Posts by artagastas

    Da müsste man voraussetzen, dies als Fehler anzuerkennen. Davon sind wir Lichtjahre entfernt. Vermutlich sind alle Beteiligten froh, wieder neuen benötigten Wohnraum/Gewerbeimmobilien geschaffen zu haben.

    Vermutlich ist diese Funktionsarchitektur noch nicht mal handgezeichnet, sondern von einem Computer entworfen. KI lässt grüßen

    Ich denke, wir sind ein Forum für Baukultur und nicht für politische Ideologien. Wenn ich mir dir Luftbilder von Halberstadt 2024 anschaue, muss ich sagen, dass sich in der Altstadt viel Positives getan hat. Schade, dass man in der Umgebung des Rathauses keine Rekonstruktionen erstellt hat. Zwei Gebäude wären es wert gewesen, zumindest als Fassade: der "Stelzfuß" am Holzmarkt und der Ratskeller am Fischmarkt mit seinem reichen Schnitzwerk. Das wären reizvolle Aufgaben für Jugendbauhüttenprojekte gewesen und schöne Herausforderungen für Gesellen- und Meisterstücke. Leider wurde der Stelzfuß nur als modern interpretierte Paraphrase wiederaufgebaut. Beim Nachfolgebau des Ratskellers stimmt wenigstens die Kubatur einigermaßen. Als ich 2007 Halberstadt besuchte, gab es noch etliche Bauruinen, die abgesperrt waren. Ich hoffe, dass ein Großteil dieser Ruinen noch gerettet worden sind. Was ist eigentlich aus der Fachwerkkirche St. Johannis geworden? Ist die auch renoviert worden? Ich habe sie als beeindruckendes Bauwerk in Erinnerung.

    Irgendwie ist da was falsch gelaufen. Nun aber zu diesem wunderbaren Fachwerkhaus, an welchem offenbar Zimmerleute aus allen Bereichen des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" mitgewirkt haben. Ich sehe schöne Schnitzereien in Stockschwellen und Füllhölzern (niedersächsisch), Rautenfachwerk (fränkisch), ja, sogar Andeutungen von "halben Männlein" (allemannisch). Möglicherweise waren die Handwerker Glaubensflüchtlinge, die im religiös toleranten Preußen Zuflucht gefunden haben und an diesem wunderschönen Haus ihre Fähigkeiten einbrachten. Der unterste der Fachwerkkonstruktion ist offen bar im 18. Jahrhundert erneuert worden, aber sehr gut eingepasst. Das Haus isr für mich ein Baudenkmal allererster Klasse!

    Sieht aus wie ein zum Wohnhaus umgebauter ehemaliger Luftschutzbunker - wirklich eine grandiose Architektenleistung - Ironie aus.

    Würde man diesen Neubau ähnlich bestucken wie die Nachbarhäuser zu ihrer Zeit, wäre er eine Bereicherung in der Straße. Was wären die Nachbarhäuser ohne Verzierungen? Auch nur Lochplattenfassaden.

    Architekten = Kaufleute? Das trifft den Nagel auf den Kopf! Dabei geht Kreativität auch ohne finanziellen Aufwand. Man muss nur mal seine grauen Zellen im Kopf stärker zu Rate ziehen und sich nicht auf KI verlassen.

    Dieser Berufsverand Deutscher Architekten erinnert mich in seinem hartnäckigen Festhalten an die Dogmen der Moderne irgendwie an eine strenggläubige Sekte, die keine abweichenden Ansichten duldet. Da ist auf absehbarer Zeit schwer heranzukommen. Wer da nicht "auf Linie" denkt, wird wahrscheinlich über die Planke gejagt. Vielleicht sind die Bauingenieure da toleranter und flexibler. Immerhin ist die Wiederherstellung der Pellerhausfassade eine reizvolle Aufgabe und Herausforderung in Sachen Konstruktion und Statik. Auch Fachwerkhäuser sind konstruktiv gesehen ingenieurmäßig gedachte Skelettbauten des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

