Posts by nothor

    Sehe ich auch so, die Täter hätten gar nicht so "einfach" in das Gebäude eindringen können. Wenn sie erstmal drin sind könnten sie in jedem Falle riesigen Schaden anrichten, egal ob da gute oder unknackbare Vitrinen stehen. Da kann man auch anderweitig Schaden anrichten, auch wenn man nicht entkommen wäre.


    Der Fall ist nur besonders traurig, weil zwar immer sugeriert wird die Diebe seien waghalsig und an der Grenze zur Dummheit unterwegs gewesen, ich persönlich glaube die wussten ganz genau was und wie sie es tun müssen. Der kleine Hammer - klar kann man sich das Video ansehen und meinen der hätte besser nen größeren nehmen können. Schwachsinniger Kommentar. Und wären die nur 30 Sekunden oder eine Minute langsamer gewesen, man hätte sie wohl geschnappt und wir würden nur über ein kaputtes Fenster und eine zerstörte Vitrine sprechen. Man mus einfach anerkennen dass die Räuber wohl exakt wussten was sie wann und wie tun müssen. Professioneller gehts ja wohl kaum. Ich kann da nur staunen.

    Bauhaus wird heute doch garnicht mehr gebaut. Das wird nur immer behauptet, aber der klobige Würfelrechteckbrei, der heutzutage überall entsteht hat doch nichts mit dem Bauhaus gemeinsam. Bauhaus hat das Fenster in seiner flächigsten Prägung kultiviert, das hat mit den bodentiefen Schießscharten heute ja wenig zu tun. elegante Flugdächer, sichtabe Kontruktionen aus Beton und Stahl gibte heute auch kaum, alles wird hinter schwulstigen Gipskartonwänden versteckt. Außer der Formarmut haben heute Entwürfe mit dem Bauhaus nichts zu tun.

    Warum soll jemand, der Fördermittel für seine Fassadenvergiftung abgegriffen hat, dafür auch noch entschädigt werden? Verstehe ich nicht. Allerdings sehe ich auch, dass der Staat durch seine fahrlässig-wachsweichen Lobbygesetze eine Mitschuld trägt. Wie wir alle wissen ist Bauen, insbesondere der energetische Aspekt dabei immer komplexer, aber eine fachkopetente Begleitung oder Genehmigungspflicht für Modernisierungsmaßnahmen wurde aus dem Vorschriftenkatalog gestrichen. Jeder darf nun machen was er will. Soweit so gut, dass der Staat aber durch Lobbyeinfluss und halbstaatliche Beratungsinstitute z.B. die DENA und KfW-Programme kräftig Werbung für fragwürdige Produkte und Techniken macht macht ihn also auch in gewisser Weise verantwortlich. Das wird sich als großer Fehler erweisen, auf uns rollt eine riesige Welle an Problemimmobilien und aufwändigen Sanierungen zu.


    Ich bin froh in einem Gründerzeithaus zu wohnen bei dem alle Materialien noch traditionell und ökologisch sind, und man alle Arbeiten grundsätzlich ohne Atemmaske oder gar Ganzkörperstaubschutz ausführen kann. Kein Styropor, keine Glaswollen, kein lösungsmittelhaltigen Fußböden, Zimmerdecken oder soetwas. Nur Holz, Steine und Mörtel. Bei den notwenigen Farben nehmen wir auch nur ökologische oder mischen sie gleich selbst.


    Für die Trottel, die immer den neuesten Mist der Baustoffhersteller kaufen möchte ich nicht gradestehen müssen.

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    Dem kann ich nur zustimmen. Gestern in Dessau gewesen, Stadtführung mit Bus gemacht, am Schlossgelände, UBA und Bauhaus gewesen und einiges dazu gehört hat sich der Eindruck verfestigt, dass der Bauhausrummel eher aus einer Elfenbeinturmperspektive gesteuert und forciert wird, und die Dessauer Bürger wenig mitgenommen werden. Gegenüber der "Meisterhäuser" steht ein 08/15-Neubau Baujahr 2019, der uns selbstbewusst als ein "Bauhaus lebt" verkauft wurde. Ein Bau, der bei uns in Nürnberg an jeder Straßenecke hochgezogen wird von denjenigen Unternehmen, die für Gestaltungsarmut bekannt sind. Herrjeh, mit Bauhaus setzt Dessau glaube ich aufs falsche Pferd. Da haben andere Städte mehr. Vor allem wirkt Bauhaus nicht neben Bauhaus, Bauhaus wirkt nur neben Historismus, Gründerzeit und Jugendstil, finde ich.

