Posts by BautzenFan

    Das wird wohl nicht nur die Schlosskapelle betreffen, auch die Säle im Nordflügel...


    Heute früh um 6.00 Uhr veröffentlicht (Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums)

    Zur gedanklichen Einordnung: Einnahmen pro Jahr im Haushalt Sachsen: ca. 20 Mrd. Euro

    Im Dezember vorigen Jahres wurden die Vergoldungsarbeiten für die beiden im Eckparadesaal vorgesehenen Wandspiegel ausgeschrieben (je einer an der Nord- und Westwand). Die betreffenden Ausschreibungsunterlagen enthielten auch 2 Fotos von den beiden Spiegelrahmen, genauer gesagt von den Modellvorlagen für die Schnitzer. Hier diese Fotos (wie gesagt, das ist noch NICHT die geschnitzte Ausführung) und die Abmessungen der beiden Rahmen:


    Rahmen 1: Maße:

    Breite: 870 mm;

    Höhe: 3580 mm;

    Stärke des Schnitzwerkes ca. 100 mm.

    Rahmenschenkel:

    Breite: 55 mm;

    Stärke: 50 mm;

    Abwicklung: ca. 120 mm.


    Rahmen 2: Maße:

    Breite: 1260 mm;

    Höhe: 3580 mm;

    Stärke des Schnitzwerkes ca. 100 mm.

    Rahmenschenkel:

    Breite: 55 mm;

    Stärke: 50 mm;

    Abwicklung: ca. 120 mm.


    Fotos aus der Ausschreibung vom Dezember 2019:



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Vor einigen Tagen erfolgte nunmehr die Auftragsvergabe für die Vergoldungsleistung. Den Zuschlag erhielt die Dresdner Firma: Denkmalpflegebetrieb Steffen Schmalhofer KG.



    Zum Thema habe ich folgende ergänzende Information auf facebook gefunden (gepostet von der Restauratorin Sylvie Helbig):

    Quote

    Diese Schönheit wartet darauf vergoldet zu werden. Ich kann es kaum erwarten!

    Integriert sind 3 aktuelle Fotos der Rahmen (geschnitzte Version)


    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3

    Die westliche Kernstadt von Bautzen war zur Wendezeit eigentlich schon ein hoffnungsloser Fall. Hier liegt die Heringstraße. Ihre Südseite sah Anfang der 1990er Jahre so aus (fast durchgängiger Leerstand, und das teilweise schon jahrzehntelang):



    Die Ansicht in ähnlicher Blickperspektive nach der Sanierung:




    Etwa in der Mitte des abgebildeten Straßenzugs befindet sich Haus Nr. 11, ein um 1730 entstandener Barockbau.

    Haus Nr. 11 im Jahr 1991:

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0405946.jpg


    Haus Nr. 11 im Jahr 1994:



    Und das ist nun also der Zustand nach der grundlegenden Sanierung:



    Von Tilman2007 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38265273


    Leider gibt es einen (gar nicht mal so kleinen) Wermutstropfen. Die schmiedeeiserne Eingangstür – wohl noch aus der Erbauungszeit – hatte sich erhalten (siehe obiges Foto von 1991). Sie wurde aber nicht restauriert, sondern verkauft.


    Großaufnahme historische Tür 1954


    Detailaufnahme historische Tür 1957


    Auch das historische Balkongitter wurde leider durch eine moderne Version ersetzt, man vergleiche dazu das obige Bild (Fotolink) für den Zustand 1991:


    Die Realisierung des nachfolgend gezeigten Beispiels liegt zwar schon ein ganzes Weilchen zurück, aber das Ergebnis begeistert mich immer wieder aufs Neue: Bautzen, Altstadt: An den Fleischbänken 7 (Barockes Bürgerhaus, datiert auf die Zeit nach 1720).

    Im Jahr 1960 war das Gebäude noch in ganz leidlichem Zustand:

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0047671.jpg


    Hier dann die Situation Anfang der 1990er Jahre:



    Und schließlich das Ergebnis der umfassenden Sanierung:






    Über die beiden prunkvollen Spiegel des 1. Vorzimmers erschien kürzlich eine wissenschaftliche Abhandlung in den Dresdner Kunstblättern 4/2019. Dort ist der aktuelle Forschungsstand zu diesen Objekten dargelegt (Autor: Christiane Ernek-van der Goes). Zum Bildprogramm wird dort ausgeführt:

