit treten, ist die unmittelbare Folge eines zum Verzweifeln schlechten Entwurfs, der für die Dresdner nichts anderes als einen Schlag ins Gesicht darstellt. Zu der Notwendigkeit, diesen Fehler zu korrigieren, gibt es keine Alternative.

    Euphemistisches Bewerben von Investoren, von denen man sich seitens der jeweiligen Städte durch "neue Architektur, Zeitgemäß" etc. etc. eine Sogkraft erhofft, sind nichts neues; daher ist es auch nicht ohne weiteres möglich, an manchen Aussagen im Zeitungsartikel nicht schon vor 50 Jahren in ganz gleicher Form getätigte Aussagen des jeweiligen Zeitgeistes zu erkennen. Manche dieser Aussagen im Artikel haben leider in ihrer Brachialität schon etwas erschreckendes an sich; und im Jahre 2016 abermals den Zeitgeist der 1960er erneut aufzugießen, ist nicht erstrebenswert.
    In Zeiten voraussehbarer wirtschaftlich noch vollkommen unabwägbarer globaler Konstellationen wäre es neben Ratingen noch für viele viele andere Städte im Ruhrgebiet angemessen, sich beim Umgang mit der vorhandenen Substanz zu mäßigen und im Umgang mit ihr deren positiven Signale für die Stadt zu sehen.
    Daß ein Gebäude gleich abgerissen werden muß, nur weil die Fassade eine Sanierung vertragen könnte, will nicht einleuchten. Da sie die Bautraditionen ihrer Region erkennen läßt, wäre es umso mehr zu wünschen, daß sie Bestandteil eines neuen Komplexes werden würde. Auch wenn einige Fenster erhalten bleiben, ist das dennoch alles andere als befriedigend, da unterm Strich zu viel weiteres verloren geht.
    Wie es insgesamt um den weiteren und um den erhaltenen Bestand in Ratingen bestellt ist, wäre durchaus interessant zu wissen.

    Wichtig wäre es jedenfalls, bei dieser Parzelle noch einmal die Resettaste zu drücken und alles noch einmal Schritt für Schritt durchzugehen.
    Wichtig wäre vor allem auch, sich einerseits den historischen Vorgaben anzunehmen und andererseits das Ziel zu haben, die Historie mit der Moderne zu verbinden. So könnte ein Gebäude(komplex) entstehen, den man als ein "neues Palais" annehmen würde. Das Erdgeschoß mit dem darüberliegenden Halbgeschoß ist in der überlieferten Form ein Problem, was man, wie Kortanios bereits geschrieben hat, sehr gut zu einem hohen Geschoß mit gewerblicher Nutzung vereinigen könnte. Man denkt automatisch an eine Einkaufspassage, bei der man das Kellergeschoß mit dem Erdgeschoß zu einer gemeinsamen Nutzung vorsehen und verbinden könnte. Die Gesamthöhe und die Beschattung der Rampischen Straße scheint ein wenig außer Acht gelassen worden zu sein. Bei teilweiser Reko der Fassade bis zur Traufe könnte man im Dachbereich einige Kompromisse eingehen und dort zusätzlichen Wohnraum einfügen. Der Hofbereich ist zweitrangig. Die Idee, das Gebäude quer zu "teilen", finde ich sehr gut.

    Rampische Str. 4 soll doch zumindest die historische Fassade wiederkommen?

    Aus der Perspektive der Leitlinien von 1995 war die Rampische Straße 4 außen vor. Die Reko des etwa um 1720 erbauten Hauses, das 1760 ausbrannte und 1761 mit Überformungen im Stil des Rokoko und unter Weglassung des vor der Zerstörung vorhandenen Erkers wiederaufgebaut wurde, wurde immer wieder als sehr wichtig für das Straßenbild angesehen. Gemeinsam mit dem Eckerker der Rampischen Straße 1 wird es ein faszinierendes Raumbild ergeben und vielfach fotografiert werden. Auch der nutzbare Wohn- und Geschäftsraum ist optimal: auch das originale Haus hatte sechs Geschosse. Die Fassade verdient es einfach, wiederaufgebaut zu werden. Dies darf ansonsten auch für die im "Hungerstil" erbaute Rampische Straße 6 gelten und auch für die drei so wichtigen Fassaden der Nrn. 3, 13 und 15 an der Landhausstraße.

