Posts by nothor

    Keine Ahnung, auf den Luftaufnahmen sieht man nur die Dachlandschaft. Aber es gab wohl eine gewisse Ähnlichkeit zum links angeschnittenen Nachbarhaus in der Geuderstraße.


    Vielleicht hier die Straßenansicht: Bismarckstraße Nürnberg - Google Maps


    Aber die Fensterprofilierungen sind weg und die Fensterformen auch verändert. Möglicherweise war das Haus im Krieg schwer beschädigt worden(?!?!) Innen ist es aber noch im Originalzustand (Türen, Deckenstuck, Treppenhaus incl. Fenster).


    Danke TrierRekos95, ja, die recht große Wandfläche und die verhältnismäßig kleinen Fenster animieren dazu das Haus mit Schmuck zu bewerfen :)

    Hey Danke, sehr rustikal!
    Allerdings hab ich verschwiegen, dass es eben ein Nürnberger Jugendstilhaus von ca. 1910 ist. Und in Nürnbegr ist der Jugendstil relativ arm an Dekor und eher grob. Stuck wird selten verwendet, es wird eher geometrisch profiliert und viel mit Sandstein gespielt. In dieser Gallerie lässt sich das gut sehen: Link.


    Bin schon sehr auf eure Ideen gespannt!


    Dann will ich mal. Ich hab einfach mal in das bestehende Foto reingezeichnet: Zuerst der Ist-Zustand in s/w:



    Dann Vorschlag a) in eher üppigen Jugendstildekor:



    Dieser Vorschlag ließe sich wohl schon gut umsetzen, aber die Gestaltung passt nicht so recht ins Umfeld. Solcherlei Dekor hat dort kein einziges Haus. Es sieht im Umfeld eher aus wie Vorschlag b), der sich im Übrigen auch rein mit etwas Sgraffito-Putz und Farbe umsetzen ließe, ohne Stuckarbeiten:



    Des hier besprochene Haus wurde in mal um ein Vollgeschoss aufgestockt. Auf historischen Luftaufnahmen sieht man statt des vierten OG nur ein DG mit Rundgiebel. Ich denke mal das könnte man berücksichtigen, indem man das 4. OG nicht so verspielt gestaltet. Schön wäre es trotzdem, wenn das eine Perspektive hätte.

    Ein entschmückter Jugendstilbau in Nürnberg. Es steht in einiger Zeit eine Fassadenrenovierung an. Was schlägst du vor? Sandsteineinfassungen für die Fenster und ein profilierter Sockel wäre passend. Ich poste da auch mal ein paar Skizzen.


    Ich weiss nicht ob es mich beruhigen soll oder nicht, festzustellen, dass auch andernorts um jeden einzelnen Altbau gekämpft werden muss und leider auch oft verloren wird. In meiner Heimat Nürnberg regiert der Abrissbagger. Was wegzuschaufeln zu teuer ist wird mit stoyropor verpackt und weiss gestrichen, damit es nach 2 Jahren auch endlich schäbig aussieht wie die modernen gebäude, die nach erfolgreicher Vermarktung urplötzlich vergammeln.

    Mir tun diejenigen, die sich da ne teure Kiezwohnung angelacht haben, und in einigen Jahren mit den Nachwehen der energetischen Sanierung zu tun bekommen, jetzt schon leid. Das wird all die Ersparnisse auffressen, die der Niedrigenergiestandard bis dahin gebracht hat. Die Verantwortung hierfür wird natürlich niemand übernehmen.
    Geldvernichtung. Fast so gut wie an der Börse.

    Mit dem Gebäude ließe sich leben, aber die Erdgeschosszone ist ein schrecklicher Fehlgriff. Das Straßengefälle ist sicherlich nicht leicht zu bewältigen, aber hier ging das ja mal gründlich daneben. Jetzt, nachdem das Gebäude seit 1 Jahr in Betrieb ist, sieht man die Auswirkung dieser Fehlplanung. Die Erdgeschosszone ist tot. Es wirkt, als könne man die kahlen Grauglasflächen hochklappen um dahinter auf Mülltonnen zugreifen zu können.

