Posts by MAK

    Könntest Du das mal anschaulich machen. Abgesehen von geschlossenen Läden, würde mich interessieren, wie sich dieser Zusammenbruch genau äußert.

    Ich war gerade dort. Es ist halt nichts los. Viele geschlossene Läden, C&A verkleinert sich, der Lloydhof wird komplett umgebaut, deswegen ist dort Baustelle und komplett tote Hose. In Galeria-Kaufhof zieht nun ein großes Möbelgeschäft ein, Saturn als Ankermieter hat keinen richtigen Vor-Ort-Verkauf (Abholung im Parkhaus...). Viele kleine Läden schließen. COVID-19 live würde ich sagen.


    "Ein vollkommener Zusammenbruch" wären nun auch nicht meine Worte, es sieht dort wohl genau so aus, wie in anderen Innenstädten zur Zeit (habe aber nur Hannover und Hamburg vor Augen, woanders war ich in den letzten Monaten zugegebenermaßen nicht). Dass das Balge-Projekt am Ende sei, höre ich zum ersten Mal und ich bin eigentlich gut informiert. Und gebaut wird - etwa am Europahafen - nach wie vor in erheblichem Maße. Ich bleibe da optimistisch und sehe auch keinen Grund für Schwarzmalerei, das Jahr kann nur besser werden.

    Jetzt geht es an der Parkalle einmal um die Ecke. Dabei findet sich auf der einen Seite die Tanzschule Schipfer-Hausa und - wenn man zurückblickt leider - Tristesse:



    Das zweite Gebäude in der Reihe wurde - wenn ich es richtig in Erinnerung habe, Pagentorn mag mich gerne korrigieren - auf dem Grundstück des Gästehauses des Senats errichtet, das damals von der Sparkasse abgerissen wurde (aus den üblichen fadenscheinigen Gründen). Dort fanden damals einige der Inter-Zonen-Konferenzen statt.



    Weiter würde es nun mit der Franziusstraße gehen. Wenn kein Widerspruch wegen "Spammings" kommt, mache ich hier in den nächsten Tagen mal weiter. Mir ist wieder einmal klar geworden, wie schwer es ist, den Geist dieser kleinen holländischen Straßen mit der Kamera einzufangen. Es steht halt doch immer wieder eine Mülltonne, ein Schild oder das allgegenwärtige Auto im Weg. Wie schön und wie viel breiter diese Straßen ohne Autos wirken, erlebt man mittlerweile nur, wenn diese wegen Straßenbauarbeiten für ein paar Tage oder Wochen mal nicht da sind.

    Weiter in der Benque-Straße:



    Die Spaltriemchen und die Säulen passen irgendwie nicht zueinander oder irgendwas stimmt hier doch nicht? War das vielleicht mal ein Erker?



    Hier der in der Gegend zum Glück nicht so oft anzutreffende klassische Umbau durch Abhängen der Decken, Einbau einer Garage, Planieren des Vorgartens etc.:


    Die hier schon hinreichend dokumentierte Wachmannstraße überspringe ich mal und wechsle gleich in die Benquestraße, eine der vielen Seitenstraßen, die von der Parkalle abgehen:



    Der Fries hier ist zum Glück bei der kürzlichen Sanierung nicht verloren gegangen:


    Weiter in der Lüder-von-Bentheim:



    Gegenüber von diesem ganz wunderbaren Eckhaus...



    ...findet sich dann dies hier:

    Wir befinden uns nun in der Brahmsstraße:



    Manchmal wird die recht geschlossene Bebauung von solch düsteren expressiven Backsteinbauten durchbrochen, die mir aber immer mehr zusagen. Später habe ich noch weitere von diesen "Anomalien" aufgenommen.



    Puh! Ich kann mich mit sowas immer noch nicht arrangieren, alleine die metallenen "Säulen":


    Beim Aufräumen des NAS habe ich auf einer Festplatte noch ein paar Bilder aus dem östlichen Bürgerparkviertel gefunden, die ich im Mai letzten Jahres gemacht hatte. Ich war auf dem Weg zum Lasern und dachte, "wenn es schief geht, habe ich wenigstens noch ein wenig schöne Architektur mitgenommen". Das Parkviertel östlich vom Bürgerpark gehört für mich zu den Top 10 der Wohnviertel Bremens und ich dachte, ich schaue es mir bei der Gelegenheit noch einmal an, auch wenn das Licht am frühen Morgen schon unerträglich grell war.


    Es ist dann natürlich alles gut gegangen, hier schreibt auch nicht mein Pfleger, aber leider hatte ich einen Sensorfleck übersehen, den ich nur bei einigen Bildern entfernt hatte, weil das hier nun auch nur drive-by shootings sind. Mitunter sind die Dateien zudem aus dem RAW-Format zweimal durch eine JPEG-Konvertierung gegangen, was dem ganzen auch nicht zuträglich ist, aber das ist jetzt halb so schlimm.


    Ich starte im Geteviertel in der Lothringer Straße und arbeite mich dann in Schlangenlinien bis zum Ort der OP in der Parkallee vor. :)


    Zwischen Geteviertel und Schwachhauser Heer haben Sie vor ein paar Jahren eines dieser "klassischen" Wohnquartiere hingesetzt. Das einzige was ich dazu sagen mag ist, dass mein Hund in dem Privatweg gerne abkotet.



    Schaut Euch mal die Haupteingangstür an.



