Posts by noricum

    Eine weitere Entdeckung aus dem Archiv der Altstadtfreunde: Die älteste, mir bekannte Aufnahme des Pellerhauses (hochauflösend!). Die genaue Datierung ist mir unbekannt, ich tippe auf um 1870 oder früher. Man sieht wie sanierungsbedürftig die Fassade zu diesem Zeitpunkt war. Einige Ornamente im Bereich des Volutengiebels wurden bei einer späteren Restaurierung vereinfacht oder abgeschlagen, hier sind sie noch zu sehen. Viel Spaß beim Details entdecken.:smile:


    Pellerhaus Fassade Giebel Egidienplatz Nürnberg

    Im Folgenden eine neue Zeitschicht des Imhoffhauses. Die klassizistische Fassade wurde ab 1827 von Heideloff umgebaut. Im Wesentlichen bestand der Umbau aus dem Anbringen von neugotischen Ornamenten. Etwas prägnanter war dabei nur die Errichtung eines gußeisernen Balkonvorbaus. Die Zeichnung zeigt die Häuser in ihrem Zustand um 1870.

    Auftraggeber des Umbaus und späterer Bewohner des Hauses war Zacharias Platner, der auch als Initiator und Bergründer der Ludwigseisenbahn von Nürnberg nach Fürth gilt.

    Imhoffhaus-Heideloff-Nürnberg-Pellerhaus

    (Bitte wieder fleißig auf das Bild klicken, dann rutscht es in der Google-Bildersuche nach ganz oben;))

    Moderationshinweis: Aus dem Pellerhaus-Strang als Start der Diskussion über das Imhoff-Haus hierher kopiert:


    Hier einmal eine Zeichnung, um die Baumassen rund um das Pellerhaus zu veranschaulichen und das benachbarte Imhoffhaus aus der Versenkung zu holen. Einen Überblick über die Geschichte des Imhoffhauses gibt es hier.

    Egidienplatz Schwarzes Pellerhaus Weißes Pellerhaus Imhoffhaus Nürnberg

    (Bitte fleißig auf das Bild klicken, dann rutscht es in der Google-Suche nach oben ;))

    Leerstand in der Innenstadt
    Söder fordert: Kaufhof soll abgerissen werden

    Seit Monaten steht der Kaufhof in der Königsstraße in Nürnberg leer. Das Gebäude in prominenter Lage zwischen Hauptbahnhof und Lorenzkirche gilt seither als Schandfleck in der Innenstadt. Die CSU-Fraktion des Nürnberger Stadtrates hat am Freitag zusammen mit dem Ministerpräsidenten Markus Söder ihre Pläne für das Objekt vorgestellt. Söder warb dabei für einen Abriss des Gebäudes – obwohl es unter Denkmalschutz steht.

    David Chipperfield wird bis 2029 zwei Gebäudetrakte im Germanischen Nationalmuseums sanieren: den Südbau aus den1960er Jahren und den Südwestbau von 1899.

    Das wichtigste vorab: Der Große Kreuzgang wird als kritische Rekonstruktion wieder errichtet!

    Zur Optimierung der Wegeführung wird der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kreuzgangflügel, der einst den Großen Klosterhof im Süden begrenzte, wieder errichtet. Die Pläne von David Chipperfield Architects Berlin sehen eine zeitgenössische Interpretation als schlichtes Ziegelvolumen mit Spitzbogenfenstern und begrüntem Flachdach vor. Form und Material des neuen Kreuzgang-Südflügels stehen in der Tradition des Architekten Hans Döllgast – einem Weggefährten Rufs –, der in seinen Entwürfen die Reparatur kriegszerstörter Gebäude durch sichtbares Mauerwerk aus Ziegeln kenntlich machte. Zudem betont die bauliche Ergänzung die ursprüngliche Dimension des Klosterhofs.


    So sieht der große Klosterhof aktuell aus:
    Germanisches Nationalmuseum Großer Klosterhof

    Das sind die Pläne:

    01_Rekonstruktion_S%C3%BCdfl%C3%BCgel_Kruezgang.jpg

    1592_08_C_ONIRISM_N1
    Klosterhof mit neuem Kreuzgangflügel
    © Onirism Studio für
    David Chipperfield Architects
    KOSTENFREI

    Der Zugang zum Süd- und Südwestbau wird nicht wie bisher über das Treppenhaus erfolgen, sondern durch einen Verbindungsgang zwischen neuem Kreuzgangflügel und Südbau. Über den Kreuzgang gelangen Besucher*innen zukünftig unabhängig in jedes Ausstellungsgebäude. Sackgassen im Museumsrundgang werden aufgehoben, was die Wegeführung und Orientierung in dem rund 25.000 m2 großen Musemskomplex erleichtert

    02_Kreuzgang_und_Verbindungsbau_innen.jpg1592_08_C_ONIRISM_N2

    Kreuzgang und Verbindungsbau
    © Onirism Studio für
    David Chipperfield Architects
    KOSTENFREI