    Ja, es ist einiges passiert in puncto Rekonstruktionen. Aber es ist immer noch nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Ich wünsche mir auch mehr Wiederherstellungen alter Platzwände. Der Inhalt darf ja ruhig zeitgemäß sein wie am Neumarkt in Dresden. Aber Komplettrekonstruktionen dürften eher in den unmöglichen Bereich abgerutscht sein wegen der massiv gestiegenen Baukosten. Aber vielleicht lassen sich Rekonstruktionen auch als Jugendbauhütten-Projekte verwirklichen. Reko-Bauteile könnte man auch als Gesellen- und Meisterstücke ausschreiben, dass senkt zumindest die Herstellungskosten. Es gäbe natürlich auch die Möglichkeit, ein ganzes Stadtviertel als Eventhotel nach Las-Vegas-Vorbild durch einen Großinvestor zu rekonstruieren. Aber dabei käme mit Sicherheit so etwas wie ein historisierend frei erfundenes Disneyland heraus, was vielleicht nur kitschig und aufdringlich wirkt. Was das Pellerhaus angeht: besteht da nicht die Möglichkeit, stufenweise fortzufahren, z.B. zunächst den rückwärtigen Giebel des Haupthauses vor den Nachkriegsbau zu setzen? Natürlich erfordert dieses im Vorfeld politisch diplomatische Korkenzieherwindungen, um das durchzusetzen.

    Hier ist eine weitere Ansicht des Gebäuses:

    https://www.die-planergruppe.de/project/abdinghof-paderborn/


    Und hier einige Ansichtes des Marienplatzes in Paderborn:

    https://www.tripadvisor.de/Attraction_Rev…Westphalia.html

    Muss man das ernstnehmen? Das ist sich ständig wiederholende Industriearchitektur. Keine künstlerischen Details, die es sich anzusehen lohnt. In so ein Gebäude geht man rein, erledigt seine Anliegen oder funktioniert, und geht wieder raus. Funktionalismus pur, die den Menschen zu einem funktionierenden Wesen umerzieht. Hat der Bauherr denn keine Zimmerleute, die wenigstens ein anständig geneigtes Dach auf diese gottlose Kreation zaubern können? Ehrlich gesagt, ein mit Exkrementen bedecktes Laken ist noch eine Schönheit gegen diese Fehlleistung!

    Nanu, die Fensterflügel werden ja nach außen gekippt. Ist das zum Einfangen von Regenwasser gedacht? Was für ein Unsinn!

    Eine schöne Stadt, von Johan noch schöner in Szene gesetzt.

    Wobei Edinburgh, wie ich finde, nicht so sehr durch seine Einzelbauten besticht, sondern durch die Einheitlichkeit des verwendeten Materials. Das verleiht der Stadt etwas Skulpturhaftes. Als wäre sie aus einem großen Sandstein gehauen.

    Eine unterkühlte Schönheit, wie eine spröde Diva.

    Ich hab das Gefühl, dass diese Vorschrift bei älteren Häusern gern mal untern Tisch fallen gelassen wird...

    Warum denn nicht? Die Gebäude der Nachkriegszeit auf Helgoland sind baugeschichtlich "Kinder", die meiner Ansicht nach das Recht haben, "erwachsen" zu werden. Ein restriktiver Denkmalschutz möchte das "Kinderstadium" vieler Helgoländer Bauten in situ erhalten. Damit nimmt man den Eigentümern das Recht, ihre Häuser weiterzuentwickeln und individueller zu gestalten. Warum nicht die Dachlandschaft mit anderen Dachformen (z.B. steilere Dachneigung) vielfältiger gestalten? Mit einer Gestaltungssatzung kann man negative Trends in positive Bahnen lenken. Die Topographie des Helgoländer Straßen und Wegenetzes finde ich genial; lediglich die Gebäudekubaturen sind mir zu einheitlich. Darum sollte auf Helgoland jede Veränderungen an Gebäuden, die der gestalterischen Aufwertung dienen, zugelassen und der Denkmalschutz etwas weniger verbissen gehandhabt werden. Nur so wird aus der "in einem Wurf" gebauten Lokalität wieder ein organisch gewachsenes Helgoland.