    Quote

    Die Rahmenleisten der Spiegel zeigen Bandwerk und Figurengruppen, die deutlich Anleihen aus den Ornamentvorlagen des französischen Malers und Entwerfers Jean Bérain (1637 – 1711) verraten. Die Hinterglasmalereien der Spiegelaufsätze sind dagegen in einer naturalistischeren Manier gestaltet. Auf den beiden äßeren Feldern aind jeweils in einer Flusslandschaft schreitende Wasservögel dargestellt. Das zentrale Bildfeld zeigt den durch Amors Pfeil in Liebe rasenden Apoll beim vergeblichen Versuch, die fliehende Nymphe Daphne für sich zu erobern: Unter seiner Berührung verwandelt sie sich in einen Lorbeerbaum. Dafür hat ihr Vater, der Flussgott Peneus, der rechts der flüchtenden Nymphe sitzt und die Arme zu ihr erhoben hat, auf ihre flehentliche Bitte hin gesorgt. Diese Darstellung kann auf einen dem französischen Hofmaler Charles Le Brun (1619 – 1690) [Anm.: Lieblingsmaler des Sonnenkönigs] zugeschriebenen Entwurf für einen Brunnen zurückgeführt werden.

    Entwurf von Charles Le Brun


    Die im Zitat beschrieben Glasmalerei des Spiegelaufsatzes erkennt man am besten auf dem von eryngium geposteten SKD-Foto (voran stehender Beitrag). Und hier der Zustand vor der Restaurierung (Foto von 1934):


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (Bildausschnitt)


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (Bildausschnitt)


    Wie schon berichtet, wurde vor wenigen Tagen folgende Ausschreibung veröffentlicht:

    Bronzegussrekonstruktion und -restaurierung Spiegel 1. Vorzimmer

    Die ausgeschriebenen Leistungen umfassen für beide Spiegel folgende Maßnahmen:


    1. Reinigung Originalbestand

    Auf den Applikationen sind Überzüge vermutlich aus dem 19. Jhd. vorhanden, die die Feuervergoldungen fleckig erscheinen lassen. Ziel ist die Abnahme dieser Überzüge und die Präsentation der Oberflächen mit der originalen Feuervergoldung. Ebenso sind die auf den Rückseiten vorhandene Korrosionsprodukte abzunehmen. Die Oberflächen an den Beschädigungen sind vorsichtig und partiell nachzupolieren und so an die originalen feuervergoldeten Oberflächen anzunähern.


    2. Restaurierung Originalbestand


    3. Gussarbeiten, Fertigung der Neuteile

    Nach Freigabe des abguss-fähigen Bildhauermodells Gussherstellung im Wachsauschmelzverfahren inklusive Formenbau, Material, Nacharbeiten und feingliedrigster Zieselur

    linkes unteres Eckmaskaron

    linkes oberes Eckmaskaron

    rechtes oberes Eckmaskaron

    rechtes unteres Eckmaskaron


    4. Abgüsse nach vorhandenen Vorlagen- Leisten


    5. Abgüsse nach vorhandenen Vorlagen- Ornamente (Bekrönung)


    6. Herstellen von einfachen Leisten aus Vierkantmaterial


    7. Feuervergoldung der Neuteile


    8. Transport und Montage für beide Spiegel


    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass außer den Eckmaskerons alle anderen Fehlteile durch Abguss rekonstruiert werden können, da dafür Pendents des jeweiligen „Zwillingsspiegels“ vorhanden sind. Es wurde ja im Ausschreibungstext betont, dass die beiden Spiegel nahezu baugleich sind.


    Eckmaskaron:

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (Bildausschnitt)

    Bild als lizenzfrei angegeben

    Für das Turmzimmer (Bereich der Fensternische, also Nordwand des Raumes) ist eine Ergänzung zu vermelden, angebracht vor wenigen Tagen. Hier ein Foto: Klick

    Vergleichsansicht für den Zustand vorher (Foto von Elli Kny aus dem DAF): Klick



    Am 1. Februar wurde hier im Forum über eine Ausschreibung für Holzbildhauerarbeiten berichtet. Es ging um die Vervollständigung der Spiegel in den beiden Vorzimmern und im Audienzgemach (Eckgesprenge, Zierornamente, rahmende Zierleisten).

    Ganz aktuell folgte eine weitere Ausschreibung, die ebenfalls ergänzende Arbeiten, und zwar Bronzegussrekonstruktion und –restaurierung, an den beiden Spiegeln des 1. Vorzimmers beinhaltet (Kaminspiegel an der Ostwand, Schaftspiegel an der Westwand). Optional sollen analoge Arbeiten für den Schaftspiegel des 2. VZ vergeben werden.


