Posts by Wassermann

    Naja, in den angesprochenen Zeiten gab es keine "Grundschule". Propaganda setzt voraus, dass es überhaupt Strukturen gibt, die solcherlei erlauben - und diese existierten nicht. Höchstens könnte man mir da mit der Kirche kommen - diese tat im Mittelalter aber einiges dafür, ein Mindestmaß an Moral durchzusetzen (auch wenn das oft nicht gerne gehört wird).


    (...)

    Wer weiß, vielleicht haben wir in zweihundert Jahren eine rein vegetarische Gesellschaft. Sollen dann die Menschen der Zukunft das Recht haben, jeden von uns, die wir Fleisch essen, als Unmenschen zu verdammen? Dann wird jede historische Persönlichkeit zuerst darauf überprüft, wie sie sich bezüglich des Fleischkonsums positionierte - und dann schneiden natürlich auch nur wenige gut ab.

    Pardon, ich meinte die Kaiserzeit, also die Elementarschule. :)


    Sicherlich wird man alles Handeln einbeziehen.

    Mich deucht, weit weniger als heute. Gerade deine Einlassungen, lassen eine beinahe vollkommene Deckungsgleichheit mit dem vorherrschenden Zeitgeist erkennen. Jener Zeitgeist, dessen Anhänger gerne mit erhobenen Zeigefinger historische Persönlichkeiten und ganze Epochen moralisch aburteilen lässt und sich gerade anschickt, eine neue Welle der Bilderstürmerei salonfähig zu machen. Natürlich im Namen der guten, der aufgeklärten Sache ...

    Der Zeitgeist, der entsprungen ist aus der Überwindung von Unterdrückung, Diktatur und Krieg, der es ins ermöglicht hat so lange in Frieden zu leben, wie keine Generation jemals zuvor.


    Wie soll man z.B. Rassismus bekämpfen, wenn der Rassismus der Vergangenheit nicht thematisiert wird?

    Interessant ist auch, dass in Köln die wunderbare Kirche "Groß St. Martin" als "mittelschwer beschädigt" galt.

    Ich bin zwar Laie, weiß jetzt nicht ganz genau, welche Maßstäbe galten, aber hier mal ein Foto.


    Groß St. Martin, Brigittengäßchen, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1945)


    Groß St. Martin, Frankenwerft, 50667 Köln - Altstadt-Nord (2009)

    Ich möchte hier jetzt keine riesige, müßige Diskussion eröffnen, aber - tut mir Leid - dieses Geschichtsbild ist schon etwas simplifizierend. Die bösen Kaiser und Könige, die das an sich hehre Volk in ständige Kriege zwangen.. Ich würde es eher so betrachten, dass die starken Staaten ein sowieso vorhandenes Gewaltpotenzial nach außen wandten. Es ist eben nicht so, dass die Menschen damals genauso tickten wie wir heutzutage, aber dann von den angeblich durchweg bösen Monarchen zu blutigen Konflikten gezwungen wurden - vielmehr spiegelte sich im Verhalten der Monarchen das wieder, was auch für das Verhalten der einfachen Leute galt. Und ja, es gab vereinzelte Menschen, die auch damals schon heutige Moralstandards vorwegnahmen. Aber man kann diese wenigen großen Persönlichkeiten nicht absolut setzen. Sicherlich sollte man auch nicht komplett amoralisch an die Geschichte herangehen, aber das tut doch auch kaum jemand. Deshalb ist es klar, dass sich ein Ivan der Schreckliche auch in seiner Zeit durch Blutrünstigkeit hervortat und deshalb nicht zum "Helden" taugt. Man wägt eben ab, ob ein Mensch in Relation zu seiner Epoche moralisch handelte - nicht in Relation zu unserer. Deshalb kann man auch einen Friedrich Barbarossa als vergleichsweise edlen Herrscher bewerten, obwohl er bei seinen Belagerungen in Italien haufenweise Geiseln aufhängen ließ. Es ist eben ungerecht, von unserem hohen Standpunkt die Menschen der Vergangenheit zu verdonnern. Wir haben halt - im Gegensatz zu ihnen - das Glück, in Zuständen leben zu dürfen, die unsere dunklen Seiten im Dämmerschlaf halten.