    Der Denkmalschutz hat ein Image- und Kommunikationsproblem, der existenzbedrohende Ausmaße annimmt. In Neumarkt zeigt sich das eindrucksvoll.
    Wenn der Denkmalschutz in sich so schwach ist, dass er nicht einfach gelten kann, sondern erstmal für seine Funktion und Wirkungsweise werben muss, und dann damit dank zahlreicher Vorurteile und kolportierter Zwänge fulminant scheitert, ist es nicht dauerhaft haltbar. Entweder gilt Denkmalschutz oder eben nicht. Dieses Pseudo-kunstwissenschaftliche Kleid, das man sich anzieht um demütig-bittstellend bei Entscheidern vorzusprechen, ist abstoßend. Ob ein Denkmal ein Denkmal ist, entscheidet nicht das Gesetz mit Musterkarte vor dem Objekt, sondern einzig und allein der Besitzer und dessen Seilschaften. Das ist keine Wissenschaft, das ist auch kein Rechtsgebiet, das einfach Willkür.

    Ja, London ist städtebaulicher Graus. Wie ein Pottpourri aus allem möglichem, nichts passt richtig zusammen, es entsteht einfach kein echtes Stadtbild. Budapest dagegen ist mind-blowing. Ich dachte damals ich sei in einer Zeitmaschine 100 Jahre zurück gereist. Ach nee, hier ist ja doch nicht alles alt, die großen gründerzeitlichen Wohnanlagen haben oft elektronische Schließsysteme und nicht wie wir antiquiert wirkende Schließzylinder oder einfache Buntbartschlösser. Moderne, leise Straßenbahnen, W-Lan überall, nein, eine historisch aussehende Stadt muss nicht auch altbacken sein. Dagegen sind oft modern aussehende Städte oft erschreckend rückschrittlich. Das fängt meist schon beim ÖPNV an.

    Das Jahn-Projekt wäre zumindest interessanter gewesen als die 0815-Investorenarchitektur, die da jetzt gebaut wird.Ich verstehe auch nicht wirklich das Agieren der Altstadtfreunde in der ganzen Sache: Gegen das Jahn-Projekt hat man voll mobilisiert - und es mit Erfolg verhindert -, aber gegen den ungleich schlechteren alpha-Gruppe-Bau haben die AF keinen Finger gerührt

    Ja, mit dem Abwenden der "Aufgeplatzten Bratwurst" waren die Altstadtfreunde sehr erfolgreich. Später, als es um die Verhinderung der Verschandelung des Luitpoldhauses ging, war aller Protest vergebens. Auch die Rathaussalausmalung hat nicht geklappt. Und am Pellerhaus hat man mit dem Hof bisher nur einen Teilerfolg errungen.


    Warum also haben die AF nichts gegen die Neubebauung am Augustinerhofgelände unternommen? Ich weiß es nicht, aber ich kann es mir denken: Erstens: Bei allen zuletzt fehlgeschlagenen Vorhaben hatte man es mit der öffentlichen Hand als Gegner zu tun. Das Luitpoldhaus war ein Prestigeprojekt der Stadt (neue Stadtbibliothek), die Rathaussaalausmalung wollte ebenfalls die Stadt und ihr Kulturbetrieb verhindern. Und jetzt beim Augustinerhofgelände? Da kam recht bald der Freistaat ins Spiel, der Nürnberg dort ein prestigeträchtiges Museum spendieren will. Sich dem entgegenzustellen ist recht wagemutig. Beim Jahn-Entwurf ging es "nur" um einen privaten Investor. Zweitens: Die ersten Entwürfe für den Augustinerhof waren noch erdfarben dominiert, und nicht grau. Mit mehr Fenstern, also durchaus weniger kritikwürdig wie der jetzt realisierte Bau. Man war sogar recht zufrieden mit dem damaligen Ausgang des Wettbewerbes, wenn ich mich recht erinnere. Im Nachbarforum kann man die Metamorphose der Entwürfe noch gut nachverfolgen. Drittens: Die Nürnberger waren mit der jahrelangen Brache als kostenpflichtiger Parkplatz ziemlich unglücklich. Und den Altstadtfreunden schrieb man dies zu, sie hätte damals verhindert dass hier etwas neues entstehe, stattdessen sei da nun nichts. Viertens: Einen Abriss zu verhindern ist nochmal was andres als die Bebauung einer schmerzhaften Brache zu verhindern. Da wird dann gerufen: Ja legt doch selbst einen Entwurf vor, oder kauft es selbst usw. usf. So unsachlich wird es dann.
    Summa summarum kann ich persönlich also gut nachvollziehen dass man gegen die Entwicklungen am Augustinerhof öffentlich nichts unternommen hat, sondern versuchte in den Gremien und Entscheidungen ein bisschen mitzubestimmen. Es gab einfach andere Kämpfe, die zu kämpfen waren.