    Angabe zum Leistungszeitraum

    Beginn: 25/05/2020

    Ende: 04/12/2020


    Auszug aus dem LV (SIB, Ausschreibungsunterlagen):

    Und ein paar Fotos zur bildlichen Vorstellung:


    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82737590

    (Bildausschnitt)




    Vorkriegsansicht:


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (Bildausschnitt)

    Die Real Fábrica de Tapices meldete am 21. Februar auf ihrer FB-Seite:

    Quote

    Nueva columna para la First Antechamber de la Residenzchloss de Dresde! El proyecto en su totalidad se compone de 32 piezas tejidas con un 70% de seda y un 30% de lana.

    Neue Säule für das Erste Vorzimmer des Dresdner Residenzschlosses! Das gesamte Projekt besteht aus 32 Teilen, die aus 70% Seide und 30% Wolle gewebt sind.

    Mit der Nachricht wurde folgendes Foto gepostet:     Klick


    Neue Säule – das bedeutet also Nummer 6, von insgesamt 12 Säulen. Bei den anderen 20 Teilen (vom Gesamtumfang von 32 Einzelteilen) handelt es sich um die horizontalen Stücke (Feston, Fries, Zwickelstücke).

    Zum diesbezüglichen Arbeitsstand berichtete eryngium kürzlich:

    Quote

    Am Tag meines Besuches [Anm.: Besuch in der Manufaktur am 18.12.2019] waren 6 weitere Künstler an 2 anderen Webstühlen mit Teilen des (oberen) Feston-Frieses und der (unteren) Balustrade beschäftigt.

    Der Kurator teilte mir mit, dass 5 kleinere Stücke am 9.12.2019 nach Dresden gesendet worden waren; also Balustraden-, Feston-Fries- und Zwickel-Stücke.

    Dieser Satz hier (ebenfalls kürzlich gepostet von eryngium) erfordert noch einige Anmerkungen:

    Quote

    Die 12 Säulen werden nach einer Original-Tapisserie in Krakau kopiert (das wissen wir ja schon).


    Die aktuell für Dresden gefertigte Version ist nämlich nicht völlig identisch mit der Krakauer Vorlage. Das hat folgenden Hintergrund (sinngemäß entnommen aus L1).

    Aus historischen Quellen wusste man, dass das textile Einrichtungsprogramm von 1719 für das 1. Vorzimmer durch „12 gewundene, reich mit Silber und Gold auf bunter Seyde durchwürckte Seulen“ dominiert wurde. Diese Säulen ersetzte man Ende der 1760er Jahre durch die sogenannten Chinesischen Bande, zwölf wertvolle Panneaustreifen in Seidenwirkerei mit Chinoiserien (1945 im Schloss verbrannt). Der Grund für diesen Ersatz ist nicht bekannt.

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0051712.jpg


    Wo die Webstücke der Erstausstattung von 1719 verblieben (ob sie eventuell sofort „entsorgt“ wurden), ist gleichfalls unbekannt.

    Die Herstellung der Stücke von 1719 wird der Berliner Teppichwerkstatt des Jean Barraband d. J. zugeschrieben, von dem aber keine weiteren Exponate überliefert sind. Für die Rekonstruktion des 1. Vorzimmers musste man damit nach einer vergleichbaren Wirkereiausstattung suchen. Und hier wurde man nun also in Krakau fündig. August III. (Sohn Augusts des Starken und als August III. sein Nachfolger auf dem polnischen Königsthron) hatte 1734 eine neue Folge an Bildwirkereien in Auftrag gegeben. Zwei der zugehörigen Säulen-Teppiche sind erhalten und befinden sich heute im Czartoryski-Museum in Krakau. Sie sind von Jaques Nermot signiert, der unter August III. die Dresdner Tapisseriemanufaktur leitete. Die mit den Recherchearbeiten (dies vorbereitend für die Planung des 1. Vorzimmers) beauftragten Kunsthistoriker ließen sich nun von der Überlegung leiten (gemäß L1), dass den Krakauer Säulenstücken von Nermot ebenso wie der verlorenen Vorgängerserie von Barraband d. J. aus dem 1. VZ derselbe Entwurf des Landschafts- und Blumenmalers Gayot Dubuisson zu Grunde liegt und man demnach von einer Übereinstimmung in der Komposition und dem Anordnungsschema ausgehen kann. Diese Gemeinsamkeit, aber auch die hohe künstlerische Gestaltung führten laut L1 zu der Entscheidung, die Krakauer Stücke als Vorbild für die (schon lange VOR 1945) verlorenen Webteile im 1. VZ auszuwählen.