    Zuerst einmal:

    Dein Ton ist genau der Ton, den ich von so manchem anderen Teilnehmer und von jedem erwarte. Er ist sachlich.



    Habe ich gesagt, dass alle Monarchen böse waren (weil sie halt Monarchen waren)? Habe ich nicht. ;)


    Genau die von Dir erwähnte amoralische Haltung war und ist allerdings mein Kritikpunkt. Nicht mehr und nicht weniger.

    Haben Soldaten oder die von Dir angesprochenen Geiseln Barbarossas damals in Todesangst gedacht "Ist halt so?"

    Haben afrikanische Völker bei Genoziden gesagt: "Ist halt so, ist halt die heutige Zeit? Bringt uns um!"

    Ich will damit sagen, dass Menschen immer auch menschliche Gefühle unabhängig der zeitlich bedingten Sozialisation hatten.


    Und gleichzeitig darf man ja auch nicht vergessen, dass das Denken damals auch von Propaganda gesteuert war und zwar von der Grundschule aufwärts. Wie wären die Zustimmungswerte unter neutraler Betrachtung?


    Einordnen in den Geschichtskontext, das damalige Wissen, etc. ja, absolut, aber ebenso ein aufgeklärte Retroperspektive aus heutiger Sicht. Denn man muss sich auch fragen, wie man das Zeitkontext-Denken gewichtet.

    Bis wann gilt der Zeitkontext?

    Suebicus

    Man kann es auch anders sehen. Denn schließlich wurden die negativen Aspekte bis dahin nicht erwähnt. Ich hatte Einwände und ebenfalls gesagt, dass der historische Kontext eine Rolle spielt. Wenn man auch noch lügt und mir Dinge in den Mund legt, die ich nicht gesagt, bzw. geschrieben habe, ist das keine "geduldige Argumentation". Dann wird mir unterstellt für oder gegen etwas zu sein, obwohl das Gegenteil der Fall ist, nur weil ich aus der Sicht verschiedener Seiten diskutiere.

    Es hat auch nichts mit verlorener Geduld zu tun, wenn man Anstand und Korrektheit anprangert. Hallo?


    Vielleicht will man mich auch nicht verstehen.


    Ich erkenne sehr gut, wann jemand sachlich, historisch korrekt etwas einzuordnen versucht, oder die Relativierung anstrebt mit dem Sandkastenprinzip "aber, aber, aber der da, hat auch!".

    Und das war hier eindeutig der Fall, da alles weggewischt worden ist, wenn ich zu Recht darauf verwies, dass Menschen zur damaligen Zeit Kaiser und Könige anprangerten (Literatur, Kunst).

    Im übrigen habe ich die Diskussion um den 1. WK gar nicht begonnen, seis drum. Die Abdankung ist dennoch ein Bestandteil der Verluste, oder etwa nicht?

    Das sind spannende Frage, über die man auch als Laie trefflich diskutieren kann.

    Interessante Aussage nach Deinem großem Lärm.


    Es wurde ja bestritten, dass der Kaiser Hitler Vorschub leistete. Dabei ist bekannt, dass er vor der Machtergreifung sich das System Italiens erhoffte, Hitler an der Macht haben wollte und sich mit Göring traf.


    1940 schrieb er Hitler eine Glückwunschbotschaft zum Sieg über Frankreich. Auch wenn er diesen ablehnte, warum schreibt er ihm ein Telegramm?


    Wilhelm von Preußen setzte sich bei Hindenburg für die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler ein.


    August Wilhelm von Preußen war SA-Führer.