    Im gesamten Quartier wurden im Vergleich zu allen anderen Quartieren die wenigsten Gebäude als Rekonstruktion vorgesehen und damals nur das Palais Hoym als Fassadenrekonstruktion aufgenommen.
    Das Palais Riesch ist als "Fassadenrekonstruktion gegebenenfalls nach Beschußfassung" aufgeführt.
    Weitere wichtige Gebäude wie Rampische Straße 4 und 6, oder auch das Fäsch-Haus, die Alte Post und das Soli-Deo-Gloria-Haus in der Landhausstraße sind nicht mit aufgeführt. Dies sind auch die Gründe, weshalb deren Reko in den letzten Jahren dennoch immer wieder gefordert wurde und wird. Die Hintergründe dürften wohl darin liegen, daß man bei den Vorarbeiten zur Satzung für dieses Quartier eine Gruppe beauftragt hat, die zur Aus-Prinzip-dagegen-Fraktion gehört.

    Bei dieser Umfrage ist die Fragestellung zu einfach gestaltet worden und bietet zu wenige Informationen, was bei einer Entscheidungsfindung aber zwingend notwendig ist. Kurzschlußentscheidungen aus dem Bauch heraus durch Leser, die sich mit der Materie zu wenig beschäftigt haben, sind der Sache nicht angemessen. Die Option, das Palais Riesch mit einer modifiziert angepaßten Fassade wieder zu errichten und dabei mit den Anforderungen unserer Zeit zu versöhnen, ist vollkommen ausgeblendet. Hier gäbe es im Vorfeld noch einen großen Nachhol- und Arbeitsbedarf, wozu zur Entscheidungsfindung auch unsere Mitglieder und Leser beitragen könnten.
    Eine Kleinigkeit ist z.B. offensichtlich überhaupt noch nicht bedacht worden: welches Maß an Tageslicht würde solch ein Gebäude mit fünf Vollgeschossen zur Rampischen Straße hin wegnehmen; wie sehr wird die Belichtung der Rampischen Straße beeinträchtigt?

    Was man machen könnte ist, sich einmal gemeinsam auf den Hintern zu setzen und alle Aspekte des Riesch noch einmal durchgehen. Hierzu würde gehören eine Analyse der gestern in Dresden genannten Ausschußkriterien, ein Arbeitsprozeß, in dem man herausarbeitet, was am Riesch mit am wichtigsten ist und in welchen Bereichen man Kompromisse finden sollte, jemanden, der dazu Visualisierungen erstellen kann, die Arbeitsergebnisse den Politikern in Dresden zu übermitteln und generell das Ziel haben, eine gemeinsame Lösung vorzuschlagen, die von uns allen vertreten wird und die auch von der Dresdner Bevölkerung als wirklich gutes Ergenis anerkannt wird.
    Im Dachbereich kann man es durchaus vertreten, zu neuen Ufern schreiten, da gebe ich Heimdall vollkommen recht. In diesem Teilbereich des Gebäudes ist es möglich, weitere Nutzflächen zu gewinnen, die realistisch gesehen bei einer Neuerrichtung des Gebäudes auch hinzukommen müssen. Wie oft habe ich mir heute ansonsten auch die Frage gestellt: "Was würde Krubsacius heute machen und welches Ergebnis würde er heute anstreben? Wie wäre man mit dem Gebäude 1945 umgegangen, wenn man es nicht abgerissen hätte?" Bei unseren Adelspalais und Hofbauten in Mainz hat man nach 1945 auch im Dachbereich zu Kompromissen gefunden, und das tut den Gebäuden heute auch nicht verkehrt. Die Achenzahl, das Drei-Risalit-Schema, die Grundhaltung der Fassade vom Riesch im Übergang vom kühl-noblen Sächsischen Rokoko hin zum Klassizismus und die drei Portale sollten auf jeden Fall wieder mit aufgenommen werden. Bei dem Erdgeschoß und dem Halbgeschoß sollte man nach einer besseren Lösung suchen. Das muß doch lösbar sein, und wenn man das Bodenniveau vom Erdgeschoß eben einen bis anderthalb Meter unter das Straßenniveau legt. Auch nach hinten hinaus kann man sicher Kompromisse eingehen und die Nutzfläche in Richtung Süden zur Landhausstraße ausdehnen. Auf diese Weise erhält man weiteren Nutzraum.

    Wie zu erwarten, bei der SZ wieder einmal eine Anzahl von Mitgliedern der Parteibuchsoldateska und der Speichellecker, die das natürlich alles über den grünen Klee loben. Wer hier teilweise über Jahre hinweg mitliest, sollte mittlerweile seinen Weg des gelassenen Umgangs damit gelernt haben, da es immer Leute geben wird, die überhaupt nicht wissen, um was es hier eigentlich geht.
    Aber in einem Punkt gebe ich manchen der dortigen Kommentatoren doch wirklich recht: wenn man tatsächlich so etwas bauen will, hätte man zur Rampischen Straße auch den Polizeianbau stehen lassen können.