Posts by Bernd Ludwig

    Die Verantwortlichen in Heilbronn wissen wohl aber offenbar nicht, wie wegwerfend ihre Stadt bewertet wird.


    Bei einem Besuch in dieser Gegend meinten Verwandte zu uns, dass sich ein Besuch Heilbronns nicht verlohne, da die Stadt nichts Sehenswertes beinhalte. Nach den hier eingestellten Heilbronner Fotos, bin ich´s zufrieden, dass wir unsere Zeit damals besser nutzten.

    Man darf den lapidaren Begriff "Wohnmaschine" oder "Arbeiterschließfach" nicht allein an Wohngebäuden festmachen, die in Dresden errichtet wurden, gar mit erhobenem Zeigefinger darauf weisen.


    Solche oder ganz ähnliche Bauten haben sich, wie jeder weiß, inzwischen deutschlandweit etabliert ! Selbst in relativ beschaulichen Mittelstädten in B/W, wie u. a. in Winnenden, kann der aufmerksame Beobachter ähnliche und noch größere derartiger Moloche ( sprich ggf. Wohnmaschinen ) feststellen.


    Der genossenschaftliche Kleinwohnungsbau entstand u. a. als Reaktion auf allgemeine Wohnungsnot und die gesamte wirtschaftliche Situation nach dem 1. Weltkrieg, war ein soziales, hochbrisantes Problem . . .
    Es erweist sich als nützlich, dieser Problematik auch gegenwärtig gehörige Aufmerksamkeit zu schenken.

    Die mit Türmen versehene, bemerkenswert schöne Stadthalle Wuppertals war mir hier schon mal in einem anderen Zusammenhang aufgefallen. Nun kann ( Dank an Steelenser ) das nicht minder bedeutende Innere besichtigt werden.


    Überwältigend das monumentale Majolikagemälde im gleichnamigen Saal.
    Ausgeführt in der für die damalige Zeit typischen "Bonbonfarbe", die vielleicht einigen zu auftrumpfend erscheinen mag, kann man sich damit versöhnen, wenn man weiß, dass es Prachtbilder in derartigen Ausmaßen, wohl nur noch sehr wenige im Lande gibt.


    In Dresden sind dies das Giebelfeld über dem Architrav des Finanzministeriums, Pfunds Molkerei ( beide aus Keramikfliesen ) sowie der Fürstenzug ( Meißner Porzellan ).


    Das Bühnenportal im Konzertsaal der Wuppertaler Stadthalle erinnert ein wenig an den 1943 zerstörten Saal im Gewandhaus Leipzig.


    Bei der stolzen Reko - Bausumme von 80 Mio hätten sicher noch Gelder für passende, historistische Beleuchtungskörper "abgezweigt" werden können.
    Die neueren Beleuchtungen ( wer wollte sich da wohl profilieren, partizipieren ? ) nehmen sich nicht zurück sondern drängen sich hier
    sogar störend ins ansonsten überaus harmonische Raumgefüge. Schade.

    In der Tat : Wiesbaden eine Stadt voller fein abgestimmtem Historismus.

    Sehenswert sind insbesondere das Kurhaus, dessen "Friedrich von Thiersch Saal" ich für eine der besonders gelungenen, prachtvollen Raumschöpfungen des Historismus überhaupt halte.
    Im gleichen Hause gibt es noch die sehenswerte zentrale Kuppelhalle, nicht zu vergessen einen "Muschelsaal", der ein wenig an den im Potsdamer Neuen Palais erinnert.
    Wer dem malerischen Kaisertreppenhaus des Hessischen Staatstheaters Symphatie entgegenbringt, darf den Thiersch - Saal im benachbarten Kurhaus unbedingt nicht versäumen.


    Selbst der Wiesbadener Bahnhof, in freundlichem, rötlichem Sandstein, macht einen malerischen Eindruck.

    Schloss Braunschweig.


    Besten Dank für die aufschlussreichen Aufnahmen des Interieurs.
    Offenbar sind Teile der gezeigten Mobilien durch Auslagerung der Vernichtung entgangen.


    Beeindruckend darunter der aufwendige Thronsaal.
    Bemerkenswert finde ich die Vielzahl unterschiedlicher Tapisserien in den Räumen, offenbar gelungene Nachschöpfungen, vielleicht nach geretteten "Broschuren" . . .


    ( Ähnlich hat man im Dresdner Schloss, in einigen Bereichen, die Wiedergewinnung der Raumstrukturen vorgesehen. )

    Allerdings ist die Ludwigshafener Architektur hochwertiger als der schlecht nachgewachsene Dresdner Ableger.


    Der Dresdner Alcatrac - Bau erhält seine geradezu überirdische Bedeutung durch die bloße Berührung mit den weihevollen Intentionen eines Herrn Schürmann - dies ist der beinahe unwirklich - geniale Ausfluss an Geistigkeit, der an dem gesamten Prachtbau, in feinsinnigster Weise deutlich wird.
    Dieses Anliegen unterstreichen weiter vor allem philosophische Geistesblitze, die hier jeder nachlesen darf, ob er will oder nicht.
    Das sollte man doch wenigstens akzeptieren.