    Wie oben schon erwähnt, wurde die Krakauer Säule allerdings nicht ganz 1: 1 kopiert. Bei der Dresdner Reko-Ausführung gab es 2 Veränderungen, zum einen was die Höhe des Säulenschaftes betrifft und zweitens bei der Gestaltung des Kapitellmotivs. Beides resultierte aus den bildlichen Vorlagen von 1719. Die Formulierung in L1 verwendet hier den Plural, ich freilich (natürlich als Laie, und außerdem mit sehr beschränktem Quellenzugang) kenne nur eine bildliche Vorlage von 1719. Und zwar einen Kupferstich aus dem grafischen Zyklus, der 1719 zur Dokumentation der Hochzeitsfeierlichkeiten angefertigt wurde.

    Vergleichen wir also mal das Krakauer Original (von Nermot, 1734) mit besagtem Kupferstich von 1719. Für beides habe ich leider keine explizite Bildverlinkung im Netz gefunden, sie sind aber in 2 Videos ganz gut zu erkennen. Zunächst der Krakauer Webteppich, vollständig gezeigt in dem schon mehrfach genannten Video der Madrider Manufaktur (die Kamera fährt das Teil in voller Länge ab – von 1:08 bis 1:25.

    Link A


    Beim Anschauen bitte mal auf die Windungen der Säule achten, beim Krakauer Stück sind es sechs. Der Kupferstich von 1719 zeigt aber fünf. Hier der Link des anderen Videos (springt gleich an die richtige Stelle – links das 1. VZ im Zustand von 1719):

    Link B


    Gemäß L1 stimmte das sich mit 5 Windungen ergebende Maß mit der für das 1. VZ errechneten Höhe der ursprünglichen Tapisseriesäule nahezu überein.


    Der 2. Unterschied betrifft die Gestaltung des Säulenkapitells. Im Krakauer Stück sind hier heraldische Elemente dargestellt. In L1 wird nicht genannt welche es sind. M.E. handelt es sich um die Wappenelemente der Polnisch-Litauischen Union (Union zwischen dem Königreich Polen und dem Großherzogtum Litauen, die seit dem 14. Jhd. bis Ende des 18. Jhd. bestand), siehe Link A ab 1:08.

    In der Dresdner Ausführung wurden diese heraldischen Elemente durch eine bekrönende Kartusche mit den Initialen des Königs ersetzt, so wie es der Gestaltung auf den grafischen Bildquellen von 1719 zu entnehmen ist.






    Eine weitere wichtige Info aus L1: Die brillante Koloristik der Originalsäule ließ sich recht gut rekonstruieren, da sich diese Farben auf der lichtgeschützten Rückseite der Krakauer Wirkerei weitgehend in ihrer ursprünglichen Intensität erhalten haben.


    Abschließend möchte ich unbedingt noch erwähnen, dass die Dresdner Fachleute mit der Qualität der Madrider Produktion außerordentlich zufrieden sind (Aussage in L1).


    Blick auf die Südwand des 1. Vorzimmers (Zustand 1991 und Visualisierung):




    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    L1 – Jutta Charlotte von Bloh, Sabine Schneider: Paradetextilien Augusts des Starken 1697 und 1719 – Die Originale und ihre fadengenaue Rekonstruktion für das Dresdner Residenzschloss

    Herausgeber SKD

    Quote

    Im Schlafzimmer finden Arbeiten im Bereich des Spiegels zwischen den Fenstern statt, was genau war aber leider nicht erkennbar.

    Also ich vermute, dass es sich um noch fehlende Vergoldungsarbeiten handelt, und zwar im Bereich unmittelbar oberhalb des Spiegels. Hier der Vergleich bisheriger Istzustand / Visualisierung. Die vergoldete Profilleiste, die das betreffende Feld quasi rahmt, fehlte noch. Allerdings verwirrt mich etwas, dass in der Visu wiederum dieses runde vergoldete Element (über dem oberen Spiegelbogen) nicht dargestellt ist


    Bisheriger Ist-Zustand


    Quelle: PM Sächsisches Finanzministerium

    Autor: Michel Schneider (mic-vis.de) Quelle: Sächs. Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Dresden 1

    Angabe zum Linzstatus: Bild ist rechtefrei verwendbar



    Und noch ein Foto-Fund aus dem Netz. Die Restauratorin Sylvie Helbig, derzeit beschäftigt mit diversen Vergoldungsarbeiten in den Paraderäumen, postet vor einigen Tagen:

    Quote

    Das nenne ich mal eine originelle Baustellenbeleuchtung! Heute entdeckt auf meiner Erkundungstour durch das Dresdner Residenzschloss.