    Warum gelingt es so wenigen Architekten, sich gerade beim Bauen in der Altstadt von ortstypischen Elementen inspirieren zu lassen???

    Weil das mit nationalen und internationalen Wettbewerben verhindert wird. Schon vor 100 Jahren, wenn überregionale Gesellschaften in Nürnberg gebaut haben haben die einen internationalen Stil verwirklicht. Das heute hoch wertvolle kaufhaus Tietz, heute Wöhrl am Weißen Turm, ist ein gutes beispiel dafür. Nur hat man damals eben auch überall repräsentativ und wertvoll gebaut. Heute ist das freilich nicht so, umso wichtiger wäre es ortsangepasst zu bauen, wenn man schon nicht hochwertig gestalten will.

    Mit rötlichen Fassadenverkleidungen und Kupferdach, dann hätte mich der Bau glücklich gemacht, aber diese Verehrung fürs Grau, das werde ich wohl nie toll finden. Das verrückte ist ja dass jeder behauptet, das wie zuviel Grau in den Städten haben, aber gebaut und saniert wird dann oft am Ende in Grau. Ich verstehs nicht.

    ich "freue mich schon" wenn entsprechende Styropor Bauherren das Zeugs entsorgen müssen und die von Schimmel befallenenden Gebäude generalsanieren lassen müssen.

    Man hört darüber aber aktuell auffallend wenig. Vor ein, zwei Jahren hieß es noch das Zeugs stapele sich auf den Höfen der Baufirmen und Entsorger, aber wie sieht es heute aus? Ich fürchte ja, dass das in LKW nach Osteuropa gefahren und dort auf privaten Deponien verklappt oder verbrannt wird. Unsere neoliberale Wirtschaft ohne Kontrollen machts zumindest vorstellbar.

    Die Balkone stören mich garnicht mal so sehr, viel störender finde ich die asymmetrischen Fensterschiebeläden. Das Haus kommt so vollends aus der Form. Die Balkone hätte man natürlich auch in Holz bauen können oder wenigstens in einer nicht-titangrauen Farbe streichen können. Jetzt passt da einfach garnichts zusammen und sie abstoßend sieht das Haus nun auch aus.

    Was genau ist interessant, dass solche Dinge passieren oder dass wir so rasch davon erfahren? Denn so ein Quatsch ist wohl schon immer passiert. Gelegenheit macht Diebe, da wird was gestohlen und dann weiß man nicht was man damit machen soll. Versteckt es dann unter den Dielen oder mauert es ein. Wenn es Juwelen oder Gold gewesen wären hätte man es wohl nicht versteckt und gefunden. Wobei, es werden ja auch regelmäßig irgendwelche Schmuckstücke und so gefunden.

    Ich auch nicht.
    Aber es gibt wohl Kreise, in denen man nicht nur mit dem gestohlenen Gut prahlt, sondern mit dem Raub gleich dazu. Stichwort "Clankriminalität". Aber wir reden ja hier über einen Zeitpunkt nach Ablauf der 30 Jahre, und das ist nicht wenig.

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    Soweit wohl die Rechtstheorie. Aber wie sieht die Praxis aus? Wird ein gestohlenes Kunstwerk auch nach 30 Jahren aus dem Art-Loss-Register gestrichen? Ich denke die reine Praxis schaut schon anders aus. Ist wohl so, dass man die Gothaer Gemälde nicht einfach einkassieren darf, aber stigmatisiert sind die Anbieter definitiv.