    Marquardbau :


    mit dem ehm., typischen Hotel des Historismus hatte Stuttgart einen weiteren Solitär aus dieser Bauepoche. Vergleiche zwischen den Vorkriegsfotos und dem heutigen Zustand zeigen allerdings erhebliche, unglückliche Eingriffe beim Wiederaufbau.
    Reduktionen im Eckbereich verwischen den Charakter der Architektur leider fast vollständig.
    Vielleicht sind trotz "Denkmalschutz", der sich hier nicht blockierend erweisen sollte, gewisse Nachbesserungen an der Fassade möglich.
    Der Ansehnlichkeit des Gebäudes selbst wäre dies von Nutzen.

    Die Kuppel wirkte m. E. betonend über dem Eingangstrakt, wuchs sozusagen aus dem Dach heraus, wirkte der horizontalen Streckung des Baukörpers entgegen.
    Deshalb hat E. v. Ihne sicherlich auf eine höhere Trommel verzichtet, die er z. B. beim Bode - Museum für angemessen hielt.


    Beitrag wurde gekürzt. bilderbuch.

    @ Palantir


    - das vierte Foto ( farm9. . . ) macht charaktervoll deutlich, wie städtebaulich angenehm die Fülle von Historismusbauten
    ästhetische Bezugspunkte im Stadtbild aufbaut.
    Proportionen ausgeführter Architekturen wirken menschlich.
    Zweck und Bedürfnisse einer "normalen" Geschäftsstrasse sind hier geradezu idealistisch interpretiert.


    Anspruchsvolle, optische Stadterlebnisse sucht man in dieser Gegend heute leider vergeblich.

    Die vorgesehene Rekonstruktion des monumentalen Ludwig - Denkmals ist etwas besonders Erfreuliches.
    An einem Erfolg der Reko möchte ich eher nicht zweifeln, zumal schon Spenden eingeworben wurden.

    @ Klassiker


    verstehe nicht, was dir an diesem Aquarium, gen. "Akademie der Künste" zusagt.
    Mit Abstand das hässlichste, entbehrlichste Gebäude im gesamten Quartier.
    Sehr wohl gibt es eine Moderne aber nicht in Berlin, am Pariser Platz.
    Haus Sommer und Haus Liebermann kann man gerade eben noch gelten lassen, obwohl sie auch nicht der "große Wurf" sind.


    Für mich ist gerade der Akademie - Bau ein nicht akzeptables Etwas, in dem ggf. ausgestopfte Seefische ausgestellt werden könnten.
    Besonders peinlich dessen Nachbarschaft zum noblen Hotel Adlon.

    Saxonia : Ich auch !


    Selbst wenn in unserer sächsischen Heimat der Kaiserstil, die Neoromanik, nie eine große Lobby hatte, so muss man die Errichtung der Gedächtniskirche natürlich dem damaligen herrschenden Zeitgeist zuordnen.
    Unbestritten kann auch die stadtformende Kraft der Kirche auf ihre Umgebung gelten.
    Darüber hinaus sollte mit der Architektur die machtbewahrende Würde des Kaisertums herausgestellt werden.
    Das ist dem Architekten ohne Zweifel gelungen - der Kaiserliche Auftraggeber wars´s zufrieden.


    In dem der Kirche benachbarten "Romanische Cafe", galt es d a m a l s als "schick" die Architektur der Kirche zu kritisieren.
    Über diese Entwicklungsetappe sollten wir inzwischen "Abgeklärten" längst hinaus sein.


    Nicht zu vergessen : der aufwändige Orgelprospekt der KWGK bestand nicht aus hölzernem Schnitzwerk wie u. a. im Berliner Dom, sondern aus Bronze. Von einem Bronzeprospekt für eine Orgel habe ich weder vorher noch nachher je gehört.
    Man wagt kaum, an die Kosten dafür zu denken.
    Aber Geld spielte für die kaiserliche Kirche sicher kaum eine Rolle.


    Historische Innenaufnahmen habe ich allerdings bisher leider noch nicht zu Gesicht bekommen.
    Vielleicht kramt Palantir mal in seinem schier unerschöpflichen Archiv ? Wäre nett.

    Die alte Französische Botschaft hätte ohne weiteres auf ihr "Botschaftsschild" u. die Trikolore verzichten können.
    Jedermann musste sofort erkennen : das edel - elegante Palais am Pariser Platz kann doch nur die französische Botschaft beherbergen.


    Für das jetzige, ärmliche Haus, Botschaft genannt, kann weder gegenwärtig noch künftig Zuneigung und schon gar keine Liebe aufgebracht werden.
    Als überaus würdiges Pendant hat die Botschaft dieses albern - gläserne Unding von Akademie gegenüber.
    Das prächtige Hotel Adlon musste sich ringsum von geradezu geschäftsschädigenden Unsäglichkeiten und Grobschlächtigkeiten einrahmen lassen.

    Gewiss wird der Pariser Platz in absehbarer Zeit wieder eine aufwändige Baustelle, wenn man der dort gebauten Banalitäten überdrüssig ist.
    Die Abrissbirne ruft !

    Voller Neugier u. mit Interesse habe ich mir die Doku angesehen.
    Gut auch, dass einige, wenige Elemente des Ihne - Baus in neuere Räume übernommen und am Ort konserviert werden konnten.
    Mitarbeiter und Nutzer der Staatsbibliothek können sich glücklich schätzen.
    Ld. war wieder kein Wort zur Kuppel über dem Eingangsbereich zu vernehmen.


    Beitrag wurde gekürzt. bilderbuch.