    Quelle:

    https://www.facebook.com/vergo…982083229/?type=3&theater

    Das zugehörige Foto: Klick


    Hierbei handelt es sich offenbar um die sogenannte Jagdtreppe (so benannt, weil im Bereich des Jagdtores gelegen). Einstmals war das eine Art „Privatzugang“ in die Privaträume des Herrscherpaares im Georgenbau, zuletzt innenarchitektonisch ausgebildet im Jugendstil. Der im Foto ersichtliche Kronleuchter ist nach dem Krieg in stark beschädigten Zustand geborgen worden und konnte restauriert werden:


    http://www.historische-leuchte…resden_Jagdtreppe_K15.jpg


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

    Die Restauratorin Sylvie Helbig (*Vergoldung á la Art*) ist erfreulicherweise eine fleißige FB-posterin. Ganz frischer Post von heute:

    Quote

    Endspurt! Der letzte Teil ist nun vergoldet und ein wunderschönes Projekt naht sich dem Ende. Ich bin stolz darauf ein Teil davon gewesen zu sein.

    Mehr Taxt zum konkreten Arbeitsobjekt gibt es leider nicht, aber anhand des zugehörigen Fotos und etwas Hintergrundwissen kann man erahnen, um was es geht – nämlich um die Türen in den Paraderäumen. Die fehlen bekanntlich fast noch alle, aber wohl nicht mehr lange, denn hier sieht man sie bereitstehen (für den hoffentlich bald erfolgenden Einbau):

    Aktuelles Werkstattfoto


    Was Frau Helbig dort gerade tut, erschließt sich aus einem Passus des LV für die Türenherstellung:

    Quote

    Die die Rahmenhölzer überkröpfenden Profile und Leisten werden nachträglich angebracht und weitgehend vor der Montage vergoldet.

    Ist aber wie gesagt nur meine Interpretation.

    Quelle FB-Eintrag: https://www.facebook.com/vergo…875837373/?type=3&theater


    Zum Vergleich mit einer historischen Ansicht (links angeschnitten eine der Türen im EPS):

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0053669.jpg


    Die Firma, die mit der Herstellung der Kuppellaterne beauftragt wurde (Fittkau Metallgestaltung GmbH), meldete am 31. Januar auf ihrer HP:

    Quote

    Die Arbeiten zur Erstellung der Kuppellaterne schreiten sehr gut voran. Nach Abschluss der Bildhauerarbeiten durch unseren Partner Andreas Artur Hoferick und der Bronzegussarbeiten durch Firma Kunstgießerei Flierl, werden momentan alle Bauteile der Kuppelllaterne zusammengebaut und vervollständigt.

    Die letzten und umfangreichsten Arbeiten, nämlich die Kupfertreibarbeiten, sind in vollem Gange. Die Expertenkommission hat alle Details freigegeben.


    Quelle (dort auch 2 Fotos):

    https://www.fittkau-metallbau.…schritt-der-arbeiten.html

    Quote

    Im EPS ist die Vergoldung der Profile im Bereich der Lambris fertig. Die Profile der Verkleidung der Fenstergewände sind nicht vergoldet, wahrscheinlich ist das aber die Endfassung(?). Malerkrepp ist jedenfalls nicht mehr zu sehen.

    Entsprechend LV ist das NICHT die Endfassung.


    Ein Beispiel dazu. Das folgende Foto zeigt die Westwand des EPS (Zustand vorgestern). Auch hier ist der von effndy beschriebene Arbeitsstand zu sehen: d.h. Paneelzonen vergoldet, Fensterlaibungen NICHT:



    Daraus vergrößerter Ausschnitt für die nördliche Laibungsverkleidung der nördlichen Fensternische:



    Und nun der zugehörige Ausschnitt aus dem LV:


    1 Ölvergoldung EPS
    1. 1 Ausführung

    […]

    1. 1.48 Nördliche Laibungsverkleidung nördliche Fensternische Westwand


    Es werden natürlich alle Bereiche der Fensternischen vergoldet, incl. der Decken.

    Quote

    Ein paar Infos und Fotos zum Stand nach der "Putzwoche". Es gibt einige Fortschritte, die "99%" kann ich allerdings nicht erkennen.

    Naja, think positive – letztendlich müssen wir froh sein, dass der Bauherr hier eisern nach der Devise handelt (Formulierung eines früheren sächsischen Finanzministers zum Reko-Projekt Schloss): Qualität geht VOR Termin.

    Quote

    Im Turmzimmer sind einige Konsolen hinzugekommen, es fehlen aber auch noch welche.