    Eitel Friedrich war Mitglied der Harzburger Front (Rechtsextremisten und Demokratiegegner, Bündnis u.a. mit der NSDAP) und Oskar von Preußen (Mitglieder der DNVP). Sie waren irgendwann zwar Gegner des Hitler-Regimes, allerdings eben Mitglieder jener Parteien und Bündnisse, die nationalistisch, antisemitisch und völkisch waren. Dies ist natürlich bedenklich, weil es sich um ähnliche, teils deckungsgleiche Ideologien handelt und viele Mitglieder nach der Auflösung in die NSDAP übergingen. Ergo wurden NS-Gedankengut und die NSDAP gestärkt und das kann als "Vorschub" angesehen werden.

    ursus carpaticus


    Wenn man sich den Verlauf der Diskussion ansieht, erkennt man sehr deutlich, wer beleidigend ist, Verschwörungstheorien entfachte und wer stringent diskutieren möchte. Du machst ja noch weiter ("von nichts eine Ahnung haben"). Juristensprache ist das nicht.

    Und ja, man kann unterschiedliche Schreibstile verwenden.


    Im übrigen ist Jurist sein kein Argument nicht rechts zu sein. Schließlich hat uns das die Geschichte gezeigt (so viel zu Geschichtskenntnisse).


    Außerdem hast Du allein hier im Forum gesagt, "die extreme Rechte ist das, was früher bürgerlich war".

    --> RE: Berliner Stadtschloss (Aktuelles und Baugeschehen)


    Begriffe wie "betreutes Denken" sind eindeutig einem politischen Lager zuzuordnen. Da kann ich nichts dafür.

    Interessant ist vor allem eins: ein Jurist, der wissenschaftliche Zweige verhöhnt. Wenn so die Strafverfolgung laufen würde, wäre was los.


    Als Jurist hättest Du allerdings sachlich eingehen müssen. Bist du nicht.


    Außerdem sind sich Juristen auch nicht immer einig. Aber andere Meinung akzeptieren, darauf eingehen, ist ein demokratisches Prinzip, dem nur Demokraten folgen. Andere machen halt einfach nur andere verächtlich und drehen den Spieß um, um zu sagen, der andere sei unverschämt. So viel zum Kruger-Dunning-Effekt. Treffend ist auch die Projektion.

    Das mag sein, aber 50% sind deutlich weniger als 75%. 😉

    Clark ist keinesfalls ein "Gegenargument" zu den Ausführungen des Wassermannes, das wäre unendlich zu viel der Ehre. Und wer hat von ÖR gesprochen außer diesem?

    Immer diese Unterstellungen, angefangen von gewissen von anderen gebrauchten Vergleichen und anderen Beleidigungen, die nie gefallen sind.

    Wie tiefschürfend. Was wohl mit dem jetzigen Osteuropa gemeint sein soll? Vor welchen Gerichten soll hier die Rede sein? Ganz genau schauen, was wer wann ganz genau gesagt und getan hat. Ganz genau, ganz wissenschaftlich exakt, wie die Rechtsextremismusforschung vorgibt. Tschuldigung. das kann keiner ernstnehmen.

    Juristisch maßgeblich ist der Passus "erheblich Vorschub geleistet". Es müsst doch ausjudiziert sein, was damit gemeint sein soll? Erheblich unterstützt oder maßgeblich für die Machtergreifung/für den Machterhalt bzw breitenwirksames Eintreten? Darüber sollte man sich auslassen, wenn man meint, was darüber zu sagen zu haben. Die Beurteilung der Rolle im Ersten Weltkrieg ist schon grundsätzlich jenseits jeglicher Relevanz.

    Guter Beitrag, er verdeutlicht, dass es Rechtsextremen nicht um die Sache geht.


    Joa, Deine Beiträge offenbarten mit "betreuten Denken" was gemeint war.


    Könntest Du genauer werden? Du bleibst immer komplett unkonkret. "Das kann keiner Ernst nehmen". Nie etwas Handfestes, immer nur der Versuch einem die Würde abzusprechen.