    Ab hier geht es in die Lüder-von-Bentheim-Straße. Von Bentheim dürfte allen an der Weserrenaissance interessierten Mitgliedern hier ein Name sein, unter anderem hat er auch Werke am Rathaus vollbracht. Gleich zu Beginn steht aber auch die übliche neue Architektur, mit - wie ich finde - völlig überdimensionierten und dunklen Balkonen.


    Der Lichtschacht wurde wohl erst sichtbar, nachdem die Firma Tektum (die auch für das Debakel um das Medienhaus verantwortlich zeichnet) das völlig intakte angrenzende Altbremerhaus abgerissen hatte. Das einzig Gute daran war, dass danach wenigstens eine Erhaltungssatzung für das gesamte Gebiet verabschiedet wurde. Dabei finde ich den Neubau noch nicht mal komplett scheisse, er hält zumindest die Traufhöhe ein und ist nicht offensichtlicher Müll. Trotzdem ein Unding, da man den Bau (kleiner) einfach angrenzend auf dem Gelände der ehemaligen Garagen hätte errichten können.

    Aus diesem Foto könnte man die Tiefe der Doppelfenster abschätzen. Wie man sieht, reichte das Bremer Klima dadurch locker für eine subtropische Kakteenfarm. Es gab übrigens auch Wein im Garten... ;)


    Ja, für Sukkulenten ist dieser Zwischenraum der Doppelfenster ideal. Gerade auch zum Überwintern. Sieht man auch daran, wie prachtvoll die Kakteen im Bild blühen. Der einzige Grund für den Abriss wahr wohl, dass man dort noch eine Partei mehr unterbringen kann?

    Quartier „Neu Stephani“


    Mit dem "Stephanibogen" an der Stelle kann ich gut leben, der passt strukturell zur dort beheimateten Industriearchitektur. In diesem Zusammenhang: Weiß jemand, was anstelle der Reishalle entsteht? Es wurde ja mal gemunkelt, diese würde wiederaufgebaut?


    Die Bauten weiter östlich ähneln dagegen dem Einheitsbrei, den man vor allem von der Nordseite des Europahafens (Ende des Hafenbeckens bis zum Molenfeuer) kennt. Die so oft bemühten Anklänge an das Altbremerhaus enttäuschen mich immer wieder - ich verstehe unter dem "Bremer Haus" wohl etwas anderes.

    Das hier ist auch so eine merkwürdige Sanierung. Teilweise sind neue Verzierungen angebracht worden, teilweise ist es verschlimmbessert worden. Das Rundfester direkt unter dem Dach ist anscheinend nur noch Ornamentik. Das Hochparterre soll durch den quer verlaufenden weißen Streifen Struktur erhalten. Überhaupt sind dort ganz viele kleine Veränderungen.



    Hier der vorherige Zustand: https://www.google.com/maps/@5…tm9zkA!2e0!7i13312!8i6656

    Wir legen auf Fahrten gen Süden immer gerne einen Halt in Hannoversch Münden ein. In der Göttinger Studentenschaft war es lange Brauch, am Weserstein, wo Fulda und Werra zur Weser zusammenfließen, sein bestandendes Examen zu feiern.


    Die Weserrenaissance, der Hauch des Flusses, der über allem liegt, da fühlt man sich mit bremischem Background fast heimisch. Der Verfall mancher Häuser ist traurig mitanzusehen. Mit der richtigen Strategie könnte man ein Juwel aus dem Städtchen schmieden, vergleichbar - auch in der Größe - zu Dinkelsbühl, Stolberg, Quedlinburg, Goslar oder Rotenburg (odT).


    Hier mal ein paar frühmorgendliche Impressionen von einem nebligen Zwischenstopp im Frühherbst.


    Ganz recht, lieber Pagentorn.

    Die Böttcherstraße war vor dem Ankauf Roslius' auch so ein mittelalterlicher Straßenzug. - Ein erbärmlicher Straßenzug zwar, wie Zeitgenossen aussagten, doch können wir dies wohl nicht wirklich nachweisen. Es sei denn, du hast in deinem Archiv vielleicht noch ein Foto von damals von vor dem Umbau.

    Angesichts dieser Fotos frage ich mich, wie lange wir uns noch an den Weser-Arkaden/Tiefer Arkaden erfreuen können. Die überfällige Sanierung lässt weiter auf sich warten.

    Es bleibt zu hoffen, dass sie nicht so lange gammeln wie die 'Seute Deern'. Die wird ja derzeit abgewrackt
    Den Arkaden möge dieses Schicksal erspart bleiben.

    Die Arbeiten haben vor ein paar Tagen begonnen.

    Sehr eindrucksvolles Material, Pagentorn.

    Die Gegenübertsellung dessen was war und dem was noch ist, führt sehr anschaulich und überdeutlich vor Augen, was Bremen nach 1945 verlor.

    Ich denke, dass sich in Bremen gerade ein zartes Pflänzchen mit eben diesem Bewusstsein entwickelt.

    Ich hoffe, dass solche Projekte wie das Essighaus gerade so ein Bewusstsein stärken. 95% der Leute, denen ich vom Essighaus erzähle, schauen mich an wie ein Pferd - die haben davon noch nie gehört. Zwar gefällt mir der moderne Bau hinter der Fassade auch nicht, aber ich denke, da bin ich pingeliger als der Rest.