    Sehe ich auch so. Es gibt keinen Grund, den Ist-Zustand der Altstadt so zu konservieren wie er ist, denn das wäre nichts schönes, nichts womit man sich dauerhaft rühmen kann. Was meinetwegen 1970 noch eine große Leistung war, nämlich dass dieses doch riesige zerstörte Gebiet wieder eine Innenstadt geworden ist, mit für damalige Verhältnisse modernem Wohnraum, ist nun, weitere 40 Jahre später, in die Jahre gekommen und steht immer mehr in der Kritik. Außerdem: Die Nürnberger wollen ja auch in Zukunft an Ihrer Stadt bauen, entwickeln und Visionen diskutieren.
    Aber jetzt und hier die Wiedererrichtung eines jeden einzelnen Gebäudes von vor '45 zu fordern, ist auch Unsinn: Viel zu teuer, zu aufwändig, zu langwierig, zu unsensibel und brachial. Also braucht man einen Plan.


    Mein Traum von der Nürnberger Altstadt 2025 sieht so aus:
    - weniger Autos,
    - schmalere Straßen,
    - Straßenbahn mindestens in Form der Altstadtquerung
    - mehr Grün,
    - erlebbare Pegnitz
    - mehr Cafe's
    - wiederaufgebautes Pellerhaus innen und Außen
    - Verschönerung der Westseite des Hauptmarktes wie es baukunst-nbg schon mal visualisiert hat
    - verschönerter Egidienplatz, mit angepassten oder rekonstruierten Nachbargebäuden
    - Abriss der Tiefgarage in der Martin-Treu-Straße / Platnergasse (dort Besucher durchzuführen gleicht einer Exkursion in ein Elendsquartier huh:) )
    - Ergänzung der Giebelspitzen auf dem Hotel Deutscher Kaiser in der Kaiserstraße
    - vlt. noch andere Kleinigkeiten...


    Das alles wäre m.E. realisierbar und würde einen großen Sprung nach vorne bedeuten, wenn nicht parallel hierzu anderweitig Mist verzapft würde wie der Bibliotheksneubau am Cinecitta. Das ist eine echte Architektur-5 :thumbdown:


    Daneben wäre es phantastisch, wenn die Stadt private Initiativen finanziell unterstützen könnte, die, entsprechend eines Maßnahmenkataloges, einzelne Orte dem historischen Vorbild schrittweise annähert, z.B. durch Reko, historisierung oder wenigstens eine farbliche Zergliederung und Neugestaltung.


    Das wäre mein Maßnahmenplan, der sicherlich auch Mehrheitsfähig wäre.


    Aber es passieren leider auch so viele Rückschritte. Über den Umbau des Lebkuchenladens am Hauptmarkt habe ich mich sehr geärgert. Einme schöne mittelalterliche Holztür ist gegen eine Glastür ausgetauscht worden. Unmöglich war das, wo ist diese Tür hin? Hab leider kien Foto. So kleine Dinge finde ich sehr verstörend.

    @ Dexter


    Ich finde man muss das so betrachten. Die Städte befinden sich in einem Wettbewerb um Attraktivität für Touristen und Lebenswertigkeit aus Sicht der Einwohner. Und in einem durchlässigen Mitteleuropa, wo sich die Menschen zunehmend freier entscheiden können wo sie leben, studieren und arbeiten wollen, spielt auch das Stadtbild eine gewisse Rolle. Um Nürnberg herum putzen sich derzeit viele Städte besonders heraus. Man muss hierzu nur einmal Leipzig, Dresden, Prag, Berlin, aber auch München, Würzburg und Augsburg ansehen.


    Die Leistung und das Vermächtnis des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit sehe ich darin, dass eben eine konsequente Steigerung der Rekonstuktionsqualität möglich bleibt. Die Grundstücke und Straßenzüge existieren weitgehend. Es gibt keine hinderlichen Großbauten, Hochhäuser, Straßenschneiden, Riesenkreuzungen oder Shoppingmalls.