    Er zeigt auch, dass Du keine Ahnung von dem Thema hast, schließlich würdest Du dann wissen, wer fernab der Hohenzollern enteignet wurde. Eine Recherche überfordert natürlich manche. Das tut mir Leid.


    Der letzte Absatz macht auch keinen Sinn, aber egal. Hauptsache verkrampft in vorgegaukelter Bildungssprache.

    Übrigens hatte ich schon das belegt. Lesen kann halt nicht jeder.


    Aber wie in der Politik sieht man hier den Versuch den Diskurs zu zerstören und vom Thema abzulenken.


    Soviel zu Frankas Hinweis, dass sich die Diskussion im Kreis dreht.


    Stammtischniveau, mehr nicht.

    Dass Clark für den Staatsfunkt arbeitet, ist mir von diversen Sendungen wohlbekannt. Eine respektable Gestalt mit akzentfreiem Deutsch. Aber was soll das genau für diese Debatte ändern? Es hat ja mW niemand behauptet, nur notorische Lügner würden für den Staatsfunk arbeiten.

    Ich habe "Staatsfunk" ganz bewusst in Anführungsstrichen gesetzt und nicht in meinem Sinne das Wort verwendet.


    Der ÖR wurde hier mehrfach als beeinflussend bezichtigt, den man nicht mehr zu sehen gedenkt, vor allem pauschal und damit als gänzlich "regimeartig". Belege gab es nie. Wissen, das aus dem Geschichtsunterricht, Gesprächen mit Historikern und aus Geschichts-Dokus (nicht diese effektheischerischen im Nachrichtenkanal) stammt, wurde als wirr und absurd bezichtigt (ohne Belege). Auch Clark hat im Kontext seiner Anlayse zur Entstehung des 1. WK, die oben gepostet wurde, ausdrücklich gesagt, dass er "kein Fürsprecher für Rehabilitierung" ist. Clark wurde als einziges Gegenargument zu meinen Ausführungen genannt, die, wie Clark es selbst sagt, kein Widerspruch sind in der allgemeinen Betrachtung Kaiser Wilhelms II..

    Ergo: Die Anschuldigungen mir gegenüber sind haltlos. Zumal meine Reaktion auf wie ich schrieb, für mich einseitige, unkritische Kommentare zu KWII kam. Meine Reaktion wiederum wurde als einseitig bezeichnet. Einwände sind anscheinend dann nicht gestattet.


    Rechtlich wird es für Hohenzollern sehr schwierig werden Schadensersatz zu bekommen, denn es haben schon andere Aristokraten, die vollkommen unschuldig sind und Ländereien und Schlösser im jetztigen Osteuropa verloren haben nach 1945/1990, vor Gerichten nicht Recht bekommen. Das Gericht wird entscheiden und ganz genau schauen, was wer wann getan hat.

    Na dann ... muss er ja seriös sein...

    (Wieder so ein ganz typisches "Argumentations"muster

    Nein, ich zeige nur auf, wie widersprüchlich von dem ein oder anderen "argumentiert" wird:


    1.) Mich beleidigen und von "Meinungsdikatur" oder "betreutem Denken" durch den Staat reden und ÖR nicht als Quelle anerkennen,

    2.) selbst keine Quellen nennen,

    3.) wenn Clark genannt wird, groß liken und das als "Zerpflücken" bezeichnen, und nicht wissen, dass

    4.) Clark für "den Staatsfunk" arbeitet.


    Ergo müsste Clark den Verschwörungstheorien nach dann ja haltlos sein. Finde ich zwar nicht, aber wenn man schon offizielle Quellen nicht anerkennt, dann bitte konsequent in beide Richtungen.

    Bostonian


    Dass Köln überhaupt wieder aufgebaut worden ist, kann ja als Wunder bezeichnet werden. Es gab wirklich die Überlegung Köln neben seinem ursprünglichen Ort neu aufzubauen, weil so viel Schutt als nicht zu bewältigen galt. Das hat man glücklicherweise nicht gemacht.


