Posts by Minifutzi

    Genau das wollte ich damit ausdrücken.
    Das Bürgerbegehren bzw. die Fragestellung wäre die gleiche, nur eben nicht unter dem Einfluss der platten Argumente der Gegner.


    Wenn wir denen nämlich das Feld überlassen und einfach nur abwarten was passiert, dürfen wir uns nachher nicht wundern, wenn die Unterschriften auch wirklich zusammenkommen.


    Wer sich nicht mit den Hintergründen auseinandergesetzt hat - und das hat Otto Normalbürger i.d.R. nicht - wird für die Propaganda der Gegner ein leichtes Fressen sein.

    Die Bürgerinitiative gegen den Wiederaufbau will zunächst vom 21. bis zum 30. März täglich zwischen 10 und 18 Uhr an einem festen Stand an der Ecke Brandenburger Str./Lindenstraße Unterschriften sammeln.

    Genau da sehe ich nämlich das Problem der Indoktrinierung.


    Da werden uninformierte Bürger an den Stand gelockt und ihnen die Geschichte von den fehlenden Schulen und Kindergärten und den vergammelnden Dorfkirchen erzählt, bis sie ihre Unterschrift druntersetzen.


    An einem Stand der Kirchenbefürworter 100m weiter, würden dagegen vermutlich die gleichen Leute das Gegenteil unterschreiben.

    Wenn ich nicht in Mittelhessen sondern in Berlin wohnen würde, dann würde ich die Initative längst tatkräftig unterstützen und mich von mir aus jeden Sonntag mit einer Grafik der Gegenüberstellung zwischen alt und neu an die Straße stellen.


    Blöderweise sind meine tatsächlichen Möglichkeiten von hier aus aber sehr begrenzt, wobei ich immer sämtliche Petitionen unterstütze, spende und auch sonst vieles tue, was ich meiner Macht liegt.

    Natürlich hast du recht.


    Aber wie viele Menschen - und vor allem welche Klientel - liest die FAZ oder schaut Aspekte?! Einen Querschnitt der Bevölkerung repräsentiert das nicht.


    Dagegen ist es immer das Gleiche: Wenn man Leute auf der Straße anhält, Ihnen Fotos der Vorkriegsbebauung bzw. der geplanten Würfel zeigt und fragt "So oder so?", dann entscheiden sich fast alle für die Rekonstruktion.


    Insofern müssen wir uns vielleicht selbst fragen, ob wir hier nicht genug die Trommel gerührt bzw. sich die Schinkelplatzinitiative zu spät gegründet hat.

    Und diejenigen, die ständig Demos und Volksabstimmungen zu jedem Mist organisieren, sind doch eher diejenigen, die eben die alte Stadtstruktur verhindern wollen, weil die dem sogenannten Zeitgeist hinterher laufen.

    Und genau da liegt das Problem!
    Warum bestimmen fast immer diese Leute das Feld?!


    Klar, kaum jemand weiß, wie die Vorkriegsbebauung aussah. Ein Glücksfall für die Modernisten.
    Also muss ein Verlangen danach erst geweckt werden. Welche positven Auswirkungen das haben kann, haben wir ja durch die Stadtschlossillustration erlebt.

    Dieses schwachsinnige Argument wird ja immer wieder und überall auch gegen Rekonstruktionen ins Feld geführt.


    Zu Ende gedacht würde das bedeuten, dass man niemals irgendeinen Fehltritt ausbügeln dürfte, den sich vorangegangene Generationen geleistet haben und wir als Nachgeborene nicht in Städten leben dürfen die wir schön finden, sondern nur in solchen die authentisch sind.

    Ich kann's nicht begreifen! :kopfschuetteln:


    Weiß der Großteil der Berliner überhaupt was da auf sie zukommt?
    Bis auf die kleine "Rettet den Schinkelplatz"-Initiative habe ich noch keinen Aufschrei vernommen.


    Dabei gibt's doch sonst wegen jedem Mist ein Bürgerbegehren - sogar dazu, einen Schlosshof auf links zu drehen, der schon halb fertiggebaut ist.

    Klar, die lassen sich das natürlich schützen, auf dass da die nächten 40 Jahre niemand was dran ändern darf.


    Allerdings ist auch selbst Schuld, wer so einen Vertrag unterschreibt.


    Wenn ich Bauherr bin und das Ding bezahle, dann ist's beim besten Willen auch meine Sache, was ich nachher damit anstelle.
    Ich würde mir doch nicht von einem Architekten, den ich auch noch beauftragt habe, vorschreiben, wie ich später mit meinem Eigentum zu verfahren habe.

    Mir drängt sich immer öfter die Frage auf, wie lange die besagte "eigene Zeit" (womit ja nicht tatsächlich die Zeit, sondern der Baustil des Bauhaus gemeint ist) wohl noch dauern wird, wenn jeder Versuch eines Ausbruchs aus derselben abgestraft wird. Etwa für immer?


    Mich düngt, da versucht sich jemand krampfhaft selbst am Leben zu erhalten.

    Wenn die Fassaden des Schlosses wiederaufgebaut sind dann wird peinlich deutlich dass die Bauweise der Modernen versagt hat. Die Massen werden das Schloss mit ihre ansehliche Fassaden loben und die Staab Bauten (wenn die überhaupt so realisiert werden) schwerstens kritisieren.

    So wird's wohl kommen.


    Blöderweise stehen die Klötze dann aber schon und wir müssen damit leben.

    ...denn Frau Lüscher will dort ja unbedingt etwas "schlichtes" bauen lassen, etwas was dem Schloss und der Bauakademie - so die Maxime - nicht die "Show stiehlt".
    Allein dieser Grundgedanke ist der größtmögliche Unsinn!

    Er offenbart vor allem den völlig falschen aber zeitgenössischen Denkansatz: Nämlich die Gebäude als Einzelnes zu betrachten und nicht ihre Wirkung als Ensemble.

    Da spricht der Kulka in diesem völlig weißen Büro, das aussieht wie die Matrix bevor ein Programm geladen wurde, die Worte "Weniger ist mehr" und lächelt zufrieden. :biggrin:


    Über diese Szene werden sich die Leute in 30 Jahren genauso wundern, wie man es heute tut, wenn man sich Werbefilme über die autogerechte Stadt anschaut.

    Auf der anderen Seite ist am Alex in unserem Sinne wohl eh nicht mehr viel zu holen.

    Das sehe ich genauso!


    Wenn ich mich zwischen den DDR-Platten und den geplanten Hochhäusern entscheiden soll, dann würde ich auf jeden Fall für den Erhalt der erstgenannten votieren, denn die ragen immerhin nicht übermäßig hoch hinaus und verschandeln damit auch noch auf weite Sicht die Skyline.


    Wer sich dann noch ein Bild machen möchte was ihm denn nun besser gefällt, die sozialistische Stadt oder die wiedererstandene Museumsinsel incl. Schloss, der kann in wenigen hundert Metern einen Vergleich anstellen :wink:

    Von diesen Entwürfen höre ich heute zum ersten Mal...und finde sie phantastisch!
    Ein städtbaulicher Geniestreich, der endlich mal eine Beziehung zur Spree und gleichzeitig auch noch zum Marx-Engels-Forum herstellt.
    Damit, dass der Schlüterhof dabei ahistorisch gespiegelt wird, könnte ich leben.


    Leider wird sich am Bau nichts mehr ändern. Dafür kommt der gute Mann zu spät.