    Aussagekräftige Grundrisse gibt es hier: Grundrisse_Zeichnungen.pdf (gnm.de)

    Nur ein Bild der Giebelspitze, aber was für eines :) . Die bisher detailierteste Aufnahme des Giebels mit seinen Figuren war diese hier (Ausschnitt):

    Pellehaus Giebel



    Nun ist ein neues Bild aufgetaucht, von erhöhtem Standpunkt aufgenommen (St. Egidien?) und in einem Detailgrad, der erstmals die Genialität dieser Figuren erahnen lässt. Man beachte nur die Ausformung von Kleidung und Panzerung des Jupiters (kleine Löwenköpfe auf dem Rock) oder auch einfach die unterschiedliche Modellierung der Gesichter.

    Was ich besonders spannend finde: die Figuren dürften in etwa Lebensgröße gehabt haben. Das vergisst man oft, wenn man die Giebelspitze auf den Fotos aus weiter Ferne sieht. Mehr zu dem spannenden Oevre von Hans Werner gibt es übrigens hier.

    Giebelbekr%C3%B6nung_Pellerhaus.jpg(klick zum Vergrößern!)

    Was meint ihr? Die beiden Hermen, sind das Mann und Frau oder ein alter Greis und ein Jüngling? Ich dachte immer ersteres, aber jetzt wo ich die Gesichter so groß sehe, könnte das für mich auch ein bartloser Jüngling sein (auch wenn das Tuch über der Brust vielleicht eher für eine Frau spräche huh:) ).

    Danke für diese Info. Hast du noch eine Quelle zum Nachlesen bzgl. der erhaltenen Stuckdecken?

    Ich hatte davon mal in einem Vortrag von Harald Pollmann über die Bergungslisten von Fritz Traugott Schulz gehört. Schulz ist nach dem Krieg durch die Trümmer der Altstadt und hat aufgenommen und beschrieben was es noch gab und in welchem Zustand sich die Häuser/Ruinen etc. befanden. Diese Listen sind heute im Stadtarchiv, allerdings noch völlig unbearbeitet und unveröffentlicht.

    Ich habe jetzt nochmal direkt bei Harald Pollmann nachgefragt und muss meine obige Aussage zum Erhaltungszustand der Stuckdecke korrigieren: Die Decke war wohl größtenteils zerstört, lediglich im Bereich der Fensternischen waren wohl noch wenige Reste erhalten(?). Nachzulesen gibt es laut Pollmann dazu etwas in den Anmerkungen zu dem Kaiserhofchörlein in: Erich Mulzer: Nürnberger Erker und Chörlein. Ihr Wesen und ihre Entwicklung, dargestellt an den noch vorhandenen Beispielen. Nürnberg: Spindler, 1965. Ich selber besitze keine Ausgabe des Buches und kann deswegen keine weiteren Informationen dazu geben.

    Ist dies dann der Raum zu besagtem Chörlein und Decke? (es wundert mich nur, weil das Chörlein im Raum eher mittig sitzt (hinter der Verbretterung)):




    Nürnberg 1918 April, Winklerstraße Nr.5 Kaiserhof, Kaisersaal

    Vielen Dank für diese sehr spannende Stoffsammlung zum Thema Bleiverglasungen!
    Als Ergänzung: Der Pickerthof hatte die Adresse Albrecht-Dürer-Platz 10 (mehr dazu hier).

    Im Folgenden noch aktuelle Bilder der erhaltenen Chörlein, wenn auch mit natürlich überwiegend neuer Verglasung:

    Chörlein im Ratsstubenbau von Hans Behaim d.Ä:

    behaim_031_l.jpg


    Chörlein von Füll 8 (sogar mit Resten der Vorkriegsverglasung, die auf Riegels Postkarte zu sehen ist ).
    Nuremberg_-_House_in_F%C3%BCll_Street_03.JPG


    Und zuletzt noch das Chörlein aus dem Kaiserhof. Das Haus war nach dem Krieg als Halbruine erhalten (sogar noch mit Stuckdecken!) und wurde erst in der Nachkriegszeit abgerissen. Das Chörlein wurde zum Glück gerettet und an den Obstmarkt transloziert:

    DSCF6745-001.jpg

    Moderationshinweis: Als Startpunkt der nachfolgenden Diskussion aus dem Thema Pellerhaus hierher kopiert:

    Nach allem was ich mitgekriegt habe, wurden jetzt im Pellerhof sog. Tellerscheiben verwendet. Also so ähnlich wie Butzenscheiben, nur ohne den 'Abriss'.
    Hier ganz gut erklärt: Tellerscheiben - Mondscheiben - Schreiber-Glas (glas-per-klick.de)
    Vor der Kriegszerstörung hatte sich im Hinterhaus des Pellerhauses noch ein Fenster mit dieser ursprünglichen Verglasung erhalten.