    Ich höre oft als Begründung, dass man nach dem Krieg die Stadt wieder schnell aufbauen musste und die Stadt daher nicht so schön ist. Das stimmt zwar, allerdings gibt es von den Bauten, die schnell hochgezogen worden sind praktisch keine mehr. Die wurden alle ersetzt und dann hätte man besser aufbauen können.

    Zudem war die Stadtverwaltung unmittelbar nach Kriegsende überfordert (ob wegen des Klischee des kölschen Chaos oder der schier nicht zu bewältigen Aufgaben, oder beides), versprochene Richtlinien und Bauaufträge wurden nicht erteilt, sodass Kaufleute die Sache selbst in die Hand nahmen, um überleben zu können. Allerdings sind diese Bauten oft ja nicht mehr existent, wie ich es anmerkte.

    Merkt Ihr nicht, dass Ihr alle nach "Wassermanns" Pfeife tanzt? Er schmeisst mit ein paar einseitigen Anklagen zur deutschen Vergangenheit um sich, weil es so schön ist, Staatsanwalt und Richter zu spielen. Im einen Thread war es der Kolonialismus und "Imperialismus" der Preußenkönige, weshalb die Rekonstruktion Berliner Schlossräume problematisch sei. Nun ist es die Kriegsschuldfrage des ersten Weltkriegs, weshalb die Hohenzollern heute keine Ansprüche auf ehemaliges Vermögen erheben dürften. Und damit noch eins draufkommt, muss noch die "Ausbeutung" der Bauern her und die Shoa. Und jetzt kommt als nächste Windung noch "die Extremismus- und Rechtsextremisforschung", als ob das in der Regel Leute wären, die politisch ganz neutral und nur der Wissenschaft verpflichtet seien, was durch deren unkritisches Heranziehen suggeriert wird. Selten so gelacht. Ich bin schon genug von diesen Forschern begegnet. :lachentuerkis:


    Sorry, da gibt es für mich nichts mehr zu argumentieren, verteidigen, auseinandersetzen. Denn wenn ein Argument zerpflückt wird, wird die Diskussion einfach auf eine andere Ebene verschoben, bei der einer wieder den Chefankläger spielen kann. Ich versuche also zu ignorieren. Just my two cents.


    P.S.: Ach so, natürlich ist "Krieg Mist". Aber er ist eben auch Teil der Geschichte, wie Ungleichheit, Entfremdung, nicht-vegane Ernährung. Nichts von unserer Welt wäre ohne das alles. Wenn also Krieg, den ich als moderater Pazifist ablehne, nur "Mist" ist, ist die ganze Welt seit der Steinzeit auf "Mist" aufgebaut. Das heißt, "Geschichte ist Mist". Sieht man vielleicht von der Geschichte Jesu oder Mutter Theresas ab. Und, so das marxistische Dogma, erst der Kommunismus ermöglicht uns den Ausstieg aus der Geschichte. Die Welt wird Eins. Die sozialen Unterschiede sind verschwunden. Gewalt und Kriminalität sind verschwunden. Der Mensch ist wieder vor Evas Sündenfall zurückgekehrt. Er hat den "Mist" hinter sich gelassen. Marx, Engels und Che Guevara werden uns erlöst haben.

    Heimdall, was ich verwunderlich finde, ist, dass Du außenvorlässt, dass ich pro Rekonstruktion dieser Räume bin, lediglich aber erwähnt habe, dass es wichtig ist, bei der Nutzung behutsam vorzugehen (aus sozialer Sicht und aus pkanerischer Sicht). Da hast Du sogar geleugnet, dass es Genozide im Kolonialismus gab, indem Du sie in Frage gestellt hast. Dir war es total egal, dass Betroffene aus ehemaligen Kolonien in Berlin demonstriert hatten als es um vermutlich auch zum damaligen Zeitpunkt unrechtsam entwendete Kunstgegenstände ging. Aussagekräftig!


    Ich habe auch nicht die Restitutionsforderungen der Hohenzollern mit Holocaustüberlebenden verglichen, das warst Du.