    Laut SIB-Angabe sind es insgesamt 356 Konsolen. Ich kann jetzt nicht sagen, wie viele aktuell noch fehlen, aber aus einer neuen Bekanntmachung im Ausschreibungsanzeiger lässt sich ableiten, dass die diesbezügliche Vervollständigung wohl noch ein ganzes Weilchen dauern wird. Eine im März 2019 ausgeschriebene Leistung für weitere Holzbildhauerarbeiten/Turmzimmer wurde demnach nicht vergeben – üblicher Textbaustein in solchen Fällen, so hier eben auch (Zitat): Es sind keine Angebote oder Teilnahmeanträge eingegangen oder es wurden alle abgelehnt.


    Es geht (primär!) um folgende Arbeiten:

    Quote

    Die zu vergebende Leistung umfasst die Herstellung von 24 Stück geschnitzter Bildhauer-Kompositkapitelle eines Typs inkl. Kreideschnitt. Die Kapitelle werden auf Pilastern bzw. verkröpften Pilastern angeordnet. Das Kompositkapitell besteht aus floralen Elementen, Voluten und Bändern.

    (Zitat aus dem Ausschreibungstext)

    Ein Modell ist bereits vorhanden, also die Vorlage für den/die Schnitzer:



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Was besagter Auftrag mit den Konsolen zu tun hat, erklärt sich aus einer integrierten Option. Mal salopp ausgedrückt: Derjenige, der den Auftrag für die Herstellung der 24 Kompositkapitelle erhält, erhält dann auch folgenden Anschlussauftrag:

    Quote

    Modellentwicklung, Herstellung und Lieferung von insgesamt 67 Stück Konsolen, unterteilt in 12 Konsoltypen, teilweise mit zugehörigem Deckel. Diese werden händisch aus Lindenholz geschnitzt, wobei eine teilmaschinelle Vorfertigung zugelassen ist. Jedoch müssen dann alle Oberflächen händisch nachgeschnitten werden, um dem Erscheinungsbild der originalen Oberflächen aus dem 18. Jahrhundert nahezukommen, Kreidegrundschnitt/Kreidegrundgravur (Die Konsolen werden polimentvergoldet, wobei die Vergoldungsarbeiten nicht Teil der zu vergebenden Leistung sind), Probemontage aller Konsolen.

    Die 24 Kompositkapitelle sind bislang anhand grauer Attrappen dargestellt. Man beachte auf folgendem Foto aber auch mal den Bereich der so genannten Kaminarchitektur (mit dem Schautisch). Dort fehlt noch sehr viel:


    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82636180


    Zum Vergleich hier der Endzustand:




    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Legende für die beiden voran stehenden Rissdarstellungen:

    Rot: Farbanstrich Zinnoberrot

    Blau: Ölvergoldung

    Goldfarben: Polimentvergoldung



    Anderes Thema. Wie hier im Forum bereits berichtet wurde, ist der Einbau der Fenster im Bereich Langer Gang weit fortgeschritten. Der aktuelle Stand (gestriger Samstag) sieht so aus: Auf der Straßenseite sind alle Fenster mit Butzenscheiben drin. Auf der Stallhofseite sind alle die Fenster fertig, wo innen in den zugehörigen Wandnischen KEINE Vitrinen platziert werden (habe ich im Vergleich mit den Rissdarstellungen der Ausschreibung festgestellt). Wie das folgende Foto von eryngium belegt (aufgenommen im Juni 2019), waren die Fensterleibungen der Vitrinenstandorte bereits im Sommer vorigen Jahres schon nicht mehr zugänglich:



    Foto von eryngium


    Falls man die bereits realisierten Einbauten also nicht nochmals entfernt (was ich nicht glaube), dürfte der Einbau an den (auf der Stallhofseite) noch nicht fertigen Fenstern wohl von außen erfolgen. Nur zur Erinnerung, diese sogenannten *Scheinfenster* lassen sich nur nach außen öffnen (dies für Reinigungszwecke).


    Ansonsten wäre noch anzumerken, dass sich die Fenster hinsichtlich der Anordnung der Butzenscheiben unterscheiden (Straßenseite versus Stallhofseite). Grundlage für diese Ausführung sind wohl historische Darstellungen (Kupferstiche von ca. 1680).


    Stallhofseite




    Historische Vergleichsansicht Stallhofseite


    Straßenseite


    Historische Vergleichsansicht Straßenseite



    Und schließlich noch 2 aktuelle Fotosvom Großen Schlosshof:



    Vielen vielen Dank lieber eryngium für den hochinteressanten Beitrag.