    Ja, es ist doch eeeeeh immer genau das gleiche! Bei gefühlt 95 Prozent aller Abrisse historischer Bauten ist es genau so! Es heißt auf einmal, das alte Haus herzurichten, kostet zu viel, und schon stehen die Bagger da. Und beim Neubau macht sich niemand Gedanken, es wird wieder ein 0/8/15 Ein- oder Mehrfamilienhaus, das zu 70 Prozent aus Wärmedämmung besteht und so viel ästhetischen Anspuch wie ein Haufen Hundekot hat.

    :kotz:

    Als würde man einen Edelstein durch einen Köttel ersetzen.

    Es wird tatsächlich auch meine Heimatstadt besucht! Nun, Stade ist wirklich eine Reise wert. Es gibt aber in unserer Altstadt Ecken,die leider nicht so sehenswert sind, zum Beispiel am Hauptplatz der Stadt, dem Pferdemarkt. Zum Glück wurden in den 70er und 80er Jahren keine Sanierungen mit großflächigen Abrissen durchgeführt. Wer etwas mehr Zeit mitbringen kann, wird so einiges entdecken bei uns: in der Bäckerstraße ein großes Traufenhaus von 1590 mit Halbsonnen-Schnitzereien sowie ein Giebelfachwerkhaus von 1539 mit Knaggenfiguren, in der Bungenstraße das Gildehaus der Brauerknechte von 1604 ebenfalls mit geschnitzten Halbsonnen. Ein kleiner Geheimtipp: in der Neuen Straße und rechts vom Hahnentor kann man noch spätgotische Schnitzereien entdecken, die sehenswert sind. Ansonsten ist Stade von barocken Gebäuden gepragt. Im jahre 1659 verhichtete ein Großbrand etwa 60% der Altstadt. Während in anderen Städten die barocke Gestaltung der Fachwerkhäuser - abgesehen von Eingangsbereich - eher schlicht ist, hat Stade auch reicher geschnitzte Barockfassaden, z.B. in der Sattelmacherstraße das Haus Höhmann oder das "Hökerhuus" in der Hökerstraße mit einer Fassade von 1652. Im Kern ist das Haus sogar noch gotisch; man kann hier noch gotische Blendbögen entdecken. Stade hat eine sehr bewegte Geschichte.

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    Bei der Bahn wird geklotzt und nicht gekleckert. Vorteilhaft im eng funktionalen Sinne, im ästhetischen kommt manches zu kurz. Schön ist, dass das Tunnelportal vergleichbar nach Aufweitung neu errichtet wird. Gezeigt wird auch ein Bahngebäude, der Bahnhof Walporzheim, das ins Museum Kommern wandert.

    Mit der Romantik ist es dann auch vorüber.

    Zumindest 2 Bilder gibt es noch so.

    Gibt es überhaupt noch Kunsthandwerker, die die filigranen Schnitzereien der Hildesheimer Fachwerkfassaden nachbilden können? Seit der Wiederherstellung der Platzwände des Hildesheimer Marktplatzes sind immerhin mehr als 30 Jahre vergangen. Die Holzschitzer von damals (im besten Mannesalter) sind heute bestimmt schon Rentner oder bereits verstorben. Es gibt in Norddeutschland nur die Firma Kramp & Kramp im Westfälischen, die zu solchen Leistungen noch in der Lage sind ( die haben unter anderem die "Goldene Waage" in Frankfurts "neuer Altstadt" rekonstruiert). Und die verlangen bestimmt Apothekerpreise für ihre Arbeit. Da muss schon ein exzentrischer Mäzen mit Geld wie Heu kommen, der unbedingt eine historische Einkaufs-Mall in Hildesheim errichten will, um damit Kunden anzulocken. Da hilft derzeit nur noch dafür beten, dass so ein Wunder passieren möge.