    Es ist vollkommen richtig an dieser Stelle korrigierend vorzugehen, zumal ich Dich auch noch in Schutz genommen habe.


    Vielleicht solltest auch Du Dir selbst kritischer gegenüber stehen. Auch basierst Du Deine Meinung auf eine Aussage Deiner Vorfahren und, ohne zu erläutern wie die Umstände waren, mit einem Gespräch mit Forschern (wer? wann? wo?). Du relativierst damit sogar wissenschaftliche Gütekriterien und ignorierst meine Anmerkung, dass Wissenschaftler sich widersprechen (dürfen/müssen).

    Übrigens, Wissenschaftler in der Geschichtsforschung integrieren Zeitzeugennaussagen in ihren Forschungen, also auch solche wie die Deiner Vorfahren. Und das behutsam.


    Wann wurden meine Argumente zerpflückt? Von Dir und Ursus capaticus kam ja nichts.

    Wenn Clark angegeben wird, ist das ein handfestes Argument, schließlich ist Clark angesehen, auch wenn seine Veröffentlichung diskutiert wird. Darlegung von Quellen als Gegenargument, die aber nicht andere Argumente in Luft auflösen, ist kein Zerpflücken, zumal ich, auch wenn es verleumderisch anders behauptet wird, zu keinem Zeitpunkt behauptet habe, Wilhelm II hätte die alleinige Schuld gehabt. Habe ich nicht, habe ich nie getan und werde ich auch nicht tun. Schließlich sollte jeder wissen, dass der Krieg ein Ergebnis eines langen Prozesses ist, der schon im 19. Jh. ihren Anfang nahm. Es hätte früher oder später knallen können, die Frage war ja nur, wer beginnt.


    Seltsamerweise ist niemand auf meine Kritik eingegangen, dass Bismarck weitsichtig war im Gegensatz zu Kaiser Wilhelm II.


    Nein, Geschichte ist nicht Mist. Geschichte ist spannend und wichtig. Ich halte nur wenig davon, Geschehnisse zu verharmlosen oder schön zu reden. Kaiser Wilhelm II hätte zum Beispiel nicht in den Krieg einsteigen müssen. Auch aus damaliger Sicht nicht. Auch wenn das einfach so gesagt werden kann heute. Dennoch, was wäre passiert, wenn man damals nicht den Krieg erklärt hätte und diplomatisch geblieben wäre?

    Wenn man dann Dinge reflektiert, ist es wichtig, dass man sie sowohl im damaligen Zeitkontext wie auch im heutigen betrachtet, gerade auch wenn es um Restitutionsfragen geht.


    Und außerdem geht es um Steuergeld, zumal man dann auch die Frage stellen kann, inwieweit die Reparationszahlungen mitinbegriffen sind bei den Verhandlungen.


    Übrigens: Clark arbeitet auch für das ZDF.

    Wenn hier etwas kein Zeugnis von historischer Bildung ist, dann sind es Deine Beiträge, lieber Wassermann.

    Lieber Suebicus,


    das ist Konsens bei Historikern, was ich formuliert habe (hinsichtlich dessen, dass man nicht einschätzenkann, wie Geschichte anders verlaufenwäre). Absurderweise wurde mir schon widersprochen und dann im Prinzip das gesagt, was ich gesagt hatte. Ergo müsste diese Kritik auf viele hier bezogen sein.


    Krieg ist und bleibt Mist und damals wurden Grenzen nicht verteidigt, sondern es wurde Territorium erobert. Unabhängig vom Zeitkontext, ist dies heutzutage seit Jahrzehnten überholt. Deshalb sieht die Weltgesellschaft solche Vorkimmnisse kritisch. Verweise auf andere aus heutiger Sicht gesehene Verbrechen sind doch keine Entschuldigung und keine historische Kompetenz.

    ursus carpaticus


    Auch wenn es keinen Sinn macht, weil Du es nie verstehen wirst.