    Das heutige Nürnberg ist als Stadtbild leider kaum noch konkurrenzfähig. Einzelne Bauten stechen heraus, und jeder Besucher zückt den Fotoapparat. Aber die Wege dazwischen - insbesondere zwischen Hauptmarkt und Egidienplatz, führen an einer absolut nicht mehr zeitgemäßen Interpretation des Wiederaufbaus einer mittelalterlichen Großstadt vorbei. Besucher sagen mir dann oft "naja wirklich schön ist das ja hier nicht". Von weitem sieht es aus wie Mittelalter, und von Nahem sind sie dann enttäuscht. Es hat weder die schöne Aura des Alten, noch strahlt es moderne aus. Und dort, wo es finanzierbar ist, sollte einer Reko nichts im Wege stehen. Aus meiner Sicht ist die Diskussion um die Reko der Fassade des Pellerhauses lächerlich. Es gibt keine Alternative hierzu. Etwas besseres als das hat an dieser Stelle nie gestanden, und wird es auch nie wieder.

    Stichwort "Kernsanieren in der Alstadt":
    Wenn man soetwas sagt, dann denkt eigentlich jeder, der sich nicht intensiv mit der Stadtgeschichte beschäftigt hat und dem, was hier einmal war und wofür Nürnberg im Grunde bis heute gerne steht und sich auch verkaufen will, nicht an Rekonstruktionen oder gestalterische Anpassung von Fassaden, sondern ich sag dir was in der Altstadt entsteht: Es wird massenweise auf KfW70 gedämmt und isoliert! Damit würde sich die ästhetische Situation noch verschlimmern.


    Mich macht das Thema pellerhof traurig und zuversichtlich zugleich:


    Traurig, weil es bei den derzeitigen Plänen nur um den Innenhof geht. Der entfaltet stadtgestalterisch jedoch keinerlei Ausstrahlung auf den Egidienplatz und die Altstadt, sondern ist eher eine Innenraumreko.


    Zuversichtlich jedoch wiederum, weil die Wahrscheinlichkeit, dass im Zuge der Komplettierung auch die Hauptfassade wiedererrichtet werden könnte.


    Die Wiederaufbauleistung der Nachkriegszeit braucht man finde ich nicht schmälern oder kritisieren. Aber wie steht es schon am Sebalder Platz in einer Innschrift geschrieben: "Der Wiederaufbau bleibt künftigen Generationen vorbehalten". Das stellt auch meine Einstellung zur Stadt dar: Das schließt für mich auch das ersetzen von nachkriegsbauten (Provisorien, Platzhalter) mit ein, denn diese dienen gewissermaßen, schnell gebaut, als Platzhalter und Garant für das Fortleben der Altstadt in seiner Gesamterscheinung.


    Ich bin sicher, dass der Boden hierfür immer Fruchtbarer wird. Das Leben in der stadt wird immer beliebter, und die menschen wollen stolz sein auf ihre Stadt. Alles, was man Gästen vorführen kann, ist willkommen. Es fehlt einfach nur an der Aufklärung und Sensibilisierung.

    Die neue Stadtbibliothek ist wirklich kein Jahrhundertbau und wird spätestens wenn in 30 jahren die Dämmung marode ist und weg muss komplett zur Disposition stehen. Im Prinzip haben fast alle Neubauten, die dieses Wärmedämmverbundsystem (Styroporplatten) nutzen ein eingebautes Verfallsdatum, womit auch die Bau- und Recyclingbranche den nächsten Auftrag schon sicher hat....


    Für diese Lage, umringt von allesamt erstklassigen städtischen Einrichtungen ist der Bibliotheksneubau tatsächlich schlecht. Einfach nur schlecht.

    Ich bin ebenfalls zugezogen aus Nürnberg, und beobachte hier auch entsetzt, wie die nur hier in Nürnberg zu findende Architekturidentität scheinbar Schritt für Schritt verschwindet. Das ist manchmal echt zum Heulen. Die wenigen Leuchttürme wie das Tucherschlösschen und das Fembohaus wirken irgendwann selbst wie Disney-mäßige Fremdkörper. Es existiert kein Gefühl für Kunst und Geschichte. Herausragende Kunstwerke brauchen auch den passenden Rahmen, das weiss jeder Mittelschulpädagoge.....