    Quote

    Man macht sich keine Vorstellung von der unglaublichen „Fummelei“.

    Da möchte ich doch noch einmal das zugehörige Video verlinken (Film der Madrider Manufaktur). Dort ist in ca. 10 min der gesamte Herstellungsprozess der Dresdner Stücke in Szene gesetzt. Wie ich damals schon schrieb: Nach kurzer Zeit gehe ich beim Anschauen auf die Knie: https://vimeo.com/86006993

    Wie hier im Forum bereits berichtet wurde, ist derzeit das Residenzschloss planmäßig für ca. eine Woche bis zum 6. Februar geschlossen (Generalreinigung). Diese Zeit soll ebenfalls für die Durchführung diverser noch ausstehender Ausstattungsarbeiten in den Paraderäumen genutzt werden. Dazu 2 Meldungen aus den sozialen Netzwerken von dabei beteiligten Künstlern.


    Die Madrider Manufaktur, die die Webteppiche für das 1. Vorzimmer herstellt (Real Fábrica de Tapices / Königliche Teppichmanufaktur) meldete Anfang Januar auf Twitter, mit welcher Arbeit die Mitarbeiter in das neue Jahr 2020 starteten:

    Enhorabuena a las artistas! - Da kann man sich doch nur mit tiefer Verbeugung anschließen! :anbeten:


    Foto des Schneidens


    Besagtes „Schneiden“ ist der letzte Arbeitsschritt bei der Fertigung, heißt also: Die fünfte Säule ist fertig. Nun war hier die Frage, ist damit explizit die fünfte Säule – also das fünfte Vertikalstück, oder das fünfte Einzelstück gemeint (es gibt ja auch horizontale Teile). Mir war die Zahl der im September bereits fertigen und aufgehängten Einzelteile nicht mehr genau erinnerlich, aber das ließ sich anhand eines Fotos klären (Elli Kny aus dem DAF): Klick


    „Die fünfte Säule ist fertig“ – das bedeutet demnach, dass – im Vergleich zum „Einbau“-Stand September 2019 - nunmehr 2 weitere Vertikalstücke hergestellt sind. Ob die im Februar bei der Wiedereröffnung dann schon hängen, kann ich noch nicht sagen, denn der Transport von Madrid nach Dresden ist ja nicht ganz ohne (vielleicht stellt man größere Mengen für den Transport zusammen). Jedenfalls berichtete eine Zeitung (*Welt*) über die Ankunft der ersten Teile unter der etwas reißerischen Überschrift: „Wenn Teppiche unter Polizeischutz geliefert werden“.

    https://www.welt.de/wirtschaft…utz-geliefert-werden.html



    Die zweite Meldung stammt von der Restauratorin Sylvie Helbert („Vergoldung ala Art“), gepostet am 24. Januar auf facebook:

    Quote

    Endspurt im Eckparadesaal. Bald ist auch hier die Vergoldung abgeschlossen und der Saal erstrahlt im goldenen Glanz!

    Quelle: https://www.facebook.com/vergoldungalaart/

    Gemeint ist offenbar die Vergoldung der profilierten Zonen im Bereich der hölzernen Wandverkleidungen. Die facebook-Meldung enthielt auch folgendes aktuelle Foto: Klick


    Zum Vergleich hier der Zustand im September 2019:


    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82636177



    Anhand einer ganz aktuellen Ausschreibung kann ich desweiteren über eine in den nächsten Monaten anstehende Maßnahme informieren:

    Quote

    Die auszuschreibenden Leistungen umfasst die Holzbildhauerarbeiten, Zierelemente der Spiegelumfelder in den beiden Vorzimmern und im Audienzgemach in der Formensprache des 18. Jahrhunderts:
    - 4 Stk. Zier- Eckgesprenge ca. 700mm x 700mm
    - 2 Stk. Zier- Eckgesprenge ca. 300mm x 300mm
    - 4 Stk. lange, bildhauerisch gestaltete Zierornamente ca. 120mm x 700mm
    - 50 m ornamentierte Zierleisten

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

    Als anvisierter Fertigstellungstermin benennt die Ausschreibung den 11. September 2020.