    1.) Extremismus- und Rechtsextremismusforschung ist international und national. Sie ist eben nicht prinzipiell staatlich, sondern nichtstaatlich und kann staatlich gefördert werden. Wissenschaft eben.

    2.) Sie beruht auf wissenschaftlichen Kriterien und ist grenzübergehend, z.B. in Richtung Sprachwissenschaft.

    3.) Wissenschaft bringt die Menschheit voran. Wer sie angreift,....., "zeigt wessen Kind er ist".

    4.) Es ist für alle ersichtlich, wer mit Wortkeulen agiert. Diese sind Beleidungen oder Parolen wie "betreutes Denken". Du hast als einziger hier noch nichts historisch fundiertes beigetragen oder kritisch hinterfragt. Im Gegenteil, Du willst Streit und lässt die Diskussion ins Persönliche übergehen.

    5.) Mir ist es vollkommen wurscht, ob konservativ oder links erwas oder jemand ist. Hauptsache, es ist sachlich. Und dazu gehört Anstand und Korrektheit, die nicht auf den Müllhaufen der Geschichte gehören.

    ursus carpaticus


    Du kannst noch so lange propagieren, es gäbe Sprech- Denkverbote, es gibt sie nicht.

    Niemand hier noch sonst wo in diesem Land setzt Dir ein Denk-oder Sprechverbot. Außer Du verstößt gegen das freiheitlich-demokratische Grundgesetz, das gerade einem jeden von uns freies Denken und Reden ermöglicht.


    Das ist ebenso keine Meinung, sondern Tatsache.


    Und darauf beruhe ich mich, wenn ich Fakten in die Diskussion über Restitutionansprüche einbringe. Und diese Freiheit bleibt bestehen, auch wenn wenige versuchen mit der Mähr, es gäbe ein Denk- und Sprechverbot, gerade mit Beleidigungen und schwammigen Ausdrücken wie "dadaistisches Denken", "wirr" und "verzapft" anderen ein ungeschriebenes Redeverbot zu erteilen.


    Widerspruch ist demokratisches Grundrecht und Basis einer sachorientierten Diskussion. Das weiß die BILD nicht und das wissen viele andere auch nicht.


    Und wie ich schon sagte. Historikern ziehen alle Kenntnisse zusammen. Straßen werden umbenannt, wenn sie zuvor Namen von Kriegstreibern oder Kolonialverbrechern trugen.

    Auch unabhängig davon, ob man von heute aus urteilt, gibt es Vergehen, die auch schon damals Vergehen waren.


    Gleichzeitig heißt das doch nicht, dass man schwarzweiß denkt. Aber gerade in dieser Diskussion ist es doch gerade wegen der öffentlichen Debatte wichtig Negatives anzusprechen.


    Fazit des Strangs ist bisher:

    "Kaiser Wilhelm hat nichts Unrechtes getan, er war nicht nationalistisch, nicht militaristisch, sondern weltoffen, Pazifist und ultravernünftig. Er machte keine Fehler, weil ein KWMIi keine Fehler machte, er müsste vom Papast heilig gesprochen werden und ist Opfer einer großen Weltverschwörung."

    Wer was anderes sagt, ist "wirr", "dumm", oder sonst was.


    Danke für Deine Antwort.



    Ich habe Kenntnisse zur Geschichte und gehe konform zu Historikern, die hier oft das Grauen bekämen. Verherrlichung von alten Zeiten (früher war alles besser), Opferkult (alle anderen waren noch schlimmer), Verharmlosung von Unrecht durch Gleichstellungen (Restitutionansprüche von Holocaustüberlebenden), sowie hier ebenso vorkommende Kommentare á la "wenn der Kaiser hätte Kaiser bleiben dürfen, wäre es nicht zu Hitler gekommen " sind weder Zeugnis von historischer Bildung, sondern Zeugen von einem unsensiblem Umgang mit Geschichte. Zudem ist gerade Letzteres im Konsens der Historiker grober Unfug.