    Ja, bei geringwertigen Sachen ist das wohl problematisch. Aber bei Altmeistergemälden geht es ja einerseits nicht nur um hohe Kunstwerte, sondern eben auch um jeweils Einzelstücke. Das dürfte leicht zu identifizieren sein, sicher leichter als eine 200-jährige Meißen-Deckelvase, die vielleicht auch wertvoll ist, aber eben kaum ein Einzelstück. Und noch leichter als sonstige Alltagsgegenstände oder Allerweltsschmuckstücke, Goldketten und soetwas.

    Dass die Bilder nach Gotha gehören scheint die "Erbengemeinschaft" ja von vorneherein gewusst zu haben, denn wieso sonst lässt man die Bilder dem Gothaer Bürgermeister anbieten? Das ergibt nur dann Sinn, wenn die Besitzer um das Schicksal der Bilder genau Bescheid wussten, denn sonst wäre so gelaufen wie du sagst: Auktionshaus - Provinienzrecherche - Ermittlungen - Polizei.


    Soweit ich weiß kann man durch einen Diebstahl niemals rechtmäßiger Eigentümer einer Sache werden. Auch nicht durch Ersitzen oder dergleichen, in dem man die Sache einfach nur lange genug versteckt oder so. Allerdings bietet der Lauf der Zeit doch einige Möglichkeiten. Wenn die Sache z.B. verkauft wird und der Käufer nicht hat wissen können oder müssen, dass die Sache gestohlen ist, und gleichzeitig die Suche des rechtmäßigen Eigentümers nach der Sache beendet wurde. Bei geringwertigen Sachen dürfte das regelmäßig der Fall sein, möchte nicht wissen wieviele Sachen damals von Ausgebombten gestohlen wurden etc. und sich heute wie selbstverständlich seit "jahrzehnten in Familienbesitz" befinden etc. Nur bei den fünf Altmeistergemälden darf man wohl nicht davon ausgehen, wenn man sie angeboten bekommt, dass es ein sog. "Dachbodenfund" ist, wie es oft heisst. Wenn ich z.B. auf Flohmärkten unterwegs bin und dort jemand ein Altmeistergemälde für 1.500 anbietet, Zahlung in bar versteht sich, sollten bei jedem die Alarmleuchten angehen. Die Sache in Gotha erscheint mir also auch etwas merkwürdig. Klar will man die Bilder zurück und nicht riskieren, dass sie von verschreckten "Erben" wieder Jahrzehnte auf einem Dachboden versteckt werden... Aber man sollte auch keine Signale aussenden, dass man eine gestohlene Sache als Wertanlage vererben kann, das wäre ja fatal. Insofern finde ich die Aussagen des Gothaer Bürgermeisters problematisch.

    Das bedeutet also, wenn ich das richtig verstanden habe: Hätten die Diebe die Werke dem Museum nicht angeboten, sondern behalten, könnte man ihnen gar nichts anhängen? Es war also nur ihr Fehler, mit dem Museum in Kontakt zu treten, statt sich die Bilder über die eigene Wohnzimmercouch zu hängen?...

    Wer sagt denn dass die Anbieter der Gemälde auch die Diebe sind? Sie haben sich allein schon dadurch verdächtig gemacht, dass sie gestohlene Gegenstände angeboten haben. Es steht ja auch nirgends, dass man sie verdächtigt den Einbruchdiebstahl damals begangen zu haben, aber sie wollten etwas verkaufen was ihnen nicht gehört bzw. was nicht verkauft werden darf, das allein sind schon Straftatbestände. Soetwas so einzufädeln, dass man den Beteiligten auf Verkäuferseite nicht an den Kragen geht ist ja mal nicht so einfach. Wenn du morgen die aus Dresden verschwundenen Gegenstände irgendwo findest, an dich nimmst und zum Verkauf anbietest sitzt du wohl sofort in Untersuchungshaft.

    Eine Fassadenreko sollte hier Pflicht sein! So wird das von der IHK erst aufwändig neu gestaltete Komplex richtig rund. Schade, dass die IHk das nicht selbst macht, aber anscheinend wird es nicht gebraucht und die Mitglieder sind wohl schon von den Kosten des Neubaus verschreckt. Die Lage, die Adresse ist aber erstklassig! Dass das die Altstadtfreunde machen könnten würde ich auch super finden!