    Zur Verdeutlichung was hier geplant ist, beispielhaft 2 Fotos für den Kaminbereich des 1 Vorzimmers:



    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82737590



    Auszug aus voran stehendem Foto


    Eckgesprenge, historisches Foto (Kaminbereich 1. VZ)


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Es gibt Neuigkeiten zum Einsturzhaus *Töpferstraße 29* (Zentrum-Garagen). Die gesamte Grundstücksfläche (incl. des großen Hofbereiches und der dort befindlichen „Garagen“-Bebauung – historische Garagen wohlgemerkt) wurde an einen lokalen Investor verkauft. Zum verkauften Areal gehörten aber auch noch die angrenzenden Grundstücke – diese teils unbebaut, teils bebaut. Letzteres (d.h. der bebaute Teil) umfasst das große Grundstück des so genannten *Lausitzer Druckhauses*. Die hier befindliche Firma ging vor wenigen Jahren konkurs. Inder Sächsischen Zeitung wurde fleißig darüber berichtet, aber alle Artikel sind hinter der Bezahlschranke. Ich will die einsehbaren Informationen nachfolgendzusammenfassen.
    Hier der Plan des verkauften Gesamtareals: Klick


    Wie schon berichtet, wurde das Vorderhaus *Töpferstraße vor Monaten fast vollständig abgerissen(erste Aktion des Investors). Jetzt sieht es so aus (Foto aus einem SZ-Artikel vom 27.12.2019, eine ganz aktuelle Aufnahme, entstanden beim zugehörigen Interview mit dem Geschäftsführer der BauCom Bautzen GmbH – dies der Investor): Klick


    Das Foto offenbart, dass man nicht nur das Vorderhaus abgerissen hat, sondern auch einen (wenn auch nicht allzu großen) Teil der Hofbebauung. Man beachte dazu den Abschnitt zwischen dem (mittels blauer Stahlträger) abgestützten Bereich und der Abrisszone unmittelbar links des Efeubewuchses. Die abgerissene Hofbebauung ist auf den beiden nachfolgenden Altfotos zu sehen; im ersten Bild der Bereich„hinter“ dem PKW sowie auf dem zweiten Foto der Bildbereich links.




    So war die Situation unmittelbar nach dem Einsturz:





    Nochmal zu dem oben verlinkten Foto vom 27.12.2019 (das mit dem Investor). In dem zugehörigen Artikel stand, dass man die „Säulen“ (gemeint sind offenbar die Pfeiler) der Toreinfahrt erhalten will. Hier der frei lesbare Anfangsteil des Artikels:

    Quote from Sächsische Zeitung

    Sächsische Zeitung 27.12.2019
    Vorsichtig streicht Roland Zetsch über den Stein des Torbogens. Blaue Farbe ist da zu sehen, die wohl einst kräftig gewesen sein muss – übrig geblieben ist bloß ein Hauch. „Das war wohl eine der ersten Tankstellen in Bautzen“, sagt der Geschäftsführer des Bautzener Bauunternehmens Baucom. „Hier war wohl das Logo der Tankstelle“, erklärt er und deutet auf den Farbschimmer. Er steht vor dem Überrest des Hauses in der Töpferstraße, das Anfang des Jahres plötzlich eingestürzt ist. Dann sagt er: „Diese Säulen, die wollen wir nach Möglichkeit erhalten.“ Auch das geschnitzte Holztor zwischen den Säulen hat einen historischen Wert, aber die Zeit hat deutliche Spuren daran hinterlassen. Ob es zu retten ist? „Das wissen wir noch nicht.“


    Quelle: https://www.saechsische.de/plu…s-weitergeht-5155273.html


    Hier eine Aufnahme besagter Holztür:




    Aus einem früheren SäZ-Artikel war zu erfahren, was auf dem Gelände geplant ist: Wohnungsbau. Mehr ist mir darüber noch nicht bekannt.

    Vielen Dank Elsner83 für die sehr interessante Fotodokumentation. Der Autor hat zwei Lieblingsobjekte benannt, darunter die Rosenstraße 4 (erbaut 1720). Das ist wirklich ein ganz besonderes Sanierungsobjekt. Die folgende Aufnahme entstand 1981, also vor fast 40 Jahren (gute Auflösung, zum Vergrößern nach dem Öffnen nochmal draufklicken, lohnt sich):


    Zustand 1981


    Offenbar war das Haus bereits zu diesem Zeitpunkt unbewohnt, das Muschelornament ist aber noch vollständig. 11 Jahre später:


    Zustand 1992


    Eingangsportal 1992


    Portalbekrönung 1992


    Im Höhenbereich des 1. OG ist eine Inschriftentafel angebracht (vermutlich Sandstein). Es wird darin erinnert, dass hier Napoleon am 23. Mai 1813 übernachtete. Zur Historie: Am 20./21. Mai fand die große Schlacht bei Bautzen statt – Napoleon gegen die Preußen und Russen.


    Inschriftentafel 1992


    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Bautzen